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Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt (3D)

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© 2019 Universal Pictures International

Nachdem der 3D-.trailer in den Sälen mit Brille auf dem Kopf schonmal richtig gezeigt hat, wo es demnächst langgeht, war auch bei mir die Lust geweckt, endlich die beiden Vorgänger zu sichten und mit vollem Karacho in den neuen Teil dieser Story einzutauchen: How to Train Your Dragon hat Erfolgsgeschichte geschrieben und ist nicht umsonst jetzt schon bei der Trilogie angelangt.

In Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt stürzen die Protagonisten erneut in ein Abenteuer, indem es um Mut, Kraft, Kampfgeist und Stärke geht. Und dabei fährt man allerhand optische Hochgenüsse auf, die dem Kino wieder mal seine besten Reserven entlocken und auf der Leinwand sowie im Saal für richtig Krach und Gaudi sorgen. Das Zusammenspiel zwischen den Hochglanzfarben, der gestochen scharfen Optik und dem bildschönen 3D sorgt in Verbindung mit einem super Soundtrack und eindrucksvollen Szenerien allein schon für ein Erlebnis, dass sich sehen lassen kann.

Und da ist wirklich für jedermann etwas dabei. Klar mögen die Dialoge hier und da etwas kindlich erscheinen und das Zielpublikum mit zwei schielenden Augen auch der jüngeren Riege angehören, dennoch ist ebenfalls für Erwachsene ein Event geboten, dass eines Kinos würdig ist und bei dem man nicht zwingend auf die Heimkinoveröffentlichung warten sollte.

Ich vertrete immer noch die Ansicht, 3D gehört ausschließlich in die Säle und niemals nach Hause, weil dort definitiv nicht die Atmosphäre und das Momentum erzeugt werden kann, wie auf dem richtigen Sitzplatz im Kino. Schon allein deshalb sollte man zum .kinoticket greifen und die Chance wahrnehmen.

Doch auch der Plot hat es in sich und weist eine gewisse “Süßheit” auf, die nicht von der Hand zu weisen ist und die sich damit in das Protegé der Vorgänger nahtlos einfügt. Auch hier sollte man die “3” im Titel etwas ignorieren und sich keine falschen Vorurteile in den Schädel setzen: Enttäuschungen bleiben auch an dieser Stelle sicher aus.

.kinoticket-Empfehlung: Der Gang ins Kino lohnt sich definitiv: Die Optik, 3D, der Sound und das Inhaltspaket passen derart stimmig zueinander, dass einem auch als Erwachsener hier ein Event geboten wird, dem sich niemand verweigern sollte.

Süß erzählt, ergreifend bebildert und majestätisch inszeniert setzt man die Erfolgsreihe fort und liefert nun den dritten Teil dieser Saga in technisch einwandfreiem Zustand für die Großbildleinwand ab.

Setzt eure Heimkinos auf Pause, verzichtet auf den “Ich warte, bis er …”-Satz und pflanzt euch mit Groß und Klein ins Kino und genießt den Film dort, wo er hingehört: Auf dem Big Screen!

Nachspann
❌ braucht man nicht ausharren, am Schluss folgt nichts weiter.

Kinostart: 7. Februar 2019

Original Title: How to Train Your Dragon: The Hidden World
Length: 104 Min.
Rated: FSK 6

Ein Lied in Gottes Ohr

Sprache ist ein schwieriges Thema. Sprache besteht quasi nur aus Missverständnissen oder den kläglichen Versuchen, so viele als nur irgend möglich davon zu vermeiden. Und das gelingt in der Regel eher schlecht als recht. Der Punkt ist, dass die Menschen alle grundsätzlich einmal davon ausgehen, dass ihr gesagtes Wort vom Gegenüber ganz genauso interpretiert wird, wie sie selbst es tun und sie daher eben exakt das gleiche verstehen müssten, wie man selbst im Hirn interpretiert hat. Und sie werden dann böse, wenn der andere mit anderen Interpretationen anrückt und sogar ausfällig oder wütend über so viel Dummheit und Unfug und Hirnlosigkeit.
Merkt ihr? Ich sage “alle”, “die Menschen”, “sie” und impliziere damit die ganze Welt und schließe völlig aus, dass ich als Person grundsätzlich gerne solche Verallgemeinerungen hernehme, weil mir komplizierte und lange Erklärungen oftmals im “einfachen Gespräch” zuwider sind und ich einfach davon ausgehe, dass mein Gegenüber mich ein wenig kennt und richtig einschätzen kann, dass bei mir solche krassen Aussagen und Worte immer relativ zu verstehen sind und niemals für absolut und korrekt hergenommen werden sollten. “Alle” bedeutet also nicht komplett und vollständig absolut jeder, sondern “einfach die Regel”, “grundsätzlich gehen die meisten”, “wenn man sich so umschaut und nicht gerade auf die berühmte Ausnahme trifft” und damit ist das als relativ zu betrachten, während ich diesen schwierigen und langen Absatz im Gespräch gerne mit “grundsätzlich alle” abkürze, um Zeit zu sparen und aufs Wesentliche zu kommen.
Ihr merkt: Sprache – schwieriges Konstrukt, und die Anzahl und Häufigkeit an Missverständnissen ist riesig! Das Ziel der Sprache ist also, möglichst durch lange Erklärungen und Umschiffen so viele Missverständnisse wie möglich auszuräumen, um so große Übereinstimmung mit dem Gegenüber zu schaffen, wie nur irgend möglich.
Dazu dann: Religion. Ich sehe förmlich schon die brennenden Heugabeln auf mich zufliegen, denn bei Religion können die Menschen erst recht richtig schön aufeinander losgehen und sich gegenseitig bekriegen, da sind dann noch Emotionen im Spiel und Hass, zutiefe Abscheu und gleichzeitig LIEBE zu den eigenen Menschen und der eigenen Religion, Absolutheit gegenüber anderen Weltanschauungen und -ansichten, hier gilt also nicht mehr nur das geschriebene oder gesprochene Wort, sondern da kommt die Emotion und Interpretation zum Einsatz, das Blut kocht hoch und es kommt regelmäßig zu Kriegen, Terror und Gewalt, weil der andere nicht glauben will, was ich glaube, also gehört er weggebombt. Damit könnte man verschiedene Abarten von Religion dann auch beschreiben (Ich weiß, es geht auch anders, aber ich will auf etwas anderes hinaus).
Nimmt man jetzt Sprache bzw. das Unvermögen der Sprache, und mischt es mit Religion und vertraut diesen Komplex dann der Verantwortung und Obhut einer Regierung an, dann kommt sowas wie “political correctness” raus, an der sich Medien, Freischaffende, Künstler, Menschen und andere Wesen den Arsch aufreißen und aus etwas eigentlich wunderschönem etwas vollkommen Verzerrtes und Hässliches machen.
Würde ich (und ich tu’s bewusst nicht, weil ich es krank und abartig finde), hier wirklich politisch korrekt schreiben und immer alles und jeden mit einbeziehen, jedes sprachliche Wehwehchen mit Eventualitäten wattieren und nur noch in Angst und Schrecken leben, ich könnte irgendeine völlig neue, unbekannte und anders interpretierte Form des Seins vergessen und damit “bewusst ausgegrenzt” haben, dann tun mir diese Leute unendlich leid, weil deren Leben so jämmerlich sein muss, dass sie sich tatsächlich von zwei Buchstabenbögen auf einem beleuchteten Display so provozieren und benachteiligt fühlen, dass ihr ganzes Leben in Erschütterung gerät – ich könnte dieses Blog schließen und würde nichts mehr posten, weil dies vernünftiger wäre, als diesem Quatsch untergeordnet zu sein und hier sprachliche Konstrukte auf die Menschheit loszulassen, die zwar politisch korrekt, dafür aber absolut unverständlich und vor allem unlesbar wären.
Dann würde zwar keiner mehr die Inhalte vom Text verstehen, niemand wüsste mehr, was ich zu sagen habe, niemand könnte sich mehr Hilfestellungen geben lassen, welche Filme für ihn toll wären, ABER: Meine Texte wären politisch korrekt.
Ergo: Political Correctness ist das dümmste, was es je gegeben hat, weil es nie darum ging, sondern diese Sache ganz andere Ursachen und Krankheiten in sich trägt, die viel eher zu ändern sind. Das würde an dieser Stelle aber zu weit führen.
Warum schreib ich jetzt hier also erstmal drei Bücher über Sprache, Religion und political correctness, wenn es eigentlich gar nicht darum geht?
Weil Ein Lied in Gottes Ohr wunderbar herrlich damit bricht und es zur damaligen Zeit, als noch niemand in den Medien großartig darüber spekuliert hat, als ich den Film das erste Mal gesehen habe, eine absolute Freude war, einen derartigen Streifen mit dieser sprachlichen Leichtigkeit und herrlichen Unkorrektheit zu erleben, der wieder auf niveauvollem Spaß basiert und die Menschen sowohl unterschwellig etwas lehrt, dabei aber keine Moralkeulen um sich schwingt, sondern eher in erzählerischer Beschwingtheit ein absolut schwieriges Thema kabarettistisch humorvoll und voller Liebe auf die Spitze der Palme bringt und den Menschen permanente Lachmuskelprovokationen auferlegt, zwischen denen er dieses “hochgradig schwierige Thema” durchackern muss.
Und das macht so richtig tierisch Spaß, ist absolut derb und wird vom Film mit einer Feinfühligkeit und erlesenen Gradlinigkeit angegangen, die allen Ernstes bewundernswert ist, da man zwar den Bogen heftig spannt, es aber kein einziges Mal schafft, ihn wirklich zu überspannen, sondern die Sehne langsam entknotet und entfernt und den Menschen zeigt, dass alles eigentlich gar kein Problem ist, wenn man nur miteinander redet.
Leute: Es ist großartig! Das Drehbuch, die Witze, die Intensität des Sarkasmus und der gegenseitigen Provokation, die Basis und Ebene und das federleichte Dahinsegeln zwischen so vielen Unterschiedlichkeiten und Einzigartigkeiten, was damit ein herrliches Abbild unserer kunterbunten Weltkugel abgibt, in der alle Farben und Formen des Lebens zu finden sind, was uns übrigens von allen anderen Planeten und Kugeln in näherer Umgebung vollständig abhebt.
Dazu noch die Message und fertig ist einer der Kinofilme, die man sich unbedingt ansehen sollte, um nicht eine wichtige Lektion zu verpassen und natürlich: Um mal wieder herzhaft und ausgiebig lachen zu können ohne sich dabei panikartig in alle Richtungen umsehen zu müssen, ob nicht jemand von hinten links grad mit der Waffe der Moral auf einen zielt und soeben abgedrückt hat.
Dieser Befreiungsschlag aus den Fesseln der korrekten Aussprache ist eine absolute Wohltat und der Film beweist, dass dies völlig ohne Kränkungen und Wehklagen passieren kann und der Mensch doch tatsächlich in der Lage sein sollte, diese Dinge zu vollführen, ohne dabei den Planeten in Schutt und Asche legen zu müssen.
Ein Hoch auf diese grandiose Erkenntnis und möglichst viele volle Kinosäle in den nächsten Wochen, wenn dieses Fundstück des Jahres anläuft und endlich der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Ein Tipp von mir: Geht unbedingt rein!
 

.kinoticket-Empfehlung: Eine großartige Entfesselung aus den erdrückenden Fängen von Sprache, Interpretation und political correctness: Dieser Film bezeugt mit einer Leichtigkeit, dass die ganze Sprachscheiße, die sich einige in letzter Zeit ausgedacht haben, völliger Humbug ist und beweist in klassischer Manier, dass es viel geiler, lustiger und vor allem entspannter genauso geht!
Ein Film, den man zwingend gesehen haben muss, allein schon wegen der bitterbösen Humorspitzen, mit denen man hier den Bogen nicht überspannt, sondern ihn sukzessive aus der Szenerie entfernt und zeigt, dass eigentlich gar kein Krieg herrscht, sondern der ganze Krampf alles menschengemacht ist.
Ein großartiges Lehrstück französischer Filmgeschichte, das mehr kann, als alle Politik in den letzten Jahren zusammengebracht hat. GEHT REIN!

 
Nachspann
❌ braucht man nicht auszuharren, hier folgen keine weiteren Szenen mehr.
Kinostart: 26. Juli 2018

Justice League

Nun ist also DC am Zug und versucht sich erneut mit Marvel im Kräftemessen der Superhelden. Und leider – so muss man sagen – werden diese beiden Allzeit-Konkurrenten gerne und oft miteinander verglichen, obwohl man da viele wichtige Aspekte außen vor lässt, die aber meiner Meinung nach von extremer Bedeutung sind.
Ich habe im Thor – Tag der Entscheidung-Beitrag ja schon mal eine Auflistung aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) gemacht, das für viele andere Studios wohl ein enormer Ansporn dazu war, selbst ein eigenes Universum starten zu wollen.
Im Fall von Die Mumie, der der legendäre Auftakt des Dark Universe von Universal sein sollte, ging der Plan ja gehörig in die Hose und wurde beendet, ehe er richtig angefangen hat.
Bei DC hat’s besser geklappt, jedoch sollte man die Anzahl (und damit Erfahrung, finanzielle Mittel, Bekanntheitsgrad und was da noch so alles mit reinspielt) auch nicht vergessen: Wo man bei Marvel jetzt bereits bei 17 Veröffentlichungen ist, die teilweise die Weltrangliste anführen, hat DC im eigenen Filmuniversum gerade einmal vier Veröffentlichungen und geht jetzt mit Justice League zu Film Nr. 5 über. Wenn man also unbedingt Vergleiche anstellen will, sollte man diese dann auch aus der Zeit herausgreifen, in der Marvel an diesem Punkt war.
Dass DC hier ein wenig den Einstieg verschlafen hat und jetzt quasi Torschlusspanik bekommt, hat mit der Wertung der Filme an sich ja nichts zu tun, sondern sorgt einfach nur für übereilte Schlüsse und damit für Schusseligkeitsfehler. Und genau das wird Justice League eingangs auch etwas zum Verhängnis. Die leicht gequälte Einführung der verschiedenen Charaktere, die man möglichst schnell zusammenbringen will, um zeitgleich bei Avengers: Infinity War dann auch eine Truppe aufgestellt zu haben, der dann alles fehlen wird, was Marvel zum Erfolg verholfen hat: Die Zeit, sich zu entwickeln, funktionierende Einzelhelden-Filme, mit denen die Kids, Jugendlichen und Erwachsenen mitwachsen konnten und somit genügend Zeit war, um sich ausreichend damit zu befassen.
Dazu kommt, dass die beiden Comic-Verlage völlig unterschiedliche Helden haben, die eigentlich gar nicht zueinander passen. Und da hat Marvel klare Coolness-Vorzüge, denn welches Kind gibt in der Schule schon stolz zu bekennen: “Ich bin Aquaman … Yeah!”?
Da ist Iron Man oder Captain America doch viel cooler.
Und das spürt man am ganzen Universum: Bei Marvel und den Avengers nimmt sich keiner ernst. Man lacht, man zieht übereinander her und ist einfach völlig beflügelt von der eigenen Unbeschwertheit. Es gibt keine wirklich düsteren Bösewichte, sondern alles ist so kidslike, dass da überhaupt keine Angst aufkreuzen kann. FSK 12 ist in fast allen Fällen schon ohne Sichtung auspreisbar.
Und DC geht da in ganz andere Richtungen: Weniger Humor, dafür vergleichsweise mehr an Düsternis, Boshaftigkeit und Ernsthaftigkeit, was gegenüber Marvel wohl als Schwäche gewertet werden könnte, ich jedoch alleinstehend nicht als Schwäche ansehe, sondern sie sind einfach etwas anderes. Und täten gut daran, ihr eigenes Selbstwertgefühl nicht mehr an anderen Studios zu messen, sondern für sich zu arbeiten und einfach ehrenwert ihr Ding durchzuziehen, so wie man es mit Wonder Woman exzellent vorgemacht hat. Weniger Vorgaben vom Studio, die Regisseure machen lassen und dafür authentische und ein Zielpublikum befriedigende Ergebnisse schaffen, die am Ende auch für Erfolg sorgen.
Und da war meines Erachtens nach der ernsthafte Einstieg erst beim vorletzten Film zu finden: Wonder Woman, den gleichzeitig noch eine Frau fest in der Hand hatte, was vielleicht gar keine schlechte Entscheidung war, denn Wonder Woman ist immer noch die Hoffnungsträgerin überhaupt, wenn man sich im ganzen Universum umsieht.
Zack Snyder hat hier wieder viel zu viel Beschneidungswahnsinn gehabt, denn die Figuren sind lange nicht so ausgeprägt und mit liebevollen Details versehen, sondern eher funktionell denn begeisternd.
Wenn man sich jetzt zum Beispiel Batman anschaut, dann menschelt es hier zwar unfassbar viel im Vergleich zu seinen bisherigen Filmen, aber dafür bezahlt man mit der noch anbetungswürdigen düsteren Schnittigkeit, die uns Christopher Nolan seinerzeit in seinen Glanzstücken vor Augen geführt hat.
Warum also nimmt man sich nicht einfach unabhängig von allem anderen die Zeit und führt einen Charakter nach dem anderen in Ruhe ein, gibt der Welt Material dazu, gibt ihnen eine Geschichte und lässt daraus ganz von selbst etwas großartiges erwachsen, bevor man sie alle zusammenwirft und dann hauruck etwas aus dem Ärmel schütteln muss, dass unter Termindruck längst nicht so gut wird?
Genau hier sehe ich Defizite, die Marvel in seinen Anfangszeiten auch hatte. Siehe Der unglaubliche Hulk. Siehe Thor: Das dunkle Königreich – beides Filme, die auch nicht unbedingt vor Erfolg strotzen, aber einfach da sind und Teilstücke eines Ganzen liefern, dass dann im Folgeschluss auch richtig eingebettet werden kann – siehe Dauerflop Hulk.
Und gerade diese Düsternis, die sich DC hier zu eigen gemacht hat, ist doch ein wunderbares Fundament, auf dem sich hervorragende Geschichten gestalten lassen, die ebenfalls ein wenig mit Humor versehen werden können, um nicht vollends in die Depression abzurutschen. Da sieht man bei Justice League schon herausragende Ansätze, die mich sagen lassen, dass man das Niveau von Wonder Woman durchaus halten konnte und zeigt, in was für eine Richtung man jetzt gehen will.
Und die macht mir tatsächlich sehr viel Lust auf mehr. Ich würde sagen: Gebt DC einfach noch die Zeit, fünf, vielleicht acht weitere Filme zu drehen und diese Richtung, die man jetzt eingeschlagen hat, konsequent und steigernd beizubehalten und dann haben wir in ein paar Jahren tatsächlich ein ordentliches Battle zwischen beiden Verlagen, was wiederum zur Freude der Zuschauer auf dessen Kosten ausgetragen wird, denn damit gewinnt jeder: Die Produzenten ihr Geld, die Darsteller ihren Ruhm und die Cineasten hervorragende Unterhaltung, die mit allen technischen Hilfsmitteln die Welt tatsächlich aus den Fugen heben und es richtig krachen lassen kann.
Diesbezüglich war man jetzt noch ein klein wenig schwach auf der Brust, was sich in meinen Augen immer wieder aus dem Versuch heraus manifestiert, dass man sich als Ziel gesetzt hat, den großen Bruder zu übertrumpfen, statt einfach sein eigenes Ding zu machen und darin erfolgreich zu werden, ohne sich dabei unüberwindbaren Zielen zu unterwerfen.
 

.kinoticket-Empfehlung: DC zeigt mit Justice League ganz klare Richtungen, in die man sich in Zukunft entwickeln will – und die Vorschau darauf macht unfassbar viel Lust auf mehr.
Die Ausgeprägtheit der Charaktere ist unvergleichbar in diesem Stadium, da wir in diesem Universum noch viel zu früh dran sind, um irgendetwas tiefgründigeres über jemanden sagen zu können, weil schlichtweg noch nicht genug Zeit dafür war, um die Figuren wachsen zu lassen.
Der erste richtige Schritt – Wonder Woman – hat gezeigt, dass man Dinge verstanden hat, Justice Leage geht hier den Weg konsequent weiter und liefert nach kurzen Anlaufschwierigkeiten dann recht vergnügliche Unterhaltung, aus denen die Wunderfrau wieder und wieder als Spitzengewinnerin hervorgeht.

 
Nachspann
Sollte man inzwischen auch hier immer abwarten, denn die wichtigsten Szenen kommen – wie immer – ganz am Ende. Knallhartes Durchhalten ist angesagt!
Kinostart: 16. November 2017

Independence Day: Wiederkehr (3D)

Jüngst hatte ich es ja schon angekündigt, bei diesem Film aktuell wieder getestet: Es wird Zeit, sich wieder mal über die Wahl des richtigen Kinos zu unterhalten, denn mit Independence Day: Wiederkehr schickt Roland Emmerich erneut seinen Bühnenhit auf Zuschauerjagd und holt somit jung und alt zurück ins Kino.
Ich habe das Ganze nun in drei verschiedenen Kinos getestet und bin zu dem Schluss gekommen, dass es an der Zeit ist, technische Werte aus den tauglichen Sälen rauszukitzeln und euch mitzuteilen, denn was so manch einer hier als Kino bezeichnet ist auf deutsch gesagt eigentlich nur eine ziemlich derbe Zumutung.
Es ist ja mittlerweile bekannt, dass ich für jede Vorstellung gemütliche 120-150 km zurücklege (eine Strecke), und was bei mir bereits in Mark und Bein übergegangen ist, muss bei so manch einem vielleicht noch gefördert werden.
Wenn euch aus den Lautsprechern eures Kinos die sensationelle Neuheit des Dolby Stereo anschreit und ihr beim Kauen des Popcorns öfters Pause machen müsst, damit ihr die Ansage auf der Leinwand versteht, dann ist das nicht Kino in dem Sinn, wie sich die Publikationsmeister dieses Actionspektakels das vorgestellt hatten.
Mittlerweile läuft ja in einigen Kinos bereits das legendäre Dolby Atmos, wo man anschließend wirklich nur noch jemanden finden muss, der auch versteht, das ein schlechter Film durch zusätzliche Lautstärke doch noch Spaß machen kann. Alle anderen sollten wissen, dass Bass rumsen muss, dass sich einem der Magen durchaus physisch gerne mal durchgeschüttelt vorkommen darf, wenn etwas größeres vom Himmel runterkracht und mit epischen CGI-Effekten den Staub hinter der Verschraubung der Kinosessel hervorholt. Und wenn dann das Bild auch noch gigantisch ist (und gigantisch heißt gigantisch und nicht einfach nur groß), dann kommen wir so langsam auf die Ebene, wo Independence Day: Wiederkehr in 3D so richtig Spaß macht.
Und ja, es macht tatsächlich einen Unterschied aus, ob man den Film auf einer 15x7m großen Leinwand oder auf einer 20x8m großen Fläche anschaut. Gute Bassboxen und plastischen Surround vorausgesetzt, der optimal abgemischt dann das unterstreicht, wovon man hier übermäßig viel Gebrauch macht: Superlativen.
Im Prinzip fangen die gleich mit der ersten Minute an und hören einfach nicht mehr auf. Im Gegenteil. Es bleibt episch. Aber eben nur, wenn man auch in einem Kinosaal sitzt, der sich dieses Attribut auch verdient. Bislang konnte ich nie verstehen, wieso es Menschen gibt, die lieber auf die Ausstrahlung auf ProSieben warten statt ins Kino zu gehen wenns in Richtung Action geht … als ich dann aber mal wieder in einem Fremdkino Platz genommen hatte und festgestellt, mit welchen Methodiken man hier versucht, die Leute zu verarschen, dann wurde mir klar, woher solche Aussagen rühren.
Also: Rafft eure müden Ärsche auf, sucht euch ein Kino, das vor Gigantismus sprudelt und dann geht dort in den größten Saal, bettelt die Betreuer an, dass sie den Titel ungefähr ein Drittel lauter machen als vorgeschrieben und dann hockt euch mitten rein und genießt die bombastische Show.
Alles andere funktioniert nicht.
“Ja, ich brauch das eh nicht so laut” => funktioniert nicht. Dann wirkt der Film nämlich nicht.
“Ja, bei mir ist das Kino aber nicht so groß und ich hab keinen Bock, so weit zu fahren.” => Lass es gleich bleiben, denn dann wirkt der Film nicht.
“So viel kann das jetzt auch nicht ausmachen.” Ähhhh – doch! Und zwar gewaltig.
Denn dieser Gigantismus ist das Einzige, wovon die Fortsetzung dieses Klassikers lebt. Und wenn der nicht aus den Boxen gepriesen wird, was bleibt dann, außer eine leere Hülle, in der alte Charaktere erneut aufeinandertreffen und quasi die Show wieder von vorn abspielen, nur dass diesmal eben die kongeniale Introduktion fehlt, die dem 20 Jahre alten Vorgänger seine Seele eingegeben hatte?
Eben. Nichts. Außer der Größe. Die man in einem kleinen Nischenkino nicht hat.
Also schaut euch entweder etwas anderes an, oder geht gleich in ein Kino, dass die Gegebenheiten vorhält und euch mit Größe erschlägt. Dann seid ihr auch nach diesem Film erschlagen und hattet euren technischen Spaß. In den beiden kleineren Kinos war dieser Film nämlich eher enttäuschend und erst in der absoluten Superlative hat er mir dann richtig Spaß gemacht.
Ob man nach 20 Jahren dann tatsächlich eine Fortsetzung oder Neuauflage haben möchte – beides wäre berechtigt und irgendwie bekommt man auch beides in gewisser Form geliefert – jedoch wird es meiner Meinung nach noch eine Weile dauern, bis sich auch der letzte Zuschauer an die neuartige Form von Film gewöhnt haben wird.
Und bis dahin erfreuen wir uns an geilen Effekten und pompösen Krachern aus den hoffentlich guten Boxen im Kino.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier gilt die Devise: Je größer, desto besser. Und lieber noch ein bisschen mehr Leinwand und alles noch etwas lauter.
Erst, wenns wirklich langsam ans obere Limit geht, erreicht man hier den Punkt, wo die gigantischen Superlativen auch wirklich gebührend zum Ausdruck kommen und nicht unwürdevoll in Handy-Manier runtergespult werden, denn Independence Day: Wiederkehr (3D) liefert hier wahre Größe und nichts, was fürs Heimkino geschaffen wäre … es sei denn, man hat 5stellig investiert und boxt somit alle umliegenden Kinos aus dem Ring.

 
Nachspann
kommt keiner, nach der Abblende wird man nur noch musikalisch verwöhnt.

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