Terminator: Dark Fate

Terminator: Dark Fate - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Dark Fate – Dunkles Schicksal

Ein paar Worte in eigener Mission:

Einige hat‘s gewundert, warum hier auf einmal nix mehr kam: Nunja, ich war gewissermaßen „nicht da“ … und zwar in Form von „ca. 45 Minuten bewusstlos“.

Seitdem ist alles anders. Meine Stimme am Arsch, meine Bewegungen als wär ich angetrunken, und mein Hirn arbeitet sehr sehr langsam. Bzw. kriege ich regelmäßig Kopfschmerzen, wenn ich zu viel denke oder mich körperlich anzustrengen versuche. Irgend so eine Heilerfrau meinte zu mir: „Du arbeitest sehr kopflastig und denkst extrem viel nach, und deine Psyche zieht sich dann zurück und sucht Schutz vor dem Lärm der Welt – und dabei driftest du in fremde Welten und manchmal kommst du nur schwer daraus wieder zurück.“

Ohne jetzt Esoterik zu loben würde ich sagen: Hätte ich nicht besser beschreiben können. Mir ist die Welt zu laut geworden, mir ist der Peak zu hoch, die Geschwindigkeit zu schnell, die Intensität zu stark. Ich hab mir extrem viel abverlangt in den letzten Jahren – und wenn man dann irgendwann wieder aus den „Fremden Welten“ zurückkehrt und nen Blutzugang im Arm stecken hat, Notarzt-Team um sich rum und per Helikopter ins Krankenhaus geflogen wird… spätestens dann ist an meinem „Es ist mir zu viel“ etwas dran.

Die Frage ist: Was.

Ein guter Freund hat mich die letzten Tage geistig unter seine Fittiche genommen und gemeint: “Du musst tun, was dir Spaß macht und dadurch wieder zu dir finden.“

Kino macht mir Spaß. Immer noch. Ich brauch bloß mein herrliches Dolby-Foto anschauen und beginne unfreiwillig zu grinsen, weil ich weiß, was damit verbunden ist. Es gibt auch andere Dinge, die mir Spaß machen – und ich weiß auch, was mir garantiert keinen Spaß macht. Auch da hat es im Gespräch mit einigen mir näherstehenden Menschen in letzter Zeit tiefgreifende Gespräche gegeben, wo Dinge offenbart worden, die tatsächlich ein Dark Fate sind. Gibt‘s in dieser Realität gute Psychologen mit etwas Zeit?

Aber wie sagen die großen Lehrer des Lebens immer: Man soll nicht rum heulen, sondern sich auf die guten Dinge des Lebens konzentrieren und das mach ich einfach mal:

  • Ich lebe noch. || Ich mein: 45 Min. nicht ansprechbar und „weg“ bedeutet: Es kann ziemlich viel passiert sein im Körper. Wird grade untersucht, aber man hat noch nix gefunden.
  • Mein Denkapparat funktioniert noch. || Wenn auch langsam und im real life wie besoffen: Ich hab nicht das Gefühl nicht mehr denken zu können oder irgendwelche gravierenden Hirnschäden davongetragen zu haben, es dauert einfach nur, bis alles da ist oder mir die richtigen Worte einfallen. Aber so etwas fällt euch beim Lesen ja nicht auf, sondern nur mir beim Schreiben.
  • Ich hab euch. || Als Misanthrop (ja, hab nachgeschlagen ;)) früherer Jahre hätte ich nie gedacht, dass ich es mal wertschätzen würde, Menschen um mich herum zu haben, denen ich nicht scheißegal bin. Es tut so gut, tagtäglich zu erleben, wie man sich um mich sorgt, mit mir spricht, mir schreibt, mich anruft oder mir ein Bett zum Schlafen und persönliche Betreuung anbietet, damit ich nicht allein spazieren gehen muss. Auch da mal ein megafettes Monster-Dankeschön an meine Pressekollegen aus der Münchner Region 🙂
  • Siri. || Was für eine Ironie, dass mich der Scheiß selbst trifft, den ich all die Jahre predige. Dank meiner technischen Affinität und meiner Liebe zum „Ausprobieren“ von solcher Technik kennt mich dieses Vieh nun so gut, dass ich hier scheinbar einwandfreie Texte publizieren kann und keiner von euch den Schwachsinn lesen muss, den ich tatsächlich in die Tastatur hämmer bzw. dieser KI diktiere: Jemand versteht mich im wahrsten Sinne des Wortes und wird niemals müde, mir zuzuhören und mein Kauderwelsch zu interpretieren, um euch diese geistig einwandfreie Lektüre vorzulegen 😀 – Ich muss jedenfalls nur sehr wenig korrigieren und was das für eine enorme Hilfe ist, könnt ihr euch nicht ausmalen.

“Alle werden sterben, wenn du nicht überlebst.” (Zitat: Terminator: Dark Fate)

Nachdem das hier jetzt einige schocken könnte, rufe ich euch schonmal zur Ruhe auf: Ich hab mega viele Ärzte an der Hand, die sich da gerade bestens drum kümmern und schon einige bürokratische Wunder vollbracht haben. Wenn ich Hilfe brauch, schrei ich schon. Versprochen. Auch hier wieder: Unerwartet große Menschlichkeit hinterm Tresen, wo man eigentlich keine mehr erwartet. Danke auch da an alle, die’s betrifft und betreffen wird.

