.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Tom Hiddleston

Avengers: Infinity War (3D)

Einige haben mir nicht geglaubt, als ich geschrieben habe, Black Panther sei nur der sanfte Auftakt für den bevorstehenden Infinity War – und ab Donnerstag prescht eben jener auf euch nieder und mäht alles weg, was es bisher jemals gegeben hat.
Marvel macht seit jeher alles richtig. Figuren einführen, Geschichten liefern, mit denen der Zuschauer sympathisieren kann, das Universum langsam ausgestalten und dann die Brachialität zusammenführen und aufeinander loslassen.
Was andere Labels schmähhaft kopieren und damit kläglich scheitern, Marvel weiß die richtigen Schrauben anzuziehen und liefert etwas ab, bei dem ich nicht gegen den Pressetext wettere.
Leute?
DAS sind Superlativen.
Und zwar welche, die funktionieren!
Ich hatte es schon im Gefühl, dass sie mit Infinity War ein Gewitter auf uns loslassen und habe mich über all jene Meldungen gewundert, die aus Black Panther den “bislang erfolgreichsten Marvel-Film aller Zeiten” machten, denn gefühlt ist der in meinen Augen nur ein armseliger Abgesang auf das, was uns da bevorsteht.
Es ist Dienstag Nacht, ich zähle zu den Gesegneten, die den Film bereits vor die Füße gesetzt gekriegt haben und ich bin seitdem ein paar Kontinente tiefer im Kinosessel festgeklebt und komme nicht mehr hoch!
Äh … Sprachlos!
Und meine Erwartungen waren GIGANTISCH! Okay? Da gehört es normalerweise zum guten Ton, dass man während der Vorstellung dann permanent verarscht, enttäuscht und links liegen gelassen wird – und nichts dergleichen ist passiert: Jeder Blick gefesselt auf die Leinwand mit offenem Mund während ich nicht glauben konnte, dass man aus “Fantasie” so etwas erschaffen kann.
WAHHHHH!!! Jetzt zeigt sich erstmal, womit man in all den Jahren mit dem ganzen “Anteasern” der Machtspitzen überhaupt erst hinaus wollte, auch wenn man vorher beim .trailer manchmal das Gefühl hatte, dass Thanos als kleines rumhoppelndes Männchen kein ernstzunehmender Gegner werden würde, sondern eher eine enttäuschende Figur abliefern…
NEIN!
DEFINITIV NEIN!
Ich würde Avengers: Infinity War mal gelinde gesagt als superlativen Schlag in die Fresse eines jeden bezeichnen – ein Film, nach dem nichts mehr so ist, wie es einmal war. Beim Nachspann sitzt du allen ernstes im Kino und fragst dich, ob die es auf die Reihe bringen und diesmal einfach mal keine After-Credits bringen? Weil das so ein niederschmetternder finaler Roundhousekick in die Fresse wäre – und ehrlich gesagt: Es hätte mich nicht verwundert.
Ja, auch ich habe mir die ein oder andere These zum Film im Vorfeld im Internet durchgelesen und mit der gleichen Amüsiertheit wie bei den ganzen “definitiv richtigen Apple-Vorhersagen” verfolgt, was nun denn in Infinity War passieren müsste. Leute? Lächerlich!
Eure Thesen waren allesamt lächerlich. Und wir alle sollten um Vergebung flehen und lernen, dass Marvel tatsächlich kein Filmlabel ist, sondern eine geheime Religion, die nicht nur vorgibt, Götter für die Leinwand zu produzieren, sondern auch im Stande dazu ist, diesen Göttern wahrhaftig Leben einzuhauchen!
Ich weiß echt nicht, was ich dazu sagen soll, außer alles zu revidieren und mich geschlagen zu geben: Seit A Quiet Place – der im “Horror”-Sektor komplett aufgeräumt hat – ist etwas im Kino explodiert und wir alle sind jetzt entweder tot oder erleben gerade das geilste Filmzeitalter, das die Menschheit je hatte.
Infinity War gehört dazu!
 

