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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Tiffany Haddish

The LEGO® Movie 2

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© 2019 Warner Bros. Ent.

Die Idee ist eigentlich grandios: Im Zuge des Erfolgs von Minecraft und der Pixel-Verblödung im Zeitalter von UHD und Co. einfach beides miteinander zu verbinden und “Pixel-Typen” in UHD auf die Leinwand zu werfen und damit gleichermaßen beide Fraktionen zu befriedigen.

Und was keiner merkt: Das Teil müsste mehr oder weniger als “Dauerwerbesendung” markiert werden und ist somit noch ein geniales Product-Placement, das offensichtlicher nicht sein könnte, aber rein gar keinen Wert darauf legt und sich somit so unterschwellig wie nur irgend möglich verhält… sensationell. Mit Augenmerk auf die hollywoodösen Anspielungen, die mehr nicht mehr sein könnten, zollt man als Unternehmen der Kinogemeinde Respekt und würdigt sie in ihrem eigenen Terrain. Großartig!

Das beweist nicht nur die bislang existente TV-Serie, sondern auch die vergangenen Kinofilme The LEGO® Movie, The LEGO® Batman® Movie sowie The LEGO® Ninjago® Movie. Jetzt führt man das Original eben in die Fortsetzung und ertüchtigt sich dabei an der Hürde des berühmten “zweiten Teils”.

Und ein Kinderfilm ist das schon lange nicht mehr. Ja, die Kids mögen vielleicht da rein rennen und sich ob der Situationskomik unterhalten fühlen, die Anspielungen gehören mittlerweile aber definitiv in die FSK-18-Riege, denn Kinder und Jugendliche können die Film-Sidekicks überhaupt nicht verstehen, sofern man sich im Jugendschutzgesetz-Rahmen bewegt. Das Ding gehört nicht nur in die 14:00 Uhr-Schienen, sondern darf gerne auch in den Nachtvorstellungen laufen, denn zum ersten Mal haben Erwachsene in einem als Kinderfilm vermarktetem Etwas mal wieder immens viel Gaudi!

Apropos “Zweiter Teil-Hürde” => Mit Bravour gemeistert und meiner Meinung nach einer der besten LEGO®-Movies aller Zeiten! Die Gags sind mit den Zuschauern erwachsen geworden, die Story ist nicht mehr dämlich, sondern fast schon tiefgründig, es gibt eine Pointe und man fühlt sich über alle Maßen unterhalten und bespaßt.

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass ihr diesem Film den gewünschten Erfolg bringt und den Lieferanten die Besucherzahlen schenkt, die sie sich erhoffen, damit diese genügend Anreize haben, damit weiterzumachen und uns auch in Zukunft mit derlei geilem Entertainment beglücken!

.kinoticket-Empfehlung: Best LEGO® Movie eva!

Mit mehrfach-eindeutigen FSK-18-Anspielungen längst nicht mehr die Kids als Focuspoint, sondern auf ein erwachseneres Publikum ausgerichtet. Man liefert wahnsinnig kurzweilige Unterhaltung, Mörder-Gags und eine Story, die fast schon das Attribut “tiefgründig” verdient.

Mega Leistung, gerne mehr davon. Die Entwicklung ist definitiv die richtige!

Nachspann
✅ Anfangs darf man getrost sitzen bleiben, beim “Roll Over” darf dann raus spaziert werden – das ist ewig lang und hält keine weiteren Szenen mehr parat.

Kinostart: 7. Februar 2019

Original Title: The LEGO® Movie 2: The Second Part
Length: 107 Min.
Rated: FSK (tba)

Night School

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© 2018 Universal Pictures International

 

Abendschule, wie der dumm übersetzte deutsche Titel heißen könnte, spielt mit Kevin Hart und landet daher auch voll in dessen Metier. Wer mit ihm also schon immer nichts anfangen konnte, möge diesen Titel meiden. Wer mit seiner Humor-Klasse klar kommt, der erlebt einen Film, der mit fortschreitender Zeit tatsächlich immer besser wird und quasi in einem fulminanten Ende gipfelt. Je länger man also im Saal sitzen bleibt, umso besser wird es. Und diesen Fakt hat es eigentlich schon ewig nicht mehr gegeben, denn normalerweise wird’s mit fortschreitender Zeit ja eigentlich immer lahmer, bis es schließlich enttäuschend endet. Nicht hier.