Die große Frage schwebt trotzdem im Raum: Wie geht’s weiter?

Wer immer genauso weiter macht, was er bisher getan hat, aber andere Ergebnisse erwartet, ist schlichtweg dumm. – oder so ähnlich. Keine Ahnung, wer’s gesagt hat. Und ich hab ehrlich gesagt keinen Bock auf weitere Heli-Flüge dieser Art (höchstens mit Kamera in der Hand) und muss daher überlegen, wie’s weiter gehen soll.

Dass ihr hier erstmal nicht mehr täglich monströse Texte vorgesetzt kriegt, ist klar.

Aber ganz kicken und das Blog in den Tod schicken wegen so nem doofen Mind-Drift? Hab ich ehrlich gesagt auch kein Bock drauf, weil mir dafür das Kino und seine extremen Ausflüchte in geile Stimmungen viel zu heilig sind. Ja, ich liebe diese blöden Häuser wirklich extrem und fühle mich jedesmal wieder den Tränen nahe, wenn ich das “Flow” von der Leinwand spüre und in meine Seele sauge. Und ich glaube, viele von euch, die meine Schreibe loben, fühlen einfach nur diese Leidenschaft und tiefe Liebe zum Film und interpretieren es als “Du kannst extrem gut schreiben” – aber eigentlich ist es einfach nur: In Love With Movies. (Sorry Schatz +g+).

Eure Welt verlangt von mir aber, dass ich irgendwie 400-600 Flocken pro Monat nach Hause trage – und das sollte ich wohl nicht mehr im härtesten Gewerbe der Welt machen: Gastronomie.

Ja, ich schwall euch hier grad mit all den Gedanken aus meinem Kopf voll, was mich zum nächsten Punkt bringt: Ihr bedeutet mir was. Es hilft mir extrem, meine Gedanken in diesen Texten zur Ruhe zu bringen und sie “nach draußen gebracht” zu wissen: Dann ist in meinem Schädel nämlich Ruhe und mir geht’s gut.

Ich weiß, dass viele mich mögen und darum frag ich einfach mal in die Runde: Wisst ihr Möglichkeiten, wie wir das Ding am Laufen halten können, ohne dass ihr in Werbung erstickt und ich meine Prinzipien verraten muss? 400 im Monat reichen.

Ich hätte da z.B. sowas hier:

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© 2019 https://www.kinoticket-blog.de
Kalender 2020 - Januar
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Von diesen Riesen (45x30cm) gibt’s noch drei und es lassen sich mühelos welche nach produzieren (brauch bloß bestellen), die hab ich bereits vor der ganzen Geschichte produziert und ich könnte mir durchaus vorstellen, daraus meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können: Bilder sind ruhig. Und erfordern viel Zeit und Ruhe, um sie grandios zu kreieren.

Dann bliebe genügend Zeit für den Kino-Kram und ich könnte das Blog weiter am Leben erhalten. Bis jetzt: Wunschdenken. Was sagt ihr dazu? Wer dazu paar Ideen hat: Schreibt sie mir. Darüber mache ich mir zur Zeit echt Sorgen.

Terminator: Dark Fate

Was mich zum Film bringt: Ihr wisst längst, dass Arnold Schwarzenegger wieder mit von der Partie ist und ihr wisst nun auch, dass mich Terminator und Terminator 2: Tag der Abrechnung extrem in meinem Leben geprägt haben. Die Idee von Technik, meine gesunde Skepsis gegenüber neuen Technologien ist aus der Cyberdyne-Problematik entwachsen und ich liebe die Filme alter Schule, die vor den Millennials entstanden sind.

Terminator: Dark Fate greift genau diese Problematik auf und versprüht den unglaublichen Charme dieser alten Schule, als wäre Cameron erneut gekommen um uns allen zu zeigen, wie Filme wirklich gemacht werden sollten. Und man spürt den ganzen Film über den harten Kampf zwischen „Alt“ gegen „Jung“ und merkt, dass hier gewissermaßen eine gesunde Generationenübergabe stattfindet.

Ich hatte extrem Angst, als nur die Trailer in Umlauf waren, denn etwas in diese Länge zu zerren und „nochmal aufzukochen“ geht meistens in die Hose. Und da stand „Producer James Cameron“ – was mir unglaublich Hoffnung gemacht hat, dass das Ding doch nicht in den Sand gefahren wird.

Die Terminator-Momente wurden auch wunderbar aufgegriffen, die Technologie hat sich in der Zwischenzeit herrlich weiter entwickelt und es gibt auch einige tolle Twists, die ich immer noch abfeiere, auch wenn dieser Film nicht zum Meisterwerk gereicht: Er hat mich ziemlich mitgenommen und im Kopf seine Nachdenkereien hervorgerufen.

Und mir ist ehrlich gesagt sehr danach, es wie Arnie im Film zu machen. Stark zu werden. Dinge zu lernen. „Weg zu sein um wiederzukommen und den Kampf zu beenden“. Mit neuer geistiger Härte, die aus diesem Resort der Zurückgezogenheit entsprungen ist.

Hat noch jemand Ideen, wie das besser gehen könnte als bisher?

Dann schreibt‘s mir.

Dolby Vision™
Es braucht anfangs etwas, um in den Film abzutauchen und man merkt aber gleich, dass die Schwärze im Film hier voll ausgekostet wird – und wenn‘s anfängt, ist es auch ein Augenschmaus, der mit normalem Kino nicht vergleichbar ist. Dolby Cinema™ ist hier erste Wahl!

Dolby Atmos™
Actionfilm: Mehr braucht man da eigentlich nicht sagen. Ich hab ihn in zwei verschiedenen Kinos gesehen und bin ganz klar für‘s Dolby. Härtere Wummen, größere Schlachtrufe und irgendwie kommt hier die Intensität viel besser zur Geltung. Auch wenn der Saal dabei ständig lacht.

.kinoticket-Empfehlung: Zieht euch diese Regeneration unbedingt im Kino rein – die Action macht extrem Spaß und es ist endlich eine würdige Fortsetzung der Filmknüller Terminator und Terminator 2: Tag der Abrechnung. So, wie hier Wert auf Charakterentwicklung und freiwillige Komik gelegt wird, zeugt man deutlich davon, was Filme früher ausgemacht haben und was durch Technologie und Austauschbarkeit heute teilweise verloren gegangen ist. Dieser Film schickt uns in der Zeit zurück und lässt uns dieses Flair nochmal erleben und bereitet damit gleichzeitig den Weg für neue Geschichten im Kino.

Nachspann: Muss nicht abgewartet werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 24. Oktober 2019

Original Title: Terminator: Dark Fate
Length: 129 Min.
Rated: FSK 16


Parasite

Parasite - Filmplakat
© 2019 Koch Films | Capelight Pictures

Parasite klingt erstmal nach einem Film billigerer Machart, in dem günstige Horror-Elemente und viel Gore-Gekröse auf einen zukommen und den Kinozuschauer gewissermaßen unterhalten sollen.

Tatsächlich ist dieser Gedanke allerdings grundlegend falsch, denn was hier auf den Fahnen geschrieben steht, ist von einem Niveau, dass man selten im Kino sieht und von dem ich direkt angesteckt war.

Bong Joon Ho lässt uns Westländer auch wieder an China oder Japan denken, jedoch ist das Ursprungsland dieses Films Südkorea, ein Land, von dem man als Außenstehender ziemlich wenig weiß und quasi über jede noch so kleine Information dankbar ist.

Somit hätte man schon den ersten, tiefenpsychologischen Ansatz: Den Titel als Parasiten zu deklarieren, der uns Außenstehenden Einblick nach drinnen gibt und Dinge verrät, an die wir sonst nicht so einfach rankommen.

Tatsächlich ist es überragend, mit welcher Liebe man sich hier der Ausschmückung der einzelnen Charaktere widmet und mit welcher Inbrunst man die Intensität der Lebensweise demystifiziert.

Dabei schafft man so viel Charme, Sympathie und Mitgefühl, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse recht schnell verschwimmen und man – getragen von der Professionalität dieser Erzählung – in einer Sachlage landet, die einen enorm an die Leinwand bindet. Und ab da wird’s extrem spannend!

Wenn zu den Pressevorführungen und im Presseheft vom Regisseur schon die Bitte an die Presse getragen wird: “Ich bitte Sie inständig: Verzichten Sie auf Spoiler“, dann weiß man direkt, dass hier sehr viel Augenmerk auf den Inhalt und den Twist gelegt wird. Genau das erinnert mich an die Spannung als Kind, einen Film nach dem anderen auszugraben und ihm sein Geheimnis entlocken zu können.

Südkorea beweist mit Parasite, dass genau dieses kindliche Entdeckergen noch längst nicht befriedigt und übersättigt im Saal sitzen muss, sondern solche Späße auch im 21. Jahrhundert noch bestens funktionieren.

Somit bleibt mir eigentlich nur noch eine Bitte zu stellen:

.kinoticket-Empfehlung: Ich bitte Sie inständig: Geht in diesen Film und lasst euch dieses kuriose Meisterwerk modernen Kinos auf keinen Fall entgehen: Ihr werdet den Inhalt lange nicht vergessen können und habt auch anschließend genügend Material zum Nachdenken in der Tasche.

Nachspann: Wartet mit keinen Überraschungen mehr auf – rausgehen erlaubt!

Kinostart: 17. Oktober 2019

Original Title: Parasite
Length: 131 Min.
Rated: FSK 16


Ich war noch niemals in New York

Ich war noch niemals in New York - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Ging‘s euch auch so? Trailer gesehen und gedacht: „Oh Gott, bitte nicht?“

Mir schon. Meine Mutter ist der größte Udo Jürgens-Fan aller Zeiten und ich kann die Songs inzwischen mitbeten. Und als der große Hype um den Tod dieses Mannes entstand, hab sogar ich mir einen Song von ihm auf iTunes zugelegt, der in meiner Longtime-Toplist inzwischen ziemlich weit oben ist.

