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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Wolfgang Groos

Kalte Füße

© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Kalte Füße enthält im Titel keine super-duper-hightech-nonchalanten Superheldencharaktäre und deutet darauf hin, dass hier eher eine TV-Produktion ins Kino gehievt wurde, die sich mit Ach und Krach behaupten will. Dazu noch talentierte Schauspielgrößen wie Heiner Lauterbach oder Leinwand-Emporkömmling Emilio Sakraya und man ist mittendrin im deutschen Kino.

Nur: Diesmal eben in richtig gut!

Bereits der .trailer hat angedeutet, dass hier tatsächlich echte Gagschreiber am Werk waren und – soviel sei verraten – er nimmt nichts vorweg, sondern lässt genügend Zeit und Spielraum, damit die Story sich entwickeln kann und nicht einfach nur die vorgezeigten Szenen zusammenfügt und abarbeitet.

Und obwohl hier und da schon ein klein wenig die fernsehbegabte Arbeitsweise durchschimmert und auch der ein oder andere Dialog eher den Öffentlich-Rechtlichen entsprungen sein könnte: Man gibt sich hier so viel Mühe, eine wirklich unterhaltsame, spannende und vor allem coole Geschichte zu präsentieren, die auf der Leinwand durchweg Spaß macht!

Wer also wieder mal ungeniert lachen möchte und eine wunderbar erzählte Geschichte erleben, der darf hier beherzt zugreifen und sich ein .kinoticket sichern!

.kinoticket-Empfehlung: Für die deutsche Machart übertrieben gut!

Man schafft es, witzig zu sein und präsentiert eine Coolness, die ich bei anderen deutschen Filmen oft vermisse oder als lächerlich empfinde: Keine Fremdscham, guter Humor, interessante Handlung und ungenierter Kinospaß! Mitnehmen!

Nachspann
✅ ist nett animiert, aber nicht zwingend notwendig … man braucht allerdings nicht direkt rausstürmen.

Kinostart: 10. Januar 2019

Original Title: Kalte Füße
Length: 96 Min.
Rated: FSK 12

Hexe Lilly rettet Weihnachten

Schaut euch das Kinoplakat an, dann bekommt ihr einen ziemlich treffenden Einblick darüber, was dieser Film darstellen will – wobei man Michael Mittermeier deutlich herausheben muss, denn seine Sprechrolle im Film ist gigantisch und passt total.
Der Rest hebt sich nicht sonderlich von den üblichen Mainstream-Kinderfilmen ab, die eben vor Weihnachten quasi immer von der Stange produziert in die Kinos geworfen werden, um die Familien mit irgendeinem Weihnachtskruddel zu unterhalten….
Zumindest könnte man das denken, wenn man jetzt weiter in Vorurteils-Beuteln rumwühlt und etwas daraus hervorkramen möchte.
Mir hat der Film in seiner Essenz nämlich sehr gut gefallen, weil wir genau dieses Problem haben: Es ist nichts neues mehr für diese Zeit vorhanden, dass man Kindern und Jugendlichen noch vorsetzen könnte, dass sie nicht schon zum 1000sten Mal gehört, gelesen oder gesehen hätten. Und genau hier setzt man mit Hexe Lilli rettet Weihnachten an und überbringt eine Botschaft, die den Konsumwahn und das Rumgeeiere zu Weihnachten wieder etwas eindämmt und uns zurück zu den Wurzeln führt, für die diese Tage ursprünglich mal gedacht waren.
Dabei zählt dann eben nicht mehr das Geschrei von kleinen Kindern nach kapitalistischer Aufmerksamkeit oder anderer Firlefanz, den sich irgendwer mal irgendwann ausgedacht hat und bei dem die Meute mittlerweile nur noch augenrollend durch den Dezember stolpert und sich quasi den Content von Bad Moms 2 wünscht, um dem ganzen Trubel zu entgehen, sondern man versucht, den Kindern wieder einzuimpfen, was Weihnachten tatsächlich bedeutet und worauf man wert legen sollte – und das auf eine sehr einfühlsame und lehrreiche Art und Weise.
Und dafür: Daumen hoch und eine klare Sichtungsempfehlung.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die meisten Eltern sind im Endmonat des Jahres sowieso oft mit Entscheidungen überfordert – daher spreche ich hier mal eine klare Empfehlung aus, wenn’s darum geht, was man sich vor Weihnachten mit der Familie im Kino besehen möchte.
Hier wird nicht nur spannende Unterhaltung geboten, sondern man rechnet mit der wütenden Raserei ab, die sich rund um dieses Fest gebildet hat und führt die Kleinsten wieder zurück zu den wahren Absichten, für die diese Feiertage ursprünglich mal gedacht waren. Und damit meine ich nicht irgendwas Religiöses.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, nach der Schwarzblende darf man also gern nach draußen.
Kinostart: 9. November 2017

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

Von den offiziellen Stellen regnet es mal wieder Auszeichnungen, und ja, der Film ist für Kinder tatsächlich zu gebrauchen, allerdings reicht für mich da nicht nur der Umstand, dass hier kein kindergefährdendes Material gezeigt wird.
Die Story mag ihr Potenzial haben und die geheimen Sehnsüchte und Wünsche von Kindern ansprechen. Filmisch wurde das Ganze auch brauchbar umgesetzt. Was mich persönlich allerdings tierisch gestört hat, war die durchaus dämliche Art und Weise, wie die erwachsenen Darsteller in diesem Streifen auftreten.
Man hätte da durchaus etwas mehr Seriösität in die Profileigenschaften der Charaktere packen können, statt sie wie die hinterletzten Idioten rumspazieren zu lassen, die sich einfach in irgendeinen Plot integrieren und denen scheißegal ist, was man dabei über sie denkt.
Somit wird den Kindern ein Weltbild vermittelt, das mit Sicherheit nicht den Normen entspricht und damit auf den Lehrauftrag oder gute Unterhaltung komplett verzichtet.
Man hockt im Film und schämt sich eher für die dämlichen Reaktionen und das unterirdische Rumgehabe. Stattdessen hätte man sich viel mehr auf die Ideen, den kreativen Erfindergeist oder andere Spezialitäten konzentrieren können, die der Story das gewisse Etwas verleihen und hier tatsächlich vor Potenzial nur so sprudeln.
Das wurde im Gesamteindruck halt gänzlich getrübt und somit ein eigentlich toller Film zunichte gemacht. Wer ist eigentlich für derartige Entscheidungen verantwortlich?
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Weihnachtsfilm im Kino (als das er beworben wurde) nur bedingt zu gebrauchen, dafür reagieren mir die Erwachsenen zu affig und kindisch.
Die Story hat ihr Potenzial, das wird stellenweise ausgeschöpft, durch die Blödelei der Großen aber in großen Teilen wieder zunichte gemacht. Schade, denn das hätte durchaus etwas werden können.

 
Nachspann
unbedingt sitzen bleiben, hier kommen extrem interessante Szenen über die Entstehung des Films!

Rico, Oscar und das Herzgebreche

Um ehrlich zu sein hatte ich im Zuge meines Kinotages auf diesen Film am wenigsten Lust. Schuld daran war der wirklich dämlich zusammengeschnittene Trailer, der Furchtbares vermuten ließ. Flachwitze vom Allerfeinsten, doofe Anspielungen unter der Gürtellinie und das alles so verpackt, dass sich die naiven Kinder vor Kringeln den Bauch verbiegen? Absolut nicht mein Fall.
Tja, gottseidank reizt der Ehrgeiz, neue Filme zu sehen, dann doch stark genug, damit man sich tatsächlich ins Kino begibt und den Film sogar ganz an den Anfang seines Marathons setzt.
Der Einlasser machte mir dann gleich Mut, indem er fragte, ob ich den ersten Teil bereits gesehen habe, weil der auch schon gar nicht schlecht ist für einen Kinderfilm. Wow – wenn selbst das Kinopersonal gut von dem Film redet, dann darf ich meine Erwartungen wohl doch wieder etwas hoch schrauben?
Die Antwort lautet: Jap!
Selten so einen Film gesehen, bei dem sich Trailer und das Schlusswerk so stark unterscheiden. Hier wird nicht nur wirklich ansprechende Unterhaltung geliefert, sondern schön dezent verpackte Anspielungen, die den Erwachsenen im Saal richtig Spaß machen. Das “Unter der Gürtellinie” verschwindet komplett und entpuppt sich als wirklich unglücklicher Schnitt im Trailer – das Niveau des Films erstaunt.
Was ebenfalls so richtig vom Hocker haut: Der Bildungswert. Ja – richtig gelesen: Dieser Film macht sich zur Aufgabe, die heranwachsende Nation zu bilden – und das sogar richtig gut! Es tat sooo gut, immer wieder diese “Einspieler” (falsches Wort, aber ein anderes fällt mir grad nicht ein) zu sehen und die wahrhaft rühmlichen Absichten der Macher dahinter zu erkennen. Fantastisch, dass hier mal nicht die übliche “Hey, wir machen einen Kinderfilm, schön einen auf dämlich und ja keine intelligenten Szenen rein, das könnten die Sabberviecher nicht verstehen”-Keule ausgepackt wurde, sondern vorgemacht, dass es auch anders geht.
Die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache echt professionell und versprühen einen angenehmen Charme, der jeglichen “Sowas tu ich mir nicht an”-Hass, den man im Trailer noch spürte, verblassen lässt. Es macht ganz schnell richtig Spaß, mit den beiden auf ihre Entdeckungsjagd zu gehen und die Dinge zu durchleben, denen sich die zwei stellen.
Am Ende hat man einen Film, der nicht nur unterhält, sowohl groß und klein anspricht, sondern auch noch mit richtig viel Wissensdurststillung daherkommt. Top – so sollten Filme sein.
 

.kinoticket-Empfehlung: Durchaus unterhaltsame Lektüre mit einem richtig großen Stück Bildung, geistiger Unversehrtheit und jeder Menge detektivischem Spaß, der sowohl jung als auch älter durchaus anzusprechen weiß.
Wer den Trailer hasste, wird den Film lieben. Das Niveau ist überraschend hoch und alle involvierten machen ihre Sache richtig gut.
Kann bedenkenlos mit der ganzen Familie geschaut werden und selbst Erwachsene erleben hier und da ein paar Szenen zum Schmunzeln. Daumen hoch!

 
Nachspann
Der wartet mit ein paar zusätzlichen Szenen auf, beim Aufstehen also nicht allzu sehr hetzen, da folgt nach einem kurzen “schwarz” noch mehr.

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