Tag: Vergangenheit

Skin

Skin - Filmplakat
© 2019 24 Bilder

In meinen Augen gibt es kaum ein Thema, das wichtiger wäre, um darüber zu reden. Und weil keiner mehr zuhört, braucht es Mittel, die Menschen wenigstens für ein paar Minuten … oder wenige Stunden zur Räson zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich etwas erzählen zu lassen.

Wer könnte so etwas besser, als Kino?

Skin handelt nicht etwa von Skinheads, sondern erzählt eine wahre Geschichte eines Mannes, der einen weitreichenden Wandel hinter sich hat und u.a. mit dafür verantwortlich war, die Welt zu großen Teilen besser zu machen.

Skin spricht über das getrübte Bild, das in den Medien verbreitet, in Social Media verwüstet und in den Köpfen der Leute zu irrsinnigen Monstren gesponnen wurde.

Skin erzählt etwas, womit sich heute jeder einmal auseinandersetzen sollte.

Skin ist ein Film, den man zwingend mindestens 1x gesehen haben muss. Auch aus entertainment-technischen Gründen: Es fängt krass an, es ist krass zwischendurch und es endet krass. Nicht nur die Bedeutsamkeit ist hier von enormer Wichtigkeit, sondern auch für den geneigten Kinogänger ist dies gefundenes Fressen – mit einem grandiosen Jamie Bell, den so mancher eventuell noch aus Billy Elliot kennt.

Was mich besonders begeistert, ist die unverblümte Art, wie man hier in ein dreckiges Element menschlichen Niedergangs eingeführt wird und geschichtliche, hochaktuelle und -brisante Entwicklungen quasi am “lebenden Objekt” präsentiert bekommt. Niemals wurde etwas so schleierhaft Mystisches derart einfach und verständlich durchleuchtet und von seiner Unkenntlichkeit bereinigt.

Wer das System dahinter verstehen möchte, wer wissen will, wie “die” arbeiten, wer verstehen möchte, wie es “dazu kommen konnte”, der kommt um diesen Film schlichtweg nicht drum rum.

Und damit gilt Skin fast schon als ein Meisterstück deutscher Enthüllungsgeschichte, der zur Grundlektüre eines jeden Staatsbürgers gehören muss, denn wir haben diesen Schwachsinn verzapft und sind verantwortlich für die weltweite Epidemie, die dadurch ausgebrochen ist.

Hier folgt nun die Heilung des Geistes.

Nehmt sie. Schluckt sie. Und verbreitet sie weiter.

.kinoticket-Empfehlung: Pflicht! Also rein!

Nachspann: Braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts mehr. Außer, dass du geschockt bist!

Kinostart: 03. Oktober 2019

Original Title: Skin
Length: 117 Min.
Rated: FSK 16


Intrigo: In Liebe Agnes

Intrigo - In Liebe Agnes - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Beim Kauf eures Kinotickets für Intrigo müsst ihr demnächst etwas aufpassen: Es kommen nämlich direkt zwei Filme dieser „Reihe“ parallel ins Kino: Intrigo – Samaria und Intrigo – In Liebe Agnes.

Um Letzteren soll es in dieser Kritik gehen.

Inzwischen ist es aus den Medien ja schon wieder verschwunden, dass der Konzern Disney das Unternehmen Twentieth Century Fox aufkaufen möchte beziehungsweise aufgekauft hat und wir in Zukunft auf die klassische Fanfare des traditionellen FOX-Logos verzichten müssen.

Für mich immer noch ein herber Schlag in der Kinowelt. Umso bedeutsamer, dass wir nochmals in den Genuss eines ausschließlich von Twentieth Century Fox produzierten Werkes gelangen, das uns einen klassischen Krimi erzählt, der alle Elemente in Perfektion in sich vereint, die man für solch eine Erzählung braucht.

Man könnte sagen: FOX at it’s best!

Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder bewundert, wie sehr dazu in der Lage man in diesem Label ist, Geschichten wahrhaftig so zu erzählen, dass sie einen nicht nur oberflächlich berühren, sondern mit einer Tiefe überraschen und vereinnahmen, die einzigartig ist.

Dazu gehören nicht nur ausgefeilte Charaktere und tiefgründige Personenprofile, sondern eben auch intelligente Dialoge und ein ausgeschmückter Plot, der die Vernunft und Intelligenz des Zuschauers nicht durch Dummheit beleidigt.

All dies ist hier zu finden.

Was anfangs möglicherweise etwas trocken wirkt, entpuppt sich bald als eine durchtriebene Wucht, die mit trickreichen Twists und unglaublich guten Schauspielerinnen punktet, umschmeichelt von dem Atmosphäre schaffenden Soundtrack, der diesen Film wieder in ein Erlebnis katapultiert, das man so schnell nicht vergisst.

Da es sich bei der Intrigo-Reihe um eine Buchverfilmung handelt, ist sprachliches Versagen durch die Erzählung nahezu ausgeschlossen. Sonst hätte man sich wohl kaum die Mühe gemacht und diesen Stoff aufwendig verfilmt.

Mein Leitsatz „Filme können Sie!“ wird auch hier weiter verfolgt und einmal mehr bewiesen, dass Kommerz und Publikumsbefriedigung keine Gegensätze sein müssen und es sehr wohl geht, guten Content auf die Leinwand zu bringen und dabei wirklich alle Kleinigkeiten zu beachten, auf die es in so einem Werk ankommt.

.kinoticket-Empfehlung: Klare Schauempfehlung: Wenn jemand Geschichten wirklich fesselnd und gut erzählen kann, dann dieser Verleih. Genießt es, solange ihr noch könnt.

Nachspann: Muss nicht abgewartet werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Intrigo: Dear Agnes
Length: 99 Min.
Rated: FSK 12


Measure of a Man – Ein fetter Sommer

Measure of a Man - Filmplakat
© 2019 Kinostar Filmverleih GmbH

Dieser “Sommer” ist quasi fast untergegangen, zumindest hab ich mal keine großartigen Kinos gefunden, die diesen Film überhaupt plakatiert haben. Und das in meinen Augen völlig zu Unrecht.

Natürlich kann man jetzt anfangen mit dem großartigen Donald Sutherland, der hier auch wirklich wieder eine grandiose Rolle abliefert und seinem unterschwelligen Bombast nochmal einen Schippe drauf legt, ich finde jedoch, dass dieser Film durch ganz andere Paritäten glänzt.

Zum einen: Blake Cooper. Ja, es tut den ganzen Film über weh, zu sehen, wie diesem Kerl zugesetzt wird und wie er sich allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder auferhebt und über seine psychisch angeknackste Seele stolpert, um am Ende zu wahrer Größe zu finden. Klingt kitschig? Ist es aber nicht.

Was mich zu Punkt 2 führt: Genau dieses ausgequetschte Konzept von Versager und Held, von Loser und Gewinner, von “Ich helf dir, du hilfst mir” ist in der Filmgeschichte gefühlt in jedem Film zu finden. Measure of a Man konzipiert daraus aber ein vollkommen anderes Erlebnis und erzeugt Gefühle in einem, die man bis dato so nicht kannte – zumindest nicht in diesem Zusammenhang.

Diese Geschichte rührt von einem Bestseller aus der Bücherwelt – und das zu Recht – und hat in meinen Augen auf der Leinwand viel zu wenig Aufmerksamkeit erfahren, was man nun dringend nachholen sollte. Inzwischen dürfte der Titel ja auch in den VoD-Vorratsschränken aufgetaucht sein. Aus diesem Grund hab ich beschlossen, trotz meiner unfassbaren Langsamkeit gerade, diesen Titel doch noch ins Blog-Archiv zu integrieren: Er ist viel zu gut, als dass er irgendwo in Vergessenheit geraten dürfte.

.kinoticket-Empfehlung: Ein Plot, der aus bekannten Elementen etwas völlig neues zimmert und dabei die Emotionen der Seele aufs Tiefste anspricht: Dazu ein wundervoller Cast, rührselige Bilder und eine Geschichte, die von wahrer Größe erzählt.

Nachspann: Muss man nicht ausharren, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 13. Juni 2019

Original Title: Measure of a Man
Length: 99 Min.
Rated: FSK 6


Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft

Mirai - Filmplakat
© 2019 AV Visionen Filmverleih

In eigener Sache:

Ich weiß, ich bin spät dran … es kam einiges zusammen: Der Blog-Umzug, der Respawn, unvorhergesehene, technische Schwierigkeiten (an dieser Stelle mal ganz persönlich ein megafettes Dankeschön an “Oli” :)) und dazu noch ein paar persönliche Schicksale … darum “hängt” hier grad alles ein bisschen. Aber keine Angst: Dies ist keiner dieser “Es wird bald weiter gehen – 10 Minuten später: Alles tot”-Beiträge, sondern ein heiliges Versprechen: Auch wenn ihr grad nicht so arg viel davon merkt: Mein “zu Hause” ist immer noch im Kino und ich schaue nebenher fleißig weiterhin Stoff für euch, um ihn hier gebührend zu rezensieren… und werde das alles brav weiter abarbeiten und im Rahmen meiner Möglichkeiten kontinuierlich veröffentlichen.

Also habt ein wenig Nachsehen mit mir und gönnt mir noch etwas Zeit, bis alles wieder seinen normalen Gang läuft. Außerdem dürfte die “Pause” wohl einigen Lesern auch ganz gut tun … 😉

Machen wir also mit einem Anime weiter, dessen Wurzeln – wie üblich – in Japan liegen und der bereits lange Zeit vor diesem Eintrag seinen Weg auf die Leinwände gefunden hat: Ich fürchte, dass das nun für niemanden in irgendeiner Form nachzuholen sein wird, weil das Werk längst in Richtung “Heimkino” segelt und wohl eher auf diversen VoD-Plattformen zu finden sein wird.

Ich hab ihn vor gefühlten Ewigkeiten bereits gesehen und war recht angetan von der intensiven und unfassbar umfangreichen Einträglichkeit, mit der Mirai den Weg in die Familie antritt und gewisse Dinge ganz konkret beleuchtet. Dabei ist nicht das Fremde “weit weit weg”-Gefühl, das man oft bei japanischen Filmkünsten bewundern darf, sondern eine unglaublich starke Vertrautheit zu spüren, die auch in westlichen Kulturen pädagogisch extrem wertvoll sein dürfte.

Die übliche Verworrenheit, die Animes zu Eigen ist, tritt zwar auch hin und wieder auf, aber durch die einfache Zeichnung und den absolut verständlichen Plot fühlt man sich hier sehr aufgehoben und hat genügend kreativen Freiraum, um auch in der OmU-Variante alles hinreichend zu verstehen.

.kinoticket-Empfehlung: Mein Gefühl nach dem Verlassen des Saals war: Pflichtlektüre für angehende Eltern, die sich viele Fehler in der Kindererziehung sparen möchten, indem sie einfach die 98 Minuten investieren und sich diesen Film ansehen, um aus ihm zu lernen.

Nachspann: Muss man nicht aussitzen, hier folgen keine weiteren Schandtaten 😉

Kinostart: 28. Mai 2019

Original Title: Mirai
Length: 98 Min.
Rated: FSK 6