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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Captain Marvel (3D)

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© 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Ach ja … es ist an der Zeit. Es ist an der Zeit, dass sich alle möglichen Insekten der Gestikulation, Politarisierung, des Gendering und der Gleichschalte aus ihren Nestern erheben und laut losbrüllen. Auf drei, okay? Eiinnnnns, zweiiiiiii …..

Oder wollen wir uns doch lieber dem Filmgenuss zuwenden?

Ja, Captain Marvel setzt Zeichen und erlebt somit den gleichen Anstrich, der auch schon die Oscar-Verleihung kaputt gemacht hat und der auch im Frauenwesen seine Unwut treiben wird: Man versucht “gut” zu sein und endet doch wieder in purem Trash. Zumindest, was das angeht.

Captain Marvel (ist Captain männlich oder weiblich?) ist der 21. Film des MCU, des Marvel Cinematic Universe, in dem – Gebetsmühle – bislang alles richtig gemacht wurde, was man nur richtig machen konnte. Entertainment pur, ein Meilenstein und Maß für Blockbuster und nicht umsonst die erfolgreichste Filmreihe aller Zeiten weltweit. Und nein, keine Übertreibungen, sondern alles nachprüfbar und anhand von Einspielergebnissen nachweisbar.

Und weil ihr eh zu faul seid, selbstständig nachzuschlagen: Dazu gehören bis jetzt folgende Teile:

Phase 1
Iron ManDer unglaubliche HulkIron Man 2ThorCaptain America: The First AvengerMarvel’s The Avengers

Phase 2
Iron Man 3Thor – The Dark KingdomThe Return of the First AvengerGuardians of the GalaxyAvengers: Age of UltronAnt-Man

Phase 3
The First Avenger: Civil WarDoctor StrangeGuardians of the Galaxy Vol. 2Spider-Man: HomecomingThor: Tag der EntscheidungBlack PantherAvengers: Infinity WarAnt-Man and the WaspCaptain MarvelAvengers: Endgame (letzterer wird dieses Jahr noch auf die Leinwand kommen).

Und man arbeitet bereits an Spider-Man: Far From Home, der dann das nächste Zeitalter einläuten wird. Dazu kommen Kurzfilme, Serien, Cross-Over etc. pp – das Ganze verhält sich genauso wie bei Assassin’s Creed: Die Hauptdinger stehen in jedem Regal und die vollkommen Gestörten sammeln sich dann über Jahre alles mögliche zusammen und kaufen die passenden Konsolen dazu, damit man das auch spielen kann, während man in seiner Assassin’s Creed-Bettwäsche liegt +hust+ ….

Wenn man jetzt auf das Tableau der obigen Filme sieht, entdeckt man so gut wie keinen nicht-durchschlagenden Kassenerfolg mit ein paar Schwankungen, aber im Großen und Ganzen: Oberste Liga, weltweites Interesse und mittlerweile ein Niveau, das schwer zu toppen sein wird.

Captain Marvel möchte das auch gar nicht, denn es handelt sich wieder mal nur um ein “Ruhig, Kleiner … ist bald so weit mit Endgame-Movie, das uns quasi wieder ins MCU stürzen lässt, ohne aber dafür ein Jahr der Bearbeitungszeit vom finalen Zerstörer zu kappen und stattdessen lieber was schlechtes abzuliefern. Genau diesen Fehler begehen zu viele Filmreihen: Zu wenig Produktionszeit zwischen den einzelnen Teilen und damit zu wenig Zeit, um es ordentlich reifen zu lassen und am Ende Ware zu liefern und nicht nur Kompromisse.

Es ist also nur ein “Luft holen”, ein Breathtaking zwischendurch, nichts weltbewegendes und trotzdem Oberste Liga.

Und nun kommen die Insekten.

“Wähh wähhh das ist der erste Film im Marvel-Universum, der sich um eine Frau dreht und der macht nicht alles so gleich geil wie Black Panther für die Schwarzen blabla wäh wäh wäh jammer jammer jammer.”

Frage (Vorsicht: Provokativ!): Vielleicht wollte der Film gar nicht Frauen erheben und sich um politarisierte Scheiße kümmern und alles den Bach runtergehen sehen, sondern einfach nur eine Zwischenstory abliefern, um die Wartezeit bis Endgame zu verkürzen? Vielleicht will er einfach nur unterhalten? Vielleicht sind Gendering und Blockbuster-Entertainment zwei völlig verschiedene Dinge?

Uhhhhhhh … entfollgggggggt dem Dämon!!!!! Er hat nicht alle gleich behandelt …… Kreuzigt ihn!!!!

Mal im Ernst: Sowas regt mich tierisch auf! Meine Fresse, wo landen wir, wenn wir wirklich überall und jedesmal das gottverdammte Siegel der Gleichschalte aufbügeln müssen und uns nicht einfach um das wesentliche kümmern können? Geht meinetwegen nach draußen und schaut euch George Orwell an, dann könnt ihr in eurer Traumwelt leben – zumindest im ersten Teil von 1984. Meine erstrebenswerte Zukunft sieht anders aus. Ganz ehrlich!

