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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Tom Holkenborg

Alita: Battle Angel (3D) (inkl. Gewinnspiel)

Alita-BattleAngel_Poster_CampC_1400

© 2019 Twentieth Century Fox

So, und nun fehlen mir mal wieder die Worte und ich fürchte, dass dies einer der nächsten “langen” Beiträge werden wird, die einen ganz vergessen lassen, dass Twentieth Century Fox mal wieder ein gewaltiges Paket geschnürt hat, das ich an euch weiter verlosen darf. Mehr dazu findet ihr am Ende des Beitrags!

Beginnen wir mal mit dem Plakat und damit mit einer der wenigen Ausnahmen, wo es tatsächlich mal wichtig ist, zu schauen, von wem das hier alles eigentlich stammt: James Cameron.

Cameron zählt schon seit Jahren zu meinen Lieblingsregisseuren und ich schätze nicht nur, welche Geschichten er zu erzählen hat, wie er sie erzählt, sondern auch, was er im Hintergrund alles für Kino getan hat und immer noch tut. Dieser Mann liebt Kino und verdient damit nicht nur sein Geld.

Schaut man sich seine vergangenen Werke an, findet man Filme, die weltweit und zeitlos in den Top-Rängen der besten Filme aller Zeiten rangieren. Cameron hat die zwei erfolgreichsten kommerziellen Filme überhaupt verbrochen, ist Erfinder bahnbrechender Techniken und Möglichkeiten, die das Gefühl auf der Leinwand mehrfach revolutionierten und ist damit einer der “ganz großen”.

Auch in Sachen 3D haben wir ihm viel zu verdanken: Mit Avatar – Aufbruch nach Pandora hat er 3D quasi für die Kinos “erschaffen” und extrem viel in die Verbreitung und Weiterentwicklung gesteckt, die mehr oder weniger dieses Feature überhaupt für Kinos interessant gemacht hat. Wenn 3D, dann James Cameron-3D – und ja, ich habe bereits die .trailer mit einer derart heißen Vorliebe erschnüffelt und immer wieder genossen, wenn er dann endlich mal wieder im Vorprogramm gezeigt wurde, denn das 3D ist brachial und lässt alles andere wieder weit hinter sich.

Hier spürt man das Echte, das Tiefe, das Wahrhaftige… kein gerendertes Nachgeäffe oder Möchtegern-“Aber-das-ist-doch”-3D, sondern PS unterm Arsch, dass es nur so kracht.

Und ja, setzt euch nach vorne! Je weiter ihr an der Leinwand hockt, umso granatenmäßiger fliegen euch die Gegenstände um die Ohren und je größer die Leinwand ist, umso besser!

Und der Film macht den Versprechungen wieder mal alle Ehre! Hier kracht, was das Zeug hält und man landet in einer Steampunk-Welt, die den Wunderwerken, die man von Cameron gewöhnt ist, in nichts nachsteht.

Man findet wirklich alles, was man sich nur erträumen kann: Einfälle, Ideen, Detailreichtum, ausgearbeitete Kulissen, fertige Kreaturen, Charaktere, die nicht im Vorbeigehen gezeichnet wurden, eine Story, die laut nach mehr schreit und Schauspieler, die man nicht zwingend alle kennt: Auch hier wurde alten Traditionen Ehre gemacht und frisches Blut auf die Leinwände gebracht, die damit eine Chance für eine wundervolle Karriere vor sich haben.

Und nun paart sich dieser westliche Regisseur mit der amerikanisierten Verfilmung eines Themas, das östlicher nicht sein könnte: Mangas. Alita: Battle Angel ist im Anime-Sektor zu Hause und dort auch nicht unbekannt. Das ist der Punkt, an dem Autoreifen im Gullideckel hängen bleiben können: Hier kommen die Kritiker und Manga-Fans zum Einsatz und schreien normalerweise nach “Geht gar nicht” und so weiter … aber auch hier kann ich wenig entdecken, das diesen Film weniger interessant machen würde. Die Umsetzung ist mega durchchoreografiert, man hat sich so viel Mühe gegeben, hier etwas von Belang an die Kundschaft weiterzureichen, das mir eher Respekt abverlangt statt Kritik über die Tische rollen zu lassen.

Im .trailer haben wir bereits einen guten Einblick bekommen, was auf einen wartet – und auch, wenn man das Ding auswendig mitbeten kann: Der Film wird deshalb nicht langweiliger oder zerstört, sondern erhebt sich als Epos am Himmel der Kinos, als gäbe es kein Morgen.

Glaubt mir: Wenn ihr diesen Titel auf euren .kinotickets stehen habt, dann war euer Abend ein berauschendes Event, dass nicht nächste Woche wieder vergessen ist, sondern von dem ihr auch nächstes Jahr noch erzählen werdet.

Fanschwarm, weil ich hier verlose und irgendwie von Twentieth Century Fox gekauft wurde?

Nope – ich schreibe weiterhin aus freien Stücken und verdiene hieran keinen Cent, damit genau das niemals passiert. Im Gegenteil: Das kostet mich sogar ne Menge Geld und ich gebe es gerne aus, weil ich – genau wie James – Kino liebe und es jedem von euch wünsche, solch ein Event endlich mal wieder zu erleben.

