.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Stadt

Robin Hood

© 2018 StudioCanal

Robin Hood gehört zu den Geschichten, die jeder als Kind mindestens einmal erzählt bekommen hat. Auch die Filmwelt hat sich darum gekümmert, dass bereits unzählige Interpretationen davon über die Bildschirme geflackert sind und die Lebenden unseres Zeitalters haben sich längst damit abgefunden, dass hier “nichts neues mehr kommen wird”.

Entsprechend verhalten reagiert das Publikum im Saal bei anderen Movies, wenn der .trailer dazu gezeigt wird und man kann die Gedanken in den Köpfen nur erraten: Irgendwie wirkt es, als ob man einen Film herausbringt, der zwar Größe aufweisen könnte, jedoch permanent mit angezogener Handbremse an den Start geht und dadurch niemals richtig aus sich raus kommt.

Ich halte große Stücke auf Taron Egerton und weiß, dass dieser Junge schauspielern kann und finde die Idee, ihn als Jungtalent auf so eine Geschichtsikone loszulassen, durchaus spannend, kann aber verstehen, warum der Stoff hier nicht so richtig zünden will. Es ist genau diese Art von “Blockbuster”, die zwar alles mitbringt, was man für einen Erfolg braucht, jedoch genau wie z.B. The Great Wall dieses gewisse Unbenannte aufwartet, mit dem der Zuschauer nichts anfangen kann.

Die Technik stimmt, die Optik stimmt, der Soundtrack ist große Klasse und extra erwähnenswert, nur schafft man es eben nicht, die Aquaman-Männerbrust-Stärke auf den Jungspund zu übertragen und ihn als “mächtigen Eroberer” zu kennzeichnen, der es tatsächlich mit dem System aufnehmen und hier den exzellenten Widersacher geben kann. Da zeichnen sich dann erste Actionfilm-Lächerlichkeiten ab, die zwar nicht schlecht geschauspielert sind, aber deutlich an Glaubwürdigkeitsdefiziten leiden, die der Zuschauer auch selbst aus keiner Reserve erübrigen kann.

Damit zerstört man ein wenig das Gesamtbild und durch die von anderen Seiten her erzwungene “Wir wollen brüllen und die ganze Zeit auf kampf-männlich machen” lässt man eben nicht zu, dass sich Egerton glaubhaft entwickelt.

Und darunter leidet letztendlich der ganze Film, der hoch explosives Potenzial in sich birgt und irgendwie in den falschen Kanonenrohren entfesselt. Mal schauen, was der Rest von euch dazu zu sagen hat.

.kinoticket-Empfehlung: Egerton als Jungdarsteller in solch einen Geschichtsepos hinein zu hieven ist ein gewagtes Unterfangen, welches Mut beweist, aber mit unglaubwürdiger Männlichkeit entblößt wird.

Dadurch verliert das Gesamtbild an Tragfähigkeit und mündet in einem eher belächelnswerten Film, bei dem zwar das ganze Drumherum stimmt, der jedoch in seiner Hauptaussage zu wenig Kraft mitbringt, um ihn für die Ewigkeit in den Köpfen der Kinogänger zu festigen.

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Januar 2019

Original Title: Robin Hood
Length: 116 Min.
Rated: FSK 12

The Lego® Ninjago® Movie (3D)

Dass die im fernen Osten nicht nur skurrile, schrillbunte Fernsehshows, sondern auch tiefgründige und lebensbejahende Filme für die Seele produzieren können, hat man hierzulande zumindest im Kino längst verstanden. Der Weisheit, die uns aus den asiatischen Legenden-Movies anstrahlt, ist jeder schonmal in irgendeiner Weise begegnet.

The Lego® Ninjago® Movie vereint hier gleich mehrere Aspekte in einem Film: Man setzt eine liebgewonnene Tradition fort, in der großartige Labels in den allseits bei Klein und Groß beliebten Lego®-Bausteinen nachgebildet und animiert werden, die parodistische Ansätze und viel Humor in einem unterhaltsamen Film vollziehen und baut gleichzeitig die Brücke vom westlichen Lebensleitsatz zum östlichen Verständnis für Werte und Gemeinschaft und bringt damit eine Hommage an die in Asien lebenden Kulturen auch auf die amerikanischen und europäischen Leinwände.

Das hört sich einerseits nach quietschendem Vergnügen und erstklassiger Unterhaltung für die jüngere Riege, aber auch nach Anspruch, Biss, Satire und viel Klamauk an, der die tiefgreifenden, durchdachten und ehrbaren Weisheiten der Asiaten nicht als Moralgrund voranstellt, sondern die Zuschauer viel eher liebevoll und geistreich dahin manövriert, wo am Schluss tatsächlich unfassbar großer Mehrwert liegt.

Der zynische Biss, den man in den teils dunklen Marotten des The Lego® Batman Movie erleben durfte, tritt hier wieder ein wenig beiseite und eröffnet das Spielfeld der etwas emotionaleren Bandbreite, die man sehr liebevoll und trotzdem erfrischend auslebt und damit – meiner Meinung nach – wieder eine sehr wichtige Botschaft in die Köpfe derer pflanzt, die sich auf dieses Movie einlassen.

.kinoticket-Empfehlung: Ein sehr erbaulicher Humorfilm mit ernsten Ansätzen, die ehrbare Grundsätze vom Wert des Lebens und der Gemeinschaft an die junge Generation weitergeben und damit sogar bildungstechnischen Mehrwert innehaben.

Als Fan der Lego®-Filme sowieso ein muss, auch wenn es diesmal wieder etwas ruhiger, dafür aber emotionaler zugeht.
Kinospaß ist definitiv garantiert.

Nachspann
✅ Wie aus den anderen Filmen bereits bekannt, lohnt sich auch hier wieder das voreilige Flüchten … nicht. Also schön bis zum Schluss sitzen bleiben.

Kinostart: 21. September 2017

Original Title: The LEGO® Ninjago® Movie
Length: 101 Min.
Rated: FSK 6

Bob der Baumeister – Das Mega Team – Der Kinofilm

Ich glaube, man braucht hier nicht zu erwähnen, dass die Zielgruppe eindeutig das Vorschulalter ist und hier schon auf Profi-Niveau mit “Schleichwerbung” für handwerkliche Tätigkeiten im Berufsleben geworben wird, um bereits die Allerjüngsten für Berufe dieses Zweigs zu begeistern und unbewusst darauf einzustimmen.
Diese Form von wirtschaftlicher “Manipulation” (wenn ich das mal provokativ so nennen darf) funktioniert auch hervorragend und hat auf perfide Weise sogar Bildungscharakter, denn so kriegen bereits die Kids erklärt, wie welche Instrumente funktionieren und was es wo überall braucht.
Dabei wurde bei den Animationen darauf geachtet, dass sie frei von jedweder Ablenkung sind und die kleinen Gehirne nicht überfordert mit zu viel Plemplem, denn man will sich ja auf das Wesentliche konzentrieren und neue Bauarbeiter mit unterhaltsamen Mitteln heran züchten.
Und das scheint zu funktionieren. Das unaufmerksame Kleinkind bekommt hier eine wunderbar liebevoll animierte Story vorgelegt, die den Handlungsstrang von Transformers – The Last Knight beinahe dramaturgisch übertrifft.*
Hat sich eigentlich schonmal jemand vorgestellt, wie es wäre, wenn Bumblebee und Optimus die Probleme von Bob der Baumeister lösen müssten? Kinoidee für 2018 … – ich schweife ab.
Genau die oben benannte Ablenkungsfreiheit gehört aber eindeutig zu den Schwächen, wenns darum geht, dass man als Erwachsener mit ins Kino muss und seine Kleinen da nicht einfach nur abladen kann. Denn hier zieht mordsmäßige Langeweile und unglaubliche Anstrengung auf, da eben genau ein Zielpublikum erreicht werden will und nicht die ganze Familie.
 

.kinoticket-Empfehlung: Nichtsdestotrotz erhalten die Vorschulkids hier hervorragende Unterhaltung mit Bildungscharakter und einer möglichen Vorauswahl in Sachen Berufsleben.
Wer sich dafür begeistern kann, hat später schon mal ein gewisses Vorwissen und fliegt nicht mehr ganz so ahnungslos durch das Tal der Hoffnungslosigkeit.
Für die Kids sicher unterhaltsam – ich persönlich hab mir meine Auslachsalven im Kino extra dafür abgeholt. War trotzdem “schön” 😉

 
Nachspann
birgt keine Easter-Eggs oder sonstige Weiterführungen an, also rausgehen durchaus erlaubt.
*Danke, Dominic 😉

(Trailer) WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Willkommen zurück zum Trailer-Sonntag auf .kinoticket-blog.de – heute mit einem außergewöhnlichen Kinostück, dass mich nicht nur persönlich mehr als fasziniert und bewegt hat, sondern auch gefühlt die komplette Gegend meiner Heimat in seinen Bann gezogen hat (der Saal war restlos ausverkauft + Warteschlange hinten dran!).
Darum auch diesmal ein .trailer, dessen Wartezeit kürzer ist denn je, denn die Screenings sind bereits in vollem Gange und sollten von euch so oft und viel genutzt werden wie nur irgend möglich.
 
[vimeo 211668510 w=640 h=360]

WEIT. Trailer präsentiert von © weit on Vimeo

 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Ich spreche aus eigener Erfahrung, da auch ich schon viele Länder bereist und viel von der Welt und anderen Kulturen gesehen habe und so manche Aussage durchaus mit eigener Erfahrung bestätigen kann:
Die Welt ist längst nicht so, wie sie uns hier in Europa in den Medien präsentiert wird, sondern man entdeckt sehr viel – nicht nur über andere Menschen, sondern vor allem über sich selbst, wenn man reist.
Reisen verändert dich – du kommst als anderer Mensch wieder zurück und bist in vielen Dingen gewachsen.
Reisen zeigt dir, was wirklich Schwierigkeiten und Probleme sind und lässt deinen Alltag ganz anders aussehen, als du ihn vorher vielleicht in Erinnerung hattest.
Diese beiden nehmen dich mit auf ihren ganz persönlichen Trip und erzählen dir Dinge, die du ganz sicher nicht auf dem Schulhof mitkriegst oder dir auf Arbeit erzählt werden.
Du bekommst die Chance, Einblicke in fremde Länder zu erhalten, fremde Kulturen, fremde Strapazen ohne dabei selbst die langen Wartezeiten und harten Schwierigkeiten durchmachen zu müssen, sondern du darfst währenddessen ganz entspannt im Kinosessel liegen und dein Popcorn futtern.
Viele Menschen haben regelrecht Angst vor der Veränderung, die es bedeuten würde, aufzubrechen und eine Weltreise anzutreten, viele haben Schiss vor der scheinbaren Unsicherheit, wenn man seinen Job kündigt oder die Wohnung aufgibt und auf einmal “nichts mehr hat” – und schrecken vor solch einer Erfahrung zurück und verwehren sich den dadurch gewonnenen Erkenntnissen vollends.
Mit WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt bekommt jeder für kleines Geld die Chance, dennoch um die Welt zu reisen und diese beeindruckenden Faszinationen und Momente zu erleben, ohne dabei seine (Schein)Sicherheit aufgeben zu müssen und selbst den Arsch hochzuhieven.
Und wer weiß, vielleicht entdeckt dadurch ja jemand seine Reisefreudigkeit ganz neu oder gräbt sie wieder aus …
 

.kinoticket-Empfehlung: Definitiv sehenswert mit höchst anspruchsvollem Inspirationsgeist, der nicht nur den inneren Schweinehund beflügelt, sondern frischen Wind und neue Lebenskraft einhaucht.
Die gezeigten Momente und Orte sind atemberaubend und ermöglichen den Zugang zu völlig anderen Teilen dieser Erde, von der wir – sind wir ehrlich – so gut wie kaum Ahnung haben.
Nutzt diese Gelegenheit und besucht die Kinos.

 
Nachspann
Enthält kein weiterführendes Material, listet aber spannende Facts und Menschen auf, denen die zwei auf der Reise begegnet sind. Liest sich für jemanden wie mich durchaus spannend!
 
Weitere Videos auf Vimeo.comhttps://vimeo.com/weitumdiewelt
(Hier erhält man schon mal einen kleinen Einblick, wie der Kinofilm ungefähr sein wird…)
Website: http://www.weitumdiewelt.de

Die Glorreichen Sieben (2016)

Einen Film aus dem Jahre 1960 2016 wieder in die Kinos zu bringen, gehört für mich nicht unbedingt zu den billigen Abklatschen, die schmerzlich als “Remake” an die Zuschauerschaft verkauft werden. Genauso wenig zählt das für mich als Einfallslosigkeit oder sprödes Kohle scheffeln wollen, wenn man sich dieses Themas glanzvolle 56 Jahre später erneut annimmt.
Dass die Generation X, die gerade auf dem Spielplan der Welt steht, sich keine Streifen mehr von vor knapp 60 Jahren reinziehen möchte, ist für mich vollkommen nachvollziehbar und somit ist es zugunsten der Geschichte sinnig, dieses Thema etwas modernisiert wieder auf die Leinwand zu bringen.
Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, der immer wieder leise das Wort “Remake” flüstert, das gleichzeitig all die negativen Beigefühle mit auf den Plan ruft und einem schon von vornherein etwas die Lust am Schauen verderben will.
Völlig zu Unrecht.
Die Glorreichen Sieben offenbart sich als exzentrisches Werk voller Hingabe, Ideologie, Krach und einer soliden, eigenen Welt: Das Bild der Darsteller, das in diesem Machwerk gezeichnet wird, strahlt geradezu vor Authentizität und Glaubhaftigkeit. Keine dieser überzeichneten Fantasy-Charaktäre, die man neuerdings in Computerspielverfilmungen gerne auf den Platz lässt, genausowenig das typisch-westernhafte Klischee des huttragenden Cowboyhelden, der sich durch nichts weiter definiert als seinem Aussehen, sondern schöne, geprägte, ausgereifte Kerle, die alle eine Geschichte im Hintergrund verbergen, über die man auch im Verlauf der Spielzeit nicht unbedingt alles erfährt.
Das Mysterium um die Legenden, von denen hier gesprochen wird, bleibt etwas im Hintergrund, doch statt des erwarteten überbordenden Getöse durch die Überladung an Actionsequenzen nimmt hier eine rühmliche Bodenständigkeit den Platz ein und führt durch den Film, als hätte sie nie etwas anderes getan.
Es rummst schon mächtig, man ist auch als Spektakel-Fan definitiv unterhalten und hat seine Freuden, doch niemals kommt es zu derartigen CGI-Übertreibungen, dass dem gepflegten Freund des Kinos das Lachen im Halse stecken bliebe. Stattdessen braucht die Story etwas Zeit, um anzuwärmen und rennt dann gnadenlos in eine Schlacht, die beim Zusehen tierisch Spaß macht und einen vergessen lässt, dass es derlei bereit schon mal auf der Kinoleinwand gegeben hat.
Und all das sind doch verdammt gute Zeichen dafür, sich durchaus ein .kinoticket für Die Glorreichen Sieben zu lösen und den Film mit seinen besten Freunden zu genießen. Denn wieder einmal gilt: Nur im Kino kommen die Momente und Sphären so rüber, wie sie gedacht waren und für’s Heimkino ist das mal definitiv nichts.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch, wenn man Verfechter von Originalen ist, sollte man dieser Neuauflage eine Chance geben: Die Portierung von alt in neu hat dieses Mal nämlich richtig gut funktioniert.
Der Film besticht mit einer authentischen Art, sympathischen Darstellern, einem ausgereiften Bühnenbild und jeder Menge unterhaltsamer Power, die nur im Kino richtig zur Geltung kommt.
Überzeichnung oder -ladung sind fehl am Platze und die erwartete Grobheit eines modernen Remakes bleibt tatsächlich aus. Stattdessen definiert dieser Film das Westerngenre in einer modernen Art und Weise wieder gänzlich neu und führt auch heutige Generationen erneut in die Zeit des Wilden Westens.
Daumen hoch: So was darf man sich gerne anschauen!

 
Nachspann
anfangs noch schön im Zeichenstil des Films gemacht (auch hier wieder ein Original statt eine Kopie), verlässt der Abspann dann bald die Farbebene und läuft bis zum Schluss nur noch in schwarz-weiß runter – man darf sich also wieder ans Sonnenlicht begeben.

Mohenjo Daro

Mit 150 Minuten schickt man hier ein Epos in die Welt, das die Kinosäle zum Erzittern bringt. Mal ganz ehrlich: Was verbindet man mit Bollywood, wenn man so ein Ding noch nie in seinem Leben gesehen hat?
Romantisches Geknutsche, indische Frauen, tanzende Kerle und jede Menge Musik – hab ich Recht?
Was einem hier aufgetischt wird, ist allerdings bei weitem nicht das, was man sich als Laie vielleicht darunter vorstellt. Zum einen: Das Event wurde von meinem Stammkino mal so richtig auf brutal gestellt, indem man einfach mal den Lautstärkeregler betätigt hat – nach oben. Ganz im Ernst? Ich saß in dem Teil und hatte Schiss … vor billigsten Animationen.
Der Beat krachte hier mal sowas von durch die Kinosessel, dass es scheißegal war, ob sich lebendes Fleisch darauf befand – das wurde einfach mit durchgeschüttelt. Und die Story baut sich auf, man erlebt eine fremde Kultur, man baut eine Geschichte darum und erhebt all das zu einem epischen Machwerk, dass Hollywood demnächst einpacken kann, sollte sich von dieser Seite der Erdkugel weiterhin derartiges in unseren Landen etablieren.
Und das mein ich ernst.
Man bekommt hier nicht mehr nur eine Idee, sondern einen Genre-Mix präsentiert, der sich gewaschen hat. Etwas derart Episches und dermaßen Verflochtenes habe ich bisher noch nie in dieser Intensität im Kino erlebt, geschweigedenn im heimischen Kinosaal. Und damit hat man definitiv mein Interesse an Bollywood geweckt, sollten die Filme alle in dieser Art sein. Kenner dürfen mich gern eines Besseren belehren, ich lasse mich zukünftig definitiv überraschen.
Was die Musik angeht: Ja, es reiht sich ein wenig in das Klischee ein, erhebt sich dann aber in einem epischen Ausmaß, dass mein Verlangen nach dem Soundtrack nicht nur geweckt, sondern förmlich entfacht hat – und umso wütender macht einen die leere Suchanzeige im Musikportal, wenn man wieder mal kaum erwarten kann, dass dieses Album endlich in Deutschland erhältlich ist.
Auch die Bildgewalt dieses Kunstwerks lässt anderes im tiefsten Schatten verenden: Hier wird mit Impressionen und Eindrücken um sich geworfen, die seinesgleichen suchen – und gepaart mit der Unzahl an Darstellern, Synchronisationsgenies und den vielen anderen Faktoren, die da mit reinspielen, erhält man wieder etwas, das nur auf ein Wort hinauslaufen kann: Epic!
Tut mir leid, wenn ich an dieser Stelle so einfallslos schreibe, aber diese Show hat mich grandios vom Hocker geschmissen und die unbeantwortete Frage aufgeworfen, weshalb solche Filme nicht öfters in deutschen Kinos gespielt werden.
Der Gang in den Saal mit allen Aufpreisen und Optionen lohnt sich für jeden Kinozuschauer mal definitiv.
 

.kinoticket-Empfehlung: Selten hat mich etwas so beeindruckt, abgeholt, überrascht und mitgenommen, wie dieses grandiose Meisterwerk.
Dass im Original gesprochen wird, macht das Werk eher sympathischer denn fremd und eröffnet hier eine Geschichte, die einem so garantiert den Abend versüßt. Reingehen wo immer man die Chance dazu hat – es lohnt sich definitiv.

 
Nachspann
sollte man abwarten, der hat nämlich richtig nette Animationen und blüht farbenfreudig vor sich her statt in langweiligem Schwarz-Weiß.

Zoomania (3D)

Eines gleich vorweg: Filme von Disney sehe ich mir seit neuestem mit einem gewissen Ziehen in der Bauchgegend an. Warum? Ich mag die Art nicht, wie dieser Riesenkonzern mit seinen Publishern – sprich: den kleinen Kinos umgeht. Gut, man mag mir selbst vorwerfen, dass ich selbige nicht unterstütze, da ich mein zu Hause auch in einer großen Kinokette gefunden habe, die in solchen Dingen dann doch noch mehr Mitspracherecht hat wie das Dorfkino von nebenan.
Allerdings weiß ich auch, dass es eben diese Kinos sind, die das eigentliche Filmleben erhalten und dafür sorgen, dass neue, kreative und geistreiche Filmbeiträge produziert (und gezeigt) werden, die die Filmwirtschaft somit am Laufen halten und dafür Sorge tragen, dass wir nicht eines Tages nur noch Mainstreamscheißdreck zu sehen kriegen, bei dem sich keiner mehr was traut, um die Massen nicht zu vergraulen. Vordefinierte Phrasen und ausgeklügelte Parolen, die statistisch das meiste Einkommen generieren und damit Filme schaffen, die zwar nichts mehr anprangern oder aufdecken, dafür aber Geld einbringen – ich glaube, keiner von uns will das.
Und die kleinen Kinos, Nischenbeiträge und Dorfleinwände sorgen dafür, dass diese Vielfalt nicht ausstirbt. Aber davon können diese Kinos nicht leben. Sie brauchen die Massenfilme, um die Nische zu refinanzieren. Und wenn dann ein Konzern wie Disney ans Tageslicht tritt und allen Ernstes meint, jetzt für seine Blockbusterverleihung nicht mehr die üblichen Prozente an den Ticketeinnahmen zu kassieren, sondern weitaus mehr als alle anderen möchte (warum auch immer), dann halte ich das persönlich für höchst fragwürdig und sage ganz klar, dass ich dieses Gebahren nicht unterstützen möchte. Weil damit nämlich nicht die Großen leiden, sondern die kleinen zugrunde gehen, die auf einmal nicht mehr besucht werden und eben keine Einnahmen mehr generieren können. Weder mit Blockbustern, noch mit Nischenfilmen.
Und das bedeutet auf lange Sicht den Tod der Filmwirtschaft und somit auch das Ende der Bewegtbildunterhaltung. Warum schaue ich mir dann trotzdem Disney-Filme an?
Ich habe eine Flatrate für Kinofilme, an der die Studios direkt nichts mehr verdienen. Sprich: Ich zahle nicht für ein Ticket von Disney, sondern nutze den reinen Umstand aus, dass sich meine Investition bereits nach 38 gesichteten Filmen ausgezahlt hat und ab dem 39. Film rentiert. Danke an CinemaxX für diese sensationelle Möglichkeit.
Derzeit bin ich bei 260 Vorstellungen und Zeit bleibt noch genügend, um das Kinojahr zu vollenden, ergo nutze ich den Umstand der tatsächlichen Flatrate, um die Inhalte legal zu konsumieren und euch gleichzeitig in die Dorfkinos zu schicken, um dort das .kinoticket zu lösen, denn Zoomania hat es tatsächlich verdient, besucht zu werden.
Was hier nämlich grenzgenial geschaffen wurde: Endlich gute PR. Der Trailer zeigt Ausschnitte, die lang genug sind, um diesen Teil der Geschichte zu verraten und verrät gleichzeitig wenig genug, um den Spaß am Gesamtfilm zu erhalten und die Möglichkeit offen zu lassen, den Besucher immer noch extravagant aufs Glatteis zu führen und alles anders darzustellen, obwohl er meint, er weiß es.
Was ich gleichzeitig aber bemängele: Wieso zur Hölle hat man den Synchronsprecher ausgetauscht und die derart harte Stimme eingefügt? Die passt so gar nicht mehr ins Gesamtbild des Films und zerstört somit den weichen Eindruck, den der Trailer eingangs vermittelt hat. Diese Szene (die im Prinzip aber jeder schon auswendig kennen sollte), ist allerdings das einzige, das man am Film bemängeln braucht, denn der Rest fügt sich derart unterhaltsam, liebevoll und ideenreich ein, das hier zwar nicht der Eindruck eines auf die Masse ausgerichteten Films verschwindet, die Mankos davon aber durchaus galant überspielt werden.
Es ist unterhaltsam, findet alles in einer mehr oder weniger vorhersehbaren Welt statt und macht durch die Darstellung der top gecasteten Animationscharaktere extrem viel her. Zudem sollte man nicht nach der großartigen Botschaft Ausschau halten, sondern einfach die Show genießen. Das 3D im Film ist auch ordentlich (da animiert) und sorgt zusätzlich für Filmspaß, auch wenn hier keine überragenden Leistungen auf die Bühne geworfen wurden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Alles in allem erhält man einen Feelgood-Movie mit fantastischen Beats von Shakira, die für einen gemütlichen Kinoabend mit Spaßgarantie sorgen.
Den großen Überflieger braucht man allerdings nicht erwarten, der Vorzeige-Rohrkrepierer ist das aber auch überhaupt nicht. Solide Unterhaltung mit Mehrwertgarantie durch fantastische Darsteller runden hier ein Kinopaket ab, bei dem man in der Regel nichts verkehrt macht.

 
Nachspann
kriegt man mit, solange es noch animiert ist finger tippel, nach der Schwarzblende kommen dann keine erweiterten Szenen mehr.

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén