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Tag: verloren

Kirschblüten & Dämonen

Kirschblüten und Dämonen

© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Zeitreise. 2007 – Kirschblüten – Hanami setzt den Startschuss und erzählt eine Geschichte, die sich mit dem Nutzbarmachen des Lebens auseinander setzt und erzielt weltweit damit Erfolge. Die Szenen sind wohlgeformt, ergreifend und sinnlich, berühren das Herz und erreichen damit nicht nur beim Kinopublikum Aufmerksamkeit und Interesse.

2019 geht die Fortsetzung dessen an den Start: Kirschblüten & Dämonen kümmert sich quasi um die “nächste Generation” und möchte den Strang weiterspinnen, wird dabei aber auch sehr langsam und weniger “spektakulär”: Doris Dörrie nimmt sich erneut ihrer Hauptdarsteller/innen an und erzählt dort weiter, wo man 2007 aufgehört hat.

Als “Quereinsteiger” ohne den ersten Film zu kennen (was durchaus noch bei einigen der Fall sein dürfte) eignet sich diese Fortführung prächtig dazu, um in der Materie einzusteigen und dann mit dem ersten Teil quasi nochmal eins drauf zu setzen. Man kränkelt ein wenig an den Macken des verfluchten zweiten Teils, überspielt diese Mankos aber galant mit der würdigen, tragenden und lebenseingreifenden asiatischen Art, die sich ja bekanntermaßen sehr vornehm und elegant um die Weisheiten des Lebens kümmert und an den Punkten ansetzt, wo beispielsweise die amerikanische Plumpheit endet. Wer hierfür ein Auge hat, der wird auch im zweiten Teil bestens bedient und kommt damit klar, dass jetzt die pure Schönheit eben ein wenig dem “Alltag” der Charaktere gewichen ist. Gewissermaßen logisch, wenngleich auch etwas enttäuschend, aber was will man machen?

Alles in allem dennoch kein Grund, nicht in Kirschblüten & Dämonen zu gehen: Der Film ist durchaus sehenswert und spiegelt einmal nicht den üblichen Mainstream wider, den man sonst auf der Leinwand geboten bekommt.

.kinoticket-Empfehlung: Typischer Second Part, etwas ruhiger und weniger spektakulär, aber trotz allem mit den bekannten japanisch-asiatischen Wurzeln, die zum Ursprung allen Lebens führen und von Asia-Fans so geliebt werden.

Doris Dörrie setzt ihre Geschichte fort und kümmert sich um den “Fortbestand” im wahrsten Sinne des Wortes: Man pflegt die alten Kulturen wieder, lässt Vergangenes aufleben, erreicht damit aber nicht den Höhenflug, den der erste Teil aufs Parkett gelegt hat.

Sehenswert ist Kirschblüten & Dämonen deshalb aber trotzdem.

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: Kirschblüten & Dämonen
Length: 110 Min.
Rated: FSK 12

Und abschließend noch ein paar Eindrücke von der Deutschlandpremiere des Films in München aus der Astor Filmlounge im Arri Kino.

The Witch

Glaubt man den Pressemeldungen, erwartet man hier eine fulminante Show unglaublich horrender Schockermomente, die einem nicht nur das Blut in den Adern gefrieren lassen, sondern den Horror selbst von der Leinwand ins Kino spritzen.
Die Anteaser-Texte der Filmbeschreibung lassen auch nichts anderes vermuten und man freut sich tierisch auf eine Show, die normal beginnt und im Wahnsinn endet.
Genau mein Ding. Und mit eben solcher Vorfreude spazierte ich in den Saal, wartete darauf, dass das Licht ausging und der Horror beginnen möge.
Ums knapp zu machen: What the Hell … ? Aber nicht im positiven Sinne, sondern mega enttäuschend. Mag sein, dass alles auf irgendwelchen Überlieferungen basiert, deren Erzählungen man dialoggetreu nachgespielt haben will, aber die Eigenarten der gesamten Familie zeigen hier wohl eher nicht die Art Horror, die man als derart angefixter Kinobesucher erwarten würde, sondern lassen eher erzittern vor der frenetisch abgefeierten Gläubigkeit krankhafter Menschen, bei denen man im Verlauf des Films fast schon herbeisehnt, dass alles bitte möglichst schnell ein Ende haben möge.
Ganz ehrlich? Gefürchtet hab ich mich keine einzige Sekunde da drin und so richtig Stimmung aufbauen konnte man auch nicht. Ja, manch einer mag jetzt daher kommen mit Bodenständigkeit, 17. Jahrhundert, alles noch einfacher, zurück zu den Wurzeln des Horrors … sorry, Gruselmomente aus dem Jahr 1913 funktionieren heute einfach nicht mehr – zumindest nicht bei mir.
Da das Ganze eher an Suspense angelehnt ist und nicht wirklich Horror per Definition, gab ich der Geschichte zumindest hier eine Chance, möglichst gruselige Stimmungen zu erzeugen und es alles eben in einer mehr oder weniger netten Auflösung gipfeln zu lassen. Fehldenken. Auch hier schafft man es nicht, die Gänsehaut auf den Rücken zu produzieren, sondern der Zuschauer ist entweder gelangweilt oder genervt ob des vielen religiösen und zumeist dummen Gequatsche, dass man hier ins Drehbuch geschrieben hat.
Wer denkt sich so etwas aus und wieso feiert die Presse diesen Schinken so derartig ab? Ich hab keine Ahnung. Für mich auf jeden Fall eine riesige Enttäuschung. Aber ich konnte auch schon mit It Follows nichts anfangen und der kommt beim Genre-Publikum ja bekanntlich auch irgendwie an.
Mein Tipp: Macht euch auf jeden Fall vorher mit Filmausschnitten vertraut, bevor ihr dafür Geld liegen lasst und am Ende genauso bitter enttäuscht seid, wie ich es bin.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich hier gruselt, der hat wahrscheinlich auch vor einem Hund Angst, der gemütlich die Straße überquert.
Die Protagonisten laden dazu ein, selbst zum Serienkiller zu werden um dem Verbalhorror ein Ende zu bereiten. Unter unterhaltsam oder schockierend verstehe ich etwas völlig anderes.
Für mich bis dato einer der schwierigsten Filme dieses Jahres überhaupt.

 
Nachspann
Ist das Ding vorbei, renn raus. Hier kommt sowieso nichts weiteres mehr, also kann man am besten auch gar nicht erst reingehen.

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