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Pets 2 (3D)

Pets 2 - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Auch schon längst wieder aus den Kinos verschwunden, aber dennoch nicht weniger sehenswert, ist der Nachfolger von Pets, der diesmal noch eine Schippe oben drauf legt und einmal mehr beweist, dass auch Illumination zu den Studios gehört, das man ungesehen den Kids vorsetzen kann, ohne irgendwelche boshaften oder langweiligen Überraschungen zu erleben.

Der Welterfolg mit den Minions hat sie berühmt gemacht und nicht etwa durch technische Rafinessen gepunktet, sondern vielmehr durch Fluffigkeit und Flauschigkeit, durch unglaublich knuffelige Süße, die sowohl von Kindern als auch Erwachsenen bislang immens angenommen wurde.

Dass marketingstrategisch dieser Erfolg nun kapitalistisch ausgeschlachtet gehört, ist eine Sache. Dass man dabei den Blick aufs Wesentliche nicht verliert und den Kindern trotzdem lehrreichen Stoff in den Plot packt, eine andere. Beides haben die Macher mit Bravour geleistet und zünden erneut die Rakete, die alt als auch jung mächtig Spaß im Kino (und demnächst zu Hause) garantiert.

Ich für meinen Teil fand den Nachfolger tatsächlich weitaus gelungener als den ersten Teil – und das soll etwas heißen.

Wer also das Unbeschreibliche noch nicht vollzogen und den Titel noch nicht im Kino gesehen hat: Sucht euch die letzten Schauplätze in irgendwelchen monströsen Multiplex-Kinos in den Kellerabteilen und zieht euch das Ding nochmal auf der großen Leinwand rein, bevor’s dann den Weg auf den heimischen Fernseher findet – beide Felder sind für diese Geschichten bestens geeignet.

.kinoticket-Empfehlung: Toppt den ersten Teil um Längen und produziert einmal mehr genialen Einfallsreichtum gepaart mit kindlicher Knuffigkeit in einer Story, die witziger nicht sein könnte. Reingehen!

Nachspann: Wer’s drauf anlegt, wird hier noch mit einer akustischen Überraschung belohnt.

Kinostart: 27. Juni 2019

Original Title: The Secret Life of Pets 2
Length: 86 Min.
Rated: FSK 0


A Toy Story – Alles hört auf kein Kommando

Toy Story 4 - Filmplakat
© 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Saftige 24 Jahre ist’s her, dass Regisseur John Lasseter für Pixar ein unsterbliches Werk der Filmgeschichte zauberte, von dem bis heute die Kinder zehren.

Vier Jahre später (unfassbar lange für die heutige Massenproduktion) verfasste man dann die Fortsetzung, ganze 11 Jahre (!) dauerte es erneut bis zu Teil 3 und weitere 9 Jahre sollten ins Land ziehen, damit am heutigen Tag endlich Teil 4 das Licht der Welt erblickt und auf den Kinoleinwänden die Zuschauer begeistert.

Was das alles bedeutet?

Nunja, Filme werden immer dann schlecht, wenn zwischen den Fortsetzungen maximal 12 Monate liegen … denn in dieser Phase lässt sich nichts so ausgereift durchwurschteln, dass wirklich Kreativität und Geist sprudeln und Macher auch mit Freiräumen beschenkt werden können, damit die Filme tatsächlich etwas taugen.

Gleichermaßen bedeutet es fast immer automatisch: Liegen so immens große Zeiträume zwischen den einzelnen Veröffentlichungen, garantiert das nahezu, dass der aktuelle Schinken grandios wird.

Exakt das ist mit Toy Story 4 (diesmal haben die Amis den mieseren Titel von beiden) passiert: Der Film ist viel zu geil, um ihn an die Kinder zu verschenken!

Ich war Mitte März diesen Jahres bereits zu einer Footage-Präsentation des kommenden Toy Story zum Frühstück im Kino geladen, wo uns u.a. der Entstehungsprozess von Disney vorgestellt wurde und Oscar®-Preisträger sowie Produzent Jonas Rivera jede Menge Spannendes aus dem Nähkästchen erzählte.

Glaubt mir, es fiel extrem schwer, solange den Rand zu halten, um nun endlich an alle Welt hinauszuschreien: Er ist fertig, er ist auf der Leinwand und ihr dürft ihn endlich in allen Formen und Varianten genießen und euch immer wieder reinziehen: Toy Story 4 – der geilste Film dieser Reihe!

Im Ernst? Schickt eure Kinder ins Bett, legt euch Wein und Sekt parat, schlagt die Beine übereinander und genießt die Bauchlachkrämpfe, zu denen euch dieser Streifen zwingen wird! Es wird brutal geil und enthält sowas von freakige, spaßige und intensive Momente, dass mir manchmal wahrhafte Zweifel kommen, inwieweit das wirklich noch für Kinder geeignet ist.

Toy Story ist erwachsen geworden” zu sagen wäre fad, aber irgendwie ist er aus der Baby-Kinder-Youth-Schiene tatsächlich raus und ein immenses Vorbild nicht nur in technischer Hinsicht: Die Natürlichkeit der Szenen ist atemberaubend, die Animationen technisch an absolut vorderster Front, der Cast VIP-mächtig bis oben hin, die Erfolgsgarantie von Pixar macht auch hiervor keinen Halt und das, was man zu sehen bekommt, begeistert absolut alle – nicht etwa “nur die Kids”.

Also bringt eure Kinder zu Bett, geht in die Stadt, besorgt euch Tickets und dann genießt die Show. Mit den Kids könnt ihr danach nochmal rein – ihr wollt ihn sowieso mindestens 2x sehen! :))

.kinoticket-Empfehlung: Megamäßig gut – der beste Teil der Reihe und die unglaublich lange Produktionsphase lässt wieder einen Garantieschein im Schaufenster stehen, der aus diesem Ding erneut einen ungeheuren Erfolg machen wird: Der Humor toppt alles und irgendwie stellt sich die Frage: “Ist das wirklich für Kinder oder eher für Erwachsene gemacht?” – Ich denke eher letzteres. Definitiv ansehen!

Nachspann: Unbedingt sitzen bleiben – bis ganz zum Schluss, denn es wird noch 2x witzig nachgelegt!

Kinostart: 15. August 2019

Original Title: Toy Story 4
Length: 100 Min.
Rated: FSK 0


Leberkäsjunkie

Leberkaesjunkie - Filmplakat
© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Inzwischen hat’s ganz Deutschland infiziert und wir haben die gute Kunde: Ja, der alljährliche Eberhofer ist wieder im Kino … und es ist Zeit, einmal zwei Blicke auf die Eberhofer-Timeline zu werfen:

Dampfnudelblues (2013)
Winterkartoffelknödel (2014)
Schweinskopf al dente (2016)
Griessnockerlaffäre (2017)
Sauerkrautkoma (2018)

Und ich hoffe, ihr habt alle eure Hausaufgaben gemacht und euch die vorherigen Teile brav in Reihenfolge angeschaut … Derzeit spielen’s die Medien ja wieder rauf und runter: Klar, es ist ein bayerisches Gen, mit dem man klar kommen muss, ändert aber nix daran, dass die Nachfrage danach inzwischen in ganz Deutschland vorhanden ist, was zwei Dinge beweisen:

  1. Eure zahlreichen Feedbacks in den letzten Jahren aus den nordischen Gefilden, wann der Film dort startet…
  2. Die Tatsache, dass Constantin Film sich tatsächlich dazu entschieden hat, den Leberkäse dieses Jahr nicht nur in Bayern und Baden-Württemberg, sondern landesweit zu verteilen: Ja, auch der Norden hat seine Releases bekommen und man gibt der Nachfrage nun endlich statt. Thx 4 that an dieser Stelle.

Und wenn man jetzt nochmal ganz an den Anfang zurückspringt und sich an die bissige Bösartigkeit zynischen Humors zurückerinnert, mit denen Teil 1 und 2 so wunderbar gepunktet haben, dann kommt bei so manchem vielleicht wehmütiges Sehnen nach mehr Spaß, nachdem die letzten Jahre die Handbremse ein wenig angezogen wurde.

Die gute Nachricht an dieser Stelle: Man zieht wieder an! Und zwar richtig gaudig mit jeder Menge Spaß, Heiterkeit und bayerischem Lebensgefühl, das man unverblümt und ohne Stolpersteine nun wieder nach Herzenslust auslebt.

