Brittany Runs A Marathon - Filmplakat
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Es ist Sonntag. Für alle Nicht-Bäcker, Nicht-Gastronomen, Nicht-Kranken- oder Altenpfleger ein Tag, um sich gemütlich aus dem warmen Bett zu schälen und mit einem Heißgetränk auf der Couch niederzulassen und irgendwas anzuschmeißen.

Am besten erst den Kamin, dann irgendeins der gefühlten Milliarden Streamingportale, die es bald überall geben wird. Mal ehrlich: Muss damit eigentlich neuerdings jeder seine Kohle machen? Geht das nicht auch irgendwie bedienerfreundlicher, ohne dass man in ein paar Jahren dann für jeden Film ein extra Jahres-Abo abschließen muss?

Der Zeitpunkt, als Brittany Runs A Marathon up to date war, ist inzwischen auch vergangen. Die Zeit, in der ich „up to date“ war, erkämpfe ich mir grad irgendwie zurück. Doch mit einem etwas anderen Fokus: Man sollte manche Dinge vielleicht einfach mal entspannter angehen, nicht immer nur schreien und jagen, sondern manchmal ist die Decke auf der Couch genau das richtige, um einen sonnigen Tag gemütlich zu starten.

Und manchmal sind Streamingportale auch nicht das schlechteste, selbst bei Kritiken, die eigentlich aus dem Kinosaal heraus geschrieben werden. Wenn’s euch also nichts ausmacht, werden hier ab und zu immer wieder mal ein paar Sichtungen von mir kommentiert werden.

Warum ich das alles erzähle? Brittany Runs A Marathon hört sich erstmal unglaublich sportlich und anstrengend an … ist in meinen Augen aber genau die Art Film für einen dieser Sonntag-Morgen, denn das städtisch-verliebte New Yorker-Flair gepaart mit der etwas trapsigen, unbeholfenen Art von Jillian Bell passt hier genau rein.

Wer den Film genießen will, sollte am besten vorher keinen Trailer schauen und sich glücklich schätzen, das automatische Abspielen von „Vorschautrailern“ in seinen Accounts deaktiviert zu haben. Der nämlich verrät vieles und deutet dabei in eine völlig andere Richtung, die der Film am Ende geht. Dabei werden wieder künstliche Erwartungshaltungen aufgebaut, an denen die Vorfreuden-Einsteiger am Ende zerbrechen und eher enttäuscht sind.

Und grundsätzlich kann es meiner Meinung nach auch nicht schaden, wenn man das Sex and the City bzw. Friends-Gen ein wenig in sich trägt – genau das ist in meinen Augen die Zielgruppe für diesen Film.

Und da ich früher weder das eine, noch das andere gesehen habe (Friends hole ich gerade nach) und nie so wirklich ein Fan dieser skurrilen Großstadt-Wir-lieben-uns-alle-und-findens-toll-Dinger war, hat mich dieser Film auch nicht so richtig abgeholt.

Vielleicht war es auch einfach nur die große Komödien-Erwartungshaltung, die der Trailer geschürt hat und die der Film einfach viel zu wenig befriedigt. Dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, ist angesichts diverser (klischeeuntermauerter) Tatsachen auch soweit nachvollziehbar und schlussendlich denke ich, dass darum der Griff zur Fernbedienung hier eher die richtige Wahl ist denn ins Kino zu gehen.

Und wer von euch hätte in all den Jahren gedacht, dass ich das an dieser Stelle – auf dieser Website – einmal sagen würde? Wer? 😉

.kinoticket-Empfehlung: Für einen gemütlichen Sonntag-Morgen zum Wachwerden und geistig nicht gleich überfordert zu sein, genau das richtige.

Nachspann: Kommt nichts weiter, man kann zum nächsten Titel springen.

Kinostart: 24. Oktober 2019

Original Title: Brittany Runs A Marathon
Length: 104 Min.
Rated: FSK 6