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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Taron Egerton

Robin Hood

© 2018 StudioCanal

Robin Hood gehört zu den Geschichten, die jeder als Kind mindestens einmal erzählt bekommen hat. Auch die Filmwelt hat sich darum gekümmert, dass bereits unzählige Interpretationen davon über die Bildschirme geflackert sind und die Lebenden unseres Zeitalters haben sich längst damit abgefunden, dass hier “nichts neues mehr kommen wird”.

Entsprechend verhalten reagiert das Publikum im Saal bei anderen Movies, wenn der .trailer dazu gezeigt wird und man kann die Gedanken in den Köpfen nur erraten: Irgendwie wirkt es, als ob man einen Film herausbringt, der zwar Größe aufweisen könnte, jedoch permanent mit angezogener Handbremse an den Start geht und dadurch niemals richtig aus sich raus kommt.

Ich halte große Stücke auf Taron Egerton und weiß, dass dieser Junge schauspielern kann und finde die Idee, ihn als Jungtalent auf so eine Geschichtsikone loszulassen, durchaus spannend, kann aber verstehen, warum der Stoff hier nicht so richtig zünden will. Es ist genau diese Art von “Blockbuster”, die zwar alles mitbringt, was man für einen Erfolg braucht, jedoch genau wie z.B. The Great Wall dieses gewisse Unbenannte aufwartet, mit dem der Zuschauer nichts anfangen kann.

Die Technik stimmt, die Optik stimmt, der Soundtrack ist große Klasse und extra erwähnenswert, nur schafft man es eben nicht, die Aquaman-Männerbrust-Stärke auf den Jungspund zu übertragen und ihn als “mächtigen Eroberer” zu kennzeichnen, der es tatsächlich mit dem System aufnehmen und hier den exzellenten Widersacher geben kann. Da zeichnen sich dann erste Actionfilm-Lächerlichkeiten ab, die zwar nicht schlecht geschauspielert sind, aber deutlich an Glaubwürdigkeitsdefiziten leiden, die der Zuschauer auch selbst aus keiner Reserve erübrigen kann.

Damit zerstört man ein wenig das Gesamtbild und durch die von anderen Seiten her erzwungene “Wir wollen brüllen und die ganze Zeit auf kampf-männlich machen” lässt man eben nicht zu, dass sich Egerton glaubhaft entwickelt.

Und darunter leidet letztendlich der ganze Film, der hoch explosives Potenzial in sich birgt und irgendwie in den falschen Kanonenrohren entfesselt. Mal schauen, was der Rest von euch dazu zu sagen hat.

.kinoticket-Empfehlung: Egerton als Jungdarsteller in solch einen Geschichtsepos hinein zu hieven ist ein gewagtes Unterfangen, welches Mut beweist, aber mit unglaubwürdiger Männlichkeit entblößt wird.

Dadurch verliert das Gesamtbild an Tragfähigkeit und mündet in einem eher belächelnswerten Film, bei dem zwar das ganze Drumherum stimmt, der jedoch in seiner Hauptaussage zu wenig Kraft mitbringt, um ihn für die Ewigkeit in den Köpfen der Kinogänger zu festigen.

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Januar 2019

Original Title: Robin Hood
Length: 116 Min.
Rated: FSK 12

Kingsman: The Golden Circle

Kennt ihr das, wenn ihr vor einem riesigen Projekt steht, etwas damit machen sollt und euch davor scheut, den ersten Handgriff zu tun aus Respekt vor dieser Erhabenheit und Ehre?

Genauso fühl ich mich grade, wenn ich mich vor diesen Film stelle und mir überlege, was ich dazu erzählen soll.

Zum einen: Meine Vorahnungen waren goldrichtig und wurden vom Original dann noch einmal weit übertroffen. Ja – Egerton alias Eggsy macht eine unglaublich gute Figur und pusht mit seinen Landsmännern so richtig die Action auf die Bühne. Zweitklassige Versuche hat man gar nicht erst eingeplant, hier spielt sich alles im 5-Sterne-Milieu ab!

Natürlich, Kingsman leuchtet nicht unbedingt in ernstzunehmenden Neon-Farben am Agentenepos-Himmel, sondern dominiert mit einer leicht würzigen, definitiv humorlastigen und extrem abgefahrenen Variante seiner selbst in einem Areal der schwarzhumorigen Kunst ganz nach britischem Vorbild auf der Leinwand und gibt damit zum zweiten Mal ein gigantisches und von mir gefeiertes Debüt einer unglaublichen Entdeckung ab, die diese Marke damit – so hoffe ich inbrünstig – auf die dauerhafte Ebene hievt und uns auch noch in einigen Jahren neue Kingsman-Filme beschert. Die erste Kingsman-Store-Eröffnung in London lässt großes hoffen…

Gleich zu beginn rasselt man sofort in ein Stunt-Gewitter, dass nicht übertrieben und breitgezogen, materialistisch zusammengestückelt oder gar ungekonnt inszeniert wirkt, sondern sofort eine Bombenstimmung aufkommen lässt und man die Moves, Fights, Actionballade und gigantöse Gentlemen-Wirkung einfach nur abfeiert.

Mit Julianne Moore in einer der Hauptrollen befriedigt man auch gleichzeitig noch die Bechdel-Test-Meckerfraktion und öffnet sich damit der internationalen Beliebtheit, die sowohl alt als auch jung, Kinder und Erwachsene, Männer und Frauen gleichermaßen in einen Unterhaltungsstrudel saugt, aus dem ich am liebsten gar nicht mehr aussteigen wollen würde.

Was uns die Deadpool-Macher für ihren zweiten Teil versprochen haben, wurde hier Gottseidank nicht angewandt: Man hat das Level natürlich angehoben und nicht einfach auf krasse Wiederholung gesetzt um alles in etwas flauerem Ton nochmal über die Kinotheken fließen zu lassen. Eggsy wirkt erwachsener, bringt aber dennoch den unglaublich sympathischen Flair mit, den dieser Halbgott auf der Schauspielerbühne zum besten geben kann. Und ich hab den Strahlemann bereits live vor mir gehabt und schätze seine Arbeit seither um so mehr.

Du stolperst auf jeden Fall nach dem Film ziemlich erschlagen und absolut beeindruckt wieder aus dem Saal und findest kaum Worte für das, was dir da eben über den Weg gelaufen ist und dich mal eben plattgewalzt hat.

BAM!

.kinoticket-Empfehlung: Das heißt dann wohl: Erst zur Wahl – und dann ins Kino und schon gewählt haben, und zwar exakt diesen Film!

Das Zielpublikum ist hier nicht irgendeine Elite oder Genrefraktion, auch wenn die Sprüche und der Humor teilweise ziemlich derb sind: Spaß für alle ist garantiert auf der Servierscheibe und die wird ordnungsgemäß mit viel Imposanz und in beeindruckender Qualität geliefert!

MEHR DAVON!

Nachspann
✅ Hocken bleiben wegen der Songs – wem das egal ist: Es kommt hinterher nichts mehr. Äh…. doch, hoffentlich noch einer dieser Filme!

Kinostart: 28. September 2017

Original Title: Kingsman: The Golden Circle
Length: 141 Min.
Rate: FSK 16

(Trailer) Kingsman: The Golden Circle

Sonntag ist .trailer-Zeit und heute gibt’s vorab eine Warnung:
Kingsman: The Secret Service dürfte mittlerweile jeder im Kino, auf Blu-ray oder sogar in UHD gesichtet haben und wissen, was für eine – auf deutsch gesagt – geile Errungenschaft diese Form der Action-Rumwüterei das geworden ist.
Kingsman: The Golden Circle schließt an den unglaublichen Kinodurchbruch an und ist einfach schon vorweg sowas von affenscharf, dass ich euch den .trailer dazu einfach präsentieren muss, weil dadurch die Vorfreude auf den Kinostart noch um so vieles gesteigert wird.
Allerdings ist es egal, welchen der bisher von Twentieth Century Fox veröffentlichten .trailer man hernimmt: Sie spoilern alle unfassbar viel und daher an alle die Warnung:

Bitte nur schauen, wenn ihr auch gespoilert werden wollt!
Ansonsten lieber den Kinostart abwarten!

Aber jetzt genug der Worte: Viel Spaß mit dem neuen Action-Hit und der kleinen Vorschau hier:
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=0fvqnGmr9S8&w=560&h=315]
eine krasse Action-Ballade präsentiert von © Twentieth Century Fox
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Zum einen mal, weil Eggsy ne verdammt coole Socke ist und auch im zweiten Teil wieder eine verdammt gute Figur macht und das Ensemble auch hier wieder 100% zu stimmen scheint.
Die Kingsman-Filme haben ihr eigenes Genre erfunden und präsentieren ihre Ideen abseits von Geistesblitz-Klau aus anderen Werken und definieren damit eine völlig eigene Welt, in die man als Besucher gerne immer wieder abtaucht.
Der Style hat überzeugt und der .trailer lässt hoffen, dass man auch in der Fortsetzung wieder viel Wert auf selbigen gelegt hat und sich nicht einfach nur selbst übertrumpfen wollte.
Kurzum: Die helle Freude im Kinosaal scheint vorprogrammiert und damit gehört für mich schon jetzt dieses Stück auf die Top 10 des diesjährigen Kinojahres.
 
Kinostart: 21. September 2017

Sing (3D)

Dass man aus dem Hause Illumination Pictures auch in Zukunft noch so einige Erfolgshits sehen dürfte, müsste jedem nach dem durchschlagenden Erfolg der Minions eigentlich klar sein. Mit Pets haben sie ja bereits ihre Vorliebe zu tierischer Animation preisgegeben und dem steilen Aufstieg der kleinen gelben Viecher klammheimlich den Saft etwas abgedreht, um zu bewerkstelligen, dass auch in Zukunft annehmbares Material auf die Leinwand rasselt, das die Zuschauer nicht nur begeistert, sondern irgendwo den Erfolgsweg weiter führt.
Klar, nach derartigem Anstieg des Beliebtheitsfaktors ist es unglaublich schwer, diese Geschwindigkeit und das Niveau der Unterhaltung und Niedlichkeit zu bewahren, um zukünftige Zuschauer nicht zu enttäuschen.
Nach eben einer solchen Enttäuschung sah der Trailer zu Sing aus, der seit geraumer Zeit in allen möglichen Vorstellungen im Vorprogramm runtergespielt wird. Platte Story, vorhersehbare Wendungen, ganz im Sinne des langweiligen Attests der “Noch eine Casting-Show”-Phrase, die so manchem Unwissendem da über die Zunge gerutscht sein könnte.
Gestern – zum Kinostart – hab ich mir den Film dann zum ersten Mal angesehen und darauf gewartet, dass die bitterschmeckenden Magenschmerzen, die sich dumpf grollend aus dem Hintergrund angekündigt hatten, endlich hervorbrechen und bekam …
… die beste Casting-Show, die ich je in meinem Leben gesehen habe.
Ganz im Ernst: Wenn es endlich mit der Professionalität und der ungeahnten Genieweisheit der Macher weitergeht, dann mit Sing! Der Film trifft ins Schwarze und protraitiert mit einem überragenden Soundtrack und einer herzergreifenden Art eine Szene, die nicht aus platter Motivation und durchtrainiertem Versagen besteht, sondern erweist einmal mehr einer Generation von Musik die Ehre, die in vielen Casting-Shows ihresgleichen sucht (und dort nicht findet).
Ich war baff. Baff von der Fröhlichkeit, die jeden der “Darsteller” hier mit anmutigem Glanz umhüllt. Baff von der sympathischen Art, die jeder auf seine Weise ins Geschehen einbringt und daraus eine Geschichte formt, die nicht nur Inhalte liefert, sondern eine völlig authentische, funkionierende Welt um sich herum aufbaut, die nicht nur dank ihrer (gezeichneten) Kulissen wunderbar auftrumpft, sondern auch die Liebe zur Kunst, die Hingabe zum Gesang zelebriert und dabei – ganz unterschwellig – den wahren Geist von Musik zu ergründen versucht und dessen Denkresultate als unaufdringliche Moral ganz sanft in den Plot einbaut und dabei den Zuschauern zärtlich vermittelt.
Der Geist, der den Film beflügelt, ergreift nicht nur von einem selbst Besitz, sondern reißt einen in ungeahnte Höhen mit, nur um zu zeigen, dass es eben doch weiter geht. Diese Form von Motivation, von eleganter Ausgewogenheit, die so meilenweit entfernt von dem üblichen Animationskitsch entfernt ist, macht Sing nicht nur aus, sondern definiert in ihrer Weise auch das Geschehen als solches und impliziert Möglichkeiten, wo andere nur stumpfsinnige Leere sehen.
Es fällt schwer, jemand anderem die Gewichtigkeit und Schwere beizubringen, die aussagt, was es heißt, sich diesen Film nicht nur anzusehen, sondern ihn zu schlucken, zu verinnerlichen und daraus zu zehren. Viele werden – so denke ich – nach außen hin eh nur auf das übliche DSDS-Da-singt-wieder-einer-also-ist-es-cool-Gehabe hinauswollen und aus diesem Grund die Vorstellungen besuchen.
Leute – dieser Gedanke wäre verschwendet. Holt euch die .kinotickets, erlebt diesen Film. Spürt den Drang, spürt das Verlangen, spürt die Emotionen, die man hier unverblümt reingelegt hat und seid dabei Teil eines der größten Kinoereignisse, die dieses Jahr überhaupt hervorgebracht hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Was Arrival als ruhiger, dramatisch-etablierter Film auf der einen Seite erreicht hat, bringt Sing mit Furore und musikalischer Erhabenheit genauso auf die Bühne: Er erreicht den Zuschauer auf einer metaphysischen Ebene und zeugt davon, dass den Kunstschaffenden hier nicht nur ein galantes Meisterstück gelungen ist, sondern jeder einzelne von ihnen auch den Geist der Musik verstanden, erlebt und rezitiert hat.
Sing gehört zu den Stücken, die es im Kino anzusehen gilt, die den Zeitgeist unserer Generation in einer Welt, die so von Negativität zerrissen und durchzogen ist, auf derart motivierende Weise durchschneiden, dass selbst in dunkelsten Tagen die Hoffnung auf Besserung nicht ausbleibt. Wer hier drin war, der weiß, dass es immer weiter gehen wird und kein Problem noch so groß sein könnte, als dass es sich nicht lösen ließe.
Die Niedlichkeit, die Ernsthaftigkeit und das schon von den Minions gekannte Akzeptieren dieser andersartigen Realität ist auch hier wieder einer der größten Pluspunkte, die den Film vorwärts treiben und dem Zuschauer Zeit geben, sich auf die Inhalte zu konzentrieren.
Und die dann mit einem galanten 3D, überzeugenden Grafiken und einer Tonleidenschaft, die sich gewaschen hat, zu erleben – dafür gibt es nur einen Ort: Kino.

 
Nachspann
Solange das Teil animiert bleibt, sollte man auch bleiben, der Rest gehört denen, die nicht nur Bilder, sondern auch Akkustik zu schätzen wissen. Nach dem Abspann folgt nichts weiter.

Eddie The Eagle – Eindrücke von der Pressekonferenz am 21. März 2016

20th Century Fox hat zur Pressekonferenz geladen und CinemaxX präsentiert eine Woche vorher dazu im Rahmen der Sneak Preview das deutsch übersetzte Finish des bereits rezensierten Meisterwerks Eddie The Eagle, der die unvergleichliche Geschichte des olympischen Ski-Springers mit dessen unermüdlichen Mut zur Selbstverwirklichung erzählt.
Ich hatte das Privileg und durfte im Rahmen der PK viele Eindrücke von den Schauspielern und vor allem dem echten Michael Edwards gewinnen und möchte euch nun an dieser Stelle ein paar Insider-Infos weitergeben, die ich im Zuge dessen aufgeschnappt habe.
Mit von der Partie waren Regisseur Dexter Fletcher, der originale Michael “Eddie The Eagle” EdwardsHugh Jackman, Taron Egerton, Iris Berben und jede Menge mediale Prominenz.
Iris Berben bemerkte, dass es sehr ungewöhnlich ist, wenn sie im deutschen Fernsehen untertitelt wird und sprach damit eine meiner größten Befürchtungen der deutschen Übersetzung dieses Films an, die sich irgendwo auch bewahrheitet hat: Die Sprachgrenzen-Jokes sind tatsächlich der Übersetzung anheim gefallen und finden sich somit nur in der Originalversion des Films wieder.
 

Iris Berben: “Die Magie dieses Mannes ist einfach: Er macht Mut. Er zieht einen mit, er reißt einen mit. Es ist tatsächlich möglich, gegen alle Widerstände etwas zu erreichen, und das ist natürlich eine gute Botschaft […] zu sagen: Trau dich, mach es, sei nicht konform, mach nicht alles, was von dir von anderen erwartet wird, sondern erfülle deine eigenen Erwartungen.”

 

Damit bringt sie den Kern des Films meines Erachtens nach bereits auf den Punkt. Eddie The Eagle spornt nicht nur dazu an, über sich selbst hinauszuwachsen, sondern lebt es mit einer beschwingten, komödiantischen und beinahe überdimensionierten Art und Weise vor, dass Hugh Jackman sich dazu genötigt sah, davon abzuraten, tatsächlich selbst auf die Rampe zu steigen und diese Sprünge zu wagen, man soll da sehr sensibel rangehen und gut darüber nachdenken, denn solche Sprünge können dich töten!

Auch Regisseur Dexter Fletcher bekräftigt, dass für ihn die Message der Glaube an sich selbst ist.

Michael Edwards hat sich gestern auf der Filmpremiere in Deutschland den Film bereits zum 5. Mal angeschaut und ihm kamen jedesmal die Tränen.

 

Michael Edwards: “I don’t need to understand the german to appreciate the moment in the film.”

“Ich brauch kein Deutsch zu verstehen, um den Moment im Film zu schätzen.”

 

Der bringt die Emotionen und Gedanken, die Hürden und Probleme und das Selbstengagement nämlich in einer visuellen Bildkraft rüber, bei dem nicht nur die Farben rauschend eingestellt sind, sondern der ganze Film eine gewaltige Schubkraft entwickelt, die einen selbst dazu antreiben, seine eigenen Ziele zu erreichen.

Hugh Jackman antwortet auf die Frage, ob der echte Michael Edwards mutiger ist, als er, mit den simplen Worten: “150%!” Er sprach u.a. darüber, dass man im Bonusmaterial von X-Men sehen kann, wie er schreit und weint und dass das alles nichts im Vergleich zu dem ist, was Michael Edwards auf sich genommen hat, um dieses Ziel zu erreichen. Er hat ihn gefragt, wieviele Knochen er sich in der Zeit seiner Laufbahn gebrochen hat und Edwards meinte zu ihm: “Frag mich lieber, wieviele ich mir nicht gebrochen habe: Drei.”

Taron Egerton implementierte, dass dieser Film keine forensische Untersuchung darstellt, sondern dazu designt wurde, zu inspirieren und dass sie von dieser Geschichte inspiriert wurden.

Dem Presseheft ist zu entnehmen, dass die Sprünge im Film durch sehr viel akkurate Kleinarbeit so aussehen, als hätten sie tatsächlich stattgefunden, diese Höhen jedoch von den Schauspielern aus Sicherheitsgründen niemals gesprungen wurden. Jackman kommentierte die Frage, ob er selbst je irgendeine Höhe gesprungen ist, mit den Worten: “Wenn Tom Cruise Bronson Peary gespielt hätte, hätte er die Sprünge durchgeführt.” (in Anlehnung an den irren Stunt, den er mit dem Flugzeug in Mission Impossible – Rogue Nation tatsächlich selbst gemacht hat).

Michael Edwards wurde gefragt, ob es in echt auch einen Coach wie Bronson Peary im Film gegeben hat, da diese Person aus strategischen Gründen eingesetzt wurde, um den “Flow” des Films besser voranzutreiben. Edwards antwortete: “Ich wünschte, ich hätte so einen gehabt.”

Er hat in seiner Skispringer-Karriere 20-30 Coaches gehabt und ihm war egal, ob es ein Schulteam, regionales Team, nationales Team war. Er hat einen Trainer gehabt, der 12 Jahre alt war. Er hat mit Amerikanern, Kanadiern, Japanern, Österreichern, Deutschen, Franzosen, Schweizern, Norwegern und vielen Nationalitäten trainiert und immer versucht, so gut zu springen, wie er konnte.

Dexter Fletcher entgegnete auf die Frage, wieso es 20 Jahre gedauert hat, bis jemand einen Film über eine so unglaubliche Geschichte wie Eddies Leben gedreht hat, mit den Worten: “We have to wait for Taron to be born […]” – “Wir haben darauf warten müssen, dass Taron geboren wird…” – der meistert die Authentizität nämlich mit bemerkenswert großer Schauspielkunst.

Aus Gesprächen zwischen anderen Medienvertretern konnte ich entnehmen, dass Michael Edwards zur Filmpremiere darüber sprach, dass er sich selbst auf der Leinwand wiedererkannt hat und die Verhaltensweisen und Mimiken von Taron Egerton unglaublich authentisch und real die Persönlichkeit von ihm widerspiegeln. Und ehrlich gesagt war das auch ein Punkt, bei dem ich Egerton eine unglaublich gekonnte Schauspielleistung zuspreche, denn die Mimik von ihm allein ist es wert, sich diesen Film näher zu betrachten. Einsame spitze!

Jedoch sei der Film erst heute in diesen Dimensionen möglich geworden, weil die Technik dazu ausgereift ist und früher ein solcher Aufwand kaum zu schaffen gewesen wäre, um diese Geschichte derart authentisch zu transportieren.

Michael Edwards wurde gefragt, woher er all seine ganze Kraft genommen hat, warum er niemals aufgegeben hat. Seine Antwort: “I don’t know. I guess from my parents, my grandparents […] I always as a child had to push myself.” – “Ich weiß es nicht. Ich vermute von meinen Eltern, meinen Großeltern … Ich musste mich als Kind immer selbst antreiben.”

 

Dexter Fletcher:Eddie the Eagle is for me one of my greatest achievements.”

Eddie the Eagle ist für mich eine meiner größten Errungenschaften / Erfolge.”

Iris Berben: “Eddie the Eagle is for me … ein ganz großer Glücksgriff gewesen. […] ich habe einen winzigen Part. Es ist wirklich nichts, wo ich sagen möchte, das ist in meiner schauspielerischen Tätigkeit jetzt etwas ganz besonderes, aber es wurde etwas besonders, weil ich an einem Film beteiligt bin, den ich für einen ganz ganz wunderbaren Film halte, der ganz viel erzählt, der ganz viel Leute ins Kino bringen sollte, finde ich, gerade in einer Zeit wie heute, und ich denke, er hat etwas warmes, er hat etwas zufriedenes und das ist in einer Zeit wie heute – glaube ich – ein ganz schöner Zustand, warum man ins Kino gehen könnte, sollte und muss.

 

Und damit trifft diese Frau wieder mal den Kern der Sache und spricht aus, was meine wortlosen Gedanken waren, als ich aus dem Kinosaal der Pressevorführung raus spaziert bin und irgendwie mit dem Gesehenen klar kommen musste.

Also gönnt euch die Freude, ladet all eure Freunde, Familie und Bekannten dazu ein und genießt die Verfilmung eines Menschen, der uns allen ein Vorbild mit dem ist, was er in der Vergangenheit geleistet hat.

Eddie The Eagle

Ja, ihr habt richtig gelesen: Pressevorführung. Ich hab keine Ahnung, was ich richtig (oder falsch) gemacht habe, um an so ein Event zu kommen, aber es ist passiert und ich darf euch von nun an schon weit vor Kinostart über den ein oder anderen Streifen berichten.
Vielen Dank an dieser Stelle mal an all jene, die mit darin involviert waren, dass mein kleines Blog die Chance dazu bekommen hat, all das zu erleben. Dabei hab ich noch nicht mal mein 1jähriges Jubiläum gefeiert …
Ein zusätzliches Dankeschön geht an 20th Century Fox, die so eine unproblematische Pressevorführung ermöglicht haben und obendrein keinerlei Einschränkungen Publikationen betreffend eingestellt haben. Here we go!
Vorab wieder etwas Sprachunterricht: OV bedeutet Originalversion, was heißt, dass der Film exakt in der Sprache bzw. den Sprachteilen gezeigt wurde, wie ihn die Macher schlussendlich freigegeben haben.
Unsere Synchronstudios übersetzen das Ding dann meistens komplett in die Landessprache, wobei halt einige coole Sprachgegebenheiten flöten gehen, die in der OV-Version logischerweise enthalten sind. Ich bin gespannt, wie es in diesem Fall endet, denn in der Originalversion gab es da einige richtig liebevolle Verbalkonfrontationen.
Mit Eddie The Eagle setzt 20th Century Fox einen Spielfilm auf die Landebahn, der sich nicht an den realitätsuntypischen Eventcharakteren orientiert, die Marvel und DC derzeit am laufenden Band ins Rennen schicken, sondern etabliert hier ein Movie, das nicht nur mit der Geschichte, sondern auch seiner Machart ganz nah beim Zuschauer ist und sich dort gemütlich einrichtet.
Man bringt ganz viel Charme, Natürlichkeit und Bodenständigkeit mit, indem man die wahre Geschichte von Michael Edwards erzählt, der sich allen Widrigkeiten zum Trotz von seinem Ziel niemals abwendete und bis zum bitteren Ende darum kämpfte, seine Träume Wirklichkeit werden zu lassen.
Klingt nach klischeetriefender Hollywoodmoral mit schlechtem Ende? Vielleicht. Ist aber etwas völlig anderes.
Eddie ist jemand wie du und ich, der ein kleines bisschen durchgeknallt ist und den Absprung zum erwachsenen Menschen nicht so recht geschafft hat. Meint man. Jeder hatte als Kind seine Träume, über die Erwachsene in der Regel lachen und sie mit den Worten “Werd du mal erwachsen, dann sehen wir weiter.” abtun. Und an dieser eigentlich höchst verwerflichen Grundvoreingenommenheit rüttelt Taron Egerton mit seiner leicht zurückgeblieben wirkenden Trotzeinstellung ganz gewaltig.
Was sich daraus dann aufbaut, wie man – nicht nur symbolisch – in immer höhere Sphären abdriftet, ohne dabei vom Boden abzuheben, ist gelinge gesagt fantastisch.
Ich hoffe, dass in der Finalfassung der schmale Grat zwischen Erfolg und seelischer Niederlage, der sich den ganzen Film über hindurchzieht, ausreichend zur Geltung kommt. Seien wir ehrlich: Keiner von uns wäre so weit gegangen, hätte so oft dagegen gehalten, so stark an seinen Träumen festgehalten, so intensiv und allgegenwärtig gegen die Anfeindungen gekämpft, die sich einem in den Weg stellen, wenn man solche Vorhaben an andere verkündet.
Ich für meinen Teil habe gelernt, dass es immer Menschen geben wird – viele Menschen – die einem solche “Flausen” ausreden wollen und dass diese Tatsache daran liegt, weil man anfängt, sich zu bewegen und somit automatisch auf “Widerstand” stößt, da die anderen immer noch in ihren alten Positionen verharren. Also eine ganz natürliche Reaktion auf etwas Außergewöhnliches, dass Michael Edwards in der Vergangenheit erschaffen hat.
Doch mit diesem Film verbinde ich nicht nur eine wunderbar gemütliche, charming-erfüllte Message, die dir ein Bürger deiner Klasse vermittelt, sondern noch etwas anderes: Drehorte fast vor meiner Haustür: Seefeld in Österreich, Garmisch und nicht zuletzt Oberstdorf am unteren Ende von Deutschland.
Doch nicht nur mit der Auswahl der Schauplätze, sondern auch beim Rüberbringen der Story ist den Machern das Kunststück gelungen, hier etwas zu erzählen, das jemanden von ganz unten nach ganz oben bringen kann ohne dabei diese unerreichbaren Höhen zu erschaffen, die das ganze wieder utopisch wirken lassen. Als Zuschauer sitzt man davor und glaubt daran – und dieser Glaube lässt die Träume wahr werden.
Dabei wirken hochdotierte Schauspieler wie Taron Egerton, Hugh Jackman oder Christopher Walken fast schon als nette Beigabe, auch wenn alle drei im Film hervorragende Schauspielarbeit leisten und mit ihrem Tun überzeugen. Doch keiner von ihnen vermittelt hier das Gefühl des Unerreichbaren, sondern sie sind Menschen wie du und ich. Genau das macht diesen Film so herzlich, lässt ihn so nah an einen ran, denn wenn die das können, kann ich das auch.
Wer also im Leben stagniert, wer sich etwas vorgenommen und niemals zu Ende gebracht hat, wer sich nicht motivieren kann und den süßen Arschtritt zum Erfolg sucht, der macht mit dem Kauf eines .kinotickets bei diesem Film absolut nichts falsch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wunderbar herzliche Komödie über das strebsame Verhalten eines Olympia-Anwärters, dessen Wille zum Erfolg genauso vehement wie vorbildhaft ist.
In charmant-komödiantischer Manier erzählt erlebt der Zuschauer hier die bodenständige und außergewöhnliche Geschichte des Skispringers Michael Edwards, hervorragend gespielt durch Taron Egerton, dessen Wandlungsfähigkeit und Schauspielkunst der eines Hugh Jackman in nichts nachsteht.
Der Soundtrack im Film bekommt zusätzlich noch eine gesonderte Erwähnung, denn der beflügelt nicht nur durch seine Beschwingtheit und unterschwellige Klasse, sondern sorgt zudem dafür, dass sich der Zuschauer geborgen und aufgehoben fühlt.
Wer bei diesem Film keine innere Freude empfindet, der hat für das Glück im Leben wohl auch nicht viel übrig.
.kinoticket lösen und reingehen, sobald er auf der Leinwand erscheint.

