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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Ritter

(Trailer) Burg Schreckenstein 2

Nach langer Zeit gibt’s endlich mal wieder den .trailer-Sonntag, heute aus dem Hause Concorde.
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=3KGvdZ1m0Jc&w=560&h=315]
Schulspaß präsentiert von © 2017 Concorde Filmverleih GmbH
 
Warum man den Film gesehen haben sollte
Bereits der erste Teil zeugte davon, dass Schule nicht ausschließlich langweilig und doof sein muss, sondern fetzige Gaudi und spannendes Lernen sich gegenseitig nicht ausschließen.
Bereits im .trailer wird angekündigt, dass auch hier wieder jede Menge neue Ideen, viel Turbulenz und frischer Wind in die coolste Schule Deutschlands katapultiert wird und man den Freudenfaktor aus dem Vorgänger durchaus aufrecht erhalten will.
Ich für meinen Teil freue mich auf den
Kinostart: 7. Dezember 2017

Die Beste aller Welten

Keine Worte.
Auch Tage nach der Vorstellung immer noch: Keine Worte.
Ich habe im Foyer noch überlegt, ob ich hierzu einfach eine Rezension mache, die den Titel trägt, euch vorerst das Plakat zeigt und einfach nur drunter schreibe: “Reingehen. :-(”
Und nichts weiter.
Weil der Film für sich selbst spricht.
Ja, ich bin auch kein Verfechter solcher Allüren, die Horrorfilmen “nach einer wahren Begebenheit” auf die Cover pflastern und meinen, damit dann mehr Leute ins Kino zu locken. Dieses Phänomen funktioniert allenfalls im für uns nicht durchschaubaren und völlig verquer dargestellten Amerika oder bei gutgläubigen Idioten. Aber doch niemals bei denkenden Menschen.
Dieses Mal ist es kein Horrorfilm. Und es steht dennoch “nach einer wahren Geschichte” drauf.
Und es kommt noch besser: Adrian Goiginger ist nicht nur Regisseur des Films, sondern auch die Person, die genau das erlebt hat. Sprich: Kein externer Regisseur, der sich mal eben paar Stunden mit jemandem zusammen gehockt hat, um Randfakten zu eruieren und daraus nach Schema F einen funktionierenden Blockbuster zu kredenzen, sondern Erfahrungen, die expressiv aus eigenem Erleben heraus geschildert werden können und somit unglaublich detailliert und vor allem mit zielgerichteter Authentizität wiedergegeben werden.
Auf deutsch: Es geht um Inhalte. Um herzzerreißende Inhalte. Du kannst noch so hartgesottener Horrorfilmkucker sein, dieses Ding bricht dir trotzdem die Knochen. Und du sitzt im Kino und kriegst kein Wort mehr raus. Allenfalls Tränen, die du hinterher hastig abwischst, damit kein anderer was davon mitkriegt. Obwohl die auch alle einen Kloß im Hals sitzen haben.
Jungs und Mädels: Das hier sind exakt die Filme, nach denen ich immer auf der Suche bin und die allen Missachtungsregeln widersprechen.
Es ist keine “Kunst”, das erhabene Gequatsche irgendwelcher arte-Elitären, das die normale Welt nicht versteht.
Es ist kein “schlechter” Film, dessen Abstrusität mit “Kunst” entschuldigt werden muss.
Es ist keins dieser moralpredigenden Biopics, das alte Männer oder Frauen mit irgendwelchen lahmarschigen politischen Errungenschaften oder dergleichen zeigt.
Nein!
Es ist eine Geschichte eines Mannes, die euch garantiert umhauen wird! Drum fasst euch ein Herz, schmeißt die Suchmaschinen an und holt die Kinos auf die Bildfläche, in denen Die Beste Aller Welten läuft und nehmt jeden, dem ihr mal wieder eine innere Kur wünscht, einfach mit: Es wird funktionieren! Das garantiere ich euch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein so unfassbar realistisches, herzzerreißendes und episches Leben eines noch so jungen Menschen in einem Film so drastisch und dramatisch rüberbringen zu können und ob all der nicht in Worte fassbaren Grausamkeiten dennoch eine derart einprägsame Botschaft von Liebe und Füreinander zu präsentieren – mit diesem Filmende?
Etwas, das definitiv jeder gesehen haben MUSS!

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden. Der Respekt vor den Machern entsteht bereits während des Films.
Kinostart: 28. September 2017

Transformers – The Last Knight (3D)

Ist es nicht unglaublich, was für eine epische Macht aus einem Plastikspielzeug hervorgehen kann? Im Jahre 2007, als sich Michael Bay daran machte, eine erwachsenentaugliche Version der Hasbro-Spielzeuge zu verfilmen, ahnte noch keiner, was das für weitreichende Konsequenzen für die Filmindustrie haben würde.

Heute, im Jahr 2017, feiern wir bereits den fünften und gleichzeitig ersten Teil eines aufkommenden Transformers-Universums, dass sich ganz speziell an eine bestimmte Kundschaft richtet: Den Popcorn-Cineasten.

Mal im Ernst: In Transformers, und Transformers – Die Rache waren wir alle noch leicht begnügt damit, als man uns die Charaktere vorstellte, die Figuren einführte und wenigstens ansatzweise ein klein wenig Story bot, auch wenn da von Anfang an eigentlich nichts nennenswertes da gewesen ist, dass man nachträglich noch als tiefsinnig hätte bezeichnen können.

Spätestens im dritten Teil war jedem zunehmend klar, dass es hier nicht um Story oder Rahmenhandlung geht, sondern man einfach nur irre geil auf Special Effects gezielt, die Waffe abgedrückt und einschlagende Ergebnisse produziert hat. Nicht nur in Sachen 3D wurden Maßstäbe gesetzt, auch in punkto Optik und Filmtechnik hat man mit Avatar gleichgezogen und die Messlatte hoch positioniert.

Und Bay hat niemals aufflammen lassen, hier erzählerische Höchstleistungen vollbringen zu wollen, sondern er präsentiert. Und zwar affenscharfe Karren, megageile Transformationen, superscharfe Babes und eine Menge Haudrauf-Action, die absolut keine Hirnleistung erwartet, sondern einfach nur die niedersten Instinkte des Actionkinoliebhabers erfüllen will. Und wird.

Nachdem jeder weiß, was es mit den Autobots und Decepticons auf sich hat, beschäftigt man sich auch nicht länger damit, hier noch irgendwelche Erklärungen abzuliefern, sondern kümmert sich um die Superlative. Was in anderen Filmen nur angedeutet wurde, wird jetzt zum Hauptaugenmerk gemacht und bereits im Trailer ansatzweise präsentiert: Man fährt volle Geschütze auf und geht voll auf Action. Und in 152 Minuten Spieldauer hat man dafür auch genügend Zeit.

Und es macht tierischen Spaß – zwischen all den in letzter Zeit gesehenen Independent-Filmen – einfach mal hirnlos dazuhocken, ein Eis zu schlemmen und sich an der brachialen Action zu erfreuen, die hier gnadenlos von der einen zur anderen Minute vorprescht und die Zeit wie im Fluge vergehen lässt.

Allein die Optik ist den Besuch eines Megakinos wert. Und Leute: Je größer der Saal, je lauter die Boxen, je wuchtiger der Gesamteindruck, umso wertvoller das Erlebnis im Kino. Lasst die Dörfer hinter euch und verzichtet auf das nächstbeste Kino, sondern wählt eines aus, dass euch auch die dazugehörige Technik bieten kann, um diesem Film seine epische Macht zu lassen und ihn nicht auf Stereo-Sound runterbrechen zu müssen, nur weil die Kinos dafür nicht ausgelegt sind. Hier zählt nicht nur auf der Leinwand die Superlative.

Apropos Superlative: Meiner Meinung nach ist man jetzt auf einem Pegel angelangt, auf dem es kaum weiter nach oben gehen kann. Wenn man damit das Universum eröffnet und auch in Zukunft weiterhin Filme dieser Art liefern möchte, wird das die absolute Highlight-Kirsche auf der Torte des Kinojahres.

.kinoticket-Empfehlung: Bay erfüllt hier keinerlei Erwartungen an Story, Handlung oder sonstige bahnbrechende Elemente, sondern erfüllt einzig und allein den Zweck, megamäßige Effekte aufzubauen und mit niederschmetterndem Donner auf den Zuschauer niederregnen zu lassen.

Wer hier rein geht, sollte wissen, worauf er sich einlässt und die Show einfach genießen. Ohne Erwartungen wird man auch nicht enttäuscht, sondern mit einer Show der Superlative belohnt, die die Zeit im Kino unvergessen werden lassen.

Nachspann
❌ Für einen Film dieser Länge der kürzeste Nachspann, den ich jemals gesehen habe. Im Ernst: bleibt mal hocken und lasst euch überraschen, wie schnell der vorbei ist …

Kinostart: 22. Juni 2017

Original Title: Transformers: The Last Knight
Length: 149 Min.
Rated: FSK 12

King Arthur: Legend of the Sword (3D)

Vorab und mega kurz zusammengefasst:
Trailer: Scheiße.
Plakat: Scheiße.
Thema: Oh Gott, nicht schon wieder diese dämliche Arthur-Sage, die schon gefühlte eine Million Mal + 7 Fortsetzungen oft erzählt wurde und jetzt wieder ausgebuddelt wird. Bitte nicht. Bitte bitte bitte nicht.

