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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Thomas Kretschmann

Ballon (inkl. Gewinnspiel)

Unter dem Beitrag gibt’s Freikarten für den Film zu gewinnen!
Michael Bully Herbig wird ernst – und viele kaufen ihm das schon im Vorfeld seines ersten Films in diesem Metier nicht ab. Warum?
Vielleicht, weil ein Großteil der Presse schon immer nicht genau hingeschaut hat. Wie oft ist es damals passiert, dass man beim Zappen hängen geblieben ist, wenn die Bullyparade auf ProSieben gelaufen ist? Wie sehr hab ich bedauert, als diese Sendung schlussendlich abgesetzt wurde, einfach nur, weil Bully etwas ganz eigenes war. Klar gab es viele Showoriginale, die aber in vielen Fällen eine pragmatische Weichgespültheit besaßen, um die für Allgemeinheit tauglich zu bleiben und dem Tod aller Shows – zu wenig Einschaltquoten – nicht anheim zu fallen.
Mein Gefühl war immer: Bully interessiert sich nicht für so etwas. Und tatsächlich habe ich ihn als Person gegenüber der Presse und dem ganzen Medienrummel schon ganz abgeneigt erlebt und hatte das Gefühl, er selbst fühlt sich von den Vertretern der Presse gänzlich missverstanden. Diese Sprache haben auch schon seine früheren Filme gesprochen: Was grade “in” ist, interessiert ihn nicht, er macht einfach sein eigenes Ding und versucht so, seinen Blick auf die Welt an andere weiterzugeben. Seine Filme sind Originale, die sich nicht dem Zeitgeist angepasst haben und jeder – egal, ob Freund oder Feind – kennt sie.
Nun hat er nach dem abschließenden Bullyparade – Der Film einen Schlussstrich unter den Komödienstadl gezogen und möchte fortan nur noch ernste Geschichten drehen. Der erste Fakt: Er hält sich dran: Ballon ist durch und durch ernst und zeigt so gar nichts von dem früheren Filmemacher, den damals schon sehr viele total unterschätzt haben.
Eine Sache fällt den Kritikern nämlich immer nicht ganz so blühend ins Auge: Er hat unfassbar viel Können und Filmwissen, er weiß mit und vor der Kamera umzugehen und kennt daher Schachzüge, die man als Regisseur tätigen kann, aus dem FF. Ich glaube, viele Leute unterschätzen ihn vollkommen als Filmtalent, weil viele ihn salopp als “Spinner” abtun – und das ist in meinen Augen ein großer Fehler.
Diese Tatsache bekräftigt sich schon allein dadurch, dass sein Erstlingswerk im neuen Genrebereich kein Alleingängerfilm ist, sondern er sich an bereits gezeigtem Material orientiert und es auf seine Weise neu interpretiert, einfach, um sich in der Richtung auszutesten und damit anzufangen, neue Wege zu beschreiten. Man merkt an vielen Stellen des Films, wie er vor Potenzial und Schöpferkraft strotzt und dass da noch einiges kommen wird, was aus ihm rausplatzen möchte – und ehrlich gesagt freue ich mich riesig darauf.
Ballon als solches ist bereits eine Geschichte, der durch ihn als Berühmtheit zu Aufmerksamkeit verholfen wird, denn ehrlich gesagt kenne ich kein einziges dieser vorher schon “zig mal verfilmten” Werke über diese Story, und ich komme aus dem Reich der DDR und sollte es daher eigentlich wissen.
Was hier an geballter Spannung, unfassbar gutem Schauspiel und Filmästhetik auf der Leinwand zu sehen ist, erinnert mit gar nichts an das, was man von ihm als Person vorher kannte: Ballon macht riesigen Spaß anzuschauen und unterhält auf bestem Wege.
 