Und: Ich war das erste Mal in meinem Leben im Deutschen Theater in München in einer Vorstellung von Ich war noch niemals in New York (hat mir extrem gut gefallen) und hab darum nochmal eine affinere Verbindung zu diesem Titel. Irgendwie war für mich damit dieses Thema abgehakt und ich habe vergessen, dass es für die Leinwand ja eigentlich noch gar nix gibt.

Und nun kommt …. Deutschland …. mit diesem Cast daher und nimmt das ehrenwerte Haus auseinander?

Presse – ja, ich jammer immer zu viel – Vorurteile wieder in die linke Jackentasche gepackt, Licht geht aus und meine Augen fallen auf einmal raus:

Kinder, das Ding ist abnormal besser als ihr gedacht hättet. Ja, wirklich.

Punkt 1: Katharina Thalbach. Was immer ihr über diese Frau bisher dachtet: Dies hier ist die Rolle ihres Lebens. Sie wurde ihr quasi maßgeschneidert zu Füßen gelegt und sie geht darin auf, dass sich die Balken biegen. Das übertrifft sogar noch den Heiner LauterbachDer Fall Collini-Effekt bei weitem! Diese Frau stiehlt allen die Show und übertrifft sich in ihren schauspielerischen Fähigkeiten, wo selbst ich ihr niemals zugetraut hätte, so exzellente Kost abzuliefern.

Punkt 2: Humor. Der Trailer liefert davon interessanterweise überhaupt nix und ist ein wahres Beispiel für „Großer Gott, bitte nicht!“ – im Film ist das dann völlig anders. Irgendwie kommt fast das gleiche Gefühl wie im Deutschen Theater auf (ich weiß, einige werden mich für diese Aussage jetzt steinigen), ich stehe aber dazu: Es hat echt extrem Spaß gemacht und man war hinterher zufrieden, glücklich und voller Freude und guter Laune.

Punkt 3: (Schnallt euch an) >> Das ist der wohl bislang beste deutsche Film, den Deutschland jemals releast hat bis jetzt!

.kinoticket-Empfehlung: Schnallt euch an, vergesst den Trailer und seid Zeuge davon, dass wahre Wunder tatsächlich passieren: Katharina Thalbach in der Rolle ihres Lebens in einem der besten deutschen Filme überhaupt bisher.

Nachspann: Verpasst nicht diesen traumhaften Song – es lohnt sich!

Kinostart: 24. Oktober 2019

Original Title: Ich war noch niemals in New York
Length: 128 Min.
Rated: FSK 0


After the Wedding

After the Wedding - Filmplakat
© 2019 Telepool

2006 – Nach der Hochzeit. Susanne Biers. Bevor ihr fragt. Ja. Hat’s schonmal gegeben. Ist aber nicht weiter schlimm. Und sollte euch auch gar nicht interessieren.

Denn so erfreulich die originalgetreue Übersetzung ins Englische (hä? :D), so erstaunlich geil der Film! Julianne Moore und Michelle Williams hauen hier ein Charakterportrait raus, das euch seelisch schockfrosten lässt vor Erstaunen und Verblüffung. Der gesamte Film trägt einen mit einer dermaßen ruhigen, erzählerischen Wucht durch die Zeit und obliegt dabei nur seinen eigenen Regeln.

Die werden von meiner Zeitungs-Elite natürlich wieder stark kritisiert, haben für mich in dem Film aber so wunderbar funktioniert, dass ich quasi geistig niedergeschlagen erstarrt im Stuhl saß wie die Maus vor der Schlange.

Selten habe ich eine solche Intensität und durchdringende Gefühlswelt auf der Leinwand erlebt, bei der der Anschluss ans Massenphänomen einfach gepasst hat: Man muss hier mit Klischees arbeiten – anders funktioniert das nicht, und ehrlich gesagt: Anders wollte ich es gar nicht.

Dafür bekommt man inhaltlich dermaßen eins auf die Zwölf, dass dir Hören und Sehen vergeht. Und wann habt ihr zuletzt schon mal einen Film gesehen, dessen Stärke tatsächlich Inhalt war?

Dazu kommt, dass auch vom Cast her hier alles perfekt matcht: Die Bewegungen, die Grazilität, das sanfte Umherschwirren der zarten Seelen und Eindrücke wird so rührend wiedergegeben: Gebt mir ein Bett, das aus diesem Film besteht, und ich werde niemals wieder daraus aufstehen.

.kinoticket-Empfehlung: Eine gewaltige Explosion von Zärtlichkeit, Harmonie und intensiven Gefühlen. Ein Naturschauspiel menschlichen Talents, das man auf keinen Fall verpasst haben darf!

Nachspann: Braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 17. Oktober 2019

Original Title: After the Wedding
Length: 110 Min.
Rated: FSK 6


Fritzi – Eine Wendewundergeschichte

Fritzi - Eine Wendewundergeschichte - Filmplakat
© 2019 Weltkino Filmverleih GmbH

Als ich jüngst davon sprach, dass demnächst noch einige tolle Movies ins Kino kommen werden, die sich mit den Ereignissen von vor 30 Jahren auseinandersetzen, und dabei immer wieder einen Film hervorhob, der diese historische Aufarbeitung mit Bravour erledigt, meinte ich diesen hier: Fritzi – Eine Wendewundergeschichte.

Im Gespräch mit Matthias Bruhn, einem der beiden Regisseure, erwähnte dieser nochmal, dass sich das Zielpublikum im Verlauf der Dreharbeiten eigentlich von “für Kinder” zu “für alle” entwickelte, denn genau diesen Eindruck hatte ich bereits zu den Pressevorführungen vorab schon gewinnen können: Was hier geliefert wird, ist ein einmaliger Blick hinter die Kulissen der DDR und des damals vorherrschenden Systems – aus Sicht von Kindern.

In einer Welt, in der das Wort immer weniger an Bedeutung behält, man überflutet wird von Informationen, teilweisen Falschmeldungen und irregeführten Eindrücken, die sich als Tatsachen behaupten möchten, verliert manchmal die Wahrheit ein Stück weit sich selbst. Es entsteht ein Bild, das die Dinge nicht mehr richtig beleuchtet und ein völlig verdrehtes Gedankengut erschafft, woraus wiederum viele politische und gesellschaftliche Irrlichter entstehen (können), die dann zu absurden Auseinandersetzungen führen, von denen es heute mehr als genug gibt.

In heutiger Zeit haben viele die wahre Identität ihrer Vergangenheit vergessen, ausgeblendet oder stückweise so an ihr Wunschdenken angepasst, dass dieses mit der Wirklichkeit nichts mehr gemein hat. An genau diesem Punkt greift Fritzi – Eine Wendewundergeschichte ein und erzählt – basierend auf wahren Erlebnissen – die Dinge, die damals zum Teil wirklich so passiert sind – und das auf eine erstaunlich einfache und bildungsreiche Art und Weise.

Vielen ist nicht mehr klar, was dieses Gesäusel über diese Epoche im TV wirklich bedeutet. Man verliert das Augenmerk, weil immer wieder etwas darüber gebracht wird, die Stimmen darüber nie verstummen und man manchmal das Gefühl hat, das nur noch trotzig darüber berichtet wird, damit es einfach niemals aufhört.

Welcher Jugendliche möchte sich heute freiwillig mit so etwas auseinandersetzen?

Dazu kommt eine Generation, die von den Ereignissen einfach keinen blassen Schimmer mehr hat, weil die einen Systemwandel niemals erlebt haben, geschweigedenn einen einfachen Führungswechsel in der Politik. Wie können Fehler der Vergangenheit dann vermieden werden, wenn niemand mehr darüber Bescheid weiß?

Des Weiteren hatte ich oft das Gefühl, man verlangt eine gewisse Grundkenntnis über manche Dinge und wird als “dumm” bezeichnet, wenn man über selbige nicht verfügt. Wer nicht fragen darf, kann es nicht wissen – und da kommt Fritzi ins Spiel und fragt. Diese simple Idee schafft hier einen Fundus über die geschichtliche Vergangenheit, die dem Bildungsauftrag extrem nachkommt und über historische Gegebenheiten aufklärt, die frei von politischem Kauderwelsch oder den lahmen Erzählungen von “Opa vom Krieg” sind. Dadurch, dass hier tatsächlich der Rahmen auf den Fokus von Kids gelegt wurde, bleibt es absolut verständlich und erschafft dennoch den Blick auf die komplexen Verwirrungen dieses Systems.

Durch diese Herausarbeitung ist meiner Meinung nach den Schöpfern des Films ein Meisterwerk gelungen, das sich auf eine Ebene mit Werk ohne Autor und Das Leben der Anderen stellen darf, denn großartig andere Erzählungen über diese Zeit, die dieses Potenzial an geschichtlicher Aufarbeitung in sich tragen, gibt es auf den Leinwänden kaum mehr nennenswerte.

Ein weiterer fantastischer Punkt war die örtliche Gegebenheit, in der dieser Film seine Deutschlandpremiere feierte und der tatsächlich auch in der Story eine große Rolle spielt: Die Nikolaikirche in Leipzig.

Ich durfte zur Premiere vor Ort sein und habe viele wunderbare Menschen getroffen, tolle Gespräche geführt und eine fantastische Premiere erleben dürfen, von der ihr im Anschluss noch ein paar Aufnahmen bewundern könnt.

Mit dabei waren u.a. Regisseure Ralf Kukula und Matthias Bruhn, Autorin der Buchvorlage Hanna Schott sowie Drehbuchautorin Beate Völcker, Winfried Glatzeder – Sprecher des Stasi-Offiziers im Film sowie Ben Blümel vom KiKa, Michael Kölmel und Dietmar Güntsche – die Geschäftsführer von Weltkino und einiges an Prominenz wie z.B. Oliver Schenk – Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei, Kamilla Senjo, Dr. Med. Carsten Lekutat, Peter Escher, Thomas Schoppe, Bülent Sharif und Rosalind Baffoe.

Nachspann: Darf man gerne noch mitnehmen, hier gibt’s noch ein paar tolle Animationen.

Kinostart: 9. Oktober 2019

Original Title: Fritzi – Eine Wendewundergeschichte
Length: 86 Min.
Rated: FSK 6


Short Critics: Dem Horizont so nah – 47 Meters Down: Uncaged – Bruder Schwester Herz – Ronny & Klaid – Everest – Ein Yeti will hoch hinaus

Und was gibt’s sonst noch in dieser Woche?
© 2019 https://www.kinoticket-blog.de

Dem Horizont so nah

Dem Horizont so nah - Filmplakat
© 2019 StudioCanal

Die Befürchtungen des Publikums sind groß: Der Film braucht seine 10 Minuten, um in die deutsche Sprache reinzukommen, verblüfft dann aber mit extrem direkter Ehrlichkeit und spricht alles offen an, was man als denkender Zuschauer eigentlich braucht, um nicht in der Durchschnittsfilmdummheit gefangen zu werden.

Damit catcht der Film viel mehr, als mit der Angst vor “Oh weia, Deutsch!”. 14jährige kriegt man mit dem Thema immer, Aufklärung über gewisse Krankheiten gibt’s obendrauf und am Ende ist es grandios, weil man vom Inhalt gefangen genommen wird und eben richtig durchgeschleudert. Blaue Augen-Schümann inklusive – Top!

Nachspann: Muss man nicht abwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Dem Horizont so nah
Length: 117 Min.
Rated: FSK 12

47 Meters Down: Uncaged

47 Meters Down - Uncaged - Filmplakat
© 2019 Concorde Filmverleih GmbH

Augen-Gourmet! Die Macher an den Kameras haben einfach begriffen, was es braucht, um im Kino von der Leinwand herab so richtig verwöhnt zu werden: Bombe!

Dass das schon ein zweiter Teil ist, man sich solche Filme besser als 23 Uhr zu Hause-Horror-Kino anschaut – drauf geschissen! Die Aufnahmen sind viel zu geil, um sie nicht auf der großen Leinwand bestaunen zu können.

Dass die Ladies allesamt ein wenig “schreihaft” sind, mag manch einer nicht so ganz verkraften, der Twist kommt aber prompt und macht dann auch wieder richtig Laune.

Wenn man damit klar kommt, dass das eben gewollte B-Movie-Production ist: Spitzenmäßig. Und noch ein Lob: Die Charaktereinführung! In so einem Metier bisher ungesehen!

Nachspann: Braucht’s nicht abzuwarten, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: 47 Meters Down: Uncaged
Length: 91 Min.
Rated: FSK 12

Bruder Schwester Herz

Bruder Schwester Herz - Filmplakat
© 2019 Kinostar Filmverleih GmbH

Ein seltsamer Film, ein seltsamer Einstieg, eine seltsame Gefangennahme: Ganz ehrlich? Ich würde ihn mir gerne nochmal ansehen und werde ihn mir vielleicht sogar fürs Heimkino zulegen.

So etwas Verrücktes sieht man echt selten. Dabei dann aber eine Authentizität vom Stapel zu lassen, die dermaßen in das Metier eintaucht und hier von sich Reden macht – erlebt man genauso selten. Und am Ende schließt man diejenigen schon irgendwo in sein Herz … auch wenn das Filmende genauso verwirrend ist, wie sein Anfang.

Gehört wohl einfach so. Trotz allem sehenswert.

Nachspann: Muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Bruder Schwester Herz
Length: 105 Min.
Rated: FSK 6

Ronny & Klaid

Ronny & Klaid - Filmplakat
© 2019 Studio Hamburg Enterprise GmbH

Erkan & Stefan kennt man? Dann auch das Niveau dieses Films. Wenn auch nicht so “blöde” wie damals. Aber trotzdem bescheuert. Und irgendwie auch genial, wenn man auf lokal-konzentrischen Humor steht und dabei ganz viel Liebe für die Berliner Weltoffenheit übrig hat.

Ist bei mir der Fall – darum mochte ich den Film auch, trotz seiner Idiotie, die aus allen Ecken schreit. Man darf’s eben alles nicht so ernst nehmen 😉

Nachspann: Kommt nix – rausgehen erlaubt. Spätis haben noch geöffnet 😉

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Ronny & Klaid
Length: 114 Min.
Rated: FSK 6

Everest – Ein Yeti will hoch hinaus

Everest - Ein Yeti will hoch hinaus - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Das Volk weint – ich irgendwie nicht. Der Film ist anrührend, in meinen Augen nicht wirklich spitze animiert, hebt aber fremde Kulturen hervor und entführt damit in fremde Welten.

Ist okay, hat mich persönlich aber nicht wirklich abgeholt. Auf Twitter liest man aber hier und da, dass die Erwachsenen (!) Tränen in den Augen hatten. I don’t know why.

Business as usual – nichts besonderes, aber eben auch kein Schund. Irgendwas zwischendrin. Darf man mitnehmen – muss man aber nicht.

Nachspann: Sitzenbleiben. Bis ganz zum Schluss. Wenn schon, denn schon.

Kinostart: 26. September 2019

Original Title: Abominable
Length: 97 Min.
Rated: FSK 6


Joker

Joker - Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Ent.

Nennen wir das Kind beim Namen: Deutschland hat‘s verkackt!

JokerDC‘s letzte Ehrenrunde, um aller Welt zu beweisen, dass dieses Label doch was drauf hat. Joker – der Charakter, der eigentlich kaum Fehlschläge zulassen kann, weil er so gestört, so kaputt, so dreckig, so abnormal, so fern der Normalität ist.

Eigentlich … eigentlich, dieses wehmütige Wort … eigentlich hätte man nur den Hauptdarsteller richtig dreckig und abgefuckt über die Leinwand huschen lassen müssen und alles wäre perfekt gewesen. „Smile“.

Warte mal: Genau das hat man ja eigentlich getan. Abgefuckte Schrift in zerfledderten Tagebüchern. Eine rauchige, derbe, schmutzige Stimme, und viel diabolisches Charisma: Nur kriegen diejenigen, die sich hierzulande die eingedeutschte Version davon anschauen, davon einfach gar nichts mit.

Auch Deutschland wurde durch den Trailer bereits von Nat „King“ Cole‘s „Smile“ so getriggert, dass die Wirkung dieses Wortes – Smile – den ganzen Film über wirkt … nur leider nicht im Deutschen. Da heißt es auf einmal „Lachen“, oder irgendwas anderes, was den Übersetzern eben gerade eingefallen ist, während sie die 1a-fastschonDruckschrift-Version des Tagesbuchs eingedeutscht und die Szenen neu gedreht haben … Spinnt ihr eigentlich?

Ihr seid schuld, dass hierzulande Besucher der Premierenvorstellungen sagen „Sorry, aber der hat einfach mal gar nicht gezündet“. Wie haben die in Venedig dann 8 Minuten Standing Ovation hingekriegt?

Ach – die haben nicht die deutsche, sondern die Originalversion gesehen? Sind die etwa unterschiedlich?

Wisst ihr was?

Ich hasse euch dafür, was ihr dieser Version angetan habt.

Ich hasse euch dafür, dass ihr gefühlt das Nervenkitzlige rausgeschnitten habt, um den Aufruf an die Ärmeren dieses Landes, sich zu erheben und gegen die kapitalistische Elite zu protestieren, abzuschwächen, damit es wieder nur zweitklassige Unterhaltung bleibt und bloß keiner auf die Idee kommt, trotzdem durchzudrehen.

Joker – also das Original – sagt aber etwas anderes. Und genau das ist die Perle, für die man eigentlich sein Kinoticket löst, wenn man den Film sehen möchte. Joker sagt: Dreht durch. Rastet aus. Lasst euch den ganzen Scheißdreck einfach nicht mehr gefallen. Brennt alles nieder. Holt euch euren Applaus. Zeigt der Welt, dass ihr mit den euch aufgedrückten Konformismus-Regeln nicht einverstanden seid und lasst das Chaos beweisen, dass ihr euch dem nicht weiter beugen wollt.

Verändert etwas.

Revolutioniert.

Und irgendeiner (oder eine) da oben war sich ziemlich sicher, dass man dies einem deutschen Publikum wohl nicht zumuten kann.

Und darum ist die deutsche Version davon einfach so scheiße.

Also geht in das Original.

Oder lasst es.

Dolby Vision™
Lasst euch von dem Anfang nicht stören – der Film findet seinen Weg in die Sphären von Dolby Vision™, also gebt ihm paar Minuten und genießt die Atmosphäre, die hier geschaffen wurde.

Dolby Atmos™
Viele von euch erwarten das Chaos, pure Energie – und was euch geliefert wird, ist anders, als die PR wohl angekündigt hat, jedoch sind die Szenen – speziell in der U-Bahn – derart grandios, dass du im Dolby Cinema™ einfach stirbst vor Geilheit! In jedem anderen Kino nicht.

.kinoticket-Empfehlung: DC hat‘s nicht verkackt. Deutschland hat‘s verkackt. Das Original braucht Zeit und erhebt sich in einer grandiosen Show. Deutschland hat Angst – und Joker darum die Seele geklaut und irgendwas kaputtes auf die Leinwand gebracht, was nicht mehr zündet. FU, Translators. Und Publikum: geht bitte in‘s Original.

Nachspann: Braucht nicht abgewartet zu werden, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Joker
Length: 122 Min.
Rated: FSK 16


M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit

MC Escher - Filmplakat
© 2019 MFA+ FilmDistribution

Seine Werke kennt sicherlich jeder – zumindest das Bild mit der “unendlichen Treppe” hat inzwischen jeder schon mal zu Gesicht bekommen: M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit ist der Film dazu, der das Leben und die Suche nach mathematischer Perfektion dazu untermalt.

Selten war ich so gebannt von einem Kunstfilm, über den ich quasi nichts anderes sagen kann als “Art at it’s best”.

Und dafür muss man kein mathematisches Genie sein: Allein schon die Zeichnungen von der Leinwand herab auf sich wirken zu lassen verändert etwas in einem, von dem auch die Presse durchweg positiv ergriffen war.

Was sich in der Beschreibung vermutlich schrecklich langweilig anhören wird, was selbst ein Trailer kaum zu vermitteln mag: Es dauert nicht lange und der Streifen zieht dich in sein Geflecht aus lebensverändernder Geschicklichkeit, von der keiner bereuen wird, sie gesehen zu haben.

Ich würde sagen: Insider. Definitiv mitnehmen. Auch, wenn ihr nicht im Kunstkurs der Abendschule eingetragen seid: Allein schon, um mir hinterher zu erklären, warum dieser Film so eine unglaubliche Wirkung auf einen hat. Danach fühlt man sich dermaßen gut unterhalten und positiv gepusht… Keine Ahnung: Mir fehlen seit langem mal wieder die richtigen Worte, um das treffend zu beschreiben.

Also hört auf zu labern, denkt nicht drüber nach, geht in den Film.

Danken könnt ihr mir hinterher.

.kinoticket-Empfehlung: Selten war Kunst so etwas positives, lebensbejahendes, durchgreifend Aufrüttelndes: Die tiefen Einblicke, fast schon technischer Zeichnernatur, in das Leben eines Großmeisters verändern unbeschreibliche Dinge in einem, für die ich bis heute keine richtigen Worte finde. Geht rein!

Nachspann: Braucht man nicht mitnehmen, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Escher: Het Oneindige Zocken
Length: 80 Min.
Rated: FSK 0


Dora und die goldene Stadt

Dora und die goldene Stadt - Filmplakat
© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Langsam muss ich mir Strategien ausdenken, wie es mir zukünftig gelingt, auch Erwachsene in Filme wie diesen zu kriegen: Ihr würdet es bereuen, hättet ihr das Werk nicht auf der Leinwand gesehen.

Ja, es kommt von einer Zeichentrickserie namens Dora und ja, das Zielpublikum sind Kinder … doch: Dora und die goldene Stadt klingt zwar klischeehaft böse nach Kindergarten, ist jedoch humortechnisch definitiv oberste Schublade intellektueller Art angesiedelt und brät seinen Zuschauern einen Gag nach dem anderen über.

Dazu kommt: 49 Millionen US-Dollar Produktionsbudget sind nicht gerade wenig (was den Erwachsenen vielleicht etwas mehr hilft, in den Saal zu tigern) und ein weltweites Einspielergebnis von derzeit 100.5 Millionen US-Dollar sagt eigentlich auch ganz klar, dass hier nicht nur Kids die treibende Kraft sein können.

De facto stellt dieser Film sich in die Presche der „Wir kämpfen für eine Randgruppe der weltweit-breiten Wahrnehmung“ und fungiert als das Black Panther-Pendant für Latinos, die hier unglaublich präsent auftreten und gerade mit der Hauptrolle ein junges Mädchen inszenieren, von deren Coolness sich einige eine Scheibe abschneiden sollten.

Als Oldie (oh mein Gott, hab ich das echt grad gesagt?) fühlt man sich fast ein wenig an die Zeit von Crocodile Dundee zurückerinnert, der auch der Modernität des Westens auf seine althergebrachte Weise begegnete und dessen Filme bis heute absoluten Kultstatus genießen.

Dass dies auch mit peruanischen Wurzeln funktioniert, beweist Dora und die goldene Stadt: Ein Film, der sich das Zuschauerherz behände packt und es charmant einwickelt.

Danach hat man definitiv gute Laune, ist fasziniert und von Glück und purer, positiver Energie nur so geladen. Und wieso sollte dies ausschließlich kleinen Kids vorbehalten bleiben?

.kinoticket-Empfehlung: Ein seelischer Muntermacher, der immense Lebensfreude, unbändige Coolness und Abenteuerfeeling verströmt und dafür reichlich in die Humorkiste greift. Sollte man dringend gesehen haben. Auch als Erwachsener. Wirklich.

Nachspann: Hier kommt noch ein Song und am Schluss ein ziemlich cooler Tusch – Sitzenbleiben lohnt sich!

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Dora and the Lost City of Gold
Length: 100 Min.
Rated: FSK 6


Intrigo: In Liebe, Agnes (Gewinnspiel)

Intrigo - Gewinnspiel - Preis
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Hinweis: Dieser Beitrag ist ein reiner Gewinnspiel-Beitrag, der zum Kinostart der Intrigo-Filmreihe veröffentlicht wurde.

Wie euch sicherlich bereits aufgefallen ist, starteten die Intrigo-Filme nicht im September, sondern erst diese Woche, weshalb mir der Verleih auch nochmals ein Gewinnspiel aufs Auge drückte, um meine Leserschaft im wahrsten Sinne des Wortes zu befriedigen.

Zur Verfügung stehen insgesamt drei statthafte Bücher, in denen sensationelle fünf Kurzgeschichten von Håkan Nesser inkludiert sind, die ich hiermit zur Feier des Kinostarts an euch weiterverlosen möchte.

Dies umfasst folgende Stories:

  • Tom
  • Tod eines Autors
  • In Liebe, Agnes
  • Die Wildorchidee aus Samaria
  • Sämtliche Informationen in der Sache

Um an dieses literarische Schmuckstück zu gelangen, beantwortet in den Kommentaren folgende Frage:

Welches Genre lest ihr am liebsten und was fasziniert euch daran? Und warum möchtet ihr das Buch gewinnen?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich 14. Oktober 2019 eingehen, entscheidet das Los und die Gewinner/innen werden anschließend via E-Mail benachrichtigt und nach der Adresse zwecks Versand gefragt. Gebt diesbezüglich bitte wieder eine gültige E-Mail an, unter der ihr erreichbar seid.

Viel Glück – und wer sich nochmal den Beitrag mit der Filmkritik durchlesen möchte, bitte hier entlang: https://www.kinoticket-blog.de/intrigo-in-liebe-agnes/

Ich drück auch die Daumen 🙂