Verschwörung
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Verschwörung hat marketingtechnisch einiges verkehrt gemacht in meinen Augen: Das Label The Girl in the Spider’s Web gehört irgendwo aufs Cover – allein, um sich irgendwie von einer möglichen Bourne-Assoziation zu distanzieren, man hätte vielleicht etwas publiker machen müssen, dass es sich hierbei auch um einen Teil von Stieg Larsson’s Millennium-Reihe handelt und man damit begonnen hat, die Saga insofern fortzuspinnen, indem man ihr ein Prequel schenkt, das quasi die “Geburtsstunde” all dessen einläutet und mainstreamtauglich auf die Leinwand bringt.

Und genau da sind wir beim Publishing-Fehler: Man hätte diesen Teil als erstes bringen müssen. Der versierte Kinofreak darf nun Daniel Craig‘s Verblendung à lá Planet der Affen (2001) ausblenden und als nicht-existent werten, um dann evtl. den süßen Vorgeschmack einer USA-fizierten Variante des schwedischen Klassikers zu erleben, die sich sehr wohl sehen lassen kann.

Sony hat hier nämlich alle Pauken geschlagen, die man in den Räumlichkeiten der nicht häufigen Gebräuchlichkeit gefunden hat: Die Action des Films ist absolut gelungen, die Farbgebung und das Kolorit ist ein Augenschmaus sondergleichen und – obgleich man hier etwas von der Buchvorlage abweicht – der optische und klangliche Anreiz des Films zeugt von wahrem Können, das definitiv eines garantiert: Verdammt gute Unterhaltung auf hohem Blockbuster-Niveau!

Und das wirklich ausnahmslos! Es gibt keine Pausen dazwischen, keine Actionszenen, die nicht absolut gelungen sind und für sensationelle Unterhaltung grade stehen. Und damit gehört dieser Teil für mich zu den besten, die sich außerhalb der Original-Trilogy bewegen. Geht man jetzt den Schritt weiter und verfilmt quasi die Original-Story auch nochmal in diesem Style, hat man eine amerikawürdige Version dessen geschaffen, in die sich zwar die eingeschworene Fangemeinde nicht so sehr verlieben wird, die aber marketingstrategisch abräumen könnte, denn schlecht ist wirklich etwas völlig anderes.

 

.kinoticket-Empfehlung: Schaut den Film, organisiert euch den Soundtrack und hofft auf weitere “Fortsetzungen”, denn die Kapitel dieser Story sind noch längst nicht ausgeschrieben.

Soundtrack, Optik, Action, Unterhaltungswert, Spannung: In dem Film passt alles. Man liefert einen Mainstreamkracher, der sich gewaschen hat und einfach unfassbar gut den Abend füllen kann. Also haut rein und betet mit mir, dass es damit dann auch weiter geht.

 

Nachspann
❌ muss nicht zwingend ausgesessen werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: The Girl in the Spider’s Web: A New Dragon Tattoo Story
Length: 116 Min.
Rate: FSK 16

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