Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft

Mirai - Filmplakat
© 2019 AV Visionen Filmverleih

In eigener Sache:

Ich weiß, ich bin spät dran … es kam einiges zusammen: Der Blog-Umzug, der Respawn, unvorhergesehene, technische Schwierigkeiten (an dieser Stelle mal ganz persönlich ein megafettes Dankeschön an “Oli” :)) und dazu noch ein paar persönliche Schicksale … darum “hängt” hier grad alles ein bisschen. Aber keine Angst: Dies ist keiner dieser “Es wird bald weiter gehen – 10 Minuten später: Alles tot”-Beiträge, sondern ein heiliges Versprechen: Auch wenn ihr grad nicht so arg viel davon merkt: Mein “zu Hause” ist immer noch im Kino und ich schaue nebenher fleißig weiterhin Stoff für euch, um ihn hier gebührend zu rezensieren… und werde das alles brav weiter abarbeiten und im Rahmen meiner Möglichkeiten kontinuierlich veröffentlichen.

Also habt ein wenig Nachsehen mit mir und gönnt mir noch etwas Zeit, bis alles wieder seinen normalen Gang läuft. Außerdem dürfte die “Pause” wohl einigen Lesern auch ganz gut tun … 😉

Machen wir also mit einem Anime weiter, dessen Wurzeln – wie üblich – in Japan liegen und der bereits lange Zeit vor diesem Eintrag seinen Weg auf die Leinwände gefunden hat: Ich fürchte, dass das nun für niemanden in irgendeiner Form nachzuholen sein wird, weil das Werk längst in Richtung “Heimkino” segelt und wohl eher auf diversen VoD-Plattformen zu finden sein wird.

Ich hab ihn vor gefühlten Ewigkeiten bereits gesehen und war recht angetan von der intensiven und unfassbar umfangreichen Einträglichkeit, mit der Mirai den Weg in die Familie antritt und gewisse Dinge ganz konkret beleuchtet. Dabei ist nicht das Fremde “weit weit weg”-Gefühl, das man oft bei japanischen Filmkünsten bewundern darf, sondern eine unglaublich starke Vertrautheit zu spüren, die auch in westlichen Kulturen pädagogisch extrem wertvoll sein dürfte.

Die übliche Verworrenheit, die Animes zu Eigen ist, tritt zwar auch hin und wieder auf, aber durch die einfache Zeichnung und den absolut verständlichen Plot fühlt man sich hier sehr aufgehoben und hat genügend kreativen Freiraum, um auch in der OmU-Variante alles hinreichend zu verstehen.

.kinoticket-Empfehlung: Mein Gefühl nach dem Verlassen des Saals war: Pflichtlektüre für angehende Eltern, die sich viele Fehler in der Kindererziehung sparen möchten, indem sie einfach die 98 Minuten investieren und sich diesen Film ansehen, um aus ihm zu lernen.

Nachspann: Muss man nicht aussitzen, hier folgen keine weiteren Schandtaten 😉

Kinostart: 28. Mai 2019

Original Title: Mirai
Length: 98 Min.
Rated: FSK 6


Inna de Yard – The Soul of Jamaica

Inna de Yard - Filmplakat
© 2019 MFA+ FilmDistribution

Musik hat hierzulande ja schon einen fast inflationären Wert: Wo immer man ist, dudelt irgendein Lautsprecher vor sich hin und quasselt die ganze Zeit den selben Quatsch. Sender umschalten bringt inzwischen auch nichts mehr: Einheitsbrei in Dauerbeschallung.

Wäre man bösartig, könnte man meinen, es gäbe fortan landesweite Foltertorturen, denen man sich (zumindest im Berufsleben) kaum noch entziehen kann.

War man früher hier und da noch auf der Suche nach geeigneter Musik (und hat sie tatsächlich manchmal auch gefunden), heißt die heutige Challenge oft: Radio aus, ohne dass jemand von den Kollegen es merkt und man endlich mal ein paar Minuten Stressfreiheit im Kopf hat.

Unter dieser Prämisse geht völlig unter, dass Musik einst mal dafür da war, Kulturen auszudrücken, Lebensweisen wiederzugeben, Dinge zu erzählen, die von der Geschichte und dem Wirken eines Landes, einer Gesellschaft, einer Zunft oder ähnliches berichten – dass Musik eine Art “Way of Life” sein kann und tatsächlich auch heute hier und da noch ist.

Wer dann “Jamaica” liest, ist wohl an dieser Stelle endlich raus, da sehr viele damit erst recht nichts anfangen können … und hier beginnt, der Film interessant zu werden, denn genau dieses “Vorurteil” durchlebte der Protagonist auch und machte sich auf die Suche nach der Tiefe dieser Musik-Kultur.

Was dabei raus kommt, hat sogar mich ergriffen – und ich zähle zu jenen, die mit “Kiffer-Mugge” nichts anfangen können.

Die Eindrücke, die Beats, die Festen im Leben dieser Menschen werden hier eindrucksvoll beschrieben und man wird mitgerissen auf eine Reise der besonderen Art.

.kinoticket-Empfehlung: Taucht ein in eine Kultur und zeigt, wozu Musik einst fähig war, bevor der Kommerz sie getötet und gefressen hat: Zurück an die empfindsamen Eindrücke, in der man sich mit Musik weltweit noch Gehör verschaffte. Dieses Portrait einer Kultur ist definitiv sehenswert!

Nachspann: Darf man mitnehmen, hier wird man noch mit einigen Bildern und Szenen verwöhnt.

Kinostart: 20. Juni 2019

Original Title: Inna de Yard
Length: 99 Min.
Rated: FSK 6


Brightburn: Son of Darkness

Brightburn - Filmplakat
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Lasst euch mal nicht vom Plakat abschrecken, oder von irgendwelchen dummdoofen Bezeichnungen wie “Horror” oder dergleichen – und habt auch keine Angst, dass es wieder einer der alten, einfallslosen, idiotischen Streifen ist, der so häufig im Kino als “Massenware” vermarktet wird und allseits als Ausrede für “Aber es gibt doch Horror im Kino” herhalten muss.

Brightburn ist auf jeden Fall anders. Und zwar richtig geil anders!

Lange habe ich keinen so grenzgenialen Coup mehr in diesem Genre erlebt … und eigentlich gab es bislang ja auch noch überhaupt keinen Film dieser Art, denn Altvisionär James Gunn produziert hier mit einigen anderen Gunns ein visionäres Werk und eröffnet damit ein völlig neues Genre: Superhelden-Horror.

Ihr merkt schon: Es geht zur Sache. Und zwar nicht im Einheitsbrei, sondern völlig neu, völlig kreativ und in einer filmischen Art und Weise, die mir immens zugesagt hat und von der ich definitiv mehr sehen möchte.

Nun ist es wie immer, wenn irgendwas neues am Start ist: Viele Konservative rennen weg und heulen rum, weils nicht ihrem langweiligen Tatort-Schema entspricht und jammern, dass es ja sooooo schlecht sei usw. – und es gibt sogar einige, die vorzeitig rausrennen und es nicht ertragen… das mag aber auch daran liegen, dass “FSK 16” hier wieder mal sehr gewagt ist und unsereiner in Kindesalterzeiten so etwas wohl viel eher auf dem Index wiedergefunden hätte bzw. wenigstens ein FSK 18 auf dem Label gedruckt gesehen hätte.

Werden wir langsam zu Amerika, was die Freigaben angeht?

Brightburn stellt sich diesen Herausforderungen und liefert dabei noch ein Umfeld voller Charme und einem unvergleichen Humor, der diesem Film das gewisse Etwas verleiht und damit der eigentlich depressiven Horror-Note eine kickige Frische spendiert und hier niemals Langeweile aufkommen lässt.

Im Ernst? Wenn’s so weiter geht, dann bitte viel mehr davon!

Achja: Noch niemals hab ich ein Filmende so gefeiert, wie dieses. Schade um all die Sneak-Vollspacken, die vorzeitig den Saal verlassen mussten … 😉

.kinoticket-Empfehlung: Großartige Erfindung eines völlig neuen Genres: So viel Filmblut-Frische gab es zuletzt vor meiner Geburt … Der Trailer wird diesem Film kaum gerecht, denn selten gab es so genialen Horror mit Charme, Humor und Einfallsreichtum, wie diesen hier. Unbedingt reingehen!

Nachspann: Muss man nicht zwingend aussitzen, es folgen keine weiteren Überraschungen.

Kinostart: 20. Juni 2019

Original Title: Brightburn
Length: 91 Min.
Rated: FSK 16


Burning

Burning - Filmplakat
© 2019 Capelight Pictures

Burning zog schon vergangenes Jahr die Aufmerksamkeit auf sich, indem er sowohl von Kritikern als auch dem Publikum z.B. auf den Filmfestspielen in Cannes in den höchsten Tönen gelobt wurde.

Für mich hat der Film einen ungeheuren Mehrwert: Auch wenn er “nur” auf einer Geschichte basiert, eröffnet er doch wahnsinnig intime Einblicke in ein Land, das wir von außen eher nur als “verschlossen” kennen und daher so gut wie keinen wirklichen Zugang zu ihm haben. Was denken die Leute dort? Wie geht es ihnen? Wie leben sie?

All diese Dinge zählen zu den Fragen, die hierzulande wenige Leute interessiert und die doch über eine ganze Generation berichten – und da verschafft Lee Chang-Dongs Werk unfassbar viel Aufklärung und ungeheuer wertvolle Einsichten.

Mit 148 Minuten nimmt man sich dafür auch extrem viel Zeit, lässt keine Hektik aufkommen, sondern bereichert den Zuschauer durch getragene und beruhigende Bilder, die ihm die Möglichkeit geben, die Charaktere zu erörtern und das Gezeigte auf sich wirken zu lassen.