G E W I N N S P I E L
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© 2018 StudioCanal

Und wer sich diesen Film gerne auf Kosten von StudioCanal ansehen möchte, für den ist vielleicht folgendes interessant: Mir wurden vom Verleiher zwei Freikarten für den Film zur Verfügung gestellt, die ich hiermit an euch als meine Leserschaft verlosen darf.
Kommentiert unter diesem Beitrag, welcher Film euch von Bully bislang am meisten oder am schlechtesten gefallen hat und ihr landet im Lostopf. Unter allen Kommentatoren bis einschließlich 30. September 2018 wird anschließend per Zufall der Gewinner oder die Gewinnerin ausgelost und von mir via E-Mail benachrichtigt. Bitte gebt dazu also eine gültige E-Mail Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann, damit euch die Freikarten zugeschickt werden können.
Und nun wünsche ich allen viel Glück und natürlich viel Spaß im Kino – dieser Film ist es wert, ihn dort anzuschauen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Bully beschreitet neue Wege und zeigt, dass wesentlich mehr in ihm steckt, als manch einer ihm vorher zugetraut hätte.
Dieser Film erzählt eine unglaublich spannende Story und wartet mit filmischem Potenzial auf, das vor Energie und Stärke nur so strotzt: Es lohnt sich, diese bereits erzählte Story neu interpretiert im Kino zu besehen, allein schon, weil die Impressionen gewaltig beeindrucken.
Diese neu gefundene Ernsthaftigkeit, der sich ein ehemaliger Comedy-Garant verschrieben hat, ist grandios und ich wünsche Ballon einen wahnsinnig erfolgreichen Kinostart, den ihr alle ihm durch einen Besuch in den Lichtspielhäusern verschaffen könnt.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht zwingend aussitzen, hier folgen keine weiteren Sequenzen mehr.
Kinostart: 27. September 2018
Original Title: Ballon
Length: 120 Min.
Rate: FSK 12

Central Intelligence

Die Vorschau erinnerte fast ein wenig an Ride Along – Next Level Miami und warb mit dem gleichen durchgeknallten Witz, obgleich hier schon angedeutet wurde, dass dank Dwayne Johnson und Kevin Hart sehr viel höheres Niveau prognostiziert und erreicht werden würde als in oben erwähntem vergleichbarem Film.
 
Und genau diese undurchsichtige neue Art von Humor wurde hier auch auf die Tischplatte geschmissen und anschließend genüsslich zerlegt. Man bekommt, was keiner erwartet hat und das in überraschend gutem Zustand.
Dass ich immer so mit Komödien hadere und selten erreicht wird, dass ich mich wirklich gut unterhalten fühle, weiß der gediegene .kinoticket-Blog-Leser ja jetzt schon länger. Wenn ich nun also schreibe, dass mich dieser Streifen durchaus vergnügt hat und ich nicht nur mehrere Male schmunzeln, sondern hier und da auch herzhaft lachen konnte, so kann man sich sicher vorstellen, mit welchem Stil hier gearbeitet wurde und wieviel Klasse man in dieses doch recht abgedroschen wirkende Genre impliziert hat.
Fest steht, dass man das Werk längst nicht nach dem Titel beurteilen darf und sich vorher zumindest den Trailer anschauen sollte, um einen Einblick in die Geschehnisse zu bekommen – denn: Diesmal wird auch hier nicht zu viel verraten und es bleibt im Film genügend Spielraum, um die Geschichte trotzdem spannend zu halten und keine Langeweile aufkommen zu lassen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Fazit bekommt man hier einen frisch-vergnüglichen Film, der den langersehnten Sommer zumindest gefühlstechnisch auf die Leinwand bringt und hier aus einem Thema, das längst ausgeschlachtet ist, nochmal etwas völlig neues rausholt und dem Zuschauer unterbreitet.
Hart und Johnson machen hier wirklich ganze Sache und überraschend mit gelungenem Witz und viel Grund, seine Lachmuskeln anzustrengen.
Wer spaßige Unterhaltung ohne viel drumrum sucht, ist mit diesem Titel mega gut bedient!

 
Nachspann
darf ruhig abgewartet werden, auch hier spart man nicht mit gelungenen Überraschungen

Hitman: Agent 47

Mit spektakulären Szenen im Trailer kündigte sich der Nachfolger zu Hitman an, eine Computerspielverfilmung, in der es durchaus etwas rabiater zugeht.
Waren die Gegebenheiten im ersten Teil noch sehr elegant, neu und durchaus überraschend, trumpft man im zweiten Teil mit … so rein gar nichts auf. Es ist professionell verfilmt, die Effekte sind unangefochten, die Ästhetik gleichbleibend mit dem Vorgänger, nur die Story hängt sowas von tierisch hinterher, dass einem teilweise schlecht vor Augen wird.
Waren Stellen der Erzählung schon durch die vielleicht ungewollte Spoiler-Aktivität im Trailer bereits vorhersehbar, trifft man im Film selbst dann auf so viel Undurchdachtheit, dass man hier nicht mehr von einem Meisterwerk reden kann, sondern allemal von lieblos zusammengestückelten Spiel-Partikeln, die irgendwie einen Film ergeben, der seinen Sinn in den Untiefen des Nichts sucht.
Andere Filme, die ebenfalls im fiktiven Bereich angesiedelt sind, begründen ihren skurrilen Charakter wenigstens mit mehr oder weniger plausiblen Gründen, hier jedoch wird man knallhart vor Fakten gestellt und hat gefälligst darüber keine Fragen zu stellen.
Es ist, wie es ist, weil es ist, wie es ist. Und dieser Zustand ist extrem unbefriedigend. Kein Mitfiebern, kein Charme, keine Empathie mit den Darstellern, sondern eher das Gefühl steriler Charaktere, die stumm ihren Dienst tun und brav bis zum Ende des Films funktionieren. Ironischerweise ist der Hauptcharakter ja genau darauf ausgelegt, jedoch fehlt mir dabei so sehr das Leben innerhalb des Films, das selbigen erst atmen lässt.
Als Zuschauer für mich war’s fast schon eine Qual, die Laufzeit hindurch bei der Stange zu bleiben, da gibt es wesentlich bessere Alternativen, die tatsächlich unterhalten und charmant mitreißen. Schade, denn auf diesen Film hatte ich mich wirklich gefreut.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch wenn der erste Teil wieder eine tolle Idee in die Landschaft der Filmemacher katapultierte, Agent 47 enttäuschte mich auf ganzer Linie durch Sterilität, dem Fehlen von Charme und Herz sowie einer plausiblen Geschichte.
Das hier gezeigte setzt Regeln, von denen keiner weiß, woher sie stammen sollen und verlangt von einem ab, dass man das Vorgesetzte brav schluckt. Und das fällt teilweise eben sehr schwer.

 
Nachspann
liefert eine Szene, die wohl den Ausblick auf weitere Teile freischaufelt. Hoffen wir, dass hier dann wieder richtig angezogen wird, damit auch Hitman zu einem Film-Epos wird, bei dem man sich auf die folgenden Teile freut.

Avengers – Age of Ultron (3D)

Ist schon eine Weile her, dass ich den Film gesehen habe. Warum erst jetzt rezensieren?

Ganz einfach: Es rennt ja doch jeder rein, ohne vorher darüber nachzudenken. Etwas, das bei Marvel Filmen zu funktionieren scheint: Das Marketing. Avengers ist überall so heiß und hoch gelobt, dass man einfach reingehen muss, egal, was einen erwartet.

Und genau da entpuppt sich eines der größten Probleme, die ich mit diesem Film habe: Immense Erwartungen, die prinzipiell nur enttäuscht werden können. Würde man sagen: “Okay, ist halt einfach ein etwas teureres Machwerk, schau mal rein” wäre man vielleicht viel begeisterter als in dem Fall, wenn Presse, Medien, Rezensenten und Marvel-Fans ihre heißgeliebten Animationen in den Himmel loben und Leute wie mich damit ansprechen wollen. Die werden nämlich irgendwo vom Film enttäuscht, wenn auch auf höherem Niveau.

Aber fangen wir mal von unten an: Dem 3D. Leute – wenn ich 14.50 € für ein (1!!) .kinoticket berappen muss, dann möchte ich etwas geboten kriegen. Überlänge, 3D-Zuschuss und was der Otto-Normalbürger sonst noch löhnen muss, das diesen Eintrittspreis derart in die Höhe schießen lässt, ist schon eine Frechheit, wenn im ganzen Film dann sagenhafte 3 Sekunden tatsächlich 3D-Effekte zum Tragen kommen – und das in einem Streifen, der vorwiegend aus CGI-Effekten besteht und daher prädestiniert für derartigen Optik-Schwachsinn wäre. Und was kommt? Das enttäuschende Gefühl, dass man die 3D-Brille auch ruhig vergessen hätte können, verändert hätte dies nichts.

Da waren Transformers – Ära des Untergangs oder sogar Kinderfilme wie Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest 3Dmäßig bei weitem überlegen. Und das sollte einem Werk, dass Milliarden an Produktionskosten verschlingt und – Backgroundinfo – kleine Kinos in den Ruin treibt, weil man viel zu viel vom großen Kuchen seitens der Studios wieder einfordert, zusätzlich zu denken geben.

Aber der Plan geht auf: Die Großen gewinnen, die Kleinen zahlen und die Kinder rennen scharenweise rein. Ich war ehrlich gesagt froh darüber, diesen Film innerhalb meiner Kino-Jahresflatrate schauen zu können, denn ich hätte mich darüber geärgert, so viel Geld dafür rausgehauen zu haben um etwas derart “mittelmäßiges” auf dieser Schiene geboten zu kriegen.

Man nehme vielleicht wieder die Erwartungen als Sündenbock daher, die mir dieses Filmerlebnis derart vermiest haben. Oder die Tatsache, dass dieses Ding mit einer FSK 12-Freigabe gesegnet ist, die actionmäßig nicht mehr zulässt, als klinisch sauberen Metall-Plastik-Sex zwischen überdimensionalen Spielzeugfiguren. Auch da gebe ich der Transformers-Saga wieder gebührend den Vorrang. Hier kriegt man wenigstens Haudrauf-Action erster Güte, gute Animationen und: brillantes 3D. Die Story mag bei Avengers etwas gehobener daherkommen, auch wenn das “Problem” eher kindischer Natur ist und von Größe im Drehbuch hier keine Rede sein kann.

Wer weiß, vielleicht will man ja auch wirklich nur die 12-14jährigen beeindrucken – und das wiederum schafft man mit den gebotenen Action-Ideen dann durchaus. Die gesamte Laufzeit über wirkte das Werk auf mich wie eine eingeschworene Truppe, der nichts mehr einfällt, das sie noch zu erledigen hat und die deshalb irgendwo irgendwas unternimmt, um wieder etwas mehr Spannung ins Leben zu kriegen. Der Saft ist raus und daher beeindruckt man mal mit viel zu viel Mainstream, damit auch ja keiner der abzumelkenden Kühe grummelig rummault, denn man möchte ja möglichst viel Kohle scheffeln und da darf Story oder anderes Anstößiges ruhig drunter leiden.

Klassischer Verfall von Kunst zugunsten eines Systems, das keine Individuen mehr zulässt und nur noch den Einheitsbrei bedient. Schade eigentlich. Hätte man mit der Kohle und dieser Bekanntheit nicht wesentlich mehr machen können? Anspruch? Mehr inhaltliche Ausgereifheit und tiefergehende Profile, die die einzelnen Superhelden darstellen?

Nunja, gesehen hat ihn eh schon jeder und ich glaube auch kaum, dass ich mit meinen kritikreichen Worten hier jemanden davon abbringe.

.kinoticket-Empfehlung: Klinisch-steriles Plastik-Mainstreamkino, das auf sehr hohem Niveau versagt.

Einzelne Szenen sind zwar ganz nett anzuschauen, reißen aber nicht unbedingt vom Hocker oder bohren tief im Schädel mit frischen Ideen und anderen geistigen Reichtümern.

Avengers ist das aktuellste Paradebeispiel, wie man es richtig macht, wenn man Unmengen an Kohle scheffeln möchte und dabei über Kunstleichen geht.

Nachspann
✅ ist optisch aufbereitet und cliffhangert am Schluss natürlich – wie sollte es anders sein…

Kinostart: 23. April 2015

Original Title: The Avengers: Age of Ultron
Length: 141 Min.
Rate: FSK 12

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