In einer Zeit, in der Krieg die Tagesmeldungen dominiert, Regierungswechsel stattfinden, die den halben Planeten emotional spalten und Mütter davon erzählen, dass sie nur noch in Angst leben, wenn ihre Kinder draußen alleine rumlaufen, kommt ein Film, der mit einem Juwel wirbt, dass für viele im Alltag verloren gegangen zu sein scheint: Schönheit.
Ganz ehrlich: Auch ich habe zeitweise verlernt, das Schöne im Leben zu entdecken, auch wenn alles darum absolut düster aussieht. Verborgene Schönheit hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Kinozuschauern diese Schönheit wieder näher zu bringen und eine Geschichte konzipiert, die in dieser Umsetzung wohl kaum massentauglich in den Alltag jener passt, die so verängstigt und aufgescheucht durchs Leben rennen.
Die Kritiken über diesen Film sind durchaus gespalten und sorgen mit diversen Nominierungen für Negativpreise schon jetzt für unzulängliche Voraussetzungen, sich diesen Film tatsächlich zu Gemüte zu führen und sich auch auf das einzulassen, was einem dort geboten wird.
An dieser Mauer des guten Willens spalten sich scheinbar die Geister. Ja, Will Smith ist auch nicht für seine allzeit 100%igen Rollen bekannt und mag wohl auch hier schon den ein oder anderen vorab abschrecken. Auch ich fand, dass das Gros des Zusammenspiels der gesamten Casts hier schon eine Aussage ausdrückt, die zuletzt in wüsten Plot-Twists endet, die durchaus etwas verstörend wirken und erfordern, dass man anschließend darüber nachsinnt und prüft, ob das alles tatsächlich so sein kann, wie der Film es einen glauben lassen will.
Und genau hier ziehen die Schwächen des Films. Die Geschichte ist wunderbar, man fiebert mit, man kann sich durchaus in die Lage der Protagonisten versetzen und empfindet ihren Schmerz und ihr Glück genauso mit wie in jedem anderen Film. Dennoch hinterlässt Verborgene Schönheit ein gewisses Desinteresse, wenn man hinterher aus dem Kinosaal tigert und womöglich aus dem Gesehenen noch etwas ins echte Leben übertragen sollte.
Und so etwas ist Gift für den Erfolg.
Dennoch möchte ich den Darstellern ihre gut gespielten Rollen nicht absprechen, denn einige Momente im Film sind so überzeugend, dass sie tatsächlich die Sinne ansprechen und für teils ungewollte Gefühlsausbrüche sorgen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich bin mit einem lachenden und einem weinenden Auge wieder nach draußen gegangen.
Der Film ist zu gut, um ihn nicht gesehen zu haben, man verpasst allerdings auch nichts, wenn man sich eher für eine andere Vorstellung entscheidet.
Vielleicht sollte man aus dem Bauch heraus entscheiden und anschließend einfach zu seinem Entschluss stehen.

 
Nachspann
Abspannfrei – hier kommt nur der Buchstabensalat, den sonst eh keiner liest.

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