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Tag: Rebecca Ferguson

Wenn du König wärst (inkl. Gewinnspiel)

Wenn du König wärst

© 2019 Twentieth Century Fox

Die Herausforderungen für Kids werden immer größer. Nicht nur, sich gegen immer ängstlichere Helikopter-Eltern zu wehren, durch eine Million Termine jede Woche durch zu müssen und selbst schon im Sandkasten-Zeitalter einen Business-Terminplan vollgestopft zu haben, der jedwede Zeit zum Spielen, Leben genießen, atmen und einfach leben nicht mehr zulässt, auch im Kino werden die Kids vor immer größere Herausforderungen gestellt … und kommen damit scheinbar klar.

Alle Ängste sind also irgendwie unbegründet.

Ängste?

Wenn du König wärst hat im Vorfeld in der Presse bereits hitzige Diskussionen ausgelöst, die die schon seit Jahren fragwürdige Arbeit der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft – kurz “FSK” – erneut anzweifelt. Denn dieser Titel hat die Freigabe “FSK 6” bekommen, was selbst Twentieth Century Fox wundert, da hier doch gewaltig düstere Bilder und gruselige Momente aufgefahren werden, die mehr als Anlass dazu bieten, das gesamte Rating-System der FSK komplett zu überdenken und sich eventuell doch etwas näher am amerikanischen Vorbild zu orientieren: Eine “Parental Guidance” wäre hier nämlich in vielen Fällen durchaus angebracht.

Die Kids aus der Pressevorführung wurden natürlich auch danach gefragt, ob sie sich gefürchtet haben und meinten alle: “Ja, es war schon gruselig, aber schön gruselig.” – Nun kann man aber von ein paar Kids nicht auf eine ganze Nation schließen und muss auch bedenken, dass es sensiblere Wesen gibt, Kids, die eben nicht einfach alles so wegstecken und die auch hier und da mal Ängste und Alpträume entwickeln, wenn sich auf einmal Bäume bewegen oder Wurzeln miteinander kämpfen. Was hier aufgeboten wird, ist durchaus teilweise sehr strange und kann verwirrend oder beängstigend wirken. Notgedrungen heraus hätte ich hier auch lieber zum grünen “FSK 12” gegriffen, auch wenn die Zielgruppe im Plot dann leicht veraltet wirken würde.

Die Story ist eindeutig an Kinder ausgerichtet, fährt hier in einer wunderbaren Re-Interpretation einer historischen Saga auf und bringt moderne, coole, schnittige und spannende Änderungen mit sich, die sich des historischen Altstaubs entledigen und definitiv proklamieren: Wir sind in der Zukunft angekommen und orientieren uns trotzdem an den Geschichten des Mittelalters. Und damit hat man einen so fantastischen Absprung geschafft, der es nahezu zwingend erfordert, ein Lichtspielhaus aufzusuchen und die Kids-Variante von Hellboy – Call of Darkness zu besichtigen.

Und vergisst man jetzt hier und da ein paar “10 Minuten” des Films, dann könnte der durchaus auch in der 20-Uhr-Vorstellung für Erwachsene laufen und würde hier für genügend Unterhaltung sorgen, die auch alles mitbringt, was ein guter Kinoabend enthalten sollte: Humor, Drama, Spannung, eine tolle Story, Charme und jede Menge Kurzweil. Und verdammt gute Grafik und Bühnensettings, die schon fast an das Niveau größerer Fantasy-Brüder heranreichen und solchen Monster-Produktionen wie Harry Potter optisch längst das Wasser reichen.

Ihr merkt: Die Ansprüche sind längst gestiegen, werden von der Industrie befriedigt und von den Kids verstanden. Vielleicht sollten wir also alle einfach mal wieder damit beginnen, weniger Ängste zu haben und uns lieber in eins der Kinos zu hocken und wieder völlig entspannt und voller Vorfreude den Film zu genießen?

Wenn du König wärst ist doch schon mal ein super Anfang für diesen Vorsatz. Also rein mit euch!

G E W I N N S P I E L

Twentieth Century Fox befeuert dieses Vorhaben direkt mal mit drei Fan-Paketen bestehend aus jeweils 1×2 Freikarten + Kinoplakat für euch, die ihr in diesem Beitrag abstauben könnt.

Frage diesmal: Wie steht ihr dazu, dass immer mehr Kinderfilme aggressiver nach unten gerated werden? Muten wir unseren Kids immer mehr zu und ist das richtig oder sollte die FSK wieder etwas strenger werden, was dazu führt, das Kinder nicht mehr so viel Filmmaterial zu Gesicht bekommen?

Beantwortet bis einschließlich Sonntag, 21. April 2019 diese Frage in den Kommentaren und ihr seid im Lostopf dabei. Unter allen Teilnehmern wird per Random.org entschieden und die Gewinner*innen anschließend per E-Mail benachrichtigt – bitte gebt deshalb eine Mailadresse an, unter der ihr erreichbar seid, damit ich eure Adresse abfragen und euch das Paket zuschicken kann.

Eure Daten werden nicht gespeichert, sondern ausschließlich von mir persönlich zum Zweck des Versands genutzt und anschließend gelöscht.

Und denkt dran: Das ist auch Erwachsenen-Stuff, also nicht nur nicht mitmachen, weil keine Kinder im Haushalt sein sollten 😉

Ich wünsche viel Glück – und natürlich viel Spaß beim Film.

.kinoticket-Empfehlung: Rated es in “PG” – dann bin ich vollkommen zufrieden.

Optik, Story, Darsteller, Charme, Humor und geniale Einfälle stimmen bei diesem Werk und liefern eine derartig amüsante, wunderschön-gruselige Neuinterpretation dieses Stücks und leveln Kinderfilme dabei in ein Fantasy-Niveau, dass den Erwachsenen beginnt, Konkurrenz zu machen. Versprecht mir, dass ihr euch als Eltern einfach mit rein setzt – dann ist diese ganze Sache einfach großartig und sollte von euch im Kino bestaunt werden.

Nachspann
❌ Muss man nicht bis zum Schluss ausharren, nach der Schwarzblende kommt nichts weiter.

Kinostart: 18. April 2019

Original Title: The Kid Who Would Be King
Length: 121 Min.
Rated: FSK 6

Mission: Impossible – Fallout (3D)

