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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Widows – Tödliche Witwen (inkl. Gewinnspiel)

Widows

© 2018 Twentieth Century Fox

Twentieth Century Fox hat euch für diesen Film wieder ein Gewinnerpaket geschnürt bestehend aus 3×2 Freikarten sowie 3x Kinoplakaten, die ich unter dem Beitrag an meine Leser weiterverlosen darf!

Der Rachefeldzug gegen die männliche Dominanz im Kino geht weiter – und erbt inzwischen ertragreiche Früchte, die nichts mehr mit Gender-Gerede zu tun, sondern den Absprung zum ernsthaften und wahnsinnig unterhaltsamen Kino-Entertainment-Abenteuer längst vollzogen haben.

Widows – Tödliche Witwen ist das geistige Erbe eines Fans der TV-Serie von damals, der die geballte inhaltliche Power auf die neuzeitliche Gegenwart und damit eine völlig andere Gesellschaft projizieren wollte und in meinen Augen einen großartigen Coup gelandet hat.

Gleichzeitig berührt der Film abseits der Action auch sensible Parts des Lebens und liefert übersetzbare Vorbildpraktiken für ein gemeinschaftlicheres Ziele-Erreichen, das jeder auf seine Art in den Alltag interpretieren und (ohne Waffen & Gewalt) umsetzen kann.

Steve McQueens Werk steht dabei aber in keinem Schatten und muss sich durch irgendetwas behaupten, sondern er wartet mit starken, überzeugenden und inhaltlich tragbaren Elementen auf, die am Ende einen unglaublich sehenswerten Streifen auf die Leinwand gebracht haben, der für einen gemeinschaftlichen Kinoabend lässig taugt.

Das Metier, in dem man sich hier bewusst bewegt, grenzt an das Plot-Genre des Actionkinos heran und trumpft hier und da mit ein paar tollen Überraschungen auf, die aus dem Gesehenen definitiv keine Enttäuschung werden lassen.

Damit schafft McQueen ein vorzeigbares Neuzeitelement von Lynda La Plantes Miniserie und liefert als Oscar-Gewinner für 12 Years A Slave erneut einen Titel für die große Leinwand ab, den man sich definitiv nicht entgehen lassen sollte.

G E W I N N S P I E L

Twentieth Century Fox hat wieder zugeschlagen und euch ein Bundle geschnürt, bestehend aus 3×2 Freikarten für den Film sowie insgesamt 3 Kinoplakaten, die ich hiermit an euch weiterverlosen möchte.

Beantwortet diesmal einfach folgende Frage:

Welche Filme mit starken Frauenrollen habt ihr bereits im Kino gesehen und welcher hat euch davon am besten gefallen?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Sonntag, 16. Dezember 2018 unter diesem Beitrag im Blog eingehen, werden die Gewinne verlost. Bitte gebt hierfür bitte dringend eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann.

Nach Abfrage eurer Adresse wird euch im Falle des Gewinns dieser postalisch zugeschickt und alle Daten anschließend wieder gelöscht.

Ich wünsche euch viel Glück und natürlich – wie gehabt – mega viel Spaß in den gemütlichen Sesseln der Kinos.

.kinoticket-Empfehlung: Starke Geschichte über extrem starke Frauen!

Steve McQueens Filmwerk ist eine Hommage an die Londoner TV-Serie und trägt deren Inhalte ins moderne Chicago, was an der kraftvollen Aussage dieses Werks rein gar nichts ändert und definitiv für einen gelungenen Kinoabend steht.

Nutzt die Chance auf die Freikarten und bevölkert die Kinos – dieser Titel lohnt sich definitiv.

Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Widows
Length: 129 Min.
Rate: FSK 16 | R

Night School

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© 2018 Universal Pictures International

 

Abendschule, wie der dumm übersetzte deutsche Titel heißen könnte, spielt mit Kevin Hart und landet daher auch voll in dessen Metier. Wer mit ihm also schon immer nichts anfangen konnte, möge diesen Titel meiden. Wer mit seiner Humor-Klasse klar kommt, der erlebt einen Film, der mit fortschreitender Zeit tatsächlich immer besser wird und quasi in einem fulminanten Ende gipfelt. Je länger man also im Saal sitzen bleibt, umso besser wird es. Und diesen Fakt hat es eigentlich schon ewig nicht mehr gegeben, denn normalerweise wird’s mit fortschreitender Zeit ja eigentlich immer lahmer, bis es schließlich enttäuschend endet. Nicht hier.

Und haltet euch dabei bitte immer vor Augen, dass die Grenzen zu Hart‘s Verständnis von Humor und Comedy dabei niemals überschritten werden und auch kein Dwayne Johnson die Show retten könnte, was viele noch bei Central Intelligence erlebt haben. Es mag also Enttäuschungen geben von Menschen, die hierzulande ins Kino wanken, in den USA hat das Teil inzwischen die Toplisten erklommen und erfreut sich bester Beliebtheit – und dort passt der Film auch irgendwo hin.

Der Humor bleibt sich selbst absolut treu und trägt vollkommen Hart‘s Siegel: Dumm genug, um nicht elitär zu wirken oder auf normaler Ebene wahrgenommen zu werden, aber eben auch gut genug, um nicht als Schund abgestempelt zu werden und in die unterste Schublade abzurutschen: Wer in vergangenen Filmen hier und da lachen musste, sollte den Titel auf jeden Fall mitnehmen und die bitterbösen ersten Minuten überstehen, denn die sind erstmal sehr merkwürdig und reizen stark, den Saal einfach zu verlassen und sein Geld zurückzufordern.

Aber dann kommt so etwas wie “Niveau” in die Geschichte rein und man spürt, dass hier eben keine Schulklassensprecher am Werk waren, sondern schon Erfahrung und auch eine Portion Geld drin steckt und die Gags immer Ausgewählter werden und so mancher “Wow”-Moment auf der Bildfläche erscheint. Und das macht aus dem Ding am Schluss dann eben doch einen Kinoabend, der nicht völlig für die Katz war, sondern sehr wohl zu unterhalten wusste, auch wenn davon später vielleicht nicht zwingend etwas hängen bleibt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Je länger, desto besser: Wer am Anfang raus rennt, verpasst die besten Szenen, denn der Film wird mit fortlaufender Zeit immer besser.

Night School ist absolut Kevin Hart: zu schlecht, um ihn hier in den Himmel zu loben, und gleichzeitig zu gut, um ihn deswegen nicht gesehen zu haben: Wer mit seinem Humor klar kommt, erlebt hier vielleicht den besten Film, den er je gedreht hat.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 15. November 2018

Original Title: Night School
Length: 111 Min.
Rate: FSK 12

Mutafukaz

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© 2018 Peppermint Anime

 

Heute Abend – 25. Oktober 2018 – 20:00 Uhr – habt ihr die einmalige Chance, diesen grandiosen Anime auf der großen Leinwand inmitten unzähliger Anime-Fans zu bestaunen. Karten für’s CinemaxX München gibt’s hier.

Warum ihr das tun solltet?

Mutafukaz wird als Anime gelistet und mutet im ersten Moment eher als Comic an, dem seine traditionelle Japan-Einheit komplett fehlt. Und tatsächlich ist das Ursprungsland auch nicht Japan allein, sondern das Teil kommt aus Frankreich und wurde gemeinsam mit Shojiro Nishimi ins Leben gerufen.

Was mich an dem Ding fasziniert hat?

Der Anime fesselt bereits in den ersten Minuten und wirkt ein klein wenig wie das japanische Futurama, bringt dabei aber alle Elemente eines klassischen Animes mit, die man braucht, um als Fan tatsächlich glücklich zu sein: Schräge Figuren, jede Menge Stoff zum Lachen, desaströse Lebenszustände der Charaktere und eine unglaubliche Bildpracht, für die japanische Animes bekannt sind.

Und sobald man sich etwas mit dem französischen Zeichenstil angefreundet hat, geht’s dann richtig zur Sache. Der Plot explodiert, das Universum wird immer schräger und man findet sich alsbald inmitten von unerklärlicher visueller Kraft wieder, die einem die Augen magisch an die Leinwand kleben lässt.

Ich war total gebannt, hab die Story aufgesogen und empfand die gezeichnete Härte als angenehm wohltuend, weil es selten ist, dass eine Geschichte spürbar für Erwachsene ist, ohne dabei in Blut oder Perversitäten zu ertrinken. Dennoch reißt einen der Film aus dem Alltag und schafft eine wunderbare, gesellschaftskritische und unglaublich tiefgründige Denkarea, die so viele Wahrheiten auf einmal ausspricht, dass es als Zuschauer weh tut, wenn man sie alle beim ersten Mal gleich begreifen möchte.

Es ist faszinierend, wie es Menschen immer wieder fertig bringen, Dinge, die unbedingt gesagt werden müssen, zu sagen und wie immer wieder die Leinwände als einzige Plattform dafür herhalten müssen, weil es anderswo scheinbar keinen Platz für Worte gibt, die diese Welt verbessern könnten.

Doch nicht nur deshalb sollte man sich den Spaß unbedingt im Kino gönnen, sondern natürlich auch, weil der Unterhaltungsfaktor immens ist und weil es nirgendwo so viel Spaß macht, einen Film zu sehen, als im Kino – gemeinsam.

Also macht euch den Abend frei und gönnt ihn euch – wo immer ihr wollt: 25. Oktober 2018 – 20:00 Uhr ! Danach ist die Chance dahin.

 

.kinoticket-Empfehlung: Unbedingt heute im Kino ansehen, dieses gemeinsame Sehvergnügen bekommt ihr danach nicht wieder!

Der Zeichenstil verwirrt anfangs ein wenig und lässt glauben, man sitzt in einem Comic statt Manga, die Story reißt einen aber sofort in den Bann und zischt in tiefgründige Abgründe, dass einem Hören und Sehen vergeht. Muss man unbedingt gesehen haben!

 

Nachspann
❌ braucht man nicht auszuharren, es folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 25. Oktober 2018

Original Title: Mutafukaz
Length: 94 Min.
Rate: FSK 16

Wir sind Champions

Spanien ist eher für abstrusen Horror und komische Abschlachtungsfilme bekannt, zumindest schwappt aus Spanien öfters mal solch “kranker Scheiß” rüber. Mir ist natürlich klar, dass dieses Land viel mehr zu bieten hat, als es den Anschein hat und ich bin der Sache noch nicht auf den Grund gegangen, warum aus verschiedenen Ländern immer nur die gleiche Sorte Film zu uns rüber kommt. Arbeite dran.
Fakt ist: Mit Wir sind Champions erhalten wir eine wunderbare, ironisch-komische und zeitgleich herzergreifende Komödie, die ein klein wenig an Der Vollposten erinnert und nicht umsonst “Spaniens Nr. 1” genannt wird. Tatsächlich finden wir hier nicht die sonst üblichen Plot-Muster, sondern kratzen vielfach an diversen Stellen, in der im “echten Leben” viele wohl scheitern würden. Damit bewegt sich der Film in Richtung “Bildungsauftrag” und liefert das, was vielerorts in den Öffentlich-Rechtlichen, die diesen Bildungsauftrag eigentlich feiern und erfüllen sollten, fehlt.
Kino wins.
Wir sind Champions liefert auf völlig unberührbare Art und Weise ein fantastisches Beispiel für gelebte Menschlichkeit mit allen Tücken und Macken. Die Darsteller erzeugen gemeinsam ein unglaubliches Gefühl und man pocht mal nicht so auf die rührselige Klischeemaschine drauf und sammelt auf, was dabei runterfällt, sondern provoziert mit einem für mich genialen Ende, das zeigt, was “wir” bislang wohl alle falsch gemacht haben. Möge auch hierzulande dieser Streifen seinen Siegeszug weiter feiern und wer weiß, vielleicht ändert sich am Ende ja doch noch hier und da jemand in seinen täglichen Gewohnheiten…
 

.kinoticket-Empfehlung: Wunderbare Unterhaltung, toller Humor und eine Story, die nicht aus der Massenproduktion stammt: Von dieser Geschichte können wir alle noch sehr viel lernen.
In Spanien die Nr. 1 mit beispielloser Vorbildfunktion, wie Menschlichkeit und gelebtes Miteinander funktioniert. Anschauen, daraus lernen und anderen weiterempfehlen – lasst uns das Ding auch hier groß machen!

 
Nachspann
✅ wunderschön bebildert, so dass man zu den passenden Schauspielernamen auch die Gesichter hat. Sitzenbleiben lohnt sich also.
Kinostart: 20. September 2018
Original Title: Campeones
Length: 118 Min.
Rate: FSK 0

The Rider

The Rider – endlich mal ein Film, der einem schon im Kinoplakat alles offenbart, was man vorher wissen muss, und dabei vermag, in keiner Weise zu spoilern oder wesentliche Elemente bereits im Vorfeld preiszugeben. Schaut euch dieses romantisch verwöhnte Bild einfach mal genau an, studiert seine Absichten, lest zwischen den Zeilen: Dieser Film revolutioniert ein Genre, dem er gar nicht zugehörig ist. Zumindest nicht so richtig.
Es ist kaum zu glauben, dass gerade so ein Werk verantwortlich dafür ist, der Welt zu zeigen, dass dieses machohafte Gehabe, das wir aus solchen Werken normalerweise kennen, und das für viele die einzige Quelle solcher Geschichten ist, gar nicht der Realität entspricht, sondern dahinter eine Gefühlswelt verborgen ist, die man solch einer Unternehmung niemals zugetraut hätte.
Dieses Ding hat mich überwältigt. Die Bilder betören und senden eine sensible, verträumte, fast schon verletzliche Form von Gewalt auf die Leinwand, die zum einen schockt, zum anderen fesselt und in seinen Bann zieht. Chloé Zhao schafft es als Regisseurin, hier eine Ansicht an den Zuschauer zu vermitteln, der in den Gedanken und Sehnsüchten gefangen genommen wird und sich innerhalb dieser unendlichen Weiten bewegen kann, ohne darin verloren zu gehen.
Wer schon mal einen kleinen Blick in die ersten Eindrücke und Kurz-Reviews des Films geworfen hat, wird die Überwältigung an allen Enden dieser Welt bemerkt haben, die dieser Streifen global ausgelöst hat. Auch mich hat’s geflasht und lasst euch zum Schluss eines gesagt sein: Nutzt die großen Leinwände, gerne auch in ruhigeren Sälen, die die maßgebliche Pracht und Schönheit erst richtig zur Geltung bringen – sie ersetzen in keiner Weise die kleineren Displays, auf denen man sich später dieses Werk zu Gemüte führen könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Sensibles, beeindruckendes und emotional angereichertes Gefühlsepos in einem Genre, wo man dies so gar nicht erwartet.
Brady Jandreau spielt überragend und setzt damit Akzente in einem Umfeld, dass normalerweise von gegenteiligen Gefühlen geprägt auf der Leinwand exerziert wird. Dieser romantisch-verträumte Blick in die Abgründe einer Seele sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen und nur die große Leinwand dafür nutzen, damit die Naturgewalt und all die kleinen Details und Feinheiten richtig zur Geltung kommen.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht auszuharren, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 21. Juni 2018

Wir töten Stella

Hört man den Titel, denkt man direkt daran, dass dieser Stoff womöglich nicht leicht zu verfilmen sein wird. Geht man dann völlig vorurteilsfrei ins Kino und lässt sich von dem Kommenden überraschen, stellt man fest, dass tatsächlich Schwierigkeiten bei der Verfilmung da gewesen sind, die Regisseur Julian Roman Pölsler aber erstklassig gemeistert hat.
Ich würde fast behaupten, dass es sich hierbei wieder mal um eine “unverfilmbare Buchvorlage” handelt, deren Erzählweise es quasi schon verbietet, dramatisch interessante Plots für die Leinwand daraus zu formen, um sie dem Zuschauer hinterher erfolgsbeseelt vor die Augen zu werfen.
Dennoch ist dieses grandiose Kunststück gelungen und man erhält einen bleibenden Film, dessen Eindrücke sich nicht unbedingt auf die Erzählstrategie oder Bilder beziehen, viel mehr aber auf den kuriosen Inhalt. Dabei eine so vielschichtige und in sich verwobene, von Abstrusitäten durchzogene Familien-Polemik-Kultur auf die Füße zu stellen, die sich die Zeit nimmt und jedem Probanden eine eigene Profiltiefe verpasst, ist genauso unglaublich wie wahr – denn genau das hat man hier vollzogen.
Dass man dabei in Abgründe vorstößt, die nicht leicht zu ertragen sind, gehört genauso zum Menü dazu, wie die Tatsache, dass Martina Gedeck nicht unbedingt für Popcorn-Stoff bekannt ist, hier aber eine unfassbare Performance auf die Beine stellt und tatsächlich quasi durch “Rumstehen” beeindruckt.
Der negative Beigeschmack, den man beim Zuschauen im Sympathie-Areal findet, gehört zum Plot dazu und zeigt meisterlich die Zerrüttung dieser Familie, in der jeder sein eigenes Elend mit sich trägt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Meisterhaft umgesetzte Dramaturgie über schändliche Tatsachen, die ob der ruhigen Erzählweise nichts von ihrer horrenden Krankhaftigkeit verlieren.
Martina Gedeck glänzt in ihrer Rolle und führt den Zuschauer immer näher an Abgründe heran, die sich nach deren Begreifen tief im Hirn verwurzeln und den Zuschauer auch nach dem Film nicht so leicht loslassen.
Sehenswerte Konstruktion über die Vernichtung eines Menschen.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden. Geht lieber ins Foyer und diskutiert ein wenig über Schuld und Sühne.
Kinostart: 18. Januar 2018

Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott

Ich weiß, das Plakat schreit förmlich nach Kirche … “Gott” bereits im Titel und wenn man dann auf Apple Music nach dem Soundtrack sucht und gleich den ersten Titel hört, fühlt man sich an sakrale Freikirchen erinnert und denkt sich “Oh my godness…” – entspannt euch!

Ich hol euch gleich mal mit ein paar Anmerkungen in den Kinohimmel zurück: Octavia Spencer! Filme mit ihr sind quasi schon ein Garant dafür, dass es ein voller Erfolg wird, denn all ihre Werke haben bisher reingehauen.

Sam Worthington – der Kerl aus Avatar – Aufbruch nach Pandora – was hat der mit kirchlicher Moral und Gottgequatsche zu tun? Seht ihr?

Wenn man sich jetzt im Saal die ersten paar Minuten anhört, gruselt es einen vielleicht immer noch ein wenig, sofern man mit Kirche nicht wirklich viel anfangen kann, aber dann entwickelt sich die ganze Show zu einem unvergesslichen Erlebnis, nach dem man tief bewegt wieder in den Alltag schwebt und sich vielleicht doch die ein oder andere Frage ganz anders stellt.

Gibt es Filme, die ein religiöses Thema behandeln und gleichzeitig keine missionarischen Verschwörungen ausleben und auf Teufel komm raus jeden zu etwas bekehren möchten?

Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott ist so einer. Gerade im christlichen Bereich habe ich eine derartig sensible, hochehrbare und defensive Betrachtungsweise in meinem bis dato 33jährigen Leben noch niemals erlebt! Das Kalkül, hier jemandem Überzeugungen aufquatschen zu wollen, ist tot – es lebe die Geschichte.

Dass das Buch ein Bestseller geworden ist, kann ich nach dem Sichten dieser Story definitiv verstehen. Und die Art und Weise, wie ruhig und gefühlvoll man hier an die Aufarbeitung rangegangen ist, spricht dafür, dass ich sogar strenggläubige Atheisten guten Gewissens mit in diesen Film schleppen würde, denn selbst die dürften sich bei dieser Form von Diskussionseröffnung auf keinen Fall auf den Schlips getreten fühlen, denn es findet keine Diskussion statt.

Auf deutsch gesagt: es tut einfach gut, in den Spuren von Worthington durch die Erzählung zu strudeln und dabei immer mehr merkwürdige Fragen zu stellen, die im Laufe der Zeit beantwortet (oder nicht) werden – ich will hier ja mal nichts vorweg nehmen. Und das war wie eine großartige Umarmung von einem übermenschlichen Wesen, welches sich sanft im Saal ausbreitet und allesamt in seine/ihre Arme schließt und einfach nur liebt.

Kann man in einem Film Frieden finden? Befindet sich Gott tatsächlich auf der Leinwand und spricht zu dir? Kann eine Seele gesund werden, wenn sie diesen Film sieht?

Fragen, die ich definitiv nicht mehr mit “auf gar keinen Fall” beantworten will, denn unzufriedener und wütend oder anderweitig negativ eingestellt war niemand, der mit mir aus dem überfüllten Saal wieder rausspaziert ist.

 

.kinoticket-Empfehlung: Bevor die Vorstellung komplett aus den Kinos verschwindet, packt ein paar Freunde und eure Kinder ein, bestellt euch Popcorn und ein Bierchen und dann lehnt euch vergnüglich auf den Sitzen zurück und genießt die Show.

Familientauglich? Yep. Religiös? Nicht wirklich. Dumm und intellektverstoßend? Absolut nicht.

Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott erzählt eine wunderbare Geschichte und gleitet dabei sanft wie Federn über ein Thema, dass in der Geschichte unseres Planeten schon mehrfach zu brutalen Kriegen geführt und viele Menschenleben gekostet hat.

Vielleicht ist das hier die liebevolle Entschuldigung dafür, die deine Seele wieder zur Ruhe kommen und dich zu jemand finden lässt, den es bisher nicht für dich gab?

Finde es heraus – in einem Kino deiner Wahl.

 

Nachspann
gibt’s keinen, der gemütliche Walk out of the cinema ist also eröffnet.

Bleed for This

An dieser Stelle sei mir einmal erlaubt, das Thema des Films zu nennen, da es sonst schier unmöglich ist, überhaupt etwas darüber zu sagen. Ich glaube auch nicht, dass ich zu viel verrate, wenn ich sage, dass es sich hier um einen Boxerfilm handelt.
Grundsätzlich ist es nämlich sehr schwierig, eine Sportart auf die Leinwand zu bringen, die ihren eigenen Regeln folgt und die in der Gesellschaft allgemein nicht eine so große Rolle spielt, dass sie spielend die Actionmomente erzeugt, von denen der Kinozuschauer lebt.
Anfangs hatte ich auch große Schwierigkeiten damit, in die Story einzutauchen, da ich Boxen allgemein überhaupt nichts abgewinnen kann und es daher umso schwerer ist, jemanden wie mich davon zu überzeugen, hier gute Arbeit geleistet zu haben. Wenn ich jetzt erwähne, das es die Geschichte geschafft hat, mich bis zum Schluss vollkommen zu fesseln, habe ich damit wohl alles gesagt, oder?
Man erzeugt hier so eine Sphäre, die nicht nur fesselnd ist, sondern vor Spannung fast stirbt. Die Tatsache, dass das hier wieder aus dem echten Leben gegriffen ist und es die Menschen aus dem Film tatsächlich gegeben hat, macht aus dieser schier unglaublichen Story noch mal etwas viel wertvolleres. Die unbändige Kraft des Geistes, die in uns allen schlummert, ist unglaublich und bis heute immer noch nicht ausreichend erforscht. Diese Geschichte erzählt ein Beispiel davon, wozu der Mensch fähig ist, wenn er will.
Ich kann jedem nur empfehlen, sich die Zeit zu nehmen, über die erste Viertelstunde hinweg durchzuhalten und sich anschließend auf die Geschichte einzulassen, denn was dieser Mensch zu sagen hat, sollte auf jeden Fall gehört werden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Packender Erlebnisbericht über einen Menschen mit einer riesigen Vision.
Absolut sehenswerter Stoff, der einen bis zum Schluss nicht mehr los lässt.

 
Nachspann
Sollte man gemütlich auf sich zukommen lassen, denn hier kommen all die Wahrheitsbeweise auf den Tisch in Form der realen Menschen, die dieses vollbracht haben.

Mechanic: Resurrection

Jason Statham ist nicht austauschbar. Nicht so, wie die ganzen Milchbubis, denen man große Rollen in noch größeren CGI-Machwerken anbietet, die aber selbst keine großartige Persönlichkeit mitbringen und den Film damit führen, sondern eher dafür sorgen müssen, dass sie in der Wucht der Animation und Computerlügen als Mensch und Schauspieler nicht untergehen und quasi mehr oder weniger krampfhaft darum kämpfen, den Anschluss nicht zu verlieren.
Bei Statham ist das genau das Gegenteil. Steht er auf dem Plan, weiß jeder, dass nach seinen Spielregeln gespielt wird. Er bringt ein Image mit, der einen Film tragen kann – und das ist eine seiner größten Stärken, die auch in Mechanic: Resurrection mehr als zum Zuge kommen.
Schon gleich in den ersten 30 Sekunden ist die Stimmung gleich mal auf Vollpower und man ist mitgerissen und sofort im Spiel. Keine langwierigen Aufbauprozesse, keine Einführungen oder sonstiger Schnickschnack – sondern Schalter umlegen und los geht’s.
Und diese 90er-Jahre-Manier macht im zweiten Teil dieser Filmreihe gleich mal wieder tierisch Spaß. Solides Actionkino, bei dem jeder weiß, wie es zu enden hat, der Weg dorthin macht allerdings tierisch Bock und die Mucke und der ganze Aufbau drumrum ist höchst professionell und modern.
Und genau das macht diesen Film für mich zur perfektion Beigabe zum Popcorn und lässt das alte Actionkino der 90er Jahre wieder aufleben. Top!
 

.kinoticket-Empfehlung: Auf jeden Fall reingehen!
Der knallt nicht nur wieder in 90er Jahre Manier, sondern unterhält in bester Weise und sorgt für unbesorgte Stimmung im Kino – dabei hat garantiert jeder seinen Spaß, der mit Statham auch nur im geringsten etwas anfangen kann.

 
Nachspann
gibt’s keinen, man darf sich also gemütlich wieder verzupfen, wenn die Show vorrüber ist.

Elliot, der Drache (3D)

Frage Nr. 1: Schon mal etwas davon gehört?
Frage Nr. 2: Auch vom Trailer derart angefixt gewesen, dass man direkt entschlossen hat, sich etwas anderes anzuschauen, weil die üblichen Klischeekeulen wieder tief durch die Lüfte fliegen und man so gar keine Überraschungen in dem Film vorhält?
Mir zumindest ging es so und nach der ersten Testvorstellung entpuppte sich dieser Film als überraschend positiv. Disney ist bekannt dafür, die Magie in die Welt zu verströmen und versucht dies seit nunmehr schon unzähligen Jahren in immer wiederkehrenden Filmen, die uns erzählen, dass Dinge existieren, die es nicht gibt und man sie sehen kann, wenn man einfach nur daran glaubt.
Zugegeben: Es ist schwer, in der heutigen Zeit mit dem umfassenden Filmwissen noch einen Plot zu kreieren, der tatsächlich Überraschungen parat hält und die Zuschauer wirklich verzaubert, aber diesen Part braucht mittlerweile wohl nicht mehr die Storyline übernehmen, sondern die Magie findet ganz woanders statt.
Und genau das hat mich zutiefst beeindruckt. Man erfindet hier eine Umgebung, lockt aus einer völlig neuen Perspektive eine dermaßen überwältigende kindliche Unschuld heraus, die im Einklang mit sich selbst ist und tiefsten Frieden und Zufriedenheit ausstrahlt. Man lässt sich Zeit und genießt diese unterschwellige Ordnung und gibt dieser völlig surrealen Wirklichkeit Zeit, sich zu entfalten und zu beweisen, dass diese Form von Leben nicht nur möglich, sondern fantastisch ist.
Dieser Film verzichtet dabei auf sämtliche schnulzigen Eigenschaften, die man dem Kinderkino andichten kann und erhebt sich selbst zu völlig neuer Größe. Schon die Introduktion erstrahlt in einer neuen Art des Friedens, die nicht nur vollkommen familiengeeignet ist, sondern auch in epischer Stärke aufspielt, die nichts mehr mit dem unwirklichen Comic-Charakter gemein hat, der in letzter Zeit als Ausweg für die immer mehr explodierenden Superlativen Hollywoods geworden ist. Und genau da – zwischen den Zeilen – erlebt man auch als Erwachsener einen Film, den man sich trotz des schlechten Marketings und uneinladenden Trailers dennoch unbedingt ansehen sollte.
Ob nun das Herz ergriffen, man vielleicht hier und da doch vom Plot erwischt wird, oder man einfach nur die selige Natürlichkeit dieser wahrhaft fantastischen Story in seiner wohlbehüteten Atmosphäre genießen darf – dieser Film ist es wert, ein .kinoticket dafür zu lösen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Es war nicht nur ein fulminanter Start in einen Reigen von herrlichen Filmen, sondern auch ein krönender Abschluss mit einer neuen Art Kino, das wieder an einem Punkt angekommen ist, der die Auswüchse und Verirrungen der letzten Jahre hinter sich lässt und erneut etwas Traditionelles liefert: Richtig gutes Kino mit Geschichte, Emotionen und einer ungekannten Stärke, die nichts Böses braucht, um auf der Leinwand zu überleben und in den Herzen der Menschen zu funktionieren.
Traut euch – dieser Film ist es wert.

 
Nachspann
berührt mit seiner anfänglichen Animation im Detail und blendet danach ins übliche ab. Geht also langsam raus.

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