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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Sterblichkeit

Big Fish & Begonia

Big Fish - Begonia

© 2016 B&T Film

Achtung: Bei diesem Film handelt es sich wieder um ein Einmal-Event, welches nur heute, am Sonntag, den 3. Februar 2019 deutschlandweit in den Kinos gescreent wird!

Solltet ihr also in den Genuss dieses überaus sehenswerten Streifens gelangen wollen, müsst ihr euch heute (!) in ein Kino setzen, das diesen Film zeigt.

Das Plakat verrät bereits, dass es sich um asiatische Kunst handelt, die – was Animes betrifft – meist in Japan angesiedelt ist, hier aber mal nichts mit dem Land der Kirschblüten zu tun hat, sondern sich im Großraum China abspielt und auch von dort stammt. Dass der Erzählstrang dabei mit allerlei seltsamer “Natürlichkeiten” angereichert ist, ist ein Merkmal für Filme, die aus Fernost kommen.

Hier sind aber auch erneut viele Weisheiten, interessante Sprüche und die übliche fortschrittliche Denkweise der Chinesen etabliert und werden in einer Großgeschichte verpackt serviert, die mit Sicherheit jeden Zuschauer auf seine Weise packen wird. Es ist mir nach wie vor ein Rätsel, wieso es derart positive und hochkarätige Filme nicht öfters auf die deutschen Leinwände schaffen, denn das Publikum ist doch längst da und das Interesse groß, solche Filme sehen zu wollen. Zumindest sind die Anime-Night-Säle fast immer ordentlich voll und zuweilen auch schon mal vollkommen ausverkauft.

Tut euch also selbst einen Gefallen und lasst diesen Tag im Zeichen des Lebens stehen, indem ihr nicht nur die (Nicht)Kirche eurer Wahl, sondern danach noch ein Lichtspielhaus aufsucht und euch auf die Reise begebt, die euer Leben ändern wird.

Unterhaltung, Spannung, Spaß, Farben, Formen, Licht, Reize, Sanftheit, Liebe und ein wahnsinnig cooler Zeichenstil sind das, was euch hier u.a. geboten wird. Und dabei ist man eben nicht voll in die Geek-Nische getreten, sondern spricht durch die doch relativ „bodenständige“ Zeichenart und die Abwesenheit völliger Skurrilitäten dann doch ein größeres Publikum an als nur die eingeschworene Anime-Fangemeinde.

.kinoticket-Empfehlung: Überlegt nicht so lange rum, sondern nutzt diesen Tag heute und geht in die Kinos.

Morgen ist nämlich schon alles vorbei und die Chance verstrichen, den Big Screen als Location für diese tolle Erzählung zu nutzen. Auch China kann nämlich „Anime“ und die verborgenen Weisheiten für sich selbst daraus zu entdecken und zu entfalten zählt für mich immer noch zu den lebensbereichernden Dingen, die man Filmen abgewinnen kann.

Dies hier ist einer, der dafür ausreichend Stoff bietet und der das Potenzial dazu hat, der nächste größte Hit zu werden. Und ihr wart dann dabei… wenn ihr heute ins Kino geht und ihn euch anschaut!

Nachspann
✅ Bitte nicht rausgehen, hier folgt noch eine Sequenz.

Kinostart: 03. Februar 2019

Original Title: Dayu haitang
Length: 105 Min.
Rated: FSK 6 | PG-13

Smaragdgrün

Betrachtet man die Namensgebung auf dem Kinoplakat, stellt man schnell die Behauptung auf, es handele sich hierbei um eine deutsche Produktion.
Mir aufgefallen, als ich das .kinoticket bereits in den Händen hielt und wenige Minuten vor der Vorstellung im Foyer meines Kinos war und mit dem Personal über dieses Machwerk plauderte. Die Erwartungen sanken dementsprechend in den Keller und zudem gesellte sich noch meine Unwissenheit bezüglich der beiden Vorgänger Rubinrot sowie Saphirblau dazu, was sich in diesem Fall dann tatsächlich zum ersten Mal als echtes Manko entpuppte.
Zu meinem großen Erstaunen gibt es hier aber gar nicht die breite Palette an Ärgerlichkeiten, die man im nationalen Filmbusiness so oft antrifft, sondern lediglich den Hauch eines angekratzten sprachlichen Äußeren, der aber auch nicht so penetrant nervt, wie man es von anderen Produktionen heimischer Filmemacher gewöhnt ist.

Positiv aufgefallen ist mir ebenfalls, dass man sich hier tatsächlich mal völlig auf die Sache eingelassen hat und nicht wieder jeden Dummfug von Anfang an erklärt, sondern als Quereinsteiger durchaus seine lieben Schwierigkeiten hat, mit dem Gesagten mitzukommen, sofern man die Vorläufer der Geschichte nicht kennt. Toll, denn dadurch erlebt man als Kenner eine Geschichte, die nicht langweilt und die Story tatsächlich spannend bleiben lässt, ohne sich mit Nebensächlichem aufzuhalten.

Die Effekte und der visuelle Wumms verblüfft für eine deutsche Produktion auch und zeugt von einer Art kreativem Aufstieg, den ich diesem Werk ganz ehrlich nicht zugetraut hätte. Zwar merkt man schon, dass im Vergleich zu den ganz großen Trilogien aus Hollywood noch das Quäntchen Unterbau fehlt, auf dem sich die Story ausbreiten und das Gesamtwerk als solches überzeugen kann, jedoch waren die Abstände zur Oberliga noch niemals so gering wie hier.

Am Ende machte es richtig Spaß und aus einem “Wäh, ich muss mir gleich einen deutschen Film geben” wurde ein “Wow – echt geil, dass ich den gesehen habe”.

Respekt an die Leistung, Respekt an die Darsteller und das Team hinter den Kulissen, das, was ihr damit auf die Beine gestellt hat, treibt den deutschen Film wieder viel mehr in Richtung internationale Professionalität und gerade die Einlagen und der “Stil” des Films, der dann sicherlich wieder aus externen Landen zugeschanzt wurde, macht aus diesem Werk eine Art nationales Hail, Caesar!. So viel Freude am Schluss eines deutschen Machwerks hatte ich bisher noch nie!

 

.kinoticket-Empfehlung: Meinen größten Respekt und allerbesten Dank an die Macher, die diese cineastische Erfahrung mit uns teilen.

Die Inkludierung der altertümlichen Momente, das Heranführen an internationalen Slapstick und die Wesenszüge historischer Filme, die hier aufgegriffen wurden, machen aus diesem Werk etwas wirklich großes.

So einen rühmlichen Einschlag hätte ich dem deutschen Film niemals zugemutet und bin froh, dass ich ihn im Kino sehen konnte. Rubinrot und Saphirblau stehen seitdem definitiv auch auf der Liste der zu sichtenden Filme.

 
Nachspann
greift hier in wunderbarer Manier nochmals einen Rückblick auf die gesamte Trilogie auf, die lobenswerter Weise nicht in zwei Hälften am Ende gesplittet wurde, sondern ihren Finalschlag tatsächlich in einem einzigen Kunststück aufweist.

Self/Less

Der Film mit Ben Kingsley und Ryan Reynolds stand ja schon lange auf der Liste. Die Idee der Unsterblichkeit, die hier im Film von einer ganz neuen Facette aus beleuchtet wird, existiert ja schon lange im Ideenuniversum der Filmemacher und wird seit Jahrzehnten mal besser mal schlechter umgesetzt.
Dieses Mal existiert auf jeden Fall jede Menge Potenzial, das es auszuschöpfen gilt. Kingsley liefert mit seinem Stand-In auch einen brillanten Start ab, der den Weg für eine fulminante Geschichte eröffnet, in der es erneut um den Traum vom ewigen Jungbrunnen geht – nur, dass diesmal eben ein bisschen mehr Wissenschaft und ein bisschen weniger Fantasy in die Erzählung integriert werden.
Der Plot entwickelt sich im Laufe der Spielzeit zu einem mittelschweren Fiasko. Wir treffen auf Vorahnungen, die sich selbst erfüllen, wir landen bei zweitklassigen Drehbuch-Twists, die im Vergleich zu der anfänglich ahnenden Größe keinen Stern mehr erhellen wollen. Die Idee wird mehr oder weniger vermurkst und mit ein bisschen unrealistischer Action und zu realitätsferner Handlung in den Tod getrieben. Erinnerte mich stellenweise an The Boy Next Door, der auch mit einer geilen Idee startete und dann desaströs im Schlamm bruchlandete. Nur, dass hier eben ein wenig mehr Stil zu sehen ist, der aber die immer wieder beobachtete, ungemütliche Art von Reynolds nicht ganz verschwinden lässt.
So verkommt das Werk insgesamt zu einem “ganz nett”, obwohl daraus durchaus ein “brillant” hätte werden können. Hätte man die Entwicklungen hier ein bisschen mehr auf realistisch getrimmt und wäre mehr auf eine koexistierende Welt hinter den Kulissen dieser Öffentlichkeit gegangen, wäre aus diesem Streifen sicher etwas ganz großes geworden. So – fürchte ich – verkommt er in den Kellern der Kinos und verschwindet bald wieder aus den Gemächern der großen Säle hinein ins Ladenregal, bei dem dann – aufgrund der betitelten Prominenz – der ein oder andere doch noch zugreifen dürfte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Show startet groß und endet später mit kleineren Explosionen, die aus etwas ganz großem nur einen kleinen Schatten werden lassen.
Allerdings ist die Umsetzung und Ausarbeitung dessen, was gezeigt wird, so professionell gehalten, dass auch ich es nicht wage, hier von einem B-Movie zu sprechen. Dafür liefern alle Beteiligten zu gute Leistungen ab – und für den miesen Plot kann ja eigentlich auch nur der Schreiber etwas.
Ich würde sagen, wer hier rein geht, kriegt mittelmäßige Unterhaltung, auf die nicht zu viel Anspruch angesetzt werden sollte. Dann dürfte das mit dem netten Kinoabend durchaus auch klappen.

 
Nachspann
darf man sich schenken, hier folgt kein weiterer Input mehr.

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