Derzeit stehen sie wieder in allen Läden zum Verkauf bereit – optisch schön aufbereitet in einer glänzenden Edition: 2,8 Millionen Dollar hat das Franchise rund um Mission: Impossible bereits eingebracht und mit Rogue Nation vollführte man damals einen Schachzug, der die Filmreihe mit Tom Cruise wieder mächtig nach vorne katapultieren sollte.
2018 wartet man mit einem neuen Teil dieser Reihe auf und vollzieht damit etwas, dass ich dem alternden Hollywood der Moderne kaum mehr zugetraut hätte. Ich meine: Wir leben in einem CGI-Zeitalter, in dem fast alle Schwierigkeiten mit “das machen wir eben mit PC – kostet Geld, ist aber machbar” wegdiskutiert werden können und man sich keine Gedanken mehr um schwierige Kamerafahrten oder ähnliche Stunts zu machen braucht.
Mittlerweile weiß aber fast jeder, dass Cruise dafür bekannt ist, all seine Stunts selbst zu machen und keine Stuntmen dafür anheuern zu lassen. Mit dieser Echtheit hat man bei Mad Max: Fury Road schon mal dem Zuschauer gegenüber Ehrlichkeit bewiesen und es hagelte goldene Oscars ohne Ende.
Mission: Impossible – Fallout vollzieht die Konsequenz dessen und führt erneut eine Stunt-Ballade in den Ring, die sich gewaschen hat. Selbst als langjähriger Kinogänger sitzt man vor der Leinwand und weiß innerlich, was eigentlich kommt, kennt so ziemlich jeden Ablauf eines Actionfilms in und auswendig und hat so ziemlich jede technische Raffinesse bereits 100.000x vorher gesehen. Warum hockt man dann im Kino und kriegt die Fresse vor Staunen nicht mehr zu und fragt sich: Wie zur Hölle haben die das gemacht?
Mission: Impossible – Fallout ist seit langem endlich wieder mal ein Blockbuster im Mainstreamkino, der sich selbstbewusst so nennen muss und der neben zwei anderen Titel derzeit zeigt, dass Hollywood wohl doch verstanden hat, was es anders machen muss, um weiterhin erfolgreich zu bleiben?
In dem Teil ist einfach alles perfekt! Jurassic World: The Fallen Kingdom kann einpacken und die Leinwände für diesen Film freigeben: Es ist das beste in diesem Genre, was ich seit langem gesehen habe!!!
Man macht’s einfach richtig! Spricht, wenn gesprochen werden muss. Hält den Schnabel, wenn die Fresse gehalten werden soll, vollführt Stuntaction der Meisterklasse und liefert unglaubliche Bilder, die einen voller Staunen und Ehrfurcht vor dem Filmbusiness zurücklassen und einfach nur zutiefst niederwuchten!
Der Soundtrack – ein glanzvolles Meisterstück eleganter Kunst, der wieder das altbekannte Theme aufgreift, daraus aber kein modernes Miststück werden lässt oder mit irgendwelchen Popgören überrumpelt, sondern einmal mehr Größe und Anmut zeigt und den Besucher hier in voller Montur akustisch verwöhnt.
Man ist wieder man selbst und orientiert sich hierbei – wie auch schon bei Rogue Nation – nicht an der Konkurrenz, sondern macht einfach sein Ding! Wenn nur jeder Film so wäre…
Dazu kommen eine gigantische Portion Humor, Witz, Lachsalven und trockene Ironie, Ernsthaftigkeit, Pflege von Individuen und Charaktertiefe und der Beweis, dass nicht jeder 3D-Schinken gleich inhaltslos sein muss. Okay, zugegeben, auf das 3D hätte man an vielen Stellen verzichten können, aber was spricht es denn bitte für eine Sprache, wenn man eben jenes Konstrukt, mit dem sich so viele halbgaren Mainstreambrecher rühmen wollen, lieber verzichtet und dafür auf Eleganz und Inhalte setzt, statt auf stupide Action?
Hier ertappt man sich fast schon dabei, dass man bei den extrem seltenen Szenen, wo dann tatsächlich mal CGI eingesetzt wurde, Vergebung nach vorne sendet und es dem Film verzeiht, wenn er nicht perfekt aussieht. Was ist das schon im Hinblick darauf, dass unter den Schöpfern Einigkeit darüber herrschte, dass der größte Feind dieses Films der Greenscreen sein sollte?
Ich war über alle Maßen beeindruckt von dem Geschehen und bekam hinterher kaum Worte genug raus, um ehrfürchtig und gebührend das wiederzugeben, was mir da grade auf der Leinwand serviert worden war.
 

.kinoticket-Empfehlung: Legt eure Arbeit nieder, cancelt eure Termine und organisiert euch .kinotickets für den größten Blockbuster aller Zeiten, der euch endlich wieder richtig in Staunen versetzt!
So – und nur so – wird Mainstreamkino gemacht, dass für sich absolut neue, bislang unerreichte Maßstäbe setzt und als Orientierung für das nächste Jahrzehnt herhalten sollte – es ist gigantisch, mit welcher Inbrunst und krassen Originalität man sich hier ins Zeug wirft und dem Zuschauer gegenüber einfach ehrlich und authentisch auftritt.
Belohnt es mit einem durchschlagenden Erfolg, damit der Regisseur noch einen weiteren Coup fahren darf, denn dafür wurden Kinos geschaffen!

 
Nachspann
✅ Anfangs kommen noch Sequenzen, die man definitiv mitnehmen sollte, nach dem Ende des 3D darf man dann auch den Saal verlassen.
Kinostart: 2. August 2018
Wer nicht mehr warten kann oder will, darf sich gerne z.B. in München im Rahmen von After Work am 31. Juli 2018 mit DJ und Vorprogramm respektive in der Vorpremiere am 1. August 2018 den Streifen in einem Sonderevent im CinemaxX zu Gemüte führen und weiß dann schon vorab, worauf er sich ab Donnerstag erneut einlassen kann: Denn in diesen Film willst du nicht nur 1x reingehen!

Greatest Showman

Fühler ausstrecken und da ist sie: Die Vermutung, dass ein Zeitalter angebrochen ist, in dem uns Kinogängern auch andere Formen der Kunst schmackhaft gemacht werden sollen – quasi das theatralische Mit-dem-Fuß-Aufstampfen in Richtung der Kunstbanausen, die sich nicht ins Theater oder Musical trauen, um ihnen diese Form geistiger Unterhaltung etwas schmackhafter zu machen.

Disney hat da in der Vergangenheit viel “mit Singen” gemacht und es gab hier und da auch ein paar andere Streifen, in denen die Darsteller eher trällernd und tanzend durch die Gegend geflogen sind, als sich – ganz normal – dem Plot zu ergeben und einfach zu schauspielern.

Berühmtestes Beispiel dafür aus jüngster Zeit ist wohl La La Land, welches an dieser Stelle aber nur schwer als Vergleichsobjekt hergenommen werden kann – aus folgenden Gründen:

La La Land hatte meiner Meinung nach noch ein klein wenig Geschichte. Es ging darum, etwas zu erzählen und dabei auch Tanzeinlagen und andere Songelemente einzubauen, die zwar sehr an Musical erinnerten, aber doch irgendwie noch als etwas anderes auf der Leinwand durchgingen.

Greatest Showman reißt hier ganz andere Töne an und offenbart sich eher als Plot-Versager….. äh Moment: Das heißt doch nichts schlimmes: Es ist nämlich tatsächlich ein Musical, das quasi mehr oder weniger ausschließlich für den Big Screen adaptiert wurde und nichts mehr mit Film im klassischen Sinne zu tun haben möchte.

Die Vorwärtsbewegungen finden hier ausschließlich in den Songs statt – wiederum auf eine unglaublich professionelle und galante Weise, die sowohl bestaunenswert als auch inhaltlich trächtig ist. Die erzählenden Momente dazwischen gibt es in dem Sinne nicht mehr. Dafür findet innerhalb eines Songs so unfassbar viel Handlung, Veränderung und inhaltliche Botschaft statt, und dazu mit noch so einer schwerwiegenden Moral und vorbildlich-ethischen Einstellung, die in meinen Augen ausschließlich bewundernswert ist.

Damit bildet Greatest Showman ein herausragendes Beispiel dafür, dass Leinwände nicht nur für erzählende Künste, sondern auch für andere Kunstformen herhalten können und das tatsächlich auch funktionieren kann: Die einschlägigen Berichte der Presse bisweilen sind ja ausschließlich positiv. Und das politische Statement, dass man hier mit prestigeträchtigen Namen wie Zac Efron, Hugh Jackman oder Zendaya inszeniert, ist es mehr als wert, in der Welt verbreitet zu werden.

.kinoticket-Empfehlung: Nutzt die Chance, euch diesen Film im Kino anzuschauen, denn für den Heimgebrauch auf kleineren Leinwänden ist der einfach nichts.

Klar kann man sich eine Zirkusnummer auch auf dem Handy anschauen, aber der Wow-Effekt bleibt dabei einfach aus und es mündet in einem müden Clip mit etwas scheinbar Großartigem.

Die Leinwand bietet hierfür die angemessene Fläche und sorgt dafür, dass man tatsächlich ins Staunen kommt, obwohl in dem Sinne eigentlich gar nicht so viel passiert.

Nachspann
❌ braucht man nicht abwarten, hier folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 4. Januar 2018

Original Title: The Greatest Showman
Length: 104 Min.
Rated: FSK 6

Schneemann

Der .trailer sorgte im Vorfeld ja schon bei einigen für Furore und kündigte sich als bildgewaltiges Horrorspektakel an, was in Verbindung mit dem immer genannten Michael Fassbender bei vielen für hohe Erwartungen gesorgt hat.
Um eins vorweg zu nehmen: Die werden nicht erfüllt.
Allen, bei denen jetzt der Gute-Laune-Zeiger mit Hochgeschwindigkeit zu Boden sinkt, sei gesagt: Ganz so schlimm ist es nicht. Das Problem am Film ist meines Erachtens einfach das Drehbuch.
Im großen Ganzen lässt sich nämlich sagen: Der Rest ist wirklich gut, nur der Plot krankt an allen Ecken und Enden, wo immer man ihn kranken lassen kann. Es wirkt fast, als hätten die Macher in diesem Punkt einfach keinen Bock gehabt und sich daher auf die billigste Standard-Variante aller Optionen eingelassen aus Mangel an Kreativität oder unzulänglicher Einflussnahme.
Klar, Buchverfilmung hin oder her, Vorgaben … blabla … im Endeffekt kann man sich mit dem “basierend auf …” auch davon lösen und einfach den besseren beider Filme gestalten, was hier aber nicht getan wurde.
Dies sagt keineswegs etwas über das Schauspiel von Fassbender oder seiner Kollegen aus, noch über die Kulisse und die Optik des Films, die zusammen mit der Kameraführung und der restlichen Technik wirklich herausragend gut sind.
Wer also einfach einen der besten Schauspieler unseres Jahrzehnts wieder vor sich hin professionalisieren sehen will, sollte sich durchaus ein .kinoticket zulegen und die Show einfach genießen, auch wenn der große Showdown in Wirklichkeit gar keiner ist und die Auflösung nicht nur schwelend vor sich hin bruddelt, sondern irgendwie auch gar nicht da ist.
Das große “Häh”-Fragezeichen stand auf jeden Fall nicht nur den Presseleuten auf der Stirn, sondern auch bei vielen Sneakern, die den Film bereits vor Kinostart sichten durften und auch nur mäßig begeistert waren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte entweder ganz ohne Erwartungen in den Film gehen oder sich dessen bewusst sein, dass hier nicht so pompös aufgetragen wird, wie man es im .trailer verspricht.
Dem Film fehlt einfach ein würdiges Ende. Zu sagen, er wäre ein guter TV-Krimi ist ungerecht, dafür ist er viel zu gut, ihn aber im Kino als den Erfolg anzupreisen, ist auch nicht ganz richtig, denn dafür krankt er zu sehr am Drehbuch und den Vorgaben darin.
Alles andere spielt sich auf hohem Niveau ab.

 
Nachspann
gibt’s keinen, man darf also raus gehen und darauf warten, dass es anfängt zu schneien.
Kinostart: 19. Oktober 2017

(Trailer) Greatest Showman

Ohne viele Worte zu verlieren – lasst einfach die Bilder auf euch wirken.
 

Kino in seiner perfekten Form präsentiert von © Twentieth Century Fox
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Diese weiße Leinwand – die Bühnen dieser Welt – das ganze Aufbauset drumrum wurde nur erfunden, um großartige Geschichten zu erzählen und sie der Welt zu präsentieren.
Dies ist eine großartige Geschichte von einem viel großartigeren Mann, der Visionär, Liebhaber, Leidenschaftler und Zusammenführer war, um etwas auf die Füße zu stellen, das die Welt aus den Angeln hebt.
Der Trailer zeigt bereits seine kühnen Vorstellungen im Ansatz, prophezeit, was da kommen möge und macht mir so richtig Lust auf mehr. Und nicht nur, weil Hugh Jackman nach seinem Abschied aus der X Men-Reihe nun endlich wieder frei für andere Projekte ist, sondern auch, weil hier etwas gefeiert wird, dass ich persönlich mehr als schätze: Wahre Kunst!
Also freut euch schonmal auf den
 
Kinostart: 4. Januar 2018

Life

Der Titel klingt doch schon so wunderbar lebensbejahend, dass man sich als Watcher schon fast dabei erwischt, sich mangels negativem Content davon abzuwenden, wie man es von den Nachrichten kennt: Wenn’s was Positives ist, will man es gar nicht sehen.
Zumindest wird einem allzeit so etwas suggeriert, was die Berichte über das Weltgeschehen angeht.
Bei Life sieht das schon ganz anders aus, denn nicht nur die Presse war tierisch heiß auf den Stoff, sondern auch der Zuschauer. Und der Trailer verrät ja bereits, dass von Friede, Freude, Eierkuchen nicht viel übrig bleibt.
Jetzt steht man wieder vor dem Dilemma, zu entscheiden, ob man sich auf die stupide B-Movie-Story einlassen soll, oder einem unwichtigen Blogger glauben schenken, wenn der dir erzählt, dass sich der Film trotzdem lohnt, wenn man an ein paar Stellschrauben drumherum gedreht hat.
Dass mich Space-Geschichten thematisch quasi schon von allein frohlocken lassen, ist ja mittlerweile ein offenes Geheimnis. Dass ich auf gut gemachten Horror stehe, sollten diejenigen, die hier schon eine Weile mitlesen, auch mittlerweile begriffen haben.
Dass der Plot auf den ersten Blick wieder nach billigem Klischee klingt, ist auch mir nicht entgangen und trotzdem hat der Film auf seine Art reingeknallt.
Was meiner Meinung nach klasse funktioniert: Das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten, aus denen ein Film besteht. Lassen wir den schlechtesten Platz der Storyline, dann erkämpfen sich Sound, Konstruktion, Bildgewalt und Momentum gegenseitig die besseren Plätze und sorgen für ein Filmgefühl, dass zwar nicht wahnsinnig schockierend, dafür aber konstant ist, um dich nicht zur Ruhe kommen zu lassen.
Darf man sich gerne so vorstellen, als wenn man geschubst wird und statt dass man sich umdreht, schaut und redet, schubst man weiter – und weiter und weiter und hört einfach nicht auf. Hierbei trägt der Soundtrack eine Menge bei, um den Zuschauer permanent auf den Abgrund hintrudeln zu lassen und lässt ihm die Wahl, ob er alleine springen will oder mit einem gewaltigen Schubs reingestoßen wird.
Dieser Aufbau von Spannung, der in einem grandiosen Finale gipfelt, ist sensationell und gepaart mit den klassischen Komponenten von Science-Fiction erhält man hier Bilder, die in meinen Augen die FSK-Freigabe in Frage stellen. Und genau die sind beeindruckend und hinterlassen deutliche Spuren im Geist, die – in meinem Fall – die Vorfreude auf kommende Fortsetzungen groß werden lassen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich hab es geliebt und werde ihn mir definitiv noch einmal ansehen, sofern es die Zeit und Möglichkeiten zulassen.
Wichtig ist auch wieder, sein Kino zu instruieren, dass dieser Film von Lautstärke lebt und daher nicht zu sparsam mit dem Volume-Regler umgegangen werden sollte.
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, bekommt man grandiose 90er-Jahre-B-Movie-Action-Sci-Fi auf Blockbusterebene hochgehievt mit einem Cast, der hier wirklich einen super Job macht.

 
Nachspann
Es ist erlaubt, zu rennen, hier folgen keine weiteren Szenen (aber hoffentlich bald Filme) mehr.

Florence Foster Jenkins

Wie man auf den Szenenbildern des Films bereits sieht: Der Zeitgeist von 1944 wurde hervorragend eingefangen und auf die Leinwand gebannt. Schauspieler und Schauspielerinnen leisten großartiges. Und die Geschichte (einigen vielleicht schon aus Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne bekannt) sucht sowieso seinesgleichen.
Hier dann zu erleben, dass etwas bereits Existentes so unglaublich gefühlvoll und anders neu erzählt wird, ist nur einer der Punkte, die mich bei diesem Film vom Hocker gehauen haben.
Der emotionale Faktor, auf den man hier voll und ganz baut, fruchtet so unglaublich stark, dass es für Zuschauer mit Empathie fast unerträglich wird, während man gnadenlos das nacherzählt, was die Frau zu ihren Lebzeiten tatsächlich durchgemacht hat.
Die Bilder beeindrucken auf eine ungekannte Art und Weise und hinterlassen tiefe Spuren in den Seelen der Zuschauer. Eine derartige Ausdrucksstärke und Vollkommenheit inmitten dieses Chaos’ glänzt nicht nur vor Schönheit, sondern erfreut sich bei Liebhabern von guten Geschichten eines exzellenten Rufs.
Alle Beteiligten gehen hier voll aufs Ganze und erreichen den Zuschauer mit einer brachialen Intensität, die nicht nur extrem lange nachhallt, sondern diese unfassbare Geschichte hoffentlich etwas mehr ans Tageslicht bringt, als der “Vorläuferfilm” dies erreicht hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich in der PV saß und mir dieses Wunderwerk angesehen habe.
Anschließende Sprachlosigkeit, Ohnmacht, Unverständnis wie man die Zeit bis zum Kinostart überbrücken soll und der immense Wunsch, diesen Titel unbedingt noch einmal, zweimal, zehn mal anzusehen.
Wer das hier verpasst, der verpasst so derart großartiges Kino, dass dagegen auch keine Medikamente oder andere Argumente mehr helfen.
Tut euch den Gefallen und nähert euch dieser Geschichte. Wenn es sich je gelohnt hat, dann jetzt!

 
Nachspann
Auf jeden Fall sitzenbleiben. Da kommt noch etwas.

Girl on the Train

Das Buch hat in die Windeseile die Bestsellerlisten erobert, der Film klammert sich an den Erfolg und versucht, die Geschichte von Paula Hawkins zu verfilmen.
Die Erwartungen wurden im Trailer vielleicht etwas missverständlich angerissen, wer den großartigen Thriller erwartet, in dem es genauso heiß hergeht, wie zum Beispiel in den Adler-Olsen-Verfilmungen, der irrt.
Hier steht vor allem eine Feinfühligkeit im Raum, die Emily Blunt geradezu auf den Leib geschneidert ist. Sie trägt den Film durch ihre Art zu Schauspielern in großen Teilen und erschafft eine nahezu unrühmliche Aura, in der sich das absurde Geschehen abspielt.
Was mir immer wieder etwas im Hals gekratzt hat, war die faktisch nicht greifbare Bosheit, die man in einem solchen Film erwartet und nach allen Regeln der Kunst ausgelebt sehen will. Dieser Umstand selbst sorgt aber auch schon wieder für Unbehagen in den Mägen der Zuschauer, das wiederum sehr gut zum Allgemeinzustand des Films passt und damit in seiner Weise auch richtig produziert wurde.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der große Überflieger mit der offenbarenden Aufschlüsselung des Falls steht hier nicht gerade vor einem, wer jedoch solide Unterhaltung und gutes Schauspiel sucht, dem sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt.
Die Undurchsichtigkeit, durch die sich Blunt auf ihrer Suche nach der Wahrheit gräbt, entfächert immer größere Abgründe, in denen schließlich das wahre Grauen gipfelt, dass das Buch so groß gemacht hat.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, man darf also entfliehen.

Mission: Impossible – Rogue Nation

Sprechen wir mal von Macht. Wir leben in einem Zeitalter, in dem alles solch überdimensionale Maße angenommen hat, dass kleine Dinge im Sumpf der sich immer wieder überbietenden Superlativen einfach sang- und klanglos untergehen.
Man wird erschlagen von Großkonzernen. Strafen werden nicht mehr in 1000ern oder 10.000ern gezahlt, sondern in Billiardenhöhe. Mediale Macht hat einen neuen Höhepunkt erreicht und die öffentlichen Personen bestimmen die Gesprächsthemen mehr denn je.
Manche Dinge gibt es, die damit zusätzlich noch maßlos übertreiben und sozusagen sprichwörtlich laut löwe-brüllen, um möglichst gesellschaftsfähig zu proklamieren, dass auch sie zu der Übergröße gehören, die man uns vor Augen setzt. Dabei liegt wahre Größe schon seit jeher in den leisen Tönen.
Neben all dem Größenwahnsinn gibt es dann Filmreihen wie Mission: Impossible. Seinerzeit bereits ein Kinomeilenstein, der nicht versuchte, mit anderen das Kopf-an-Kopf-Rennen durch immer stupidere, sinnfreiere Aufplusterungen zu gewinnen, sondern der sich solide und “nebenspurig” durch die Filmwelt kämpfte und einfach sein eigenes Ding machte.
Wenn man bedenkt, dass der erste Teil im Jahr 1996 auf den Leinwänden zu sehen war und sich mal ausrechnet, wie viele Filmjahre dieses Franchise nun schon auf dem Buckel hat, ist es erstaunlich, dass man dabei so bodenständig geblieben und keineswegs auf irgendeine Art von seiner fundierten Erzählweise abgewichen ist.
Genau das sorgt in Rogue Nation einfach nur für gute Laune und innere Freude. Man sieht eine Geschichte, die nichts kopiert. Es wird weder von den neuen Errungenschaften aus Batman oder von anderen, mächtigen Filmriesen kopiert, sondern man fährt treu seine eigene Schiene und erzählt einfach etwas eigenes, ohne sich selbst vergleichen zu wollen.
Man koexistiert in friedlicher Absicht. Das zu erleben ist für mich tiefgreifende, seelische Befriedigung. Während du im Kino sitzt und die Geschichte zum vielgezeigten Trailer siehst, zu spüren, dass zu keinem Zeitpunkt dieses so gehasste Neider-Konkurrenzverhalten auftaucht – ein wahrhafter Traum!
Man kann über Tom Cruise und seine Verbindungen zu Scientology denken, was man will. In meinem Bekanntenkreis sind viele, die seine Filme aufgrund dieser Tatsache vehement ablehnen und schon von vornherein komplett blockieren, wenn es auch nur den Anschein hat, dass dieser Kerl mit von der Partie ist. Und genau das empfinde ich an dieser Stelle mehr als unpassend, denn: Was auch immer da für ein Mist im Leben dieses Mannes stattfindet: Filme machen kann er!
Sehr erfrischend war auch der fast schon introvertierte Soundtrack, der die bekannten Melodien, die sicher jeder im Leben schon einmal gehört hat, diesmal nicht posaunend nach draußen schrie, sondern nur – und darum habe ich am Anfang über Macht geschrieben – machtvoll andeutet und mit der richtigen Anlage im richtigen Kino so richtig fundiert und brutal gefestigt zur Geltung bringt. Was dich hier tief im Herzen trifft, sind nicht mehr eine unglaubliche Menge spitzer Pfeile, die – jeder für sich – einen tiefen Riss hinterlassen, sondern hier walzt eine gewaltige, undurchdringbare, solide Mauer an Tonkunst auf dich zu und rattert über deine Gedanken, als wären sie Staub.
Verbunden mit den Szenen, die teils schon in den Trailern offenbart wurden, die als Film um so mächtiger, aber nicht aufgeplustert und schreiend von der Leinwand runterpoltern, ergibt Mission: Impossible – Rogue Nation ein Werk, dass Cineasten in seiner Gänze erfreuen und sowohl Kritiker als auch Liebhaber der Reihe endlich zusammenfinden lassen.
Und das – Ladies und Gentlemen – empfinde ich als wahre Regisseurskunst, denn daran unterscheidet sich, ob man in einem Blockbuster oder einem Möchtegernfilm sitzt. Hier haben wir es definitiv mit ersterem zu tun.
 

.kinoticket-Empfehlung: Was man bei anderen Showgrößen der Kinowelt schmerzlich vermissen lies, wurde in Mission: Impossible – Rogue Nation nun endlich richtig gemacht: Eigene Ideen, stilvolle Action, die Liebe zur Kunst und eine Authentizität, die weder kopiert, noch übertrumpft oder anderweitig laut schreit.
Das hier Gezeigte offenbart eine Ehrlichkeit, die die Seele runtergleitet wie Öl. Die Konkurrenzlosigkeit, mit der man sein eigenes Ding hier schafft, tut einfach nur gut und lässt einen Film auf die Menschheit los, der es sowas von Wert ist, gesehen zu werden.
Also Abmarsch bei diesen Temperaturen und ab ins klimatisierte Kino, um mit einer mächtigen Erfahrung mehr nach Hause zurückzukehren. Es lohnt sich!

 
Nachspann
Einen bebilderten, animierten, szenenerweiterten Nachspann gibt es hier nicht. Hoffen wir, dass dafür noch weitere Teile folgen, die auf den neuen Zug aufspringen und in der gleichen Weise für Filmspaß sorgen, der es in sich hat.

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