Das Wunder im Meer von Sargasso

Das Wunder im Meer von Sargasso - Filmplakat
© 2019 RFF – Real Fiction Filmverleih e.K.

Wenn man unverblümt ohne Vorwissen und -urteile in diesen Film geht, riecht man sofort den Duft von Roadtrip-Freiheit, der zu Beginn aus allen Ecken quillt und die Lust auf Abenteuer, Freiheit, Ausbruch und Systemferne unbändig nährt.

Genau dies wird dem von der Presse bis dato hochgelobten Werk in meinen Augen zum Verhängnis: Ich liebe Roadtrips, ich lebe selbst ein Leben ohne festen Anker auf einem Boden, zu dem es mich immer wieder zurück zieht. Ich weiß von dem Gefühl des beständigen Vorwärtsgehens und der ganzen metaphysischen Ausbruchsstimmung, die damit einhergeht.

Ich liebe das Gefühl des Vorankommens und der Wege, die das Leben manchmal ganz plastisch, manchmal aber auch im Kontext der Charakterbildung geht.

Und genau da fängt das Werk alsbald an zu stocken und bewegt sich dann kein Stück mehr weiter. Einen Film wie diesen darauf hinauslaufen zu lassen, ob und wenn ja, was evtl. passiert oder nicht, ist für einen Genredurchbruch viel zu wenig. Prinzipiell ahnt man auch als Kinofremder schon, was passieren wird und Vorhersehbarkeit gleicht dem Tod jedweder Erzählung.

Dass hierbei dann nur noch manche Szenen mit überraschender Brutalität aufwarten und das Schauspiel von Angeliki Papoulia durchaus positiv zu erwähnen ist, rettet meiner Meinung nach nicht die komplette Show. Man bekommt mit fortlaufender Spieldauer immer mehr Aggressivität in seinen Körper, die einen dazu anstachelt, die Figuren anzuschreien, dass sie endlich handeln sollen und das ganze Gequatsche darüber sein zu lassen, was nicht nur in mir negative Assoziationen auslöste.

Damit war der gewollte Bombeneffekt am Schluss des Films in seiner Wirkung vollkommen verpufft und jeder im Saal wünschte sich anschließend eigentlich nur, dass der Schluss der Anfang des Films gewesen wäre und man eine andere Geschichte daraus gesponnen hätte.

.kinoticket-Empfehlung: Das beschriebene Wunder entpuppt sich eher als mauer Schlag in den Magen der Vernunft, indem man sich viel zu viel Zeit für unnötige Entwicklungsphasen lässt, die schlussendlich auf eingangs vermutete Ziele hinauslaufen und dem Film damit jede mögliche Spannung schon kurz nach Beginn nehmen. Damit läuft die Show ins Leere und das Empfinden von Befriedung bleibt vollkommen aus.

Nachspann: Muss nicht ausgeharrt werden, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 12. September 2019

Original Title: To thávma tis thálassas ton Sargassón
Length: 121 Min.
Rated: FSK


Mein Leben mit Amanda

Mein Leben mit Amanda - Filmplakat
© 2019 MFA+ FilmDistribution

Dieser Film entzweit mich tatsächlich auf eine Art und Weise, die ich nicht vermutet hätte.

Bevor ihr gleich abdreht und denkt: “Okay, kein Volltreffer” – Stop! Ihr solltet reingehen! Das Handwerk der schauspielerischen Darbietung ist phänomenal gut. Und zwar ausnahmslos von allen Parteien, die in dieser Story eine relevante Rolle spielen.

Der Stoff ist ebenfalls harter Tobak, was meist auch ein Grund dafür ist, den Film zu sichten.

Was mich tatsächlich stört, ist die Umgangsweise oder “Erziehung”, die man dem Plot angedeihen ließ. Hier komme ich ins Straucheln, auch wenn klar ist, dass solche Entscheidungen nicht eben kurz vor den Abendnachrichten gefällt werden können und man sich vor solcherlei Verantwortung gerne drückt.

Die Umgangsweise, zu der man sich entscheidet, frevle ich an. Gott darüber zu spielen, wie jemand in so einer Situation zu leben hat, ist genauso verabscheuungswürdig und gleichermaßen reißt es einen in Stücke, weil man meint: Wie könnt ihr euch erlauben, dies auf dem Rücken eines Kindes austragen zu wollen?

Genau das ist in der Realität aber gar nicht so selten, weshalb es oft so zerbrochene Umstände und Leben gibt, die zu den maroden Charakteren geführt haben, mit denen sich die Öffentlichkeit heutzutage rumschlagen darf. Wen wundert’s?

Mich nach diesem Film kein Stück mehr.

Insofern ist dies fast schon ein Lehrstück meisterlicher Familienkunst, die das trübselige Bild schicksalhafter Ereignisse zeichnet und dabei den Menschen an Pforten der Wahloptionen trägt, die kaum jemand imstande ist zu erschließen.

Vielleicht ist es das verklärte Bild hollywoodesker Schönheit, die man solch dramatisch-emotionalen Filmen oft auferlegt in der Erwartung klischeehafter Romantik, die ein jedes Problem im Keim erstickt und am Ende Friede, Freude, Eierkuchen auf die Lappen niederschreibt.