Producer James Cameron and Director Robert Rodriguez on the set of ALITA: BATTLE ANGEL. Photo Credit: Rico Torres.

© 2018 Twentieth Century Fox

G E W I N N S P I E L

Und damit das meine Leser können, ohne tief in die Taschen greifen zu müssen, gibt’s nun wieder ein fettes Fanpaket zu gewinnen: Twentieth Century Fox hat für euch nämlich 5x 2 Freitickets für Alita: Battle Angel (3D) ausgemacht und obendrein gibt’s noch 2 megacoole Poster zum Film dazu, die ihr euch in eure Zimmer hängen könnt, um das Kinoerlebnis wie im Fotoalbum früh beim Aufwachen nochmal zu erleben.

Und das beste ist: Die Kinos sucht ihr aus! Einfach mit den Verleih-Gutscheinen an die Kinokasse gehen und diese dort gegen 2 Freitickets für Alita: Battle Angel (3D) tauschen. Damit seht ihr das 3D-Spektakel auf Kosten von Twentieth Century Fox und werdet quasi indirekt von ihnen ins Kino eingeladen! Was will man mehr?

Wie ihr gewinnen könnt?

Kommentiert unter diesem Beitrag, ob ihr Filme grundsätzlich lieber in 3D oder in 2D seht und warum. Was gefällt euch an dieser Technik und welche Filme habt ihr evtl. schon in 3D gesehen und wie fandet ihr diese?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Sonntag, den 17. Februar 2019 eingehen, entscheidet das Los und der Gewinner / die Gewinnerin wird von mir per E-Mail benachrichtigt. Bitte gebt also zwingend eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann, damit die Karten und Poster rechtzeitig bei euch eingehen.

Das Gewinnspiel wird von www.kinoticket-blog.de veranstaltet und die Preise wurden von Twentieth Century Fox gestiftet. Es gelten die üblichen Bedingungen. Die Auswertung findet von mir persönlich statt und keinerlei Daten werden an fremde Institutionen oder ähnliches weitergegeben, sondern alles händisch von mir ausgewertet und nach dem Versand gelöscht.

Nun wünsch ich euch viel Glück, freue mich auf eure Kommentare und kann es kaum erwarten, bis der Film endlich in den Kinos startet: Ich werde definitiv wieder reingehen. Und ihr?

.kinoticket-Empfehlung: Vom Quasi-Schöpfer des 3D aus der japanischen Manga-Szene aufgeschnappt und als Leinwand-Epos mit neuem Leben versehen entdeckt man hier einmal völlig neu, wozu Kino überhaupt fähig ist!

Dieser Film macht einen Heidenspaß, liefert eine bombastische Welt und sorgt schon jetzt für mächtig Furore.

Die Steampunk-Welt ist großartig und detailverliebt gestaltet, die Action kracht gewaltig und das 3D ist so, wie es sein soll: Makellos! Wer den nicht im Kino sieht, macht einen gewaltigen Fehler – und Twentieth Century Fox spendiert sogar die Karten – einfach beim Gewinnspiel teilnehmen und etwas Glück haben!

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Alita: Battle Angel
Length: 122 Min.
Rated: FSK 12

Mortal Engines: Krieg der Städte (3D)

Mortal Engines Movie Poster

© 2018 Universal Pictures International

Peter Jackson… was kommt euch in den Sinn, wenn ihr diesen Namen lest? Richtig: Der Herr der Ringe gefolgt von Der Hobbit. Mittelerde – das ist sein Ding, war es und wird es immer bleiben.

Eigentlich ja nur HdR, weil schon die Hobbit-Trilogie bei vielen Fans für angehende Antipathie sorgte und sich der eingeschworene Fankreis langsam begann, aufzulösen und in alle Winde zu verstreuen. Selbst jetzt, wenn man sich geschlagene 17 Jahre (!!!) nach dem Kinostart von Der Herr der Ringe – Die Gefährten wieder dazu entschließt, eben jenen zurück auf die Leinwand zu bringen und man beim Buchen der Tickets auf einmal auf ausverkaufte Säle stößt, merkt man, dass Jackson damals alles richtig gemacht und sich einen unvergessenen Namen damit erschaffen hat.

Wenn ich also Mortal Engines – Krieg der Städte lese, dazu Peter Jackson präsentiert-.trailer vor die Nase gesetzt kriege und feststelle, dass es hierbei um SciFi geht, dann schlackern meine Ohren und ich bekomme Kopfweh.

Serious? Jackson im Zukunftsfilm-Fieber? Gut, er ist nicht der Regisseur und fungiert “nur” als Produzent, allerdings weiß doch eh kein Schwein, wer den Film nun letztendlich gemacht hat, weil man unterbewusst ihm das Werk zuschreibt. Und überhaupt, wer ist Christian Rivers eigentlich?

Unsereiner dürfte ihn hierzulande allerhöchstens von King Kong kennen, den allerdings Jackson mit dem Regisseurs-Part besetzt … ergo: Unbekannt. Und genau das wird diesem Film wohl zum Verhängnis.

Mortal Engines strotzt geradezu vor Jackson‘schen Merkmalen: Man spürt eben jene Elemente, die man aus den beiden alten Trilogien bereits tief verwurzelt hat und da passt das Zukunfts-Element überhaupt nicht dazu, sondern wirkt irgendwie albern.

Yes, das 3D des Films ist überragend und spielt auf Avatar-Liga und auch die Weta-Optik strotzt vor Professionalität und Würde, die ganzen Welten wirken, als ob jemand, der Ahnung hat, im Hintergrund sitzt und das produziert hat, jedoch stolpert der Erfolg über eine ganz miese Kiste: Das Dialogdrehbuch.

Ich sollte langsam mal eine Strichliste anfangen, damit in Zukunft nur noch “|” hingemalt werden muss und ich mir den ganzen Schabernack sparen kann, aber ja: Die Dialoge sind dermaßen mies, dass damit der komplette Filmspaß in die Tonne gekloppt wird.

Was hier als Pluspunkt an Optik, Räumlichkeit und dem verheerend geilen Soundtrack von Mad Max: Fury Road-Legende Tom Holkenborg auf den Screen befeuert wird, gepaart mit den Einfällen der Städte sowie deren technischer Umsetzung, wirkt im Gegenlicht dieses absolut dämlichen, unausgereiften und albernen Sprech-Plots nahezu wie ein gigantisch verschenktes Versagensbeispiel: Man kauft keiner der Figuren wirklich ab, was sie da darstellen wollen und auch bekannte Gesichter wie Hugo Weaving reißen hier den Riegel nicht rum: Früher gab es schon mal so seltsame Titel, die Mortal Kombat hießen und den unrühmlichen Schadensruf einer Computerspieleverfilmung in sich trugen – und in eben jenes Versagen reiht man auf pompöse Weise nun auch Mortal Engines ein.

Liest man dazu noch ein paar Hintergrundinfos des Films (gedreht in Neuseeland, mit einheimischen Personen, den gleichen Studios und Produktionswerkstätten im Hintergrund), könnte man meinen, Jackson hatte einfach nochmal Lust, etwas mörderisch großes zu generieren und Herr der Ringe zu wiederholen, nur dass diesmal eben nicht Fantasy und Mittelalteranschein den Reigen anführt, sondern man diese gewaltige Wucht mit Stargate: Atlantis gepaart hätte – und diese Kombination geht einfach nicht auf.

Die Frage, die euch nun alle quält (sofern ihr nicht sowieso schon drin gewesen seid – wenn ja, kommentiert mir doch mal eure Meinungen hier drunter): Sollte man nun jetzt in den Film gehen oder nicht?

Definitiv ja!

Denn jetzt ist die Chance, das ganze Schauspiel auf der großen Leinwand zu entdecken und dabei hoffentlich (!) weit vorne im Saal zu sitzen vor einer hoffentlich (!) großen Leinwand in einem Kino, auf dessen Außentüren hoffentlich (!) dick und fett Dolby Atmos steht, was man grade noch so erkennt, während man hoffentlich (!) seine 3D-Brille auspackt und vorsichtig versucht, auf dem Weg zum Sitzplatz nicht das Popcorn zu verschütten, weil man über jemandes Tasche gestolpert ist.

Alles andere würde dazu führen, dass man ne ziemlich langatmige To-Do-Liste hätte, weil man wieder 17 Jahre warten muss, bis jemand auf die Idee kommt, diesen Film zurück auf die Leinwand zu bringen.

Solltet ihr nämlich nicht zufälligerweise ein Kino euer eigenen nennen und in der Lage sein, die Verleih-Codes so zu knacken, dass ihr euch das Ding außer der Reihe anschauen könntet, dann hättet ihr keine Chance mehr, dem Film das abzugewinnen, was ihn großartig macht: Das wuchtige Brüllen gigantischer Optik und ein mega faszinierendes und sau-räumliches 3D!

Alle anderen Screens, die diese Welt ansonsten zu bieten hat, reißen es nicht raus und legen viel zu viel Wert auf das Geschehen im Film … und selbst mit nem guten 3D-Fernseher zu Hause wäre es enttäuschend.

Ihr spürt: Man kann heftig viele Fehler machen und ich verspreche euch: Jeder einzelne “hoffentlich”-Punkt ist enorm wichtig dabei! Dann wird’s ne gigantische Optik-Schlacht, die das alte Mittelerde-Gefühl ansatzweise nochmal hochreißt und ob der ganzen guten Restfaktoren ist der Plot leichter vernachlässigbar und reißt nicht solche Kerben in das Enttäuschungsholz im Kopf.

Und wenn ich euch jetzt verrate, dass in den Regalen jedes gut bestückten Zeitungsladens bereits die nächsten Romane von Mortal Engines stehen, dann wisst ihr, was in den nächsten Jahren auf euch zukommen wird:

Mortal Engines: Jagd durchs Eis
Mortal Engines: Der Grüne Sturm
Mortal Engines: Die verlorene Stadt

Und wer auf einem bekannten Buchverkaufsportal in den Rezensionen nachschlägt und gleich als erstes etwas von “Plattes Kinderbuch mit eindimensionalen Charakteren und einem Leichenberg” (Quelle: BücherKriegerin via Amazon.de) liest, der weiß, wo die Reise hingeht.

Und nun sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt …

.kinoticket-Empfehlung: Man entferne das Fantasy-Gen aus den alten Herr der Ringe-Erfolgen und werfe es einige tausend Jahre weiter in die Zukunft.

