Matt Damon in einen zumindest in meinem Kino nicht hochauflösend gezeigten Trailer über chinesische Inhalte zu schicken, zeugte nicht unbedingt von dem Wunsch, Zuschauer in dieses Werk zu locken, denn es wirkte nicht nur “billig”, sondern irgendwo auch verloren.
Wie mir zu Ohren gekommen ist, haben sich wohl auch sehr viele daran gestört, dass Damon innerhalb dieser chinesischen Publikation sogenanntes Whitening betreibe, was natürlich lächerlich ist, da sein Charakter auch geschichtlich absolut in seine gespielte Rolle passt und man ihm daher rein gar nichts vorwerfen kann. Im Gegenteil.
Vorwerfen kann man auch dem Film selbst nichts, denn The Great Wall etabliert sich als eines der Kunstwerke, für die 3D wieder mal wie geschaffen ist. Was hier an Räumlichkeit über die Leinwand in den Saal reinschiebt, ist endlich mal wieder echte Liebe zur Dreidimensionalität und beweist einmal mehr, dass hier und da der Griff zum teureren 3D-Ticket durchaus lohnenswert ist.
Aber nicht nur das, sondern auch das verhaltene Andeuten im Trailer und die daraus resultierende überraschende Auflösung der Pointen ist bei The Great Wall mehr als gelungen. Die Action, das epische Auffahren von abartigen Szenen, die kolossalen Kämpfe, denen man hier beiwohnt, erzeugen im Saal nicht nur mächtig Gänsehaut, sondern lassen auch den Zuschauer tief in diese mystische Welt eintauchen, derer sich die Schöpfer anhand von Mythen & Sagen aus der dortigen Region bedienten.
Der Film als solches war für mich eine absolut gelungene Überraschung auch die Crazyness der Gegenspieler punktete bei mir mit Einfallsreichtum und sowohl grafisch als auch “logistisch” super umgesetzter Ideenvielfalt.
Die Momente, in denen man vor Staunen einfach nur entzückt in seinem Kinostuhl verharrt und sich über den immensen Aufwand bei der Produktion freut, häufen sich hier nicht nur zahlreich, sondern übertrumpfen sich auch selbst immer wieder und lassen auch hierzulande die chinesische Filmtradition erfolgreich weiterleben.
Dass man hier auch zum Schluss nicht in heroischen Heldenunsinn verfällt, sondern die Bühne mehr oder weniger der grafischen Explosion widmet, war für mich auch ein weiterer Pluspunkt, auch wenn sich daran wohl der ein oder andere stören könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fakt ist: Als geballtes Actionkino mit sagenhafter Unterhaltung und jeder Menge epischer Szenen erkämpft sich dieses Werk den Weg in die Toplisten der sehenswerten 3D-Filme und erzeugt nicht selten spürbar grandiose Momente.
Da es sich hier um eine Sage handelt, sollte man geschichtlich nicht allzu viel erwarten, der Sehspaß bleibt davon aber unberührt.
So niedrige Erwartungen der Trailer vermuten ließ, so hoch hat man sich übertrumpft und sensationelle Action geboten – definitiv sehenswert!

 
Nachspann
die ersten paar Sekunden beobachten, wem das egal ist, einfach nach draußen gehen.

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