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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Verwechslung

Kalte Füße

© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Kalte Füße enthält im Titel keine super-duper-hightech-nonchalanten Superheldencharaktäre und deutet darauf hin, dass hier eher eine TV-Produktion ins Kino gehievt wurde, die sich mit Ach und Krach behaupten will. Dazu noch talentierte Schauspielgrößen wie Heiner Lauterbach oder Leinwand-Emporkömmling Emilio Sakraya und man ist mittendrin im deutschen Kino.

Nur: Diesmal eben in richtig gut!

Bereits der .trailer hat angedeutet, dass hier tatsächlich echte Gagschreiber am Werk waren und – soviel sei verraten – er nimmt nichts vorweg, sondern lässt genügend Zeit und Spielraum, damit die Story sich entwickeln kann und nicht einfach nur die vorgezeigten Szenen zusammenfügt und abarbeitet.

Und obwohl hier und da schon ein klein wenig die fernsehbegabte Arbeitsweise durchschimmert und auch der ein oder andere Dialog eher den Öffentlich-Rechtlichen entsprungen sein könnte: Man gibt sich hier so viel Mühe, eine wirklich unterhaltsame, spannende und vor allem coole Geschichte zu präsentieren, die auf der Leinwand durchweg Spaß macht!

Wer also wieder mal ungeniert lachen möchte und eine wunderbar erzählte Geschichte erleben, der darf hier beherzt zugreifen und sich ein .kinoticket sichern!

.kinoticket-Empfehlung: Für die deutsche Machart übertrieben gut!

Man schafft es, witzig zu sein und präsentiert eine Coolness, die ich bei anderen deutschen Filmen oft vermisse oder als lächerlich empfinde: Keine Fremdscham, guter Humor, interessante Handlung und ungenierter Kinospaß! Mitnehmen!

Nachspann
✅ ist nett animiert, aber nicht zwingend notwendig … man braucht allerdings nicht direkt rausstürmen.

Kinostart: 10. Januar 2019

Original Title: Kalte Füße
Length: 96 Min.
Rated: FSK 12

Es ist kompliziert…!

Was vielen wohl eher als ein Beziehungsstatus auf Facebook bekannt ist, verwandelt die BBC in einen romantischen Komödientrip quer durch London, auf dem Simon Pegg zur richtigen Zeit am richtigen Ort die falsche Person aufschnappt, um sein Blind Date mit ihr zu zelebrieren.
Ja, der Trailer war etwas spinnig und erinnerte ein wenig an die miesere Version eines gelungenen, französischen Films. Aber wenn man schon in der Sneak Preview hockt, nimmt man mit, was geboten wird und hält einfach erstmal die Füße still.
Genau das tat ich und schon nach wenigen Minuten war das Eis gebrochen. Die Macher verwandeln die trailerhaft anmutende Art von unterirdischer Durchgeknalltheit sehr schnell in eine angenehme Sex-and-the-City-Schmonzette, die zwar zeitweise trotzdem etwas blöd rüberkommt, aber im Allgemeinen überzeugt.
Sie wirkt – gewollt oder nicht – die ganze Zeit über etwas damenhaft-naiv und es bleibt auch den restlichen Film über nicht abzusehen, dass sich daran etwas ändert. Mein Typ einer Traumfrau sähe anders aus, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
Pegg hingegen selbst gehört zu denen, die in das typische Bild eines Romantic-Comedy-Kerls passen: Nicht Manns genug, harte Entscheidungen zu fällen und sie im richtigen Augenblick zu erkennen, weichgespült und zedernhaft, um die fiebrige Frauenwelt anzusprechen und das dann noch gepaart mit ein paar unglücklichen Zufällen ergibt eine Story, wie sie in jedem besseren Frauenmagazin nachzulesen ist.
Nur, dass man es mit dem britischen Charme diesmal tatsächlich geschafft hat, so etwas wie eine Wohlfühlatmosphäre aufzubauen, in der sich der Zuschauer tatsächlich geborgen fühlt und sich dabei nicht verarscht vorkommt.
Am Schluss hat man das Gefühl, Teil einer riesigen Familie zu sein, die einfach eine tolle Zeit miteinander verbracht und wieder einen Schwank mehr in den Geschichtsbüchern stehen hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Mann mag man stellenweise seine Schwierigkeiten mit den Frauenproblemen haben, die dieser Film enthüllt und zu entschlüsseln versucht, jedoch ergibt das mit Freundin an der Seite durchaus einen ganz netten Abend, von dem beide nicht unbedingt enttäuscht sein dürften.
Die typischen Klischeeübertreibungen bleiben diesmal im verschlossenen Kämmerlein und man wird entführt in eine Welt im nächtlichen London, in der es turbulent zugeht. Gepaart mit viel verbaler Interaktion und auch einigen durchaus witzigen Szenen schafft es die BBC hier einmal mehr, mit filmischem Können zu überzeugen und einen Familienfilm zu kredenzen, der durchaus seine Höhepunkte aufzuweisen hat.
Dieser Film ist also durchaus sehenswert.

 
Nachspann
solide und fundiert nach klassischer Manier: Nach dem Ende ist auch wirklich Schluss. Sitzenbleiben lohnt sich also nicht.

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