.kinoticket-Empfehlung: Überlegt euch mal: Es gab 18 (!!!) – ACHTZEHN – Filme, die uns alle darauf vorbereitet haben, dass das hier kommen würde.
Und jeder davon war für sich ein eigener Riesenerfolg. Andere Filmreihen versuchen, immer größer zu werden, Marvel wird immer größer. Nach allem, was sie bisher abgeliefert haben, läutet man mit Avengers: Infinity War nun definitiv ein neues Kinozeitalter ein und hinterlässt tiefe Spuren, die dutzende andere Arbeiten gemeinsam bei weitem nicht wegzudrängen vermögen.
Geht in die größten Kinos die ihr findet – schöpft und kostet das neue Dolby Atmos aus und lasst euch einfach gehörig schön wegbomben – es macht endlich wieder einmal richtig Spaß – und das ohne eine einzige Pause!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel.
Kinostart: 26. April 2018

Thor – Tag der Entscheidung

Das Marvel-Universum umfasst mittlerweile einiges an trächtigen Titeln, so dass man langsam den Überblick zu verlieren scheint.
Wenn wir also von den Avengers reden, inkludiert das folgende bisher vorhandene Filme:
Iron Man
Iron Man 2
Iron Man 3
Der unglaubliche Hulk
Thor
Thor – The Dark Kingdom
Captain America: The First Avenger
The Return of the First Avenger
The First Avenger: Civil War
Marvel’s The Avengers
Avengers: Age of Ultron
Guardians of the Galaxy
Guardians of the Galaxy Vol. 2
Ant-Man
Doctor Strange
Spider-Man: Homecoming
Zu den bislang 16 veröffentlichten Titeln gesellen sich in absehbarer Zukunft dann noch:
Black Panther
Avengers: Infinity War
Ant-Man and the Wasp
und an folgenden Titeln wird noch gearbeitet (darum sind sie bislang nur unter dem Arbeitstitel bekannt):
Captain Marvel
Untitled Avengers
Untitled Spider-Man: Homecoming Sequel
Guardians of the Galaxy Vol. 3
Damit hätten wir dann insgesamt 24 Marvel Cinematic Universe-Filme, die in ihrem glorreichen Glanz ein großartiges Stück Filmgeschichte ausmachen.
24? Yes – denn am 31. Oktober 2017 erscheint der dritte Teil von Thor – Tag der Entscheidung und damit transformiert man diesen Zweig der Avengers-Saga endlich in einen ernstzunehmenden, anbetungswürdigen Teil dieses Universums.
Viele von euch wissen ja, dass sich Tony Stark alias Robert Downing Jr. würdig aus dem Filmlegendenbusiness verabschiedete, um seinen Charakter in Ehre zu halten, bevor er nicht mehr mithalten kann. Dieser Schritt bekam von mir höchste Würdigung, weil ich so etwas schätze, wenn die Leute wissen, wann es genug ist und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere aufhören, statt immer weiter zu strampeln, bis es einfach nur noch eine Witzveranstaltung ist.
Gleichermaßen vermisst man den ungleich coolen, einzigartigen und legendären Humor von Stark, was in meinen Augen Guardians of the Galaxy Vol. 2 wieder etwas aufgefangen und eingeholt hat, um weiter damit um sich zu werfen.
Thor war innerhalb dieses Filmbiotops immer ein wenig der kleine Außenseiter. Der erste Teil sprüht zwar vor gigantischem 3D und unfassbaren Farben, einem komplexen Multiversum und vielen grafischen Höhepunkten, die Story fand zuletzt jedoch im zweiten Teil ein morbides Ende – was für mich der absolute Tiefpunkt aller Filme darstellte.
Nicht gut gespielt, irgendwie lieblos zusammengezimmert und ohne jedweden Charme dümpelt man so vor sich hin und erzählt keine sonderlich spannende Story, sondern hat einfach nur einen gigantisch teuren Durchhänger, der eigentlich das Ende der Thor-Erzählung bedeuten könnte.
Und hier ist es nun meine Aufgabe, euch davon zu berichten, dass dem nicht so ist – ganz im Gegenteil.
Wer Guardians of the Galaxy Vol. 2 zum Schreien komisch fand, wird Thor – Tag der Entscheidung lieben! Die Aufgabe von Marvel bestand nämlich darin, einen Regisseur zu finden, der dem ganzen einen völlig neuen Anstrich verpasste und somit Thor aus der Versenkung holte, um ihn wieder zu einem würdigen, lustigen, unterhaltungsreichen Event zu gestalten – und das ist Taika Waititi hervorragend gelungen.
Man hat nicht nur alle Register der Avengers gezogen, sondern auch mit hollywoodinternen Jokes, Tony Starks Humor und inhaltlicher Reichhaltigkeit der Guardians gearbeitet und damit ein Werk erschaffen, dass seine Zuschauer von Anfang an verblüfft und außer den Figuren rein gar nichts mit den ersten beiden Filmen zu tun hat – sofern man diese in ihrer Genialität bewertet.
Es flasht wirklich alles – auf höchstem Niveau. Man hat sich hier aller technischer Mittel bedient, um die Kundschaft auch weiterhin auf dem Level der übrigen Avengers-Filme zu halten, jedoch wieder damit begonnen, den Charakteren Tiefsinnigkeit zukommen zu lassen und das mit einem begeisternden Charme und exzellentem Witz, dass man fast vergisst, dass es mal so etwas wie Iron Man gegeben hat.
Optionen wie Jeff Goldblum als einen der Charaktere einzusetzen, waren für mich eines der größten Pluspunkte, die man diesem Werk angedeihen ließ, denn er spielt herausragend und offenbart sich als völlig neue Entdeckung auf dem Schauspielermarkt, da man mit ihm auch weiterhin derartige Rollen besetzen könnte – großartig!
Cate Blanchett in einem Superheldenfilm? Diese zierliche Frau, die sich kaum traut, ihre Texte richtig aufzusagen? Auf ihr Konto gehen einige Lacher und sie behauptet sich in dieser Saga mit ihrer aussagekräftigen Persönlichkeit in einem Ausmaß, dass ich dieser Frau niemals zugetraut hätte. Großartig!
Man hat es wirklich geschafft, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und präsentiert nunmehr ein Meisterwerk, dass sich sehen lassen kann und überlaut nach mehr schreit! Wer also mit Thor abgeschlossen hatte, sollte sich jetzt darum bemühen, .kinotickets zu ordern und die Show wieder beginnen lassen, sonst verpasst er einen großartigen Neueinstand eines alten Titanen der Filmgeschichte!
 

.kinoticket-Empfehlung: Man wollte alles irgendwie umkrempeln, neu gestalten, frischen Wind in die Sache bringen und das Genre komplett neu beleben – und es hat definitiv funktioniert!
Die Schauspieler sind allesamt klasse, überzeugen durch großartiges Können und übertreffen sich selbst.
Humor, Unterhaltung, Optik und Sound überzeugen genauso wie das 3D und offenbaren sich als eine völlig neue Schöpfung in einem bisher langsam aussterbenden Ast eines Filmuniversum.
Wenn sich je ein Thor-Film gelohnt hat, dann dieser hier: Reingehen! Und zwar sofort!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel – da bleibt man sitzen. Nicht bis zum Zwischeneinspieler, sondern bis ganz zum Schluss – denn auch da kommen noch großartige Sequenzen.
Kinostart: 31. Oktober 2017

(Trailer) Thor: Ragnarok (3D)

Mein Blog ist der falsche Ort, um diesen Trailer zu sichten. Wirklich.
Was man dafür braucht: Ein großes Multiplex-Kino, satte Boxen, aufgedrehte Lautstärke und eine 3D-Brille auf dem Schädel.
Alle anderen nutzen halt derweil den Trailer vom offiziellen Marvel-Account auf YouTube:
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=v7MGUNV8MxU?rel=0&w=560&h=315]
Gänsehaut, präsentiert von © Marvel Entertainment
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Der Soundtrack ist schonmal unglaublich geil und vermittelt bereits ein düsteres, mächtiges Debüt des kommenden Films. Hoffentlich ist die Trackauswahl im Film dann genauso berauschend, denn was hier an Action versprochen wird, übersteigt nochmals bei weitem das, was bereits in Thor und Thor: The Dark Kingdom aufgefahren wurde.
Dass die Mythen rund um Götter und Altertum nicht mehr nur ein Produkt der Fantasie zurückgebliebener Nerds sind, sondern durchaus alltagstauglich verarbeitet und für den Massenkonsum aufbereitet produziert werden können, hat Marvel unlängst bewiesen.
Die angespannte Engstirnigkeit bei der Entfaltung neuer Optionen, die oft zur billigen Flopversion eines gigantischen Epos’ verroht wurde, ist hier absolut nicht zu finden. Stattdessen scheint Thor himself sich zu einem brachialen Durchbruch in Sachen Erfolg entschieden zu haben, was einen spannenden, wendungsreichen und definitiv sehenswerten Film verspricht.
Ich bin zumindest tierisch gespannt auf den kommenden
 
Kinostart: 26. Oktober 2017

Kong: Skull Island (3D)