Also: Zurück zum Wesentlichen: Captain Marvel.

Und nein, ich reduzier das jetzt nicht auf irgendwelche verwuschelten Vierbeiner und lass alles andere den Bach runtergehen, dafür hat man auch hier wieder viel zu guten Humor aufgezogen, auch wenn der diesmal wirklich eine “Randgruppe” trifft und eben nur wirklich witzig ist, wenn man sich mit den Begebenheiten auch im wahren Leben etwas auskennt – dann aber sind die Takes umso genialer und haben eine Durchschlagskraft, die ich feiere.

Und ja, ich fand’s auch toll, dass endlich ein paar mehr Frauen die Oberhand kriegen und man hier beginnt, seine Blicke zu weiten, aber das erzwungene Bewerten anhand von irgendwelchen dümmlichen Kriterien ist einfach dumm. Lasst euch doch einfach eine Geschichte erzählen. Dieses zwanghafte “Ahhhh – da ist aber etwas nicht exakt gleichbehandelt! RAUS!”-Rumgetue lässt diesen Schritt nämlich eher wieder erzwungen wirken und befreit ihn von jedweder positiven Anhaftung, und das nervt am Ende einfach nur und ist tatsächlich ein Kreuzschwert im Rücken aller Fanatiker, die meinen, dass die Welt dadurch wirklich bessihr (-er darf ich ja jetzt nicht schreiben) wird.

Also:

  • Ja für das weibliche Geschlecht.
  • Ja für gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit – geschlechtsunabhängig.
  • Ja für “Mehr Frauen dürfen in Hauptrollen in Filmen gesehen werden.”
  • Ja für “Sie sollen genauso viel dabei verdienen wie ihre männlichen Pendants.”
  • Ja für “Marvel wird nicht schlechter, wenn mehr weibliche Rollen vergeben werden.”

und damit sollte eigentlich alles diesbezüglich gesagt sein. Black Panther war geil, weil die Story gut war, weil der Dialekt eine Liebeserklärung an diese Kulturgepflogenheiten gewesen ist (ausschließlich im Original) und weil den Machern scheißegal war, wer schwarz oder weiß oder unausgeglichen oder blabla – da hat auch keiner rumgemeckert: “Möh, überhaupt keine Weißen zu sehen in dem Film!”, sondern es ging einfach um die Technik, die Welt, die Erzählung – und genau so sollte man es meiner Meinung nach auch mit Captain Marvel handhaben: Rein, berieseln lassen und die Show genießen!

Dass das Kino groß, größer, Marvelous-groß sein sollte, die Boxen Atmos, laut und dröhnend und der Platz möglichst so nah an der Leinwand, dass das gesamte Gesichtsfeld ausgefüllt ist, während man durch die 3D-Brille schaut, brauch ich an dieser Stelle ja nicht mehr erwähnen: War vor 21 Filmen so, ist jetzt immer noch so. Alles andere ist “Naja, hab schon besseres gesehen.”

Ganz ehrlich? Ich selbst war im Cinedom Köln und war total geflasht, weil’s dort einfach gepasst hat. Da hat man gar nix interessantes erzählen müssen, einfach nur die Größe und Wucht haben gereicht, dass ich mit Gänsehaut da saß und es einer der schönsten Momente dieser Woche gewesen ist.

.kinoticket-Empfehlung: Die Previews sind durch, die Mitternachtspremieren hoffentlich hinter euch und der Run ist eröffnet: Es geht weiter und man versüßt euch wieder ein bisschen die Zeit bis zum finalen Kampfschlag: Augen auf, Brille rauf, .kinoticket zurück in den Geldbeutel und Popcorn innen Mund: Dieser Film kann sich sehen lassen und hilft über das erbarmungslose Warten bis zu Avengers: Endgame hinweg.

Brie Larson macht eine gute Figur, erhebt jetzt den “Frauen-Kahlschlag” aber nicht zur Weltsensation auf, sondern ist einfach da und sorgt für einen tollen Film und einen weiteren Charakter im MCU, mit dem ab jetzt auch auf der Leinwand gespielt werden darf.

All das sollte nicht überbewertet, aber auch nicht unter den Teppich gekehrt werden – und bitte: Lasst endlich diesen Feminismus-Quatsch, wenn’s einfach nur um Unterhaltung geht. Wir lieben euch. Wirklich. Auch ohne den ganzen Bockmist.

Nachspann
✅ as always: Marvel heißt: Bis zum bitteren Ende sitzen bleiben, oder man verpasst den halben Film!

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: Captain Marvel
Length: 124 Min.
Rated: FSK 12

Glass

Glass

© 2018 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

M. Night Shyamalan‘s Filme gehören zu denen, die man eigentlich verbieten müsste zu erklären: Sämtliche Über-Unter-Erklärbär-Texte machen alles nur noch schlimmer. Dabei sind seine Filme gar nicht so übel, wie man ursprünglich denkt – sie passen schlichtweg nur nicht in das Mainstream-Denken aktueller Generationen, weil sich Shyamalan darum ganz bewusst nicht schert.

Ich selbst liebte seine alten Werke und habe sie als Kind auf DVD hoch und runter gespielt und konnte mit den aktuellen Dingen auch weniger anfangen. Split war bis heute für mich der Tiefpunkt des Regisseurs, da hier einfach viel zu viele Logikfehler gemacht wurden, was die komplette Story an sich unglaubwürdig erscheinen ließ und man danach einfach gar nichts mehr ernst nehmen konnte und alles irgendwo nur noch lachhaft erschien.

Von diesen Logikfehlern hat er sich in Glass nicht vollständig getrennt, sie aber zumindest auf ein übersehbares Maß heruntergespielt, so dass man jetzt schon genauer hinschauen muss, um noch gravierende Fehler zu entdecken.

Allerdings hat mich der Film in der Tat völlig positiv überrascht: Irgendwie schafft man es, eine faszinierende magische Anziehungskraft zu entwickeln, die den Zuschauer schon irgendwo in seinen Bann zieht und einen die Story miterleben lässt.

Steven Gätjen bei der exklusiven Preview von Glass im Mathäser Filmpalast in München

Der eigentliche Hauptgrund, sich den Streifen im Kino anzuschauen, ist allerdings James McAvoy! Und ja, jetzt heulen wieder alte Split-Freunde auf, dass dies ja damals schon der Grund war, weshalb Split so gut ist etc. Blabla … jedoch gibt es hier einen wesentlichen Unterschied: Im alten Film hat er auch schon unterschiedliche Charaktere auf beeindruckende Weise authentisch verkörpern können, jedoch immer mit Schnitten drin, bei denen keiner von uns Zuschauern weiß, wieviel Zeit McAvoy hatte, um sich auf die neue Rolle vorzubereiten und diese anschließend im nächsten Take glaubhaft zu verkörpern.

Glass zieht hier gänzlich andere Saiten auf und holt ein förmliches Lebens-Meisterwerk aus diesem Schauspieler heraus, für das er eigentlich schon jetzt den Oscar® verdient hätte! Hier zu erleben, wie er in mehreren Minuten langen, schnittfreien Shots einfach zig mal die Persönlichkeit wechselt und tatsächlich völlig ohne Pause auf die nächste Person umschaltet, ist gleichermaßen faszinierend wie beängstigend: Probiert es vorm Spiegel mal selbst, wie schwierig es schon ist, mit zwei unterschiedlichen Stimmlagen zu sprechen und dann auch noch völlig anders dabei auszusehen … Das, was McAvoy hier abliefert, ist Kino der Meisterklasse und nahezu alleiniger Hauptgrund, sich Glass definitiv anzusehen!

Dazu wartet der Film mit einem genüsslichen Reigen an diversen Plot-Twists auf, die teilweise zwar vorhersehbar, dadurch aber nicht minder spannend sind und dem Film einen Charme verleihen, der wiederum zur magischen Anziehungskraft beiträgt. Man spürt, dass hier mit „guten alten Mitteln“ gearbeitet wurde und die Chemie zwischen dem Regisseur und Schauspielern stimmt.

Dominik Porschen im Gespräch mit Regisseur M. Night Shyamalan bei der exklusiven Preview von Glass im Mathäser Filmpalast in München

Ich persönlich habe Mitte des vergangenen Jahres bereits das Vergnügen gehabt und durfte M. Night Shyamalan persönlich im Kino kennenlernen und dabei seinen Ausführungen über das neueste Projekt lauschen, bei denen er u.a. erzählte, welche Schwierigkeiten er als Filmemacher hat, sich bei den großen Studios durchzuboxen, um überhaupt gezeigt zu werden.

Es ist gleichermaßen faszinierend, dass gerade Disney als Publisher in Erscheinung tritt, die mit der Tochterfirma Marvel ja nun an der gänzlich gegenteiligen Erzählweise und Film-Form arbeiten und quasi hier etwas präsentieren, das vollständig aus ihrem Portfolio ausbricht und alle Regeln und Gesetze verwirft. Shyamalan mag kein CGI, dreht lieber „analog“ und verzichtet auf so viele Computer wie nur irgend möglich: Sämtliche Szenen im Film sind tatsächlich so dargestellt und wurden auch im Kameraverlauf so durchchoreografiert, dass am Ende ein schlüssiges Bild entsteht und man als Zuschauer wieder mal verwundert sein darf über die ein oder andere Szene.

Diese teils trockene und subtile Erzählsprache ist heute nahezu ausgestorben, da man andernorts fast vollständig auf überbordende Special Effects setzt und mit Gigantismus einander auszustechen versucht, während Shyamalan dies hier mit einigen wenigen Sätzen andeutet und fast förmlich abarbeitet.

Damit zeugt man einmal mehr davon, dass seine Filme nichts im Mainstream verloren haben und immer noch zum Nischenkino gehören, Disney als weltweit führendes Label aber einen Massenmarkt damit erobern möchte und für komplett andere Absichten steht. Auch hier findet man sich in teils unerklärlichen Gefilden wieder, die so typisch für Shyamalans Filme sind.

.kinoticket-Empfehlung: Kurzum: James McAvoy haut einen hier vom Hocker, dass sich die Balken biegen und lässt dabei sogar Split wie ein Kindergartenfest aussehen!

Er allein ist DER Grund überhaupt, in den Film zu gehen, der desweiteren aber ebenfalls positiv überrascht! Plot, Twists und der fein abgestimmte Weg, den man damit einschlägt, überzeugen durchaus und präsentieren quasi den Gegenteils-Marvel-Superhelden auf eine völlig eigene Art und Weise. Damit ist für mich der Tiefpunkt seiner Karriere beendet und Shyamalan wieder voll im Rennen!

Nachspann
✅ Bei Split hat sich schon angedeutet, dass hier kleine Gimmicks versteckt werden und auch damit hat man bei Glass ganze Arbeit geleistet: Neue Szenen kommen zwar keine, jedoch ist der Abspann bis zum Schluss nett anzusehen.

Kinostart: 17. Januar 2019

Original Title: Glass
Length: 130 Min.
Rated: FSK 16 | PG-13

Killers Bodyguard

Ich hoffe, ihr kennt alle die “Originalversion” mit Kevin Costner und Whitney Houston aus dem Jahre 1992. Allein schon das “Filmplakat”, das man im Internet zu beiden Filmen findet, verrät gewisse Parallelen.
Tatsächlich hat Twentieth Century Fox es sich hier auch nicht nehmen lassen, unfassbar viele Anspielungen auf das liebevolle Original im Neuwerk einzubauen und die Zuschauer so mit viel perfidem Vergleichs-Zynismus zu erfreuen.
Dabei gilt nicht mehr das klassische “Wir verarschen mal irgendeinen Film ein bisschen”, sondern man schlägt dermaßen über die Stränge, dass so manch frühzeitige Ausstrahlung durchaus in Frage gestellt werden darf.
Sehr zum Vergnügen der erwachsenen Zuschauer, die hoffentlich reichlich die Säle bevölkern, denn der Spaß findet kaum ein Ende. Dabei driftet man so herrlich in die Absurdität und Übertreibung ab, die längst nichts mehr mit klassischen B-Twist-Movies zu tun hat, welche man dem Film fälschlicherweise attestieren könnte, sofern man die “Vorgeschichte” dazu eben nicht kennt.
Daher mein gut gemeinter Rat an alle Newbies: Schaut euch vorab The Bodyguard mit oben erwähnten Darstellern an und nutzt diese Blu-ray als Vorfilm zur aktuellen Klamauk-Version, die aus dem ernst gemeinten Original dann etwas völlig anderes werden lässt – der Spaßfaktor steigert sich dadurch auf jeden Fall ungemein.
Und wie ich schon oft erzählt habe, hat jeder Schauspieler seine Rolle des Lebens, in der er die eigenen 100% erreicht und danach immer nur Schatten seiner selbst produziert. Bei Ryan Reynolds dürfte jedem klar sein, dass Deadpool diesen Platz ergattert hat – und diese Verrücktheit merkt man ihm auch hier ansatzweise an, auch wenn sie nicht so in den Spitzen gipfelt, wie in seinem Film.
Dennoch macht Killers Bodyguard unfassbar viel Spass und begeistert die Erwachsenenriege mit viel Sarkasmus, Übertreibung, Blut und noch viel mehr. Beste Unterhaltung im Kino garantiert!
 

.kinoticket-Empfehlung: Definitiv vorher The Bodyguard schauen, dann erkennt man viel mehr Zusammenhänge zum eigentlich sehr sinnlich-romantischen Original.
Reynolds und Jackson geben hier genauso gute Figuren ab, wie die Hauptdarsteller in der Vorlage und gemeinsam mit einem umwerfenden Cast hat man im Kino als Erwachsener durchaus jede Menge Spaß.

 
Nachspann
Auf jeden Fall abwarten, auch wenn es etwas dauert – die Geduld wird auf jeden Fall belohnt 😀
Kinostart: 31. August 2017

(Trailer) Killers Bodyguard

Willkommen am Sonntag – Willkommen zum neuen .trailer von Killers Bodyguard:
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=6Ho0uNqEsG0?rel=0&w=560&h=315]
Hollywood-Klamauk präsentiert von © Twentieth Century Fox
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Hausaufgabe: In einen supergut sortierten DVD-/Blu-ray-Laden gehen und nach einem blau-silbernen Cover mit Whitney Houston und Kevin Costner Ausschau halten, den Film kaufen und anschauen, denn der wird hier offensichtlich aufs Korn genommen.
Wer wissen will, um welchen Titel es sich handelt: Streicht einfach aus meiner Überschrift das “Killers” raus.
Und warum man den noch gesehen haben sollte? Nun, Ryan Reynolds ist einfach eine verdammt coole Sau und im Zusammenspiel mit Samuel L. Jackson könnte dies mal wieder eine Komödie werden, die mir ein paar Lacher abringen wird, weil die Witze auf den ersten Moment mal nicht ganz so platt wirken, wie sonst in solchen groß aufgemachten Filmen.
Und wenn die Parallelen zum “Original” dann konsequent so durchgezogen werden und man mit dieser ausrastenden Version Hollywoodgeschichte parodiert, dann ist wahnsinnige Unterhaltung eigentlich schon uneingeschränkt vorprogrammiert.
 
Kinostart: 31. August 2017

Kong: Skull Island (3D)

Die Geschichte rund um King Kong geistert ja nicht erst seit gestern durch die Kinos. Wie bereits erwähnt, füllen zur Zeit sehr viele Remakes die Leinwände und bezeugen, dass Hollywood derzeit mal wieder der Stoff zum Verfilmen ausgegangen ist, weshalb man auf altbewährte Konzepte zurückgreift und hier eben Geschichten neu erzählt, die es schon mal gegeben hat.
Im Zuge dessen braucht man als Interessierter an diesem Film auch keinerlei großartige Anforderungen an einen trickreichen und überraschenden Plot stellen, denn die Vergangenheit hat bereits bewiesen, dass die Ära von hervorragend erzählten Storys diesbezüglich längst vorbei ist.
Kong: Skull Island macht hier keine Ausnahme. Ehrlich gesagt bin ich mir zum ersten Mal wirklich unsicher, ob ich den Film in 3D oder 2D empfehlen soll. Gesehen habe ich mittlerweile beide Varianten und unschlüssig bin ich mir immer noch.
Tatsache ist, dass man hier unglaublich viel Geld und Rechenleistung in herausragende und absolut beeindruckende Special Effects investiert hat, die sich nicht nur sehen lassen können, sondern über alle Maßen überzeugen. Macht man die Ohren zu und schaut sich diesen Film als Stummfilm an, wird man mit einer Augenweide an grafischen Monumentalszenen belohnt, die in der Tat meisterhaft sind. Hierbei macht das 3D dann noch mal den richtigen Unterschied, da der Film so noch mal einiges an Größe dazu gewinnt und die gezeigten Szenen umso beeindruckender rüberkommen.
Warum empfehle ich dann nicht gleich die teurere, räumliche Variante?
Beim Sichten in 2D habe ich festgestellt, dass die Kluft zwischen computeranimierter Technik und dem vergleichsweise mauen Plot nicht ganz so groß ist und daher die Enttäuschung über die relativ miese Story nicht ganz so weh tut. Hier gibt es nämlich nicht nur viele Logiklücken, sondern die Erzählung verliert ein wenig ihren Charme, dadurch, dass man sich eben nicht mehr auf die in den Vorgängerfilmen gezeigten Elemente konzentriert, die eigentlich die Geschichte von King Kong ausmachen, sondern hier eben wieder mal relativ lieblos einige Szenen zusammenschustert, die dann rechtfertigen, dass man absolut gelungene CGI-Effects hat, die man innerhalb eines Filmes miteinander verbinden will.
Der Plot gewinnt dadurch nicht an eigener Harmonie und es entsteht am Ende auch keine rühmliche Moral, die hier in die Tiefe des Charakters vorstößt und gewisse Dinge aufzeigt, die in heutiger Zeit durchaus relevant wären. Stattdessen hat man einfach nur hammerhart geile Effekte, die es im Kino zu feiern gilt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer damit klar kommt, dass die Geschichte nicht mit inhaltlicher Brillanz auftrumpft, der sollte unverzüglich zur 3D Variante des Films greifen.
Alle anderen können sich auch mit der kleineren Variante zufrieden geben, die etwas mehr Harmonie mitbringt, da der Anspruch hier generell etwas niedriger ist.
Dieser Film wurde eigentlich nur deshalb gemacht, um den technischen Fortschritt unserer Zeit zu feiern, und weniger deshalb, um eine emotionale Geschichte zu erzählen.

 
Nachspann
Viel wichtiger ist es, die kurze Zeit während des Abspanns sitzen zu bleiben, denn danach kommt noch eine etwas längere Abhandlung, die das eigentliche Ende des Films darstellt und das Gefühl eines offenen Endes verschwinden lässt. Erst danach macht der Film in meinen Augen wieder etwas mehr Sinn.

xXx: Die Rückkehr des Xander Cage (3D)

Wir sind in einem Kinozeitalter angekommen, in dem die Technik das Bewusstsein des Menschen längst überholt hat. Smartphones, die weit über den Standards dessen sind, was damals angeblich zur Mondlandung verwendet wurde, und CGI-Animationen sowie technische Täuschungen, die erst auf Nachfrage hin enttarnt werden, gehören heute fast schon zum guten Ton.
In so einem Zeitalter ist xXx: Die Rückkehr des Xander Cage entstanden und triumphiert mit einem 3D, das nicht nur sensationelle Raumtiefe aufweist, sondern durchaus wieder Maßstäbe setzt respektive beweist, dass wir tatsächlich in dieser Moderne leben.
Vin Diesels Auftritte gehören aber nicht zur abgeflacht-mauen Form dieses Jahrzehnts, sondern er brilliert hier mit imposanten Stunts und lässt das Action-Kino des Millennium wieder aufleben, aus dessen Jahrzehnt auch die Vorgängerteile von Triple X stammen.
Eben jene, die damals richtig Spaß dabei hatten, ihren Titelhelden dabei zuzusehen, wie sie die Welt um sich herum für irgendeinen simplen Sinn in Schutt und Asche gelegt haben, werden mit der aktuellen Fortsetzung erneut in den Kinosessel gefesselt und nicht nur mit altbewährter Action überhäuft, sondern auch mit Stunt-Szenen, die Maßstäbe in Detail, Dreidimensionalität sowie Ästhetik setzen und sich damit fast schon zur Kunstform emporheben.
Ganz im Ernst: Die Dialoge, die “Bösewichte” im Film gehören zurück in die 90er, ihre stupiden und teilweise lächerlichen Darstellungen passen genau in das gewollte Actionkino dieses Jahrzehnts, was auch einen sehr genauen Eindruck des Zielpublikums vermittelt – die Actionmomente selbst jedoch steigen in eine ganz andere Liga auf.
Man spürt deutlich, dass man hier mehr als stumpfes Rumballern zeigen wollte und mit Kamera-Choreografien um sich wirft, die mich tatsächlich an liebevolle Kunstszenen erinnern statt an stupide Gewehrsalven und Haudrauf-Szenen.
Damit trifft man den Kern der Aussage und holt tatsächlich all jene, die ihre einstigen Helden wieder im Kino erleben möchten und liefert ihnen alte Geschichten in modernster Form auf der Leinwand.
Zur Jahrhundert-Umwälzung wird diese Fortsetzung wohl kaum mutieren, und sich extrem lange im Kino halten wohl auch nicht, allerdings reicht das Aufgebot bei weitem aus, um wieder mal einen so richtig abgefahrenen Action-Abend zu genießen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Also: Popcorneimer voll machen, Hirn leer, hinsetzen und die Show genießen.
Die Sinnhaftigkeit gleicht derselben aus vergangenen Jahrzehnten aus diesem Genre, hier wird nicht viel modernisiert, die Grafik hat sich aber abartig verbessert und die Choreografien der ästethischen Kameraführung sind ein Augenschmauß sondersgleichen.
Und noch ein Pluspunkt zum Schluss: Diesel ist nicht austauschbar und sympathisiert hier wieder als ein Unikat vergangener Jahrzehnte.

 
Nachspann
Abgesehen vom Soundtrack passiert hier nichts sehenswertes mehr.

Die Insel der besonderen Kinder (3D)

Was soll jemand wie ich über einen Film wie diesen sagen?
Tim Burton.
Reicht das?
Im Trailer wird dazu eingeladen, in magische Fantasiewelten einzutauchen und die Realität hinter sich zu lassen. Es funktioniert.
Nicht nur, dass Burton wieder einmal einen Geniestreich abliefert, sondern die Eindrücke – ob nun audiovisueller oder tatsächlich bildhafter Art – setzen sich im Gehirn nieder und beginnen zu brüten. Der Trip, auf den man hier geschickt wird, ist nicht nur unbehaftet von anderen Inspirationen, sondern birgt wieder extremes Unterhaltungspotenzial, das nicht verschenkt, sondern genüsslich Stück für Stück ausgekostet und an den Zuschauer verteilt wird.
Dass Burton auch oft Kinder dazu einlädt, an seinen erzählerischen Machenschaften teilzuhaben, darf man bei Die Insel der besonderen Kinder gerne mal außer Acht lassen, denn der Stoff ist für die Jüngsten fast schon zu starker Tobak, dafür aber für das erwachsenere Klientel mega gut geeignet, um sich für eine Weile aus dem Alltag entführen und in eine gänzlich andere Welt schicken zu lassen.
Und ja, diese Reise funktioniert wirklich. Schon bald beginnt man, mit den Unnatürlichkeiten der Story zu harmonieren und erlebt sich selbst, wie man in einem Boot der Gefühle auf einer See umhergeschaukelt wird, die man vorher weder kannte, noch beherrschte. Und nicht nur der visuelle Anspruch sucht hier Menschen, deren Kopf noch funktioniert, sondern auch die inhaltlichen Pointen erfordern Denkenskraft, um die richtigen Parallelen zu unserer Welt zu ziehen und die richtige Moral davon mit in den Alltag zu kopieren.
Für mich persönlich war jedoch die visuelle Bildgewalt der ausschlaggebendste Punkt, weshalb man sich diesen Film im Kino anschauen sollte: Die Eindrücke beflügeln und lassen selbst Werke wie Big Friendly Giant (3D) ungeschlagen hinter sich – und das soll was heißen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier darf jeder unüberlegt reinspazieren, der Märchen, fantastischen Erzählungen und der Magie des Lebens etwas abgewinnen kann.
Dass hier ein Profi am Werk sitzt, braucht nicht weiter erwähnt werden, dass der sich jedoch wieder einmal selbst übertroffen hat, wäre Grund genug, andere Vorstellungen sausen zu lassen, um Die Insel der besonderen Kinder zu durchleben und nicht nur am grandiosen 3D seinen Spaß zu haben.

 
Nachspann
nur Namen und Berufsbezeichnungen und nichts magisches – auch hinterher nicht.

Legend of Tarzan (3D)

Ja, ich weiß: Zur Zeit wird alles, was nicht niet- und nagelfest ist, neu verfilmt. Der gemeine Kinogänger kann es nicht mehr sehen, alles quillt angeblich neu aus den Macherpistolen und wird uns aufgewärmt und irgendwie “schlechter” wieder vorgesetzt, weil die Ideologie des neuen Einfalls fehlt und Hollywood irgendwie die Ideen auszugehen scheinen.
Stopp! Oben gesagtes mag in vielen Fällen stimmen und das Computerisiert-Überreizte mag die Genialität einer guten Story überholt und vom Thron der Filmseele gestoßen haben, was in vielen Fällen zu einer miesen Überarbeitung eines ursprünglich tollen Films führt, der einfach nochmal Geld in die Kassen spülen und die Zeit bis zum nächsten schlechten Einfall überbrücken soll.
Pustekuchen! Legend of Tarzan schleudert hier eine Form von Film auf den Tresen, der endlich wieder einmal das Attribut “episch” verdient. Und ich mein das Ernst: Nicht nur optisch überzeugt man hier auf einem Niveau, bei dem Farben, Look und Stimmung derart aufeinander abgestimmt sind, sondern auch der Sound prügelt dir um die Ohren, dass es nach langer Zeit mal wieder erwähnenswert ist, die Augen nach dem Score aufzuhalten, denn der vermittelt hier eine Schwere, die nicht in Worte zu fassen ist.
Genauso beschreibungsunwürdig ist die Form der Kommunikation, die man in diesem Film anwendet. Wer seine lieben Schwierigkeiten mit The Jungle Book (3D) hatte, weil der zu kindisch, zu abgehoben, zu unrealistisch war, der wird nun mit einer Erwachsenenversion belohnt, die sich nicht nur in punkto Erzählweise, sondern auch bei allen anderen Rafinessen würdig erwiesen hat und hier mit einer Form von Genialität glänzt, die man sehr sehr lange Zeit im Kino nicht gesehen hat.
Dank Christoph Waltz könnte man fast auf die Idee kommen, Quentin Tarantino hätte sich neu erfunden und würde als Jüngling ein weiteres Mal die Herzen der Kinosüchtigen begeistern, jedoch ist die Mitarbeit von selbigen hier nicht vorhanden. Stattdessen überrascht man mit einer gekonnten non-verbalen Kommunikation, die alles bisher dagewesene mal eben in den Schatten stellt und in meinen Augen ganz großes Kino produziert: Epische Momente, die vor Coolness, angedeuteter Brutalität und überbordender Größe nur so glänzen und dabei zu keinem Zeitpunkt auch nur den Anschein erwecken, hier nicht noch mehr PS unter dem Arsch zu haben, als ohnehin schon über die Leinwand kracht.
Und genau dieser Fakt hat mich rückwärts mit offenem Mund wieder aus dem Kino fliegen und sprachlos werden lassen: Das einzige Wort, das hier klar ausdrückt, was ich in diesem Film empfunden habe, ist: EPISCH!
 

.kinoticket-Empfehlung: Nein, es ist keine brühwarme Auffrischung oder Reinszenierung alten Materials, sondern eine völlig berechtigte, überzeugende und wuchtige Story, die hier mit enorm viel Kraft, Ausdrucksstärke und Bildgewalt über die Bühne rollt und jeden Zuschauer auf seine Weise erreicht.
Der Look, der Sound, die Brachialität und Urgewalt, die man hiermit auf den Zuschauer loslässt, sucht seinesgleichen und liefert endlich wieder einen Film, der die Langeweile des Sommerlochs eiligst verschwinden lässt.
Und wenn man sich nur für diesen Film aufmacht und ins Kino bewegt: DAS lohnt sich definitiv!

 
Nachspann
beinhaltet keine nachfolgenden Momente, Szenen oder Bilder.

The Hateful Eight

Was wurde für ein Aufriss darum gemacht: Quentin Tarantino hat seinen achten Film auf der Leinwand! Und was schleichen sie alle einzeln in die Spätvorstellungen. Wer Tarantino kennt, der dürfte nichts anderes gewohnt sein: Grandiose Kameraaufnahmen, übervorteilende Dialoge, ewige Länge und eine abartige Sinnlosigkeit mit Tiefenpsychologie, die in der Filmwelt bis dato einzigartig ist.
Ich hatte ehrlich gesagt bei den vielen Trailern vorab so manchmal meine Zweifel, ob er damit wirklich wieder so einen Hit landet, wie man es von ihm gewöhnt ist: Irgendwie wurde alles gesagt und der Junge weicht von seinem Schema auch keinen Deut ab.
Und genau so startet man auch. Der Sound? Reißt dich mit. Und zwar ganz tief nach unten. Mit brachialer Macht und unglaublich ästhetisch-kalten Bildern ohne großes Wirrwarr. Man kann den Unterhaltungen folgen. Und es zieht sich. Man braucht Geduld. Zum Warmlaufen.
Denn lässt man sich auf die Story ein (und das braucht dieses Mal wirklich einen aktiven Schritt vom Zuschauer), dann zündet der Funke und auf einmal ist Quentin wieder da. Und es flutet. So als ob das Streichholz erst gar nicht angehen will und dann sofort die ganze Kutsche niederbrennt. Und nach Tarantino-Manier macht es wieder richtig Spaß, dem Geschehen zu folgen und im Zuge der Durchtriebenheit vieler Erzählstränge den Überblick zu behalten. Zeit genug dafür ist da, denn der Großmeister schert sich einen Scheißdreck um hollywoodöse Regeln und macht einfach sein eigenes Ding. Und es funktioniert.
Wer enttäuscht vom Schluss des Films ist, sollte sich vergewissern, dass er tatsächlich erst vor dem Abspann und nicht vor Beginn des zweiten Teils in der Pause nach Hause gerannt ist, so wie es eine Zuschauerin beim Personal des Kinos jüngst beklagte. Der Meister der verbalen Unvergesslichkeit führt einen auch hier wieder an ein zufriedenstellendes Ende in glückseliger Verrücktheit. Und danach kommt tatsächlich der Abspann. Und der lässt keine Fragen mehr offen.
Vergleichen kann man die Filme sowieso nur mit sich selbst und vielleicht sollte man das besser auch nicht tun. Wir alle sind vorbelastet von Titeln wie Pulp Fiction und erwarten brav nach eingeimpfter Steigerungsmentalität dann völlig unbewusst, dass jeder auf diesen Zug aufspringt und sich aus dem einstigen Schleim der Kinderhäute erhebt und zu noch größerem aufsteigt. Oftmals ist das gar nicht notwendig. Manchmal reicht es auch schon, einfach die Türen der normalen Welt hinter sich zu verschließen und in die absurde Wahnsinnigkeit von Tarantinos Fantasie abzusteigen, um einen Film zu erleben, der sich von der Masse der ihn umgebenden Filme deutlich abhebt.
Und diesen Anspruch erhebt The Hateful Eight nicht nur, sondern erfüllt ihn auch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der bittersüße Nachgeschmack, das Tarantino bereits alles gesagt hat, bleibt auch nach dem Abspann noch etwas erhalten.
Der Kultfaktor entsteht allerdings auch, wenn auch womöglich etwas zeitversetzt. Die Einfälle sind durchaus wieder würdig genug, um in die Filmchronologie des Machers einzugehen. Allerdings sollte man hier viel Zeit und Geduld mitbringen, denn das Teil hat nach 1.5 Stunden erst richtig angefangen.

 
Nachspann
Kommt keiner mehr, man darf also fröhlich nach Hause spazieren und damit anfangen, seine Türen zu …. 😉

Big Game

Die Österreicher spielen verrückt und in Deutschland hört und sieht man kaum etwas davon, und das, obwohl unser Land maßgeblich mit an der Gestaltung und Schöpfung des Films beteiligt war.
In Big Game passieren gewöhnlichen Leuten ungewöhnliche Dinge. Der Film kommt mit einer frischen Prise aufkeimender Neuschöpfung eines Genres daher, das Kinder der 90er heute wohl schmerzlich vermissen dürften.
Der finnische Charakter, der dem Film innewohnt, zeugt in gewohnt-heimeliger Manier von traditionellem Tiefgang nordischer Lebenskultur und versucht auf spielerische Art und Weise etwas rüberzubringen, was nicht ausschließlich belehrend, sondern eher unterhaltend wirken möchte.
Schauspielgrößen wie Samuel L. Jackson übernehmen hier eher untergeordneten Stellenwert, denn getragen wird die Geschichte von jemand ganz anderem.
Die Kulisse des Films ist atemberaubend. Wer öfters in südlicheren Gefilden unterwegs ist, wird sicher einige markante Wegpunkte wiedererkennen und von einem Blickwinkel aus betrachten können, die ihm bisher verwehrt blieben.
Das ganze Geschöpf könnte man als eine Art fortgeschrittenen Film mit Tendenz zur Familienunterhaltung bezeichnen, die klassische Züge eines 90er Films annimmt. Die Effekte sind teils sehr beeindruckend und für den bislang teuersten Film, den Finnland je hervorgebracht hat, ist Big Game zum Schluss dann doch richtig gut geworden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Allein schon die Naturimpressionen beeindrucken in ihrer Weise und die schauspielerischen Leistungen, die sich stark an die Zeit der 90er anlehnen möchten, sorgen dafür, dass Leute, die in dieser Zeit groß geworden sind, sich hierbei richtig gut fühlen.
Zu viel Professionalität sollte man diesem Machwerk aber nicht abverlangen, sondern sich eher an der teils komischen, teils unterhaltenden Sorte Film a la Stallone orientieren. Dann bekommt man ein Werk, das den Gang ins Kino schon allein der Effekte wegen lohnt.

 
Nachspann
Der löst auf, wer hier wo alles beteiligt war, das diesmal durchaus spannend zu lesen ist. Weiterführende Szenen oder Clips fehlen aber.

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