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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Rob Riggle

Night School

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© 2018 Universal Pictures International

 

Abendschule, wie der dumm übersetzte deutsche Titel heißen könnte, spielt mit Kevin Hart und landet daher auch voll in dessen Metier. Wer mit ihm also schon immer nichts anfangen konnte, möge diesen Titel meiden. Wer mit seiner Humor-Klasse klar kommt, der erlebt einen Film, der mit fortschreitender Zeit tatsächlich immer besser wird und quasi in einem fulminanten Ende gipfelt. Je länger man also im Saal sitzen bleibt, umso besser wird es. Und diesen Fakt hat es eigentlich schon ewig nicht mehr gegeben, denn normalerweise wird’s mit fortschreitender Zeit ja eigentlich immer lahmer, bis es schließlich enttäuschend endet. Nicht hier.

Und haltet euch dabei bitte immer vor Augen, dass die Grenzen zu Hart‘s Verständnis von Humor und Comedy dabei niemals überschritten werden und auch kein Dwayne Johnson die Show retten könnte, was viele noch bei Central Intelligence erlebt haben. Es mag also Enttäuschungen geben von Menschen, die hierzulande ins Kino wanken, in den USA hat das Teil inzwischen die Toplisten erklommen und erfreut sich bester Beliebtheit – und dort passt der Film auch irgendwo hin.

Der Humor bleibt sich selbst absolut treu und trägt vollkommen Hart‘s Siegel: Dumm genug, um nicht elitär zu wirken oder auf normaler Ebene wahrgenommen zu werden, aber eben auch gut genug, um nicht als Schund abgestempelt zu werden und in die unterste Schublade abzurutschen: Wer in vergangenen Filmen hier und da lachen musste, sollte den Titel auf jeden Fall mitnehmen und die bitterbösen ersten Minuten überstehen, denn die sind erstmal sehr merkwürdig und reizen stark, den Saal einfach zu verlassen und sein Geld zurückzufordern.

Aber dann kommt so etwas wie “Niveau” in die Geschichte rein und man spürt, dass hier eben keine Schulklassensprecher am Werk waren, sondern schon Erfahrung und auch eine Portion Geld drin steckt und die Gags immer Ausgewählter werden und so mancher “Wow”-Moment auf der Bildfläche erscheint. Und das macht aus dem Ding am Schluss dann eben doch einen Kinoabend, der nicht völlig für die Katz war, sondern sehr wohl zu unterhalten wusste, auch wenn davon später vielleicht nicht zwingend etwas hängen bleibt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Je länger, desto besser: Wer am Anfang raus rennt, verpasst die besten Szenen, denn der Film wird mit fortlaufender Zeit immer besser.

Night School ist absolut Kevin Hart: zu schlecht, um ihn hier in den Himmel zu loben, und gleichzeitig zu gut, um ihn deswegen nicht gesehen zu haben: Wer mit seinem Humor klar kommt, erlebt hier vielleicht den besten Film, den er je gedreht hat.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 15. November 2018

Original Title: Night School
Length: 111 Min.
Rate: FSK 12

Midnight Sun – Alles für dich

Arnold Schwarzenegger war eines meiner Kindheitsidole und es ist nicht ungewöhnlich, dass die Kinder von Schauspiel-Talenten ebenfalls Fuß im Filmbusiness fassen. Patrick Schwarzenegger liefert gleich in einer Hauptrolle sein Kinodebüt und verblüfft in einer verdammt herzzerreißenden Story durch sein Können.
Wieder einmal geht es um eine Krankheit, wieder einmal hat es schon einen Film dazu gegeben und wieder einmal gehört der aktuelle Titel zu der Kategorie: Unbedingt ansehen!
Es ist ja inzwischen einige Zeit her, seitdem man mit z.B. Honig im Kopf damit begonnen hat, mehr Aufmerksamkeit auf (seltene) Krankheitsfälle im Kino zu richten und damit der allgemeinen Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, sich mit Situationen auseinanderzusetzen, die sie persönlich nicht betreffen und gleichzeitig für mehr Verständnis sorgen im Umgang mit Betroffenen.
An und für sich ein lobenswerter Zug, wie ich finde, was gleichzeitig jedoch die Gefahr birgt, in Übervorsicht und de-emotionalisierte Betroffenheit abzurutschen, die wiederum kontraproduktiv der eigentlichen Idee entgegenwirken würde. Genau diesen Spagat schafft Midnight Sun in einer Art und Weise, die sehr viel mehr Augenmerk auf die menschlichen Bedürfnisse lenkt und die Krankheit im informativen Sektor belässt, ohne sich daran voyeuristisch aufzugeilen oder Betroffene einzig darauf zu reduzieren.
Damit gehört dieses Werk für mich zu einem der Wertvollsten seiner Gattung: Man bekommt Informationen, man wird gleichzeitig unterhalten und man lernt einen absolut gesunden Umgang damit, der sonst nirgendwo gegeben wäre.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein allumfassendes Werk, dass Menschen nicht auf eine Sache reduziert, sondern sich ganzheitlicher mit dem Leben und Schwierigkeiten darin auseinandersetzt, ohne dabei in Kitsch abzurutschen.
Absolut ergreifend, super gespielt – da bleibt garantiert kein Auge trocken.

 
Nachspann
bringt keine weiteren Überraschungen mit sich. Rausgehen erlaubt.
Kinostart: 22. März 2018

Operation: 12 Strong

Wer hier schon eine Weile mitliest, wird erkannt haben, dass ich für kriegerische Auseinandersetzungen auf der Leinwand sehr empfänglich bin – und es mir dabei egal ist, ob daran ein historisches Ereignis oder einfach nur fiktive Einfälle geknüpft sind.
Meiner Meinung nach sollte man seine Diskrepanzen immer über künstlerische Mittel austragen und niemals zu echten Waffen greifen, um zurück zur inneren Zufriedenheit zu gelangen, da ich glaube, dass die schwerer durch echte Schüsse und viel mehr durch Verständnis, Interaktion und Durchleben verschiedener Szenarien in emotional ergreifenden Geschichten erreicht werden kann.
Und weil ich Ausnahmezustände liebe und generell für diesen “Soldat in Kampfanzug während des Krieges” sehr viel übrig hab, kribbelte es mir schon tierisch in den Fingern, als ich nur davon hörte, dass Operation: 12 Strong in die Kinos kommen soll.
Jerry Bruckheimer, allseits als Garant für Blockbusterkino bekannt, holte sich hier auch prominente Unterstützung aus dem Team von La La Land und Sicario ins Boot und liefert damit erneut eine Feuerwerksrakete amerikanischen Heldentums ab.
In der Zeit, als die Welt noch geschockt und gelähmt war, zogen 12 Männer los, um einen Angriff auf das amerikanische Volk zu rächen. Was sich im Plot ziemlich lahm runterliest, ist tatsächlich eine wahre, unveränderte und bislang geheimgehaltene Geschichte, die so erstmals an die Öffentlichkeit gelangt und euch demnächst auf der Leinwand verzaubern wird.
Dieses Machwerk erschafft durch seine Nähe zur Realität völlig neue Bezüge und lässt einen den noch nicht verjährten Krieg auf völlig neuen Ebenen erleben. Während des Schauens kann man oft gar nicht glauben, dass dies alles tatsächlich so passiert sein soll – was es aber ist.
Erstaunlich für mich war die einerseits voll ausgekostete Stille, in der man sich mit Momenten der Besinnung, Überlegung und menschlicher Philosophie auseinandersetzt, um das Wesen eines Krieges zu ergründen und zu höherer Erkenntnis zu gelangen, andererseits hat Bruckheimer aber auch wieder seine Stärken spielen und uns ein bombastisches Effekt-Feuerwerk durchleben lassen, dass in seiner Situation absurd und erstaunlich zugleich wirkt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fans von Army-Filmen kommen hier ungeschoren auf ihre Kosten und kriegen weit mehr mit auf den Weg, als man klischeehaft erwarten würde.
Bruckheimer gesellt sich mit La La Land– und Sicario-Machern gemeinsam an menschliche Historie und erzählt eine völlig wahre und gleichermaßen unheimliche Story, die sich damals tatsächlich so zugetragen hat. Wahnsinn!

 
Nachspann
gibt Aufschluss über die wahren Helden dieser Geschichte, was zusätzlich belegt, dass dieser unfassbare Wahnsinn tatsächlich echt ist.
Kinostart: 8. März 2018

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