Die Geschichte rund um King Kong geistert ja nicht erst seit gestern durch die Kinos. Wie bereits erwähnt, füllen zur Zeit sehr viele Remakes die Leinwände und bezeugen, dass Hollywood derzeit mal wieder der Stoff zum Verfilmen ausgegangen ist, weshalb man auf altbewährte Konzepte zurückgreift und hier eben Geschichten neu erzählt, die es schon mal gegeben hat.
Im Zuge dessen braucht man als Interessierter an diesem Film auch keinerlei großartige Anforderungen an einen trickreichen und überraschenden Plot stellen, denn die Vergangenheit hat bereits bewiesen, dass die Ära von hervorragend erzählten Storys diesbezüglich längst vorbei ist.
Kong: Skull Island macht hier keine Ausnahme. Ehrlich gesagt bin ich mir zum ersten Mal wirklich unsicher, ob ich den Film in 3D oder 2D empfehlen soll. Gesehen habe ich mittlerweile beide Varianten und unschlüssig bin ich mir immer noch.
Tatsache ist, dass man hier unglaublich viel Geld und Rechenleistung in herausragende und absolut beeindruckende Special Effects investiert hat, die sich nicht nur sehen lassen können, sondern über alle Maßen überzeugen. Macht man die Ohren zu und schaut sich diesen Film als Stummfilm an, wird man mit einer Augenweide an grafischen Monumentalszenen belohnt, die in der Tat meisterhaft sind. Hierbei macht das 3D dann noch mal den richtigen Unterschied, da der Film so noch mal einiges an Größe dazu gewinnt und die gezeigten Szenen umso beeindruckender rüberkommen.
Warum empfehle ich dann nicht gleich die teurere, räumliche Variante?
Beim Sichten in 2D habe ich festgestellt, dass die Kluft zwischen computeranimierter Technik und dem vergleichsweise mauen Plot nicht ganz so groß ist und daher die Enttäuschung über die relativ miese Story nicht ganz so weh tut. Hier gibt es nämlich nicht nur viele Logiklücken, sondern die Erzählung verliert ein wenig ihren Charme, dadurch, dass man sich eben nicht mehr auf die in den Vorgängerfilmen gezeigten Elemente konzentriert, die eigentlich die Geschichte von King Kong ausmachen, sondern hier eben wieder mal relativ lieblos einige Szenen zusammenschustert, die dann rechtfertigen, dass man absolut gelungene CGI-Effects hat, die man innerhalb eines Filmes miteinander verbinden will.
Der Plot gewinnt dadurch nicht an eigener Harmonie und es entsteht am Ende auch keine rühmliche Moral, die hier in die Tiefe des Charakters vorstößt und gewisse Dinge aufzeigt, die in heutiger Zeit durchaus relevant wären. Stattdessen hat man einfach nur hammerhart geile Effekte, die es im Kino zu feiern gilt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer damit klar kommt, dass die Geschichte nicht mit inhaltlicher Brillanz auftrumpft, der sollte unverzüglich zur 3D Variante des Films greifen.
Alle anderen können sich auch mit der kleineren Variante zufrieden geben, die etwas mehr Harmonie mitbringt, da der Anspruch hier generell etwas niedriger ist.
Dieser Film wurde eigentlich nur deshalb gemacht, um den technischen Fortschritt unserer Zeit zu feiern, und weniger deshalb, um eine emotionale Geschichte zu erzählen.

 
Nachspann
Viel wichtiger ist es, die kurze Zeit während des Abspanns sitzen zu bleiben, denn danach kommt noch eine etwas längere Abhandlung, die das eigentliche Ende des Films darstellt und das Gefühl eines offenen Endes verschwinden lässt. Erst danach macht der Film in meinen Augen wieder etwas mehr Sinn.

Crimson Peak

Der Trailer verwies durch seine Machart ja irgendwo zweifellos auf einen kommenden neuen Horrorfilm, wenn man von den guten Absichten der Macher ausgehen und sie nicht schon die besten Szenen in selbigem verpulvern lassen will.
Aber gerade bei Horror ist das so eine Sache, da hier eben wenig “Zwischenmenschliches” existiert, mit dem man die breite Masse ködern und durch exzellente Vorschau-Ausschnitte ins Kino locken könnte.
Stutzig wurde ich dann, als in meinem Stammkino der Titel dieses Films auf einmal in der Vorschau zur kommenden Ladies Night stand. “Okay, wenn sie das den seichten Damen zumuten möchten, meinetwegen.” – mein erster Gedanke dabei.
Yoah, dass ich mir alles anschaue, was ich im Kino unter die Finger kriege, dürfte inzwischen ja bekannt sein – also auch Crimson Peak, dessen Saal sehr gemischt gefüllt war (anders als z.B. bei Magic Mike XXL).
Was mir dann begegnet ist, war nicht etwa Horror mit brutalen, schockierenden oder goregetränkten Szenen, sondern der mädchenhafteste und gleichzeitig kunstvoll beeindruckendste Film, den man irgendwie in die Grusel-Ecke stellen kann.
Irgendwie, denn hier handelt es sich nicht um Horror im klassischen Sinne, sondern wohl eher um eine romantische Art von Gothic (womit wahrscheinlich noch weniger Menschen etwas anfangen können).
Schwierig zu erklären, ist die Gothic-Szene zum einen heute nicht mehr so penetrant in der Öffentlichkeit repräsentiert, lässt sich diese Subkultur wohl am einfachsten mit den Worten “schaurig”, “düster”, “intellektuell mit dem Tod beschäftigend” beschreiben, was nicht gleichzusetzend mit Todessehnsucht ist, sondern einfach nur mit der selbstreflektierten, kunstvoll inszenierten Auseinandersetzung mit Themen, die der “normalen Masse” unangenehm sind und gerne in dunkle Ecken verdrängt werden.
Hier geht es um die Vergänglichkeit der Dinge, des Lebens, den größeren Sinn dahinter, oftmals begleitet mit den Farben weiß und schwarz und viele Gothics – insbesondere eben die weiblichen – kleiden sich extrem elegant und kunstvoll sowie gleichzeitig provokativ, ohne dabei in ekelerregende Gestalten verwandelt zu werden. Man könnte sagen: “dunkle Schönheiten”.
Ihr merkt schon, es ist schwierig, es verständlich zu erklären und gleichzeitig Anhänger dieser Szene nicht zu verletzen durch falsche Pauschalaussagen, also betrachtet das ganze etwas spielerischer.
Und genau das tut Crimson Peak: Er spielt mit den Elementen, die ganz klar ihre Wurzeln in der Gothic-Szene begründen und legt hier insbesondere eine künstlerische Liebe in die Farbe rot. Der ganze Film ist eine einzige Huldigung an die Farbe rot, denn hier sind es nicht die Schauspieler oder Dialoge oder die teils merkwürdige Story, die die Show bietet, sondern tatsächlich die Locations, die Guillermo del Toro exzellent gewählt hat.
Das Haus, die Ortschaften, die “Art des Landes”, alles erinnert entfernt schon fast ein wenig an Shakespeare in Love, nur eben in düster mit stilvoll gekleideten Personen, Respekt, Ehre, und spielerisch benutzten Elementen aus anderen Horrorfilmen, die aber nicht mit männlich-brutaler Härte auf einen niederschlagen, sondern sanft wie ein Entlein daherwehen und dafür sorgen, dass die weiblichen Parts im Kino nicht schreckhaft aufspringen, sondern sich gemächlich-kontinuierlich immer tiefer in die Arme ihrer männlichen Begleiter kuscheln.
Alles verdaulich, ohne Ambitionen zu erschrecken, dennoch mit genügend überragender Optik, die nicht nur als Kulisse, sondern auch in der Farbgebung wirklich atemberaubend daherkommt und allem anderen die Show stiehlt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Geht man unter dieser Prämisse ins Kino (“Ich schaue mir die Finsternis mal von ihrer schönsten Seite aus an”), landet man in einem Film, der wahrlich beeindruckend daherkommt und mit seiner Liebe zur Farbe, zu den Formen und zur gewaltigen Kulisse bleibende Eindrücke hinterlässt.
Den Gruselfaktor darf man gerne außen vor lassen, der ist teilweise da, drängt sich aber nicht in den Vordergrund und sorgt so für ein Filmbeispiel, das sich auch Horrorfilmgegner gerne zu Gemüte führen dürfen, da hier ganz klar andere Aspekte (auch geschichtlich) im Vordergrund stehen.
Was Ernsthaftigkeit und mangelnde Doofheit der Charaktere angeht, liegt Crimson Peak ganz klar mit Abstand vor allem, das sonst dieses Jahr in Richtung “erschrecken” im Kino gelaufen ist.
Definitiv ein Stück sehenswerte Filmgeschichte, dessen tieferen Sinn man nicht suchen sollte, sondern sich einfach von einer Machart von Film begeistern lassen, die einzigartig ist: Eben ein echter Guillermo del Toro.

 
Nachspann
gibt’s keinen, ihr dürft also gerne gemütlich aus dem Saal strömen.

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén