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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Topher Grace

Breakthrough – Zurück ins Leben

© 2019 Twentieth Century Fox

Erinnert ihr euch noch an Himmelskind? Dieser merkwürdige Film mit einem Baum, einem Kind und jeder Menge unglaublicher Phänomene, der einfach nur seltsam und bizarr war und von sich behauptete, echt zu sein?

Die Macher desselben kommen zurück auf die Leinwand und haben jede Menge neue Wunder im Gepäck. Doch diesmal scheint alles anders zu sein. Breakthrough – Zurück ins Leben kommt demnächst in die Kinos und erzählt abermals eine Geschichte voller Wunder. Doch diesmal ergreift sie euer Herz und schüttelt euren Glauben mächtig durch.

Ich weiß nicht, was diesmal anders ist, denn vergleicht man die Plots, die Aufstellung, die Komponenten des Films, stellt man fest, dass eigentlich alles 1:1 übernommen und einfach nur durch andere Namen, andere Orte und andere „Schicksale“ ersetzt wurde, um am Ende dann doch auf den richtigen Erkenntniszweig hinauszugelangen und zu offenbaren, dass eben doch alles nochmal das gleiche ist.

Warum wirkt diese Story dann aber so anders? Glaubhafter? Echter? Ich weiß es nicht.

In ersterem Werk spielte Jennifer Garner eine Rolle, und dieser Frau kann ich ihre „Besorgtheit“ aus irgendeinem Grund nicht wirklich abkaufen. Ich weiß nicht, warum ich mit ihr niemals warm geworden bin, auch deshalb waren evtl. antipathische Gefühle für sie am Start. Und auch, wenn man beim Cast dieses Mal die Übertreibung des Jahrhunderts gewählt hat (wieso eigentlich?), empfand ich alle Darsteller sehr überzeugend und mit genügend Charme umhaftet, so dass man von Beginn an mitfiebern muss und stellenweise vor Tränen nichts mehr sieht.

Es ist auch der erste Film überhaupt, dem ich seine religiöse Affinität absolut nicht verübeln möchte, sondern fast schon verteidige. Und ihr wisst, wie extrem hoch ich auf „Kirche“ und Co. anschlage und meine aufbrausende Wut gegenüber dieser „Institution“ unkontrolliert zeigen (muss). Alles wie weggeblasen, denn man leidet mit und wird von einem empathischen Schmerz durchzogen, der es einem unmöglich macht, nicht die Gefühle der Mutter oder Angehörigen nachzuempfinden.

Und kurioserweise ging es auch vielen Journalisten so: Allgemeine Zustimmung, allgemeines „Okay, dann ist das halt so“ und keine Abneigung. Ich mein: Die Behauptung steht erneut im Raum, dass alles genau so abgelaufen sein soll … und es ist unglaublich – wirklich unglaublich! Ich hab gefragt, ob man an die Originale herankommt, um sie evtl. zu interviewen und man verneinte mir, verwies aber auf vorhandene Bücher und die Tatsache, dass eben jene Geschichte wohl durchs amerikanische Fernsehen ging, was der Echtheit wiederum ziemlich Nachdruck verleiht und unsereiner eher erstaunt zurücklässt.

Fakt ist: Breakthrough – Zurück ins Leben ist einer der Filme, die man sich schon aus Emotional-Durchgeschüttelt-Werden-Gründen definitiv im Kino besehen sollte, denn selbst, wenn alles nur Humbug sein sollte (was ich an dieser Stelle tatsächlich selbst nicht mehr glaube), ist es eine verdammt gut erzählte Story, die Kino in sich selbst aufleben lässt und in einem Gefühle auslöst, für die man eigentlich genau ins Kino rennt.

Und ich schreib es hier einfach mal öffentlich aus: Ich würde euch wirklich gerne kennenlernen. Sollte aus irgendwelchen Gründen dieser Text also über den großen Teich schwappen, meldet euch doch mal bei mir: Ich hätte da einige Fragen.

.kinoticket-Empfehlung: Selten so eine emotionale Wucht gesehen, auf der das „Ist wirklich so passiert“-Siegel klebt und die einen trotz religiöser Zugehörigkeit so mitreißt.

Es ist fast unmöglich, keine Empathie und Mitgefühl für diese Familie aufzubringen: Dieser Film fesselt in allen Formen auf den Kinosessel und an die Leinwand und macht Unmögliches möglich. Und selbst, wenn‘s am Ende doch nicht stimmen sollte: Der Film ist unglaublich und ein definitives Muss fürs Kino! Also pflanzt eure Ärsche in den Saal und ich will keine Ausreden hören – schon allein deshalb, weil ich ein paar weitere Meinungen hören möchte, was ihr zu dem Ganzen sagt.

Nachspann
✅ Nicht gleich raus rennen: Hier werden noch die Originale vorgestellt!

Kinostart: 16. Mai 2019

Original Title: The Impossible
Length: 117 Min.
Rated: FSK 12

Under the Silver Lake

Under the Silver Lake

© 2018 Weltkino Filmverleih

Under the Silver Lake, was an sich schon als Verschwörungsklausel gelten könnte, ist der neue Titel des It Follows-Regisseurs, der sich abermals in langatmiger Erzählweise ertüchtigen möchte.

Ich hatte mit dem viel gepriesenen Horror-Stück schon meine lieben Schwierigkeiten, weil die Spannung einfach viel zu früh aufgelöst und der Film damit bereits in den ersten Minuten jeglichen Sinn für Gänsehaut und authentische Momente aufgegeben hatte. Und ich verstehe bis heute nicht, wieso dieses Ding überhaupt jemand feiert. Zu deutsch: Es war das langweiligste und langatmigste, das mir je untergekommen ist.

Under the Silver Lake lässt deutlich spüren, dass hier der gleiche Kerl am Werk war, hat aber in vielen Punkten seine Hausaufgaben gemacht: Die Zeichnung und Optik des Films ist erstklassig und zerberstet fast vor unermesslichem Erzählpotenzial. Was hier grafisch aufgefahren wird, ist einfach viel zu schade, um an so einen Film verschwendet zu werden.

Das gleiche gilt für den Soundtrack: Technisch haben die Macher wahrhaftig Ehre verdient und einen Film gezaubert, der schöner kaum sein könnte.

Was mir – wieder einmal – mies aufstößt, ist die Undurchdachtheit des Plots, der zwar in allen Maßen seltsam und durch und durch verhangen ist, jedoch keine Brillanz aufweist, die ihn zum Meisterwerk emporsteigen ließe. David Robert Mitchell verheddert sich in seiner eigenen Abstrusität und erzählt somit ein Potpourri von verwegenen Verschwörungsfetzen, die zwar für sich interessant erscheinen, sich aber während der überlangen Laufzeit nicht zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen und somit Keime der “Sinn-Frage” durchscheinen lassen.

Und damit entblößt man sich als Luft-Heini, der nichts zu sagen hat und die Welt nur durch “komische Atmosphäre” unterhalten kann – das ging bei It Follows bereits schief und haben andere Regisseure vorher schon wesentlich besser auf die Reihe gekriegt.

Und dabei hätte man mit dieser Grafik so viel geiles anstellen lassen können … Und es bleibt mir weiterhin schleierhaft, warum das Publikum diesen Film jetzt erneut so abfeiert…

.kinoticket-Empfehlung: Grafisch und akustisch eine absolute Augen- und Ohrenweide 🙂

Der Plot mäkelt vor sich hin und macht das Werk zu einer genauso harten Zeitaufgabe, wie es schon bei It Follows der Fall war: Die Länge wird unerträglich, weil man einfach nicht aus der Hütte raus will, sondern immer nur den Kopf durchsteckt – und das für die endgültige Befreiung halt leider nicht reicht.

Nachspann
✅ ist animiert, darf man also gerne noch mitnehmen.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Under the Silver Lake
Length: 139 Min.
Rate: FSK 16

Blackkklansman (mit Gewinnspiel)

Man meint immer, das Leben böte einem unzählige Möglichkeiten und wenn man dann die Geschichte der Menschheit bestaunt, stellt man fest, dass sich irgendwie alles in einer sich immer wiederholenden Zeitschleife verheddert hat. So zumindest macht es mal den Anschein. Nichts aus der Geschichte gelernt, wie man so schön sagt.
Umso erschreckender, dass diese Ereignisse, die in den frühen 1970er Jahren in Amerika tatsächlich so passiert sind, heute immer noch brandaktueller denn je sind und von gefährlicher Brisanz zeugen. Dieses heiß diskutierte Thema jetzt aber unterhaltsam, urkomisch und mit einer Entertainment-Wirkung auf die Leinwand zu bannen, gehört zu den Mammutaufgaben, denen sich Spike Lee gestellt hat, was ihm in meinen Augen auch hervorragend gelungen ist.
Mein Problem damit ist folgendes: Ich habe selbst bei Facebook schon oft bemängelt, dass man mit dem Kritisieren und Zeigen von miserablen Zuständen in sozialen Netzwerken eben jene Zustände unterschwellig auch fördert, weil ihnen Plattformen geboten werden und diese Krankheiten öffentlich zur Schau gestellt werden. Wer also Bilder von Tierquälerei teilt, sorgt gleichzeitig auch dafür, dass der Pool solcher Grausamkeiten niemals aufhört, weil er sich selbst damit verantwortlich macht, diese Dinge zu verbreiten und ihnen Gehör zu schenken und damit eben auch zu “unterstützen”.
Geht man jetzt von der beschränkten Denkweise solcher Fanatiker aus, denen es scheißegal ist, in welchem Zusammenhang Dinge veröffentlicht werden, hat man hier ein wunderbares Werk, dass die Abarten dieses Klans öffentlich zur Schau stellt und man sich sabbernd davorstellen und “goiiiillll” lallen könnte.
Die denkende Bevölkerung wird dem zwar absolut nicht zustimmen, die Plastizität der dargestellten Weltanschauungen brennt sich allerdings extrem ins Hirn und sorgt hier für übermäßig viel Öffentlichkeit, auch wenn der Film dazu die richtigen Zusammenhänge herstellt und das Prädikat “besonders wertvoll” redlich verdient hat.
Manch einer bemängelte ebenfalls die Länge des Werks, die ich zwar auch leicht am oberen Limit reizend, jedoch nicht übertrieben fand, da die Menschen, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchten, auch gerne darin eintauchen und deshalb für sie der Film gerade lang genug ist.
BlacKkKlansman ist definitiv taugliches Unterrichtsmaterial, was den Verlauf der Geschichte unserer Welt angeht und sollte von vielen gesehen und diskutiert werden, damit derartige Abartigkeiten endlich verstanden und folglich ausgemerzt werden können. Und seinen Spaß hat man dabei auch noch, wenn auch etwas anders, als beim .trailer angenommen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Erwartet keine Komödie, sondern einen bierernsten Film über eine wahre Begebenheit, der topaktuell ist.
Dann passt die Sache und macht auch im Kino richtig Spaß. Der .trailer verleitet ein wenig zu falschen Erwartungen und führt daher eher zu Enttäuschung, der Film an sich ist spitze gemacht und ob seiner Wahrheit auch erschreckend und offenbar.
Reingehen erwünscht, und darüber nachdenken natürlich auch.

 
Nachspann
❌ bietet keine weiteren Extras, das vorzeitige Verlassen des Saals wird also nicht bestraft.
Kinostart: 23. August 2018
 
G E W I N N S P I E L
Universal Pictures International hat für meine Leser ein kleines Giveaway zum Kinostart bereitgestellt, das ich nun unter allen Kommentatoren dieses Beitrags verlosen darf.
Es handelt sich dabei um zwei großartige DIN-A1-Plakate des Films.
Blackkklansman-1
Wer daran Interesse hat, darf bis einschließlich Mittwoch, den 29. August 2018 hier im Beitrag kommentieren. Die Plakate werden anschließend unter allen Kommentatoren per Zufallsauswahl via random.org verlost.
Gebt bitte hierzu eine gültige E-Mail Adresse an, damit ich euch zum Zweck der Adressabfrage erreichen kann, um euch im Gewinnfall die Plakate zuschicken zu können. Alle erhobenen Daten werden nur zur Auswertung des Gewinnspiels von mir persönlich genutzt und anschließend gelöscht.
Ich drück euch die Daumen und wünsche natürlich viel Spaß im Kino bei dieser unglaublichen Geschichte!

American Ultra

Zu Beginn: Wessen Toleranzschwelle sehr niedrig angesiedelt ist, der braucht gar keinen Gedanken daran verschwenden, sich diesen Film überhaupt anschauen zu wollen, denn hier wird alles geboten, außer Mainstream-Kino.
Das beginnt bereits bei der Untertitel-Bezeichnung, die man auf den ausgehängten Kinoplakaten sieht, deren Bedeutung hier nicht nur wörtlich umgesetzt, sondern bei weitem strapaziert und teilweise sogar grenzüberschreitend zelebriert wird.
Man ist sich teilweise nicht ganz so im Klaren darüber, ob es sich hier jetzt über eine Verballhornung amerikanischer Agentenfilme handeln soll, oder man einfach mal nur draufkloppen und irgendeinen Comic verfilmen wollte, herausgekommen ist auf jeden Fall ein sehr schräges Konstrukt mit einem anspruchsvollen Humor, der weit über die Grenzen der sonst im TV zu beobachtenden ‘Angst vor dem Vergrämen der Masse’-Humors hinausragt.
Und genau das macht neben den bissigen Kommentaren und absolut schrägen Handlungsweisen von Jesse Eisenberg und Kristen Stewart richtig Spaß. Hier gibt es weder Regeln, noch Anspruch auf Kultur und Bildung, sondern einfach nur absolut hartes, krankhaftes Kino, bei dem selbst der verbissenste Kritiker nicht umhin kommt, über den ein oder anderen Kommentar zu schmunzeln.
Die Aggressionen und Verhaltensweisen sind derart überstrapaziert und überzeichnet, dass es manchmal ins Lächerliche abzudriften droht, jedoch finde ich, führt man den Zuschauer damit gezielt auf den Verstandesuntergang hin und bleibt sich somit seiner schon vor Anfang bekanntgegebenen Linie einfach treu. Und dafür: Meinen Respekt!
Einziger Kritikpunkt meinerseits: Vor dem Finale gibt es zeitweilig ein paar Strecken, die sich etwas ziehen und nicht so richtig förderlich für die Geschichte sind – hier noch 5-10 Minuten rausgeschnitten, wäre das Werk perfekt für den Untergang allen, was man in den Blockbusterschmieden zur Freude der Masse sonst so generiert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein mehr als wertvoller Beitrag dafür, anderen zu zeigen, dass auch solche Filme funktionieren und man keine Angst davor haben muss, wenn mal keine Milliardengewinne eingefahren werden.
Hier wird nicht nur nicht die komplette Masse bedient, sondern ausschließlich Nischenkino zelebriert und das in einer wunderbar erfrischenden Art, die mit bösartigem Witz und surrealen Aktionen eine authentische Stimmung aufkommen lässt, die dem Zuschauer pures Vergnügen bereitet – wenn er sich darauf einlässt.
Da liegt auch der Haken: Man muss tolerant genug sein, um so eine Geschichte auch als das hinzunehmen, was sie sein will: Einfach schlichtweg durchgeknallt!

 
Nachspann
Anfangs: Hocken bleiben! Die Darstellungen erinnern fast schon ein wenig an Sin City und wären als Film allein schon einen Beitrag wert.

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