Was dabei rauskommt, wirkt grafisch, optisch, akustisch und technisch wie der alte Ruhm von Peter Jackson, birgt aber eine absolut dümmliche Story und zweibeinige Wesen, denen man keinen Deut abkauft, was sie einem vorsetzen wollen.

Wer das sehen will, sollte ins Kino und sich vollständig auf die Special Effects und das 3D fokussieren, das ist nämlich tatsächlich so gut wie lange kein Konkurrenzfilm mehr, die Story und “Buchvorlage” kann man aber vollständig vergessen.

Nachspann
❌ braucht man nicht zwingend mitnehmen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 13. Dezember 2018

Original Title: Mortal Engines
Length: 129 Min.
Rate: FSK 12

Score – Eine Geschichte der Filmmusik

An alle meine Leser, Freunde, Begleiter und Unterstützer:

Ein FROHES NEUES JAHR 2018!

Nachdem ich euch zwischen den Jahren ein wenig mit Beitragszukleisterei verschont habe, gibt es frisch und munter zum Jahresstart gleich eine hochwertige Perle des Kinos für alle von euch: Score – Eine Geschichte der Filmmusik
Wenn mich – schon zu Schulzeiten – jemand gefragt hat, was ich gerne höre, dann kam als Antwort von mir stets “Filmmusik”. “Hä? Was ist denn das?”
Macht dazu doch einfach mal einen Test: Lass einen Spielfilm eurer Wahl laufen und dreht dabei den Ton ab und schaut euch das Ding mal komplett an. Was fühlt ihr?
Jetzt dreht ihr den Spieß um und lasst einen Film laufen, verdeckt aber das Bild und hört euch nur den Ton an. Schon viel spannender, oder?
Aus diesem Grund gibt es in jedem gut sortierten Multimedia-Laden auch eine reichhaltige Auswahl an Filmscores und Soundtracks zu erwerben, aber ich habe noch nirgendwo gesehen, dass man die Bilder ohne den Ton zum Verkauf anbietet.
Daran sieht man, wie enorm wichtig und essentiell Soundtracks und musikalische Untermalungen in Filmen überhaupt sind, denn sie hauchen dem Streifen erst Leben ein und machen ihn zu dem, was er am Schluss ist.
So mancher Kultklassiker wäre nicht das, was er ist, wenn man ihn seiner Töne beraubt hätte. Und wenn man sich ein klein wenig dafür interessiert (oder auch gar nicht, aber bei den Abspännen nicht sofort rausgerannt ist), dann kennt man wohl den ein oder anderen Namen dann doch:
Marco Beltrami, Max Steiner, Christopher Young, David Newman, Trevor Rabin, Bear McCreary, Mervin Warren, Mychael Danna, Hans Zimmer, Rachel Portman, Christophe Beck, Joseph Trapanese, John Debney, Howard Shore, Buck Sanders, Alex North, John Barry, David Arnold, Ennio Morricone, Tom Holkenborg, Bernard Herrmann, Tyler Bates, Heitor Peireira, Mark Mothersbaugh, Joshua Ralph, Dario Marinelli, Patrick Doyle, Moby, Quincy Jones, Jerry Goldsmith, John Williams, Brian Tyler, Alexandre Desplat, Deborah Lurie, Harry Gregson-Williams, Elliot Bruce Goldenthal, Danny Elfman, Christopher Lennertz, Thomas Newman, Michael Trent Reznor, Atticus Ross, Henry Jackman, Steve Jablonsky
Für musikalische Verhältnisse liest sich das runter wie die Creme de la Creme aus Hollywood, das who is who der musischen Szene in allen Facetten, Varianten und Zeitaltern der Filmmusik. Und genau das liefert Score – Eine Geschichte der Filmmusik den Zuschauern auch auf die Leinwand: Die geballte Power von:
Scream
Todeszug nach Yuma
Tödliches Kommando – The Hurt Locker
Vom Winde verweht
King Kong und die weiße Frau
Casablanca
Hellbound – Hellraiser II
Verlockende Falle
Password: Swordfish
Der Fluch – The Grudge
Anastasia
Die Flintstones
Armageddon
Con Air
Duell der Magier
Battlestar Galactica
The Walking Dead
Outlander
Honey
