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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Winston Duke

Wir

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© 2019 Universal Pictures International

Es ist der Film, auf den alle warten und der seit gestern endlich offiziell in den Kinos anzufinden ist: Oscar-Preisträger Jordan Peele, der jüngst mit dem von mir nicht ganz so gehypten Get Out Kasse gemacht hat, muss beweisen, ob er es wirklich drauf hat, oder es kürzlich nur um eine Eintagsfliege ging und er eigentlich gar kein so großes Genie ist, wie alle bislang glaubten.

Fakt ist: Mit Wir schafft er Stimmung und erzeugt auch hier wieder anständig Flair, das sich im Kinosaal tatsächlich sehen lassen kann und Grund genug bietet, mit der neuen Liebschaft enger zusammen zu kuscheln und körperliche Nähe zu suchen.

Dies wird auch im Verlauf des Films immer weiter ausgebaut, und gipfelt meiner Meinung nach etwas zu früh (ungefähr im Rahmen von Minute 50), wo dann derart auf die Pauke gehauen wird, dass es selbst mir Spaß gemacht hat.

Bis dahin waren die Settings auch cool, die Ideen neu, die Stimmung brauchbar und alles soweit okay, nur an der darauf folgenden, anbahnenden und schließlich durchzogenen Auflösung hapert der Film wieder etwas: Als alteingesessener Horror-Fan kann man sich natürlich den Epilog längst denken und kriegt hier auch keinerlei Überraschungen mehr geboten, sondern alles wandert ab ins Standardfach und lässt sich dort aus den hunderttausend anderen Schinken auch nicht problemlos rausfiltern. Schade, denn dieses Potenzial verschenkt man – und das wäre bei dem Einstand definitiv nicht nötig gewesen.

Dennoch muss man sagen, dass hier auf höherem Niveau gejammert wird, denn insgesamt bricht man natürlich schon aus dem Sud anderer Filme heraus, allein durch den Cast und die “saubere” Darstellung, die hier eben etwas mehr liefert als nur einen grundsoliden Horrorfilm nach Schema F.

Zusammenfassend könnte man also sagen:

.kinoticket-Empfehlung: Wir liefert etwas mehr, als man von Standard-Horror erwarten kann, bietet aber zu wenig, um als grandios oder genial bezeichnet zu werden: Auch hier bedient man sich wieder der typischen Elemente und liefert zu wenig Einfallsreichtum, sondern läuft nach typischer Manier und altbekannten Mustern ins Leere.

Der Cast ist hochwertig, das Setting funktioniert, die Idee ist mal was anderes und in der Mitte macht der Film extrem Spaß, mit etwas mehr Mut zum Schluss und einem völlig anderen Ende wäre dieses Ding in meinen Augen großartig – aber dazu lässt man es nicht kommen. Zu viel Vorhersehbarkeit, aber dennoch fundiert gearbeitet – ein Besuch im Kino lohnt sich deshalb trotzdem.

Nachspann
❌ kommt nichts mehr, rausgehen erlaubt.

Kinostart: 21. März 2019

Original Title: Us
Length: 116 Min.
Rated: FSK 16

Black Panther (3D)

Die Fans warten sehnsüchtig auf den Kinostart von Black Panther, gehört Marvel mittlerweile doch zu den Labels, die ausschließlich Erfolgsprodukte auf den Markt werfen, der wieder ein ganz bestimmtes Klientel umfassend befriedigt: Comicfans!

In meinen Augen hat Marvel auch alles richtig gemacht: Man hat verschiedene Charaktere genommen, ihnen eine Geschichte und ein Leben verpasst, der Welt genügend Zeit gegeben, um sich daran zu gewöhnen, in der Gesellschaft etabliert zu werden, von Kindern und Jugendlichen zu Halloween und Fasching getragen zu werden und dann alle gemeinsam in ein Universum geschmissen, in dem es um nichts weniger als die Rettung der Menschheit und faszinierende Technologie geht.

Dabei hat man sich nicht an anderen orientiert, sondern seinen eigenen Stil entwickelt und ist sich stets treu geblieben: Marvel‘s MCU (Marvel Cinematic Universe) hat viele Markenzeichen, für die es von allen Fans geliebt wird. Eines davon ist der unvergleichliche Humor, der bei aller Ernsthaftigkeit pointiert eingesetzt die Kinomannschaft niemals in Depressionen abgleiten lässt und jede noch so ernste Situation durch wahnsinnige Coolness wieder aus dem Loch reißt. Nicht umsonst wird der mittlerweile von vielen zu kopieren versucht, was meiner Meinung nach aber nicht gelingt. Es gibt immer nur ein Original – und das ist hier.

Ein weiteres ist die allumfassende Eingliederung jedweder menschlicher Interessen, die aus dem Gezeigten keine banale Unterhaltung mehr machen, sondern weitaus mehr, indem man sich mit Dingen beschäftigt, die tatsächlich auch für die Wissenschaft interessant wären: Man wird gefordert, man denkt nach, wird inspiriert und ist gleichermaßen fasziniert von den filmischen (Un)Möglichkeiten, die einem da vor die Nase gesetzt werden – ein Grund, weshalb Tony Stark so großer Beliebtheit gewahr ist.

Und diese Faszination für das Unglaubliche, das Ferne, das wiederum aber gar nicht mal so Unabwegige, ist es, die Marvel-Fans gleichermaßen begeistert und in ihrem Bann gefangen hält.

Und Marvel hat es auf unterschwelliger Ebene geschafft, viele Schichten und Kulturen, Länder und Gegenden gemeinsam an einen Tisch zu holen und miteinander feiern zu lassen. Ein Grund, weshalb Black Panther inzwischen in Amerika schon von den Black People gefeiert wird: Man zollt ihnen Respekt und holt sie international auf die Ebene, wo sonst eben nur Weiße gespielt haben. Und dafür liebe ich diesen Film schon jetzt. Integration und Gleichstellung auf extrem hohem Niveau!

Den Regeln des Vorbildcharakters, den Marvel seinen Titelhelden abverlangt, unterwirft sich der Verein selbst und lebt damit beispielhaft das Gute auch in dieser Welt aus. Man sieht also, dass nicht nur auf, sondern vor allem hinter der Leinwand markante Zeichen gesetzt werden.

Nachdem dies abgefrühstückt ist, können wir uns nun mal auf Inhalte (keine Angst, keine Spoiler hier!) konzentrieren, in dem ich einfach mal meine Einschätzung zu .trailer und Film gegenüberstelle:

Der .trailer erweckt den Wunsch und die Gier auf unfassbare Action, jede Menge Krawoum, teasert ein wenig das Spektakel an, auf das sich die Fans freuen werden und macht unglaublich Lust auf mehr!

Der Film selbst ist wesentlich erwachsener, erfüllt zwar stellenweise auch diese Ansprüche, geht aber in vielen ruhigen Episoden darüber hinaus und beschäftigt sich mit elementareren Dingen. Und das unfassbar gut!

Wo meine Befürchtung liegt: Dass der gemeine Kinogänger evtl. nicht das Gesamtbild betrachtet, sondern diesen Film als Einzelstück wertet, was man meiner Meinung nach nicht tun sollte, denn Black Panther ist tatsächlich der Vorreiter zu Infinity War und darum quasi mehr oder weniger als “Zwischensequenz” anzusehen, quasi die Ruhe vor dem Sturm.

Und Leute: Damit haut der absolut rein! Unterhaltung ist definitiv garantiert, technologische Spitzfindigkeiten werden auch hier wieder ordentlich auf den Tisch gepackt und jede Menge ansehnliche Bilder gibt es auch! Man merkt, dass die Richtung definitiv stimmt und dem Filmfetischisten wird damit die Wartezeit auf Infinity War mal grundlegend erleichtert!

.kinoticket-Empfehlung: Wenn wir später, nach vielleicht drei weiteren Filmen dann die Marvel-Reihe in line schauen, wird Black Panther definitiv dazugehören und ein gewaltiger Auftakt für das sein, was uns jetzt bald erwartet!

Ich denke, dass einige Action-Erwartungen, die vom .trailer her rühren, evtl. nicht ganz erfüllt werden, dafür hat man aber auch hier unglaublich präsente, beeindruckende und gewaltige Elemente in einen Film gepackt, in dem das Knistern förmlich spürbar ist. Ich bin gespannt auf den großen Krieg!

Nachspann
✅ Marvel. Mehr sag ich dazu nicht mehr. Also Zwischensequenz UND After Credits Scene. Wer nicht ganz bis zum Schluss sitzen bleibt, verpasst eben unfassbar viel. Aber wer das jetzt noch nicht kapiert hat, der lernt’s eh nie.

Kinostart: 15. Februar 2018

Original Title: Black Panther
Length: 135 Min.
Rate: FSK 12

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