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Es ist der Film, auf den alle warten und der seit gestern endlich offiziell in den Kinos anzufinden ist: Oscar-Preisträger Jordan Peele, der jüngst mit dem von mir nicht ganz so gehypten Get Out Kasse gemacht hat, muss beweisen, ob er es wirklich drauf hat, oder es kürzlich nur um eine Eintagsfliege ging und er eigentlich gar kein so großes Genie ist, wie alle bislang glaubten.

Fakt ist: Mit Wir schafft er Stimmung und erzeugt auch hier wieder anständig Flair, das sich im Kinosaal tatsächlich sehen lassen kann und Grund genug bietet, mit der neuen Liebschaft enger zusammen zu kuscheln und körperliche Nähe zu suchen.

Dies wird auch im Verlauf des Films immer weiter ausgebaut, und gipfelt meiner Meinung nach etwas zu früh (ungefähr im Rahmen von Minute 50), wo dann derart auf die Pauke gehauen wird, dass es selbst mir Spaß gemacht hat.

Bis dahin waren die Settings auch cool, die Ideen neu, die Stimmung brauchbar und alles soweit okay, nur an der darauf folgenden, anbahnenden und schließlich durchzogenen Auflösung hapert der Film wieder etwas: Als alteingesessener Horror-Fan kann man sich natürlich den Epilog längst denken und kriegt hier auch keinerlei Überraschungen mehr geboten, sondern alles wandert ab ins Standardfach und lässt sich dort aus den hunderttausend anderen Schinken auch nicht problemlos rausfiltern. Schade, denn dieses Potenzial verschenkt man – und das wäre bei dem Einstand definitiv nicht nötig gewesen.

Dennoch muss man sagen, dass hier auf höherem Niveau gejammert wird, denn insgesamt bricht man natürlich schon aus dem Sud anderer Filme heraus, allein durch den Cast und die “saubere” Darstellung, die hier eben etwas mehr liefert als nur einen grundsoliden Horrorfilm nach Schema F.

Zusammenfassend könnte man also sagen:

.kinoticket-Empfehlung: Wir liefert etwas mehr, als man von Standard-Horror erwarten kann, bietet aber zu wenig, um als grandios oder genial bezeichnet zu werden: Auch hier bedient man sich wieder der typischen Elemente und liefert zu wenig Einfallsreichtum, sondern läuft nach typischer Manier und altbekannten Mustern ins Leere.

Der Cast ist hochwertig, das Setting funktioniert, die Idee ist mal was anderes und in der Mitte macht der Film extrem Spaß, mit etwas mehr Mut zum Schluss und einem völlig anderen Ende wäre dieses Ding in meinen Augen großartig – aber dazu lässt man es nicht kommen. Zu viel Vorhersehbarkeit, aber dennoch fundiert gearbeitet – ein Besuch im Kino lohnt sich deshalb trotzdem.

Nachspann
❌ kommt nichts mehr, rausgehen erlaubt.

Kinostart: 21. März 2019

Original Title: Us
Length: 116 Min.
Rated: FSK 16

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