.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Tanz

Reiss aus – Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum.

Reiss Aus

© 2019 Abgefahren GbR

Der .trailer reißt einen absolut nicht vom Hocker, in die Vorstellung sollte man unbedingt komplett ohne Vorwissen gehen und anfangs auch ein klein wenig Geduld und Toleranz mitbringen, denn grade da ist es echt schwierig – von der “Einführung” her, die in Wirklichkeit gar keine ist. Man ist einfach sofort drin.

Aber so nach und nach beginnt der Film, tatsächlich die Herzen der Zuschauer zu erobern und man ist irgendwann dabei und fiebert mit, ist gespannt und freut sich über all die Eindrücke, Impressionen und Momente, die Lena und Ulrich hier zum Besten geben.

Man muss dazu sagen, dass dies niemals wirklich “geplant” war, sondern die beiden quasi einfach reisen und ihre Eindrücke – so wie es eigentlich jeder tut, der solche Unternehmungen durchzieht – festhalten wollten, um in erster Linie Bekannte und Familie auf dem aktuellen Stand zu halten. Dass dies dann immer größere Ausmaße angenommen hat, wussten sie anfangs ebenfalls noch nicht, aber genau das ist, was ich an dem Werk letztendlich perfekt finde.

Denn Reiss aus – Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum zählt nicht zu den Filmen, die irgendeine Idee aufgreifen, planen und des Films wegen durchziehen, sondern man stellt unfassbar viele Fragen und bleibt einem die Antworten schuldig und filmt einfach nebenher mit. Dadurch wird im Kopf viel angeregt, man sieht einfach die Dinge, man erkennt irgendwann, was hier in Deutschland eigentlich für ein Reichtum und Glück besteht und fängt an, gewisse Dinge, Einstellungen und Gedanken zu hinterfragen und neu einzusortieren.

Genau das ist eigentlich immer ein Aspekt von Reisen: Man kommt hinterher als anderer Mensch wieder zurück. Nun wird sich nicht jeder für zwei Jahre in die Pampa irgendwo in Afrika zwischen Krieg und Terror setzen wollen und erleben, wie es ist, wenn man gebeutelt oder genervt ist – und trotzdem dabei die Schönheit des Landes und der Menschen dort entdecken wollen – dafür dürft ihr euch in ein sauberes, keimfreies, gesundes Kino setzen, euch mit Nahrung eindecken und dann gemütlich den Film genießen – denn die beiden sind bereits für euch ins Auto gestiegen und haben den ungemütlichen Part quasi für alle übernommen.

Doch das wichtigste daran: Auch hier werden unfassbar viele tolle, mutige, schwierige, aber mit Leidenschaft durchgeführte Projekte gefunden, aufgegriffen und die zwei haben bis heute zu allen Personen, die im Film gezeigt werden, regen Kontakt und unterstützen z.B. mit den Filmeinnahmen eben diese Projekte.

Und wie könnte man es schöner schaffen, Menschen in diesen Ländern zu helfen, als mit solch einem Projekt, wo kein Wasserkopf an Bürokratie im Hintergrund all die Spenden und Einnahmen schluckt, sondern direkt und unbürokratisch an Stellen unterstützt wird, die die beiden persönlich bereist und gesehen haben und damit in der Welt wirklich etwas gutes tun?

Hierfür haben sie bereits eine Kinotour in vollem Gange, die das Filmprojekt vorstellt und bei dem sie auch dem Publikum in einem Q&A Rede und Antwort stehen und man sie zu allen möglichen Fragen ausquetschen kann.

Nähere Infos dazu erhaltet ihr hier.

Unter anderem mit dabei sind:

  • Dresden (Schauburg) – 4. März 2019
  • Cottbus (Weltspiegel) – 5. März 2019
  • Berlin (DelphiLUX) – 6. März 2019
  • Potsdam (Thalia Programmkino) – 7. März 2019
  • Leipzig (Passage Kinos) – 8. März 2019
  • Halle (Luchs Kino) – 9. März 2019
  • Magdeburg (Moritzhof) – 9. März 2019
  • Braunschweig (C1 Cinema) – 10. März 2019
  • Hamburg (Zeise) – 11. März 2019
  • Bremen (Schauburg) – 12. März 2019
  • Hannover (Kino am Raschplatz) – 13. März 2019
  • Hamburg (Zeise) – 14. März 2019
  • Oldenburg (Casablanca) – 15. März 2019
  • Soest (Schlachthofkino) – 16. März 2019 (2 Vorstellungen)
  • Dortmund (Schauburg) – 17. März 2019
  • Oberhausen (Lichtburg) – 17. März 2019
  • Düsseldorf (Metropol) – 17. März 2019
  • Köln (Cinenova) – 18. März 2019
  • Marburg (Capitol) – 19. März 2019
  • Herzberg (Central Lichtspiele) – 20. März 2019
  • Jena (Kino im Schillerhof) – 21. März 2019
  • Bamberg (Lichtspiel Kino) – 22. März 2019
  • Schweinfurt (Filmwelt) – 22. März 2019
  • Marktheidenfeld (Movie im Luitpoldshaus) – 23. März 2019
  • Nürnberg (Casablanca) – 24. März 2019
  • … und viele mehr. Schaut einfach auf den Link.
Ulrich und Lena mit ihren beiden Hunden auf der Kinotour im City Kino in München

Im Zuge dessen durfte ich die beiden auch persönlich kennenlernen und möchte euch an dieser Stelle gerne die Projekte kurz vorstellen, die die zwei mit ihrem Tun unterstützen – und die ihr ebenfalls damit unterstützen könnt, euch diesen Film ab 14. März 2019 regulär im Kino zu besehen – oder eben auf der Kinotour zu erscheinen, denn der persönliche Kontakt mit den Hauptdarsteller ist das besondere Etwas, dass Kino eben vor alles andere stellt.

Da wären also die Morocco Animal Aid (Marokko), die sich zum Ziel gesetzt hat, viele Straßentiere zu impfen, zu kastrieren und so für eine gesunde Tierpopulation zu sorgen. Mehr Infos dazu gibt’s direkt hier.

Außerdem Mame Sy’s Kinderhort – La Porte de l’Espoir (Mauretanien), in der Kindern eine Ausbildung ermöglicht wird und dafür gesorgt, dass sie am Tag eine warme Mahlzeit erhalten. Mehr Infos zu diesem tollen Projekt findet ihr hier.

Ebenfalls schon durch den Film Female Pleasure bekannt ist das Projekt gegen weibliche Genitalverstümmelung, durchgeführt von der Target e.V. Rüdiger Nehberg, wo durch Aufklärung die Verstümmelung von weiblichen Körpern verhindert werden soll. Mehr zu diesem Thema findet ihr unter diesem Link.

Zu all den Projekten könnt und dürft ihr Lena und Ulrich auch gerne im Rahmen der Kinotour befragen, sie sind da sehr aufgeschlossen und dankbar für jede Hilfe, egal, in welcher Form.

.kinoticket-Empfehlung: Der Film braucht eine Weile, bis er auftaut und man wirklich drin ist und gespannt mitfiebert, schafft es am Ende aber, dass man sich fühlt, als hätte man die Reise selbst unternommen.

Hier werden extrem viele Projekte im Film gezeigt, die die zwei u.a. mit den Kinofilmeinnahmen weiter unterstützen wollen, um den Menschen auf diesem Kontinent ein besseres Leben bieten zu können und positive Handlungen zu unterstützen. Allein dafür lohnt sich das .kinoticket, dass man am Ende selbst die Erkenntnisse einer Reise mit aus dem Kinosaal trägt, ist quasi ein Geschenk für euch oben drauf.

Nachspann
❌ zeigt alle Sponsoren, Mitarbeiter und Beteiligte an, ist daher ganz interessant zu lesen, muss aber nicht zwingend abgewartet werden. Szenen oder Bilder folgen keine weiter.

Kinostart: 14. März 2019

Original Title: Reiss aus – Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum.
Length: 120 Min.
Rated: FSK 0

Climax

Climax

© 2018 Alamodefilm

Climax – in einer Zeit der immer böseren Vorhersagen über das Klima, CO2 und Polkappenschmelzungen evtl. noch eine Doku über den Zerfall unseres Planeten?

Ja, aber völlig anders, als ich erwartet hatte – und zehntausendmal geiler!

Climax – dieser Begriff beschreibt nicht etwa das Klima oder irgendeinen Zenitpunkt im Erreichen eines bösartigen Zustands, sondern steht tatsächlich für die absolute Ekstase, in die man im Rausch gelangt: Der Moment des Abspritzens, der Moment, in dem man kommt, die unkontrollierbare und absolut hemmungslose Spitze eines Gefühls, dem man sich vorher intensiv hingegeben hat.

Richtiger Titel. Hammerharter Film.

Wenn du Kinder hast, geh zu ihnen und sag ihnen, dass du ein Leben lang finanziell dafür sorgst, dass ihnen niemals die Drogen und der Stoff ausgehen – wenn sie sich vorher diesen Film ansehen und verinnerlichen.

Ich persönlich glaube, danach rührt nie wieder jemand Rauschmittel an, der noch ganz bei Trost ist. Dieses Werk startet relativ harmlos und erliegt dann einem filmischen Rausch, wie ich ihn lange nicht mehr gesehen habe: Die Münder der Presse standen offen, ich selbst hatte meine großen Abnormitätsmomente und musste eigentlich während des gesamten Films nur noch mit offenen Mund grinsen und dachte mir: WTF! Richtig so! Einfach richtig so – direkt in die Fresse der konservativen Arschlöcher und immer schlimmer werden lassen. Mal sehen, wieviele rausrennen.

Und ja – das begann bereits bei den ersten Pressevorführungen. Die Menschen können Dinge wie diese nicht ertragen und brechen ihren Coolness-Status lieber, bevor sie sich das zu Ende ansehen und begreifen, worauf man eigentlich hinaus wollte.

Gaspar Noé ist bekannt dafür, die Dinge einfach zu zeigen und keine Wertungen in seinen Filmen zu präsentieren – eine Eigenschaft, von der sich viele Medien ein Stück abschneiden sollten. Diese Wertungsfreiheit macht aus diesem Movie ein einzigartiges Kunstwerk, das eine tatsächlich realisierbare Situation aufstellt und im Blutrausch zerpflückt: Die humanoide Spezies wird in ihre Einzelteile zerlegt, man nimmt ihnen Normalität und Alltag weg und schaut dann einfach, was übrig bleibt. Ein hemmungsloses Bild einer verwüsteten Krankheit in betörend schönen Bildern und einer absurd-geilen Kameraführung, die ebenfalls Blut geleckt hat und aus sich raus will. Und kommt.

Hier sind bereits zu Beginn unverwüstliche Hinweise vergraben, denen man Zeit gibt, sie zu entdecken, bevor es dann im big train auf die Reise geht und man schlussendlich in einer Hölle wieder zu sich kommt, die mehr Wahrheit beinhaltet, als man anfangs glauben mag.

Nach The House That Jack Built der nächste kranke krasse Film, der tiefe Aufrichtigkeit mit sich bringt und den Zuschauer komplett verstört, darum aber umso wichtiger ist und eine immens geile Botschaft beinhaltet.

Ja, ich hab es tierisch gefeiert und dachte mir: Wie kann man nur so etwas krankhaft geiles ins Kino bringen und keiner weiß davon? Es ist hammerhart, wie absurd, weltfremd, gestört, verherrlichend und abnorm die gezeigten Szenen hier sind und mit welcher grazil-evilenten Anmut man dabei an das Zerstörungswerk herantritt, um letztendlich alles bis auf die Knochen abzuschaben und den Menschen in seiner völlig entblößten Psycho-Nacktheit zu zeigen.

Ein Meisterwerk des Nischenkinos, das man gut genug verstecken sollte, damit nur diejenigen Zugriff darauf kriegen, die sich den Inhalt auch geistig verdient haben: Hier mit Unterhaltungswünschen reinzuspazieren wäre der völlig falsche Ansatz und wird mit bloßer Entrüstung bestraft.

.kinoticket-Empfehlung: Ein Blutrausch psychedelischer Ekstase, die keine Grenzen kennt und keine Wertungen aufstellt: Mit dieser Offenheit kann kaum jemand umgehen.

Gaspar Noé entführt die Menschen in eine durchaus reelle Situation und überlässt sie dann ihrem eigenen Schicksal, in das sie unweigerlich rennen, sobald man ihnen Normalität entreißt: Das Ergebnis ist ein filmischer Rausch, der extrem in seinen Bann zieht und mit Bildern verstört, die sich lange und dauerhaft ins Hirn einbrennen und einen nicht mehr loslassen.

Unbedingt ansehen, wenn man dazu in der Lage ist, diesen Film nicht als “Entertainment” abzutun, sondern sich ausgiebig damit befassen kann. Etwas geileres gibt es derzeit kaum!

Nachspann
❌ hält keine weiteren Szenen bereit.

Kinostart: 06. Dezember 2018

Original Title: Climax
Length: 95 Min.
Rate: FSK 16

Der Nussknacker und die vier Reiche (3D)

003586_02_Nussknacker_Teaser_A4_72dpi_RGB_02

© 2018 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

 

Disney, Disney, was mach ich mit dir?

Kaum ist Weihnachten, buddelt jeder seine Tannenbaum-Schnee-Romantik-Filme aus dem Arsenal, bügelt sie auf und stellt sie alljährlich ans Fenster. Meine Meinung zu dem Laden ist bekannt, die Mentalität der Macher mir ein Dorn im Auge und irgendwo erwiesen, dass das, was sie höchstpersönlich anpacken, eigentlich fast immer in die Hose geht.

Die Subunternehmen: Ja – volle Kanone, die hauseigenen Produktionen: Naja.

Damit hätten wir mal mein Einstiegsgefühlsmomentum, als ich mir die 3D-Brille angezogen habe und sehen (musste), was sie diesmal abliefern.

Und wie soll ich sagen? Ich war zwei Mal drin.

Grob zusammengefasst kann man vorweg nehmen: Wenn in dem Film jeder die Klappe halten würde, wäre es fast schon ein perfektes Stück!

Beginnen wir mal mit der Musik. Der Nussknacker ist ein Stück von Peter I. Tschaikowsky, der schon zu Kindertagen einer meiner Lieblingsklassikkomponisten gewesen ist, weil seine Werke etwas mehr Biss, mehr Schärfe, mehr b’s und härtere Töne haben und nicht mit so einer konservativen Weichheit punkten, wie es z.B. Bach oder Schumann tun.

Folglich ist Tschaikowsky einer der Interpreten, die man heut immer noch wahnsinnig gern her nimmt, weil damit beim Publikum einigermaßen gepunktet werden kann. Daraus ergibt, dass es inzwischen tausende Interpretationen seiner Stücke gibt, die allesamt nicht zwingend besser werden. Man hat es schon so oft runtergespielt, so oft durch die Leier genudelt, so oft schräg und lieblos abgemischt und als “Klassiker” verkauft, um noch 2,99 € am Wühltisch zu machen, dass man eigentlich schon gar keine Lust mehr darauf hat, das zu hören.

Und nun kommt Disney in die Kinos und liefert hier eine gefühlvolle, ober-akurate und monstermäßige Darbietung dieser Musik, dass einem das Herz aufgeht und ich mich schon in den ersten 2 Minuten dazu entschlossen habe: Nochmal!

Im Ernst: Es ist der Wahnsinn, mit welcher Tonlage, welcher Präsenz, welcher Liebe und Hingabe man hier diese Musik aufgearbeitet hat: So, als wäre der Dreck nun endlich passé und man hätte sich wieder dem Premium-Sektor zugewandt. Hammer!

Weiter bei der Optik: Das 3D ist obergeil! Super räumlich, wahnsinnig gut gemacht und vor allem konsequent und nicht nur – wie man beim .trailer vermuten könnte – bei den “Fadenszenen” oder solchen überaus nach 3D schreienden Momenten. Dieses Spiel mit der Tiefe wurde hier selbst beim Nachspann noch vollends ausgekostet und auch das ist wieder ein Grund, weshalb ja und weshalb Kino.

Und farblich driftet man zwar etwas in Richtung Kitsch, betrachtet man das ganze aber eher als “Musikvideo” zum Nussknacker, dann ist das eine herrliche Optik, die sich anzuschauen einfach Spaß macht und dessen Raffinesse und Brillanz vollkommen überzeugen.

Über den Plot brauchen wir nicht reden, der ist so, wie in jedem Disney-Film: Wer hier etwas erwartet, kann nur enttäuscht werden.

Und was eben enttäuscht, ist der Sprech. Hier merkt man so sehr das altamerikanisch-konservative Nicht-Duldungsverhalten und den sehnlichen Wunsch, dass die ganze Welt wieder mega christlich wird und die Neumoderne verschwindet.

Bin ich auch schicklich gekleidet?Sehr wohl, meine Liebe.

Zusammenfassend gilt also: Würden sie alle die Klappe halten, wäre es der beste Film zur Weihnachtszeit, den es dieses Jahr gibt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Soundtrack: Hammer! Abmischung top, Auswahl top und in einer ungeahnten Premium-Quality.

3D sehr empfehlenswert und konsequent durch den ganzen Film durch.

Farben und Optik sehen super aus.

Der Plot enttäuscht und die Sprache ist furchtbar.

Das fasst den Film denke ich ganz gut zusammen.

 

Nachspann
✅ Ist durchanimiert bis zum Schluss, jedoch nicht mit wichtigen Dingen. Den Anfang darf man aber ruhig noch mitnehmen.

Kinostart: 1. November 2018

Original Title: The Nutcracker and the four Realms
Length: 99 Min.
Rate: FSK 0

Ballerina (3D)

Filme dieser Art gibt es mittlerweilen wie Sand am Meer. Auch habe ich längst darüber berichtet, dass sich die Inhalte insofern fast immer gleichen. Allerdings hat man die Form der Umsetzung bisher nicht in dieser Variante gebracht: nämlich animiert.
Dass hier ganz neue Möglichkeiten auftauchen, mit denen man punkten kann, versteht sich von selbst. Denn immerhin öffnet die animierte Welt Tür und Tor für alles, wo der menschliche Körper an Naturgesetzen oder mangelnder Kohle für schlechte CGI-Animation scheitert.
Mit Ballerina schickt man jetzt einen bekannten Plot ins Rennen, der sich zwar aus der trist-dramatischen Variante seines Genres erhebt, mit den neuen Optionen fast schon gänzlich andere Bereiche beschreitet und damit zum Filmerlebnis für Kinder wird, die sich nach Abenteuer, Ferne und einer anderen Welt sehnen.
Damit verlässt man das klassische, namensgebende Ballerina-Genre und eröffnet hier Wege zu völlig neuartiger Unterhaltung, die nicht in pompösen Finalen mündet oder anderweitige Klischees bedient.
Was mir daran gut gefallen hat, war, dass man sich trotz des scheinbar vorhandenen Budgets hier dennoch nicht auf die Erfüllung abstruser Erwartungen eingelassen hat, sondern etwas völlig eigenes macht und Kinder damit unterhalten möchte – losgelöst von sämtlichen wirtschaftlichen und sonstigen Ansprüchen. Man bedient die Kinder im eigenen Garten und kümmert sich einmal nicht um den Rest der Welt.
In einem Zeitalter wie diesem, wo Blockbuster, Massenmillionen und aberwitzige Einspielergebnisse dominierend sind, ist das schon fast wieder ein Statement, dass den Besuch im Kino durchaus rechtfertigt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zielpublikum: Die Kids.
Für die wird hier eine gemütlich-freche Geschichte mit aufgeweckten Charakteren und moralisch achtenswerten Ansätzen erzählt, die auch bedenkenlos mit den ganz Jüngsten geschaut werden kann.
Als Erwachsener muss man entweder eine Vorliebe für Animationsfilme oder absolut Ballerina-Versessen sein, um dabei wirkliche Freude empfinden zu können. Die Wahl zwischen 2D und 3D entscheidet eindeutig letzteres, denn da kommen noch ein paar Einstellungen und Momente sehr viel mehr zum Tragen als in der vergleichsweise langweiligen 2D-Fassung.

 
Nachspann
Einfach mal den Anfang abwarten, dann weiß man, wie der restliche Nachspann ist und kann bei Nichtgefallen immer noch nach draußen verschwinden.

Mohenjo Daro

Mit 150 Minuten schickt man hier ein Epos in die Welt, das die Kinosäle zum Erzittern bringt. Mal ganz ehrlich: Was verbindet man mit Bollywood, wenn man so ein Ding noch nie in seinem Leben gesehen hat?
Romantisches Geknutsche, indische Frauen, tanzende Kerle und jede Menge Musik – hab ich Recht?
Was einem hier aufgetischt wird, ist allerdings bei weitem nicht das, was man sich als Laie vielleicht darunter vorstellt. Zum einen: Das Event wurde von meinem Stammkino mal so richtig auf brutal gestellt, indem man einfach mal den Lautstärkeregler betätigt hat – nach oben. Ganz im Ernst? Ich saß in dem Teil und hatte Schiss … vor billigsten Animationen.
Der Beat krachte hier mal sowas von durch die Kinosessel, dass es scheißegal war, ob sich lebendes Fleisch darauf befand – das wurde einfach mit durchgeschüttelt. Und die Story baut sich auf, man erlebt eine fremde Kultur, man baut eine Geschichte darum und erhebt all das zu einem epischen Machwerk, dass Hollywood demnächst einpacken kann, sollte sich von dieser Seite der Erdkugel weiterhin derartiges in unseren Landen etablieren.
Und das mein ich ernst.
Man bekommt hier nicht mehr nur eine Idee, sondern einen Genre-Mix präsentiert, der sich gewaschen hat. Etwas derart Episches und dermaßen Verflochtenes habe ich bisher noch nie in dieser Intensität im Kino erlebt, geschweigedenn im heimischen Kinosaal. Und damit hat man definitiv mein Interesse an Bollywood geweckt, sollten die Filme alle in dieser Art sein. Kenner dürfen mich gern eines Besseren belehren, ich lasse mich zukünftig definitiv überraschen.
Was die Musik angeht: Ja, es reiht sich ein wenig in das Klischee ein, erhebt sich dann aber in einem epischen Ausmaß, dass mein Verlangen nach dem Soundtrack nicht nur geweckt, sondern förmlich entfacht hat – und umso wütender macht einen die leere Suchanzeige im Musikportal, wenn man wieder mal kaum erwarten kann, dass dieses Album endlich in Deutschland erhältlich ist.
Auch die Bildgewalt dieses Kunstwerks lässt anderes im tiefsten Schatten verenden: Hier wird mit Impressionen und Eindrücken um sich geworfen, die seinesgleichen suchen – und gepaart mit der Unzahl an Darstellern, Synchronisationsgenies und den vielen anderen Faktoren, die da mit reinspielen, erhält man wieder etwas, das nur auf ein Wort hinauslaufen kann: Epic!
Tut mir leid, wenn ich an dieser Stelle so einfallslos schreibe, aber diese Show hat mich grandios vom Hocker geschmissen und die unbeantwortete Frage aufgeworfen, weshalb solche Filme nicht öfters in deutschen Kinos gespielt werden.
Der Gang in den Saal mit allen Aufpreisen und Optionen lohnt sich für jeden Kinozuschauer mal definitiv.
 

.kinoticket-Empfehlung: Selten hat mich etwas so beeindruckt, abgeholt, überrascht und mitgenommen, wie dieses grandiose Meisterwerk.
Dass im Original gesprochen wird, macht das Werk eher sympathischer denn fremd und eröffnet hier eine Geschichte, die einem so garantiert den Abend versüßt. Reingehen wo immer man die Chance dazu hat – es lohnt sich definitiv.

 
Nachspann
sollte man abwarten, der hat nämlich richtig nette Animationen und blüht farbenfreudig vor sich her statt in langweiligem Schwarz-Weiß.

Pitch Perfect 2

Zu einer guten Show gehört gutes Aussehen, eine gute Performance und frische Ideen.
Drei Dinge, für die Elizabeth Banks durchaus steht. Es hat eine Weile gedauert, bis ich ihr Gesicht richtig zuordnen konnte, hatte sie doch in Die Tribute von Panem die Rolle einer Show-Größe übernommen, aus deren Feder ein Werk wie dieses durchaus stammen könnte.
Der Film passt total zu ihrer schillernden Persönlichkeit und liefert hier einen Orgasmus an musikalischem Können und durchaus bewundernswerten Performances ab, die sonstige musikalische Bashing-Filme ruhig mal nebenan stellen können. Es wird gesungen, es wird getanzt, es werden Shows zelebriert, es folgen Abstiege und Aufstiege und auch die Art von Humor erinnerte mich immer wieder an Effie Trinket, die sie in den Hungerspielen darstellt.
Ein wenig verrückt, ein wenig neben der Spur, ein wenig lächerlich und dennoch nicht unverzichtbar – all das stellt Effie in Tribute von Panem – The Hunger Games dar und genau diese Charakterzüge macht sich Pitch Perfect 2 zu eigen.
Wer hier Spaß haben will, der sollte schon vorher für Bühnenfilme etwas übrig gehabt haben, auch wenn sich hier nicht das klassische Vorbild in uninspirierter Art kategorisch auf der Bühne abspielt. All zu ernst sollte man den Film aber dennoch nicht nehmen, denn hier wird kein monströses Mega-Kino geschaffen, sondern einer Form von Musik Stimme verliehen, die sonst keiner so wirklich aufgreifen und fördern möchte.
Und genau das reißt einen dann doch in die Geschichte rein. Wäre die Musik nicht so verdammt gut, könnte der Film nicht existieren und würde eher die jüngere Klientel unterhalten, die hier mit billigen Jokes und merkwürdigen Pointen durchaus zu Lachern gezwungen werden, für die erwachsenere Menschen weniger übrig haben dürften.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer akzeptiert, dass hier Musik die Schnauze vorne hat, der wird dadurch gut unterhalten.
Liebhaber von gut ineinander verflochtenen Geschichten oder sinnigen Plots sollten eher zu was anderem greifen, denn dieser Punkt geht hier eindeutig an die Konkurrenz. Alle anderen erleben musikalisches Können, das auf der Leinwand durchaus richtig Spaß macht.

 
Nachspann
sollte man abwarten, hier wird’s nochmal richtig lustig.

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén