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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Ryan Reynolds

Pokémon Meisterdetektiv Pikachu

Detective Pikachu

© 2019 Warner Bros. Ent.

Zur Zeit ist ein interessantes Phänomen in Deutschland (und ich schätze auch, international) zu beobachten: Durch Avengers: Endgame merken die Kinos auf einmal, was sie leisten müssen, wenn man den Wunsch, dass sie häufig und regelmäßig besucht werden, tatsächlich bewahrheiten würde. Die Kinos merken, dass die OV-Vorstellungen in Deutschland sehr wohl gefragt sind, weil einerseits bereits längst genügend internationale Besucher innerhalb dieses Landes wohnen, die gar kein gutes Deutsch können respektive einfach das Original direkt ansehen wollen, andererseits aber auch genügend Deutsche immer mehr Gefallen daran finden, sich die originale Version eines Films anzusehen.

Zum anderen merkt man, dass an den Behauptungen, VoD würde Kino aussterben lassen, auch ein gewisser Mythos-Faden hängt, der nicht ganz von der Hand zu weisen ist: Aussagen wie “Kino ist bald tot” enden spätestens dann, wenn du in einer Abendvorstellung versuchst, vom Einlass zum Klo zu gelangen und dabei nicht die Hälfte deines Films zu verpassen. Durch Endgame sind die Lichtspielhäuser zum ersten Mal seit langem wieder so richtig rappelvoll und von überall her hagelt es klagen, weil man im Kino auf einmal was arbeiten muss und die ewige Rumsteherei längst passé ist. Willkommen im Gastgewerbe – meiner Berufsbranche. Da ist sowas Alltag.

Diese ganzen auf den ersten Blick unschönen Umstände sind aber auch eines: Die riesige Chance, einer unglaublichen Vielzahl an Menschen endlich zu präsentieren, was Kino tatsächlich kann, um sich von den restlichen Konsum-Möglichkeiten von Filmen abzusetzen.

Ich werde demnächst Gast einer Vorstellung von Deutschlands erstem, vollwertigen Dolby Cinema(™) und werde euch natürlich hier im Blog darüber berichten. Ein weiteres Zeichen, dass Kino noch lange nicht tot ist und auch hier hinter den Kulissen mächtig gearbeitet wird, um zukunftsfähig zu bleiben.

Ich vertrete auch weiterhin die Position, dass sich Streaming-Anbieter, Verleihe und Kinos zusammentun müssen, um in Zukunft ein vollwertiges Angebot für den Endkunden zu präsentieren, bei dem jeder Zweig bedient wird und es am Ende dem Zuschauer überlassen bleibt, wann er wo welches Medium konsumiert. Es ist genügend für alle da und es täte jeder gut daran, wenn man verstehen würde, dass Zusammenarbeit hier das perfekte Mittel zum Zweck ist.

Stichprobe: Würde der Beginn der finalen Staffel von Game of Thrones exklusiv 2 Wochen vorab im Kino ausgestrahlt werden, würdet ihr nicht reingehen wollen?

Jeder säße drin – allein schon, weil das unbeschreibliche Gefühl einer Community mit 500 weiteren Menschen im Saal etwas auslöst, dass man zu Hause kaum selbst herstellen kann. Und natürlich, weil man mitreden möchte.

Und wenn man dann die ersten 4 Folgen im Kino gesehen hätte, wer von euch würde später nicht auf Netflix oder Co. weiterschauen wollen? Nur, weil ihr ins Kino gegangen seid, schaut ihr die Serie später unter keinen Umständen mehr im Portal?

Schwachsinn.

Genau das müssen die Anbieter kapieren.

Warum ich das alles erzähle?

Pokémon Meisterdetektiv Pikachu bedient sich der Möglichkeit, zu zeigen, was er kann und läuft parallel zum Schreckens-Publikumsmagneten Avengers im Kino an. Und dieses Werk wird – wie glaube ich momentan so ziemlich alles neben Avengers – im Kino nur süß und müde belächelt auf die Seite geschoben, denn Säle ohne den Master-of-Endboss-Film sind in der Tat zur Zeit relativ ruhig.

Und genau das ist bei Meisterdetektiv Pikachu ein Fehler. Obwohl der Streifen eine Freigabe für FSK 6 bekommen hat, bin ich der Ansicht, dass Kids hier nicht in erster Linie das Zielpublikum sind, sondern vielmehr diejenigen, die damals mit Pokémon gespielt haben und jüngst auf den neuen Pokémon Go-Zug wiederaufgesprungen: Die Geschichte wird lebendig gemacht und in meinen Augen verdammt gut erzählt.

Dabei fährt Warner fast schon positive Disney-Avancen auf, indem man hier eine unglaubliche Vielzahl an Gimmicks, Easter-Eggs und Entdeckenswertes in die Bildfläche packt, die es fast schon notwendig erklärt, den Film mehrere Male anzuschauen, um überhaupt alles entdecken zu können.

Der Plot ist völlig okay und der Pokémon-Welt angepasst, das bezaubernde an dem Film ist aber wieder einmal das, worin Kino absolut großartig ist: Eine Welt auferstehen zu lassen, die die Grenzen unserer Realität überwindet und uns in ein Reich eintauchen lässt, dass wir dann tatsächlich mit bloßen Augen sehen, hören und erfühlen und um uns herum existent werden lassen können.

Hier hat man unfassbar detailverliebte, technisch ausgereifte Arbeit geleistet, sie in Bilder gepackt, die ordentlich und präzise von der Leinwand scheinen und dabei nicht übertrieben, sondern den anmutigen Charme der “mies designten” Originale genussvoll eingegliedert, so dass am Schluss einfach ein Film entstanden ist, in dem sich alt, mittelalt und jung (Warum muss sowas in den Köpfen der Erwachsenen immer ausschließlich für Kinder sein?) wohl fühlen.

.kinoticket-Empfehlung: Hier nicht rein zu gehen, wäre ein Fehler: Man lässt eine ganze Kindheit zu neuem Leben auferstehen und liefert eine fantastische Welt, die sich in Detailverliebtheit und überraschend vielen Entdeckbarkeiten offenbart und dazu noch eine sanftmütige Geschichte erzählt.

Dabei hält der Film einige Überraschungen parat und bildet den Auftakt zu einer hoffentlich fortgesetzten Filmreihe – zumindest sieht das an einigen Stellen bereits jetzt scharf danach aus.

Nachspann
✅ Da kommt’s her – wunderschön anzusehen, also bleibt sitzen und genießt die Nostalgie 🙂

Kinostart: 09. Mai 2019

Original Title: Pokémon Detective Pikachu
Length: 104 Min.
Rated: FSK 6

Deadpool 2 (inkl. Verlosung)

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Das Beste zu Beginn: ES GIBT FREITICKETS! – Es gibt Poster! – Es gibt T-Shirts, Hemden, Plüsch-Einhörner … Twentieth Century Fox hat einen riesigen Packen Gimmicks für euch klar gemacht, die am Ende des Beitrags verlost werden!

Wieder einmal fällt es sowas von schwer, nicht sein Maul aufzureißen und den Gefühlen einfach freien Lauf zu lassen… noch nie habe ich ein Embargo so gehasst wie dieses Mal!

Es ist schon ein gefühltes Leben her, dass ich diesen Film in der Premierenvorstellung für die Presse gesehen habe und Deadpool und seine Crew bei seinen neuen Abenteuern bewundern und vergöttern durfte.

Die Macher haben uns versprochen, dass sie den Humor nicht “verbessern”, sondern auf diesem Niveau bleiben. Sie haben genau das getan und damit ihr Versprechen gebrochen: Sie sind besser geworden! Teil 2 der Eskapaden rund um den besten aller Superhelden ist nämlich nochmal um einiges geiler als der erste Teil!

Seine Anspielungen und Superheldenstreiche in Bezug auf die X Men toppen sich selbst und verschaffen Deadpool in der Fortsetzung nochmal einen richtig fetten Brocken Sympathie, Fanliebe und Vergötterungspotenzial! In Verbindung damit, dass man mit New Mutants die Geschichte der X Men-Saga neu auflegen will, ergibt das ein Superhelden-Epos, das für die Avengers gefährlich werden könnte!

Man macht eben erstmalig einfach das, was der eigentliche Filmfan von seinen Filmschätzen erwartet: Man macht einfach weiter, ohne dabei zwanghaft in immer größere Superlativen zu driften und damit in absehbarer Zeit zwangsweise in Lächerlichkeit zu enden. Und damit verfolgt Deadpool 2 genau die Linie seines Superhelden aus Teil 1: Man bleibt sich und seiner Einzigartigkeit einfach treu und gibt damit den Fans etwas, dass sie lieben und verehren können – und bereitet damit den Weg für viele weitere Teile!

Auch in Sachen PR gibt’s von mir ein riesiges Lob: Prinzipiell könnt ihr euch alle .trailer des zweiten Films anschauen, ohne etwas vom Film gespoilert zu bekommen, das hat er nämlich einfach nicht nötig.

Oder schaut euch das verheerend geile Video von Celine Dion und Deadpool himself an: Selten so etwas Geiles gesehen und permanent Gänsehaut dabei gehabt! >> http://columbiarecords.com/ashes/

Die Promo zum Film ist so grandios umgesetzt, dass aus dem Film eben wirklich nichts verraten wird, sondern man mit Spaß, übermäßigen Gags und grandiosen Deadpool-Slapstick-Humoreinlagen verwöhnt und mit gebrochenen Knochen und einem Grinsegesicht wieder aus dem Saal geschoben wird!

Es wird episch! Es wird großartig! Es wird einzigartig und genau das macht Deadpool aus: Er ist kein Held aus der Dose, mit Fähigkeit XY, der einfach das macht, was Superhelden so machen, sondern er trifft einen Nerv bei den Menschen, die ihn dafür lieben und ehren, weil er eben nicht so ist, wie man es sonst von Superhelden erwartet.

Und glaubt mir: KEINER von euch bereut es, diesen Film gesehen zu haben – und niemand bereut es, dafür ins Kino gegangen zu sein: Es gibt so viele geile Anspielungen und Dinge, mit denen einfach keiner gerechnet hätte und die man sich in den Jahren des ersten Films noch nicht mal zu träumen gewünscht hätte.

Man kringelt sich vor Lachen – man brüllt, lacht, ist geschockt und fühlt sich unfassbar gut unterhalten: Was Marvel in 18 Filmen großartiger Comicverfilmungen exzellent aufgebaut hat, macht Deadpool 2 einfach mal schon in seiner ersten Fortsetzung!

.kinoticket-Empfehlung: Nachdem ihr das Witzniveau nicht anheben wolltet, sondern einfach gleich gut bleiben, dreht bitte keinen dritten Teil – aber beeilt euch damit!

Deadpool 2 übertrifft sich in allen Bereichen und jault nur so auf, was Humor, Unterhaltung, Fun und Einzigartigkeit angeht: Es ist der Film, auf den ich dieses Jahr krankhaft hingefiebert habe und man hat dabei nicht nur alles richtig gemacht, sondern zieht die besten Karten und legt sie uns auf den Tisch!

Kommt rein, genießt es und taucht erneut und so oft ihr könnt im Deadpool-Universe ab: Es wurde für euch gemacht!

Nachspann
✅ Was glaubt ihr denn? 😀 Sitzen bleiben oder nicht? … Stichwort: Marvel! 😉

Kinostart: 17. Mai 2018

Original Title: Deadpool 2
Length: 120 Min.
Rated: FSK 16

:: G E W I N N S P I E L ::

So, und damit euch die Warterei nun endlich nicht mehr ganz so nervt, gibt’s hier ein riesiges Paket, welches von Twentieth Century Fox für euch zusammengeschnürt und mir zum Verlosen überlassen wurde!

Mit dabei sind 2×2 Freitickets, Kinoplakate, T-Shirts, Hemden, Plüscheinhorn – also alles, was das Deadpool 2-Fanherz begehrt!

Was ihr dafür tun müsst: Kommentiert im Blog unter diesem Beitrag einfach bis einschließlich 23. Mai 2018 24:00 Uhr, mit wem ihr euch zusammen Deadpool 2 im Kino anschauen wollt, und ihr seid bei der Verlosung dabei.

Hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, unter der ich euch fix erreichen kann.

Anschließend werden die Gewinner wieder per random.org ermittelt und von mir benachrichtigt, damit ich auch weiß, wohin ich euch den Gewinn schicken darf.

Alle angegebenen Daten werden nur im Rahmen dieses Gewinnspiels genutzt und anschließend wieder gelöscht. Facebook, Twitter und andere Websites haben nichts mit dem Gewinnspiel zu tun, dieses wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de veranstaltet und die Gewinne von Twentieth Century Fox zur Verfügung gestellt. Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Es gelten die üblichen, vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen.

Und jetzt Abmarsch – sucht euch euren Kinobuddy, kommentiert (am besten beide, das erhöht eure Gewinnchancen!) im Beitrag und drückt euch gegenseitig die Daumen. Ich wünsch euch viel Spaß und freue mich schon auf die zufriedenen und glücklichen Rückmeldungen von euch.

Möge die X-Force mit euch sein!

Killers Bodyguard

Ich hoffe, ihr kennt alle die “Originalversion” mit Kevin Costner und Whitney Houston aus dem Jahre 1992. Allein schon das “Filmplakat”, das man im Internet zu beiden Filmen findet, verrät gewisse Parallelen.
Tatsächlich hat Twentieth Century Fox es sich hier auch nicht nehmen lassen, unfassbar viele Anspielungen auf das liebevolle Original im Neuwerk einzubauen und die Zuschauer so mit viel perfidem Vergleichs-Zynismus zu erfreuen.
Dabei gilt nicht mehr das klassische “Wir verarschen mal irgendeinen Film ein bisschen”, sondern man schlägt dermaßen über die Stränge, dass so manch frühzeitige Ausstrahlung durchaus in Frage gestellt werden darf.
Sehr zum Vergnügen der erwachsenen Zuschauer, die hoffentlich reichlich die Säle bevölkern, denn der Spaß findet kaum ein Ende. Dabei driftet man so herrlich in die Absurdität und Übertreibung ab, die längst nichts mehr mit klassischen B-Twist-Movies zu tun hat, welche man dem Film fälschlicherweise attestieren könnte, sofern man die “Vorgeschichte” dazu eben nicht kennt.
Daher mein gut gemeinter Rat an alle Newbies: Schaut euch vorab The Bodyguard mit oben erwähnten Darstellern an und nutzt diese Blu-ray als Vorfilm zur aktuellen Klamauk-Version, die aus dem ernst gemeinten Original dann etwas völlig anderes werden lässt – der Spaßfaktor steigert sich dadurch auf jeden Fall ungemein.
Und wie ich schon oft erzählt habe, hat jeder Schauspieler seine Rolle des Lebens, in der er die eigenen 100% erreicht und danach immer nur Schatten seiner selbst produziert. Bei Ryan Reynolds dürfte jedem klar sein, dass Deadpool diesen Platz ergattert hat – und diese Verrücktheit merkt man ihm auch hier ansatzweise an, auch wenn sie nicht so in den Spitzen gipfelt, wie in seinem Film.
Dennoch macht Killers Bodyguard unfassbar viel Spass und begeistert die Erwachsenenriege mit viel Sarkasmus, Übertreibung, Blut und noch viel mehr. Beste Unterhaltung im Kino garantiert!
 

.kinoticket-Empfehlung: Definitiv vorher The Bodyguard schauen, dann erkennt man viel mehr Zusammenhänge zum eigentlich sehr sinnlich-romantischen Original.
Reynolds und Jackson geben hier genauso gute Figuren ab, wie die Hauptdarsteller in der Vorlage und gemeinsam mit einem umwerfenden Cast hat man im Kino als Erwachsener durchaus jede Menge Spaß.

 
Nachspann
Auf jeden Fall abwarten, auch wenn es etwas dauert – die Geduld wird auf jeden Fall belohnt 😀
Kinostart: 31. August 2017

(Trailer) Killers Bodyguard

Willkommen am Sonntag – Willkommen zum neuen .trailer von Killers Bodyguard:
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=6Ho0uNqEsG0?rel=0&w=560&h=315]
Hollywood-Klamauk präsentiert von © Twentieth Century Fox
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Hausaufgabe: In einen supergut sortierten DVD-/Blu-ray-Laden gehen und nach einem blau-silbernen Cover mit Whitney Houston und Kevin Costner Ausschau halten, den Film kaufen und anschauen, denn der wird hier offensichtlich aufs Korn genommen.
Wer wissen will, um welchen Titel es sich handelt: Streicht einfach aus meiner Überschrift das “Killers” raus.
Und warum man den noch gesehen haben sollte? Nun, Ryan Reynolds ist einfach eine verdammt coole Sau und im Zusammenspiel mit Samuel L. Jackson könnte dies mal wieder eine Komödie werden, die mir ein paar Lacher abringen wird, weil die Witze auf den ersten Moment mal nicht ganz so platt wirken, wie sonst in solchen groß aufgemachten Filmen.
Und wenn die Parallelen zum “Original” dann konsequent so durchgezogen werden und man mit dieser ausrastenden Version Hollywoodgeschichte parodiert, dann ist wahnsinnige Unterhaltung eigentlich schon uneingeschränkt vorprogrammiert.
 
Kinostart: 31. August 2017

Life

Der Titel klingt doch schon so wunderbar lebensbejahend, dass man sich als Watcher schon fast dabei erwischt, sich mangels negativem Content davon abzuwenden, wie man es von den Nachrichten kennt: Wenn’s was Positives ist, will man es gar nicht sehen.
Zumindest wird einem allzeit so etwas suggeriert, was die Berichte über das Weltgeschehen angeht.
Bei Life sieht das schon ganz anders aus, denn nicht nur die Presse war tierisch heiß auf den Stoff, sondern auch der Zuschauer. Und der Trailer verrät ja bereits, dass von Friede, Freude, Eierkuchen nicht viel übrig bleibt.
Jetzt steht man wieder vor dem Dilemma, zu entscheiden, ob man sich auf die stupide B-Movie-Story einlassen soll, oder einem unwichtigen Blogger glauben schenken, wenn der dir erzählt, dass sich der Film trotzdem lohnt, wenn man an ein paar Stellschrauben drumherum gedreht hat.
Dass mich Space-Geschichten thematisch quasi schon von allein frohlocken lassen, ist ja mittlerweile ein offenes Geheimnis. Dass ich auf gut gemachten Horror stehe, sollten diejenigen, die hier schon eine Weile mitlesen, auch mittlerweile begriffen haben.
Dass der Plot auf den ersten Blick wieder nach billigem Klischee klingt, ist auch mir nicht entgangen und trotzdem hat der Film auf seine Art reingeknallt.
Was meiner Meinung nach klasse funktioniert: Das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten, aus denen ein Film besteht. Lassen wir den schlechtesten Platz der Storyline, dann erkämpfen sich Sound, Konstruktion, Bildgewalt und Momentum gegenseitig die besseren Plätze und sorgen für ein Filmgefühl, dass zwar nicht wahnsinnig schockierend, dafür aber konstant ist, um dich nicht zur Ruhe kommen zu lassen.
Darf man sich gerne so vorstellen, als wenn man geschubst wird und statt dass man sich umdreht, schaut und redet, schubst man weiter – und weiter und weiter und hört einfach nicht auf. Hierbei trägt der Soundtrack eine Menge bei, um den Zuschauer permanent auf den Abgrund hintrudeln zu lassen und lässt ihm die Wahl, ob er alleine springen will oder mit einem gewaltigen Schubs reingestoßen wird.
Dieser Aufbau von Spannung, der in einem grandiosen Finale gipfelt, ist sensationell und gepaart mit den klassischen Komponenten von Science-Fiction erhält man hier Bilder, die in meinen Augen die FSK-Freigabe in Frage stellen. Und genau die sind beeindruckend und hinterlassen deutliche Spuren im Geist, die – in meinem Fall – die Vorfreude auf kommende Fortsetzungen groß werden lassen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich hab es geliebt und werde ihn mir definitiv noch einmal ansehen, sofern es die Zeit und Möglichkeiten zulassen.
Wichtig ist auch wieder, sein Kino zu instruieren, dass dieser Film von Lautstärke lebt und daher nicht zu sparsam mit dem Volume-Regler umgegangen werden sollte.
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, bekommt man grandiose 90er-Jahre-B-Movie-Action-Sci-Fi auf Blockbusterebene hochgehievt mit einem Cast, der hier wirklich einen super Job macht.

 
Nachspann
Es ist erlaubt, zu rennen, hier folgen keine weiteren Szenen (aber hoffentlich bald Filme) mehr.

Deadpool

Manche mögen dieses Experiment als gewagt bezeichnen, ich finde es einfach nur affengeil: Endlich traut man sich in der Welt von überdimensionierter Kohle mal wieder was und bringt eine Story auf die Leinwand, die eben nicht im Kielwasser des Mainstreams dahinsiecht, sondern gänzlich neue Maßstäbe setzt und meines Erachtens nach erstklassig unterhält.

Das fängt schon beim Vorspann an (bitte genau zuschauen!) und zieht sich dann über die ganze Laufzeit hinweg durch – und zwar bis zur allerallerletzten Minute!

Gott, hab ich es gefeiert. Klar werden hier auch wieder Jokes gemacht, die sich in Grenznähe ihr zu Hause eingerichtet haben und storytechnisch hier und da vielleicht etwas abzutauchen scheinen, jedoch vollführt man den ganzen Film über eine Gratwanderung, die statt abzukippen eher vergnüglich Spaß bereitet.

Was Ryan Reynolds in der Vergangenheit an Flops produzierte, wird hierdurch komplett wieder ausgeglichen. Man mag ihn, man mag seinen durchgedrehten Charakter, man mag die Richtung in die sich das entwickelt und: ich liebe die unterschwellige Tiefgründigkeit, die sanft umspielt von oberflächlichem Gehabe dermaßen unter die Haut geht, dass das Endergebnis nicht ein – wie der Trailer vermuten lässt – billiger Film mit billigen Sexjokes wird, sondern tatsächlich weitreichende Moral in sich trägt, die stellenweise mehr als deutlich zur Schau getragen wird, ohne dass dabei der Verrücktheit von Deadpool ein Stück selbst geraubt würde.

Wer genug hat von diesen ganzen Superheldenfilmen Schema F, in denen immer die gleiche über sich selbst hinauswachsen-Moral gepredigt und in zynischer Machart kataloggleich abgefertigt wird, für den dürfte Deadpool ein erfrischend-neuer Hirnquickie sein, der mit alten Regeln mal so richtig aufräumt und sich im Rahmen einer viel größeren Animationssaga seinen Platz nicht nur erkämpft, sondern deutlich verdient hat.

Wenn man im Hirn selbst etwas durchgeknallt ist und sich auch gern mal neben der Straße bewegt, dann ist Deadpool auf jeden Fall der richtige Film für einen absolut gelungenen Kinoabend.

Und bitte: Bleibt bis zum Schluss sitzen! Und zwar ganz zum Schluss. Abspann auch. Und danach auch! Man wird euch sagen, was zu tun ist! 🙂

Achja, eines noch: Junkie XL aka Tom Holkenborg ist einfach nur eine geile Sau! Er hat schon bei Mad Max: Fury Road bewiesen, dass er es in Sachen Soundtrack absolut drauf hat. Und auch in diesem Werk zeigt er wieder, dass die Ablösung für andere Komponisten angekommen ist und sich die alten Herrschaften alle der Reihe nach verabschieden können! Wenn’s in Hollywood weiter so läuft, dann bewegen wir uns – zumindest filmtechnisch – auf eine verdammt geile Zeit zu!
 

