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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Philippe de Chauveron

Monsieur Claude 2

Monsieur Claude 2

© 2019 Neue Visionen Filmverleih GmbH

Christian Clavier ist das Aushängeschild Frankreichs fürs Kino und mittlerweile ein Garant für lustige Unterhaltung. Filme mit ihm treffen normalerweise immer voll ins Schwarze und sorgen breitflächig für Belustigung und gute Laune.

Monsieur Claude war damals ja bereits ein Überraschungserfolg sondergleichen und ich habe es tatsächlich irgendwann geschafft, mir die Blu-ray zu organisieren und ihn mir angeschaut und war … mäßig begeistert. Kein Plan – irgendwie absolut nicht mein Humor. Ich fand es zu schräg, zu langatmig, zu aufgebläht, zu wüst, zu viel.

Teil zwei knüpft nun an den Erfolg an und ändert wesentliche Charakterprinzipien, hat dadurch aber nichts von der Grundidee aufgegeben: Irgendwie bekommt jeder seine zwei Minuten und Ende. Genau das erklärt wahrscheinlich auch den Erfolg des Ganzen: Da sind so viele … eigentlich alle Konstellationen, Optionen, Möglichkeiten zusammengerissen, dass sich jeder da drin wiederfindet – wenn auch nur ganz kurz. Und genau da fehlt mir ein großer, roter Leitfaden dahinter: Irgendwie werden Szenen gebracht, dann ist direkt Schluss und andere Szenen werden gebracht. Grad so, dass du in manchen Szenen dann verschiedene Leute nochmal wieder siehst und daran merkst, dass doch alles irgendwo eine Geschichte sein soll.

Es sind aber viele. Zu viele. Und die sind so wild zusammengeschnitten, dass es einfach keinen Spaß macht, dem Strang zu folgen und man sich irgendwann nur noch auf “kommen da noch lustige Witze” konzentriert – die der Film gegen Ende aber immer weniger liefert, was auch zu immer mehr “Stimmungsruhe” im Saal führt. Kein Wunder also, wenn selbst die Sneak-Gemeinde diesen Film fast zur Hälfte bloß mit “mittelmäßig” bewertet und sogar einige “schlecht”-Stimmen in der Abstimmungsbox liegen.

Hier hätte man sich nicht auf “Wir hauen nochmal richtig drauf”, sondern lieber auf einen lustigen Plan konzentrieren sollen, entweder mehr Gagdichte oder mehr Kameraspielraum schaffen müssen, damit der Zuschauer nicht so wild vor sich hergetrieben wird. Und dann den Film in den Sneaks im Original mit Untertitel zu zeigen, wo die Darsteller alle dermaßen schnell sprechen (und dementsprechend schnell untertitelt werden) … denkt euch selbst, wie viel Freude das bereitet. Und sprecht dabei leise 3x hintereinander superschnell “Qu’est-ce qu’on a encore fait au Bon Dieu? Qu’est-ce qu’on a encore fait au Bon Dieu? Qu’est-ce qu’on a encore fait au Bon Dieu?” aus 😀

.kinoticket-Empfehlung: Zu wild durcheinandergeschnitten, zu zerrissen, kein richtiger, durchgehender Plot, sondern einfach nur viel, laut und schräg: Absolut nicht mein Humor.

Hier hätte es etwas mehr Kamera-Ruhe oder als Ausgleich gegen Ende etwas mehr Gagdichte getan, um den Film noch einigermaßen zu retten. Jeder bekommt halt seine zwei Minuten, in denen er sich absolut wiederfindet – die werden aber durch abrupte Schnitte direkt beendet.

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, das Lied ist ganz cool – aber nicht zwingend nötig, hier sitzen zu bleiben. Es kommen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 04. April 2019

Original Title: Qu’est-ce qu’on a encore fait au Bon Dieu?
Length: 99 Min.
Rated: FSK 0

Alles unter Kontrolle!

Dass die Franzosen Komödien machen können, weiß eigentlich jeder, der mit Kino zu tun hat. Mit Alles unter Kontrolle wird ein weiteres Erfolgserlebnis auf den Screen gebracht, dass definitiv den Besuch eines der Lichtspielhäuser wert ist.
Wer jetzt die Befürchtung hat, dass dies wieder nur so eine Art abgestumpfter Humor ist, wie wir es in der peinlichen Vorführung von Nichts zu verzollen erleben durften, der irrt. Der Humor ist hier so abgebrüht, zynisch und spitz, dass sich so manch politisch Korrekter durchaus daran stören könnte.
Und genau das macht für mich eine gelungene Komödie aus: Themen anzusprechen, die einen Nerv treffen, ohne dabei andere zu verletzen und manch oberernstes politisch heikles Thema auf amüsante Art zu persiflieren. Wenn dabei dann noch der Grat des guten Geschmacks gewahrt bleibt und man sich keiner billigen Sexwitze bedienen muss, um die Leute bei der Stange zu halten, dann steuert man fast schon auf die perfekte Unterhaltung zu.
Und als ich mich so im Saal umgehört habe, konnte ich genau das entdecken: Absolut zufriedene, glückliche Menschen, die permanent damit beschäftigt waren, zu grinsen, zu lachen und den Film zu feiern. Einschließlich mir.
Es wäre zu wünschen, dass sich viele Kinobetreiber dazu entscheiden, eben jenes Stück in ihre Säle zu verfrachten um den Menschen wieder das zu bieten, wonach sie sich in den düsteren Zeiten sehnen: Einen Grund, einfach so entspannt und ohne Probleme völlig unbeschwert und nach aller Herzenslust zu lachen.
Alles unter Kontrolle bietet dafür nicht nur die perfekte Grundlage, sondern wartet dazu noch mit einem Plot auf, der von seiner Spritzigkeit und der feschen Art kein Stück einbüßt, sondern auch hier dafür sorgt, dass keinerlei Langeweile aufzieht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich nach dieser Vorstellung nicht unterhalten gefühlt hat, der ist selber schuld.
Die Bewertungen nach dem Film haben auch eine eindeutige Sprache gesprochen: Fast alle haben bei positiv eingeworfen und damit signalisiert, dass der Film definitiv ankam.
Leute schnappen, .kinoticket lösen und Abmarsch ins Kino – diesmal lohnt es sich wieder, auch ohne seine Freunde vorher zu befragen oder irgendwelche Trailer zu schauen. Vertraut mir einfach.

 
Nachspann
Sitzen bleiben, sonst verpasst man den Schluss!

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