Waffen

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Peppermint - Angel of Vengeance
© 2018 Universum Film GmbH

 

Jennifer Garner als Racheperson: Ich hab nach Himmelskind immer noch meine Zweifel, dass diese liebenswürdige, zerbrechliche Frau mit Waffen wirklich umgehen könnte und eine solide Figur in einem Streifen wie diesem hier abgeben wird.

Tatsächlich hapert der Film aber weniger an ihrem Können als vielmehr dem unbeschreiblich kranken Plot, der von Vorhersehbarkeit durchkämmt ist und so ziemlich jedes Klischee einliest, das dabei auf dem Weg liegt.

Die Idee dahinter ist vielleicht ganz witzig, mündet aber in einer nahezu lächerlichen Farce, die nichts mehr mit ernstzunehmendem Actionkino zu tun hat. Angesichts der PR rund um diesen Streifen war vorher sogar fälschlicherweise fast anzunehmen, dass es hierbei um eine dieser wüsten Schlachten aus dem japanischen Anime-Sektor geht, das man nun vermenschlicht neu interpretiert – selbst, wenn dem so wäre, ging der Schuss extrem nach hinten los.

Was man geboten bekommt, ist mit viel Liebe allerhöchstens gutes Mittelmaß und reicht für einen „Film zwischendurch“, wenn man eh grad nichts zu tun hat – und davon dürfte derzeit da draußen kaum jemand reden.

Dass die Idee eigentlich gar nicht so übel klingt, ist deshalb erstaunlich, weil mir auch bei längerem Überlegen kein Film einfällt, der so in der Art schon mal etwas aufgegriffen und richtig überzeugend umgesetzt hätte: Fast schon, als läge auf dieser Thematik ein cineastischer Fluch, den es bis heute immer noch zu brechen gilt. Peppermint – Angel of Vengeance hat das aber auch nicht geschafft. Leider, denn Jennifer Garner ist tatsächlich mit Abstand noch das allerbeste am ganzen Film.

 

.kinoticket-Empfehlung: Die Erwartungen waren da und wurden in meinem Fall gänzlich enttäuscht: Die Drehbuch- und Plotarbeit ist in meinen Augen ganzheitlich misslungen.

Jennifer Garner macht trotz allem eine super Figur, kann in dem Film aber nicht richtig aufgehen, was permanent ein „Handbremse angezogen“-Gefühl auslöst, aus dem der Streifen zu keiner Zeit wirklich raus kommt. Schade, Potenzial wäre nämlich auch hier viel vorhanden.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 29. November 2018

Original Title: Peppermint
Length: 96 Min.
Rate: FSK 16

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© 2018 Concorde Filmverleih GmbH

 

Ein “Hunter Killer” (Jäger-Killer) ist ein Marineschiff, das für die Jagd und Zerstörung anderer Schiffe ausgerüstet ist, zumeist ein U-Boot.

Mit diesem Wissen im Gepäck klingt auch der Titel gleich nicht mehr ganz so dämlich. Gerard Butler nämlich ist irgendwie ein Garant für Mittelklassewagen-Popcorn-Actionkino und genau solche Erwartungen hegt man auch, wenn man ohne Vorwissen in den Film wandelt. Es kann was kommen, muss aber nicht und wenn man Glück hat, ist es besser als in Olympus Has Fallen.

Wer sich das Plakat näher besieht oder bei den .teaser-Beiträgen schon reingeschnüffelt hat, bekommt vielleicht etwas Battleship-Angst und wer meint, vom Intelligenzanspruch an bestehende Bande angeknüpft worden zu sein, der bibbert vielleicht noch wegen MEG.

Ich kann euch so viel vorweg verraten: Entspannt euch und chillt einfach ein wenig. Hunter Killer ist genau das, was ihr erwartet: Intelligenzstumpfsinniges Actionkino, das dafür gemacht wurde, um bei abgeschaltetem Hirn, Bierchen und Popcorn den Abend entspannt ausklingen zu lassen und keinerlei Herausforderungen zu erstellen.

Dass so etwas in den USA produziert wurde, zeugt einmal mehr von der Besessenheit in punkto Kriegsmaschinerie, die man hier natürlich optisch und kriegerisch voll auskostet, auch wenn der Film relativ ruhig und dialoglastig startet und erstmal gar nicht so viel von der erwarteten Action kommt.

Die wird dann im Anschluss aber noch aufgefahren, was gleichzeitig alle Plot-Überraschungen zunichte macht, da ab einem gewissen Punkt diverse „Möglichkeiten“ simpel berechenbar werden, insofern der Film nicht gänzlich ohne Special Effects und Actionmomente auskommen möchte.

Sprich: Wer hier mit irgendwelchen (!) Erwartungen reingeht, kann sich eigentlich nur enttäuschen lassen, wer sich gemütlich in den Sessel fallen lässt und alles andere einfach geschehen lässt, der bekommt solide Action im altbekannten Butler-Style.

Muss man das Ding jetzt unbedingt gesehen haben?

Ganz klares nein, obgleich ich empfehle, wenn man sich den Film antun möchte, dies dennoch in einem Kino zu erledigen, weil er auf kleineren Displays dann gänzlich abkackt und deutschlandweit kein einziges Wohnzimmer mitziehen könnte, um das Niveau wenigstens noch einigermaßen erkennbar zu lassen.

Dass in solchen Projekten immer noch versucht wird, irgendeinen morbiden Anspruch auf „Mehr“ zu erheben, ist in meinen Augen völlig unverständlich: Gebt den Leuten doch einfach Action, lasst alles andere beiseite und investiert lieber in ein paar mehr Minuten Getöse und Krach, dann ist wenigstens die Zielgruppe zufrieden und schnurrt gemütlich vor sich hin.

P.S: Nutzt Männerabende und andere Kollektiv-Veranstaltungen aus, die machen das Werk als „Erlebnis im Kino“ noch interessanter.

 

.kinoticket-Empfehlung: Action auf solider Basis, die sonst nichts aufregendes neues bringt.

Für meine Verhältnisse wurde anfangs im Film etwas zu viel gequatscht und der Zuschauer zu lange hingehalten, bis es endlich „los geht“, dann aber kommt man actiontechnisch auf seine Kosten und kann ohne Nachzudenken den Tag gemütlich mit diesem Streifen ausklingen lassen.

Ansprüche jedweder Art sind hier fehl am Platze, wenn man dazu in der Lage ist, dann bitte ins Kino, woanders verfehlt er auch diese Wirkung noch vollständig und wäre dann tatsächlich „unbrauchbar“.

 

Nachspann
✅ ist nicht unbedingt wichtig, zeigt aber noch relativ viel Bewegtbildmaterial, wer möchte, darf also sitzen bleiben.

Kinostart: 25. Oktober 2018

Original Title: Hunter Killer
Length: 122 Min.
Rate: FSK 16

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© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 
Dieser Film wird die Welt heilen. Er saugt all die Boshaftigkeit in sich auf, bringt die zerstörerische Wut unserer Generation in ein passendes Gefäß, lässt dieses explodieren und verteilt die genüssliche Wirkung von Rache, Feindseligkeit und Hass auf unsere Generation.
Diese Krankhaftigkeit, mit der unsere Zeit verseucht ist, bekommt hier ein Symbolbild und wird für Sehende verständlich auf die Leinwand gemalt. Wer nicht mit Waffen draußen rumspazieren und seinem Ärger durch den Trigger Luft verschaffen will, kann dies völlig unschädlich jetzt auf der Leinwand auch einfach erleben: .kinoticket lösen, 3D Brille aufsetzen und dabei zusehen, wie Venom mit allem aufräumt.
Krieger dieser Welt, schnappt euch ein Pausenbrot, senkt eure Waffen, legt euch auf den Boden und lasst das Blut aus euren Wunden fließen: Ihr braucht vorerst nicht weiter kämpfen: Venom ist da!
Dieses Gefühl ist unbeschreiblich: Pause! Zeit für sich. Zeit, seinen eigenen Schmerz zu erleben, weil man nicht ständig für andere stark sein muss. Da drin … steckt mehr, als Sony oder Marvel weiß.
Ich hab stundenlang danach immer noch Gänsehaut gehabt und ich bin mir ziemlich sicher: Die Welt wird diesen Film nicht verstehen. David, this is for you. Only.
Es klingen überall Befürchtungen an, dieses Werk sei scheiße. Okay, Sony hat in der Vergangenheit nicht immer nur Brüller rausgehauen und Marvel ist dieses Mal nur “in association with” dabei, aber selbst das reicht, um endlich alles richtig zu machen, was vorher mit Spider Man in die Scheiße geritten wurde.
Es ist das erste Mal, dass Marvel einen Charakter “einkauft”, den sie nicht selbst erfunden und auf die Leinwand gebracht haben. Und die Vorgeschichte ist durch alle, die vorher mit ihren Dreckhänden dran gepackt haben, im Arsch. Marvel muss diesen Charakter also nicht nur retten, sondern auch viele Lügen und Betrug bereinigen, der inzwischen in den Köpfen der Menschen rumgeistert.
Die .trailer zum neuen Spider-Man leisten da schon großartige Vorarbeit und die zerstrittenen Comic-Seelen dürften nun langsam beginnen, ihren Frieden mit dem Major-Label zu schließen und ihre Augen weiter öffnen für alles, was da kommen möge.
Vor dem Wiederaufbau die Zerstörung. Erst alles kaputtschlagen, dann schauen, was überlebt und neu hinstellen. Great American Spirit. Venom ist für’s Kaputtschlagen da und ich hoffe und bete immer noch, dass wir davon eine Trilogy bekommen werden, denn: Dieser Film wird unsere Welt heilen.
P.S: Schaut ihn euch in OV oder OmU an, die deutsche Synchronisation ist zwar ganz passabel, der Voice-Cast für Venom erfreulich düster und auch Tom Hardy‘s geile Performance wurde toll gemastered, allerdings sind einige Jokes im Englischen mit wesentlich mehr Profil gesegnet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Das 3D ist nicht zwingend notwendig, den Film anzusehen dafür um so mehr: Es ist ein perfektes Spiegelbild unserer zerstörten Generation und vollbringt das, wozu alle Regierenden dieser Erde gerade scheinbar nicht in der Lage sind: Er haut mit riesigen Pranken auf den Tisch und beendet einfach alles und räumt auf.
Gebündelter Hass, vollzogene Zerstörung und dabei eine tiefschwarze Liebe, die einzigartig ist: Venom übernimmt den Kampf aller kämpfenden Helden und portraitiert damit auf der Leinwand, was außerhalb der Kinos gerade abgeht.
Nationen, zieht euch warm an, Venom ist da und ihr wollt ihn nicht als Feind.

 
Nachspann
✅ Die Presse wurde bereits vor der Weltpremiere bestraft, die Vorpremierenzuschauer haben sich selbst gegeißelt und die Kinogänger werden es wohl auch kaum lernen: Bei einem Marvel bleibt man bis zum Schluss sitzen.
Ja, der Abspann ist lang. Elends lang.
Ja, es kommt eine Zwischensequenz.
Ja, danach kommen noch 10 Minuten Abspann.
Ja, danach kommt noch ein Film, der den Vorfilm von Coco locker in der Zeit toppt. Nicht nur eine Sequenz … ein Film!!! Wer ihn verpassen möchte => Die Kinotüren sind die ganze Zeit offen.
Achja, und Venom steht draußen und prügelt euch wieder zurück in den Saal.
BLEIBT. ALSO. VERDAMMTNOCHMAL. BIS. ZUM. BITTEREN. ENDE. SITZEN!
Danke.
 
Kinostart: 04. Oktober 2018
Original Title: Venom
Length: 112 Min.
Rate: FSK 12 (halte ich für wesentlich zu gering!)

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Beim Plakat könnte man an einen zweitklassigen Film aus den 70ern denken, der Titel reißt vielleicht auch nicht jeden vom Hocker und wenn man beim näheren Hinsehen dann auf das Wort “Dokumentation” stößt, schreckt das die restlichen Interessenten wohl auch noch ab.
Habt ihr ein Glück, dass ich so kinoversessen bin und wirklich überall reingehe. Ich hab nämlich anfangs auch gedacht: “Naja, was soll da schon kommen” – saß dann drin und wurde sofort gepackt.
Leute? Das Ding steht in der Topliste diese Woche – und das nicht ohne Grund!
Fly, Rocket Fly schafft es, dem Zuschauer deutsche Raumfahrtgeschichte so packend zu verkaufen, als würde es gerade erst passieren. Man spürt förmlich den Drang und die Lust auf Abenteuer, neue Welten zu entdecken und auch, wenn man kein SciFi-Fan ist, erlebt man doch, was die Raumfahrt mit den Menschen anrichtet, und das am eigenen Körper.
Dieser Rausch nach mehr, dieser Rausch, über sich selbst hinauszuwachsen und etwas zu vollbringen – und dabei die unglaublichsten Dinge zu erleben … Manches davon ist so irre, dass es unmöglich erscheint – und dem entgegen steht, dass dies hier keine Mockumentary oder Fake-Doku ist, sondern ausschließlich Archivmaterial verwendet und damit zu 100% auf glaubwürdige Quellen zurückgegriffen wurde.
Und von Raumfahrt mal abgesehen: Zeitgleich erlebt man, wie diese Welt funktioniert, wie politisch manche Sachen gehandhabt werden und bekommt einen wunderbaren Einblick in menschliche Wesenszüge, die das Potenzial haben, immer die abartigsten Dinge aus allem zu schlagen.
Fly, Rocket Fly ist ein Kinoerlebnis, dem man sich unter keinen Umständen entziehen sollte. Ich weiß nicht, warum man so zurückhaltend mit der Presse umgeht oder auch sonst nichts von diesem Projekt hört und sieht, aber ihr habt als Zuschauer die Möglichkeit, die kleinen Säle zu füllen und dem Verleih zu zeigen, dass genau so etwas gerne geschaut wird – es lohnt sich und ist dermaßen spannend und unterhaltsam, dass der Kinoabend auf jeden Fall gesichert ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Deutschland vor der USA im Weltraum?
Dieser Film erzählt eine unglaubliche und zu 100% wahre Geschichte und deckt dabei menschliche und politische Machenschaften auf, ohne auch nur eine einzige Sekunde zu langweilen. Es ist DIE dokumentarische Überraschung überhaupt, die jeden einzelnen, der sie bereits gesehen hat, absolut verblüfft hat.
Ein .kinoticket für diesen Film zu lösen, ist nicht nur lohnenswert, sondern Pflicht! Geht da rein und lasst euch von dieser unfassbaren Story mitreißen!

 
Nachspann
❌ wartet nicht mit neuen Sequenzen auf, man darf also wieder nach draußen und in den Himmel starren. 🙂
Kinostart: 27. September 2018
Original Title: Fly, Rocket, Fly
Length: 90 Min.
Rate: FSK 12

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Wenn “Purge” im Titel vorkommt, darf bei den Producern so viel Blumhouse Productions stehen, wie will: Dann hab ich mit diesem Label meinen absoluten Frieden. The First Purge ist nach The Purge – Die Säuberung, The Purge: Anarchy und The Purge: Election Year bereits das vierte Filmchen dieser grandiosen Spielfilmreihe und begeistert ein weiteres Mal mit unerwartetem Tiefgang und grandiosen Horrorfilmeinlagen.
Inzwischen hat Blumhouse Productions als Probier-Label von sich reden gemacht, die Dinge testen, die sich sonst keiner der großen Studios mehr traut. Die Produktionskosten sind in fast allen Fällen überschaubar gering und somit ist ein möglicher Flop durchaus verschmerzbar, zumal sich kommerziell gesehen in letzter Zeit öfters ausgezahlt hat, dass man sich solch neuer Filmversuche angenommen hat.
The First Purge ist kein Filmversuch mehr, sondern bereits die dritte Fortsetzung einer großartigen Filmidee, die eben nicht auf stupides Blutgeplänkel und billige Gore-Effekte setzt, sondern sich psychologisch als auch politisch mit möglichen Szenarien einer absurden Welt auseinandersetzt und diese einfach mal durchexerziert. Entertainment at it’s best: Man nutzt gekonnt die Leinwand für psychologische Spielchen, die in der realen Welt undenkbar wären und sorgt so für großartige Unterhaltung in ihrer vollen Blüte! Es macht einfach nur Spaß.
Nun könnte man meinen, dass man im vierten Teil nun endlich allen Saft aus dem Wollmilchkuhschwein herausgepresst hätte und nicht mehr viel Neues hinzukommen kann: Es wurde alles gesagt, es wurde alles gezeigt und nun geht’s in immer wiederkehrende Wiederholungen rasant in Richtung Langeweile? Nein! Genau diese Erwartungen mag man vielleicht als unvoreingenommener Kinobesucher anfangs haben, aber genau da erlebt man, weshalb ich diese Filmreihe so sehr schätze: Man trumpft mit Inhalten und gibt sich nicht mit billigen Wiederholungen zufrieden.
Es sind eben nicht die sonst bekannten Splatter-Erfahrungen, die abseits jedweder Vernunft und Größe den Geist dieser Horrorlandschaft ausfüllen, es sind wohl durchdachte, provokante und tiefgründige Gedankenexperimente, denen man Leben einhaucht und ihnen Bilder und Töne angedeihen lässt, damit sich der Zuschauer gänzlich darauf einlassen und die Folgen dessen genießen kann. Selten hab ich so viel Menschlichkeit in einem Film gesehen, dessen Aufgabe es ist, das Leben in jeder Form zu verachten und den niederträchtigsten Gelüsten Freiraum zu verschaffen!
So mag vielleicht der ein oder andere enttäuscht sein, weil die Werbung, .trailer und Poster andere Töne angezeigt haben, der Film selbst überrascht aber mit einer großartigen Portion Seligkeit und türmt dabei die professionellen Erwartungen an diese Filmreihe weiter nach oben auf: The First Purge zeigt Größe und beweist einmal mehr, dass Horror nicht gleich Stumpfsinn sein muss: So wird’s eben richtig gemacht!
 

.kinoticket-Empfehlung: Anders, als so manch einer vielleicht erwarten würde, aber dafür umso reichhaltiger und bewundernswerter: The First Purge opfert seine Liebe dieser ausgefallenen Idee und steht als Prequel ganz oben auf dem Treppchen der gelungenen Fortsetzungen.
Soundtrack, Kulisse, Dramaturgie und Tiefgang als auch Kostüme und Masken: Hier hat man richtig investiert und sorgt einmal mehr für offenes Staunen und Verwunderung, wenn auch aus völlig anderen Beweggründen als anfangs angenommen. Diesen Film darf man sich als wahrer Purge-Fan sowieso nicht entgehen lassen!

 
Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, es sei denn, man steht auf den Soundtrack 😉
Kinostart: 5. Juli 2018

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Bei diesem Titel braucht man vorab ein paar Setting-Erklärungen, sonst geht die Sache gewaltig in die Hose:

    • Der Film zählt zum Horror-Genre, darüber sollte man sich im Klaren sein. Das bedeutet, er kann auch im Rahmen einer FSK-18-Sneak Preview gezeigt werden. Das Kinopersonal anzuschnauzen, dass man so etwas doch nicht in einem Kino zeigen könne, ist hier garantiert nicht intelligent. Genau dafür sind u.a. Sneak Previews da: Um Dinge auf den Screen zu bringen, die nicht im üblichen Kinoprogramm durchlaufen würden. Danke an die Kinos – shame on you an die Beschwerer.
    • Erinnert ihr euch noch an die gute alte Zeit, wo man einfach Klamauk als festen Bestandteil eines jeden Horrorfilms kannte und es seltsam war, wenn die gewollt ironisch-billige Komik während der Blut- und Angstszenen fehlte? Genau da wollten die Macher Winchester – Das Haus der Verdammten haben: Als eine Hommage an diese Zeit. Billiger Plot, angsteinflößende Szenen, die in Lachkrämpfen enden und doch irgendwo horrös rüberkommen.
    • Ja, der Film sieht sich nicht als Blockbusterüberflieger und möchte genausowenig Independent-Geheimtipp sein: Er ist ehrlich zu sich selbst und vermittelt zu jeder Zeit, dass er einfach einen gemütlichen Kinoabend verspricht, der an die unbeschwerte Kindheit erinnert und einem mal wieder so richtig gechillt die Comedy-Eier durchschaukelt, während um einen herum diese von merkwürdigem Humor umflügelnden Angstzenen tanzen.
    • Man soll sich nicht gruseln, man soll belustigt sein.

 
 
Und damit wäre jetzt eigentlich alles gesagt und ihr seid bereit dafür, .kinotickets zu ordern und diesen Streifen zu genießen.
Die Idee ist nämlich durchaus gelungen, hält sogar Stücke aus der Realität parat – soll heißen: Die Gruselvorlagen entstammen dem echten Leben.
Das Bühnensetting steht auch völlig diskussionsfrei erhaben da: Die grandiosen Bauten und imposanten Einrichtungen allein sind ein Blick in diesen Film wert.
Und obwohl man während des Films manchmal seine Plot-Zweifel hegt (und auch hegen darf), so ergießt sich die Auflösung dann wieder völlig in Logik, insofern man oben benannte Regeln beachtet: Nehmt es einfach nicht ernst, sondern erfreut euch an einem wunderbar traditionellen Stück Horror.
Der Fakt, dass sich so viele bereits jetzt darüber aufregen (Ja, er lief in der Sneak) zeugt eigentlich nur von einer traurigen Wahrheit: Das Volk ist viel zu wenig getrimmt auf Horror – schon gar nicht im Kino. Wir wurden weichgespült und uns wurde der Umgang mit Horrorfilmen aberzogen. Der Zuschauer weiß nicht mehr, wie er mit solcherlei Stoff umgehen soll und fühlt sich überfordert, da er ansonsten nur mit geistigem Dünnschiss zugelallt wird oder mit ikonischen Blockbustern umschmeichelt.
Da kann der Horror in sich noch so gut sein, bewertet wird immer schlecht, weil: Horror.
 

.kinoticket-Empfehlung: Tut euch selbst den Gefallen und zieht euch dieses Werk rein, denn hier hat man den Griff ins Klo mal sagenhaft verfehlt 🙂
Man orientiert sich an alten Werten, komödiantischem Horror und trifft damit auf ein Genre, dass nichts im Mainstream verloren hat, sondern einfach Spaß macht und unterhält. Beachtet die obigen Regeln und ihr werdet dieses Ding lieben.

 
Nachspann
Hier seht ihr die originale Dame, was belegt, dass die ganzen Spukvorlagen tatsächlich aus realen Ängsten entstanden sind. Toll, dass dann so als Film herauszuarbeiten.
Kinostart: 15. März 2018

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Trailersonntag – mit einem Blick auf die aktuellen Filme im Kino. Warum?
Weil der Film verdammtnochmal viel zu wenig gewürdigt wird und es den Anschein hat, als würde er bereits wieder aus den Sälen verschwinden. Und das darf nicht passieren!
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=wyzYatXVN7Q?rel=0&w=560&h=315]
Unglaubliche Performance präsentiert by © Universum Film
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
habe ich ja bereits in meinem Beitrag hier gesagt, aber einfach nochmal in Kürze:

  • Jessica Chastain: eine unglaubliche Schauspielerin, die hier zu Höchstform aufläuft und alles und jeden in den Boden spielt, der sich auf der Leinwand bewegt! Phänomenal!
  • Das Thema: Unglaublich, wenn sich einzelne mit derartigen Megamonstern anlegen und die Show gewinnen wollen – allein das macht den Film schon megamäßig interessant.
  • Unglaublich hoher Bildungswert: Wenn die Bevölkerung darüber aufgeklärt werden soll, wie ihre Welt funktioniert, dann legt man solche Filme ein und spielt sie jedem vor. Nutzt die Gelegenheit, solange er noch im Kino ist.

Über den Film wird viel zu wenig gesprochen. Ich habe bisher einige ins Kino geschickt und sie alle haben es mir gedankt, weil der Film tatsächlich unglaublich ist. Darum an dieser Stelle mal ein .trailer von einem aktuell laufenden Film, der es wirklich wert ist, gesehen zu werden, denn die Spitze der besten Filme 2017 hat er längst erklommen.
 
Kinostart: 6. Juli 2017

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Ich weiß noch, was es für eine Sensation war, als sich in meiner Kindheit erstmalig zwei große Filmhelden miteinander verbanden und man filmübergreifende Jokes einarbeitete, die zeigten, dass eine Figur nicht mehr nur einem Film allein gehörte, sondern man themenübergreifend damit arbeiten konnte.
Was anfangs in spektakulären Gegenüberstellungen begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu großartigen Universen, in denen man sämtliche Kolosse gegeneinander antreten bzw. sie miteinander das Böse bekämpfen ließ.
Heute – im Jahr 2017 – haben viele Studios ihre eigenen Universen gegründet, innerhalb derer jetzt fröhlich publiziert und das Volk mit immer neuen Einfällen versorgt wird, die filmische Unterhaltung generieren.
Dem schließt sich Universal Pictures an und startet dieses Jahr mit der Neuauflage des 1932 erschienenen Die Mumie sein eigenes Dark Universe und beginnt damit gleich mal mit einem CGI-Vollkracher, der seine Fans mit offenen Mündern dastehen und garantiert keine Langeweile aufkommen lässt. Was hat sich im Laufe von fast 100 Filmjahren alles getan!
Klar, die nostalgischen Momente kreuzen bei Menschen wie mir auch immer wieder auf und man ertappt sich öfters dabei, wie man sehnsüchtig in Richtung der vergangenen Jahrzehnte und deren Errungenschaften blickt, jedoch müssen wir alle wohl langsam begreifen, dass diese Zeiten vorbei sind und man bewusst einen Schritt in die Zukunft getan hat, bei dem Digitalismus und Rechenpower genauso als “Cast” dazugehören wie die echten Schauspieler. Dass ersteres oftmals sogar höhere Gagen bekommt und damit der Mensch hier und da zur abgewerteten Spezies innerhalb eines Stücks verkommt, ist in der Vergangenheit ja nicht nur einmal passiert.
Fakt ist: Die Mumie versucht sich daran, den Fans nicht die Suppe zu verderben, sondern eine völlig neue, moderne und trotzdem unterhaltsame und spaßige Variante auf die Leinwand zu projizieren, die auch Genrefans des vergangenen Jahrhunderts erreicht.
Was mir dabei aufgefallen ist: Tom Cruise ist alt geworden, wirkt abgespannt, müde und wie ein Schatten seiner selbst, während er über die Leinwand tobt und der einstige Glanz seiner Persönlichkeit eher zur Action-Ikone verkommt, die den Film nicht mehr so einzigartig trägt, wie er es in seinen vergangenen Werken getan hat. Für mich die absolute Bombe war vielmehr Sofia Boutella, die auf Wunsch des Regisseurs als Ahmanet gecastet wurde und ihre Sache mehr als herausragend meistert.
Dass längst nicht mehr der altägyptische Charme der alten Mumie-Trilogie aufgefahren wird, sondern man sich bewusst für moderne Zeitalter mit neuartigen Interpretationen dieser Story entschieden hat, soll Liebhaber nicht davon abschrecken, dennoch in die neue Vorführung zu gehen und sich das Werk anzusehen.
Mit Effekten wird hier nicht gespart, jedoch hält man sich den ganzen Film über treu die Waage und verschandelt die Show nicht mit der Überglorifizierung digitaler Errungenschaften, sondern lässt den Menschen dazwischen immer noch genügend Spielraum, um ihr Können und ihre Existenzberechtigung unter Beweis zu stellen.
Dabei werden nicht nur alte Methoden mit neuem Anstrich versehen, sondern auch in Sachen Gigantismus völlig neue Geschütze aufgefahren, die eben nicht das traurige Bild einer nochmals aufgekochten Geschichte präsentieren, sondern als Startschuss für eine neue Ära von Monsterfilmen durchaus spürbare Eindrücke hinterlassen. Im Zuge der Idee, die alten Horrorfilme alle einem Reboot zu unterziehen, sehe ich diesen Film als einen gelungenen Startschuss, der einstiges B-Movie-Niveau nun auf massentaugliche Blockbuster-Ebene hievt und den Zuschauern so jede Menge Zündstoff für Diskussionen bietet, da sicher nicht jeder automatisch mit der Modernität einverstanden sein wird.
Als Zuschauer sollte man auf keinen Fall den Fehler machen und hier die tiefgründige, dialogschwere Besonderheit erwarten, sondern sich einfach auf ein kolossal-schwarzes Event einstellen, dass frühere Abarten des Bösen durchaus in seine Schranken verweist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mit Russell Crowe und Sofia Boutella im Gepäck entsteht hier eine völlig neue Dimension des Schreckens, die sich an den heutigen Standards der Filmindustrie orientiert und dabei selbst digitale Maßstäbe auf absolut höchstem Action-Niveau setzt.
Der Film ist nicht vergleichbar mit seinen Vorläufern, sondern liefert aus Randdaten eine völlig neuinterpretierte Erzählung, die zwar nicht unbedingt mit Tiefgang und Eleganz, dafür aber mit extrem viel Style und wuchtiger Action punktet und somit dem Popcornkino wieder einen Grund zum Besuch abstatten liefert.
Wer Fan von Die Mumie ist und Horrorfilme liebt, den schreckt wohl als erstes die FSK-12-Freigabe, die ich – wie übrigens damals auch schon – für zu niedrig angesetzt halte. Nichtsdestotrotz macht die brachiale Düsternis im Kino bei aufgedrehter Lautstärke mal wieder richtig Spaß und sorgt ab heute garantiert für gelungene Kinoabende.

 
Nachspann
liefert keine weiterführenden Elemente, jedoch ist klar, dass das als Auftakt einer Reboot-Reihe genutzt wird, die sich um die Horrorfilme der 30er bis 50er Jahre von Universal Pictures dreht.

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Dag 2

Bei diesem Titel bewegen wir uns wieder einmal im türkischen Kino und wer sich jetzt schon auf billigste Comedy und erhabenen Quatsch eingestellt hat, erfährt hier gleich, wie es ist, mit vollem Karacho auf eine Wand zuzurasen und selbige mitten ins Gesicht zu kriegen.
Dag 2 als Fortsetzung des gleichnamigen ersten Teils (den auch ich nicht kenne) entführt hier in völlig neue Welten. Von dem üblich-durchgeknallten Mist absolut keine Spur, dafür jede Menge Ernsthaftigkeit, türkischer Patriotismus und die Frage nach Ehrgefühl und Menschlichkeit in einem Gebiet, in dem die Türkei politisch nichts verloren hat.
Die sonst so verqueren Einstellungen dieses Kultur-Kontinents in seiner Andersartigkeit dem westlichen Alltag gegenüber zerstören hier keine Minute das Gesamtbild, sondern man befasst sich eingehend und umfassend mit durchaus überlegenswertem Gedankengut und der Frage nach Menschlichkeit verbunden mit ziemlich tiefgreifenden Entscheidungen bezüglich System, Gehorsam, Treue, Verbundenheit und anderen moralischen Werten.
Den Hauptdarstellern wird allen reichlich Zeit dafür gegeben, sich immer mehr stückweise zu entfalten und ihr Charakterprofil aufblühen zu lassen, während der Plot unweigerlich in vergangene Ereignisse eintaucht und Szenen zeigt, die wir von den Medien in dieser Form nicht kennen.
Hierbei trägt dieser Film mit einer von mir unerwarteten Ernsthaftigkeit zum Thema der Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und der internationalen Verständigung bei, was ich nach all dem, was mir bisher aus dieser Gegend an Material vorgesetzt wurde, niemals auch nur erahnt hätte.
Und genau dieses Für-Voll-Nehmen, was allen Teilhabenden hier angeboren zu sein scheint, hat mich von diesem Streifen durchaus überzeugt.
Vielleicht mögen die Untertitel so manchen Zuschauer davor abschrecken, gerade dieses Werk als Unterhaltungstreiber zu wählen, jedoch finde ich nach eingehender Prüfung auch keine Gründe, weshalb man sich nicht dafür entscheiden sollte.
Hierzulande machen andere Blockbuster Dag 2 das Leben schwer, der jedoch zieht unverblümt und ohne Einschränkungen an so manch zweitklassigem Werk vorbei und empfiehlt sich selbst in einer Unaufdringlichkeit mit einer Moral, die nach der Spielzeit ihre Spuren beim Zuschauer hinterlässt und somit die Relevanzfrage positiv beantwortet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass der Titel nicht ins Deutsche übersetzt wurde und man im Film ständig Untertitel lesen muss, sofern man der türkischen Landessprache nicht mächtig ist: Der Film lohnt sich dennoch.
Ernsthaftigkeit, ergreifende Momente, sinnliche und beeindrucke visuelle Bilder gepaart mit Action und ein klein wenig Patriotismus erzeugen hier ein Momentum zum Nachdenken, Philosophieren und tragen auf ihre Weise einen Teil zur interkulturellen Verständigung bei.
Hut ab – das hätte ich diesem Land in der Form nicht zugetraut! Bin positiv überrascht.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, nach der Abblende und dem übrigens genialen letzten Eindruck darf man die Bühne des Geschehens ruhigen Gewissens verlassen.

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Green Room

Begriffserklärung: Als Green Room wird der Raum bezeichnet, in dem die Künstler und Musiker sich aufhalten, bevor oder nachdem sie ihren Auftritt auf der Bühne gehabt haben.
Besuchern der Vorstellung wird alsbald klar, weshalb sich der Autor zu diesem Titel entschieden hat, wobei Leser der Filmbeschreibung an der Kinokasse wohl eher weniger diesen Titel wählen dürften, da sich die kurze Inhaltsangabe eher nach einem billigen C-Movie als nach guter Unterhaltung anhört und somit wohl eher weniger die Massen in die Säle locken dürfte.
Gefundenes Fressen für einen gelungenen Sneak-Abend, an dem erfahrungsgemäß bevorzugt genau solche Nischenfilme gezeigt werden, die nicht die Bedürfnisse der breiten Masse befriedigen, aber dennoch künstlerisch wertvolles Schauspiel beinhalten.
Was hier unangefochten in alleroberster Liga mitspielt, ist die düstere, knisternde und allzeit unheimliche Stimmung verbreitende Atmosphäre, in die man von Anfang an hineingeworfen wird und aus der es kein Entrinnen gibt. Statt sich – durch Schmutz, Dreck oder anderweitige Plagen – langsam wieder nach oben zu kämpfen, rutscht man im Verlauf des Films immer tiefer in das Unheilvolle, bis es schließlich zum fulminanten Showdown kommt, bei dem man die Stärken des gewählten Genres plausibel ausspielt und die Zuschauer somit mit tiefen Erinnerungsfurchen wieder zurück in den Alltag entlässt.
Dass Schauspiel hier als “Musikfilm” zu bezeichnen, wäre ziemlich gewagt, zumal es ein sehr düsteres Kapitel der melodischen Kulisse anspricht, in dem sich mit Sicherheit die wenigsten aus den Reihen der üblichen Kinogänger zu Hause fühlen dürften. Jedoch gehört auch diese Art von Kunst zu der Geschichte der Musik und äußert sich hier in einem Fall von zerstörerischer Idylle, die so selten auf der Leinwand erlebt wurde und eben in meinen Augen gar nicht ins Regal der C-Movies gehört.
Gerade Schauspieltalente wie Anton Yelchin, dessen unvergessene Darstellung in Alpha Dog – Tödlichen Freundschaften ich nie vergessen werde und der vielen vielleicht eher als Kyle Reese aus dem vierten Terminator-Film bekannt sein dürfte oder der seinerseits eher bekannte Patrick Stewart, der mit X-Men und Star Trek bereits jetzt Filmgeschichte geschrieben hat, erheitern hier die Leinwand mit ihrer erfrischend neuartigen Darstellung in einem Genre, das man keinem von beiden in dieser Form zutraut.
Und der düstere Mix aus geschundener Abgeschiedenheit und der allzeit pulsierenden, teils vorausschaubaren, aber dennoch unglaublich gänsehautproduzierenden Atmosphäre lockt hier die Fans des Genrekinos in die Lichtspielhäuser und bietet eine Show, über die man auch nach dem Abspann noch einige Gedanken verlieren kann.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mainstreamkino sind anders aus, was einem hier blüht, steht bisher in keinem Lehrbuch und erfreute sich bei mir allergrößter Beliebtheit: Die pure Angst, die durch die Anwesenheit der Personen im Film produziert wird, lässt hier ein tiefschwarzes Schauspiel auf den Zuschauer los, das nicht nur die Seele an seiner dunkelsten Stelle ankratzt, sondern tiefe Wunden hinterlässt und einen froh darüber sein lässt, dass das Licht brennt, wenn man den Saal nach gesehener Vorstellung wieder verlässt.
FSK 18 wurde hier zurecht vergeben und die späten Spielzeiten deuten auch darauf hin, dass man endlich wieder begriffen hat, welches Zielpublikum der Film ansprechen darf. Zurecht ausgezeichnet, zurecht auf die späte Uhrzeit verbannt, ein Film, der ein düsteres Kapitel der Menschheit ausnutzt, um eine krasse Unterhaltungsstory daraus zu schöpfen.
Freunde dieses Genres dürften auf ihre Kosten kommen.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, der weitere Inhalte zum Besten geben würde – man darf den Saal also getrost verlassen.

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