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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Sunnyi Melles

Grüner wird's nicht, sagte der Gärtner und flog davon

Zur Zeit holt Deutschland aus sich raus, was rauszuholen geht und liefert Leinwandbombardements ab, die tierisch begeistern. Nach Sauerkrautkoma und der drei Millionen Zuschauerrekordmarke für die Eberhofer-Reihe setzt nun Elmar Wepper als grantelnder Gärtner den Siegeszug missgelaunter Hauptdarsteller im Kino fort und begeisterte schon vor Wochen die Presse.
Die Geschichte ist denkbar einfach und der Plot mag als solches bereits hunderte Male verwurstelt worden sein, was dem Film jedoch zu seiner Einzigartigkeit verhilft, sind ganz andere Sachen. Ich persönlich habe grundsätzlich ja schon mal viel für “Roadmovies” übrig, da ich generell ein freiheitsliebender Mensch bin, dem Sesshaftigkeit und Konsequenz schlecht stehen und der dem “Hier bin ich geboren, hier sterbe ich” noch nie etwas abgewinnen konnte.
In meinen Augen entwickelt sich der Mensch immer dann, wenn er reist und dabei seinen Horizont erweitert – nur so kann er Bereicherungen in das bisherige Leben bringen und lebt nicht einen immer wiederkehrenden Zyklus der Dinge, die eben nun grad an dem Flecken Erde vorhanden sind, wo er geboren wurde.
Und da sich viele aus ihrer Bequemlichkeit und thronenden Dauer-Prokrastination nicht erheben können, darf man zumindest gedanklich diese Mühen auf sich nehmen und sich von dem Gefühl der Veränderung mitreißen lassen, dass hier auf unfassbar liebende und herzliche Weise inszeniert und von den Protagonisten zum Leben erweckt wurde.
Buchverfilmung – dies merkt man an einigen Stellen im Twist und auch von den Figuren her, tut der Unterhaltungsebene, die man hier eröffnet, aber keinerlei Abbruch, sondern fasziniert mit einem durchweg funktionalen und unterhaltsamen Momentum.
Und dass bayerisches Granteln grad aktuell auf den Leinwänden gefeiert wird, ist wohl mit ein Grund, weshalb man sich gerade jetzt für die Veröffentlichung entscheidet und die Stimmung der Zuschauer auskosten möchte. Es funktioniert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Familiäre Stimmung, jede Menge Herzschmerz, Wehleid, Fernweh, Lebensfindung und sarkastischer Zynismus mit Blick auf die Welt, die auf ein völlig neues Leben abzielen: Dieser Film dürfte so ziemlich jedem gefallen.
Deutschland packt seine Könner aus und präsentiert sich in diesem Sommer als Event-Begeisterer von seiner besten Seite: Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon reiht sich in den Erfolg dieser Filme ein und liefert euch in den nächsten Wochen beste Unterhaltung im Kino eurer Wahl.

 
Nachspann
❌ liefert keine zusätzlichen Szenen oder Abschnitte mehr. Rausgehen erlaubt.
Kinostart: 30. August 2018

Safari – Match Me If You Can

Safari – Match Me If You Can wird als Filmpremiere auf dem Filmfest München gezeigt: Die Presse stöhnt, das Volk feiert den .trailer in den Kinos ab und freut sich ab Donnerstag dann endlich auf den Filmstart.
Ich hab den Film tatsächlich schon 3x gesehen. Und werde sicherlich noch einmal reingehen. Das heißt?
Irgendwas ist an dem Ding dran, das geil ist. Natürlich ist dieser Film sehr “speziell” und fordert dem Intellekt einiges ab, um hier wahrhaftig seine Freuden ausleben zu dürfen. Man muss sich irgendwie kriechend in diese Schublade von Movie bewegen und stellt dann sehr schnell fest, dass da drin eine wunderbare Welt existiert, die es zu erforschen gilt und die einiges für die Zwerchfellbearbeitung bereit hält – und mit Sicherheit auch in einem gut gefüllten Kinostart-Premierensaal richtig Laune bereitet.
Dieses Band der Korrelationen zwischen den einzelnen Personen in einer Harmonie moderner Digital-Weltabbilder gedichtet zeugt einerseits von Wissen über die Zustände einer Generationengesellschaft heutiger Zeit, und erfreut andererseits an einem exzellenten Plot mit herrlich schrägen Charakteren, die so manchen Zuschauer an eine seiner Freunde denken lässt. Kurzum: Das Ding zündet.
Als München-Verliebter bin ich natürlich von dem in meiner Herzensheimatstadt gedrehten Film noch ein Stück weit mehr begeistert. Auffällig: Auch Sebastian Bezzel muss sich langsam darum kümmern, die gleichen Hürden wie Elyas M’Barek zu überwinden und sich schauspielerisch behaupten, um nicht auf alle Zeit in seiner Eberhofer-Rolle in den Köpfen der Menschen gefangen zu bleiben. Irgendwie sieht man die ganze Zeit nur den Kommissar in ihm, auch wenn er in diesem Film eine ganz andere Rolle hat.
Wer also auf diesem Humor-Niveau einiges aushält, der wird einen vergnüglichen Kinoabend erleben.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man muss sich darauf einlassen, dann hat man auch wirklich Spaß dabei.
Auch wenn der .trailer einen nicht so richtig angesprochen haben mag: Das Ambiente ist sehr wohl das gleiche, der Film liefert aber im Zusammenhang wesentlich mehr Charme und Unterhaltung ab und ist definitiv einen Kinobesuch wert – nutzt am besten die besser besuchten Start-Premieren auf 🙂

 
Nachspann
✅ den sollte man mitnehmen, sonst gehen einem einige Jokes verloren.
Kinostart: 30. August 2018

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