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Tag: Peter Dinklage

Rememory

Rememory

© 2018 Kinostar

 

Rememory – ein Wort, dass in den Ungetümen monströser Marvel-Blockbuster unterzugehen scheint und sich eher rücksichtsvoll auf kleineren Leinwänden ausbreiten wird … wenn überhaupt … ich hoffe es.

Allein Peter Dinklage ist es wert, dass man diesen Film sieht! Dieser Mann spielt unglaublich präsent und mit so einer dystopischen Hingabe an seine Rolle, dass er allein dem ganzen Film schon genügend Seele einhaucht und ihn zu einem sehenswerten Stück macht.

Wer sich an dem Wörtchen “Science Fiction” stört, der darf beruhigt ein- und ausatmen: Zwar spielen die technischen Errungenschaften in diesem Film in einer zukünftigen Vision unserer Welt, allerdings ist das kein Grund, deshalb Angst vor diesen illustren Techno-Drugtrip-Shows zu haben, in die SciFi gerne mal abdriftet: So ist es nicht. Viel mehr bekommt man hier ein sehr eigenständig gezeichnetes, abgedunkeltes Bild einer Welt präsentiert, die sich vollends in ihrer Nische ausbreitet und mit ihrer gänzlich durchstrukturierten Ästhetik beeindruckt.

Dass der Plot dann vielleicht hier und da ein paar kleine Logiklücken haben könnte, sei dem Film verziehen, Überraschungsmomente und eine durchweg plausible Story bietet er bei nicht ganz exzentrischem Hinsehen nämlich trotzdem.

Und einen Besuch im Kino ist Rememory auf jeden Fall wert.

 

.kinoticket-Empfehlung: Peter Dinklage allein rechtfertigt bereits den Film, der sich in ruhiger Manierlichkeit um zukunftsvisionäre Probleme menschlichen Seins bemüht und hierin auch relativ plausibel aufgeht.

Dabei bringt der Film so viel Eigenatmosphäre mit, die ihn in einer eigenen Nische als hellen Stern erstrahlen und zu einem Insidertipp mutieren lassen. Am SciFi-Thema sollte man sich nicht abschrecken lassen, vielmehr punktet man hier mit Inhalt und geistreichen Gedanken, die einen wundervollen Kinoabend fast schon garantieren. Definitiv lohnenswert!

 

Nachspann
❌ braucht man nicht auszusitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 8. November 2018

Original Title: Rememory
Length: 113 Min.
Rate: FSK 12 | PG-13

Avengers: Infinity War (3D)

Einige haben mir nicht geglaubt, als ich geschrieben habe, Black Panther sei nur der sanfte Auftakt für den bevorstehenden Infinity War – und ab Donnerstag prescht eben jener auf euch nieder und mäht alles weg, was es bisher jemals gegeben hat.
Marvel macht seit jeher alles richtig. Figuren einführen, Geschichten liefern, mit denen der Zuschauer sympathisieren kann, das Universum langsam ausgestalten und dann die Brachialität zusammenführen und aufeinander loslassen.
Was andere Labels schmähhaft kopieren und damit kläglich scheitern, Marvel weiß die richtigen Schrauben anzuziehen und liefert etwas ab, bei dem ich nicht gegen den Pressetext wettere.
Leute?
DAS sind Superlativen.
Und zwar welche, die funktionieren!
Ich hatte es schon im Gefühl, dass sie mit Infinity War ein Gewitter auf uns loslassen und habe mich über all jene Meldungen gewundert, die aus Black Panther den “bislang erfolgreichsten Marvel-Film aller Zeiten” machten, denn gefühlt ist der in meinen Augen nur ein armseliger Abgesang auf das, was uns da bevorsteht.
Es ist Dienstag Nacht, ich zähle zu den Gesegneten, die den Film bereits vor die Füße gesetzt gekriegt haben und ich bin seitdem ein paar Kontinente tiefer im Kinosessel festgeklebt und komme nicht mehr hoch!
Äh … Sprachlos!
Und meine Erwartungen waren GIGANTISCH! Okay? Da gehört es normalerweise zum guten Ton, dass man während der Vorstellung dann permanent verarscht, enttäuscht und links liegen gelassen wird – und nichts dergleichen ist passiert: Jeder Blick gefesselt auf die Leinwand mit offenem Mund während ich nicht glauben konnte, dass man aus “Fantasie” so etwas erschaffen kann.
WAHHHHH!!! Jetzt zeigt sich erstmal, womit man in all den Jahren mit dem ganzen “Anteasern” der Machtspitzen überhaupt erst hinaus wollte, auch wenn man vorher beim .trailer manchmal das Gefühl hatte, dass Thanos als kleines rumhoppelndes Männchen kein ernstzunehmender Gegner werden würde, sondern eher eine enttäuschende Figur abliefern…
NEIN!
DEFINITIV NEIN!
Ich würde Avengers: Infinity War mal gelinde gesagt als superlativen Schlag in die Fresse eines jeden bezeichnen – ein Film, nach dem nichts mehr so ist, wie es einmal war. Beim Nachspann sitzt du allen ernstes im Kino und fragst dich, ob die es auf die Reihe bringen und diesmal einfach mal keine After-Credits bringen? Weil das so ein niederschmetternder finaler Roundhousekick in die Fresse wäre – und ehrlich gesagt: Es hätte mich nicht verwundert.
Ja, auch ich habe mir die ein oder andere These zum Film im Vorfeld im Internet durchgelesen und mit der gleichen Amüsiertheit wie bei den ganzen “definitiv richtigen Apple-Vorhersagen” verfolgt, was nun denn in Infinity War passieren müsste. Leute? Lächerlich!
Eure Thesen waren allesamt lächerlich. Und wir alle sollten um Vergebung flehen und lernen, dass Marvel tatsächlich kein Filmlabel ist, sondern eine geheime Religion, die nicht nur vorgibt, Götter für die Leinwand zu produzieren, sondern auch im Stande dazu ist, diesen Göttern wahrhaftig Leben einzuhauchen!
Ich weiß echt nicht, was ich dazu sagen soll, außer alles zu revidieren und mich geschlagen zu geben: Seit A Quiet Place – der im “Horror”-Sektor komplett aufgeräumt hat – ist etwas im Kino explodiert und wir alle sind jetzt entweder tot oder erleben gerade das geilste Filmzeitalter, das die Menschheit je hatte.
Infinity War gehört dazu!
 

.kinoticket-Empfehlung: Überlegt euch mal: Es gab 18 (!!!) – ACHTZEHN – Filme, die uns alle darauf vorbereitet haben, dass das hier kommen würde.
Und jeder davon war für sich ein eigener Riesenerfolg. Andere Filmreihen versuchen, immer größer zu werden, Marvel wird immer größer. Nach allem, was sie bisher abgeliefert haben, läutet man mit Avengers: Infinity War nun definitiv ein neues Kinozeitalter ein und hinterlässt tiefe Spuren, die dutzende andere Arbeiten gemeinsam bei weitem nicht wegzudrängen vermögen.
Geht in die größten Kinos die ihr findet – schöpft und kostet das neue Dolby Atmos aus und lasst euch einfach gehörig schön wegbomben – es macht endlich wieder einmal richtig Spaß – und das ohne eine einzige Pause!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel.
Kinostart: 26. April 2018

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Ewig ist es her, dass ich diesen Film in einer Pressevorführung gesehen habe und Aussagen dazu noch unter Embargo standen – und nie ist es mir schwerer gefallen, dazu die Klappe zu halten.
Nun sind die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben worden und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hat sage und schreibe 7 (!) davon eingeheimst und steht damit unter den Top 3 der diesjährigen Nominierten bei der größten Verleihung überhaupt – allein das sagt ja schon mal verdammt viel über den Film aus!
In diesem bitterschwarzen Stück, das im Übrigen von seinen zynischen Inhalten lebt, die Ernsthaftigkeit und Tiefe, zum Himmel schreienden Schmerz und Provokation gegen das Eingefahrensein und die Gleichgültigkeit des Rechtssystems proklamieren, erhebt sich Francis McDormand in einer Frauenrolle zur Schauspielikone, die nicht nur für Recht und Gerechtigkeit kämpft, sondern auch das weibliche Geschlecht weltweit auf ein ansehnliches Niveau hebt, was Schauspielerei und die Bedeutung der Frau in Hollywood und grundsätzlich auf der Leinwand ganz neu bewertet.
Allein schon diese starke Weiblichkeit, die sich gegen unzählige frauenfeindliche Männercharaktere durchsetzen muss, habe ich bereits beim ersten Schauen genüsslich begrüßt! Ich liebe es, wenn endlich nennenswerte weibliche Beispiele an der Front der Schauspielerei stehen, damit tatsächlich mal etwas in Sachen Gleichberechtigung getan wird und die Klischees nicht immer weiter gefüttert und diese unglaublich wichtige Grundsatzdiskussion durch Lächerlichkeiten ad absurdum geführt wird.
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri ist ein Paradebeispiel dafür, wie man es richtig angeht und grollt mit unfassbarem Zorn gegen ein System, dass vielerorts auf der Welt für Ungerechtigkeit sorgt und Menschen in den richtigen Positionen die Macht gibt, Dinge falsch zu machen ohne dafür bestraft zu werden.
Dass man sich hier nicht vollkommen der Menschlichkeit entledigt und einfach auf einen groben Schlachtfeldzug geht, bei dem alles, was sich einem in den Weg stellt, zunichte gemacht wird, sondern die Emotionen und Gefühle, aber auch Verantwortung und Ehre gefordert werden, macht diesen Film unter allen Filmen dieses Jahr zu einem der ganz großen.
Und die bisherigen Nominierungen und Auszeichnungen sprechen eine ganz klare, deutliche Sprache: 3x AACTA International Awards 2018, Aufnahme in die Top-10-Filme des Jahres 2017 im American Film Institute, 9 Nominierungen bei den British Academy Film Awards 2018, 5 Nominierungen und 2 Auszeichnungen bei den British Independent Film Awards 2017, 6 Nominierungen und 3 Auszeichnungen bei den Critics’ Choice Movie Awards 2018, 4 Golden Globes und 6 Nominierungen bei den Golden Globe Awards 2018 und und und … die Liste ist endlos!
 

.kinoticket-Empfehlung: Ihr seht: Man braucht kein Oscar®-Filmjäger zu sein, um diesen Film gut zu finden, sondern von allen Seiten strömt der Tenor zu einem, dass dieses Werk eines der besten Filme aller Zeiten ist, das zu Recht mit Preisen überschüttet wird und jede einzelne Auszeichnung davon redlich verdient!
Francis McDormand pusht starke, weibliche Charaktere in Paraderollen in Hollywood, während sich die Männerriege hinten anstellt und gleichermaßen herausragende Performances abliefert, bei denen sich jeder einzelne davon sehen lassen kann.
Nicht nur der zynisch-sarkastische Humor, der es in vielen Dingen oft auf die Spitze treibt, sondern die unfassbare Härte und Konsequenz, der man sich hier opfert, machen aus diesem Stück einen Film, den jeder – wirklich jeder – unbedingt gesehen haben muss!
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri gehört für mich schon seit einigen Monaten zu den Top 10 Lieblingsfilmen meines Lebens, und jeder, der ihn gesehen hat, weiß anschließend, warum!
Also tut euch selbst den Gefallen und geht rein – es lohnt sich. In jedem Kino. Zu jeder Zeit. Hauptsache gesehen!

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten, hier kommt nichts weiter.
Kinostart: 25. Januar 2018

Angry Birds (3D)

Von Milliarden heruntergeladen, von Millionen gespielt und nun als Verfilmung auf der großen Leinwand: Angry Birds.
Der Trailer war Dauerbrenner in sämtlichen Vorstellungen der letzten Wochen und proklamierte hier weder den totalen Durchbruch in der animierten Szene, noch den Rohrkrepierer des Verkaufsschlagers der Spieleindustrie.
Der Film strengt sich wirklich an, beide Vermutungen zu bewahrheiten. Auch hier hat man wieder den Fehler gemacht und den zweiten Trailer rausgehauen, um die Leute bei der Stange zu halten und ihnen Futter vor die Füße zu werfen, damit sie nicht angewidert von dannen ziehen und sich doch etwas anderes anschauen. Daraus resultiert wieder viel zu viel Vorwissen und viel zu viele verschenkte Gags, die dann im Film nur noch mit “Ahh ja” und nicht mehr mit lautem Gelächter beantwortet werden können, was den Spaß am Schauen deutlich mindert.
Ich bin immer ein Freund davon, wenn man unberührt in einen Film geht und vorher einfach gar nichts weiß, was angesichts der Trailerhäufigkeit bei normalen Kinogängern schwer zu meistern war.
Und dementsprechend lau biedert sich dann auch die Story an. Klar, was will man über ein Vieh erzählen, das in einem Shooter-Videospiel Hauptdarsteller war und quasi eher die jüngere Riege unterhalten hat? Den großen Wurf braucht also niemand erwarten und dennoch hat man sich Mühe gegeben, hier eine verwertbare Story auf den Tisch zu hauen, die dreidimensional prächtig umgesetzt ist und somit wieder voll und ganz die Stärken der Animation an dem Ort ausspielt, für den 3D geschaffen wurde: Kino.
Mit seiner schrillen Farbenpracht und der quietschigen Art dominiert man hier die Säle tatsächlich mit dem Charme der Spiele und liefert eher buntes Kinderfernsehen als ernstzunehmende Kinokost. Und genau das könnte Erwachsenen wohl eher zu Schaffen machen.
Obwohl Animation für mich nicht gleichbedeutend mit Kinderfilm ist, sondern durchaus auch unterhaltsam für Erwachsene sein kann, hat man bei diesem Film im Vergleich zu laufenden Alternativen dann doch eher das Gefühl von mittelmäßiger Oberflächlichkeit und dem Wunsch, mit einem Spielehit im Kino noch einmal ganz groß rauszukommen.
Und genau das wird wahrscheinlich auch passieren. Der Sommer und die Ferien werden’s offenbaren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer die Spiele früher unglaublich gemocht hat und in den Charme dieser Welt jetzt nochmal eintauchen will, der hat mit Angry Birds (3D) die Chance, das gebührlich zu tun.
Wer lieber gute Unterhaltung sucht und nicht in nostalgischen Erinnerungen schwelgen möchte, der sollte andere Tickets lösen, denn als alleinstehendes Werk sehe ich eher Schwierigkeiten darin, dem Film seine Größe abzukaufen.

 
Nachspann
Nicht vorschnell aufspringen, hier kommt noch etwas. Also ruhig etwas durchhalten.

The Boss

Melissa McCarthy ist ein Fall für sich. Kennengelernt habe ich die Dame beim Zappen zu Mike & Molly, das ich aber auch nicht zu Ende geschaut, sondern eher dem typisch-normalen Fernsehtrott zugeordnet habe, der mich nicht groß weiter interessiert.
Auf einmal stattete mir diese Dame dann im Kino auf der Leinwand Besuch ab und holte sich so meine Aufmerksamkeit in Filmen wie Spy – Susan Cooper Undercover, der für mich Anlass war, meine Blu-ray-Bibliothek mit ein paar Werken von ihr zu bestücken, um ihre Karriere etwas näher beleuchten zu können um zu sehen, wie sich diese Dame macht.
Ich fand Voll abgezockt und fand es merkwürdig. Ich sah Taffe Mädels und ordnete es unter belangloser Normalität ein. Ich sichtete St. Vincent und empfand sie als eher störenden Faktor gegenüber Bill Murray, der hier als Hauptakteur auftritt. Keiner ihrer vorherigen Filme hat mich derart überzeugt, wie es Spy getan hat. Menschen entwickeln sich, entwickeln ihren Charakter, bilden sich weiter, lernen dazu. Vergangenes ist vorbei, auf zu neuen Ufern.
Dementsprechend gespannt war ich auf ihr neustes Werk: The Boss. Der Trailer beinhaltete wieder die typisch-verrückten McCarthy-Momente, die ihr Markenzeichen sind und sie irgendwo auch ausmachen.
Der Film war dann allerdings einfach nur enttäuschend. Hier und da mit ein paar ganz netten Gimmicks gespickt, über die man wirklich lachen konnte, zerreißt sich das Werk selbstständig in viele kleine Puzzlesteine, die allesamt nicht zusammenpassen und so ganz und gar nicht ein formvollendetes Werk von erster Unterhaltungsgüte abliefern.
Besagte Jokes wirken so aus dem Zusammenhang des Films gerissen, dass sie wiederum gar nicht mehr witzig sind, betrachtet man die Szenerie im Kontext zur restlichen Geschichte. Spaß dabei haben dürften wohl eher 10jährige Kinder, die in ihrem Leben bislang an Gürtellinien-Humor vorbeigezogen sind. Wenn dann allerdings innerhalb von 3 ½ Minuten 15x das Wort “Schwanz” und “Penis” fällt, ist diese Art der Unterhaltung wieder keineswegs für jüngeres Publikum geeignet und eine Freigabe ab 12 Jahren eher als fragwürdig anzusehen.
Und was dem Film außerdem meiner Meinung nach extrem fehlt, ist Geschwindigkeit und Flow. Die zu passierenden Dinge konnte man bereits im Trailer vorher ahnen, daher bleiben jedwede Überraschungen von z.B. meisterlicher Umsetzung und dennoch vorhandenem Überraschungsmoment einfach aus – was dazu führt, dass man sich einer fortwährenden Schleife von Längen entgegenstemmen muss, die das Werk mit seinen 99 Minuten Laufzeit zu einem unerträglichen Moment im Reiche des Kinos machen.
Der Humor ist absolut unterirdisch und lädt überhaupt nicht zum Lachen ein, sondern reiht eher einen nach dem anderen peinlichen Moment aneinander, der absolut belanglos und moralunstiftend ist. Würden oben erwähnte Kinder sich diesen Streifen mit etwas suchendem Geist ansehen, hätten wir in ein paar Jahren eine gesellschaftlich-relevante Masse an verblödeten, geistlosen, rücksichtslosen und dummen Menschen, die durch ihr Wahlrecht über Politik und das alltägliche Geschehen entscheiden – und diese Tatsache macht mir eher Angst als dass ich darüber lachen könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch Fans von Melissa McCarthy sollten sich hier überlegen, ob sie diesen Streifen wirklich ihren Freunden empfehlen wollen, denn Sinn, Moral, Unterhaltung oder irgendeine künstlich überzogene Darstellung der Realität sind hier völlig ausbleibend.
Die Show war eine reine Enttäuschung und man darf nur darauf hoffen, dass diese Art von Geldverdienen ein Kinoflop wird, der den Machern signalisiert, dass sie dieses in Zukunft bitte unterlassen und sich lieber anderen Dingen zuwenden mögen.
Daumen runter.

 
Nachspann
folgt mit Bildern und Outtakes, die allerdings auch nicht den Pep reinbringen, der z.B. im Fall von Fack Ju Göhte 2 nochmal einen oben drauf setzte. Das Desaster endet mit Fremdschämen und bitterer Enttäuschung.

Pixels (3D)

“Welcher Idiot gibt denn für so einen Schwachsinn Geld aus? Und dann noch so viel?” – um mal einen Kinozuschauer zu zitieren, der in einer der vergangenen Vorstellungen den Trailer zu Pixels mit diesen Worten kommentierte.
Man braucht sich tatsächlich auch rein gar nichts vormachen: Die Story und das Trara drumrum sind bei diesem Versuch einer Unterhaltung tatsächlich unterirdisch bis gar nicht vorhanden. Das konnte man den verschiedenen Trailern durchaus mit ein bisschen Gespür bereits entnehmen.
Ich denke auch weniger, dass man hier die Absicht verfolgte, einen genial durchdachten Film zu exerzieren, der mit Überraschungsmomenten und brillanten Einfällen die Zuschauer an die Stühle bindet, sondern vielmehr eine kleine Hommage an die Anfangsjahre der Computerspielezeit herstellen wollte.
In einem Zeitalter der sich verfolgenden Superlativen in jedweder Hinsicht, wo Kinder es als normal empfinden, handgroße Computer ihr eigen zu nennen, die früher unbezahlbar – ja, sogar undenkbar – waren, kommt hier ein Film, der an die bittere Anfangszeit erinnert und so ein wenig Nostalgie aufkommen lassen möchte.
Asteroids, Pacman, Donkey Kong – welcher ambitionierte Technikfreak erinnert sich nicht an die Zeit, in der man in den ATARI sein notizblockgroßes Plastikdingens einschob, um eine halbe Stunde später, als das Spiel dann endlich in den RAM geladen war, ein paar Level zu spielen, bis die Kiste schließlich abrauchte, und man den Ladeprozess von Neuem begann.
Heute undenkbar, damals sensationell. Auf diesen Zug springt man hier auf und lässt erneut eine Welt aufleben, die sich all der erwachsen gewordenen Technik entsagt und ihr Augenmerk kompromisslos auf die Vergangenheit und deren Möglichkeiten richtet.
Die Charaktere besetzen hierbei scheinbar wahllos Positionen innerhalb der Geschichte, die zu den Special Effects gerade gut passen, so dass man eine halbwegs unglaubwürdige Story als Rahmenhandlung für die verschiedenen Spiele im Mega-Modus hat, die durch pixelige 3D-Animationen ins Leben gerufen werden. Die in der Gesellschaft akzeptierte Vorliebe für Minecraft hat man sich hier zunutze gemacht, die dem Pixelwahn ja eher zuträglich als abgeneigt ist. Der Schrei nach vollkommener Grafik wird also gar nicht erst ausgestoßen und die Erwartungen an intelligente Unterhaltung wacht auch gar nicht erst auf.
Ehrlich gesagt war mein eigenes Bestreben auch nur, das 3D zu sichten, denn in 3D war der Trailer durchaus überzeugend, wenn auch die Story als solches unentschuldbar ist.
Und was soll ich sagen: Das 3D ist gigantisch, es hagelt vor räumlicher Tiefe und überzeugt auf voller Breite, die prähistorischen Spielideen wurden exzellent in den 3D Modus übertragen und alles andere drumrum kann man getrost vergessen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Große Erwartungen sind hier völlig fehl am Platze und unterhaltsamen Kinospaß mit treffsicheren Lachern sucht man vergebens.
Die Idee, alte Computerspiele erneut aufleben zu lassen, mag ganz nett sein, die Verpackung darum ist allerdings alles andere als glaubwürdig und überzeugend.
Einzig der Nachspann überzeugte in seiner liebevoll pixelig animierten Kurzvariante des Films, der leider beweist, dass man die Handlung auf wenige Minuten hätte runterbrechen und damit dann auch ein akzeptables Shortmovie hätte gestalten können.
So bleibt ein großer Haufen nichtssagender Handlung, die das Zitat am Anfang dieses Eintrags gar nicht so weit hergeholt sein lassen, denn das einzige, was hier tatsächlich zelebriert wird, sind vergangene Spieleklassiker in Mega-Version. Hier hätte man aber sehr viel mehr Potenzial ausschöpfen können.

 
Nachspann
Anfangs gibt es eine wunderschöne Animation, die den Film in wenigen Minuten komplett zusammenfasst. Danach darf man sich gerne dem Ausgang und somit wieder besseren Filmen zuwenden 😉

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