Dann: Männerabend. Ein prall gefüllter, großer Saal, Lautstärke bis zum Umfallen und nach dem Studiologo wars dann aus mit der Abneigung gegen diese Vorstellung und mir sind meine Augen fast rausgefallen => vor Bewunderung und Erstaunen!
Leute, echt jetzt? Ich meine, Guy Ritchie ist ein Genie und Könner seines Fachs, er weiß durchaus mit Menschen umzugehen und hat Erfahrung darin, wie man Stoff auf der Leinwand richtig erzählt, aber: Echt jetzt?
Wie zur Hölle schafft man es, einen Stoff, den absolut jeder schon mindestens 1000x gehört hat, so zu erzählen, dass man während des Films vor Spannung manchmal kaum mehr ordentlich im Kinosessel hocken bleiben kann?
Die Gewalt – diese bombastische Bildgewalt sucht seinesgleichen. Manche mögen sich noch zurück an die damals alles erschlagende Trilogie von Der Herr der Ringe erinnern und das Gefühl, jetzt cineastisch in einem epischen neuen Zeitalter angekommen zu sein. Meine Meinung? King Arthur – Legend of the Sword legt da nochmal ordentlich eins drauf und darf sich gerne mit der Trilogie messen – und gewinnt!
Die Effekte sind so dermaßen überragend, dass einem vor Staunen nur der Mund offen stehen bleibt und die brachiale Gewalt prasselt so schlagartig auf einen nieder, dass es kaum auszuhalten ist.
Dazu kommt dann der unverkennbare Stil von Guy Ritchie, der hier nicht nur in den Dialogen beweist, dass die Leinwand für ihn kein Ort ist, vor dem er kniend vorspricht und hoffentlich akzeptiert wird, so wie viele andere Filmemacher dies oft tun. Er ist dort nicht nur zu Hause, sondern hat das so dermaßen im Griff, dass man die Professionalität förmlich im Bauch spürt, während sie aus allen Ebenen von der Leinwand schießt. Ritchie versteht es, dem Film das gewisse Etwas zu verpassen und aus ihm tatsächlich einen Epos zu machen, der alle anderen Verfilmungen bisher in Grund und Boden tritt.
Meine Meinung nach der Vorstellung? Außer Die Nebel von Avalon hätte man allen anderen verbieten müssen, sich über dieses Thema zu äußern und gleich ihm das Regiezepter überreichen müssen, denn was hier rausgekommen ist: Wow!
Und wir reden hier von klassischem Stoff, den man ja nicht verändern darf, der immer wieder gleich erzählt werden muss und Tradition und bla und so … Fuck yourself! Diese Neuinterpretation dieser fast schon langweiligen Geschichte hat mich dermaßen gepackt … ich glaube, ihr spürt es ein wenig.
Und was auch herausragend war: Man trumpft nicht nur verbal auf und zieht hier die Leinen straff an (es gibt keine Filmlücken, kein “Wann geht’s endlich weiter”, keine Warteschleifen, sondern mal schneller mal weniger schnelleres Erzähltempo, aber dennoch konsequent Speed im Film), sondern haut auch beim Soundtrack und dem allgemeinen epischen Moment ENDLICH mal auf die Pranke und zeigt dem Kinobesucher, was Bildgewalt ist.
Wo andere immer so anfangen, mal an den Rippen zu kitzeln, man am ganzen Körper Gänsehaut bekommt, der Score anfängt aufzudrehen und man sich freut: Yeah, endlich wird’s episch….. bwaaaaaaaahhhhh schon vorbei. Hier? Dreht der Score nicht auf, sondern fängt gleich mit Maximum an und hält das Level konsequent … man wird umgerannt, in den Schwitzkasten genommen und in einem so brutal überwältigenden Momentum auf den Boden gehauen, dass man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Durchchoreografierte Kampfszenen, denen man folgen kann, ein unglaubliches (!!!) – wirklich absolut unfassbar räumliches 3D – und dazu eine tiefe, dunkle Aura, die diese Sage zu der besten meines Lebens macht – sofern man sie so erzählt, wie Ritchie.
Und dieses brachiale Momentum reißt nicht nach ein oder zwei Minuten ab, sondern bewegt sich ständig weiter und rollt walzend alles vor sich geschehene platt. Mal im Ernst: Ich habe noch nie erlebt, dass ein Mann so stilvoll und überragend mit einem Schwert zwei Striche in die Luft ziehen kann, wie es hier gezeigt wird.
Überhaupt: Der Cast ist so extrem gut gewählt, jeder einzelne macht hier eine so gute Figur und ringt von mir tiefste Bewunderung und ehrwürdige Verneigungen ab – ich kann es echt jedem nur empfehlen!
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn ich euch mit dem Text oben noch nicht geil genug auf die Vorstellung gemacht hab, dann eben nochmal: Scheißt auf die Guardians, die kann man sich hinterher immer noch auf ProSieben in der Free-TV-Premiere anschauen, King Arthur nicht, denn dazu braucht man das monumentale Soundsystem eines Megakinos und Personal, dass sich dazu verpflichtet fühlt, alles unter 80% Maximallautstärke konsequent zu verbieten.
Der Film schlägt ein neues Kapitel in der Geschichten epischen Kinos auf und erzählt eine tausendmal erzählte Sage völlig stilsicher, neu interpretiert und mit einem absolut bleibenden Eindruck auf eine Weise, wie sie die Welt bis dato noch nicht erlebt hat.
Also tut euch selbst den Gefallen und straft das Versagen der PR-Abteilung nicht durch Ausbleiben aus dem Film ab – ihr schadet euch damit nur selbst!

 
Nachspann
hatte keine weiteren Bilder, aber die braucht man hier nicht, sondern eher die angekündigten Filmreihe-Fortsetzungen, denn davon will ich garantiert mehr sehen! Viel mehr!

Ritter Trenk

Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Jahr nochmal in einem Film verschwinde, der eindeutig an den Nachwuchs gerichtet ist, der mir wirklich so richtig gefällt. Hier ist er: Ritter Trenk.
Der Wohlgenuss fängt schon beim Zeichenstil an: Der ist robust gehalten, erinnert an vergangene Zeiten der 90er und wartet mit solider und vor allem unverhunzter 3D-Losigkeit auf, so dass man sich tatsächlich wieder richtig um die Story und weniger über Effekte und Umsetzung Gedanken machen kann, während man im Film sitzt und die Geschichte genießt.
Die ist super erzählt, hält während der gesamten Spielzeit auch prima die Balance zwischen Gut und Böse, überstrapaziert nichts, sondern erfreut in seiner Kontinuität, Kurzweil und tiefendurchdachten Weisheit, die sowohl Kindern als auch Erwachsenen hier fast schon unterbewusst eingepflanzt wird: Ein herrliches Stück Kunst, dem die Geldgeber zu Recht ihre Mittel zukommen ließen.
Geboten wird Ritterlichkeit, Betrug, Zielstrebigkeit und eine Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren, die so ein löbliches Gesamtbild einer “Gesellschaft” abgeben, die weder in das eine, noch das andere Klischee eintaucht oder gar darin versinkt. Auch hier: Meinen tiefsten Respekt an diese gekonnte Umsetzung und durchdachte Strategie, die Charaktere so aufzustellen.
Da ich auch schon bei erwachseneren Werken kein Buchleser bin, sondern lieber den Kinofilm abwarte (wer hätte das gedacht! ;)), kann ich auch hier nichts zur Buch-Film-Vergleichbarkeit sagen und berufe mich daher sicherheitshalber einfach mal auf mein übliches “Lieber erst das Buch lesen und die eigene Fantasie spielen und sich dann vom Film enttäuschen lassen oder gleich für eins von beiden entscheiden“, obgleich der Film wahrlich alles andere als eine Enttäuschung ist – im Gegenteil: Noch nie war ich die komplette Spielzeit über als erwachsener Zuschauer so zufrieden, unterhalten und ungenervt wie bei diesem Beispiel.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man sich einen Film anschauen möchte, der sowohl von klein als auch groß gesehen werden kann, ohne dass sich jemand um das “geistige Wohl der Kinder” sorgen braucht, bei dem aber auch die Erwachsenen nicht zu kurz kommen, dann sollte man diese Vorstellung buchen und genießen.
Wenn wir Pixar mit Alles steht Kopf mal außen vor lassen, dann ist das hier der beste Kinderfilm, der mir seit Beginn meiner Kinosucht dieses Jahr unter die Augen gekommen ist. Respekt und hoffentlich weitere solcher Filme, die sowohl vom Zeichenstil, als auch den Stimmen, der Botschaft und dem Gesamtpaket vollends überzeugen.

 
Nachspann
Coole Musik, und anfangs auch ein paar nette Animationen. Dranbleiben. Selbst hier nervt absolut nichts.

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