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All My Loving

All My Loving Filmplakat
© 2019 Port au Prince Pictures GmbH

Lars Eidinger ist gerade gefühlt in jedem deutschen Kinofilm zu sehen. Ich finde das Phänomen immer wieder spannend, dass man von Schauspielern erstmal kleine Ewigkeiten lang absolut nichts hört und sie dann binnen kürzester Zeit ständig und überall auftauchen, als ob es niemand anderen sonst mehr geben würde.

Sei‘s drum. All My Loving zielt klar auf das Independent-Publikum ab, versucht sich dabei aber an deutscher Filmschule und richtet sich somit stellenweise selbst hin.

Das altbekannte Problem: Hierzulande gibt es einfach keine guten Drehbuchschreiber, die annähernd dazu in der Lage wären, ihren Job so auszuführen, dass am Ende wahrhaft gut erzähltes Kino übrig bleibt, das nur noch mit fähigen Schauspielern bestückt werden muss.

Stattdessen greift man immer wieder auf den selben unfähigen Einheitsbrei zurück und produziert damit TV-Ware am Fließband, die einem zwar scheinbar das Gefühl vermitteln kann, man säße tatsächlich in einem niveauträchtigen Independent-Movie, der jedoch sehr bald offenbart, dass man eigentlich doch bloß der uncoole Loser vom Schulhof ist, der die Standardaufgaben vom Lehrer cool findet und dabei nicht merkt, dass er bei allen anderen längst unten durch ist.

Die teilweise schrägen Charaktere, mit denen hier aufgefahren wird, machen diesen Fremdscham-Faktor zwar etwas wett, retten in meinen Augen aber nicht den Gesamtabsturz, denn am Ende ist es eben doch „bloß ein weiterer deutscher Film, der nicht über seine Grenzen hinauswächst“.

.kinoticket-Empfehlung: Man möchte im Spiel der großen Arthouse-Events mitmischen, vergisst dabei aber, auf deutsche Filmkonventionen zu verzichten und stolpert deshalb wieder über alte Fallen.


Das ist insofern tragisch, da hier tatsächlich einige spannende Charaktere aufgefahren werden, die sich im Rahmen des Filmhochschul-Flairs aber nicht so entfalten können, wie man sich das als Zuschauer gern wünscht.


Damit ist zwar „was da“, das Prädikat „unvergessen“ bleibt diesem Film aber – wie anderen Inlandsfilmen ebenfalls – weiterhin vorenthalten.

Nachspann: Muss auch diesmal wieder nicht abgewartet werden, es folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 23. Mai 2019

Original Title: All My Loving
Length: 118 Min.
Rated: FSK 12


Edie – Für Träume ist es nie zu spät

Edie - Filmplakat © by Weltkino Filmverleih
© 2019 Weltkino Filmverleih GmbH

In Edie – Für Träume ist es nie zu spät treffen mehrere Komponenten aufeinander, die für Geist und Seele sind, wie gutes Öl für einen frischen Salat: Absolut unverzichtbar!

Regisseur Simon Hunter hat sich in den Kopf gesetzt, das Publikum nicht zu täuschen und darum bereits im Vorfeld zu diesem Dreh wichtige Eckpunkte ausgelobt, die unglaubliche körperliche Leistungen von den Betreffenden abverlangen würden.

Die Hauptrolle spielt die 83jährige Sheila Hancock – und diese Frau ist eine Wucht! Schaut euch den Film an, um zu begreifen, wozu sie in der Lage war … denn: Alles ist echt!

Es wurde an echten Schauplätzen gedreht, es kam kein CGI zum Einsatz und all die Unternehmungen sind von ihr leibhaftig in einem Drehmarathon durchgezogen worden! Und davor meinen größten Respekt!

Auch das Drehbuch gehört zu den Dingen, die diesen Film in meinen Augen unverzichtbar machen: Hier spielt man mit solch einer Leidenschaft und behaglichen Wärme auf, die sich sanft wie ein gemütlicher Schal um einen bettet und dem Zuschauer ein unfassbar positives, motivierendes, aber auch behütetes und generationenverständiges Umfeld bietet, in dem es sich die gesamte Laufzeit über extrem gut aushalten lässt.

Wie anfangs bereits erwähnt: Hier treffen Gemütlichkeit, Generationenverständigung, tolle Dialoge und Echtheit vor und hinter der Kamera auf berauschende Landschaftsaufnahmen und visuelle Eindrücke aus den schottischen Highlands.

Lasst euch verzaubern und verpasst unter keinen Umständen dieses tolle Werk, das ab morgen in den Kinos bundesweit startet.

.kinoticket-Empfehlung: Warmherziger, liebenswerter und voller Lebensfreude sprühender Film, der einen mitreißt und ein unglaublich vielfältiges Plateau an guter Laune und Behaglichkeit verströmt.


Lasst euch dieses Werk auch deshalb nicht entgehen, weil die 83jährige Hauptdarstellerin Unglaubliches leistet und mit ihrer Performance absolut beeindruckt.


Ein Motivations-Statement der besonderen Art!

Nachspann: Muss nicht abgewartet werden, hier folgen keine weiteren Szenen.

Kinostart: 23. Mai 2019

Original Title: Edie
Length: 102 Min.
Rated: FSK 0