Und haltet euch dabei bitte immer vor Augen, dass die Grenzen zu Hart‘s Verständnis von Humor und Comedy dabei niemals überschritten werden und auch kein Dwayne Johnson die Show retten könnte, was viele noch bei Central Intelligence erlebt haben. Es mag also Enttäuschungen geben von Menschen, die hierzulande ins Kino wanken, in den USA hat das Teil inzwischen die Toplisten erklommen und erfreut sich bester Beliebtheit – und dort passt der Film auch irgendwo hin.

Der Humor bleibt sich selbst absolut treu und trägt vollkommen Hart‘s Siegel: Dumm genug, um nicht elitär zu wirken oder auf normaler Ebene wahrgenommen zu werden, aber eben auch gut genug, um nicht als Schund abgestempelt zu werden und in die unterste Schublade abzurutschen: Wer in vergangenen Filmen hier und da lachen musste, sollte den Titel auf jeden Fall mitnehmen und die bitterbösen ersten Minuten überstehen, denn die sind erstmal sehr merkwürdig und reizen stark, den Saal einfach zu verlassen und sein Geld zurückzufordern.

Aber dann kommt so etwas wie “Niveau” in die Geschichte rein und man spürt, dass hier eben keine Schulklassensprecher am Werk waren, sondern schon Erfahrung und auch eine Portion Geld drin steckt und die Gags immer Ausgewählter werden und so mancher “Wow”-Moment auf der Bildfläche erscheint. Und das macht aus dem Ding am Schluss dann eben doch einen Kinoabend, der nicht völlig für die Katz war, sondern sehr wohl zu unterhalten wusste, auch wenn davon später vielleicht nicht zwingend etwas hängen bleibt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Je länger, desto besser: Wer am Anfang raus rennt, verpasst die besten Szenen, denn der Film wird mit fortlaufender Zeit immer besser.

Night School ist absolut Kevin Hart: zu schlecht, um ihn hier in den Himmel zu loben, und gleichzeitig zu gut, um ihn deswegen nicht gesehen zu haben: Wer mit seinem Humor klar kommt, erlebt hier vielleicht den besten Film, den er je gedreht hat.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 15. November 2018

Original Title: Night School
Length: 111 Min.
Rate: FSK 12

Girls Trip

Also ich hab’s jetzt echt lange vor mir her geschoben und auch probiert, den Film nochmal mit “normalem Publikum” zu schauen, um zu sehen, wie die Reaktionen da ausfallen.
Einnahmen, Besucheranzahl und Erfolg in den USA sprechen ja eine ganz klare Sprache: Ich steh da wohl allein auf weiter Flur, wenn ich behaupte, dass das der schlechteste Film überhaupt ist, den ich je gesehen habe.
Soll ich spoilern und mich über all das aufregen, dass keinen Sinn ergibt und dazu anstiftet, womöglich noch in den Tod geführt zu werden? Oder andere Presseleute mit “Der war ja echt mal absolut unterirdisch schlecht” zitieren?
Ich hab echt keine Ahnung, was einen dazu bringt, so etwas zu verfilmen – und ich verstehe genauso wenig, wie solch ein Film es zu Erfolg in den USA bringen kann. Naja okay, die haben auch Trump gewählt … lassen wir das.
Es gibt doch manchmal so Szenen, wo eine alte, monstermäßig übergewichtige Frau mit Hautlappen auf einmal die Hosen runterlässt und mitten auf dem Gehsteig einen Haufen hinsetzt. Man stelle sich dies mit Nahaufnahme auf ihr Arschloch vor und fühle das Fremdschämen und den Ekel, der einen überzieht, sobald man solch einer Szene innewohnt.
Ungefähr das gleiche Gefühl vor Fremdscham und Ekel hat mich den ganzen Film über begleitet. Ich fand daran nichts witzig, nichts komisch, nichts nachahmenswert oder unterhaltsam, sondern die Show von Anfang an einfach nur peinlich!
Das fängt schon mit den Charakterinszenierungen an, die zum Großteil tatsächlich von rühmlicher Herkunft sind, deren strunze Doofheit nicht nur zum Himmel schreit, sondern an dessen Pforten abprallt und tief im Erdboden endlich zum stumpfen Erliegen kommt.
Ja, natürlich kann man sich anziehen, wie man will. Natürlich braucht man nicht auf sich achten. Natürlich kann man Helikoptermami sein und dann der Meinung, nichts geht. Die fadenlose Willkür, mit der man seine innere Ausrichtung dann aber minütlich dem Nicht-Takt des Plots anpasst, um mal das eine, mal das andere Extrem widerzuspiegeln, schreit zum Himmel … prallt daran… lassen wir das.
Wenn jemand erfährt, dass das wichtigste und wertvollste im Leben auf einmal weg sein soll und man sich dann dazu entschließt, dass man “so jung nimmer zamkommt” und man sich stattdessen lieber besaufen sollte, dann zeugt das für mich als unvorteilhaftes Beispiel einer Generation, die weder Kunst, noch Verstand, noch Hirn, noch Mut, noch Lebenswillen oder Ziele hat, sondern gleicht den Leichen, die mir in meinem Job als Kellner oftmals zu unchristlicher Stunde reihenweise die Stufen zu den Schlafsälen vollkotzen und damit das große Bild der Dichter und Denker in ihrer Schande vervollkommnen.
Da hilft auch kein Promi mehr was, der – eigentlich als Vorbild gedacht – jetzt auf einmal dasteht und sich selbst die Kante gibt, wo jeder normal denkende Bürger sich facepalmend an die Stirn greift und denkt: Na toll, und was hast du jetzt davon? Ist das Spaß?
Diese Unmoral gipfelt schließlich in selbst verschuldeten Schlägereien, Lügen, erbärmlichen Auseinandersetzungen und völliger Sinnlosigkeit, um zuletzt von einer rührenden… achja, ich wollte ja nicht spoilern. Tut mir leid.
Auf jeden Fall krieg ich so eine Wut, wenn ich sehe, wie verblödet und dumm dieser Plot dasteht und was man aus einer Kultur wirklich zu schaffen imstande ist und dann noch als kapitalen Erfolg verkauft kriegt.
Man wünscht sich fast, die Apokalypse bräche herein und Gott käme vom Himmel gestiegen und würde auf dem Sauhaufen hier unten endlich mal aufräumen und die in die Hölle schicken, die es verdient hätten. Jigsaw, wo bist du, wenn man dich mal ernsthaft braucht?
Okay okay, ich will nicht negativ sein … das will doch keiner lesen. Also suchen wir positives.
Und ehrlich: Das hab ich auch seit Wochen getan! Ich habe ernsthafte (!) Gespräche darüber geführt, für wen dieser Film geeignet sein könnte. Alte Frauen, die sich in ihre Partyzeit zurücksehnen und komabesoffen nochmal “ausgehen” möchten, obwohl sie ihre Glieder gar nicht mehr bewegen können?
Schwarze? Ich bin niemals in deren Kultur gewesen und verstehe sie daher nicht – und würde mir als Kritiker niemals anmaßen, darüber zu urteilen oder etwas darüber zu sagen.
Das Partyvolk? Für die ist doch der Preis für solch ein Ticket viel zu schade, dass man genauso gut in eine Pulle Bier investieren kann, die man anschließend mit viel Spaß und jeder Menge Handyvideos meistbietend wieder aus sich raus kotzen kann.
Ich weiß es nicht. Positiv … achja, positiv … ähm…
Okay, also: Die Frauen sehen gut aus. Wirklich. Sie sehen verdammt gut aus! Jede von ihnen!
Würde man mich zwingen, mit einer dieser Schnapsleichen ins Bett steigen zu müssen, würde es nicht am Aussehen scheitern. Tolle Frisuren, tolle Haut, tolle Klamotten und perfektes Aussehen. Aber wer geht denn bitteschön nur ins Kino, weil die Weiber geil aussehe…. ach vergesst es!
 

.kinoticket-Empfehlung: Stellt euch ein Arthaus-Meisterwerk mit immensem Anspruch vor, setzt ein Minuszeichen davor und steigt nochmal ein paar Dimensionen weiter ab.
Dazu eine Prise Sinnlosigkeit, Unlogik, fehlende Konsequenz, absolute Peinlichkeit und Fremdscham am obersten Limit: Fertig ist Girls Trip.
Für mich der schlechteste Film, über den ich jemals geschrieben habe. Für euch wohl einer der größten Erfolge des Jahres… oder erklärt mir wer die 137 Millionen Einnahmen bislang?

 
Nachspann
kommt nicht wirklich mehr was, wenn man nicht gleich aufspringt und davon rennt.
Kinostart: liegt gottseidank hinter uns … äh … sorry: 30. November 2017

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