Bei Pferdefilmen ist es genauso wie bei Tanzfilmen: Die Bausteine, die für den Plot notwendig sind, sind immer die gleichen: Nur die Schauspieler werden ausgetauscht und die Bewegungen sind minimal verändert.
Hat man sich daher einmal in dieses Genre verkuckt, braucht man eigentlich nur noch nach Sympathie und Aussehen werten und damit festlegen, wer der oder diejenige sein soll. Alles andere ist dann Geschichte.
Mir geht seit geraumer Zeit der Satz nicht mehr aus dem Kopf, dass Deutschland nicht dazu in der Lage ist, vernünftige Dialoge zu schreiben. Diese – ich möchte fast sagen – Wahrheit findet bei Wendy 2 – Freundschaft für immer erneut einen Höhepunkt ihrer Karriere: Man spürt deutlich, dass in Sachen Technik, Ton, Kameraführung, Einstellung und dem ganzen Drumrum gute bis sehr gute Arbeit geleistet wurde – alles ist wunderbar – bis einer den Mund aufmacht und redet.
Die Dialoge sind zum Schreien schlecht. Dazu kommt (und das ist persönlicher Geschmack), dass mir Wendy als Darstellerin unglaublich unsympathisch erscheint, was es mehr als schwierig macht, dass ich dann noch irgendwie mein Herz für einen derartigen Film öffnen kann.
Positiv anzumerken ist aber dennoch, dass man zumindest im Plot diesmal versucht, ein klein wenig über den Tellerrand hinauszuschauen und nicht alle Charaktere in ihren eigenen Stereotypen ersaufen lassen, sondern hier und da erfrischend viel Normalität walten lassen hat.
Man kommt ungezwungen zum Vergleich – und da lässt Wendy 2 – Freundschaft für immer – gleich wie schon beim ersten Teil – unfassbar viele Punkte liegen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für mich die ungeschlagene Nr. 1 dieser Branche ist und bleibt fürs erste Ostwind – Aufbruch nach Ora.
Hier stimmt für mich persönlich die Sympathie und das Zugehörigkeitsgefühl nicht so und es gab zu viel schlechte Dialoge und zu viel Charakterschwächen. Dass man wenigstens angefangen hat, an den Stereotypen-Stellschrauben zu drehen ist erfreulich, rettet für mich aber dennoch nicht den kompletten Film.
Wer aber drauf steht, darf auch hier gerne wieder beherzt zugreifen: Das Genre ist eh immer das gleiche, nur die Darsteller ändern sich.

 
Nachspann
Sitzen bleiben – Ihr werdet für deutsche Verhältnisse mit einem der coolsten Abspänne und jeder Menge Outtakes belohnt.
Kinostart: 22. Februar 2018

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