Jean Paul Gaultier: Freak & Chic

Jean Paul Gaultier - Freak & Chic - Filmplakat
© 2020 StudioCanal

Begleiten Sie die verrückte und durchgeknallte Show von Jean Paul Gaultier hautnah mit der Kamera und erleben Sie live alles direkt hinter den Kulissen. Dazu gibt’s Eindrücke und Anekdoten zu seinem Leben, seiner Art und seiner Kunst – von ihm höchstpersönlich.

Freak & Chic ist ein schrilles, buntes Porträt über die Schaffensweise und das Wesen, das durch Farben und Leuchtkraft strahlt und den Zuschauer mit kreativem Chaos inspiriert.

Dabei erzählt man den kompletten Prozess von der Idee über die Entstehung bis hin zum fertigen Bühnenstück – mit allen Hürden und Hindernissen, aber auch Freud und Leid. Dabei zuzusehen ist nicht nur erfüllt von Freude und interessant sein, sondern man enthüllt auch, welche Arbeit eigentlich in einem „einfachen Kunstwerk“ steckt und wieviele Elemente da mit reinspielen, bis „wir Zuschauer“ letztendlich einfach die Show geboten bekommen.

Auch, wenn der Kinostart inzwischen schon eine Weile zurück liegt: Für alle, die für Mode und Modeln etwas übrig haben und alle sonstigen Style-Ästheten ist dieser Streifen genau das richtige, um sich in diese Sphären zu verkriechen und sie aufs Vollste auszuschöpfen.

Schrill, bunt, fröhlich und voller Kreativität: Jean Paul Gaultier lädt zur Entstehungsgeschichte seiner berühmten Show Freak & Chic ganz persönlich.

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Ist komplett durch bebildert und zudem super erträglich und kurz. Also ruhig sitzen bleiben.

Kinostart: 2. Juli 2020

Original Title: Jean Paul Gaultier: Freak & Chic
Length: 96 Min.
Rated: FSK 6


Das Beste kommt noch – Le Meilleur Reste à Venir

Das Beste kommt noch - Filmplakat
© 2020 Constantin Film Verleih GmbH

Das Beste kommt noch… hört sich fast an wie „Mit 66 Jahren…“ – und hat gleichsam doch so überhaupt nichts damit zu tun. Zumindest nicht in dem Maß, wie man das anfangs denken möge.

Allein, dass der Titel bereits französisch beinhaltet, verleitet viele ja gleich wieder dazu, den Inhalt zu einer Komödie zu verdammen, was in Teilen sogar stimmt, allerdings einen sehr viel tieferen, packenderen Hintergrund hat, weshalb ich daraus eher eine „Dramödie“ machen würde – und zwar eine, die dein Herz mal wieder so richtig weg basht.

Und wir reden hier nicht von schmalzvollen Sonnenuntergängen und verflossenen Lieben, sondern einer frischen, kecken Männerfreundschaft, die die tragischsten Momente eines Lebens auf so wunderbare Weise verarbeitet, dass dir selbst nach dem Film eher zum Lachen zumute ist und du die – eigentlich unerträgliche – Kost warm in gute Laune verpackt gereicht kriegst und ganz anders darüber nachdenken kannst.

Fabrice Luchini und Patrick Bruel arbeiten als ein Team miteinander, dessen Dialoge in einem großartigen Drehbuch so wunderbar miteinander harmonieren, dass das Zuschauen beherzt zur Freude gereicht. Man spürt aus allen Poren die innige Liebe zu ergreifendem Kino mit Sinn, Tiefgang und einer großzügigen Portion Humor, was in Kombination ein Stimmungspush ausmacht, den zu sehen definitiv niemand bereuen dürfte.

Auch, wenn im Film Momente erscheinen, in denen selbst mir die Tränen aus den Augen schossen, ermutige ich euch, dieses lebensbejahende Werk in euer Repertoire der gesichteten Movies zu integrieren, denn allein von der Art Bruels kann sich sicherlich so manch einer eine fette Scheibe abschneiden und eigene Probleme auf die gleiche Weise lösen.

