Dezember 2, 2022

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Black Panther: Wakanda Forever

Black Panther: Wakanda Forever - Filmplakat
© 2022 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH | Marvel

Kurzer Blick in die Politik? Keine Sorge, Lanz ist weit weg … also: Gefühlt (!) ist zur Zeit ja alles irgendwie am Arsch, es herrscht Krieg, es ist aus unser aller Leben nicht mehr wirklich weg zu denken und man merkt auch, dass es kein „zurück“ mehr gibt, sondern sich die Zeit tatsächlich geändert hat.

Black Panther ist gewissermaßen ja auch der Stoff gewesen, der in das ganze Marvel Cinematic Universe ein wenig den politischen Frust reingebracht hat und somit quasi das „Pendant“ zur echten Welt darstellt – damals ein riesiger Hype in der Black Community … und erfreulicherweise endlich mal nicht nur ein Nischenprodukt, was „die da auch würdigt“ (und somit herabwürdigt), sondern quasi von ganz oben in der Filmkategorie: dem durchschlagenden Blockbuster des erfolgreichen Labels mit einem eigenen Film geehrt und damit salonfähig gemacht zu werden: Großartig.

Black Panther: Wakanda Forever hat in meinen Augen von Beginn an schon alles richtig gemacht – und ich breche hiermit ein Blog-Tabu (schaut‘s nicht, wenn ihr nicht wollt) und präsentiere euch mal einen Teaser, den ich persönlich mega gelungen finde, der nichts wirklich verrät und mir extrem Lust auf den Film gemacht hat (an die Mail-Leser: Eventuell müsst ihr hier auf den Link klicken und euch den Beitrag wirklich im Browser anschauen):

Alter, wie großartig kann man bitte etwas zeigen, ohne dabei etwas zu sagen? Und hier merkt ihr auch gleich, was als nächstes wichtig ist: OV. Mit oder ohne Untertitel sei eurem Verständnis und eurer Hingabe zur englischen Sprache geschuldet – aber bitte bitte schaut ihn mit originalem Ton. Man merkt nämlich schon im Trailer, dass die Übersetzungscrew es definitiv nicht auf die Reihe bringt, diese typische Intonation und den Klanglaut wiederzugeben, sondern sie „imitieren“ und machen damit etwas dieser Kultur kaputt.

Und genau hier blüht sie auf, lebt sich aus und hat ENDLICH keine Grenzen mehr von uns weißen, dummen Affen (was diese ganze Thematik angeht), sondern darf einfach sie selbst sein… und dieser Schwall an Echtheit und Unbändigkeit sprudelt hier aus allen Ecken und Enden und wird supported von dem unfassbar starken Erzähl-Imaginaerum, das Marvel in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat.

Ja, ihr habt richtig gelesen: Hier kommt keine so woke Scheiße, wie sie inzwischen überall auftaucht und uns das Leben zur Hölle macht, ohne dabei wirklich etwas zu ändern, sondern man ist einfach nur eins: ECHT!

Keine „Quoten……..-Frauen, -People of Color, -Rollen“ usw. – sondern hier blüht eine Kultur und lebt sich ungezwungen aus und nutzt dafür den Erzählflow vom MCU. Kinder, ihr glaubt nicht wie stark das im Kino rüber kommt und wie gut diese Authentizität tut.

Next: Dieser ganze Film in seiner unglaublichen Länge ist ein kompletter Kniefall vor Chadwick Boseman – hier kommt nicht nur eine blöde Szene oder eine krampfhaft umgeschriebene Charakter-Entfernung, weil … sondern der Film verneigt sich in einer Ehrwürdigkeit und Pietät vor dem gefallenen Helden, das man im Kino sitzt, andächtig schweigt und schon wieder das Gefühl hat: Nichts aufgesetztes, sondern echte Anteilnahme – und echte Liebe und echtes Gedenken. Wow! (Und ja, es geht bereits beim Label los – Marvel-Connaisseure werden es sofort merken – AHHH!)

Dann wurden letztens ja Stimmen laut, dass innerhalb des inzwischen quasi un-binge-baren Kino-Konvoluts immer mehr Richtung Story gedrückt wird und diese ganze Dienlichkeit zu Lasten profilstarker Charaktere geht und so das Individuum immer mehr an Bedeutung verliert, weil es nur noch um die kommerzielle Fortführung der Story geht: Ja, da ist was dran, allerdings hatte ich speziell bei Black Panther: Wakanda Forever jetzt überhaupt nicht das Gefühl, dass dieses Manko hier wirklich greift: Viel mehr inszeniert man wieder neue Mechanismen, entfesselt eine Dimension und lässt sie sich behaupten. Und ja, das tut unglaublich gut und lässt dabei trotz einiger Längen dennoch absolut nichts von dem erwarteten Marvel-Blockbuster-Popcorn-Spaß vermissen: Leute, es macht einfach unfassbar viel Bock, sich den Film in einem vollen Kinosaal anzusehen und zu spüren, was auf der Leinwand alles runter kracht, ballert, donnert und fleucht.

Und wenn man dann die sprachlichen Ansätze, die im Teaser bereits gezeigt sind, ins monströse Original weiterführt, dann ist das nicht nur ein unfassbar gelungenes Meisterwerk, sondern auch ein Kniefall des ganzen Planeten vor einer Kultur, die man zu Unrecht Jahrhunderte unterdrückt hat und bei der man sich damit wieder entschuldigt.

Ganz ehrlich: Weiße wie ich einer bin, sollten einfach die Fresse halten, den Film pushen und genießen, dass diese richtige Entwicklung nun endlich da ist (Danke, Marvel!) und all jenen gönnen, dass sie nun einen weiteren Film haben, der ihre Kultur ehrt und sie allen anderen endlich ebenbürtig macht. Ohne woke zu sein.

.kinoticket-Empfehlung: Angefangen vom Teaser bis zum finalen Ergebnis: Einfach mit Vollkaracho alles richtig gemacht: Ein richtig sehenswertes und extrem wichtiges Stück der (MCU)Filmgeschichte! Großartig – unbedingt reingehen… aber definitiv mit originalem Ton!

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Durchhalten bis zur Mittelsequenz… und wer dann noch hocken bleiben will: Nicht enttäuscht sein – ist nur eine kleine Vorankündigung.

Kinostart: 09. November 2022

Original Title: Black Panther: Wakanda Forever
Length: 161 Min.
Rated: FSK 12

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