Dass das Leben oftmals eben nicht so ist, wissen viele von euch aus eigener Erfahrung … und Mein Leben mit Amanda stellt sich stellvertretend auf die Leinwand und unterstreicht diesen Schrei nach Gerechtigkeit, der mir im ersten Augenblick tatsächlich übel aufstieß.

.kinoticket-Empfehlung: Lockt aus den Komfortzonen des Lebens und zerwirft die bildschöne Story-Romantik mit kaum zu ertragender Realität: Die Disharmonie der Erzählung sollte keineswegs Grund dafür sein, diesen Film nicht innigst besuchen zu wollen. Handwerkliche Kunst, die den Zuschauer nicht nur unterhält, sondern auf seine ganz eigene Weise fordert.

Nachspann: Braucht nicht ausgesessen zu werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 12. September 2019

Original Title: Amanda
Length: 107 Min.
Rated: FSK 6


Child’s Play

Childs Play - Filmplakat
© 2019 Wild Bunch

Es ist inzwischen so überdeutlich, wie gekauft und werbeabhängig manche “Kritiken” sind: “So scary wie nie zuvor” und man sitzt im Kino und langweilt sich.

Mein bester Kumpel ist ein absoluter Horror-Verweigerer und ich büße jede Vorstellung, in die ich ihn rein jage, mit bösen Schmerzen, wenn er sich im Stuhl neben mir an meinen Händen, Knien oder sonstwo festkrallt und Kräfte dabei entwickelt, die nicht von dieser Welt sind.

Jüngst war ich in ES Chapter Two mit eben besagtem Best Friend und bin anschließend als Knochengerippehäufchen wieder aus dem Saal getigert mit stundenlang keinem Gefühl mehr in der rechten Hand: Kellerszene und Co. taten ihr übriges.

Und in Child’s Play sitzt er neben mir – tiefenentspannt – und sagt hinterher: “Das war irgendwie lame. Ich hab mich gelangweilt.”

“So scary wie nie zuvor” also. Verstehe. Genau so machen es doch viele: Filme wie Child’s Play bewerben sich selbst in vielen Magazinen und online und eben jene Redaktionen haben dann keine Lust mehr, kritisch an die Sache ranzugehen, oder – was noch viel schlimmer ist – erhalten von oben die Anweisung, positiv über den Film zu berichten.

Im Fall von Jurassic World – Fallen Kingdom war das ein mieser Trick, um negative Publicity von dem übelsten Werk abzuwenden und es haben mir am nächsten Morgen dutzende Redakteure und Pressevertreter gedankt, dass endlich mal jemand ausgesprochen hat, was alle eigentlich denken: Dass das Ding absolut scheiße ist.

Aber mit solchen Aussagen landet man eben nicht auf dem Cover eines Filmplakates, was wiederum Werbung für die eigene Redaktion wäre – was wiederum Geld bringt… was aufzeigt: Alles kapitalistisch-korrupt.

Das ist der Grund, warum ich immer wieder betone, dass ich mit dem ganzen Unternehmen hier keinen einzigen Cent verdienen möchte: Niemals möchte ich meine Seele und freie Meinung für ein paar Kröten vor die Säue werfen und mich in die Schlange derjenigen einreihen, die nichts anständiges mehr posten dürfen. Davon hätte niemand etwas.

Und dann geht die Maschinerie aber erst los: Der unwissende Zuschauer, der den Film zu diesem Zeitpunkt eben noch nicht gesehen hat, muss sich gewissermaßen auf solche “Meinungen” verlassen, wenn es um “Wo geh ich diese Woche rein” geht und liest dann, wie toll und scary das Werk ist und denkt sich: “Wow – das muss ich sehen.”

Geht rein … und ist gelangweilt.

Die Betreiber freuen sich über immense Zuschauerzahlen und denken sich: “Wahnsinn, was für ein Erfolg, produzieren wir doch gleich nochmal ein paar in dieser Filmreihe” … und schon hast du den Markt geflutet mit Dreck wie diesem: bösartiger Horrorkost, die dafür sorgt, dass so viele keine Horrorfilme im Kino anschauen wollen, weil’s rausgeschmissenes Geld ist und absolut nicht schockiert.

Ganz ehrlich? Ich fand Chucky schon nicht scary, sondern eher belustigend, aber dafür noch ein wenig unterhaltsam und trashig, das hatte einen gewissen Kultfaktor und war als Genre noch okay. Die Fortsetzungen kränkelten dann schon an den üblichen Verdächtigen, während das hier jetzt ja nicht mal mehr eine Fortsetzung, sondern sozusagen ein “Spin-of” ist, das also nur an die Story anlehnt und sich dabei vor Filmfehlern nur so überstürzt.

Und ja, auch Dummdoofe merken nach 3 Minuten Film, wie er enden wird … und ohne euch spoilern zu wollen: Er endet so. Es läuft genau so ab wie du vermutest. Wirklich.

Wenn du den Film also sehen willst und Spaß haben, hilft nur eins: Nimm dir einen Knüppel, organisiere dir einen Securityaufpasser, der hinter dir steht und dich auffängt und dann knüppel dir das Ding so dermaßen auf die Fresse, dass du ohnmächtig wirst und zu Beginn der Vorstellung mit einem Hirnschaden wieder aufwachst. Dann lass dir die geistige Unfähigkeit bescheinigen und erst dann: Hol das vorher gekaufte Ticket am Tresen ab und schau den Film. Ansonsten sorgt der übrig gebliebene Restverstand dafür, dass man sich permanent langweilt.

.kinoticket-Empfehlung: Dreimal dürft ihr raten, weshalb ich für diesen Titel bislang keinen Tag freigeboxt habe, um die Rezension abzusenden: Gesehen hatte ich ihn schon lange vor Kinostart – und es lohnt sich in meinen Augen auch nicht, den zu Hause zu schauen. Lasst dieses Unterfangen endlich in den Tod gehen. Danke.

Nachspann: Muss man nicht abwarten, es folgt kein Schrecken mehr.

Kinostart: 18. Juli 2019

Original Title: Child’s Play
Length: 90 Min.
Rated: FSK 16


ES Kapitel 2

ES - Kapitel 2 - Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Ent.

Erinnern wir uns mal zurück ans Fantasy Filmfest, auf dem ES als Eröffnungsfilm gezeigt wurde. Jeder, der das damals aktiv mitbekommen hat und sich hinterher auch noch ein, zwei mal in die Kinos verirrte, sagt heute: “Es gab ES und es gab das Fantasy Film Fest.”

Ja, der Film schlug mit einer so dermaßen großen Wucht ein, dass er nicht nur im Horrorsektor Rekorde aufstellte und bis heute als erfolgreichster Horrorfilm ever gilt, sondern man hatte das Gefühl, ein überdimensionaler Knüppel würde auf eine auf dem Wasser schwimmende Holzmohle runterpreschen, die komplette Mohle versenken und diese vor Ende des Filmfests nicht mehr auftauchen lassen, so hart war der Schlag.

Und tatsächlich: ES hat es zu internationalem Ruhm geschafft und steht heute (hoffentlich) in vielen Wohnzimmern: Der Film ist grandios!

Nun kommt die heiß ersehnte Fortsetzung und alle Angsthäschen rennen schon seit Wochen schreiend und wild durcheinander und fürchten sich vor “Kommste mit ins Kino”-Einladungen.

Vorab: Ich stehe beim Schreiben dieser Rezension kurz vor meinem Double Feature-Besuch im Dolby Cinema™ – oder besser gesagt: genieße einen Kaffee für die bevorstehende 5-stündige Filmschlacht in dem guten Glauben daran: Ich kann danach zufrieden abdanken, denn ich habe alles im Leben erreicht, was es zu erreichen gibt!

Kinder? Das ist die absolute Wucht!

Ja, ich habe Teil 2 bereits vor ungefähr einer Woche in der Pressevorführung gesehen und als altgedienter Deadpool-Fan fiel es mir niemals schwerer, vorab meine Klappe zu halten, um nicht gegen die Embargo-Vorschriften zu verstoßen. Time has come – wir stehen vor der epischsten Schlacht, die Kino in unserer Generation jemals erlebt hat.

Wer damals den ersten Teil gesehen (oder wie ich: verschlungen!) hat, weiß eigentlich schon, worauf er sich ungefähr einlässt: Die Elemente von ES sind klar definiert. Alle Jumpscares wurden der Welt bereits vorgeführt und das “Horror” in dieser kleinen Erzählung klar definiert.

Ja, und ich liebe es. Abgöttisch.

Man weiß allerdings auch, dass ich ne Meise für Horrormovies mit mir führe und das ängstigt die Leute im Vorfeld noch viel mehr. Dabei wartet ES Kapitel 2 eigentlich gar nicht so hart wie im ersten Teil mit Horrorfeatures auf – und genau das ärgert meine Feuilleton-Jugendblockbuster-Verächter wieder zunehmends: “Das ist ja gar kein Horror.”

Nein, irgendwie nicht.

Und genau das ist groß an dem Film – so groß, dass ich heute glaube, es wird zu unseren Lebzeiten in unserer Generation nie wieder (!!!) so etwas geben.

Das fängt schon beim Buch an. Allein der Kult um das Buch im Vorfeld ist schon so unglaublich entartet, dass selbst Stephen King-Hasser den Titel kennen und wissen, dass er von ihm ist. Es wäre unmöglich, nochmals so ein Meisterwerk zu verfassen. Selbst wenn King sich höchstpersönlich hinsetzen und Teil 3 produzieren würde, wirkte es als warmer Aufguss und das trotzige Unterfangen, nicht damit aufhören zu wollen bzw. hätte den tödlichen Beigeschmack von “Ich will damit unbedingt nochmal Geld machen”. Die Zeit des Kults ist längst gereift und lässt sich nie wieder so herstellen.

Dann kommen die ganzen “Ich kenne die alte Verfilmung”-Filmknower dazu. Leute? NEIN!

Das dürft ihr bei Friedhof der Kuscheltiere meintwegen machen, vergleichen, und selbst da war es schon insofern schwachsinnig, als dass heute eine völlig andere Zeit ist, in der man Filme einfach ganz neu definiert auf die Leinwand bringen und somit komplett frisch erschaffen kann.

Das dürft ihr auch bei allen anderen Werken machen – bei ES allerdings: NEIN! Der alte Film hat mit dem neuen absolut nichts zu tun. Wirklich nicht. Das ist völlig neues, anderes, komplett authentisches und echtes Originalkino, dass es so noch nicht gegeben hat. Das “Remake” ist nicht besser oder schlechter oder unnötig oder “hierPhraseeinfügen”, sondern hat Kino auf ein völlig neues Level gehoben, mit dem diese Generation aufwächst und das Entertainment neu schöpft.

Und dabei haben Andy Muschietti und sein Team etwas gemacht, das sie vielleicht selbst gar nicht bemerkt haben: Alles richtig!

Der Cast: Großartig besetzt und nicht “dahingeschliffen”, sondern so altern gelassen, wie man sich das vorstellt. Ganz ehrlich? Besser hätte man es nicht casten können. Dass sich die Kids ihre erwachsenen Pendants selbst wünschen durften und diese Anfragen größtenteils bejaht wurden, war also nur einer von vielen richtigen Schritten bis zur finalen Produktion.

Die Explosion des Horrors, den viele befürchteten und die u.a. die Saw-Reihe komplett zerstört hat, blieb auch aus, stattdessen hat man auf einer höheren Dimension verstanden, das Bild dieser Zeit genussvoll einzufangen und dem Zuschauer offen vor Augen zu halten, was sich hinter den Kulissen der Welt gerade abspielt.

Hier kommt wieder der Kult ins Spiel: Das Übersinnliche, das Fantastische, dem sich ES Chapter Two vollends verschrieben hat: Es ist eine unglaublich ausgeschmückte, detailreiche Geschichte, die auf vielen Ebenen der Psyche spielt und die den Zuschauer in eine komplett andere Welt entführt, die einen vergessen lässt, dass es ein “hier und jetzt” gibt. Alles andere sind nur Geschichten – das hier ist ein Meisterwerk, vor dem ich ewig knien und es anbeten werde.

Danke, dass ihr das in meiner Generation erschaffen habt und ich die Chance hatte, diesen freakigen Abend mit vielen begeisterten ES-Fans im Dolby Cinema™ zu feiern: Es hat mein Leben unglaublich bereichert!

Dolby Vision™
Wie erwartet zieht man auch hier wieder die Stärken aus dem Bildbereich heraus und vergisst dabei aber nicht, dass es in den 80er Jahren technisch noch nicht soweit war: Diese Szenen sind künstlich gekörnt und verlassen ihre treue Schiene von “mieser Schrift” ebenfalls nicht, so dass ein authentisches Bild aus den Originalen der Zeit generiert wird.

Das Finale strotzt vor Farbenpracht und man weiß wieder, warum man genau dieses Kino gewählt hat.

Dolby Atmos™
Unschlagbar und alternativlos: So etwas funktioniert nur im richtigen Dolby: Auch wenn viele Szenen frontlastig sind und man dafür nicht zwingend hier rein müsste: Die Action kracht rund um einen herum und wenns am Ende wirklich donnerhaft-heiß hergeht, weiß man wieder: 60.000 Watt Leistung in den Boxen lassen sich eben nicht einfach so leugnen, sondern trumpfen über alle anderen Säle dieser Erdkugel auf.

.kinoticket-Empfehlung: Ich jammer nicht, sondern fühl mich zutiefst verstanden von der Art, wie diese Fortsetzung ins epische Finale mündet: Der übernatürliche Blick ins Fantastische und das Zelebrieren von illustrer Bosheit und grandioser Zerfetzerwut verstört hier so manchen, der sich im richtigen Kino auf dieses Spiel einlässt. Etwas wie dies werden wir nie wieder erleben!

Nachspann: Der härteste Abspann aller Zeiten, wenn einem bewusst wird: Hier kommt jetzt nichts mehr. Keine Folgeszene. Und kein so verdammt guter Film. Nie wieder!

Kinostart: 05. September 2019

Original Title: IT Chapter Two
Length: 165 Min.
Rated: FSK 16


Angel Has Fallen

Angel Has Fallen - Filmplakat
© 2019 Universum Film GmbH

Angel Has Fallen rangiert derzeit auf Platz 1 der US-Kinocharts und hat dort bereits über 21,3 Mio. US$ eingespielt. Nun könnte man hingehen und unterschiedliche Gründe nennen, warum dies so sei.

Amerika lebt oft mit dem leider patriotischen Vorurteil, dass die Amis ihr Land lieben, ihre Flagge lieben, ihre Army lieben und eben jene Filme dazu beitragen, das Showlaufen der US-Army zu unterstützen und deshalb aus patriotischen Gründen nach vorne gepusht werden.

Was einige von euch sicher wissen: Dies ist Teil drei einer bis dato Trilogy, die sich in der Vergangenheit keinen guten Namen gemacht hat – zumindest nicht hier in Deutschland.

Ich war enttäuscht von dem großkotzig angelegten Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr, dessen Name schon großspurig aufträgt, der aber einen immer die gleiche Rolle spielenden Gerard Butler auffährt, der sich in diesem Film nicht mit Ruhm oder herausragenden, nennenswerten Elementen bekleckert, sondern eben einfach da ist.

Solides B-Blockbusterkino, zu gut, ums in die Ecke zu werfen, weil nunmal echt Kohle drin steckt (70 Mio. Budget), zu schlecht, als dass man es abfeiern müsste. Außer? Man ist Ami.

Danach folgte London Has Fallen, der Teil, der mich persönlich dazu brachte, mit der Reihe zu brechen und ihr vollends den Rücken zu kehren. Ganz ehrlich? Verkackt! Aber die Rechnung ging auf: 60 Mio. Budget, 196 Mio. Einnahmen. Es lebe der Kapitalismus.

Und dann krieg ich ne E-Mail, in der ich dazu eingeladen werde, mir Angel Has Fallen anzuschauen … und in mir rühren sich kleine Lichtlein, ich denke mir: “… has fallen, …has fallen … da war doch schon mal was …. och nöööö!” Und habe schon keine Lust mehr darauf.

Vor allem schon die Namensgebung: Olympus WHUAH! => London yeeeiyyy => Angel düdüdü…. Was kommt als nächstes? Eisprinzesschen has fallen?

Aber – wie das bei Cineasten und Leuten so ist, die ne Kinomeise haben: Man organisiert sich Tickets (Yes, Pressevorführung verpasst!) und schaut sich die Show an.

BAM!

Kinder? Tut dem gleich! Angel Has Fallen hat’s endlich verstanden und liefert genau das, was ich von so einem Film erwarte: Krachende Action, einen dämlichen Plot drumrum, aber Stimmung im Saal, dass sich die Balken biegen!

Und voila: Man spürt deutlich, dass nun endlich Geld am Start ist … was? Wie bitte? 40 Mio. Budget? Äh …?

Man spürt, dass unfassbar viel Geld und Kreativfreiheit im Raum ist, leider knapp nur ⅔ des ersten Teils, also so wenig wie bisher noch nie … ehrlich jetzt?

40 Mio. Budget und auf einmal läufts?

Dann dreht bitte Teil 4 mit 30 Mio., Teil 5 mit 20 usw. – denn ehrlich? Das Ding ist mega geworden!

Schon zu Beginn läufts – und man ist sofort drin, hat sofort geile Stimmung und feiert es á là Sicario einfach ab. Jap, es knallt, dass sich die Balken biegen und der technische und hintergründige Part des Films ist vom Niveau her unglaublich gestiegen!

Dieser Beat … der dazu passende Bildschnitt … die Szenen, das “Gewühle” des Sounds und vor allem: Der Surroundeffekt haut dich wirklich vom Hocker.

America’s Army Fashion Week ist angebrochen und sie brechen zum narzisstischen Showrun auf, der sich gewaschen hat, diesmal aber nix von wegen “Patriotismus – Yeah”, sondern schön unterschwellig, weil die Inszenierung seinesgleichen sucht.

GENAU. SO. GEHT. ACTIONKINO!

Bumm. Rumms. Wham. Swush! Mit dröhnenden Boxen, hämmernden Beats und einem immerwährenden, hochfrequenten Herzschlag, der den ganzen Film über niemals nachlässt.

Über den Plot reden wir nicht, sonst wird’s wieder ein Verriss – aber über die Action und demnach über eure Kinoauswahl, wenn ihr euch das Ding reinzieht.

Dorfkino? Nein.

Kleine Leinwand? Nein.

Große Leinwand? Nein. Gibt bestimmt noch ne größere. Google es!

Harter Sound und laute Einstellung? Geht auch noch ne Nummer größer.

Hier fallen mir für München wiederum drei Kinos ein, in denen ihr das wunderbar zelebrieren könntet:

mK6

Dolby Cinema™ (derzeit noch nicht im Programm)

und CinemaxX, die sich kürzlich die Mühe gemacht und alle Säle soundmäßig neu eingemessen haben, was dazu führt, dass dort drin seit neuestem echt wieder die Post abgeht! Und 5.99 € ist derzeit auch irgendwie unschlagbar – wäre also in dem Fall das Kino der Wahl schlechthin!

Ich bin zutiefst beeindruckt und geflasht und freue mich (ja, ich schreibs nochmal: Freue mich !!!) auf die nächsten Teile, die hoffentlich folgen werden, denn so, wie’s jetzt ist, darf es gerne bleiben.

Das atmosphärische Knistern der immerwährenden Explosion, das rauchige Gefühl von “gleich geht alles in die Luft”, der im Takt passende Soundtrack und akurat geschnittene Cut des Films dazu – man wippt automatisch mit und feiert es einfach. Vorausgesetzt, das Kino ist gut genug. In kleinen Sälen oder mit piepsigen Boxen (oder auch im Heimkino) wirkt’s dann eben nicht mehr.

Also rafft euch auf, schafft eure Ärsche in die Säle, setzt euch mittig (Surroundeffekt am besten) und genießt die Show, solange sie in den Kinos ist – alles andere ist dann wieder für’n Arsch 😉

.kinoticket-Empfehlung: Wahnsinn – nun hat man’s endlich verstanden und liefert Actionkino, dass sich aus der Reihe löst und par excellence funktioniert: Saftige Bässe, wuchtiges Brummen und rauschende Explosionen mit einem grandiosen Soundtrack und atmosphärischer Stimmung im Saal liefern einen der besten Actionfilme des Jahres: Reingehen ist Pflicht!

Nachspann: Der Soundtrack ist absolut cool und 3 Worte weiter gibt’s noch eine spannende Szene, die ziemlich lang ist – danach dürft ihr dann raus.

Kinostart: 29. August 2019

Original Title: Angel Has Fallen
Length: 114 Min.
Rated: FSK 16


Diego Maradona

Diego Maradona - Filmplakat
© 2019 DCM Film Distribution GmbH

Nach dem legendären Auftritt von Kroos gehen wir nun ins internationale Metier und widmen uns Fußballgrößen, die die nationalen Stars dieses Sports bei weitem übertrumpfen.

Diego Maradona zeichnet das Portrait des gleichnamigen Fußballstars und gleichsam ein Bild der Abartigkeit, zu der Menschen in der Lage sind – im positiven sowie negativen Sinne. Es ist bezeichnend, welche globalen Einflüsse es nehmen kann, wenn man im Sport tätig ist.

Das Team, das sich bereits für das legendäre Portrait von Amy verantwortlich zeigte, bekam Zugriff auf 500 Stunden ungezeigtes Privatmaterial des Fußballstars und arbeitete zudem mit diesem zusammen.

Ja, derartige Dokumentationen über Menschen sind meist mit den gleichen Phänomenen gespickt: Aufstieg, Umwälzung, Absturz, Rekapitulation und möglicher Reprise – aber das stört hier nur am Rande. Vielmehr beeindruckt das Werk durch seine immense weltweite Bedeutung, die die Geschehnisse in Folge und damit Massen von Menschen direkt oder indirekt beeinflusst haben.

Ich möchte nicht wieder die gleiche Leier von “kein Fußballfan” etc. runterspulen, jedoch noch einmal hervorheben, dass eben auch als solcher immenses Interesse vom Film selbst hervorgerufen wird, der mich während der Pressevorführung tatsächlich sehr an die Leinwand gefesselt hat.

Ja, es werden zur Zeit immer mehr Themen gesucht, die auf der Leinwand erneut ausgewertet werden können, um irgendwie Geld zu machen und man hat selten das Gefühl, jemand möchte zwingend etwas sagen, das nicht schon vorher jemand gesagt hätte.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass ich euch diesen Streifen wärmstens ans Herz lege – und zwar genau den Fußballverweigerern, denn hier habt ihr die Chance, auf unterhaltsame Weise zu verstehen, was viele Menschen daran so über die Maßen begeistert.

Und am Ende seid ihr es vielleicht selbst auch ein kleines Stück weit.

.kinoticket-Empfehlung: Internationale Größen erfordern Filme, die ihrer würdig sind. Diego Maradona holt den Zuschauer hier komplett ab und hält ihm ein Phänomen vor Augen, dass in seinem Ausmaß absolut beeindruckt!

Nachspann: Enthält noch einige Szenen, also springt nicht gleich davon.

Kinostart: 05. September 2019

Original Title: Diego Maradona
Length: 130 Min.
Rated: FSK 12


Wo ist Kyra?

Wo ist Kyra - Filmplakat
© 2019 Kinostar Filmverleih GmbH

I’m late – ich weiß… und ich breche Regeln: Meine 1-Entry-per-Day-Regel, um die Vergangenheit ein wenig schneller aufzuarbeiten und die Filme wenigstens noch mit ins Archiv aufzunehmen, auch wenn diese längst aus dem Kino verschwunden sein dürften … oder auch gar nicht erst dort aufgetaucht sind.

Gesehen hab ich ihn trotzdem und es gehört zum Berufsethos, dann darüber auch einen Eintrag zu machen, auch wenn dieser – getreu dem dieswöchtigen Motto – nicht sonderlich positiv ausfallen dürfte.

Wie jetzt? Dem Plakat nach zu urteilen überschüttet sich die Presse ja förmlich geradezu damit, Michelle Pfeiffer in ihrem Comeback zu lobpreisen. Oder ist dies einfach nur der verzweifelte Versuch, eine Frau wieder an den Start zu bringen, deren Tage längst gezählt sind?

Ja, mir sagt der Name etwas und ich musste – zugegeben – ebenfalls wikipedieren, um zu wissen, aus welchen Filmen ich diese Frau nochmal genau kenne: Dark Shadows – das Vampir-Ding mit Johnny Depp. Auch davor hat sie bedeutende Rollen in weniger bedeutenden Filmen gespielt und sich ein paar mal Welterfolge durch Rollenablehnungen verweigert: Irgendwie kam diese Dame nie so richtig auf den grünen Zweig.

Und auch, wer behaupten möchte, dass sie nun durch ihr Mitwirken in namhaften Megablockbustern wie Ant-Man and the Wasp oder Avengers: Endgame eine Karriere bekommt: Geld – vielleicht, Karriere? Wohl weniger. Immerhin tritt sie dort zwar so auf, dass man sie erkennt und wahrnimmt, aber so richtig im Rampenlicht stehen andere. Durch die Vielzahl an Monströsitäten steigt auch sie hier nicht als Starlight auf das alleinige Treppchen des Ruhms, sondern ist nur ein Laternchen unter vielen.

Dann jetzt vom “großen Comeback” zu sprechen empfinde ich hier also maßlos übertrieben, auch wenn sie in diesem Film eine gute Rolle hinlegt und ihre Abgewracktheit wunderbar zum besten gibt. Dennoch ist der Plot für mich unbefriedigend und auch das Mitwirken von Kiefer Sutherland wirkt seltsam – warum gibt er sich für so etwas her?

Die Thematik ist schwierig zu behandeln, und es gibt tatsächlich wenige Filme, die das erfolgreich geschafft haben, da rettet meiner Meinung nach auch dieser Versuch nichts mehr dran, sondern es wirkt aufgesetzt und selbstkünstlerisch inszeniert, als würde sich eine längst ausgestorbene Riege an Schauspielern selbst feiern, die in der heutigen Zeit längst nichts mehr zu sagen haben.

.kinoticket-Empfehlung: Kühl inszeniert, teils gut gespielt, aber als Plot nicht wirklich rund geschrieben und lückenhaft umgesetzt: Mir fehlt ein Ziel oder das durchschlagende Etwas, das diesen Film zum Erfolg macht. Es fühlt sich eher nach unrealistischer Selbstbeweihräucherung im Schauspiel an, als dass hier tatsächlich der große Wurf gelungen wäre.

Nachspann: Wartet nicht mit mehr Material auf. Rausgehen erlaubt.

Kinostart: 27. Juni 2019

Original Title: Where is Kyra?
Length: 98 Min.
Rated: FSK 6


Photograph

Photograph - Filmplakat
© 2019 NFP marketing & distribution

Es ist die Woche des Verrisses – wie mir scheint … denn heute haben wir erneut ein Werk, dessen Kinopublikation schon eine Weile vorrüber ist, und von dessen Leben und Ableben keiner so richtig etwas mitbekommen hat.

Ich kenne einige, die versucht haben, über diesen Film etwas zu bringen und die selbst von den verantwortlichen Pressestellen abgewiesen wurden. Zu Recht?

Photograph zählt für mich als Fotograf in erster Linie erstmal zu den interessanteren Titeln, weil selbst in der Vergangenheit Filme über “Bildermacher” meist interessante Lektüre waren, die man sich als Branchenkenner gerne angesehen hat.

Doch diesmal strotzt aus meinem Mund keine Begeisterung, sondern eher ein flaues “Naja”.

Ich kenne ein paar der asiatischen Schinken, ich weiß, was Bollywood zu bieten hat und ich bin auch anders kulturell ausgerichteten Movies wenig abgeneigt. Was man hier allerdings produziert hat, ist in meinen Augen nichts weiter als ein warmer Aufguss eines nicht erfolgreichen Films vergangener Tage.

Die Story schippert so gemütlich vor sich hin, ohne großartig zu fesseln oder mit Pointen zu überraschen. Alles plätschert in einer langwierigen Gemütlichkeit und desolaten Unerträglichkeit vor sich hin, ohne den Zuschauer zu packen oder durch spannende Wendepunkte zu fesseln.

Stattdessen begreift man als Vielseher relativ früh, was gleich passieren wird und muss sich dann minutenlang damit abfinden, dass der Regisseur sich immer noch nicht dazu entschieden hat, den Plotpunkt endlich zu erreichen und abzuarbeiten.

Dadurch werden selbst in heutigen Tagen relativ kurze 109 Minuten zu unerträglicher Unendlichkeit, worüber dann auch die typisch-indische Bildgewalt nicht mehr hinweg hilft.

Am enttäuschendsten fand ich aber den Schluss: Irgendwie gibt es kein Ende, keine Offenbarung, kein Twist oder etwas, dass das beruhigende Gefühl eines Sinns in diesen Film integrieren würde, sondern man geht aus dem Saal und hat eigentlich nur eine Sinnkrise danach.

War das Ziel des Unternehmens? Ich glaube weniger.

.kinoticket-Empfehlung: Punktet nicht durch Stetigkeit oder fesselnde Twists, sondern plätschert sinnlos umher und rettet sich auch nicht mehr durch großartige Bilder – eher ein Touristen-Nepp als eine großartige Attraktion. Schade.

Nachspann: Enthält keine weiteren Szenen. Rausgehen erlaubt.

Kinostart: 11. Juli 2019

Original Title: Photograph
Length: 109 Min.
Rated: FSK 0


I Am Mother

I Am Mother - Filmplakat
© 2019 Concorde Filmverleih GmbH

I Am Mother ist für mich wieder mal einer der Filme, die alles verkackt haben, was nur irgend möglich ist. Ganz ehrlich? Es regt mich auf! Und zwar tierisch!

Wie oft hab ich schon den Satz runtergebügelt, dass ich Science Fiction liebe und man mich mit Weltall und Zukunftsdystopie immer dran kriegt. Dreimal dürft ihr raten, was euch in dieser Roboter-SciFi-Welt erwartet … Bingo! Ich also, als kleiner Depp völlig unwissend im Kino, freue mich auf einen galanten Film mit neuen technischen Mitteln und dem aktuellen Geist der Zeit und finde? Langeweile.

Yo, SciFi ist das Genre, in dem man sich aus den Spuren der Vergangenheit erheben und den Menschen in absurde Züge entführen und sie vor völlig andere, neue Regeln schmeißen kann, mit denen sie sich dann auseinandersetzen müssen. Die Frage nach dem Warum stellen. Die Dinge analysieren. Mit ihnen völlig unbekannten Tatsachen klar kommen und sich so aus dem schleimigen Trott der Menschheit und ihrer eingefahrenen Regeln erheben müssen.

Da gibt es dann so viele, herzlich geile Möglichkeiten, wie man als Regisseur dieser Dinge frönen kann, um diese geistige Anforderung möglichst exzellent auszuleben und den Zuschauer nicht durch stupides Weltraumgeballer niederzuknüppeln, sondern eben ein gutes Genre gedeihen zu lassen, was sich immer wieder den Herausforderungen stellt und sie neu auf die Waage bringt.

Und I am Mother? Hat an all dem einfach mal überhaupt kein Interesse.

Und dabei geht es hauptsächlich um die grundlegende Arbeit, die am Anfang einer Story steht: Das Heraufbeschwören von Figuren, Menschen, Lebewesen und einer Welt, in der sich all das dann abspielen soll.

Ja, dieser Titel trägt bereits das “Mother” im Namen und lässt somit anklingen, dass es sich hierbei um familiäre Komplexe handelt, die es auszutüfteln gibt. Aber so?

Der ganze Film strotzt nur so vor Weiblichkeit, dass einem schlecht wird. Und ich meine jetzt nicht das “Ich hasse Frauen”-schlecht, sondern vielmehr stelle ich die Frage: Was hat dieser Schwachsinn bitteschön im Weltall verloren? Warum muss man dafür auf “andere Planeten”?

Hätte man daraus einen Genderwahnsinnswirwolleneuchalleaufweckenmissionsfilm gemacht, wäre ich voll bei euch. Aber das?

Ihr spuckt auf ein Genre. Im ganzen Movie ist nicht ein einziger Mann oder männliche Person zu sehen, sondern alles – wirklich alles – ist derart extrem verweiblicht, dass es fern jeder Realität ist.

Nicht nur die Figuren sind, bewusst, weiblich angelegt, sondern auch die Bewegungen, das Schreien, die “Sorgen” etc. – hier geht’s niemals um Dinge, die eigentlich logisch wären (z.B. in einer Notsituation erstmal zu überleben), sondern klischeerührend “Oh mein Gott – das Kind!”.

Auch diese dämlich-verallgemeinernde Bezeichnung von allem … Ein paar “Namen” hätten dem Plot gut getan und trotzdem erkennen lassen, dass es sich hier um “weibliche Protagonistinnen” handelt.

Wäre von “Anna” die Rede, würde ich auch nicht per se vermuten, dass das jetzt zwingend männliche Eigenschaften aufweisen muss. Aber dieses ständige “Tochter!” und “Mutter”-Gelaber lässt viel mehr auf einen unfassbar unkritischen und eingeschnappt-langatmigen Feministinnen-Schwachsinn hindeuten getreu dem Motto: “Wir brauchen mal etwas, wo wir allen beweisen, dass es eben auch ohne euch weiße alte Männerpisser geht” – und damit raubt man sich selbst die Ehre und entzieht sich allen Boden unter den Füßen.

Der Film hat nämlich auch gutes: Das Set. Gleich zu Einführung das rührselige Gefühl von “Yeah – Raumschiff” – was in meinen Augen ziemlich gut designt ist und immer wieder für optische Augenweiden sorgt – allerdings hat man vergessen, eine Geschichte in dieses geile Set hineinzuschreiben.

Oder der Twist (keine Angst, Blog ist und bleibt spoilerfrei) liefert auch ein Bombardement an Geilheit ab – was das Set angeht.

Meine Reaktion?

.kinoticket-Empfehlung: Fuck – gebt mir das Set und ein paar Kameras und ich dreh endlich den Film, der dieser brachialen Welt würdig ist. Die hier habens vollständig verkackt. Sorry.

Nachspann: Braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 22. August 2019

Original Title: I Am Mother
Length: 115 Min.
Rated: FSK 12


Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!

Mein Lotta-Leben - Filmplakat
© 2019 Wild Bunch

Mein Lotta Leben wurde bereits in 33 Sprachen übersetzt … ein Erfolg, der innerhalb des Lotta-Universums mit inzwischen über 3,8 Millionen verkauften Exemplaren geradezu nach einem Film schreit.

Und der ist phänomenal geworden.

Yup, ich hatte anfangs ein paar Schwierigkeiten, in die Materie einzutauchen, weil mir die Machart anfangs nicht zusagte. Dieser Umstand ist aber bald vergessen und dann sitzt man nicht nur als Zielpublikums-Kiddo, sondern auch als Familienoberhaupt mit im Kino und freut sich über diesen Kinderbuch-Gaudi. So andersartig die Machart der Präsentation am Anfang des Films wirkt, so sehr gehört sie am Ende einfach dazu und man kann sich nicht mehr vorstellen, dass es anders hätte produziert werden können.

Damit erachte ich diesen Film als absolut gelungen an und lege euch ans Herz, ihn wirklich zu schauen – denn die Art ist tatsächlich mal völlig anders, als man Kinderfilme sonst so kennt.

.kinoticket-Empfehlung: Spaßiges Adventure, viel irrsinniger Humor und für Kinder als auch für Erwachsene gut herausgearbeitet. Als Familienfilm absolut zu empfehlen.

Nachspann: Muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 29. August 2019

Original Title: Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!
Length: 95 Min.
Rated: FSK 0