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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Unterwelt

Good Time

Robert Pattinson kennt man in unserer Generation wohl eher aus der Twilight-Saga, mit der er sich international berühmt gemacht hat. Was ich an dem Jungen aber viel mehr bewundere, ist seine Entscheidung, sofort im Anschluss in die Independent-Produktionen zu wechseln und seine Karriere dort aufzubauen, statt sich – wie üblich – für Massenprodukte fürstlich bezahlen zu lassen.
Und es gibt ja bereits viele Titel, in denen er mitwirkt, die sich wirklich sehen lassen können und die ich den Twilight-Filmen immer vorziehen würde. Good Time gehört meines Erachtens dabei zu den wahren Stilblüten, in denen er die Hochkonjunktur seines kreativen Schauspielschaffens zeigen und erbarmungslos ausleben darf. Dieser Film ähnelt durch die Methoden des modernen Film Noir einer irren und subtilen Fahrt in die Abgründe des Wahnsinns solcher Eskapaden, die beim Zuschauer definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Es macht höllisch Spaß, dem düsteren Schaffen zuzusehen und selbst ein Teil davon zu werden. Dabei driften die Schöpfer auch niemals zu stark auf die Bahn der Hollywood-Geldmacherobjekte, sondern bleiben ihrem Hang zum Nischenkino immer treu. Angeführt von einer mehr als interessanten Persönlichkeit mit einer einzigartigen Ausstrahlung profitiert Good Time tierisch von Pattinsons Anwesenheit und macht aus diesem bislang nicht viel umworbenen Stück ein modernes Kinowunder.
 

.kinoticket-Empfehlung: Unbedingt reingehen! Einer der besten Darbietungen, die Twilight-Star Robert Pattinson je abgeliefert hat!
Zerreißt vor Spannung, Ambiente und diebischer Hingabe an ein Kinogenre, dem wir wieder etwas mehr Aufmerksamkeit widmen sollten! Einzigartig!

 
Nachspann
beinhaltet keine weiteren Szenen oder Abfolgen. Rausgehen erlaubt!
Kinostart: 2. November 2017

Thor – Tag der Entscheidung

Das Marvel-Universum umfasst mittlerweile einiges an trächtigen Titeln, so dass man langsam den Überblick zu verlieren scheint.
Wenn wir also von den Avengers reden, inkludiert das folgende bisher vorhandene Filme:
Iron Man
Iron Man 2
Iron Man 3
Der unglaubliche Hulk
Thor
Thor – The Dark Kingdom
Captain America: The First Avenger
The Return of the First Avenger
The First Avenger: Civil War
Marvel’s The Avengers
Avengers: Age of Ultron
Guardians of the Galaxy
Guardians of the Galaxy Vol. 2
Ant-Man
Doctor Strange
Spider-Man: Homecoming
Zu den bislang 16 veröffentlichten Titeln gesellen sich in absehbarer Zukunft dann noch:
Black Panther
Avengers: Infinity War
Ant-Man and the Wasp
und an folgenden Titeln wird noch gearbeitet (darum sind sie bislang nur unter dem Arbeitstitel bekannt):
Captain Marvel
Untitled Avengers
Untitled Spider-Man: Homecoming Sequel
Guardians of the Galaxy Vol. 3
Damit hätten wir dann insgesamt 24 Marvel Cinematic Universe-Filme, die in ihrem glorreichen Glanz ein großartiges Stück Filmgeschichte ausmachen.
24? Yes – denn am 31. Oktober 2017 erscheint der dritte Teil von Thor – Tag der Entscheidung und damit transformiert man diesen Zweig der Avengers-Saga endlich in einen ernstzunehmenden, anbetungswürdigen Teil dieses Universums.
Viele von euch wissen ja, dass sich Tony Stark alias Robert Downing Jr. würdig aus dem Filmlegendenbusiness verabschiedete, um seinen Charakter in Ehre zu halten, bevor er nicht mehr mithalten kann. Dieser Schritt bekam von mir höchste Würdigung, weil ich so etwas schätze, wenn die Leute wissen, wann es genug ist und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere aufhören, statt immer weiter zu strampeln, bis es einfach nur noch eine Witzveranstaltung ist.
Gleichermaßen vermisst man den ungleich coolen, einzigartigen und legendären Humor von Stark, was in meinen Augen Guardians of the Galaxy Vol. 2 wieder etwas aufgefangen und eingeholt hat, um weiter damit um sich zu werfen.
Thor war innerhalb dieses Filmbiotops immer ein wenig der kleine Außenseiter. Der erste Teil sprüht zwar vor gigantischem 3D und unfassbaren Farben, einem komplexen Multiversum und vielen grafischen Höhepunkten, die Story fand zuletzt jedoch im zweiten Teil ein morbides Ende – was für mich der absolute Tiefpunkt aller Filme darstellte.
Nicht gut gespielt, irgendwie lieblos zusammengezimmert und ohne jedweden Charme dümpelt man so vor sich hin und erzählt keine sonderlich spannende Story, sondern hat einfach nur einen gigantisch teuren Durchhänger, der eigentlich das Ende der Thor-Erzählung bedeuten könnte.
Und hier ist es nun meine Aufgabe, euch davon zu berichten, dass dem nicht so ist – ganz im Gegenteil.
Wer Guardians of the Galaxy Vol. 2 zum Schreien komisch fand, wird Thor – Tag der Entscheidung lieben! Die Aufgabe von Marvel bestand nämlich darin, einen Regisseur zu finden, der dem ganzen einen völlig neuen Anstrich verpasste und somit Thor aus der Versenkung holte, um ihn wieder zu einem würdigen, lustigen, unterhaltungsreichen Event zu gestalten – und das ist Taika Waititi hervorragend gelungen.
Man hat nicht nur alle Register der Avengers gezogen, sondern auch mit hollywoodinternen Jokes, Tony Starks Humor und inhaltlicher Reichhaltigkeit der Guardians gearbeitet und damit ein Werk erschaffen, dass seine Zuschauer von Anfang an verblüfft und außer den Figuren rein gar nichts mit den ersten beiden Filmen zu tun hat – sofern man diese in ihrer Genialität bewertet.
Es flasht wirklich alles – auf höchstem Niveau. Man hat sich hier aller technischer Mittel bedient, um die Kundschaft auch weiterhin auf dem Level der übrigen Avengers-Filme zu halten, jedoch wieder damit begonnen, den Charakteren Tiefsinnigkeit zukommen zu lassen und das mit einem begeisternden Charme und exzellentem Witz, dass man fast vergisst, dass es mal so etwas wie Iron Man gegeben hat.
Optionen wie Jeff Goldblum als einen der Charaktere einzusetzen, waren für mich eines der größten Pluspunkte, die man diesem Werk angedeihen ließ, denn er spielt herausragend und offenbart sich als völlig neue Entdeckung auf dem Schauspielermarkt, da man mit ihm auch weiterhin derartige Rollen besetzen könnte – großartig!
Cate Blanchett in einem Superheldenfilm? Diese zierliche Frau, die sich kaum traut, ihre Texte richtig aufzusagen? Auf ihr Konto gehen einige Lacher und sie behauptet sich in dieser Saga mit ihrer aussagekräftigen Persönlichkeit in einem Ausmaß, dass ich dieser Frau niemals zugetraut hätte. Großartig!
Man hat es wirklich geschafft, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und präsentiert nunmehr ein Meisterwerk, dass sich sehen lassen kann und überlaut nach mehr schreit! Wer also mit Thor abgeschlossen hatte, sollte sich jetzt darum bemühen, .kinotickets zu ordern und die Show wieder beginnen lassen, sonst verpasst er einen großartigen Neueinstand eines alten Titanen der Filmgeschichte!
 

.kinoticket-Empfehlung: Man wollte alles irgendwie umkrempeln, neu gestalten, frischen Wind in die Sache bringen und das Genre komplett neu beleben – und es hat definitiv funktioniert!
Die Schauspieler sind allesamt klasse, überzeugen durch großartiges Können und übertreffen sich selbst.
Humor, Unterhaltung, Optik und Sound überzeugen genauso wie das 3D und offenbaren sich als eine völlig neue Schöpfung in einem bisher langsam aussterbenden Ast eines Filmuniversum.
Wenn sich je ein Thor-Film gelohnt hat, dann dieser hier: Reingehen! Und zwar sofort!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel – da bleibt man sitzen. Nicht bis zum Zwischeneinspieler, sondern bis ganz zum Schluss – denn auch da kommen noch großartige Sequenzen.
Kinostart: 31. Oktober 2017

Gods of Egypt (3D)

Kennt ihr das, wenn euch der ganze intellektuelle Kram zum Hals raushängt und ihr einfach mal Bock auf stupides RTL II-Fernsehen habt, wo man nicht nachdenken muss, sondern einfach nur dümmlich unterhalten wird?
Mit genau diesen Erwartungen bin ich in Gods of Egypt und erhoffte mir bombastische 3D-Unterhaltung ohne großartige Inhalte, sondern einfach nur mit Haudrauf-Action und jeder Menge cineastischem Zündstoff.
Jemanden, der jetzt höherwertigere Erwartungen mitbringt, wird man in den ersten 20 Minuten auch erstmal davon überzeugen müssen, dass dieser Film tatsächlich sein Geld wert ist, aber dann geht’s los.
Superlativen? Braucht hier keiner. Geöffnet wird das Portal ins Land der Götter und Mythen, die dem ganzen “deine Religion-meine Religion”-Schwachsinn mal gehörig das Hirn waschen und hier eine völlig andere, erstaunlicherweise glaubwürdige Götterwelt etablieren, in der sich der Zuschauer nur zu gerne gefangen nehmen und von dem Geschehen mitreißen lässt.
Obgleich man bei der verbalisierten Akustik hier ganz und gar nicht von gottgleichem Können sprechen kann, sondern sich ob der teils wirklich unterirdischen Konversationen wünscht, man hätte das Ganze in einen Stummfilm umgewandelt, so entdeckt man mit fortwährender Spielzeit immer mehr Tiefe und Sinn hinter dem Ganzen und sieht sich fast schon dazu genötigt, zur ägyptischen Lehre zu konvertieren, um dort seinen Seelenfrieden zu finden.
Der Titel holt einen definitiv ab und reißt sogar deinen Intellekt aus dem Winterschlaf, sobald der Einstieg überstanden ist. Mit der teils labilen Humoreinstellung der Götter und menschlichen Protagonisten findet man sich mit der Zeit ab und entdeckt eine Art Sympathie, die schwer zu beschreiben ist.
Fakt ist: Jeder, der nicht in dem Film war, sprach abfällig darüber, was für ein Scheißdreck da wieder produziert wurde und diejenigen, die aus der Vorstellung rausgingen, unterhielten sich mit Worten wie “Mal ehrlich, ich wäre niemals in so einen Film gegangen”, “Doch, der war echt gut.”, “Das hätte ich nach dem Trailer auf keinen Fall erwartet.”
Dem kann ich nur beipflichten. Gods of Egypt erschafft ein religiöses Fundament, das im Entfernten an die mystische Welt aus Stargate SG:1 erinnert und einen mit Vollkaracho in diese göttlichen Ebenen katapultiert.
Mein Gedanke dazu? Ganz einfach:
 

.kinoticket-Empfehlung: Geht ins Kino und schaut euch den Film keinesfalls im Fernsehen oder außerhalb eines Kinos an.
Wieso? Ganz einfach: Selbst meine wahnsinnig übertriebene Heimkino-Anlage ist unwürdig für dieses Actionspektakel, das nahezu nach gigantischer Größe und Superlative schreit.
Es gibt Szenen – viele Szenen – in diesem Film, derer ist kein Fernseher, kein Handy, keine Heimkino-Anlage gewachsen.
Dort bliebe dann nur die teils labbrige Story, die nicht in dieser Größe und Intensität in die fremde Welt entführt, was ein völlig falsches Bild auf das Gesamtwerk würfe.
Also geht ins Kino, wartet die ersten 20 Minuten ab und dann lasst euch entführen in eine Welt, über die es gerne zwei, drei oder auch mehr Fortsetzungen geben darf.

 
Ich für meinen Teil war bereits 2x drin und ich würde auch ein drittes Mal eine Vorstellung buchen, sofern garantiert ist, dass diese in einem meiner Stammkinos stattfindet, wo der Sound und das 3D dich definitiv tief mitreißen.
 
Nachspann
kommt keiner außer das übliche, unterlegt mit dem monströsen, ägyptischen Sound, der auch schon im Film sehr zum Tragen kommt und die Welt nochmal ein wenig sinnlicher für Augen und Ohren gestaltet.
Kinostart: 21. April 2016
Social: www.facebook.com/GodsofEgypt.derfilm

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