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Avengers: Endgame (3D)

Avengers - Endgame

© 2019 Marvel Studios

Es ist das heiß erwartetste Filmevent des ganzen Jahres überhaupt: Avengers: Endgame stellte bereits in Sachen Marketing Weltrekorde auf. So wurde beispielsweise der .trailer innerhalb von 24 Stunden über 289 Millionen mal aufgerufen. Auch in Deutschland feiert man einen Rekord: Innerhalb der ersten 24 Stunden waren bereits 105.000 Tickets im Vorverkauf an Zuschauer weitergegeben worden. Und das, obwohl nicht mal alle Kinoketten bis zu dem Zeitpunkt überhaupt in der Lage waren, Tickets für den Film anzubieten, da diese noch in den Verhandlungen mit Disney steckten.

Das Ausmaß ist irre – und der Run auf den Film wird mit Sicherheit weitere Rekorde brechen und auf ein Niveau steigen, dass so schnell nicht zu überbieten ist.

Ich denke, auch bei Marvel war man sich dieser Tatsache bewusst und hat deshalb mit nichts gespart: Avengers: Endgame, den ich bereits gestern vormittag sichten durfte, bricht tatsächlich Grenzen und kommt an ein Oberniveau, das ich fast schon als “final” bezeichnen möchte: Hier wissen alle, dass man nun nicht weiter braucht, dass dieses epische Finale tatsächlich ein Abschluss bildet und der Einschlag ist phänomenal!

Ich erspare euch an dieser Stelle eine erneute Aufzählung der Avengers-Filme und verweise dezent auf die kürzlich erschienene Captain Marvel-Kritik, in der ich die Phasen bereits schon einmal aufgelistet habe: Nach 21 Filmen in diesem Universum arbeitet man nun auf einen epischen Abschluss hin und beendet anschließend mit Spider-Man: Far From Home die dritte Phase.

Und ja, hier bleiben dir wirklich Mund, Augen und Ohren offen stehen und die ganze Zeit rinnen Tränen über dein Gesicht: Das Versagen aus Avengers: Infinity War sitzt tief in den Knochen und es ist überwältigend, mit welcher dramaturgischen Bedeutsamkeit man hier auffährt und sich wirklich für alles und jeden Zeit nimmt, um die Bedeutungsschwere auch ausreichend zu zelebrieren.

182 Minuten ist nicht nur der längste Marvel-Film überhaupt, sondern stellt für viele Kinobesucher selbst eine große Herausforderung dar, zumal bislang in keinem Kino bekannt ist, dass der Film mit Pause gezeigt werden soll. Diese Entscheidung, die ich bereits von einigen im Vorfeld verurteilt gehört habe, ist in meinen Augen absolut richtig: Man kann hier keine Pause machen, ohne den Film maßgeblich zu zerreißen und auch die Produzenten haben sich dazu schon geäußert: Man möchte keine unnötig in die Länge gezogenen Filme generieren, sondern Spannung liefern, die es dem Zuschauer unmöglich macht, irgendwann aufs Klo zu gehen, da er dann maßgebliche Teile des Films verpasst.

Genau dies ist bei Avengers: Endgame auch der Fall: Es fühlt sich längst nicht nach 3 Stunden an, sondern ist in meinen Augen viel zu schnell vorbei: Diese monströse Laufzeit entpuppt sich viel mehr als “ganz normaler Film”, bei dem man einfach weniger trinken sollte bzw. ganz auf Flüssigkeiten verzichten, sofern dies keine gesundheitlichen Probleme bereitet.

Achja: Verzichtet auf Popcorn. Und schaut mich nicht so komisch an, weil ihr gerade bei diesem Event so richtig “ins Kino eintauchen wolltet mit allem, was dazu gehört”: Tut’s einfach. Nehmt irgendwas “geräuschloses” mit in den Saal, wenn ihr unbedingt futtern möchtet. Spätestens nach der ersten Stunde werdet ihr wissen, warum.

Ich bin immer noch maßlos beeindruckt über die Tragweite und Bedeutsamkeit, mit der hier auf emotionaler Basis ein Superhelden-Machwerk an seine Grenzen geführt wird, ohne irgendwelche nennenswerten Nachteile zu generieren: So viele Momente epischen Ausmaßes, so viele Tränen, so viel Glück, so viel Superlative, so viel technisch beeindruckende Perfektion in einem Movie vereint: Dieser krönende Abschluss ist der legendäre Beweis dafür, dass sich Blockbuster und erzählerischer Tiefgang nicht ausschließen!

Ich predige seit Jahren, dass Marvel eines der wenigen Studios ist, die alles vollkommen richtig gemacht haben und halte an diesem Satz auch nach diesem Film weiterhin fest: Alles komplett richtig gemacht!

Die Enttäuschung vieler, die bei Captain Marvel aufkam, weil man sich aus den Comics über die Stärke des Charakters im Klaren war und eben jene Epicness nicht in dem Film zu finden schien, unterstreicht meine Vorstellung erneut, dass der Charakter nur für Endgame eingeführt wurde und als “Lückenfüller” galt – und somit nachträglich bewiesen ist, dass auch hier alles richtig gemacht wurde und nicht schon vorher das halbe Feuerwerk verschossen.

Diese Show ist wirklich einzigartig und sie zerbricht fast an ihrer Größe und heroischen Macht, stellt gleichzeitig aber auch herausragende Vorbildfunktionen auf die Bildfläche und liefert somit eben keinen “blöden amerikanischen Übertreibungsfilm”, sondern setzt sich mit Story auseinander und ergründet nachahmenswertes menschliches Verhalten, das in diesen Situationen aus jedem einen Superhelden machen kann.

Genau diese Momente sind es, die Avengers: Endgame zu einem wertvollen Meilenstein der Kinogeschichte werden lassen: Wenn man keine Worte mehr braucht, um die Dinge zu erklären. Es ist so überwältigend, diesen omnipräsenten Schmerz zu spüren und die Kriegsmüdigkeit auf der Leinwand zu sehen, die viele in heutigen Zeiten auch im echten Leben verspüren: Dabei gibt dieser Film Kraft, baut auf und zeigt, dass es aus der ganzen Sache ein Entrinnen gibt … auf tragische Art und Weise.

So schnell wird der Film garantiert nicht aus den Kinos verschwinden: Nutzt eure Chancen und sucht euch bewusst einen großen, lauten, breiten Saal aus und bucht Plätze in der Mitte: Je größer, desto besser. Alles andere nimmt dem Film die Macht, die er braucht, um sich wahrhaftig zu entfalten.

Und nehmt Taschentücher mit. Ihr werdet sie brauchen!

.kinoticket-Empfehlung: Episch, episch, episch.

Mir fällt kein anderes Wort ein, um das zu beschreiben: Der Beweis, dass sich Blockbuster und epischer Tiefgang nicht ausschließen, dass man trotzdem eine tiefgreifende Geschichte erzählen kann und heroische Action um sich rum toben lassen darf: Marvel hat alles richtig gemacht und führt seine 21-Filme-Vorarbeit nun zu einem gigantischen Finale, dessen ruhmreiche Tragweite noch sehr lange nachhallt und jede einzelne Minute wertvoll lässt.

Nachspann
Ratet mal … und diesmal ist bewusst kein Bildchen da. Oder anders gesagt: ✅ ❌ – eins von beiden ist richtig 😉

Kinostart: 24. April 2019

Original Title: Avengers: Endgame
Length: 182 Min.
Rated: FSK 12

Solo: A Star Wars Story

Die PR des Films ist eine mittelgroße Katastrophe, die .trailer-Synchronisation schreit die Fans förmlich an und der Film löste auf dem Festival in Cannes mittelmäßige Begeisterung aus und sorgte damit eher für verhaltene Reaktionen und weniger für Fanboy-Gekreische.
In China tut man indes alles dafür, den Zuschauern vorzuenthalten, dass sie hier in einem Star Wars-Film sitzen: Man veröffentlicht nach dem desaströsen Verlauf von Star Wars: The Last Jedi den Titel einfach unter dem Namen Ranger Solo und in Deutschland wäre man diesen Schritt wohl konsequenterweise auch besser gegangen.
 

 
Beste Voraussetzungen dafür, einfach mal ganz von vorn anzufangen.
Und mit ganz von vorn, meine ich ganz von vorn. Vergesst alles, was ihr bisher wisst. Vergesst vergangene Generationen. Vergesst, was ihr aus dem Star Wars-Universum bereits kennt. Vergesst, dass einst George Lucas der uneingeschränkte Herrscher über diese Imperien war und vergesst, dass wir alle ihn wie die Diener eines Gottes verehrt haben und als Fans letztendlich Star Wars zu dem gemacht, was es heute ist: Uneingeschränkter Kult!
Disney stellt hier den Fan-Zuschauer vor die unbewältigbare Aufgabe, Star Wars nicht mit Star Wars zu vergleichen, sondern die urigen Hintergründe dieser neuen Modeschöpfung am Sternenhimmel der Kinos zu begreifen und zu feiern. Und diese Aufgabe ist – wie schon erwähnt – nicht lösbar. Zumindest nicht, ohne ganz viel Willen, Begeisterungsfähigkeit und Liebe für die Leinwand mit in den Saal zu tragen und nicht zu erwarten, dass hier die überschwängliche Begeisterung von Seiten der Macher von der Leinwand runterpurzelt.
Wer also ist in der Lage dazu, einen völligen Neuanfang zu wagen und sich unvoreingenommen diesem Werk zu nähern? Richtig: Jemand, der bisher noch nie etwas von Star Wars gesehen oder gehört hat.
Gibt’s nicht?
Ob ihr es glaubt oder nicht: Ich habe diese seltene Koryphäe – dieses Wunderwerk der Natur gefunden und sie hat den Film (also Solo: A Star Wars Story) mit mir gemeinsam schon vor Kinostart gesehen und ich hatte die unvergleichbare und einmalige Chance, eine Art “Interview” mit ihr zu führen und sie zu fragen, wie sie den Film empfunden hat.
Hierbei ist viel Interessantes zu Tage gekommen, z.B. dass diese Frau mit ihren Empfindungen meinem Wunsch nach völliger Neutralität gegenüber Neuem fast zu 100% entsprochen hat. Sie empfand den Film durchaus als sehr unterhaltsam, stellenweise zu viel Soundtrack, würde empfehlen, ihn sich lieber in 2D anzuschauen, da die Impressionen und Eindrücke sonst einfach zu viel seien und wollte von mir wissen, ob Chewbacca eine Anspielung auf Planet der Affen sei und was es damit auf sich hätte.
Tatsächlich … nehmen wir einfach mal an, der hieße hier auch Ranger Solo und wir hätten es einfach mit einem völlig neuen, unvoreingenommenen Film ohne Vorgeschichte zu tun: Das Ding funktioniert. Zwar ist der Plot bei weitem nicht so ertragreich und bombastisch wie bei Größen wie Star Wars, aber damit hat der Film ja auch nichts zu tun! 😉 Es ist halt einfach eine völlig in sich schlüssige, gut erzählte und mit wahnsinnig großartigen Effekten ausgestattete Geschichte eines Jungen, der in den Anfängen der Geschichte der Galaxis seinen Weg geht.
Unter diesem Aspekt … gespickt mit dem von mir empfundenen, großartigen Soundtrack, der sämtliche Langeweile-Lücken fantastisch auffüllt und gepaart mit dem Vorwissen, was aus dem kleinen Kerlchen später mal werden wird: Man erkennt fast schon die Wesenszüge eines späteren Harrison Ford, der in den Augen der Fans der einzig wahre Han Solo ist und auch immer bleiben wird!
Und genau das ist die Crux: Man muss es teilen. Auseinandernehmen und seiner magnetischen Vergleichswirkung entziehen: Man darf eben das Frühe nicht mit dem Vergangenen/Heute vergleichen, sondern sollte Solo eine eigenständige Chance geben, sich als Kinofilm zu etablieren. Der liefert nämlich so viel Unterhaltung und funktioniert in Sälen, die mit Dolby Atmos ausgestattet sind, so brachial, dass einem fast die Spucke wegbleibt und bei einigen Szenen wahrhafte Blockbustergröße empor sprießt!
Dazu kommt: Man sollte sich – auch wenn man kein einziges Wort Englisch versteht – diesen Film zwingend in OV oder zumindest in OmU ansehen und auf die deutsche Synchronisation komplett verzichten: Die ist scheiße! Nennen wir das Kind beim Namen und lösen damit auch gleich das Rätsel auf, weshalb die Deutschen so unmütig auf die Vorstellung des neuen Zwischenfilms reagierten: Die Synchronstimme passt schlichtweg einfach so überhaupt gar nicht und hat rein keinen Schimmer von den sympathisierenden Zügen der Originalstimme von Alden Ehrenreich, der in seinem typisch amerikanisch-“kanadischen” Stimmenklangsoundbed die richtige Würze für diesen Charakter liefert und mit seinem unvergleichlich bissigen Blick Charakterstärke aufbaut, die einem späteren Harrison Ford durchaus würdig wird.
Das Problem: In den .trailern ist davon halt absolut nichts zu sehen, darum kann es auch keiner wissen und deshalb fanden die meisten den .trailer eben von vornherein doof – inklusive mir, der sich dachte: Jetzt ist alles verloren und Disney in seinen schlechtesten Eigenschaften hat die Weltherrschaft endgültig an sich gerissen und fängt an, alles und jeden um sich herum zu zerstören.
Die Wahrheit ist eine völlig andere: Man muss den ganzen Film sehen um ihn beurteilen zu können – und zwar genau so, wie ihn sich die Macher vorgestellt haben. Wir Deutschen leben in einem Land, das mit großartigen Synchron-Funktionalitäten ausgestattet ist und können uns glücklich schätzen, dass es haufenweise Teams gibt, die sich unterhaltender Lektüre annehmen, sie sichten, neu interpretieren und dann übersetzt hierzulande auf den Markt bringen. Und genau da liegt das Problem: Es ist eine Interpretation eines Einzelnen, dem sich nun ein ganzes Land unterwerfen muss und die vielleicht nichts mehr mit den eigentlichen Intentionen zu tun hat.
Gerade bei den prägenden Dingen wie Stimme, “Nuschelei”, Charakterzügen oder knackigem Wortwitz brechen wir an den Sprachbarrieren kümmerlich auseinander und übrig bleibt ein Rest, der nicht mehr anzuschauen würdig ist.
Auch der Coup, dass man die besten Szenen im Film belässt und hier keinerlei Spoiler in die .trailer einbaut, mag von der PR-Riege Disneys löbliche Absicht gewesen sein: In diesem Falle hat sie einfach nur versagt und den Fans mit ihren riesigen Erwartungen jedwede Lust auf den Film genommen und sie bitter vor die Köpfe gestoßen: Lasst euch im Namen von Disney ein “Entschuldigung” zurufen und konsumiert den Film einfach im Original: Hier wird alles wieder so, wie es ursprünglich gedacht war.
Und ein letzter Punkt: Es ist Dolby Atmos, dass dieses Ding zum Leben erweckt und den wahrhaftigen Geist dieses Films zur Geltung bringt. Wer darauf verzichtet, gibt Geld für ein .kinoticket aus, auf dass er gerne genauso verzichten könnte, denn ohne Dolby Atmos lohnt sich der Film einfach nicht! Hier spielt er derartige Stärken aus, die dem ganzen Werk Leben einhauchen, weil es einmal mehr von der permanenten Entertainmentqualität lebt und im Zuge dessen eben von einem dynamischen, lauten und umhüllenden Sound, der das Kinoerlebnis erst zu einem solchen werden lässt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Beachtet man diese zwei Dinge: NUR IN OV / OMU ohne 3D und in einem Kino mit DOLBY ATMOS – dann ist das seit Jahrzehnten das erste Werk Disneys, dass so richtig reinknallt und zeigt, dass der Laden es in der Moderne doch noch drauf hat!
Nach all den negativen Dingen, die ich über diesen Konzern geschrieben habe, könnte dieser Film – wie auf dem Plakat verkündet – der Beginn der größten Freundschaft der Galaxis werden, der zwischen mir und Disney itself. Die Unterhaltungsqualitäten hat der Film und die negative Kritik im Vorfeld kann ich nur damit erklären, dass diejenigen einfach keine Ahnung hatten, weil sie nur Teile und nicht das Ganze gesehen haben.
Ich würde und werde wieder reingehen, denn dieses Spektakel wirkt nur auf dem Big Screen und ist nichts fürs TV oder Heimkino, es sei denn, man lebt in einem Lichtspielhaus! 😉

 
Nachspann
❌ braucht man nicht abzuwarten, hier folgen keine Szenen mehr.
Kinostart: 24. Mai 2018
P.S.: Die Frage, ob dieses Universum jetzt als Basis für die neu gegründete Trilogie fungieren wird, die Disney bereits geplant hat, wollte mir die Pressestelle zu dem Zeitpunkt nicht beantworten. Eben dies würde ich begrüßen und fände es riesig, da dann aus dem zeitlich zurückgelassenen Schlachtfeld tatsächlich etwas großartiges entstehen könnte. Die Zeit wird’s zeigen…

Pacific Rim: Uprising (3D)

Kinder: Das Zeitalter der Superlative ist angebrochen!
In unzähligen überbordenden Mega-Blockbustern hat man uns in der Vergangenheit gelehrt, was es heißt, mit CGI-Fäusten auf die Zuschauerschaft loszugehen. Nicht zuletzt hat man mit der Transformers-Saga fünf unerträglich gewaltige Titel geschaffen, die den Zuschauer auf das vorbereitet haben, was Pacific Rim: Uprising jetzt auskostet.
Die Vergangenheit hat uns längst gelehrt, dass niemals für beides genug Geld da ist: entweder man hat sagenhafte Geschichten oder bombastisches Effektgewitter! Pacific Rim: Uprising nährt sich von der Gewöhnung, die in den vergangenen Jahren auf die Menschheit losgelassen wurde und liefert jetzt Letzteres in Vollendung an den Kinozuschauer ab!
Man ist längst darüber hinaus, zu ergründen, warum, wieso oder weshalb etwas geschieht und konzentriert sich einzig und allein auf die inzwischen fast schon perfekt austarierten Meistermoves, die den Federn der Macher entsprungen sind. Und die Modelle dazu erkennt man bei ungenauem Hinsehen ja auch wieder: Hollywood hat, was es braucht, und kann sich darum künftig nur noch um die Feineinstellungen kümmern, der Rest liegt bausteintechnisch abrufbereit in der Schublade.
Ich glaube, das Gefühl, dass solche Filme leicht minderbemittelt wirken, zumindest was die Inhalte angeht, entspringt der Tatsache, dass wir es gewöhnt sind, in anderen Titeln unzählig viel Spielzeit darauf zu verwenden, bürokratische Prozesse in Gang zu setzen um endlich an das gewünschte Ziel zu kommen, was hier auf einmal nach einem Hard-Cut sofort vorhanden bzw. intakt ist.
Das entbehrt jedweder Logik und führt die Story daher ad absurdum, weswegen weniger die Gefühle und Empathie als vielmehr das Popcorn-Unterhaltungsgen angesprochen wird. Hier finden sich aktuell sehr viele, schön ausgelotete Szenen, wunderbare Kameraeinstellungen, herrliche Bilder in prachtvollem 3D – und überhaupt ist der ganze Film eine optische Augenweide, die so sehr schmeichelt, wie es schon lang kein anderer Film mehr getan hat.
Genau mit diesen Erwartungen sollte man in diese Vorstellung gehen: lasst die Suche nach Logiklücken zu Hause, nehmt euch lieber ein Bier in die Hand, und genießt, was euch in diesem Genre jetzt vorgesetzt wird, denn: wir sind an der Superlative angelangt und haben ein Maß erreicht, an dem in diesem Sektor schon fast von Vollkommenheit gesprochen werden kann. Würde man jetzt weitergehen, müsste man sich wieder mit Inhalten beschäftigen und in Zukunft wesentlich mehr Geld in solche Produktionen reinpumpen, als es jetzt sowieso schon gemacht wird. Und ich glaube, darauf müssen wir noch ein ganzes Stück warten.
Genießt die Show, macht das Kino groß, dreht die Boxen auf laut und schau zu, dass alles so riesig wie möglich ist. Dorfkinos, kleinere Städte und alles was unter Super-Giga-Mega ist, hat keinen Wert und macht den Film wieder zu einem nicht sehenswerten Objekt. Sorgt dafür, dass dies nicht passiert, und fahrt gegebenenfalls einfach ein paar Kilometer weiter, wenn dort das Kino wesentlich größer ist. Dann macht auch dieser Kinoabend wieder richtig Laune!
Noch ein paar Worte zum Sound: Ich hatte schon bei Transformers das Gefühl, dass man hier eher witzig als episch sein wollte und irgendwie den großen Wurf nicht wirklich rausgepresst bekam. Das, was ich mir während des Films erwartet hätte, kam dann im Nachspann, was mich selbst verwunderte, wie schnell doch tatsächlich die Zeit rumging… langweilig wird’s also nicht. Also konzentriert euch auf den Film und genießt den Sound dann, wenn alle weg sind.
 

.kinoticket-Empfehlung: Größenwahnsinnig, gigantisch, mehr mehr mehr!
Das sollte hier die Devise sein. In jedem – und das verspreche ich euch – kleineren Kino, wird dieser Film zum letzten Schund. Alles, was bisher in dieser Richtung da gewesen ist, wurde nur produziert, um diesen Teil hier drehen zu können.
3D, Optik, visuelle Pracht und CGI glänzen auf oberstem Niveau. Wer Story, Logik oder glaubwürdig spielende Schauspieler sucht, ist hier falsch.
Am Soundtrack dürfen sie gerne noch ein wenig feilen, der wurde in meinen Augen dann richtig episch, als bereits alle wieder aus dem Saal waren: Beim Nachspann!

 
Nachspann
Bleibt sitzen und genießt die Klänge!
Kinostart: 22. März 2018

The Walking Dead – Season 7 Episode 12: "Sage Ja"

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Welcome Screen im CinemaxX München zum Starbesuch presented by Twentieth Century Fox


 
Es ist zugegebenermaßen schon ewig her, dass ich diese Folge der unglaublich tollen Serie im Kino gesehen habe. In den vergangenen Jahren hat man mich schon mehrfach gefragt, ob ich auch Serien bewerte und meine Antwort darauf war stets: “Ja, wenn sie im Kino laufen.”
Da ich diesbezüglich aber noch nichts im Blog habe, wird es endlich mal Zeit, damit anzufangen. Zu dem Event-Abend gab es nämlich für alle Besucher noch einen megafetten Bonus zur Folge obendrauf: Die Darsteller Dr. Eugene Porter (Josh McDermitt) und Dwight (Austin Amelio) waren persönlich da und haben uns vor der Show mit jeder Menge Informationen über den Dreh, die Folgen, die Erlebnisse am Set und Schwänken zugepackt und wir alle hatten gemeinsam megamäßig viel Spaß.
Die Darsteller mal außerhalb der Serie zu erleben und zu merken, dass sie auch da mordsmäßig coole Socken sind, war für sich schon den Abend wert. Und viele tolle Erinnerungen, den Theme Song von The Walking Dead in Kinoqualität und ein paar hübsche Selfies mit den Darstellern machten den Abend perfekt.
Und natürlich die Folge selbst.
Hier orientiere ich mich mal an den ersten beiden Staffeln, auch wenn das für Season 7 ziemlich weit hergeholt ist, jedoch repräsentieren für mich die ersten beiden Jahre noch das Grundwesen dieser Serie. Man hatte eine Folge, in der unglaublich viel passiert ist, unglaublich großartige Einstellungen gemacht wurden und man sich mit Eleganz und Drang durch die völlig absurde Welt bewegte und den Zuschauer einfach blindlings hineinfallen ließ. Genau das haben viele ja so mächtig gelobt, dass endlich mal Anspruch und Stil und nicht die billigen Effekte das Hauptaugenmerk der Serie sind.
In Season 7 sieht das dann schon ein wenig anders aus. Man bekommt viel eher das Gefühl, dass es “am Laufen gehalten” werden muss und man sich mit den Einfällen und der Reichhaltigkeit innerhalb einer Folge mächtig zurückhält. Klar, es ist nur ein Bruchteil der Erzählung dieser Geschichte, die niemals ein absolutes Ganzes darstellt und der verpuffende Wow-Effekt zum Einstand der Serie ist mittlerweile auch längst verklungen, jedoch wirkte auf mich die Folge extrem langsam. Man lässt sich mit allem viel mehr Zeit und hat längst nicht mehr den “Forscherdrang” zu wissen, wie es jetzt überhaupt weiter geht, sondern wundert sich vielmehr eher, wenn überhaupt etwas passiert. Die Entscheidungen sind auch nicht mehr so trächtig und konsequenzenreich, sondern werden eben einfach getroffen und dann durchgezogen. Danach beschäftigt man sich mit Elementen, die man von früher kennt, zieht es alles auf eine Folge hoch und hat am Ende ein Ergebnis mit Cliffhanger zur nächsten Folge – eben der ganz typische Serienalltag.
Ich weiß nicht, ob das nun gut oder schlecht ist, inwieweit man sich da reingefunden und positioniert hat, empfand es aber dennoch als sehr wohltuend, mal mit vielen anderen Fans gemeinsam diese Folge vor Ausstrahlung zu erleben und somit einen völlig neuen Einblick in die Serie zu kriegen, der einem auf Blu-ray nicht gewährt wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Abend war sein Geld auf jeden Fall wert!
Jeder Fan ist begeistert, wenn man Teile seiner Serie plötzlich wahrhaftig vor sich erlebt und es muss ein unglaublicher Erinnerungswert sein, wenn Eugene ins eigene Popcorn greift und sich einfach mal so bedient.
Lustig war’s in jeder Hinsicht und wir alle wissen nun auch aus erster Hand, dass die beiden Oachkatzlschwoaf richtig aussprechen können 😉 Dann kann für den Dreh in München ja nichts mehr schief gehen 😀

 
Nachspann
wie üblich, nur eben in Groß und unglaublich präsent.
(Heim)Kinostart: 9. November 2017
(Hier mach ich mal eine kleine Ausnahme, da Serien generell nicht in Kinos anlaufen und durchgehend dort zelebriert werden könnten.)

Churchill

Die heranwachsenden Generationen gehören nun langsam vollständig zu denjenigen, die weder den Krieg persönlich miterlebt, noch sich mit deren Thematiken auseinandergesetzt haben, um hernach in Gedenken an vergangene Fehler Vorwürfe und andere Unschönheiten zu Gehör zu bekommen, die von verschiedenen Seiten aus immer wieder gestreut und – zu Recht oder Unrecht – dem heute lebenden Volke vorgeworfen werden.
Ich finde, dieses Thema gehört zu denjenigen, die man am besten überhaupt nicht diskutieren sollte, weil daraus meist nur Streit, erboster Hass und Unverständnis bzw. Missverständnisse geboren werden, die den heutigen Frieden, der – zumindest in Deutschland – herrscht, maßgeblich stören.
Andererseits ist es zwingend erforderlich, sich mit solchen Gegebenheiten auseinanderzusetzen, um Dinge, wie sie damals passiert sind, zu verhindern und dafür Vorsorge zu betreiben, dass eben jene Fehler, in die man sich in der Historie unmissverständlich hineinmanövriert hat, nicht wiederholt werden.
Und wer in Geschichte im Unterricht aufgepasst hat, weiß, dass sich Geschichte immer wieder wiederholt. Leider.
Weshalb dafür also nicht mal einen Film nehmen, der sich nicht mit Hitler auseinandersetzt, sondern geschichtliche Ereignisse aufgreift, die uns Deutschen aus einer Perspektive heraus erzählt werden, die keiner von uns in diesem Maße je gesehen oder vorgelesen bekommen hat? Gerade die Generation YouTube, der es egal geworden ist, was vor 50 Jahren war und die heute ihren Spaß haben und Bonuscoupons bei Billig-Massenwarenartikelverkäuferläden einlösen wollen, interessiert doch reichlich wenig, welche Gewissensbisse damals ein Mensch gehabt hat, hunderte von Menschen in den Tod zu schicken oder nicht.
Ginge es also um diese Themen – und wären diese historisch mehr als relevant – würde sich der Großteil doch längst abwenden und sich lieber mit der neuesten Folge aus Bibi’s Beauty Palace beschäftigen. Right?
Irgendwo schon. Es ist uncool, seine Freunde zu fragen, ob sie Bock hätten, mit in Churchill zu gehen. Wer sollte sich so etwas denn je anschauen, der auch nur ansatzweise Coolness und Style vorzuweisen hat?
Tja – mir ging es anfangs ähnlich und ich dachte auch: “Meine Güte, was da wohl auf mich zukommen würde, irgend ein Alter-Leute-Film, der sich wieder maßregelnd um den Krieg schert und Dinge erzählt, die eh jeder längst weiß und keiner mehr hören will.”
Macht nicht den Fehler wie ich und wendet euch von den Plakaten und Anzeigetafeln ab, die die Spielzeiten bekannt geben und für diesen Film werben. Mich hatte der Film ziemlich am Anfang bereits in der Tasche und auch, wenn man hier die britischen Wesenszüge sehr stark spürt und dafür empfänglich sein muss (was ich ebenfalls nicht sonderlich bin), so erhält man doch ein Werk, dass für mich hochgradig preiswürdig ist.
Teplitzky schafft es nicht nur, die Figur des Filmnamensgebers authentisch darzustellen und den seelischen Zwist auseinander zu flechten, sondern er erzählt auch von den ganzen Verstrickungen, Schwierigkeiten und Problemen, denen sich diese starken Persönlichkeiten seinerzeit stellen mussten. Dieser tiefe, emotionale Einblick in die Geschichte eines Krieges, den wir nur von der anderen Seite aus kennen, offenbart völlig neue Sichtweisen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Churchill ist also nicht nur das hervorragend ausgearbeitete Porträt eines Krieges, sondern auch das eines Menschen, dessen Inspiration, Stärke, Willenskraft und Zweifel, aber auch Mut, Courage, Antriebskraft und Schwäche deutliche Zeichen setzt, an denen man sich auch in unserer Zeit noch ein Beispiel nehmen kann.
Was für viele Briten bis heute ein leuchtendes Monument von Menschlichkeit ist, ist dieser Film im Wust der heutigen Filme: Ein glanzvolles Beispiel von sehenswertem Inhalt, das überall hingehört, außer in die Vergessenheit.

 
Nachspann
enthält keine weiteren Szenen.
Kinostart: 25. Mai 2017

Batman v Superman: Dawn of Justice (3D)

Ein – inklusive Kinowerbung – 3-Stunden-Stück per .kinoticket-Kauf auf die To-Do-Liste zu setzen erfordert für manch einen wohl doch eine gehörige Portion Respekt vor dem eigenen Durchhaltevermögen. Und mit dieser Laufzeitansage begibt man sich auch gleich mal seitens der Macher auf episches Terrain, das einige Stolperfallen bereithält.

Mehrere Superhelden unter einem Hut

Meiner Meinung nach einer der gravierendsten Punkte, die man Batman v Superman: Dawn of Justice andichten kann: Hier müssen mehrere Welten miteinander vereint werden und durch die Charaktertiefe eines Batman und das düstere Höhlenloch, aus dem er gekrochen kommt, schafft man das eben nicht mehr ganz so einfach wie bei den vergleichsweise metallglatten Avengers, deren Aufgabe es im Nachhinein ja wohl eher nur war, die 14jährige Kinderriege zu unterhalten.

Batman ist für Erwachsene und zeugt hier von einer Welt, die durchtrieben, bösartig und vielschichtig ist. Superman hingegen war auf der Leinwand eher die aalglatte Vorstellung von superlativen Effekten gepaart mit dem hervorragenden Look eines Henry Cavill, der seinerseits eben nicht dafür gemacht ist, einen Helden zu mimen, der mehr kann als nur gut auszusehen.

Er erschafft kein Profil, er erschafft keinen Charakter – was seinem Part im Film diesmal schon eher positiv zugute kommt, jedoch verblasst seine Darstellung dadurch im Rampenlicht des mit sich selbst zweifelnden Batmans und fordert den düsteren Höhlenhelden daher eher dazu auf, sich auf das Niveau der Allgemeinheit herabzulassen, um ihm gehörig die Birne zu waschen.

Dass sich im Zuge dessen dann noch weitere Epos-Helden etablieren und auf den Olymp der Comicgötter stellen wollen, lässt drei Stunden Laufzeit fast zu einer Farce verkommen, denn der Platz, auf dem sich die einzelnen Charaktere entwickeln dürfen, ist mehr als knapp bemessen.

Der Verzicht auf bekannte Elemente vergangener Tage

Stellt euch die Dialoge eines Jeremy Irons mal gesprochen von Michael Caine vor. Ersetzt dann den zeitweise gesichtslosen Daredevil-Versager mal mit dem rühmlich-bösen Christian Bale und achtet darauf, was in eurem Kopf passiert: Richtig! Diese Konstellation ist in meinen Augen einer der Gründe, weshalb The Dark Knight vorzüglich an allen anderen Streifen konkurrenzlos vorbeizieht und auch in 50 Jahren noch einer der Filme sein wird, die sich nicht mit anderen Filmen gleich welcher Art vergleichen lassen.

Er hat einfach funktioniert und hier die Welt von Gotham mehr als präsentabel auf die Leinwand gebracht – Christopher Nolan erschuf einen Allzeitklassiker, der die Filmgeschichte maßgeblich geprägt hat.

Snyder, dem viele nichts, ich aber durchaus etwas abgewinnen kann, durfte hier halt nur nochmal am Kuchenteig schnüffeln und ist selbst eben nicht der Bäcker, der auf der cineastischen Nobelpreisverleihung steht und hier großartige Lorbeeren kassiert. Er hat seinen eigenen Stil, der er meines Erachtens nach auch großartig umsetzt (man bedenke z.B., mit welch stilistischer Einführung man die beiden Helden anfangs geschichtlich auf Vordermann bringt) und zeigt hier ganz klar anders positionierte Stärken als es ein Christopher Nolan tun würde. Dieser hat sich nämlich in die hinteren Ränge gesetzt und gemeinsam mit Hans Zimmer nur noch Spuren seines Schaffens am Gesamtwerk hinterlassen.

Da sind auf einmal zwei völlig verschiedene Welten, zwei großartige Soundtrack-Komponisten, zwei völlig verschiedene Facetten zweier Superhelden, die in einer einzigen Geschichte zusammenfinden müssen, was zwangsweise zu Abstufungen in der Eleganz perfektionierter Erzählungen führen muss. Superman wird Tiefe angedichtet, die Batman geklaut wird, um irgendwie einen korrelierenden Faktor zu erschaffen, auf dem sich all diese Elemente miteinander verbinden.

Und ein Publikum, das von Nolan in der Vergangenheit derart verwöhnt wurde, hat es dann eben schwer, mit neuen Maßstäben mitzuhalten und die Akzeptanz dafür aufzubringen, dass sich manche Dinge jetzt einfach geändert haben und man damit leben muss.

Interessant fand ich, dass Jesse Eisenberg von der Presse eher vorbeugend verrissen wurde, weil gerade seine Figur eine derjenigen war, bei denen nahezu alles gestimmt hat. Mal ganz im Ernst: Welches Werk hat dieser Junge in der Vergangenheit angepackt, in dem er nicht vollständig überzeugen konnte? Ich möchte nicht zu denjenigen gehören, die solche Dialoge wie in The Social Network auswendig lernen mussten. Und auch in diesem Film überzeugt er durch seine derart authentische Darstellung eines – man möchte fast schon sagen – zweiten Jokers, dass einem fast die Spucke wegbleibt und jede seiner Szenen zu einer cineastischen Gourmeterfahrung wird. Selbst wenn er in seinem gespielten Wahnsinn nur in die Kamera schaut, erlebt man als Zuschauer hier vollkommene Schauspielkunst, denn der Wahnsinn spiegelt sich in seinen Augen wieder und zeugt davon, dass Jesse seine Rollen nicht nur spielt, sondern tatsächlich auslebt.

Aus dem Grund jetzt zu behaupten, Batman v Superman: Dawn of Justice wäre nicht so toll gewesen, finde ich als etwas ungerecht, denn Snyder hat tatsächlich geschafft, in gewisser Weise wieder Größe auf die Leinwand zu bringen, auch wenn er an dem Experiment, viele Welten in einer zu vereinen, gänzlich scheiterte. Vielmehr hat man das Gefühl, alles wird jetzt nur noch schleierhaft in die Szenen gewebt, um überall etwas, aber nirgendwo etwas handfestes im Raum stehen zu haben, das der ganzen Sache Seele einverleibt.

Daraus resultieren dann zeitweise anklingende Perfektionslücken, die den Zuschauer aber dennoch kaum spüren lassen, wie schnell die Zeit vergeht – denn selbst ohne Pause in der Vorstellung kam mir die Spielzeit fast schon lächerlich klein vor, als der Abspann über die Leinwand nudelte. Action gibt’s auf jeden Fall gewaltig und wenn die Kinos das Prinzip verstanden haben und die Anlage ordentlich aufdrehen, dann macht der Streifen auch in Sachen Entertainment richtig Freude. Die unbestritten superlativen Kämpfe haben es auf jeden Fall in sich und sind würdig, den Film auf den Status eines Epos zu erheben, wo er sich mit anderen genialen Machwerken in Zukunft messen lassen darf.

Ich für meinen Teil werde definitiv noch eine Vorstellung dieser Art besuchen und dann schauen, wieviel von meiner anfänglichen Begeisterung geblieben ist, kann mir aber jetzt kaum vorstellen, dass sich da großartig was dran ändern wird.

.kinoticket-Empfehlung: Kommt damit klar, dass hier neue Seiten aufgezogen werden und The Dark Knight niemals vergleichbar sein wird – hakt die Anhänglichkeit an die Vergangenheit ab und gebt der Sache eine Chance, dann wirds ein Schlachtfest der Action und Epik.

Niemand verlangt, dass Altes weitergesponnen wird und genauso, wie wir uns damit abfinden müssen, dass unser Lieblings-Bond hin und wieder mal neu besetzt wird, so müssen wir damit Vorlieb nehmen, dass perfekt funktionierende Konstellationen nach gewisser Zeit begraben werden um Platz für Neues zu schaffen.

Ich seh es positiv: So ist sichergestellt, dass mir die “Anfänge” von Batman immer positiv in Erinnerung bleiben werden, denn die nolansche Dark Knight-Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen. Und würde man jetzt weitermachen, könnten an der Fassade dieser ikonischen Stilblume kleine Macken entstehen und das würden denk ich noch viel weniger Menschen verkraften als die Tatsachen, denen man sich in diesem Werk hier stellt.

Also Schwanz einziehen, sich mit reichlich Popcorn und Getränken eindecken, das Handy lautlos ins Schließfach packen und sich dann einfach mal drei satte Stunden lang berieseln lassen – glaubt mir, am Ende macht’s euch doch Spaß!

Nachspann
❌ Erwartet hab ich ihn schon, gekriegt aber nicht: Hier darf man nach Anbrechen der weißen Lauftext-Zeichen gern damit beginnen, sich wieder aus dem Kinosessel rauszuschälen. Ein paar Meter weiter im Boden sitzt man am Schluss auf jeden Fall.

Kinostart: 24. März 2016

Original Title: Batman v Superman: Dawn of Justice
Length: 153 Min.
Rated: FSK 12

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