Little Miss Sunshine
Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger
Blade Runner 2049
Der König der Löwen
Buffy – Im Bann der Dämonen
Straight Outta Compton
Oblivion
Tron: Legacy
Die Passion Christi
Der Herr der Ringe
Aviator
Resident Evil
I, Robot
Knowing
Warm Bodies
World War Z
Spartacus
Endstation Sehnsucht
Cleopatra
Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
Jenseits von Afrika
Der mit dem Wolf tanzt
Independence Day
Stargate
Alle James Bond von 1997 bis 2008
Zwei glorreiche Halunken
Spiel mir das Lied vom Tod
The Hateful Eight
Mad Max: Fury Road
Deadpool
Psycho
Final Destination Reihe
Minions
Ich, einfach unverbesserlich I & II & III
Thor: Ragnarok
Lucky Number Slevin
Stolz und Vorurteil
V wie Vendetta
Harry Potter-Reihe
Der Schakal
Heat
Die Farbe Lila
Get Rich or die Tryin’
Poltergeist
Total Recall
Basic Instinct
Schindlers Liste
Sieben Jahre in Tibet
E.T. – Der Außerirdische
Der Weiße Hai
Krieg der Sterne
The Fast and the Furious-Reihe
Alien vs. Predator 2
Die Unfassbaren I & II
Die Queen
Der seltsame Fall des Benjamin Button
Florence Foster Jenkins
The Danish Girl
Valerian
Hellboy – Die goldene Armee
Spider Man 2
Wanted
Shrek-Reihe
Die Chroniken von Narnia
X-Men Origins: Wolverine
Friedhof der Kuscheltiere
Alien 3
Interview mit einem Vampir
Frida
Edward mit den Scherenhänden
Alice im Wunderland
Batman
Good Will Hunting
Men in Black
Alvin und die Chipmunks
Kill the Boss
Passengers
Die Verurteilten
Skyfall
The Social Network
Verblendung
Fear the Walking Dead
The Da Vinci Code – Sakrileg
Fluch der Karibik
The Dark Knight
Monsters vs. Aliens
Michael Bays Texas Chainsaw Massacre
Die Insel
Transformers-Reihe
Deepwater Horizon
The Last Witch Hunter
Battleship
Desperate Housewives
… könnt ihr noch?
Das waren jetzt aber nur Auszüge … denn hier sind die Leute am Start, die in 100% aller Fälle ihre Finger mit im Spiel eines jeden je gemachten Films (selbst Stummfilmen) hatten: Komponisten.
Score – Eine Geschichte der Filmmusik entführt hinter die Kulissen des Filmemachens und erzählt die Geschichte, Abenteuer, das familiäre Zusammenspiel einer in sich geschlossenen Welt innerhalb der Faszination Hollywoods und ist nicht nur für Musikbegeisterte eine wahre Bereicherung.
Allein das Gefühl, in einem Kino zu sitzen und wieder die echten “aus der guten, alten Zeit”-Dinos aus Jurassic Park über die Leinwand springen und brüllen zu sehen – gefolgt von den geilsten Szenen aus Mad Max: Fury Road und einem Tom Holkenborg, der aus dem Nähkästchen seiner Produktion plaudert, um alsgleich von einem schwertschwingenden Transformer hinweggebasht zu werden … und es sind gerade einmal 48 Sekunden vergangen … der Wahnsinn!
Und dabei wird wirklich nichts ausgelassen, was sich im Laufe der Geschichte Hollywoods alles so getan hat: Von den frühen Anfängen über verschiedene Epochen (wusstet ihr, dass Star Wars musikalisch eine entscheidende, prägende Rolle im Filmbusiness gespielt hat?) bis hin zur Moderne bekommen diejenigen das Wort, die einem jeden Film Leben einhauchen und ihn erst zu etwas besonderem machen.
Score läd euch ein dazu, in die Kathedralen der Tonmacher abzutauchen, ihre Arbeitsweise kennenzulernen und so vieles über Filme zu erfahren, das man als Zuschauer oft gar nicht mitkriegt, denn: Der beste Soundtrack in einem Film ist der, den der Zuschauer gar nicht bemerkt.
Wie könnte man besser in ein Jahr starten, als mit solch einem Meisterwerk, dass die geballte Ladung Kino an den Ort zurückträgt, aus dem sie entstammt?
 

.kinoticket-Empfehlung: Matt Schrader läd ein zum Tag der Offenen Tür in Hollywoods Filmschmieden und lässt den Zuschauer auf eine gewaltige Produktion los, die alle ereignisreichen und bedeutenden Filme in 93 Minuten verpackt und dem Zuschauer als monströs-kompaktes Spektakel-Extrakt vor die Füße wirft!
Wer hier nicht zuschlägt, hat von Filmen keine Ahnung – und sei es nur, um alte Ereignisse erneut auf dem Big Screen zu bewundern.
Heimkino, TV-Publikation und alle anderen Veröffentlichungen zählen hier nicht: Der einzige Ort, an dem man dieses Wunderwerk bestaunen darf, sollte ausschließlich Kino sein – auch wenn ich mir persönlich das Ding sofort zu Verkaufsstart in die eigene Sammlung stellen werde… – aber ich war ja auch bereits schon im Kino und anschließend megamäßig geflasht.
Rein!

 
Nachspann
Sitzen bleiben, oder ihr verpasst eine wahnsinnig spannende Geschichte zu Titanic.
Kinostart: 4. Januar 2018

Der dunkle Turm

Nun sind wir an der Stelle angelangt, an der mein berühmtes “Lies niemals ein Buch, wenn du vor hast, den Film dazu zu sehen” seinen galaktischen Höhepunkt einnimmt. Und tatsächlich: Ich habe nie einen King gelesen. Wirklich. Nie.
Nach diesem Film habe ich es vor.
In der .trailer-Vorschau habe ich bereits durchblicken lassen, dass ich mich tierisch auf diese neuartige King-Verfilmung freue und der Film hat sein übriges getan, um mich verwirrt und zwiegespalten zurückzulassen.
Meine Vermutung war gar nicht so schlecht, dass die Elemente eines typischen King-Films tatsächlich auch hier wieder einen Stellenwert einnehmen werden, jedoch habe ich mir anhand der gezeigten Vorab-Bilder etwas mehr Style-Tiefgang gewünscht, die die brettharte Ummantelung eines von den Kritikern hochgelobten, mehrdimensionalen Fantasy-Konstrukts würdig auf eine Ebene heben, die zumindest die Zuschauer mental fordert und ihnen keine B-Movie-würdige Soße vorsetzt.
Der dunkle Turm erhebt nun aber keinen großartigen Anspruch darauf, hier großen Filmschmieden den Rang durch überdimensional-gute Special Effekts abzulaufen, sondern konsterniert eher mit bruchstückhafter Zusammensetzung inhaltlosen Gemetzels, das schon als Nicht-Kenner gefühlt mit dem Buch nichts mehr gemein haben kann.
Der sprachliche Durchbruch, der von den Fans oft so hochgelobt wird, bleibt im Film auf jeden Fall aus und auch schauspielerisch setzt man keine neuen Messlatten. Selbst Schauspielikone Idris Elba, dessen Fehlbesetzung von der Fangemeinde ja hinreichend bejammert wurde, hat mich in diesem Film so absolut gar nicht überzeugt.
Wollte man in Sachen Düsternis punkten, hat man allenfalls eine warmweiche Brühe a la Suicide Squad fabriziert, die dem Namen in keinem Fall gerecht wurde und somit auch den Großteil aller Fans eher enttäuscht hat, als hier wirklich mal über die Strenge zu schlagen und etwas ganz großes abzuliefern.
Der Name Steven King scheint dann aber dennoch genügend Publikum ins Kino zu ziehen, denn die Säle sind voll und die Menschen um mich herum fiebern tatsächlich mit.
Mir war die Action etwas zu fad, die Ideen zwar gut angerissen, aber für so ein Konstrukt viel zu lieblos aufgearbeitet. Hier hätte man mit etwas mehr Leidenschaft und Hingabe (und Zeit und Geld) durchaus viel besseres produzieren können, dass dann förmlich nach einer Fortsetzung geschrieen hätte.
So bleibt nur ein mittelmäßiger Durchschnittsfilm, der Nicht-Buch-Kennern sicherlich gefallen dürfte und allen anderen gnadenlos ins Gesicht schlägt.
Das ändert nun – wieder – nichts an der Maxime: Vertraue niemals der Verfilmung eines Kings. Schade.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hat man im .trailer noch richtig mit Stil und Raffinesse überzeugt, landet man im Hauptfilm dann doch wieder in der Pfütze der zweiten Liga, in der sich eigentlich alle Verfilmungen dieses Autors wiederfinden.
Zum ersten Mal bedauert man die durchschnittlich kurze Laufzeit und das fehlende Verlangen danach, der Tiefgründigkeit dieser Werke tatsächlich gerecht werden zu wollen. So produziert man in der Tat für die Masse und entledigt sich allem Nachdenkenswertem und vergisst wieder einmal, dass auch die Zuschauer mit Hirn gesegnet sind, denen man selbst in heutiger Zeit gerne mehr zumuten darf.
Verschenktes Potenzial.

 
Nachspann
läuft ohne weitere Bild- und weiterführenden Momente ab, der Tritt ins nächste Kinoabenteuer wird also nur vermutlich angerissen und daher eher völlig offen gelassen. Rausgehen erlaubt.
Kinostart: 10. August 2017

Batman v Superman: Dawn of Justice (3D)

Ein – inklusive Kinowerbung – 3-Stunden-Stück per .kinoticket-Kauf auf die To-Do-Liste zu setzen erfordert für manch einen wohl doch eine gehörige Portion Respekt vor dem eigenen Durchhaltevermögen. Und mit dieser Laufzeitansage begibt man sich auch gleich mal seitens der Macher auf episches Terrain, das einige Stolperfallen bereithält.

Mehrere Superhelden unter einem Hut

Meiner Meinung nach einer der gravierendsten Punkte, die man Batman v Superman: Dawn of Justice andichten kann: Hier müssen mehrere Welten miteinander vereint werden und durch die Charaktertiefe eines Batman und das düstere Höhlenloch, aus dem er gekrochen kommt, schafft man das eben nicht mehr ganz so einfach wie bei den vergleichsweise metallglatten Avengers, deren Aufgabe es im Nachhinein ja wohl eher nur war, die 14jährige Kinderriege zu unterhalten.

Batman ist für Erwachsene und zeugt hier von einer Welt, die durchtrieben, bösartig und vielschichtig ist. Superman hingegen war auf der Leinwand eher die aalglatte Vorstellung von superlativen Effekten gepaart mit dem hervorragenden Look eines Henry Cavill, der seinerseits eben nicht dafür gemacht ist, einen Helden zu mimen, der mehr kann als nur gut auszusehen.

Er erschafft kein Profil, er erschafft keinen Charakter – was seinem Part im Film diesmal schon eher positiv zugute kommt, jedoch verblasst seine Darstellung dadurch im Rampenlicht des mit sich selbst zweifelnden Batmans und fordert den düsteren Höhlenhelden daher eher dazu auf, sich auf das Niveau der Allgemeinheit herabzulassen, um ihm gehörig die Birne zu waschen.

Dass sich im Zuge dessen dann noch weitere Epos-Helden etablieren und auf den Olymp der Comicgötter stellen wollen, lässt drei Stunden Laufzeit fast zu einer Farce verkommen, denn der Platz, auf dem sich die einzelnen Charaktere entwickeln dürfen, ist mehr als knapp bemessen.

Der Verzicht auf bekannte Elemente vergangener Tage

Stellt euch die Dialoge eines Jeremy Irons mal gesprochen von Michael Caine vor. Ersetzt dann den zeitweise gesichtslosen Daredevil-Versager mal mit dem rühmlich-bösen Christian Bale und achtet darauf, was in eurem Kopf passiert: Richtig! Diese Konstellation ist in meinen Augen einer der Gründe, weshalb The Dark Knight vorzüglich an allen anderen Streifen konkurrenzlos vorbeizieht und auch in 50 Jahren noch einer der Filme sein wird, die sich nicht mit anderen Filmen gleich welcher Art vergleichen lassen.

Er hat einfach funktioniert und hier die Welt von Gotham mehr als präsentabel auf die Leinwand gebracht – Christopher Nolan erschuf einen Allzeitklassiker, der die Filmgeschichte maßgeblich geprägt hat.

Snyder, dem viele nichts, ich aber durchaus etwas abgewinnen kann, durfte hier halt nur nochmal am Kuchenteig schnüffeln und ist selbst eben nicht der Bäcker, der auf der cineastischen Nobelpreisverleihung steht und hier großartige Lorbeeren kassiert. Er hat seinen eigenen Stil, der er meines Erachtens nach auch großartig umsetzt (man bedenke z.B., mit welch stilistischer Einführung man die beiden Helden anfangs geschichtlich auf Vordermann bringt) und zeigt hier ganz klar anders positionierte Stärken als es ein Christopher Nolan tun würde. Dieser hat sich nämlich in die hinteren Ränge gesetzt und gemeinsam mit Hans Zimmer nur noch Spuren seines Schaffens am Gesamtwerk hinterlassen.

Da sind auf einmal zwei völlig verschiedene Welten, zwei großartige Soundtrack-Komponisten, zwei völlig verschiedene Facetten zweier Superhelden, die in einer einzigen Geschichte zusammenfinden müssen, was zwangsweise zu Abstufungen in der Eleganz perfektionierter Erzählungen führen muss. Superman wird Tiefe angedichtet, die Batman geklaut wird, um irgendwie einen korrelierenden Faktor zu erschaffen, auf dem sich all diese Elemente miteinander verbinden.

Und ein Publikum, das von Nolan in der Vergangenheit derart verwöhnt wurde, hat es dann eben schwer, mit neuen Maßstäben mitzuhalten und die Akzeptanz dafür aufzubringen, dass sich manche Dinge jetzt einfach geändert haben und man damit leben muss.

Interessant fand ich, dass Jesse Eisenberg von der Presse eher vorbeugend verrissen wurde, weil gerade seine Figur eine derjenigen war, bei denen nahezu alles gestimmt hat. Mal ganz im Ernst: Welches Werk hat dieser Junge in der Vergangenheit angepackt, in dem er nicht vollständig überzeugen konnte? Ich möchte nicht zu denjenigen gehören, die solche Dialoge wie in The Social Network auswendig lernen mussten. Und auch in diesem Film überzeugt er durch seine derart authentische Darstellung eines – man möchte fast schon sagen – zweiten Jokers, dass einem fast die Spucke wegbleibt und jede seiner Szenen zu einer cineastischen Gourmeterfahrung wird. Selbst wenn er in seinem gespielten Wahnsinn nur in die Kamera schaut, erlebt man als Zuschauer hier vollkommene Schauspielkunst, denn der Wahnsinn spiegelt sich in seinen Augen wieder und zeugt davon, dass Jesse seine Rollen nicht nur spielt, sondern tatsächlich auslebt.

Aus dem Grund jetzt zu behaupten, Batman v Superman: Dawn of Justice wäre nicht so toll gewesen, finde ich als etwas ungerecht, denn Snyder hat tatsächlich geschafft, in gewisser Weise wieder Größe auf die Leinwand zu bringen, auch wenn er an dem Experiment, viele Welten in einer zu vereinen, gänzlich scheiterte. Vielmehr hat man das Gefühl, alles wird jetzt nur noch schleierhaft in die Szenen gewebt, um überall etwas, aber nirgendwo etwas handfestes im Raum stehen zu haben, das der ganzen Sache Seele einverleibt.

Daraus resultieren dann zeitweise anklingende Perfektionslücken, die den Zuschauer aber dennoch kaum spüren lassen, wie schnell die Zeit vergeht – denn selbst ohne Pause in der Vorstellung kam mir die Spielzeit fast schon lächerlich klein vor, als der Abspann über die Leinwand nudelte. Action gibt’s auf jeden Fall gewaltig und wenn die Kinos das Prinzip verstanden haben und die Anlage ordentlich aufdrehen, dann macht der Streifen auch in Sachen Entertainment richtig Freude. Die unbestritten superlativen Kämpfe haben es auf jeden Fall in sich und sind würdig, den Film auf den Status eines Epos zu erheben, wo er sich mit anderen genialen Machwerken in Zukunft messen lassen darf.

Ich für meinen Teil werde definitiv noch eine Vorstellung dieser Art besuchen und dann schauen, wieviel von meiner anfänglichen Begeisterung geblieben ist, kann mir aber jetzt kaum vorstellen, dass sich da großartig was dran ändern wird.

.kinoticket-Empfehlung: Kommt damit klar, dass hier neue Seiten aufgezogen werden und The Dark Knight niemals vergleichbar sein wird – hakt die Anhänglichkeit an die Vergangenheit ab und gebt der Sache eine Chance, dann wirds ein Schlachtfest der Action und Epik.

Niemand verlangt, dass Altes weitergesponnen wird und genauso, wie wir uns damit abfinden müssen, dass unser Lieblings-Bond hin und wieder mal neu besetzt wird, so müssen wir damit Vorlieb nehmen, dass perfekt funktionierende Konstellationen nach gewisser Zeit begraben werden um Platz für Neues zu schaffen.

Ich seh es positiv: So ist sichergestellt, dass mir die “Anfänge” von Batman immer positiv in Erinnerung bleiben werden, denn die nolansche Dark Knight-Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen. Und würde man jetzt weitermachen, könnten an der Fassade dieser ikonischen Stilblume kleine Macken entstehen und das würden denk ich noch viel weniger Menschen verkraften als die Tatsachen, denen man sich in diesem Werk hier stellt.

Also Schwanz einziehen, sich mit reichlich Popcorn und Getränken eindecken, das Handy lautlos ins Schließfach packen und sich dann einfach mal drei satte Stunden lang berieseln lassen – glaubt mir, am Ende macht’s euch doch Spaß!

Nachspann
❌ Erwartet hab ich ihn schon, gekriegt aber nicht: Hier darf man nach Anbrechen der weißen Lauftext-Zeichen gern damit beginnen, sich wieder aus dem Kinosessel rauszuschälen. Ein paar Meter weiter im Boden sitzt man am Schluss auf jeden Fall.

Kinostart: 24. März 2016

Original Title: Batman v Superman: Dawn of Justice
Length: 153 Min.
Rated: FSK 12

Black Mass

Johnny Depp hat schon viele unterschiedliche Rollen gespielt und landete damit mal ganz vorn, mal ganz hinten. In Black Mass tritt er erneut mit einem neuen Gesicht an und beweist einmal mehr, dass in ihm kein kleiner, sondern ein herausragender Schauspieler steckt, der durch Mimik, Sprache, Gestik und exzellente Darstellungen zu überzeugen weiß.
Dabei hatte ich oft das Gefühl, dass seine Mitspieler ihm bei weitem nicht gewachsen waren. Was Depp verkörpert, ist phänomenal und sucht grenzüberschreitend seinesgleichen ohne auch nur ansatzweise fündig zu werden. Die Thematik selbst empfand ich mehr lückenhaft als erfüllend, denn hier wird weder auf der einen, noch der anderen Seite hinreichend inhaltlicher Denkstoff gegeben, sondern mehr oder weniger aufgezeigt, was im Stillen sowieso fast jeder vermutet, auch wenn diese Art der Kooperation dann doch reichlich ungewöhnlich zu sein scheint.
Nichtsdestotrotz erfüllt Hollywood auch hier wieder eine neue Tugend: Man verfilmt Realereignisse und füllt die Kinosäle mit Menschen, die vergangene Geschichten zuschauerverträglich aufbereitet im Kino sehen möchten – dieser Trend scheint zu funktionieren.
Die Szenen (sowohl die lustigen, als auch die ernsten) brennen sich definitiv tief unter die Haut ein, die Skrupellosigkeit und Gier, die Unhaltbarkeit, das Verflechten in Systeme, deren Kontrolle man schon am Anfang verloren hatte – all das wird verständlich und visuell hervorragend rübergebracht.
Was mir allerdings fehlte, war ein zufriedenstellender Schluss. Irgendwie hockt man am Ende da und wartet auf eine Aussage, die einfach nicht kommt. Nach dem Abspann findet man sich dann damit ab, dass die Eindrücke und Szenerien, die während des Films gezeigt werden, allein die Essenz des Movies ausmachen wollen und da jetzt tatsächlich nichts mehr kommt – und das war für mich, als jemand, der den großen Endpaukenschlag abgöttisch liebt, tatsächlich etwas verstörend und enttäuschend.
Dennoch wandert man tief beeindruckt und seelisch mitgenommen wieder aus dem Kino auf die Straße und fühlt sich irgendwie kratzbürstig durchgewaschen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer Johnny Depp liebt, sollte sowieso da rein, wer einfach nur mal geniale Schauspielerei erleben möchte, auch.
Die verkörperte Gestalt von Bulger sucht seinesgleichen, was Charakter, Stärke und Profiltiefe angeht. Die Szenerien beeindrucken nicht in gleichem Maße, wie es Urgesteine wie Der Pate tun, allerdings erhält man hier etwas gleich großes, dem nur der epische Schlusspathos fehlt.
Ansonsten erhält man hier überdurchschnittlich rare Kost, die ein Biopic abzeichnet, das den Film zurecht verdient.

 
Nachspann
gibt es keinen, der Soundtrack von Tom Holkenborg überzeugt aber auch hier wieder auf voller Linie.

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