 
Nachspann
enthält keine weiterführenden Szenen mehr, man darf den Saal also wieder verlassen.
Kinostart: 31. März 2016 in den deutschen Kinos.

Legend

Black Mass hat es unlängst vorgemacht, Legend zieht hier mit einem unglaublich starken Double-Part-Hauptdarsteller lediglich nach: Gangster-Epos in den Fußstapfen des bisher unerreichten Der Pate.
Erzählt wird – wieder einmal – basierend auf wahren Begebenheiten und somit Teile der Vergangenheit systematisch aufgedeckt. Das “Problem” solcher Filme ist nach wie vor, dass hier spannungstechnisch nicht auf übliche Muster gesetzt werden kann, sondern man einfach irgendwo mittendrin anfängt und später irgendwo wieder aufhört.
Demnach fehlt auch hier ein wenig die höhepunktale Orgie am Schluss des Films und macht einem erzählerischen Unmut Platz, der dem sonst grandiosen Film ein unehrwürdiges Ende bereitet.
Punkten kann Legend definitiv in Sachen Genre, da hier weder an Witz noch an Ironie und Sarkasmus gespart wurde, den Tom Hardy in seiner beeindruckenden Doppelrolle wirklich bei beiden Charakteren sensationell überzeugend verarbeitet.
Jedoch verliert der Film im Zuge seiner Laufzeit irgendwann den roten Faden und treibt die Geschichte selbst nicht mehr voran, sondern arbeitet sie lediglich ab. Somit weicht man in diesem Beispiel fast schon ein bisschen vom Pfad der Gangster ab und landet in einer biografischen Selbstdarstellung der Kray-Brüder und ihrer Geschichte. Ob dies tatsächlich so gewollt, oder einfach nur ein Nebeneffekt ist, kann man nicht wirklich erkennen.
Fakt bleibt, dass hier die Ausdrucksweise, der Stil und das eloquente Verhalten hoch im Kurs stehen und man in Sachen Verhaltensethik wieder einmal provokante Vorbilder aufstellt.
 

.kinoticket-Empfehlung:  Ansehen sollte man sich dieses Werk allemal, da allein schon das Schauspiel von Tom Hardy seinesgleichen sucht.
Umgeben von jeder Menge anderer, fähiger Protagonisten erlebt man hier ein Gangster-Werk der Neuzeit, das zwar nicht an Der Pate heranreicht, auf dem Weg dorthin jedoch bereits sehr weit oben angekommen ist.
Der finale Paukenschlag bleibt diesmal auch aus, die Zeit dazwischen darf man allerdings mit wunderbar schrägem Humor und ironischem Sarkasmus lustvoll genießen.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, aufstehen und rauslaufen also erlaubt.

Kingsman – The Secret Service

Wenn es einen Film gibt, den man gesehen haben muss, dann ist es Kingsman. James Bond auf parodistische Art zu persiflieren ist in der Regel ein Unterfangen, das die schmale Gratwanderung zwischen lustig und voll daneben in den allermeisten Fällen nicht überlebt. Gerade bei komödiantisch angehauchten Macharten geht dieser Schuss – was mein persönliches Empfinden betrifft – fast schon per Definition nach hinten los.

Nicht bei Kingsman. Die Grenze zwischen genial und absolut dämlich wird niemals überschritten. Alles behält den im Film allzeit forcierten Standard von Gentlemen und ist dabei nicht nur unterhaltsam, sondern sorgt mit genügend lustigen Einlagen auch für jede Menge Lachspaß im Kinosaal.

Die Härte, denen sich die Bewerber in diesem Fall stellen müssen, grenzt nahezu an Wahnsinn und hält immer genügend Flächen offen, um verbal nochmal eins nachzusetzen. Dabei vergeht die Zeit wie im Flug.

Man mag meinen, das Thema sei schon ausgekaut genug, doch dieser Film belehrt hier eines besseren. Es macht ungeheuren Spaß, den Figuren dabei zuzusehen, wie sie versuchen, das Ende der Welt zu verhindern. Jeder einzelne verkörpert dabei eine verdammt gute Nummer und leistet hervorragende Schauspielarbeit. Selbst die Newcomer charmeuren durch ihre teils unbeholfene Art, die komplett in ihre Rolle passt und somit nicht negativ zu werten ist.

Ganz abgesehen vom Zusammenspiel zwischen Colin Firth und Taron Egerton, der als Gary “Eggsy” Unwin hier die ungelernte Rolle des Schützling von altem Hasen einnimmt und mit Bravour meistert. Das gegenseitige Bälle zuwerfen macht nicht nur beim Zusehen Spaß, sondern toppt auch mit verdammt lässigem Coolness-Faktor. Dabei steht das Alter der Jugend in rein gar nichts nach.

Die Ideen, mit denen der Film aufwartet, sind gleichermaßen skurril wie genial und teilweise auch gar nicht mal so abwegig. Doch abseits jedweder gesellschaftlicher Entwicklungskritik verliert man niemals den Fokus, der hier eindeutig auf pures Vergnügen ausgerichtet ist.

Lange – wirklich lange – keinen so guten Film mehr gesehen, der in unserer Zeit produziert wurde.

Das Sahnehäubchen war für mich dann noch das Publikum! Jungs – ihr ward wirklich großartig!!! Selten so viel Spaß jenseits der 100-Menschen-im-Saal-Grenze erlebt und so viel gemeinsam gelacht.

Ein Kinobesuch, wie er im Buche steht, der meiner Meinung nach noch sehr viel öfters so sein könnte.

.kinoticket-Empfehlung: Wenn du Comedy was abgewinnen kannst, gehört Kingsman sowieso zur Pflichtlektüre. Wenn nicht, dann lerne endlich, dass es zwischen all dem Mist auch manchmal Perlen gibt, die man sich ruhig ein zweites Mal anschauen kann.

Die Story sprudelt geschüttelt, nicht gerührt daher und verleiht dem großen Vorbild Bond allzeit gebührend alle Ehre. Reingehen!

Nachspann
✅ Sollte man dringendlichst abwarten, denn die Coolness hört auch da nicht auf.

Kinostart: 12. März 2015

Original Title: Kingsman: The Secret Service
Length: 129 Min.
Rated: FSK 16

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