.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Verwandlung

The LEGO® Movie 2

IMG_0114

© 2019 Warner Bros. Ent.

Die Idee ist eigentlich grandios: Im Zuge des Erfolgs von Minecraft und der Pixel-Verblödung im Zeitalter von UHD und Co. einfach beides miteinander zu verbinden und “Pixel-Typen” in UHD auf die Leinwand zu werfen und damit gleichermaßen beide Fraktionen zu befriedigen.

Und was keiner merkt: Das Teil müsste mehr oder weniger als “Dauerwerbesendung” markiert werden und ist somit noch ein geniales Product-Placement, das offensichtlicher nicht sein könnte, aber rein gar keinen Wert darauf legt und sich somit so unterschwellig wie nur irgend möglich verhält… sensationell. Mit Augenmerk auf die hollywoodösen Anspielungen, die mehr nicht mehr sein könnten, zollt man als Unternehmen der Kinogemeinde Respekt und würdigt sie in ihrem eigenen Terrain. Großartig!

Das beweist nicht nur die bislang existente TV-Serie, sondern auch die vergangenen Kinofilme The LEGO® Movie, The LEGO® Batman® Movie sowie The LEGO® Ninjago® Movie. Jetzt führt man das Original eben in die Fortsetzung und ertüchtigt sich dabei an der Hürde des berühmten “zweiten Teils”.

Und ein Kinderfilm ist das schon lange nicht mehr. Ja, die Kids mögen vielleicht da rein rennen und sich ob der Situationskomik unterhalten fühlen, die Anspielungen gehören mittlerweile aber definitiv in die FSK-18-Riege, denn Kinder und Jugendliche können die Film-Sidekicks überhaupt nicht verstehen, sofern man sich im Jugendschutzgesetz-Rahmen bewegt. Das Ding gehört nicht nur in die 14:00 Uhr-Schienen, sondern darf gerne auch in den Nachtvorstellungen laufen, denn zum ersten Mal haben Erwachsene in einem als Kinderfilm vermarktetem Etwas mal wieder immens viel Gaudi!

Apropos “Zweiter Teil-Hürde” => Mit Bravour gemeistert und meiner Meinung nach einer der besten LEGO®-Movies aller Zeiten! Die Gags sind mit den Zuschauern erwachsen geworden, die Story ist nicht mehr dämlich, sondern fast schon tiefgründig, es gibt eine Pointe und man fühlt sich über alle Maßen unterhalten und bespaßt.

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass ihr diesem Film den gewünschten Erfolg bringt und den Lieferanten die Besucherzahlen schenkt, die sie sich erhoffen, damit diese genügend Anreize haben, damit weiterzumachen und uns auch in Zukunft mit derlei geilem Entertainment beglücken!

.kinoticket-Empfehlung: Best LEGO® Movie eva!

Mit mehrfach-eindeutigen FSK-18-Anspielungen längst nicht mehr die Kids als Focuspoint, sondern auf ein erwachseneres Publikum ausgerichtet. Man liefert wahnsinnig kurzweilige Unterhaltung, Mörder-Gags und eine Story, die fast schon das Attribut “tiefgründig” verdient.

Mega Leistung, gerne mehr davon. Die Entwicklung ist definitiv die richtige!

Nachspann
✅ Anfangs darf man getrost sitzen bleiben, beim “Roll Over” darf dann raus spaziert werden – das ist ewig lang und hält keine weiteren Szenen mehr parat.

Kinostart: 7. Februar 2019

Original Title: The LEGO® Movie 2: The Second Part
Length: 107 Min.
Rated: FSK (tba)

Geister der Weihnacht


© 2018 Universum Film GmbH

 

Frei nach Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens
inszeniert von der Augsburger Puppenkiste

Alle Jahre wieder … je älter man wird, umso trübseliger wird es, wenn das Jahresende neigt und man sich mit all den tausend mal erzählten Geschichten erneut rumplagen muss. Wieder und wieder … ein Jammer!

Das ist genauso, wie als Kind: Wenn man Fernsehen das erste Mal entdeckt, ist alles neu, alles spannend, es gibt unzählige neue Dokus, Filme, Shows, Dinge, die man noch nicht kannte und zum ersten Mal sieht – das Entdecker-Gen läuft auf Hochtouren und es gibt nichts spannenderes, als diesen Kasten einzuschalten und alles aus ihm rauszusaugen, was er hergibt. Zu viele Sender, zu wenig Zeit.

Dann – später – stellt man fest, dass all dies eigentlich nur eine Lüge ist. Schein. Dass zwar viel vorgegaukelt wird, aber im Grunde genommen doch alles das gleiche ist. Hat man eines gesehen, hat man alle gesehen. Man merkt, wie sich die Sender gegenseitig mit Wiederholungen überbieten, wie die immergleichen Filme wieder und wieder runtergespielt werden, als gäbe es nichts neues, das man dem Konsument vorsetzen könnte.

Ich für meinen Teil habe dann Kino entdeckt und stecke mittlerweile so tief drin, dass ich weiß, wieviel neues produziert wird und das eines der größten Probleme für kleinere Produktionen tatsächlich ist, dass zu viel existiert für zu wenig Leinwände in diesem Land und man deshalb – wenn überhaupt – nur kurz gespielt wird, um den Saal für das nächste Projekt wieder freizugeben. Es sei denn, man liefert Mainstream und produziert damit unchristlich viel Geld.

Dann gibt es diese Zeit im Jahr – Weihnachten – wo sich freiwillig jeder auf die traditionellen Geschichten beruft und quasi kaum jemand etwas Neues sehen möchte. Man spielt einen Dreck … das Öffentlich-Rechtliche kann man quasi am besten schon vorzeitig nicht mehr einschalten und man kommt trotzdem nicht um die ewigen Dauer-Repeats drumrum. Und zu allem Überfluss landen die Dinger dann auch noch überteuert in den DVD-Regälen, als ob sich jemand die Mühe machen müsste, um so endlich an diese Inhalte zu gelangen.

Also ab ins Kino. Und was läuft da?

Seit neuestem hat sich die Augsburger Puppenkiste zur Aufgabe gemacht, den weihnachtlichen Kruscht neu aufzumischen und mit ihren eigenen Puppen darzustellen, um kindgerechte Unterhaltung zu liefern, die eben nicht nur in Augsburg gezeigt wird, sondern landesweit auf den Leinwänden angespielt werden kann.

So auch dieses Jahr. Muss man, nur weil alle Erwachsenen den Kram nicht mehr sehen können, nun damit aufhören, ihn zu erzählen?

Dann könnten wir auch gleich die Lügen vom Weihnachtsmann und Christkind beenden und den Babys bereits aufgeklärte Psychoanalytik vorlesen, solang sie noch im Mutterleib sind und das Fest einfach sofort abschaffen und es zur „längere Ladenöffnungszeiten“-Phase deklarieren – das wäre wenigstens ehrlich und konsequent.

Ich finde nicht. Man sollte den Kindern zumindest ein paar Jahre die Illusion lassen, dass es etwas besseres gibt als die Realität. Vielleicht finden sich dann ja irgendwann mal einige, die den Mut in der Hose haben und daran tatsächlich nachhaltig etwas ändern wollen.

Und so lange erzählen wir Ihnen einfach die alten Geschichten.

 

.kinoticket-Empfehlung: Das Projekt der Augsburger Puppenkiste geht weiter: Man frisch alte Weihnachtsstories im Marionettentheater auf und serviert sie ganz Deutschland alljährlich zur Weihnachtszeit in Sonder-Events.

Das ist zumindest im Ansatz anders als der Mist, den sich der Rest der Mediencliquen zu dieser Jahreszeit gegenseitig verabreichen und somit tatsächlich einen Blick ins Kino wert. Auch wenn sich die Inhalte deshalb nicht erneuern: Die Erzählungen sind dennoch gut aufgemacht und bieten einen gewissen Unterhaltungswert.

 

Nachspann
✅ ist liebevoll animiert und bei der kurzen Laufzeit kann man das ruhig noch mitnehmen.

Kinostart: 1. Dezember 2018: An allen Adventswochenenden, an Nikolaus und an Weihnachten als großes Sonderevent im Kino.

Original Title: Geister der Weihnacht
Length: 64 Min.
Rate: FSK 0

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén