Wir sind in einem Kinozeitalter angekommen, in dem die Technik das Bewusstsein des Menschen längst überholt hat. Smartphones, die weit über den Standards dessen sind, was damals angeblich zur Mondlandung verwendet wurde, und CGI-Animationen sowie technische Täuschungen, die erst auf Nachfrage hin enttarnt werden, gehören heute fast schon zum guten Ton.
In so einem Zeitalter ist xXx: Die Rückkehr des Xander Cage entstanden und triumphiert mit einem 3D, das nicht nur sensationelle Raumtiefe aufweist, sondern durchaus wieder Maßstäbe setzt respektive beweist, dass wir tatsächlich in dieser Moderne leben.
Vin Diesels Auftritte gehören aber nicht zur abgeflacht-mauen Form dieses Jahrzehnts, sondern er brilliert hier mit imposanten Stunts und lässt das Action-Kino des Millennium wieder aufleben, aus dessen Jahrzehnt auch die Vorgängerteile von Triple X stammen.
Eben jene, die damals richtig Spaß dabei hatten, ihren Titelhelden dabei zuzusehen, wie sie die Welt um sich herum für irgendeinen simplen Sinn in Schutt und Asche gelegt haben, werden mit der aktuellen Fortsetzung erneut in den Kinosessel gefesselt und nicht nur mit altbewährter Action überhäuft, sondern auch mit Stunt-Szenen, die Maßstäbe in Detail, Dreidimensionalität sowie Ästhetik setzen und sich damit fast schon zur Kunstform emporheben.
Ganz im Ernst: Die Dialoge, die “Bösewichte” im Film gehören zurück in die 90er, ihre stupiden und teilweise lächerlichen Darstellungen passen genau in das gewollte Actionkino dieses Jahrzehnts, was auch einen sehr genauen Eindruck des Zielpublikums vermittelt – die Actionmomente selbst jedoch steigen in eine ganz andere Liga auf.
Man spürt deutlich, dass man hier mehr als stumpfes Rumballern zeigen wollte und mit Kamera-Choreografien um sich wirft, die mich tatsächlich an liebevolle Kunstszenen erinnern statt an stupide Gewehrsalven und Haudrauf-Szenen.
Damit trifft man den Kern der Aussage und holt tatsächlich all jene, die ihre einstigen Helden wieder im Kino erleben möchten und liefert ihnen alte Geschichten in modernster Form auf der Leinwand.
Zur Jahrhundert-Umwälzung wird diese Fortsetzung wohl kaum mutieren, und sich extrem lange im Kino halten wohl auch nicht, allerdings reicht das Aufgebot bei weitem aus, um wieder mal einen so richtig abgefahrenen Action-Abend zu genießen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Also: Popcorneimer voll machen, Hirn leer, hinsetzen und die Show genießen.
Die Sinnhaftigkeit gleicht derselben aus vergangenen Jahrzehnten aus diesem Genre, hier wird nicht viel modernisiert, die Grafik hat sich aber abartig verbessert und die Choreografien der ästethischen Kameraführung sind ein Augenschmauß sondersgleichen.
Und noch ein Pluspunkt zum Schluss: Diesel ist nicht austauschbar und sympathisiert hier wieder als ein Unikat vergangener Jahrzehnte.

 
Nachspann
Abgesehen vom Soundtrack passiert hier nichts sehenswertes mehr.

0 votes