Sehr intensives, warmherziges, humorgeladenes Stück, das tragische Kost in herzumschließende Positivität zu verpacken weiß und den Zuschauer eher vergnügt wieder aus dem Saal schickt, nachdem dieser gelernt hat, wie man mit miesen Situationen umgehen kann.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abzuwarten, hier folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 9. Juli 2020

Original Title: Le Meilleur reste à venir
Length: 118 Min.
Rated: FSK 12


Pandemie

Pandemie - Filmplakat
© 2013 Busch Media Group

So, jetzt räum ich mal mit den Problemen auf, die ich dabei hatte, als ich dieses Werk gesichtet habe.

Corona sagt euch was? Ich dachte mir schon vor Wochen: Naja, es wird nicht lang dauern, bis wir dazu billige C-Movies auf den Tisch kriegen … und voila – noch nicht mal einfallsreich beim Titel – einfach nur „Pandemie“ – und da haben wir ihn schon. Das kann ja nichts werden.

Und ja, schaut man sich den Film unter diesen Gesichtspunkten an, kommt einem das ganz große Kotzen. Es geht nicht um Corona (wie auch, alles noch viel zu frisch), sondern um ältere Schwierigkeiten, die dieser Planet unlängst hatte (darum ja auch „Basierend auf wahren Begebenheiten“ … uhhhhhhh) und es geht nicht um China und das kolossale Versagen dieses Kontinents, wenn es um derartige Ausbrüche geht, sondern man verschärft sich hier auf den Bezirk rund um Seoul und propagiert, wie unglaublich cool und lässig diese Regierungsform solch einen Ausbruch gemeistert hätte.

Dabei stehen diesem Film zwei Dinge so dermaßen im Weg, dass ich dafür gerne noch ein trashigeres Bewertungssystem einführen möchte, denn C-Movie ist fast schon geschmeichelt. Und zwar: Die Synchro. Yo, Asiaten können gute Filme machen, haben ihre Sprache und kommen dabei auch oft sehr authentisch und kulturell überzeugend rüber und dann kommen wir Deutschen und übersetzen den Kram und zerstören somit alles, was vorher (vielleicht) mal da war.

Die Dummbratzigkeit, mit der hier die Synchronsprecher schwätzen, ist kaum mehr zu unterbieten. Es ist lächerlich vom ersten bis zum letzten Wort und man glaubt, der Regisseur will einen verarschen, bis einem klar wird: Nein, das ist die Synchro. Im Original hört sich das vielleicht viel überzeugender und natürlicher an. Bei dem, was in meiner German Version aber zum Besten gegeben wurde, war es extrem schwer, von diesem Vorurteil abzusehen und den Menschen aufrichtige Absichten abkaufen zu können.

Dann der Plot. Die Regierungsformen der einzelnen Länder mögen im Film erstmal keine Rolle spielen, sofern man sich hier auf „fiktiv“, „unterhaltsam“, „es ist nur eine Geschichte“, „es sollen Andeutungen und keine Nacherzählungen sein“ fixieren möchte, aber es ist einfach zu offensichtlich, dass hier diktatorisch-politische Mächte am Werk waren, denn – im Hinblick auf heute und Corona – fühlt es sich dermaßen falsch an, diesen Film zu schauen, weil es irgendwie nach einem billigen „Das kann einem heute doch kein Mensch ernsthaft so abkaufen“-Politikwerbetrash anhört, der das „blöde Volk beruhigen und belügen soll“ und ihnen vorgaukelt, dass die gute tolle Regierung schon alles lösen und natürlich für das Wohl der Bevölkerung sorgen wird, man muss sie nur überzeugend wählen und ihnen Vertrauen en Masse vorschießen.

Dann stellt sich raus: Der Film wurde bereits 2013 abgedreht und das „Wir nehmen eine andere Pandemie“-Ding entpuppt sich auf einmal als „Okay, das war doch damals der richtige Leitfaden und hatte gar nichts mit Corona zu tun.“, was es für mich nachträglich nochmal etwas in ein anderes Licht stellt, denn damals wusste auch noch keiner so richtig, wer wie was wann wo richtig zu machen hatte und der ganze politische Unsinn, der heute verzapft wird, war damals noch gar nicht so offensichtlich an der Tagesordnung.

Das wiederum tut dem übermiesen Synchro-Stimmentheater aber dennoch nicht zu mehr Ruhm verhelfen, sondern entschuldigt nur ein wenig das dennoch miese Drehbuch, in dem eben keine typisch-amerikanischen Wendungen warten oder profilträchtige Charakterzüge aufgebaut werden, im echten Leben möchte man den Darstellern trotz allem nicht zwingend über den Weg laufen oder gar sein Leben in ihre Hände anvertrauen.

Ihr seht schon: Knallt euch Dope rein und legt den Streifen ein, dann ist’s wurscht und ihr könnt damit tun und lassen, was immer ihr wollt, denn dann spielt’s keine Rolle. Sofern aber größere Ansprüche (oder überhaupt Ansprüche) im Raum stehen, solltet ihr dieses Ding weiträumig umfahren oder darauf warten, dass es bei SchleFaZ läuft – da passt es in meinen Augen am besten hin.

C-Movie Trash aus dem Jahr 2013, das man aufgrund der Corona-Pandemie wieder aus der Mottenkiste gräbt und jetzt weltweit vermarkten möchte … ob das so wirklich klappt, wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln.

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Es kommen nochmal lange Filmsequenzen, also ruhig bis ganz zum Schluss sitzen bleiben.

Kinostart: 6. August 2020

Original Title: Gamgi
Length: 121 Min.
Rated: FSK 16


Dreiviertelblut – Weltraumtouristen

Dreiviertelblut - Weltraumtouristen - Filmplakat
© 2020 24 Bilder

Es ist unbeschreiblich … wirklich: Mir fehlen die Worte. Geht einfach rein und lasst euch von meinem Gestammel nicht in die Irre führen – glaubt und vertraut mir: Es wäre ein Fehler, das nicht zu tun.

Diese Jungs haben irgendetwas Kosmisches ganz ganz richtig verstanden!

Zum Beispiel, wie Musik wirklich funktioniert. Ganz im Ernst. Ich persönlich spiele Klavier auf Bühnen, seitdem ich 3 Jahre alt war … habe ein absolutes Gehör und rege mich oft über das Geschmeiß auf, das andere um mich herum als „Musik“ abfeiern.

Ihr kennt das, wenn irgendein krüppeliges, von den Eltern gepeinigtes Kind krampfhaft am Flügel sitzt und „Für Elise“ raushauen will? Falsche Töne, keine Lust, irgendwas, das man mit viel Elternliebe und Fantasie tatsächlich in die Richtung schieben könnte, während man denkt: Mein Gott, erlöst bitte jemand sofort dieses arme Wesen von seinem dämlichen Musikerzwang?

Genau so machen viele Menschen „Musik“. „Ja, wir wollen spielen…. spielen …. singen … und wir sind so toll“ und am Ende kommt Grütze allererster Güte raus, weil keiner mehr als die drei schlecht gelernten Akkorde kann, die man sich irgendwann „selbst beigebracht“ hat …

Dreiviertelblut ist nicht nur der Titel des Films, sondern auch der Band, die – nachweislich – genau weiß, was Musik ist und wie man welche herstellt – und zwar die, aus der die Seele und das Leben förmlich raus sprudelt.

Dialekt, schwarz weiß oder irgendwas anderes, das dir dabei anfänglich vorurteilsmäßig im Weg stehen würde?

Vergiss. Es. Ganz. Schnell.

Am Ende bist du heilfroh, dass zu den immens vielen Eindrücken, die derweil auf dich einprasseln nicht noch so etwas überflüssiges wie „Farbe“ ins Spiel kommt, die dein Hirn auch noch auswerten müsste. Ja, ernsthaft – es hilft dir ungemein, all diese Intensität und Gewalt zu verdauen, indem du zumindest in diesem Bereich von überflüssigen Reizen befreit bist … denn diese Jungs fesseln dich, die Musik tut ihr übriges und am Ende hockt man da und ist völlig aufgewühlt und ergriffen und denkt sich: Wieso kenn ich die bislang nicht?

Und auch die Drehweise des Films: Moah, was für eine Herrlichkeit und Pracht. Ja, die Macher haben ebenfalls verstanden, Dinge zu inszenieren, die weit über das hinausgehen, was so manch einer als irgendwas theatriges oder dergleichen abtut: Mein Gott, wie geht so etwas?

Ganz ehrlich: Mich kann man heutzutage nur ziemlich schwer wirklich beeindrucken. Und dieser Film hat’s mit einer Wucht vollzogen, die ich immer noch nicht so richtig glauben kann.

Vergesst Schiller. Vergesst Orchester oder „irgendwas mit Klassik und Geige“ und den ganzen Schwachsinn: DIESER FILM!!!! ist das neue Maß aller Dinge!

Ja, nicht übertrieben… also bitte bitte bitte bitte… geht ins Kino… schreit danach, dass das Ding auch deutschlandweit noch komplett releast wird (denn auch die Macher trauen sich erstmal nur an Bayern) und zieht es euch rein: Es hat sich selten sooooo gelohnt!

In München startete der Film „vorgestern“ in folgenden Kinos:

City
Neues Rex
Neues Maxim
Sendlinger Tor
Rio
Neues Monopol Filmtheater
ABC
Mathäser
CinemaxX
Kinos Solln
Cincinnati

Und der Rest … folgt hoffentlich. Ansonsten stürmt die Mediatheken und VoDs. Versprecht’s mir bitte!

Sprachlos. Selten so ein verdammt perfektes, mit Seele und Leben erfülltes Werk gesehen, dass so dermaßen tief in Welten und Wahrheiten vordringt, wie dieses hier. Selten hat es sich so gelohnt, in einen Film zu gehen!

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Auf jeden Fall mitnehmen – der ist der Höhepunkt des Films!

Kinostart: 6. August 2020

Original Title: Dreiviertelblut – Weltraumtouristen
Length: 87 Min.
Rated: FSK 0


Nightlife

© 2020 Warner Bros. Ent.

Wenn ProSieben das Regiezepter in die Hand nimmt, stöhnen viele schon per se auf und sagen sich: Nö, das kuck ich nicht. Im Fall von Nightlife find ich das tatsächlich schade, denn obwohl ungetrübt die Handschrift des Senders auf dem Film liegt, überrascht der dennoch mit einer wunderbaren Harmonie zwischen Elyas M’Barek und Frederick Lau, die ein fantastisches Team abgeben und gemeinsam mit Palina Rojinski zu belustigen und zu unterhalten wissen.

Der Fremdschamfaktor kommt gar nicht auf, sondern M’Bareks Charakter zeigt bereits zu Beginn Anflüge von Seriösität und deshalb kauft man den beiden später auch viele Gags munter ab, denn die Gesamtkomposition stimmt im Ganzen einfach.

Romantisch, kitschig, selbstverliebt, deutsch-dämlich … alles Adjektive, die man hier vergeblich in der Rezensenten-Schublade aufhebt, denn die Witze erreichen ein Niveau, bei dem man einfach Spaß hat und keine Langeweile oder Facepalm-Momente an den Start gehen.

Im Verlauf der Story wird’s irgendwann so schräg, dass ein Lacher den anderen jagt und man nicht mehr darüber nachdenkt, ob das jetzt lustig ist oder nicht – man wird einfach mitgerissen und hat tierisch gute Laune – und die hält sich dann auch bis zum Schluss.

Aus dem Grund würd ich sagen: Spitze gelöst, toll gemacht – ich hab mir den Film inzwischen 2x angesehen – und genau das solltet ihr auch tun: Kinoticket lösen, mitnehmen und Spaß dabei haben!

Chapeau ans Drehbuch, auch wenn man deutlich die Einflüsse des deutschen TVs hier merkt, die Komik und Unterhaltung leidet darunter kein Stück: Man hat Fun, es ist kurzweilig und die Ideen sind teilweise so gut, dass nichts anderes geht außer Lachen. Reingehen!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht aussitzen, es sei denn man steht auf die Songs.

Kinostart: 13. Februar 2020

Original Title: Night Life
Length: 115 Min.
Rated: FSK 12


21 Bridges

21 Bridges - Filmplakat
© 2020 Leonine

Entgegen so manchen Behauptungen, dass dieser Film nicht wirklich prickelnd sein soll, hatte ich dabei echt gute Laune und fühlte mich bestens unterhalten. Das Problem scheint wohl zu sein, dass viele eine Art „Verbrecherjagd“ erwarten mit irgendwelchen Auflösungen am Schluss und dann wird’s schon irgendwie gehen alles … und das ist der Film eben nicht.

„Gelöst“ wird quasi mehr oder weniger schon relativ weit am Anfang, was für mich den Ausschlag dafür gab, meine „Was ist das“-Erwartungen völlig über Board zu werfen.

Zu dem Zeitpunkt war ich auch selbst grad im Schreibfieber und habe mir deshalb während des Plots permanent überlegt, wie ich an der Stelle reagieren würde. Wohin ich rennen würde, was ich tun würde – wem mich anvertrauen usw. – und das löste tatsächlich eine Kreativitätsbombe in meinem Kopf aus, die von der Filmmusik und immer neuen Plotelementen untermalt wurde.

Und dadurch, dass so frühzeitig quasi klar wird, wer hier der Böse ist, denke ich auch, dass die Absicht der Macher ebenfalls nicht gewesen ist, eine Verbrecherjagd mit spektakulärer Auflösung zu starten, sondern man vielmehr das Momentum innerhalb der Stadt feiern wollte, und das ist in meinen Augen tatsächlich auch sehr gut gelungen. Natürlich kann man sich jetzt über Sinn und Unsinn des Titels streiten und auch hier wieder aufgeblasene Fragwürdigkeiten anprangern, oder man lässt sich einfach auf den General-Showdown ein und zelebriert es im Stile von Run All Night, der ja auch schon so permanent-aufgekratzt daher kam und bis heute zu einem meiner Lieblingsfilme zählt.

Inzwischen wohl weniger im Kino verbreitet, darf man die wenigen Chancen immer noch gerne nutzen – oder eben in ein paar Wochen auf VoD zurückgreifen, um sich den Film doch noch anzusehen.

Keine Jagd, sondern einfach nur „Es ist was los – und das dauerhaft“. Umsetzung gut, der Plot solide, die Durchführung hat ihre wunderbaren Szenen und über Titel und Sinnhaftigkeit darf man nicht nachdenken, dann ist der Film auch sein Geld wert. Popcorn dazu – Bierchen und der Abend ist gerettet.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Hat keine weiterführenden Szenen, rausgehen erlaubt.

Kinostart: 6. Februar 2020
Heimkino-Start: 12. Juni 2020

Original Title: 21 Bridges
Length: 101 Min.
Rated: FSK 16


News: Aktuelle Gratis-Angebote im ICE der DB (Stand: August 2020)

ICE Szene in München Pasing
© 2020 https://www.kinoticket-blog.de

Folgende Angebote stehen im August 2020 zur Auswahl

Top-Filme

(NEU) Three Billboards outside Ebbing, Missouri
Jumanji – Willkommen im Dschungel
Sherlock Holmes
Percy Jackson – Diebe im Olymp
Invictus – Unbezwungen
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
Avatar – Aufbruch nach Pandora
Männerherzen
Nie wieder Sex mit der Ex

Joyn Originals

Diese werden nicht vollständig angeboten, sondern enthalten jeweils ausgewählte kostenfreie Episoden. Wer die kompletten Staffeln sehen möchte, benötigt hierfür eine JoynPlus-Mitgliedschaft.

Ma Pa
Check. Check
jerks.
Slavik – Auf Staats Nacken
Dignity
The Entertainers
Frau Jordan stellt gleich
Die Läusemutter
Singles‘ Diaries

Top-Serien

Diese werden nicht vollständig angeboten, sondern enthalten jeweils ausgewählte kostenfreie Episoden. Wer die kompletten Staffeln sehen möchte, benötigt hierfür eine JoynPlus-Mitgliedschaft.

(NEU) Aus dem Tagebuch eines Uber-Fahrers
The100
The Big Bang Theory
Eine wie Alaska
Atlanta Medical
The Orville
What we do in the Shadows
9-1-1
The Gifted
Genius.

TV-Highlights

Diese werden nicht vollständig angeboten, sondern enthalten jeweils ausgewählte kostenfreie Episoden. Wer die kompletten Staffeln sehen möchte, benötigt hierfür eine JoynPlus-Mitgliedschaft.

The Voice of Germany
Queen of Drags
BIG!
Joko & Klaas gegen Pro7
Die Martina Hill Show
The Voice Senior
Alle gegen 1
Mord mit Ansage

Wissenswertes

Mythos Megalodon – Das Geheimnis des Urzeit-Hais
Naturwunder Costa Rica
Teleskop Blick ins Universum
Indien – Wildes Paradies
Into the Blue Hole – Expedition in unbekannte Tiefen
Die Tierwelt Patagoniens
Project C.A.T. – Eine Zukunft für Tiger
Giant Sharks – Hai-Expedition vor Kuba

Für die Kleinen

The Spectacular Spider-Man
Teen Titans Go!
Be Cool Scooby-Doo!
New Looney Tunes
The Tom und Jerry Show
Dorothy und der Zauberer von Oz
Friends
Thomas & Friends


Wir Eltern

Wir Eltern - Filmplakat
© 2019 Wfilm

„Jetzt reißt er wieder seine Fresse auf und dabei hat er überhaupt keine Ahnung…“

Stimmt – ich hab keine Ahnung, was Kinder, Kindererziehung, Familie und das ganze drumrum angeht, außer, dass ich selbst sechs Geschwisterchen habe und somit im „Pool der Unrühmlichkeiten“ auch ordentlich mitgemischt habe.

Eric Bergkraut hat einfach mal seine Family geschnappt, einen Wettbewerb vor Augen gehabt und einen Film kredenzt, in dem es um genau diese Dinge geht: Die Kinder tanzen den Eltern gerne auf der Nase herum und machen einfach ihr eigenes Ding, statt sich ordentlich zu benehmen und für den Rest der Welt ein Vorzeigesöhnchen und -töchterchen zu sein.

Gerade das dürften viele aus eigener Erfahrung kennen: Entweder als stummer Zuschauer an der Supermarktkasse – oder eben im eigenen Heim, was dann dauerhafter und nerviger sein dürfte 😉

Und genau da greift der Film auf humorvolle Weise ein Thema auf, dem sich viele erlegen fühlen und nimmt sowohl Kinder als auch Eltern unter die Fittiche und macht mit ihnen einen Ausflug ins „Was wäre wenn“-Land. Und das macht definitiv viel Spaß, weil man sich dabei so ganz flauschig in seine Nischenecke verkrümeln und mit einem Grinsen im Gesicht der Sache annehmen kann, ohne dabei selbst zu verzweifeln.

Das Zusammenspiel harmoniert zwischen den Darstellern im Allgemeinen sehr gut … und ich denke, das liegt nicht nur daran, dass sie auch im echten Leben (teilweise) eine Familie sind, sondern auch an ihren Fähigkeiten, eine Rolle wirklich überzeugend rüberzubringen.

Auch die lässige Art, hier verschiedene Erziehungsmethoden aufzugreifen und diese spielerisch auseinanderzunehmen, taugt mir sehr, denn der Film zeigt, wie das Leben die Momente oft mit eigenem Zynismus in die Hand nimmt und so ganz anders regelt, als man sich das vorstellt.

Dass all dies zugunsten eines Schmunzlers beim Publikum aufgelöst und verarbeitet wird, ist dann das Sahnehäubchen, dass jedem/jeder Einzelnen zusätzlich das Gefühl gibt, richtig in sein/ihr Kinoticket investiert zu haben.

Großartig, voller Humor, elterlichem Frust, pubertärem Entdecken und emotionaler Herzlichkeit: Diese Komödie baut ihren ganz eigenen Charme auf und übergibt ihn direkt ans Publikum.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abwarten.

Kinostart: 16. Juli 2020

Original Title: Wir Eltern
Length: 98 Min.
Rated: FSK 6


Irresistible – Unwiderstehlich

Irresistible - Filmplakat
© 2020 Universal Pictures International

Ihr wollt lachen? Jon Stewart kann Comedy – und er gehört zu denjenigen, die Amerika auch nichts durchgehen lassen. Quasi eine Art „seriöserer Michael Moore mit mehr Spaß dabei“.

Genau da haut der Film richtig in die Wunden: Er zeigt auf irrwitzige Art und Weise die Schande, die mit (amerikanischer) Politik verknüpft ist – auf eine dermaßen unterhaltsame Art, dass dir vor Lachen der Bauch weh tut.

Das hier ist ein Stück voller Freude, Euphorie, erfolgsgetriebener Verbissenheit und dem Schalk, der so unverblümt rüber kommt, dass man auch als Vielseher seine Momente hat, wo man doch völlig überrascht wird.

Der Cast ist top besetzt, die Humorspitzen jagen einander, dass manchmal kaum Zeit zum Luftholen bleibt und man wird mit Twists in die Falle gelockt, denen man auch als eingefleischter Cineast unterliegt.

Kurzum: Dies ist ein extrem wichtiges, politisches, Humor-Stück, das nicht zu sehen eine Sünde ist: Zieht euch Tickets für diesen Streifen und fangt an, die Dinge wieder mit einem dicken Grinsen zu beobachten. Der Ernsthaftigkeit tut das keinen Abbruch, aber man ist anschließend nicht vollkommen depressiv, sondern dennoch informiert, aber mit einem sau guten Gefühl dabei im Bauch, wenn man den Saal wieder verlässt.

Klasse gemacht, extrem kurzweilig, mega lustig und mit viel Fingerspitzengefühl so arrangiert, dass auch Cineasten auf ihre Kosten kommen: Besten Dank für diese wunderbare Arie!

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Definitiv bleiben: Der Text ist quasi egal, es mündet eher in weiteren Filmteilen!

Kinostart: 6. August 2020

Original Title: Irresistible
Length: 101 Min.
Rated: FSK 6


Waves

Waves - Filmplakat
© 2020 Universal Pictures International

Dieser Film ist eine Zaubershow: Sie holt dich, fesselt dich in ihren Bann und lässt dich nicht wieder los. Es dauert ein wenig, bis die Magie startet, aber danach bist du so fasziniert, dass du ihn einfach nochmal sehen willst.

Ich weiß nicht, wie ich euch das beschreiben soll. Ihr kennt mich als jemand, der gerne von Formen, Farben und mystischen Elementen fasziniert ist und darüber schwärmt, das hier ist aber noch viel mehr. Eine Form von kunstvoller Ausgestaltung, die in allen einzelnen Bereichen aufs Ganze geht und dabei unwillkürlich begeistert.

Mach, was du willst: Lehn dich zurück und genieße die Musik. Mach die Augen auf und schau den faszinierend aneinander geschnittenen Szenen zu, die in Verbindung mit dem Score wiederum ein Kunstwerk für sich sind, verfolge den Plot – tu, was immer du willst. Es gibt viel Zeit dafür und dabei keinerlei Verpflichtungen, aber eins ist gewiss: Langweilig wird es zu keiner einzigen Sekunde.

Das Plakat suggeriert bereits, dass Filme dieser Art kaum existieren und ich kann mich da voll hinter diese Aussage stellen: Mir fiele kein Vergleichsmovie ein, mit dem man das hier annähernd beschreiben könnte.

So sehr ich von den ersten fünf Minuten abgeschreckt war, so sehr wünsche ich mir, diesen Film einfach noch viele Male ansehen zu können, denn irgendwas passiert mit dir, währenddessen du ihn siehst.

Faszinierend, magisch, elementar und einzigartig: Dieser Film zieht dich in seinen Bann und lässt dich nicht mehr los.

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Verzaubert mit Farben und Musik und hält einen weiter im Bann – ihr müsst also nicht gleich raus.

Kinostart: 16. Juli 2020

Original Title: Waves
Length: 137 Min.
Rated: FSK 12