Berlin Alexanderplatz - Filmplakat
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Berlin Alexanderplatz ist ab sofort nicht mehr nur ein unfassbar bekannter, touristischer Hotspot in Deutschland, sondern auch ein artistisches Kunstwerk, das in 183 Minuten ein offenbarendes Porträt der Gesellschaft einfängt und wiedergibt, das so manchem die Augen öffnen könnte.

Man lässt sich auf eine Talfahrt in die Hölle menschlichen Agierens ein, die hinab in die Abgründe der Seele führt und einen dort alleine lässt. So schleichend der Prozess beginnt, so brachial bricht am Ende alles über einen hernieder und schickt den Zuschauer mit einem Donnerknall voller Erkenntnis wieder raus in die Welt, deren Offenbarung man gerade ungeschönt auf der Leinwand präsentiert bekommen hat.

Besonders stark: Jella Haase, die die meisten in ihrer eher unbeholfen-naiven Art aus Fack Ju Göhte kennen, die sich hier eine Rolle zugesteht, die ernsthafter und seriöser nicht sein könnte.

Der Film lässt viele Gedanken über das Bild unserer heutigen Gesellschaft entstehen und wirft wichtige Fragen auf, über die man anschließend noch lange nachdenkt.

Den Trailer sollte man sich aus zwei Gründen nicht anschauen: Er verrät wieder viel zu viel Inhalte und Wendungen und außerdem führt er in ein völlig falsches Genre, das dem Film selbst nicht gerecht wird, sondern bei vielen die Klischeekeule triggert, die sich daraufhin entscheiden, den Streifen lieber nicht sehen zu wollen.

Lasst euch von dem Titel nicht in die Irre führen: Dieses Porträt gesellschaftlicher Analyse ist ein wichtiges Werk, das viele Ansätze zum Überdenken des eigenen Weltbilds liefert und von den Darsteller*innen extrem überzeugend gespielt wird. Definitiv sehenswert.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 16. Juli 2020

Original Title: Berlin Alexanderplatz
Length: 183 Min.
Rated: FSK 12