.kinoticket-Empfehlung: Lange habe ich nicht mehr so viel Freude an einer Massenproduktion gehabt, wie bei diesem Film.

Obwohl das hier kein Überflieger ist, den man kritiklos loben kann, wurde dennoch in vielen Punkten alles richtig gemacht. Das bisschen Potenzial, das man noch ausschöpfen könnte, kommt hoffentlich in einem möglichst bald erscheinenden zweiten Teil dann vollends zur Geltung, denn von diesem Streifen würde ich mir nicht nur einen, sondern sofort gleich mehrere weitere Teile anschauen.

Daumen hoch – und den Film am besten gleich wieder auf Anfang!

Nachspann
✅ Sitzenbleiben! Vertraut mir, ihr verpasst das beste, wenn ihr vorschnell den Saal verlasst. Egal, wie lang der Abspann läuft, bitte bitte bis gaaaaaanz zum Schluss sitzen bleiben!

Kinostart: 11. Februar 2016

Original Title: Deadpool
Length: 108 Min.
Rate: FSK 16

Self/Less

Der Film mit Ben Kingsley und Ryan Reynolds stand ja schon lange auf der Liste. Die Idee der Unsterblichkeit, die hier im Film von einer ganz neuen Facette aus beleuchtet wird, existiert ja schon lange im Ideenuniversum der Filmemacher und wird seit Jahrzehnten mal besser mal schlechter umgesetzt.
Dieses Mal existiert auf jeden Fall jede Menge Potenzial, das es auszuschöpfen gilt. Kingsley liefert mit seinem Stand-In auch einen brillanten Start ab, der den Weg für eine fulminante Geschichte eröffnet, in der es erneut um den Traum vom ewigen Jungbrunnen geht – nur, dass diesmal eben ein bisschen mehr Wissenschaft und ein bisschen weniger Fantasy in die Erzählung integriert werden.
Der Plot entwickelt sich im Laufe der Spielzeit zu einem mittelschweren Fiasko. Wir treffen auf Vorahnungen, die sich selbst erfüllen, wir landen bei zweitklassigen Drehbuch-Twists, die im Vergleich zu der anfänglich ahnenden Größe keinen Stern mehr erhellen wollen. Die Idee wird mehr oder weniger vermurkst und mit ein bisschen unrealistischer Action und zu realitätsferner Handlung in den Tod getrieben. Erinnerte mich stellenweise an The Boy Next Door, der auch mit einer geilen Idee startete und dann desaströs im Schlamm bruchlandete. Nur, dass hier eben ein wenig mehr Stil zu sehen ist, der aber die immer wieder beobachtete, ungemütliche Art von Reynolds nicht ganz verschwinden lässt.
So verkommt das Werk insgesamt zu einem “ganz nett”, obwohl daraus durchaus ein “brillant” hätte werden können. Hätte man die Entwicklungen hier ein bisschen mehr auf realistisch getrimmt und wäre mehr auf eine koexistierende Welt hinter den Kulissen dieser Öffentlichkeit gegangen, wäre aus diesem Streifen sicher etwas ganz großes geworden. So – fürchte ich – verkommt er in den Kellern der Kinos und verschwindet bald wieder aus den Gemächern der großen Säle hinein ins Ladenregal, bei dem dann – aufgrund der betitelten Prominenz – der ein oder andere doch noch zugreifen dürfte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Show startet groß und endet später mit kleineren Explosionen, die aus etwas ganz großem nur einen kleinen Schatten werden lassen.
Allerdings ist die Umsetzung und Ausarbeitung dessen, was gezeigt wird, so professionell gehalten, dass auch ich es nicht wage, hier von einem B-Movie zu sprechen. Dafür liefern alle Beteiligten zu gute Leistungen ab – und für den miesen Plot kann ja eigentlich auch nur der Schreiber etwas.
Ich würde sagen, wer hier rein geht, kriegt mittelmäßige Unterhaltung, auf die nicht zu viel Anspruch angesetzt werden sollte. Dann dürfte das mit dem netten Kinoabend durchaus auch klappen.

 
Nachspann
darf man sich schenken, hier folgt kein weiterer Input mehr.

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