Februar 5, 2023

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Alle für Ella

Alle für Ella - Filmplakat
© 2022 Universal Pictures International

Hierrüber gibt’s viel zu sagen – und es ist von Vorteil, sich ein wenig in der Filmbranche auszukennen, um meinen Frust (oh mein Gott, er mag ihn nicht) zu verstehen.

Ich mach’s kurz und schmerzlos, dann reißt das Pflaster schnell ab und tut hoffentlich nicht zu lange weh.

Darsteller: Lina Larissa Strahl – auch besser bekannt als Bibi aus den Bibi & Tina-Filmen – braucht irgendwie ein Comeback, weil die Tour dort durch ist, die Darsteller zu alt wurden, man den gesamten Cast schlichtweg einfach ausgetauscht hat, um wieder beim extrem jungen Publikum zu sein und das bisherige nicht ins Erwachsensein zu begleiten. Also muss irgendwas her, was ihre Rolle glaubhaft widerspiegelt – und man versucht sich an dem, was im TV scheinbar auch ganz gut zu funktionieren scheint: Popsongs. Kotz.

Story: Hat’s alles schon gegeben. Und zwar in besser. Man erinnere sich an Das schönste Mädchen der Welt – was für ein geiler Film. Braucht da jemand nochmal diesen mies aufgewärmten Schund hier? Nein.

Wokeness: Ja. Man merkt den Schwall an „Filmförderung 1, Filmförderung 2, Filmförderung 3…“ right? Genau. Denn die Wokeness und die zwanghaft ausgeglichene, „gleichberechtigte“ Ausgewogenheit der Darsteller:innen*innen/innenPoCAusländerohmygoodnesswirhabenallesrichtiggemachtfuckyeahsindwirgeil merkt man so derart und es ist sowas von unglaubwürdig und weird. Fickt euch! Wenn’s solche Charaktere gibt, lasst sie rein. Bezahlt auch die andershautfarbigen Player wie jeden anderen auch und behandelt dort gleich, wo es sich gehört – und nicht zwanghaft in der „Gruppenzusammenstellung“ der jeweiligen Freundeskreise. Ey – sowas bringt mich echt auf die Palme – vor allem, weil’s NULL Effekt hat.

Hip Hop: NATÜÜÜÜÜRRRRRRLICH ist es Hip Hop. Es gibt nämlich gar keine anderen Gesangssphären, in denen Menschen groß werden und Musik machen können. Wer nichts kann, wird extrem geiler supi dupi Hip Hop Star a la Extravaganza und braucht dafür auch überhaupt nichts tun, außer „YEAH BITCHES WE’RE FRIENDS FOREVA!!“ zu sagen und schon läuft die Kiste.

Man merkt so dermaßen, dass dieser Film die nächste fucking Instagram-Generation heranzüchten möchte und alles mit auf den Weg gibt, was man braucht, um auch eine von diesen verhassten Instabitches zu werden, die inzwischen vom Mob gejagt und verspottet werden. Na bravo Leute, dafür geben wir Filmförderung raus!

Und am Ende werden die Test-Kids auch noch gefragt, ob sie den „coolen Typen“ der als Gangstamotherfucker etabliert werden sollte, toll finden und man mit genau den Vibes ziehen möchte, die die Generation Reduktion-aufs-Aussehen eigentlich abschaffen will. Und nun stellen sich die Erwachsenen hin und pulvern tausende von europäischen Dollars in einen Film, der uns vom Gegenteil überzeugen soll und beweisen, dass die Welt aus genau der Blase besteht, die uns die „Hey GURLZ“ auf Instagram immer als „echtes Leben“ verkaufen wollen.

Wisst ihr was? FuCK YoU!

Musik: Wenn man vom üblichen „Yeah, wir singen, wir sind Musiker, wir machen immer und überall Musik und gehen nicht mal aufs Klo ohne unsere Gitarre um den Hals“ mal absieht, sind die Songs tatsächlich ganz brauchbar……………
……..

…….

…………..getreu dem Bibi & Tina-Motto: Scheiß Story, völlig schrille und überzogene Darstellung und eingängige, geile Songs. Auch das hat es also schon gegegeben und man kupfert es hier einfach mal schamlos ab und wiederholt.

Damit ist der ganze Film für mich eine einzige Grütze und unter unterhaltungstechnischen Aspekten, Darsteller-Aspekten, Moral-Aspekten und sonstigen Aspekten einfach nur SCHEISSE!

Man könnte quasi sagen: Der Film ist die billige Kinder Pingui-Kopie von Lidl, die sich auf dem Marketing-Erfolg und der kostenintensiven Forschung ausruht und jetzt durch „Wir sind paar Cent günstiger als ihr, weil wir bisher auch nix zahlen mussten“ den Erfolg abräumen will. Bei Lidl funktioniert’s – im Kino hoffentlich nicht.

So, und jetzt schreibt eure Klagen: Das hier ist mein Blog, es ist immer noch eine 1-Mann-Institution, in der ich meinen ganz persönlichen, eigenen, subjektiven Geschmack zum Besten gebe und niemanden dazu zwinge, es zu lesen oder konform damit zu gehen. Deal with it!

.kinoticket-Empfehlung: Kopie, schlecht, hat’s alles schon in besserer Zusammenstellung gegeben und wenn ich gute Musik brauch, nutze ich iTunes. Züchtet Insta-Bitches ran, statt wirklich was mit auf den Weg zu geben – und ist damit in meinen Augen einfach SCHROTT!

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Wenn man’s bis hierhin durchgehalten hat, ist der Abspann Pflicht – hier wird die Essenz des Films nochmal in einem (Musikvideo)-Song gewürdigt.

Kinostart: 08. September 2022

Original Title: Alle für Ella
Length: 100 Min.
Rated: FSK 6

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