.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Tom Taylor

Wenn du König wärst (inkl. Gewinnspiel)

Wenn du König wärst

© 2019 Twentieth Century Fox

Die Herausforderungen für Kids werden immer größer. Nicht nur, sich gegen immer ängstlichere Helikopter-Eltern zu wehren, durch eine Million Termine jede Woche durch zu müssen und selbst schon im Sandkasten-Zeitalter einen Business-Terminplan vollgestopft zu haben, der jedwede Zeit zum Spielen, Leben genießen, atmen und einfach leben nicht mehr zulässt, auch im Kino werden die Kids vor immer größere Herausforderungen gestellt … und kommen damit scheinbar klar.

Alle Ängste sind also irgendwie unbegründet.

Ängste?

Wenn du König wärst hat im Vorfeld in der Presse bereits hitzige Diskussionen ausgelöst, die die schon seit Jahren fragwürdige Arbeit der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft – kurz “FSK” – erneut anzweifelt. Denn dieser Titel hat die Freigabe “FSK 6” bekommen, was selbst Twentieth Century Fox wundert, da hier doch gewaltig düstere Bilder und gruselige Momente aufgefahren werden, die mehr als Anlass dazu bieten, das gesamte Rating-System der FSK komplett zu überdenken und sich eventuell doch etwas näher am amerikanischen Vorbild zu orientieren: Eine “Parental Guidance” wäre hier nämlich in vielen Fällen durchaus angebracht.

Die Kids aus der Pressevorführung wurden natürlich auch danach gefragt, ob sie sich gefürchtet haben und meinten alle: “Ja, es war schon gruselig, aber schön gruselig.” – Nun kann man aber von ein paar Kids nicht auf eine ganze Nation schließen und muss auch bedenken, dass es sensiblere Wesen gibt, Kids, die eben nicht einfach alles so wegstecken und die auch hier und da mal Ängste und Alpträume entwickeln, wenn sich auf einmal Bäume bewegen oder Wurzeln miteinander kämpfen. Was hier aufgeboten wird, ist durchaus teilweise sehr strange und kann verwirrend oder beängstigend wirken. Notgedrungen heraus hätte ich hier auch lieber zum grünen “FSK 12” gegriffen, auch wenn die Zielgruppe im Plot dann leicht veraltet wirken würde.

Die Story ist eindeutig an Kinder ausgerichtet, fährt hier in einer wunderbaren Re-Interpretation einer historischen Saga auf und bringt moderne, coole, schnittige und spannende Änderungen mit sich, die sich des historischen Altstaubs entledigen und definitiv proklamieren: Wir sind in der Zukunft angekommen und orientieren uns trotzdem an den Geschichten des Mittelalters. Und damit hat man einen so fantastischen Absprung geschafft, der es nahezu zwingend erfordert, ein Lichtspielhaus aufzusuchen und die Kids-Variante von Hellboy – Call of Darkness zu besichtigen.

Und vergisst man jetzt hier und da ein paar “10 Minuten” des Films, dann könnte der durchaus auch in der 20-Uhr-Vorstellung für Erwachsene laufen und würde hier für genügend Unterhaltung sorgen, die auch alles mitbringt, was ein guter Kinoabend enthalten sollte: Humor, Drama, Spannung, eine tolle Story, Charme und jede Menge Kurzweil. Und verdammt gute Grafik und Bühnensettings, die schon fast an das Niveau größerer Fantasy-Brüder heranreichen und solchen Monster-Produktionen wie Harry Potter optisch längst das Wasser reichen.

Ihr merkt: Die Ansprüche sind längst gestiegen, werden von der Industrie befriedigt und von den Kids verstanden. Vielleicht sollten wir also alle einfach mal wieder damit beginnen, weniger Ängste zu haben und uns lieber in eins der Kinos zu hocken und wieder völlig entspannt und voller Vorfreude den Film zu genießen?

Wenn du König wärst ist doch schon mal ein super Anfang für diesen Vorsatz. Also rein mit euch!

G E W I N N S P I E L

Twentieth Century Fox befeuert dieses Vorhaben direkt mal mit drei Fan-Paketen bestehend aus jeweils 1×2 Freikarten + Kinoplakat für euch, die ihr in diesem Beitrag abstauben könnt.

Frage diesmal: Wie steht ihr dazu, dass immer mehr Kinderfilme aggressiver nach unten gerated werden? Muten wir unseren Kids immer mehr zu und ist das richtig oder sollte die FSK wieder etwas strenger werden, was dazu führt, das Kinder nicht mehr so viel Filmmaterial zu Gesicht bekommen?

Beantwortet bis einschließlich Sonntag, 21. April 2019 diese Frage in den Kommentaren und ihr seid im Lostopf dabei. Unter allen Teilnehmern wird per Random.org entschieden und die Gewinner*innen anschließend per E-Mail benachrichtigt – bitte gebt deshalb eine Mailadresse an, unter der ihr erreichbar seid, damit ich eure Adresse abfragen und euch das Paket zuschicken kann.

Eure Daten werden nicht gespeichert, sondern ausschließlich von mir persönlich zum Zweck des Versands genutzt und anschließend gelöscht.