Ja, Leberkäsjunkie macht extrem Lust auf mehr und ich freue mich schon auf die kommenden Teile … aber so lange: Kinoticket lösen und den aktuellen Part genießen. Und dazu am besten ein ganz fettes Stück Leberkäse. Ganz nach Eberhofer-Vorbild.

Und damit euch nicht langweilig wird, bis das Kino endlich anfängt: Hier noch ein paar Einblicke auf den Red Carpet in München zur Deutschlandpremiere von Leberkäsjunkie – mit jeder Menge Prominenz im Schlepptau. Have fun!

.kinoticket-Empfehlung: Legt wieder ordentlich los und macht richtig Laune – und vor allem Lust auf mehr. Go 4 it!

Nachspann: Nicht gleich aufspringen, hier kommt nochmal etwas …

Kinostart: 01. August 2019

Original Title: Leberkäsjunkie
Length: 96 Min.
Rated: FSK 12


Der König der Löwen

Der König der Löwen - Filmplakat
© 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Disney ist nicht gerade bekannt dafür, ständig tollen, innovativen Stoff zu liefern, sondern glänzt in den letzten Jahren mehr oder weniger dadurch, Altbekanntes durch den Aufwärm-Wolf zu drehen und es erneut für überteuerte Preise ans Volk zu verhökern.

Ich habe mich oft gefragt, was die eigentlich die ganze Zeit über machen, zumal auch noch Twentieth Century Fox in deren Besitz übergegangen ist und man nun eigentlich ja wieder mal damit anfangen könnte, wahre Filme zu machen, wo sie nun die Könige des Kinos in ihren Schubladen horten.

Sitzen die den ganzen Tag über nur noch rum und zählen ihre Golddukaten, wie einst Dagobert Duck?

König der Löwen liefert mir nun tatsächlich eine Vermutung: Ja, es ist auch aufgewärmt, wiedergekäut, jeder kennt die Story und sie wurde nahezu szenenidentisch nachgestellt, aber!

Und dieses aber ist riesig: Ich glaube nun, sie haben all die Jahre im Hintergrund an einer Technik gefeilt, die letztendlich nun in nahezuer Vollendung auf dem Screen präsentiert wird und die die Filmkunst in die nächste Ebene hievt: Die Viecher hier drin sind animiert – und es ist abgöttisch, wie abnormal grandios das nun aussieht!

Ehrlich: Die Mähnen der Wölfe, die Bewegungsabläufe von Tatzen, Mäusen, Gazellen und dem ganzen Gekröse auf dem Boden – die „Echtheit“ ist so unfassbar unglaublich, dass man wahrlich vor Staunen nicht mehr den Mund schließt! Wie geht sowas?

Entweder müssen sie jeden Zentimeter eines Tieres an Synapsen und Andi-Serkis-Motionmesser angeschlossen haben, oder sie hatten genug Zeit und haben unfassbar aufmerksam hingesehen und zugeschaut, wie die Natur funktioniert und was alles bei kleinsten Kleinigkeiten exakt für Dinge geschehen. Muskeln, Fleisch, Tatzenbewegungen, Haare, Umwelteinflüsse – es wurde einfach auf jedes Detail unfassbaren Wert gelegt und eine Optik auf den Screen geworfen, die ein neues Zeitalter der Animation einläutet.

Tatsächlich durfte man sich an den Archiven des alten Films bedienen und konnte deren damalig schon enorme Recherchen in der Tierwelt zu Rate ziehen, desweiteren hat man in verschiedenen Zoos ein aufwendiges Kamera-System installiert, um die Tierwelt dort zu beobachten, ihre Bewegungen zu studieren und die Tierlaute aufzuzeichnen, die letztendlich auch für den Film herhalten mussten.

Und die Teams sind tatsächlich nach Afrika gereist und haben sich „vor Ort“ von dem Leben überzeugt und eine ganze Menge Eindrücke mit nach Hause genommen, die den Animateuren dann als Referenz dienten – hier merkt man wieder einmal: Je echter und authentischer man ist, umso überzeugender kommt man rüber – das Publikum merkt sowas!

Hierfür ein bodenliegendes Chapeau von mir: Das ist wahrlich eine technische Meisterleistung, bei der ihnen vermutlich andere nicht so schnell das Wasser reichen werden! Respekt Respekt!

Grobschnitzige Fehler hat man sich in der deutschen Synchronisation auch geleistet (und keine Angst, jetzt kommt nicht das übliche Geheule): Man hat die Songs übersetzt.

Kinder? Elton John übersetzt man nicht – und synchronisiert ihn nicht! Niemals! Keines der originalen Lieder ist hierzulande so unbekannt oder unverständlich, dass man es übersetzen müsste – und wenn, dann bitte ausschließlich als optionale Untertitel – und niemals von Laien neu eingesungen! Das ist, als müsste Tante Helga eben mal die Beatles neu einsingen, weil sie sonst niemand versteht! Sowas geht – mit Verlaub – absolut nicht!

In der OV ist man spätestens bei Circle of Life am Ende und das Kino rockt den Saal, weil die Optik und Akustik stimmt und man einfach fertig ist mit Gott und der Welt! In deutsch wirkt es höchst befremdlich und eher wie ein kleiner Kindersong in einem zweitklassigen Family-Movie und niemals in der Größe und Respektabilität, die einem das Original liefert.

Also auch hier ein klares „Ja“ für die Original-Versionen in den Kinos.

Zur Geschichte muss ich nichts sagen, wer die animierte Fassung nicht kannte, hat jetzt die Chance, das Ganze nachzuholen – durch die fast 100%ige Deckungsgleichheit empfiehlt sich allerdings kein Double-Feature, sondern man sollte sich für eine der beiden Varianten entscheiden. Tipp: Eine der beiden läuft grade in den Kinos 😉

Stellt man nun noch Vergleiche zu anderen Werken an, darf man auch hier wieder ein wenig mit der FSK wedeln: 6 ist reichlich eng bemessen, wenn man sich diverse Szenen mit bösartigeren Kreaturen anschaut, andererseits hätte es sehr wohl auch noch viel boshafter sein dürfen, um der ganzen Kiste noch mehr energischen Biss zu verleihen, was dann jedoch wieder in zielgruppenabnormer FSK 12 oder 16 geendet hätte und kapitalistisch gesehen fatal für Disney wäre. Ihr kennt das.

.kinoticket-Empfehlung: Final lässt sich sagen: Jon Favreau (das ist Happy für die, die ihn nicht bei echtem Namen kennen ;-)) hat das Ruder hier gut in die Hand genommen und genau wie bei Marvel bewiesen, dass er ein Filmemacher ist, dem wir in ein paar Jahren lebenswerkhuldigend zujubeln werden, weil dieser Typ einfach verstanden hat, wie Entertainment funktioniert. Aber nutzt bitte auch die Chance und schaut es euch in seiner Intention an und nicht in dem Machwerk, das die deutsche Synchronisationsgesellschaft daraus produziert hat: Die packt nicht, sondern liefert „Konservenware“ – das ist im OV völlig anders!

Nachspann: Muss man nicht aussitzen, sofern man die Songs nicht hören möchte.

Kinostart: 17. Juli 2019

Original Title: The Lion King
Length: 117 Min.
Rated: FSK 6


Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

Long Shot - Filmplakat
© 2019 StudioCanal

Seth Rogen steht für mich für Mittelklassehumor, nicht ganz erste Sahne, aber auch nicht permanent unter der Gürtellinie – nur kurz davor.

Damit macht er solides Kino, über das man ablachen kann, sofern keine großartigen Ansprüche vorherrschen oder man etwa meint, hier humoristisch hochwertige Ausführungen gebracht zu kriegen. Ich weiß nicht, wie ich diese Zielgruppe betiteln soll, allerdings scheint es dafür genügend Abnehmer zu geben, ansonsten würde nicht am Fließband solche Ware produziert werden.

Dennoch – bei aller Lästerei – sticht Long Shot ein kleines bisschen unter seinen Filmkollegen hervor: Man gibt sich in einigen Punkten echt Mühe, etwas besonderes zu sein. Genau das ist eine von Rogens Spezialitäten: Er kümmert sich auch um ein kleines bisschen Sinn hinter dem ganzen Blödsinn, so dass im Film immer wieder ernstere Momente entstehen, die einen ansatzweise zum Nachdenken anregen, jedoch stilbewusst immer sofort wieder mit schlechten Witzen eingerissen werden.

Ist okay, ist halt sein Ding.

Desweiteren hat man begonnen, in einer größeren Produktion das Bild der Frau wunderbar herauszuarbeiten und an einem besseren allgemeinen Verständnis für Geschlechterrollen zu arbeiten, die eben andere Selbstverständlichkeiten vorsehen, als das heute immer noch in weiten Teilen der Welt der Fall ist.

Dies kann negativ sein, insofern man meinen möchte, dass ein mittelmäßiger Comedy-Schinken nicht zwingend die beste Bühne für solcherlei Vorhaben ist und damit der Schuss nach hinten losgehen kann, dies kann genauso gut positiv sein, indem eine Selbstverständlichkeit vorausgesetzt wird, von der man sich unbewusst dann doch inspirieren und damit zulässt, dass die kleinen Rädchen der großen Veränderung auch hier willig weitergedreht werden.

Am Ende hatte man eine Menge Unterhaltung, wenig Fremdscham-Momente und einen Kuchen, der zwar wenige – dafür aber prägnante Stückchen zum Rauspicken geliefert hat, die den Film in den oberen Rängen seines Genres platzieren.

.kinoticket-Empfehlung: Seth Rogen hat seinen eigenen Humor, den muss man mögen und mit ihm klar kommen, dann ist auch der Film wunderbar unterhaltsam und positiv überraschend, was dieses Genre angeht.

Nachspann: Muss man nicht aushalten, hier folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 20. Juni 2019

Original Title: Long Shot
Length: 116 Min.
Rated: FSK 12


Brightburn: Son of Darkness

Brightburn - Filmplakat
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Lasst euch mal nicht vom Plakat abschrecken, oder von irgendwelchen dummdoofen Bezeichnungen wie “Horror” oder dergleichen – und habt auch keine Angst, dass es wieder einer der alten, einfallslosen, idiotischen Streifen ist, der so häufig im Kino als “Massenware” vermarktet wird und allseits als Ausrede für “Aber es gibt doch Horror im Kino” herhalten muss.

Brightburn ist auf jeden Fall anders. Und zwar richtig geil anders!

Lange habe ich keinen so grenzgenialen Coup mehr in diesem Genre erlebt … und eigentlich gab es bislang ja auch noch überhaupt keinen Film dieser Art, denn Altvisionär James Gunn produziert hier mit einigen anderen Gunns ein visionäres Werk und eröffnet damit ein völlig neues Genre: Superhelden-Horror.

Ihr merkt schon: Es geht zur Sache. Und zwar nicht im Einheitsbrei, sondern völlig neu, völlig kreativ und in einer filmischen Art und Weise, die mir immens zugesagt hat und von der ich definitiv mehr sehen möchte.

Nun ist es wie immer, wenn irgendwas neues am Start ist: Viele Konservative rennen weg und heulen rum, weils nicht ihrem langweiligen Tatort-Schema entspricht und jammern, dass es ja sooooo schlecht sei usw. – und es gibt sogar einige, die vorzeitig rausrennen und es nicht ertragen… das mag aber auch daran liegen, dass “FSK 16” hier wieder mal sehr gewagt ist und unsereiner in Kindesalterzeiten so etwas wohl viel eher auf dem Index wiedergefunden hätte bzw. wenigstens ein FSK 18 auf dem Label gedruckt gesehen hätte.

Werden wir langsam zu Amerika, was die Freigaben angeht?

Brightburn stellt sich diesen Herausforderungen und liefert dabei noch ein Umfeld voller Charme und einem unvergleichen Humor, der diesem Film das gewisse Etwas verleiht und damit der eigentlich depressiven Horror-Note eine kickige Frische spendiert und hier niemals Langeweile aufkommen lässt.

Im Ernst? Wenn’s so weiter geht, dann bitte viel mehr davon!

Achja: Noch niemals hab ich ein Filmende so gefeiert, wie dieses. Schade um all die Sneak-Vollspacken, die vorzeitig den Saal verlassen mussten … 😉

.kinoticket-Empfehlung: Großartige Erfindung eines völlig neuen Genres: So viel Filmblut-Frische gab es zuletzt vor meiner Geburt … Der Trailer wird diesem Film kaum gerecht, denn selten gab es so genialen Horror mit Charme, Humor und Einfallsreichtum, wie diesen hier. Unbedingt reingehen!

Nachspann: Muss man nicht zwingend aussitzen, es folgen keine weiteren Überraschungen.

Kinostart: 20. Juni 2019

Original Title: Brightburn
Length: 91 Min.
Rated: FSK 16