Dass hierbei dann auch im Plot noch ein paar spannende Dinge versteckt sind und man sich auf eine mysteriöse Suche begibt, zeugt einmal mehr davon, dass auch Independent-Kino dafür geeignet sein kann, große Massen zu begeistern und einen fantastischen Unterhaltungsfaktor zu liefern.

.kinoticket-Empfehlung: Spannend und einfühlsam erörtert man hier ein nahezu unbekanntes und verschlossenes Land in seiner Mentalität, Lebensweise und vielen offenen Fragen, die bis dato kaum an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Nachspann: Muss man nicht zwingend ausharren, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 06. Juni 2019

Original Title: Buh-Ning
Length: 148 Min.
Rated: FSK 16


X-Men: Dark Phoenix (3D) (inkl. Gewinnspiel)

X-Men: Dark Phoenix - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Hinweis: Unter dem Beitrag findet ihr ein Gewinnspiel, bei dem 3×2 Freikarten sowie Filmplakate von X-Men: Dark Phoenix verlost werden.

Dolby Cinema™

Ich war wieder im Dolby. Und habe Erschreckendes festgestellt!

Entweder haben wir all die Jahre nicht gemerkt, was für eine Scheiße eigentlich auf den Leinwänden und in den Kinos veranstaltet wird – oder wir sind grade mitten dabei, ein Kino-Revival zu erleben, das sich abartig gewaschen hat!

Und – wie ich jüngst schon zu unliebst in Men in Black: International feststellen musste – es wird Zeit, dass wir alle endlich Englisch lernen!

Es ist unfassbar, wie arg manche Filme zugrunde gerichtet werden, während man sie durch die Synchro jagt, um ein landestypisches Pendant zu liefern. Ernsthaftigkeit geht flöten, ganze Charaktere werden dem Erdboden gleich gemacht und der Film bekommt ein seltsam-kritikwürdiges Flair, der zurecht erklären würde, weshalb Dark Phoenix hierzulande zum Flop graduiert.

Wenn man die Darsteller*innen nicht mehr ernst nehmen kann, weil ihre Stimmchen aufgesetzt wirken und man sich fühlt, als wäre man im Kindergarten, während die Optik etwas völlig anderes erzählt, dann fühlt man sich auch als Zuschauer leicht unbehaglich und möchte, dass dieser Umstand endet.

Und im englischen Original bleibt diese “Verarsche” aus: Die Mitspieler*innen wirken wieder so, wie sie angedacht waren und erheben sich in Performance-Pracht, wie es sich für einen Blockbuster dieser Größenordnung gehört.

Dolby Atmos™

Dazu fährt man ein Actiongewitter auf, das sich in der Moderne wiederfindet und nichts mehr von dem nostalgischen Anmut und “billigen Charme” der ersten X-Men-Filme aufweist. Die Technik ist erwachsen geworden, die Kids irgendwie auch.

Hier werden Szenen zum Leben erweckt, die vielleicht nur Sekunden dauern, aber noch Stunden danach in deinen Ohren widerhallen: Dir steht die Gänsehaut am ganzen Körper und du bist durch die brachiale Räumlichkeit und Wucht, die der Sound mitbringt, einfach nur geflasht.

Und das hat man nicht einfach nur “probiert”, sondern ich hatte das Gefühl, einige Szenen sind direkt dafür geschrieben worden: Um einmal zu zeigen, wie es richtig sein sollte – und was in der Vergangenheit alles für ein Müll als “echt” verkauft wurde.

Dazu der massive und durchdringende Sound von Hans Zimmer, dessen Kompositionen in der Filmwelt inzwischen über 28 Milliarden US$ in 150 Projekten eingespielt haben und der sich schwer in deinen Ohren einnistet und auch hinterher nicht mehr loslässt.

Dolby Vision™

Gleiches gilt fürs Bild – in 3D. Ja, viele haben Probleme damit, Shutter ist nicht jedermanns Ding, Pol-3D mögen auch einige nicht, Rot-Grün ist Mist (und hoffentlich inzwischen ausgestorben) und auch sonst finden sich immer wieder Kritiker dieser Technik, was jedoch nicht bedeutet, dass man auf diese 2 Buchstaben auf seinem Kinoticket verzichten darf: Die räumliche Ausgestaltung wurde hier dermaßen extrem behandelt, dass es für einen Kinogang meiner Meinung nach absolut unerlässlich ist.

Gerade am Anfang landet man in Phasen, wo man sich einfach nichts anderes wünscht und die in 2D absolut nicht das vermitteln, was sie in der dreidimensionalen Variante rüberbringen. Der technische Oberrand wird auch hier nicht allein Disney überlassen, sondern von Marvel akribisch gepflegt. Und das spürt man deutlich, denn das macht den Film definitiv zu einer Kinopflicht und bedeutet, dass der Konsum im Heimkino mehr oder weniger verboten werden müsste.

Auch hier also eine klare Empfehlung für 3D und natürlich für die bekannt satten und kontrastreichen Farben im Spektrum der Leinwand meines neuen Lieblingskinos.

Gewinnspiel

X-Men: Dark Phoenix - Freikarten
© Layout & Gestaltung der Freikarten by Twentieth Century Fox

Twentieth Century Fox war wieder spendabel und hat einiges an Freikarten und Postern aus der beginnenden Phoenix-Ära springen lassen, die ich natürlich an euch weiter verlose.

Diesmal möchte ich gerne von euch wissen, welche Comics ihr bevorzugt lest bzw. welche Superhelden ihr aus den bekannten (und unbekannten) Universen am besten findet.

Postet eure Kommentare bis einschließlich Sonntag, 23. Juni 2019 unter diesen Beitrag und ihr seid im Lostopf dabei.

Wie üblich wird der Gewinn weder ausbezahlt, noch darf doppelt teilgenommen werden oder anderer Unfug betrieben. Die Gewinner*innen werden persönlich von mir durch Zufallsverfahren ausgelost und via E-Mail benachrichtigt, also gebt bitte eine gültige E-Mail-Adresse bei den Kommentaren an, unter der ihr erreichbar seid.

Ich drücke jedem die Daumen und bin gespannt auf eure Rückmeldungen.

.kinoticket-Empfehlung: Reichhaltige Action, besondere Szenen und ein unglaubliches Tonspektrum, das im Dolby Cinema™ an dieser Stelle erreicht wird. Den Film sollte man zwingend in OV schauen, da hier den Charakteren keine widersprüchlichen Stimmen verliehen, sondern die Würde beibehalten wurde. Plot altbekannt, Action, Technik, Ton und Bild aber auf modernstem Standard.

Nachspann: Die Musik ist irre! Hans Zimmer honors Jóhann Jóhannsson – oder so ähnlich. Aber neue Sequenzen kommen nicht.

Kinostart: 06. Juni 2019

Original Title: X-Men: Dark Phoenix
Length: 114 Min.
Rated: FSK 12


Men in Black: International (3D)

Men In Black: International - Filmplakat
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die schwierige 4

Es ist das Jahr der vierten Teile – so zumindest hat es den Anschein, wenn man sich das Kinojahr 2019 so anschaut. Und das bedeutet im Fachjargon: Viel aufgewärmter Mist, viele unbrauchbare Remixe, viel vereinheitlichter Quatsch, den sonst eigentlich niemand braucht.

Ihr habt sicherlich schon jede Menge Müll über den neuen Men in Black: International gelesen und seid dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine unglaubliche Falle getappt: Die eingedeutschte Landessprache-Version dieses Films.

OV – Original Version or die!

Dass ich gelegentlich einen gewissen Hass gegen die deutsche Sprachvariante habe, die uns in Filmen immer wieder präsentiert wird, ist inzwischen ja weithin bekannt. Men In Black: International bricht hier aber einen Rekord: Der schlechteste Synchro-Film, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Und das ist nach Black Panther eine echte Meisterleistung!

Um mal von vorne anzufangen: Dieser Film wurde mir im Rahmen der Pressevorführung in OV vorgeführt und ich habe mich sichtlich amüsiert und war begeistert von dem Respawn, den man damit in dieser Reihe angetreten ist: Eine großartige Emma Thompson (schreibt sie aufs Cover!), großartige Sprüche, hochkarätige Witze, ein echtes Spektakel, und zwar verbaler, und nicht – wie erwartet – grafischer Natur.

Genau das hat MIB in meinen Augen wertvoll gemacht: Man hat eben nicht das Action-Kampf-CGI-Schlachtgewitter losgetreten und voll auf grafische Effekte gesetzt, sondern Inhalte produziert und sie wunderbar humorvoll auf die Leinwand gepackt und damit die Erwartungen im Trailer sichtlich übertroffen. Und ja, ich hatte echt mega Bock auf das kommende Universum, das dieser Titel hoffentlich trotzdem antreten wird.

Und dann bin ich mit Freunden in die deutsche Variante davon. Mega-Fehler!

Normalerweise ist es ja so: Englisch ist eine sehr prägnante Sprache. Kurz. Präzise. Kommt schnell auf den Punkt. Bling Blong – Satzende.

Und das deutsche Pendant dazu sieht so aus: “Blablabla-Laber-Rhabarber-BlablaunverständlichlangeWorte. Ende des Satzes. Bürokratische Bemerkung.”

Heißt: Im Deutschen braucht man 3x so lange, bis man eine englische Pointe wirklich auf den Punkt gebracht hat – einfach nur aus “Sprachgründen”. Und wenn jetzt im englischen Original schon die ganze Zeit gesabbelt wird, bis man umfällt und man vor sprudelnden Worten manchmal schon nicht mehr weiß, wohin, was ist dann erst in der deutschen Variante los? Bildpausen, damit man mit Labern hinterher kommt?

Genau das hätte man machen müssen. Hat man aber nicht. Stattdessen hat die Klasse 4B die Aufgabe bekommen, im Schuldiktataufsatz diesen Film zu übersetzen. Und die haben viel nicht gewusst, teilweise keine Lust gehabt und darum nur rund 30% des Textes überhaupt abgearbeitet und dazu noch von jeglichem Wortwitz und sämtlichen Pointen befreit.

Statt “Oh mein Gott, wohin soll ich mit den Phrasen, ich hab keine Zeit” kriegt man im Deutschen Wortpausen!!! Und so dermaßen schlechte, sinn- und inhaltlose Aussagen, dass man sich die gesamte Zeit gerne selbst facepalmen möchte und hofft, dass einem irgendeine flauschige Katze dabei hilft, damit’s am Vorderstirnlappen nicht so abartig schmerzt.

Ganz ehrlich? Fuck You, Germany, wenn so etwas dabei rauskommt.

Ja, Synchronisation ist schwer. Man muss quasi den Film wieder drehen. Voicecast, Stimmen herausfinden, entscheiden, ob sie zum Inhalt passen, den Inhalt verstehen, ihn neu interpretieren und für das aktuelle Land neu umsetzen. Man arbeitet quasi als “Fake-Regisseur” und dreht dabei den Film nochmal neu. Mit dem Unterschied: Man hat extreme Auflagen: Die des Original-Regisseurs.

Und wenn’s dann schon am Voicecast scheitert, ist das Projekt von vornherein verloren.

Und das ist bei der Synchronisation dieses Films passiert. Und zwar so schlagkräftig, dass es mir als Cineasten mörderisch weh tut und ich überlege, ob ich schon rein aus Protest jetzt ein volles Jahr lang nur noch in OV gehen sollte…

Hier wurden eben diesmal nicht nur die Jokes runter gebuttert und durch schlechte Übersetzungen entfernt, sondern der Film seiner kompletten Seele vollständig beraubt.

Ein Dialog mag schlecht sein, wenn man Mr. Fitzelchen mit einer saukomischen Stimme und der passenden Süßhaftigkeit sich jedoch über irgendetwas beömmeln sieht, ist das unterhaltsam.

Und wenn irgendeine Büro-Trulla anschließend zwei Minuten vor Dienstschluss in ihrem Büro hockt und diesen Part lebhaft übersetzen soll – und die schon um 8 Uhr morgens keinen Bock auf ihre Arbeit hatte und dann mit einer derart lahmen Stimme den langweiligen und humorbefreiten Part deutscher … was eigentlich? … runterquasseln soll … dann – äh … wird das nix.

Und du hockst im Kino und denkst dir: Spinn ich eigentlich jetzt? So verkacken kann man’s doch eigentlich gar nicht? Und dann sieht man schon die ganzen Phrasen vor sich: “Ja, die Amis … komisches Volk … die finden sowas dummes wieder toll … ja, spinnen eh alle” … und dabei waren es die Deutschen, die diesen Scheiß zu verantworten haben und eine eigentlich großartige Leistung der Amis vollkommen konsequenzlos zerstört haben … unfassbar!

Und darum gilt:

.kinoticket-Empfehlung: Ich gelobe hiermit feierlich: Diesen Film schaue ich einzig und ausschließlich, ohne Ausnahme und diskussionsfrei mitsamt all meinen Freunden, Familie und Co. in der einzig wahren und anstandslosen Variante: OV! Alles andere ist Körperverletzung und zerstört, was die Macher im Ursprung hier aufgebaut haben. Wer das nicht wahr haben will, sollte besser einfach nicht reingehen und auf die Heimkinoveröffentlichung warten: Hier kann man dann szenenweise umswitchen und sich selbst davon überzeugen, dass die deutsche Variante das einzige Manko ist: Vollständiger Mist!

Dolby Vision™
Bekannt geil, tiefschwarz, großartige Bilder, klare Optik – war den Besuch definitiv wert.

Dolby Atmos™
Ein Grund, trotzdem ins Kino zu gehen – genau wie das 3D. Hier wurde optisch und akustisch wenigstens nichts verbockt. Lag wohl daran, dass der Synchro-“Meister” hier nicht mitsprechen durfte.

Nachspann: Braucht man nicht abwarten, es lohnt sich nicht mehr.

Kinostart: 13. Juni 2019

Original Title: Men In Black: International
Length: 115 Min.
Rated: FSK 12


High Life

High Life - Kinoplakat
© 2019 Pandora Film GmbH & Co. Verleih KG

Robert Pattinson hat u.a. eine Sache richtig gemacht: Bekannt werden in einer Blockbuster-Reihe und danach ins Arthouse-Kino abtauchen und dort eine Größe bleiben!

Wahrhaftig ist jeder Film von ihm mehr oder weniger eine Insider-Perle geworden und seine Rollen darin großartig. Er kümmert sich – und dafür bewundere ich ihn – so überhaupt nicht darum, wieder in reißerische Massenproduktionen zu rutschen, sondern gibt sich erstaunlicherweise mit dieser Art Film so in sich zufrieden, dass es aufs Publikum überströmt und man als Gast im Kino mit sich selbst im Reinen ist, wenn man aus einem seiner Werke wieder ans Tageslicht tritt.

High Life hat bereits bei diversen Filmfestivals für erhöhtes Aufmerksamkeitsaufkommen gesorgt und wurde überall rauf und runter gespielt – und landet nun eben auch im regulären Kino. Die Sparte: Mein vielzitiertes SciFi.

Das bedeutet aber nicht einfach, dass hier irgendwo Weltraum und Sterne und Raumschiff und fertig vorhanden sind, sondern der Film als solches ist ein Produkt, dass sich nahezu schon als Stanley Kubrick der Gegenwart bezeichnen lässt: Absolut eigen, absolut originell, absolut authentisch.

Man taucht sehr tief in die Weiten des Weltalls und damit auch in die Weiten der Nische ein und vollzieht eine abstrakte Reise im Kopf, die genau das wieder einmal nahe an die Vollkommenheit herausragender SciFi-Filme trägt, die man in den “guten alten Zeiten” so gemocht hat.

Man hat viel Zeit, bei den ausdrucksstarken Bildern und dem oft nicht sofort selbsterklärenden Erzählstrang über Dinge nachzudenken, die Gedanken in die Ferne schweifen zu lassen und sich über die Ungewöhnlichkeit zu wundern, die hier mit absolut präzisen, klaren und gleichzeitig total verwobenen und undurchsichtigen Bildern aufgezeigt wird.

Genau das macht in meinen Augen einen guten Science Fiction aus: Dass man sich als Zuschauer wundert, teilweise unbehaglich fühlt und am Ende irgendwie absolut fasziniert ist – denn dafür ist Weltall da.

Dieser Coup ist Claire Denis sehr gut gelungen, was ihren Film zu einem der besten SciFi-Streifen der Moderne macht, der auf jedem Register gesehener Filme stehen sollte.

.kinoticket-Empfehlung: Ein Stanley Kubrick der Gegenwart: Undurchsichtig, Vielschichtig, abgespaced und gleichzeitig tief in der Nische verwurzelt befriedigt High Life das unberührbare Verlangen, in fremde Welten abzutauchen und sich in der absurden Wahnvorstellung der Schwärze des Weltalls wiederzufinden.

Nachspann: Braucht nicht abgewartet zu werden. Das Weltall ist dunkel und weit …

Kinostart: 30. Mai 2019

Original Title: High Life
Length: 110 Min.
Rated: FSK 16


Peter Lindbergh – Women’s Stories

Peter Lindbergh - Filmplakat
© 2019 DCM Film Distribution GmbH

Mittlerweile gibt‘s ja schon einige Porträt-Filme von berühmten Berühmtheiten: Man hat in der Musik angefangen, sich langsam über Autoren und Künstler weitergerobbt und ist nun bei den Fotografen angelangt – von denen inzwischen auch einige Werke in den Kinos gelandet sind.

Peter Lindbergh – Women‘s Stories gräbt hier einen Fotografen aus, der es durch seine Arbeit erreicht hat, fünf Frauen zu Ruhm und Ehre zu verhelfen und dem mit diesem Werk ein Andenken geschaffen werden soll, auf dass man sich ewig an ihn erinnere.

Bereits im Vorfeld hatte der Streifen keine wirklich guten Kritiken von der Presse, sondern man wirkte eher verhalten und zurückhaltend. Dementsprechend unterschwellig waren meine Erwartungen, als ich den Saal betreten habe mit dem Hintergedanken, dass mich so manches Künstler-Leinwand-Rezitat bereits in der Vergangenheit des öfteren positiv überrascht hat.

Lindbergh hatte – wie jeder andere – seinen eigenen Stil und wenn man sich die Randfakten dieser Filme anschaut, stößt man irgendwo immer auf die gleichen Elemente: Verkannt in der Vergangenheit, Vorwärts-Streber-Gen, “einfach gemacht”, garniert mit unzähligen Zitaten, Interview-Schnipseln von Menschen aus dem Umfeld, die sich herrlich zurückbesinnen auf “damals” und wie es doch alles gewesen ist usw.

Genau das findet sich hier auch wieder – allerdings hat Jean Michel Vecchiet ein Style-Element integriert, dass mich wirklich begeistert hat: Die Art, wie die Kunst hier präsentiert wird, ist selbst schon fast wieder ein Kunstwerk.

Das Herumspielen mit Fotos, Foto-Reihen, inszenierten Rückblenden und anderes macht in diesem Film den großen Unterschied. Und dass am Ende seine Models irgendwo mehr Weltruhm auf ihrem Namen tragen wie er selbst, ist dann auch nicht weiter schlimm.

.kinoticket-Empfehlung: Die Darstellung seiner Kunst sowie das fotografische Aufbereiten eines ganzes Lebens ist in dieser Zusammenstellung selbst schon fast wieder ein eigenes Kunstwerk und überdeckt, dass der Film gewissermaßen immer wieder die “gleiche” Story erzählt und nur andere Namen dafür hernimmt.

Nachspann: Muss nicht ausgesessen werden, hier folgen keine weiteren Szenen oder Bilder.

Kinostart: 30. Mai 2019

Original Title: Peter Lindbergh – Women‘s Stories
Length: 108 Min.
Rated: FSK 12


Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer

Mister Link - Filmplakat
© 2019 Entertainment One Germany GmbH

Auf dem Plakat macht das Aussehen der Figuren womöglich erstmal einen gewöhnungsbedürftigen Eindruck, jedoch sollte man sich nicht vorschnell davon abwenden: Dieser Film hat’s nämlich in sich!

Die Story entpuppt sich zu Recht als Prädikat besonders wertvoll-ausgezeichnet, denn hier ergreift man einmal mehr sehr liebevoll und packend die Herzen von jung und alt und trifft auf Leinwandfiguren, die sich sehr schnell den Weg in die warme Seele der Zuschauer erobern.

Diese Andersartigkeit, die in vielen anderen Filmen fremdartig wirken sollte, wird hier vollkommen neu umgesetzt und zeigt sich durch einen erfrischend anderen Erzählstil von einer ganz neuen Seite.

Somit erntet man relativ früh bereits unzählige Sympathiepunkte beim Zuschauer und hat damit die Möglichkeit, während des Films vollständig in eine neue Welt abzutauchen und den Film bis zur letzten Minute hin zu genießen!

Das wahrlich spannende an der ganzen Sache ist jedoch oft hinter den Kulissen versteckt: Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer wurde in der sogenannten Stop-Motion-Technik gedreht – sprich: Jede Szene wurde mit Puppen bewegt, fotografiert und somit Bild für Bild aneinander gesetzt, so dass der Eindruck von Bewegung entsteht.

Doch damit nicht genug: Ich kann euch mit Fun Facts erschlagen…

  • Für Mister Link wurden die Puppen nicht – wie üblich – ein Fünftel bis ein Sechstel der echten Größe von Menschen nachgebaut, sondern um 20% kleiner gestaltet: Damit war es möglich, auch die Kulissen kleiner zu machen, um die Arbeit ein wenig zu reduzieren.
  • Der Elefant im Film wiegt ungefähr 16 kg, verfügt über komplett unabhängig bewegbare Zehen und ist das einzige Tier, dass für diese Rolle beim Dreh verwendet wurde: Es gab also keine “Puppen-Doubles”.
  • Mister Link ist die schwerste Hauptfigur, die von LAIKA Entertainment jemals zum Einsatz gebracht wurde.
  • Die Kutsche beanspruchte 180 einzeln aufgehängte und bewegungskontrollierte Quasten. Sitze, Vorhänge und die Bewegung der Kutsche wurde durch 40 unabhängig voneinander operierende Motoren per Fernbedienung gesteuert.
  • Der Salonwagen hat keinen Boden, sondern das komplette Set wurde aufgehängt, damit die Puppenspieler von unten Zugang zu der Szene hatten.
  • Der Zug wurde durch rostig aussehende Klebestreifen auf den Schienen “gebremst”, da er sich zu geschmeidig bewegte.
  • Im Gegenzug dazu wurde das Schiff im Film nicht bewegt, da die Konstruktion zu groß und zu schwer war. Stattdessen bewegte man hier ein Kamera-Set um die Kulisse, die den Eindruck erzeugten, dass Schiff würde auf dem Ozean fahren.
  • Es gab mehr als 110 Sets und 65 unterschiedliche Drehorte.
  • Die Eisbrücke besteht aus 64 individuell geformten Eisblöcken, die unabhängig voneinander bedient werden konnten.
  • Die Karosse des Zugs war das größte Requisit, das im Film zum Einsatz kam.
  • Die Landschaften im Film entstanden aus Siebdruck- und laserbeschnittenem Kraftpackpapier, strukturierten Stoffen, Plastikperlen, Taschentüchern, Eisenbahnmaterial in Miniaturgröße, Ziegenhaar, Schaumstoffbällen sowie Schwarzlichtfarbe.
  • Die Bücher in Lionels Arbeitszimmer wurden – wie Zügel, Zaumzeug und Sättel der Pferde – aus echtem Leder mit traditionellen Techniken gefertigt.
  • Die Stop-Motion-Technik erforderte, dass für jede Sekunde Film insgesamt 24 Fotos gemacht wurden, zwischen denen die Figuren immer wieder ein winziges Stück bewegt wurden. So entstand ein Bild realer Bewegung.
  • Zu Spitzenzeiten befanden sich insgesamt 91 Teams beim Dreh im Einsatz.
  • LAIKA Entertainment besitzt 47 Motion-Control-Kamera-Vorrichtungen, von denen die älteste bereits aus dem Jahr 1928 stammt und seitdem von einem Effektstudio zum nächsten weitergereicht wurde.
  • Die Szene mit dem laufenden Elefanten macht im Film ungefähr 20 Sekunden aus und dauerte insgesamt 3 Monate, sie zu filmen.
  • Die VFX-Abteilung nutzte mehr als ein Petabyte – also eine Million Gigabyte – für die Speicherung des Materials.
  • Der Film benötigte insgesamt 112 Millionen Prozessorstunden, um als gesamtes Werk gerendert zu werden. Das wären mit einem PC 12.765 Jahre, um ihn fertigzustellen.

Und, habt ihr inzwischen ein bisschen Lust drauf bekommen, diesen tollen Film zu sehen?

.kinoticket-Empfehlung: Eine technische Meisterleistung, die nicht nur durch absolut verblüffende, technische Facts beeindruckt, sondern sich auch durch unglaublich sympathisch-andere Charaktere und einen tollen Plot von anderen Filmen absetzt.

Nachspann: Darf man getrost abwarten, hier folgt noch eine Kleinigkeit.

Kinostart: 30. Mai 2019

Original Title: Missing Link
Length: 94 Min.
Rated: FSK 6


Rocketman

Rocketman - Filmplakat
© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Musik ist ein Phänomen, dass die Menschen auf unerklärbare Art und Weise immer wieder begeistert. Das merkt man daran, wie stark Musiker*innen weltweit verehrt werden und welche Rolle sie im öffentlichen Leben dieser Gesellschaft spielen.

Kein Wunder also, dass man sich seit einigen Jahren mit harter Konsequenz einen nach dem anderen vornimmt und die Leben derer verfilmt und mit Offenbarungen aus dem Potpourri hinter den Kulissen an die Öffentlichkeit tritt.

Dem hat sich auch eine wahre Song-Legende nicht entziehen können: Elton John. Und bereits im Vorfeld war irgendwo klar, dass Schauspieler Taron Egerton hier die Rolle seines Lebens antreten würde.

Dolby Vision™

Es war mein Einstand im neuen Kino – und ich habe beide Varianten des Films auf der gleichen Leinwand gesehen: Die unfertige Nicht-Dolby-Version und anschließend die finale Dolby Cinema™-Fassung, in der sowohl Dolby Atmos™ als auch Dolby Vision™ am Start waren – und der Unterschied ist immens!

Ich mach mir langsam Gedanken, wie das in Zukunft mit dem Bild weitergehen soll, damit ich nicht in jeder Rezension wieder neu das tiefdunkle Schwarz loben oder die Farbpracht herausheben muss: der schrille Vogel eignet sich definitiv nahezu perfekt, um hier auf farbliche Aspekte zu setzen und dem Zuschauer etwas zu bieten, dass ihn wirklich umhaut. Und ich glaube, das ist den Machern durchaus sehr gelungen.

Dolby Atmos™

Des Weiteren darf ich wieder einmal behaupten: Die Tonqualität ist tatsächlich das, was einen in diesem Kino wahrhaftig abholt und außerordentlich den Unterschied zu anderen Kinos macht. Auch anderen Dolby Atmos™-Sälen.

Natürlich spielen Töne in einem Musikfilm eine immense Rolle und damit dürfte dies eigentlich fast selbstverständlich sein. Hört man allerdings verschiedenen Kinogästen zu, bin ich mir manchmal nicht mehr sicher, worauf andere eigentlich heutzutage noch wert legen und was sie von einem Kino erwarten?

Mich jedenfalls hat der Soundtrack definitiv überzeugt – auch die Tatsache, dass sich Elton John höchstpersönlich darauf gefreut hat, die Interpretationen seiner Songs durch Taron Egerton zu erleben, der diese komplett für den Film eigenständig neu eingesungen hat.

In diesem Atemzug möchte ich noch den Score etwas herausheben: Diese “Langsamkeit” und mediale Schwere hat mir immens imponiert und mich sehr begeistert. Eine wunderschöne neue Form, in die man diese weltbekannten Klänge geschleust und dem Zuschauer auf völlig neue Art und Weise präsentiert hat.

Genau das macht die Seele dieses Films aus – abgesehen von dem natürlich einerseits kalkulierbaren Plot, andererseits aber auch der durchaus beeindruckenden Stärke, die hinter solch einer Entscheidung steht, erneut eine Weltkarriere anzutreten und damit auch zu bestehen.

.kinoticket-Empfehlung: Der Sound haut einen um, Taron Egerton überzeugt durch eine grandiose Darstellung und auch die Jungdarsteller bezeugen ihr Können durch glaubhafte Umsetzung ihrer Rollen.

Nachspann: Sollte man abwarten, hier folgen noch einige Bilder vom Original und verschiedene Impressionen, die u.a. zeigen, wie großartig der Cast berufen wurde…

Kinostart: 30. Mai 2019

Original Title: Rocketman
Length: 121 Min.
Rated: FSK 12