Und denkt dran: Das ist auch Erwachsenen-Stuff, also nicht nur nicht mitmachen, weil keine Kinder im Haushalt sein sollten 😉

Ich wünsche viel Glück – und natürlich viel Spaß beim Film.

.kinoticket-Empfehlung: Rated es in “PG” – dann bin ich vollkommen zufrieden.

Optik, Story, Darsteller, Charme, Humor und geniale Einfälle stimmen bei diesem Werk und liefern eine derartig amüsante, wunderschön-gruselige Neuinterpretation dieses Stücks und leveln Kinderfilme dabei in ein Fantasy-Niveau, dass den Erwachsenen beginnt, Konkurrenz zu machen. Versprecht mir, dass ihr euch als Eltern einfach mit rein setzt – dann ist diese ganze Sache einfach großartig und sollte von euch im Kino bestaunt werden.

Nachspann
❌ Muss man nicht bis zum Schluss ausharren, nach der Schwarzblende kommt nichts weiter.

Kinostart: 18. April 2019

Original Title: The Kid Who Would Be King
Length: 121 Min.
Rated: FSK 6

Der dunkle Turm

Nun sind wir an der Stelle angelangt, an der mein berühmtes “Lies niemals ein Buch, wenn du vor hast, den Film dazu zu sehen” seinen galaktischen Höhepunkt einnimmt. Und tatsächlich: Ich habe nie einen King gelesen. Wirklich. Nie.
Nach diesem Film habe ich es vor.
In der .trailer-Vorschau habe ich bereits durchblicken lassen, dass ich mich tierisch auf diese neuartige King-Verfilmung freue und der Film hat sein übriges getan, um mich verwirrt und zwiegespalten zurückzulassen.
Meine Vermutung war gar nicht so schlecht, dass die Elemente eines typischen King-Films tatsächlich auch hier wieder einen Stellenwert einnehmen werden, jedoch habe ich mir anhand der gezeigten Vorab-Bilder etwas mehr Style-Tiefgang gewünscht, die die brettharte Ummantelung eines von den Kritikern hochgelobten, mehrdimensionalen Fantasy-Konstrukts würdig auf eine Ebene heben, die zumindest die Zuschauer mental fordert und ihnen keine B-Movie-würdige Soße vorsetzt.
Der dunkle Turm erhebt nun aber keinen großartigen Anspruch darauf, hier großen Filmschmieden den Rang durch überdimensional-gute Special Effekts abzulaufen, sondern konsterniert eher mit bruchstückhafter Zusammensetzung inhaltlosen Gemetzels, das schon als Nicht-Kenner gefühlt mit dem Buch nichts mehr gemein haben kann.
Der sprachliche Durchbruch, der von den Fans oft so hochgelobt wird, bleibt im Film auf jeden Fall aus und auch schauspielerisch setzt man keine neuen Messlatten. Selbst Schauspielikone Idris Elba, dessen Fehlbesetzung von der Fangemeinde ja hinreichend bejammert wurde, hat mich in diesem Film so absolut gar nicht überzeugt.
Wollte man in Sachen Düsternis punkten, hat man allenfalls eine warmweiche Brühe a la Suicide Squad fabriziert, die dem Namen in keinem Fall gerecht wurde und somit auch den Großteil aller Fans eher enttäuscht hat, als hier wirklich mal über die Strenge zu schlagen und etwas ganz großes abzuliefern.
Der Name Steven King scheint dann aber dennoch genügend Publikum ins Kino zu ziehen, denn die Säle sind voll und die Menschen um mich herum fiebern tatsächlich mit.
Mir war die Action etwas zu fad, die Ideen zwar gut angerissen, aber für so ein Konstrukt viel zu lieblos aufgearbeitet. Hier hätte man mit etwas mehr Leidenschaft und Hingabe (und Zeit und Geld) durchaus viel besseres produzieren können, dass dann förmlich nach einer Fortsetzung geschrieen hätte.
So bleibt nur ein mittelmäßiger Durchschnittsfilm, der Nicht-Buch-Kennern sicherlich gefallen dürfte und allen anderen gnadenlos ins Gesicht schlägt.
Das ändert nun – wieder – nichts an der Maxime: Vertraue niemals der Verfilmung eines Kings. Schade.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hat man im .trailer noch richtig mit Stil und Raffinesse überzeugt, landet man im Hauptfilm dann doch wieder in der Pfütze der zweiten Liga, in der sich eigentlich alle Verfilmungen dieses Autors wiederfinden.
Zum ersten Mal bedauert man die durchschnittlich kurze Laufzeit und das fehlende Verlangen danach, der Tiefgründigkeit dieser Werke tatsächlich gerecht werden zu wollen. So produziert man in der Tat für die Masse und entledigt sich allem Nachdenkenswertem und vergisst wieder einmal, dass auch die Zuschauer mit Hirn gesegnet sind, denen man selbst in heutiger Zeit gerne mehr zumuten darf.
Verschenktes Potenzial.

 
Nachspann
läuft ohne weitere Bild- und weiterführenden Momente ab, der Tritt ins nächste Kinoabenteuer wird also nur vermutlich angerissen und daher eher völlig offen gelassen. Rausgehen erlaubt.
Kinostart: 10. August 2017

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén