Deutsch – Ausländer – stark emotionalisiertes Thema und jede Menge (schein)prominente Klüngel … und Elyas M’Barek – fertig ist das Erfolgskonzept, dass hierzulande frenetisch abgefeiert werden soll und mit ach so gesellschaftskritischen Themen sowohl zum Lachen als auch Nachdenken anregen will.
Der Mix ist derart kalt zusammengemischt, dass man wirklich viel Feingefühl mitbringen muss, um hier tatsächlich eine funktionierende Unterhaltung vorzufinden, denn der Plot ist größtenteils sehr sehr langwierig und unglaublich langsam. Dass man Themen, über die sich die halbe Welt aufregt und die bei jedem gleich die Emotionen hochkochen lassen, hier nicht unbedingt von der sachlich-objektiven Seite aus angehen sollte, ist auch mir klar.
Die richtige Portion Komik könnte dabei helfen, hier tatsächlich den Blickwinkel einiger zugeschnürter Meinungen zu entzerren und dabei ganz im Alleingang den Horizont einiger beschränkter Zuschauer zu erweitern, das Potenzial von schwarzem Humor wurde zwar mächtig ausgereizt, jedoch beständig auf Kosten von übel-triefendem Klischee, deren Keule man nicht nur subtil ins Geschehen eingebaut hat, sondern quasi permanent mit allen verfügbaren Kräften auf die Vorurteile drauf preschen lässt, die sich einem hier bieten könnten.
Selbst die ungewollt komischen Momente wirken dadurch oft nur aufgesetzt und keineswegs authentisch, was die Erzählung ein Stück weit unerträglich macht, da es zumindest Menschen wie mir schwer fällt, solche Charaktere zu akzeptieren und mich die komplette Spielzeit über mit ihnen auseinanderzusetzen.
Interessant ist dabei, dass hier die offensichtliche Zurschaustellung von Ausländern gar nicht zentrales Thema ist, sondern vielmehr ein Plot um etwas gewickelt wird, dass man bestenfalls noch mit viel Interpretation als gesellschaftliche Reflektion bezeichnen könnte, da auf keinerlei Moral hingearbeitet wird, sondern die Wertekeule allenfalls als Alibi dient.
Dabei wirken teils verhasste Schauspieler wie M’Barek schon als erfrischende Nebendarsteller, die der Geschichte überhaupt Esprit verleihen und damit die Unerträglichkeit auf ein Minimum reduzieren. Angesichts des wirklich hoch aktuellen Themas hätte ich mir von dieser Chose viel mehr versprochen, das aber nicht geliefert wird, sondern eben einfach nur abgehandelt.
Hier und da kommen Ansätze durch, die den Zuschauer durchaus zum Nachdenken bringen könnten, werden kurz darauf aber gleich wieder mit der Witzkeule niedergemacht, so dass am Ende kein bleibender Mehrwert bleibt, der diesen Film empfehlenswert macht oder gar dazu einlädt, ihn sich nochmals anzuschauen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Auswahl an nationalen Stars ist groß, das Thema hochaktuell, die Idee dem Trailer entsprechend gar nicht schlecht, die Umsetzung dann aber derart lahmarschig, dass es kaum lohnt, dafür Geld auszugeben.
Der trockene Humor wird zwar an vielen Stellen richtig ausgekostet, jedoch immer auf Kosten von Klischees und niemals zur Weiterentwicklung der persönlichen Ansichten, was ich persönlich einfach nur schade fand.
Man kann ihn sich anschauen, mein Humor ist es aber mal definitiv nicht.

 
Nachspann
hält noch eine kleine Überraschung parat.

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