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Systemsprenger

Systemsprenger - Filmplakat
© 2019 Port au Prince Pictures

Da jubelt das Herz des Systemgegners… ein Wort, das in letzter Zeit ja einiges an Popularität hinzugewonnen hat: Systemsprenger. Dieses kraftvolle, explosive Gemisch aus Hilflosigkeit und Verzweiflung, Nicht-Einschubladbarkeit und einer Auseinandersetzung, an der einfach jeder verzweifelt.

Systemsprenger fordert auf vielen Ebenen. Es ist nicht leicht, diesem Twist zu folgen, ohne selbst nahe an Verzweiflung heran getrieben zu werden – in vielerlei Hinsicht.

Zum einen akustisch. Ja, es wird geschrieen und ja, es gibt viele, die das allein schon nicht aushalten. In dieser Präsenz und markdurchdringenden Gewalt erst recht nicht. Dieser Film fesselt einen, trotz der widrigen Umstände, denn hier wird die Unschuld mit Füßen getreten und aufgezeigt, mit welcher desaströsen Macht ein Reigen von Menschen kolossal versagt. Diese emotionale Ungerechtigkeit bringt Leute wie mich zusätzlich auf die Palme.

Wunderbar herausgearbeitet ist aber auch die Tatsache, dass es kein “böses Stiefkind” gibt, auf das man alle Schuld laden kann und somit kein klassischer Sündenbock da ist, auf den man hinterher im Kollektiv sauer ist, sondern gezeigt wird, dass jeder Mensch viele Fassaden hat und man immer mal Opfer, mal Täter, mal überhaupt nichts ist.

Zu sehen, wie dieses fragile Element familiären Zusammenhalts konsequent an seine Grenzen geführt wird und zu spüren, wie sich der Schmerz deshalb leibhaftig in einem manifestiert, gehört zu der durchbrechenden Wucht, mit der Systemsprenger ins Firmament sehenswerter Titel einschlägt: Diese Erfahrung werdet ihr nie vergessen.

Es wäre ein Fehler, auch nur eine einzige Sekunde, einen halben Satz dieses Streifens zu verpassen, darum ist Heimkino kein geeigneter Ort, um sich den Film zu geben. Die Garantie, dass eure Aufmerksamkeit nie von der Leinwand weicht und diese emotionale Zerstörungskraft auch wirklich ihre wahre Wirkung entfalten kann, bietet euch nur die Leinwand – also geht ins Kino.

Welches, ist fast schon wurscht, denn laut wird es so oder so.

Macht euch auf was gefasst: Diesen Titel werdet ihr euer ganzes Leben lang nie wieder vergessen!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht aussitzen, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 19. September 2019

Original Title: Systemsprenger
Length: 119 Min.
Rated: FSK 12


Angel Has Fallen

Angel Has Fallen - Filmplakat
© 2019 Universum Film GmbH

Angel Has Fallen rangiert derzeit auf Platz 1 der US-Kinocharts und hat dort bereits über 21,3 Mio. US$ eingespielt. Nun könnte man hingehen und unterschiedliche Gründe nennen, warum dies so sei.

Amerika lebt oft mit dem leider patriotischen Vorurteil, dass die Amis ihr Land lieben, ihre Flagge lieben, ihre Army lieben und eben jene Filme dazu beitragen, das Showlaufen der US-Army zu unterstützen und deshalb aus patriotischen Gründen nach vorne gepusht werden.

Was einige von euch sicher wissen: Dies ist Teil drei einer bis dato Trilogy, die sich in der Vergangenheit keinen guten Namen gemacht hat – zumindest nicht hier in Deutschland.

Ich war enttäuscht von dem großkotzig angelegten Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr, dessen Name schon großspurig aufträgt, der aber einen immer die gleiche Rolle spielenden Gerard Butler auffährt, der sich in diesem Film nicht mit Ruhm oder herausragenden, nennenswerten Elementen bekleckert, sondern eben einfach da ist.

Solides B-Blockbusterkino, zu gut, ums in die Ecke zu werfen, weil nunmal echt Kohle drin steckt (70 Mio. Budget), zu schlecht, als dass man es abfeiern müsste. Außer? Man ist Ami.

Danach folgte London Has Fallen, der Teil, der mich persönlich dazu brachte, mit der Reihe zu brechen und ihr vollends den Rücken zu kehren. Ganz ehrlich? Verkackt! Aber die Rechnung ging auf: 60 Mio. Budget, 196 Mio. Einnahmen. Es lebe der Kapitalismus.

Und dann krieg ich ne E-Mail, in der ich dazu eingeladen werde, mir Angel Has Fallen anzuschauen … und in mir rühren sich kleine Lichtlein, ich denke mir: „… has fallen, …has fallen … da war doch schon mal was …. och nöööö!“ Und habe schon keine Lust mehr darauf.

Vor allem schon die Namensgebung: Olympus WHUAH! => London yeeeiyyy => Angel düdüdü…. Was kommt als nächstes? Eisprinzesschen has fallen?

Aber – wie das bei Cineasten und Leuten so ist, die ne Kinomeise haben: Man organisiert sich Tickets (Yes, Pressevorführung verpasst!) und schaut sich die Show an.

BAM!

Kinder? Tut dem gleich! Angel Has Fallen hat’s endlich verstanden und liefert genau das, was ich von so einem Film erwarte: Krachende Action, einen dämlichen Plot drumrum, aber Stimmung im Saal, dass sich die Balken biegen!

Und voila: Man spürt deutlich, dass nun endlich Geld am Start ist … was? Wie bitte? 40 Mio. Budget? Äh …?

Man spürt, dass unfassbar viel Geld und Kreativfreiheit im Raum ist, leider knapp nur ⅔ des ersten Teils, also so wenig wie bisher noch nie … ehrlich jetzt?

40 Mio. Budget und auf einmal läufts?

Dann dreht bitte Teil 4 mit 30 Mio., Teil 5 mit 20 usw. – denn ehrlich? Das Ding ist mega geworden!

Schon zu Beginn läufts – und man ist sofort drin, hat sofort geile Stimmung und feiert es á là Sicario einfach ab. Jap, es knallt, dass sich die Balken biegen und der technische und hintergründige Part des Films ist vom Niveau her unglaublich gestiegen!

Dieser Beat … der dazu passende Bildschnitt … die Szenen, das „Gewühle“ des Sounds und vor allem: Der Surroundeffekt haut dich wirklich vom Hocker.

America’s Army Fashion Week ist angebrochen und sie brechen zum narzisstischen Showrun auf, der sich gewaschen hat, diesmal aber nix von wegen „Patriotismus – Yeah“, sondern schön unterschwellig, weil die Inszenierung seinesgleichen sucht.

GENAU. SO. GEHT. ACTIONKINO!

Bumm. Rumms. Wham. Swush! Mit dröhnenden Boxen, hämmernden Beats und einem immerwährenden, hochfrequenten Herzschlag, der den ganzen Film über niemals nachlässt.

Über den Plot reden wir nicht, sonst wird’s wieder ein Verriss – aber über die Action und demnach über eure Kinoauswahl, wenn ihr euch das Ding reinzieht.

Dorfkino? Nein.

Kleine Leinwand? Nein.

Große Leinwand? Nein. Gibt bestimmt noch ne größere. Google es!

Harter Sound und laute Einstellung? Geht auch noch ne Nummer größer.

Hier fallen mir für München wiederum drei Kinos ein, in denen ihr das wunderbar zelebrieren könntet:

mK6

Dolby Cinema™ (derzeit noch nicht im Programm)

und CinemaxX, die sich kürzlich die Mühe gemacht und alle Säle soundmäßig neu eingemessen haben, was dazu führt, dass dort drin seit neuestem echt wieder die Post abgeht! Und 5.99 € ist derzeit auch irgendwie unschlagbar – wäre also in dem Fall das Kino der Wahl schlechthin!

Ich bin zutiefst beeindruckt und geflasht und freue mich (ja, ich schreibs nochmal: Freue mich !!!) auf die nächsten Teile, die hoffentlich folgen werden, denn so, wie’s jetzt ist, darf es gerne bleiben.

Das atmosphärische Knistern der immerwährenden Explosion, das rauchige Gefühl von „gleich geht alles in die Luft“, der im Takt passende Soundtrack und akurat geschnittene Cut des Films dazu – man wippt automatisch mit und feiert es einfach. Vorausgesetzt, das Kino ist gut genug. In kleinen Sälen oder mit piepsigen Boxen (oder auch im Heimkino) wirkt’s dann eben nicht mehr.

Also rafft euch auf, schafft eure Ärsche in die Säle, setzt euch mittig (Surroundeffekt am besten) und genießt die Show, solange sie in den Kinos ist – alles andere ist dann wieder für’n Arsch 😉

Wahnsinn – nun hat man’s endlich verstanden und liefert Actionkino, dass sich aus der Reihe löst und par excellence funktioniert: Saftige Bässe, wuchtiges Brummen und rauschende Explosionen mit einem grandiosen Soundtrack und atmosphärischer Stimmung im Saal liefern einen der besten Actionfilme des Jahres: Reingehen ist Pflicht!

Nachspann: 🔘⚪️⚪️ | Der Soundtrack ist absolut cool und 3 Worte weiter gibt’s noch eine spannende Szene, die ziemlich lang ist – danach dürft ihr dann raus.

Kinostart: 29. August 2019

Original Title: Angel Has Fallen
Length: 114 Min.
Rated: FSK 16


Playmobil – Der Film

Playmobil - Der Film - Filmplakat
© 2019 Concorde Filmverleih GmbH

Als die Trailer rauskamen, haben alle aufgestöhnt: Nun muss Playmobil auch noch nen Film starten, weil alle anderen Spielzeughersteller haben ja auch einen und man muss ja auch noch Kohle abgreifen und mäh … – ja, auch ich hatte absolut keinen Bock drauf und war vom Trailer auch eher verärgert als begeistert.

Fahrt eure Wutschnauze wieder runter, legt den Chill-Gang ein und hört zu (bzw. lest!) 😉

Playmobil – Der Film klingt doof, ist es aber nicht. Ihr kennt sicherlich auch die ganzen XY-Lego-Bla-Movies und ich würde sagen: Playmobil toppt die einfach mal so im Vorbeigehen.

Ja, so albern die Story im Trailer klingt, so genial sind die Jokes und Ausarbeitungen, die man da rein gesteckt hat: Es ist der absolute Hammer und hat im Kino richtig Spaß gemacht! Also beerdigt eure Aversionen und gönnt ihn euch – ihr werdet es nicht bereuen.

Das Schöne ist, dass man wohl tatsächlich plant, bei erfolgreicher Kinoauswertung in Serie zu gehen und weitere Teile dieser Reihe zu produzieren – und ehrlich gesagt freue ich mich darauf bereits schon heute.

Ihr seht: Es gibt keine Gründe, genervt zu sein – dieser Film hat’s Kino mehr verdient als seine Vorgänger-Pendanten.

Das Genervt-sein war absolut unbegründet: Dieser Film haut seine Pendants ordentlich in die Schublade zurück und sorgt dafür, dass man fortan nur noch mit Playmobil spielen will: Er hält viel mehr, als der Trailer einem verspricht.

Nachspann: ⚪️🔘⚪️ | Nicht gleich rausrennen, hier kommt noch eine kleine Sequenz.

Kinostart: 29. August 2019

Original Title: Playmobil: The Movie
Length: 99 Min.
Rated: FSK 0


Late Night

Late Night - Filmplakat
© 2019 Entertainment One Germany GmbH

Nichts ist so, wie es scheint. Kein Medium könnte diese Aussage besser verkörpern als die Scheinindustrie, die seit Jahren dafür sorgt, dass auf den Bildschirmen alles glitzert und glänzt, während es in dem Stall dahinter ganz anders zugeht.

Prominente Beispiele dafür haben wir in den letzten Jahren einige gehabt – respektive die Enthüllung des Schleiers, den man in Form von Displays und Leinwänden gerne darüber legt. Nichts ist spannender, als hinter die Kulissen dessen zu blicken, was alle Welt als „offensichtlich“ betrachtet und ein klein wenig zu verstehen, wie diese unglaubliche – und unsteuerbare – Maschinerie funktioniert.

Nehmen wir doch einfach mal Late Night. Ein wunderbares Thema, dem viele keine großartige Aufmerksamkeit mehr schenken und zu dem jeder irgendetwas zu sagen hat. Mein letzter „großer“ Late-Night-Talker war Stefan Raab, zu dem Mann würde ich am liebsten mal ein Buch veröffentlichen, um all meine Gedanken und Empfindungen darin niederzuschreiben und sie in pressbare Form zu Papier zu bringen, einfach, damit in meinem Schädel wieder genug Platz ist.

Viele klammern sich hierzulande auch an Harald Schmidt, den ich mehr oder weniger nur noch bei seinem Sky-Absturz erlebt habe und niemals in der Hochblüte seiner Zeit – ich fand die Sidekicks immer doof, was mich in den meisten Fällen zum Umschalten gezwungen hat.

Zudem sind wir auch nicht unbedingt das Land für Late Night, diese Form der Unterhaltung ist in den USA viel präsenter und bestimmt dort in vielen Haushalten das Abendgeschehen bzw. begleitet in ungezwungenerer Weise das Ableben der Tage vieler Einwohner dieses Landes. Weniger Seriösität, mehr Quatsch, viel Humor und einfach „eine gute Zeit“ – das ist das Image, in dem sich Late Night gerne präsentiert.

Doch dahinter verbirgt sich ein knallhartes Business. Wer weiß schon, weshalb Raab wirklich gegangen ist? Wer weiß, wieviele Tränen für einen unbeachteten Lacher im TV geflossen sind? Wer kennt schon die genauen Gründe – und vor allem: Wen interessiert’s?

Late Night wird vom Zuschauer wohl in erster Linie mit der herausragenden Emma Thompson in Verbindung gebracht, die man von vielen Shows kennt, als „Vorzeigefrau“ auf die Bühne stellt und die natürlich eine unglaubliche Ausstrahlung und Würde vermittelt, die sie im Showbusiness groß gemacht hat. „Das ist der Film mit Emma Thompson“ ist ein nicht selten fallender Satz, wenn’s um diesen Titel geht. Und wie heißt der Co-Star?

Selbsttest geglückt?

Ja, es ist eine Frau (schreibt man hier dann: Co-Starin?) und ihr Name lautet? Mindy Kaling.

Diese Dame hat nicht nur die „Nebenrolle“ gespielt, sondern auch eine Riege an hochkarätigen Mitspielern zusammengetrommelt, das Ding produziert und: das Drehbuch geschrieben.

Wenn man also so möchte, dann ist es „ihr Film, in dem Emma Thompson nur mitspielt“. Und damit sind wir schon voll im Thema, um das sich Late Night kräuselt: Die Bande der Display-Schutzwälle zerbrechen und einen ungenierten Blick hinter die Kulissen zu werfen, die mehr oder weniger alles zeigen, außer das, was unsereiner auswendig aus den TV-Formaten kennt.

Dazu addiert man dann eine herausragende Schauspielgröße wie Emma Thompson, stellt sie an die Seite von Mindy Kaling und genießt das Ensemble der aufeinandertreffenden Welten. Dass derartige Ideen und Situationen nicht einfach an den Haaren herbeigezogen, sondern vielmehr aus der Wirklichkeit gegriffen sind, hat die Welt durch den #metoo-Skandal gravierend erlebt: Da ist das Kartenhaus in sich zusammengebrochen und der Schleier wurde zu Ungunsten einiger Herrschaften prächtig gelüftet.

Natürlich ist und bleibt Thompson weiterhin das Hauptaugenmerk, wenn’s um Gründe dafür geht, die einen ins Kino treiben sollen – und auch auf den Leinwänden wird dieser Film niemanden groß vom Hocker reißen, dafür wurden Drehbuch & Co. gar nicht ausgelegt.

Es ist ein Film, der von Herzen kommt, der ein „Freiwilliges Mitmachprojekt“ der Schauspieler*innen sein soll und den man sich deshalb gerne in seiner ureigensten Form – als „Late Night“-Unterhaltung – zu Gemüte führen darf.

Das aber bitte dann auf der großen Leinwand – und nicht im heimischen Schlafzimmer.

Ein ungetrübter Blick hinter ein knallhartes Business, mit herausragenden Schauspielgrößen und viel Gefühl und emotionaler Wärme. Sehenswert!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss man nicht zwingend aussitzen, hier folgt keine Zugabe.

Kinostart: 29. August 2019

Original Title: Late Night
Length: 102 Min.
Rated: FSK 0


Crawl

Crawl - Filmplakat
© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Mit Sam Raimi wird geworben – er ist aber nicht der verantwortliche Guru für das Teil, sondern „nur“ Produzent. Seine Handschrift spürt man jedoch deutlich im Film, den ich mal liebevoll mit „Director’s Trash“ bezeichnen würde: Genau so etwas habe ich mir auch erwartet – das aber heiß und innigst.

Crawl steht für bissige Action, Zähne fletschen, viele Schreie und Blut. Und genau das liefert der Film, wenn auch mit ein paar markanten Kanten, die meiner Meinung nach nicht hätten sein müssen.

Der Optik des Films sieht man das große Budget an, die Viecher sind durch die Bank weg top animiert und auch das Setting des Films strahlt durch bravouröse Größe: Bereits zu Beginn wird man als Zuschauer in eine Atmosphäre geschleudert, von der ich schon lange träume. Oder um es mit den Worten der Presseveranstalter zu sagen: „Es passiert nix und du hast schon mal Angst.“

Tatsächlich kommt hier wirklich Stimmung auf, die das Ganze einleitet und extrem viel Spaß macht. Große Boxen, düstre Säle, und Lautstärke – und ihr habt Spaß dabei!

Der Wehmutstropfen kommt dann in puncto „Realität“: Das Thema ist viel zu geil, um es an fantastische Ideologien zu verschleudern. Hier hätte man sich ein klein wenig Jurassic Park-Ehre abscheiden sollen und diverse Plotfehler von vornherein eliminieren.

Es passieren wieder die typischen Filmidiotien, die der geneigte Horrorfan schon seit Jahren zu kritisieren weiß. Die Action ist mit fortlaufender Zeit immer unglaubwürdiger, denn mal schreit man wie am Spieß vor Schmerz, drei Szenen weiter: auf einmal wieder unbändige Kraft, man kann wieder galant durchs Leben turnen, während man weitere drei Sekunden später wieder vor Schmerz kaum aus den Augen sehen kann … Da hört irgendwann die Sympathie des Zuschauers auf und geht stark in die B-Trash-Movie-Riege über, wobei der Film dafür zu galant gemacht ist, um ihn als solches bezeichnen zu können.

Das Problem ist seine eindeutige Dualität: Der Trailer verspricht von vornherein „spaßige Augenzwinker-Action“, während der Film dann versucht, ernsthafte Unterhaltung zu liefern – und der Schuss geht nach hinten los.

Hat man deswegen weniger Haudrauf-Gaudi? Nope.

Ist der Film deswegen schlecht? Nope.

Es macht trotzdem Spaß, weil’s halt einfach geil aussieht und – sofern man bei jedem Plot-Patzer nen Shot trinkt – der Entertainment-Faktor gegeben ist. Zwar hätte zu meinen Jugendzeiten die FSK angesichts der blutverströmten Strömung längst zum farblich passenden Label gegriffen, aber darüber scheint die Menschheit hinaus gewachsen zu sein, sonst wäre auch dieser Titel kaum ab 16. Dafür sind manche Szenen aber schon sehr hart, auch wenn ihnen eine gewisse Realitätsnähe abzugewinnen wäre.

Hält nicht, was der Trailer verspricht, sieht dafür aber verdammt gut aus und bringt zum Beginn des Films bereits extrem krasse Stimmung auf, für die sich meiner Meinung nach das Kinoticket wieder lohnt.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Enthält keine bissigen Features mehr. Rausgehen erlaubt! Der Song rockt allerdings 😉

Kinostart: 22. August 2019

Original Title: Crawl
Length: 87 Min.
Rated: FSK 16


Stuber – 5 Sterne Undercover

Stuber - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Dass Dave Bautista einen an der Waffel hat und diesen Humor prächtig auf der Filmbühne zum besten geben kann, wissen wir dank Guardians of the Galaxy, womit er sich zumindest bei mir im Hirn eingebrannt und geprägt hat.

In Stuber schließt er sich mit Kumail Nanjiani zusammen und unterhält das Publikum in einer Komödie, die es einem unglaublich schwer macht, nicht zu lachen.

Der Humor ist durchgeknallt und fordert einen zeitweilig etwas, läuft aber immer wieder zu Höchstformen auf und sorgt für jede Menge Spaßgewalt in den Sälen, just wie man es von Twentieth Century Fox gewohnt ist: Filme können sie.

Was mir an diesem Werk gefällt, ist die unbeschwerte Leichtigkeit, mit der man das Thema angepackt und aus ihm wirklich lustiges Entertainment rausgekitzelt hat. Nirgendwo spürt man die Gequältheit, die so manchem Gagschreiber oft den Schlaf zu rauben scheint, sondern es sprudelt und fließt, dass sich die Balken nur so biegen.

Dass dabei auch mal Blut fließt und es hier und da gewaltdurchsetzter zugeht, stört insofern nicht weiter, die FSK hat hier ausnahmsweise mal keinen Fehler mit der 12 gemacht, auch wenn – aus dem Kontext gerissen – so manch harter Moment dabei ist, den man biedermeierhaft im Internet zensieren könnte: Das gehört dazu und wird im Film auch von den Kids richtig interpretiert und macht ihren Aussagen nach „richtig Spaß“.

Im Rahmen der Comedy-Offensive, der man sich derzeit scheinbar unterworfen hat, zählt dieser Film zu den „must sees“ und sollte am besten in Gemeinschaft gerne von euch im Kino zelebriert werden: Für einen wunderbaren Abend mit viel guter Laune ist damit gesorgt.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abzuwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 22. August 2019

Original Title: Stuber
Length: 92 Min.
Rated: FSK 12


Good Boys

Good Boys - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Jacob Tremblay ist ein kleiner Süßfratz, dessen Mitwirken eines bislang immer garantierte: Der Film schlug ein wie eine Bombe!

Good Boys shakert zusätzlich mit dem Potenzial von Sausage Party, dem kranken Werk genialer Erfinder, die damals bereits eins bewiesen hatten: Humor können sie! Im Ernst, wenn ihr den Film bislang nicht kennt: Holt das zwingend nach!

Und auch der neueste Geniestreich lässt im Kinosaal niemanden trocken: Der Plot bewegt sich konsequent ohne Ausnahme unter der Gürtellinie, aber mit so unfassbar viel Niveau und Scharmützel-Schabrackismus, dass man aus dem Lachen einfach nicht mehr raus kommt 😀

Es ist der Titel, auf den ich mich seit der Pressevorführung am meisten gefreut hatte – und der jetzt endlich fürs ewige Wiederholen die Leinwand ziert und allein als auch im vollen Saal für unglaublich gute Stimmung sorgt. Ich frage mich manchmal, was man für einen an der Platte haben muss, um auf derartige Ideen zu kommen.

Good Boys hat überhaupt nichts damit zu tun, was man anfangs glauben könnte – der Titel ist nicht einschätzbar oder vorab kategorisierfähig, der Film selbst steht für mich eher als eine Art Monument gegen die allgegenwärtige Endzeitstimmung, die die „normalen Medien“ momentan verbreiten und die allernorts das Gefühl aufkommen lassen, alles wäre verloren.

Ist es nicht – dieser Film beweist, dass die gute Laune tatsächlich noch existiert. Und ganz ehrlich? Wer es schafft, diesen Film ohne einen einzigen Lacher zu durchpflügen, bekommt von mir ’n Kaffee spendiert. Geht nicht 😀

Abnormal geil – so etwas durchgeknallt Witziges gab es schon lange nicht mehr. Unbändige Ansammlung kantiger Gags mit einem unkontrollierbaren Schlauch an Comedy-Verspritzer, der im Saal für unglaublich entspannte Stimmung sorgt, bei der jeder mindestens 38x lachen muss! Zwingend ansehen!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht aussitzen, hier folgt am Schluss nichts mehr.

Kinostart: 22. August 2019

Original Title: Good Boys
Length: 90 Min.
Rated: FSK 12


Once Upon A Time … in Hollywood

Once Upon A Time In Hollywood - Filmplakat
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die Nation ist gespalten
Quentin Tarantino bestimmt derzeit das Innenleben vieler Kinos: Selbst die größten Bunker sind nahezu ausverkauft – unter der Woche – Spätvorstellung. Jeder rennt ins Kino und möchte den neuesten Tarantino mit eigenen Augen sehen und bewerten. Und nicht selten rennt die Menschenschar danach mit extrem unterschiedlichen Ansichten wieder an die Frischluft.

Selbst 161 Minuten Laufzeit sind keine Ansage mehr. Längst hat man sich mit den einstigen Ausnahme-Überlängen abgefunden oder Vorstellungen mit Pause erschaffen, die das Ansehen inzwischen soweit erleichtern, dass auch „Normalos“ damit kein Problem mehr haben.

Und ich finde faszinierend, wie extrem unterschiedlich die Nationen inzwischen auf sein Machwerk reagieren. Tarantino – der Rebell Hollywoods, dessen ureigene Schärfe und blutiger Instinkt oft als ein Mahnmal gegen die Zivilisiertheit menschlicher Belanglosigkeit in den Himmel ragte und die christlichen Werteansichten durch erhabenes Gequatsche in Frage stellten. Der Mann, dem die Jugend trotzig folgte, um den elterlichen Widersachern eins auszuwischen.

Tarantino hatte Biss, lieferte Schärfe und ein ungekanntes Maß an abenteuerlicher Wut, die dennoch eloquent und niveauvoll, fast schon lasziv immanent durch den Raum schwebte und etwaigen Kritikern die Luft aus den Segeln schoss. Seine Filme waren blutig, sein Markenzeichen war das Gespucke ins Gesicht der adeligen Elite, eine Welt, die den Grenzen trotzte und sie niederschoss, wenn sie nicht so einfach zu übersteigen waren.

Damit schuf Tarantino einen Kosmos, der in sich funktionierte und immer wieder Fans und Hater gleichermaßen produzierte. Ein Mann, den man liebt, oder verachtet. Alles andere wäre kolossal falsch.

Sein aktuelles Werk schafft diesen Umstand in präziser Perfektion: Die Welt dotiert es mit 5 von 5 Sternen – oder hasst und verunglimpft es als „das schlechteste, was er je gemacht hat“. Dazwischen: Nix.

Schlechte Marketingstrategien oder geniale Verarsche
Mir geht das Gehype inzwischen einfach nur noch auf die Nerven. Inzwischen? Eigentlich schon immer. Warum hab ich damals kein Desperate Housewives geschaut, als jeder es frenetisch im Fernsehen verfolgte und sich mit den Zähnen in der Fernbedienung festbiss, damit ja niemand umschalten konnte?

Oder in der Tech-Sparte: Kaum ein Tag vergeht, in dem man sich nicht die Mäuler zerreißt über das, was womöglich kommen könnte: Apples iPhone 15 wird diskutiert, wenn das 9. noch nicht mal Marktreife erlangt hat, Leak hier, Enthüllung dort, dies könnte, womöglich, eventuell, war in der Vergangenheit eigentlich immer nicht ganz schlecht mit seinen Vorhersagen: Wir leben in einer Welt, die sich permanent selbst überholt und niemandem ist dabei aufgefallen, dass eigentlich keiner mehr die Dinge wirklich liebt und benutzt.

Kaum hat man etwas gekauft, muss man sich eigentlich nur damit beschäftigen, was die übernächste Version womöglich eventuell für Neuigkeiten bringen könnte… Leaks – die Medienwelt zerpflückt dieses Phänomen auf der heischenden Suche nach Klicks und verdammtem Geld. Ein Grund, warum ich mit diesem Blog niemals einen Cent verdienen möchte: Ich hasse dieses verfickte Geficke um Kohle, die jede Sehnsucht und jedes Gefühl von Liebe und Kino-Devotion verrät.

Und auch Hollywood ist vor dergleichen nicht gefeit. Man redet kaum über Filme, die aktuell im Kino laufen, zerfetzt sich aber das Maul darüber, wer was womöglich wann wie bringen könnte. Matrix 4? Cool. Lasst sie drehen. Haltet die Fresse. Und geht ins Kino, wenn’s soweit ist.

Bei Tarantino war es nix anderes: Wie die Aasgeier haben sich die Journis auf die Enthüllungen der Stars und falschen Fährten gestürzt, die Quentin im Vorfeld gelegt hat – mit dem bittersüßen Abgesang, dass auf einmal keiner das bekommt, was er vermeintlich versprochen gekriegt hat. Die wundersame Job’sche Enthüllungsparty, die anschließend tatsächlich Material zum Anfassen liefert und eine große Show drumrum bastelt, ist längst vorbei: Es lebe die Welt der mutmaßlichen Leaks, in der nichts mehr greifbar und echt ist.

Hollywood ist tot – und einer räumt einfach nur in einem großen Rundumschlag auf
Hollywood ist echt. Auch, wenn viele das Gegenteil behaupten. Der neunte Film – sein vorgeblich vorletzter (Obacht: Leak!) – nimmt den Zuschauer zärtlich an die Hand und streift mit ihm quer durch das Hollywood von 1969 – längst vergangenen Zeiten. Ein Abgesang.

Ohne das ganze Gekreische im Vorfeld hätte man hier möglicherweise nun eine Ode an das Zeitliche, einen liebevollen Dekadentanz in nostalgischer Demut an Zeiten, über die heute keiner mehr sprechen darf, bekommen. Es wäre ein Film von bildhafter Größe mit einer Emotionalität, die sich in Kulisse und Bildaufbau, in dem Geist vergangener Äonen erstreckt hätte – und kein „blöder Tarantino„, weil er einfach dafür nicht der richtige Regisseur ist und sein Lebenswerk verrät.

Geht man unter diesem Aspekt ins Kino, fühlt man sich tatsächlich verraten. Drei bittere Stunden Langeweile, nichts passiert, keine Monologe oder Themen, die man erwartungsgemäß in seinen Schinken eigentlich um die Fresse gehauen kriegt, sondern dämliche Langeweile und das mühselige Warten auf 15 Minuten Spaß am Schluss, der irgendwie aus dem Zusammenhang gerissen wirkt und einfach nur da ist – ohne innerhalb eines Plots fügsam zu glänzen.

Vielleicht ist dies aber auch einfach nur die neue Art von Tarantino, der Welt erneut auf die Fresse zu hauen, indem er sich wohlwissend an das Unwiderbringbare majestätisch an den Mainstream ranschmeißt und ihn einmal vergnüglich durchvögelt. Genau das hätte nämlich niemand von ihm erwartet – und es könnte der Beginn des finalen Paukenschlags sein, den sein – seinen Worten nach – letzter und zehnter Film bringen würde.

Seine Wehmut an das frevelhaft-lustvolle Hollywood spürt man aber extrem deutlich. Ja, die ganzen kleinen Binsen mühevoller Detailarbeit erstrahlen in allen Ecken: Man möchte sich auch als Zuschauer einfach in den Boulevard reinwerfen und niemals seinem Sog entkommen: Tarantino hat es verstanden, das klassisch-traditionelle Träumerdasein der Filmfabriken nochmal zu kredenzen und ihren rühmlichen Untergang in tollen Kamerafahrten einzufangen, die den Geist in alle Winde zerstreuen.

Alle anderen Intentionen werden aber maßlos enttäuscht. Und darum liebt und hasst unsere Spezies diesen Film so sehr: Weil er etwas liefert, von dem keiner wusste, was niemand erwartet hat und was einfach anders ist als alles, was dieser Regisseur bislang zu Papier brachte.

Ich hätte mir ob des Hypes im Vorfeld etwas völlig anderes erwartet und fühle mich in den Grundfesten des Tarantino-Gedankens inständig verraten: Selten war ein Film in seiner Erzählung und Majestät so lahmarschig und langweilig, desaströs banal und dämlich. Gleichermaßen hat es kaum ein Film je geschafft, das Flair Hollywoods so authentisch wiederzuerschaffen und dem Zuschauer ein Fenster in die Vergangenheit zu liefern, an dem man sich aufhängen kann, um niemals dem vergangenen Sog zu entkommen. Über die schauspielerischen Größen der beiden Hauptis hat sich inzwischen jede andere Rezension gebührend ausgelassen – I’m with that.

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Yes – auch hier bitte einmal sitzenbleiben, bitte.

Kinostart: 15. August 2019

Original Title: Once Upon A Time … in Hollywood
Length: 161 Min.
Rated: FSK 16


Pets 2 (3D)

Pets 2 - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Auch schon längst wieder aus den Kinos verschwunden, aber dennoch nicht weniger sehenswert, ist der Nachfolger von Pets, der diesmal noch eine Schippe oben drauf legt und einmal mehr beweist, dass auch Illumination zu den Studios gehört, das man ungesehen den Kids vorsetzen kann, ohne irgendwelche boshaften oder langweiligen Überraschungen zu erleben.

Der Welterfolg mit den Minions hat sie berühmt gemacht und nicht etwa durch technische Rafinessen gepunktet, sondern vielmehr durch Fluffigkeit und Flauschigkeit, durch unglaublich knuffelige Süße, die sowohl von Kindern als auch Erwachsenen bislang immens angenommen wurde.

Dass marketingstrategisch dieser Erfolg nun kapitalistisch ausgeschlachtet gehört, ist eine Sache. Dass man dabei den Blick aufs Wesentliche nicht verliert und den Kindern trotzdem lehrreichen Stoff in den Plot packt, eine andere. Beides haben die Macher mit Bravour geleistet und zünden erneut die Rakete, die alt als auch jung mächtig Spaß im Kino (und demnächst zu Hause) garantiert.

Ich für meinen Teil fand den Nachfolger tatsächlich weitaus gelungener als den ersten Teil – und das soll etwas heißen.

Wer also das Unbeschreibliche noch nicht vollzogen und den Titel noch nicht im Kino gesehen hat: Sucht euch die letzten Schauplätze in irgendwelchen monströsen Multiplex-Kinos in den Kellerabteilen und zieht euch das Ding nochmal auf der großen Leinwand rein, bevor’s dann den Weg auf den heimischen Fernseher findet – beide Felder sind für diese Geschichten bestens geeignet.

Toppt den ersten Teil um Längen und produziert einmal mehr genialen Einfallsreichtum gepaart mit kindlicher Knuffigkeit in einer Story, die witziger nicht sein könnte. Reingehen!

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Wer’s drauf anlegt, wird hier noch mit einer akustischen Überraschung belohnt.

Kinostart: 27. Juni 2019

Original Title: The Secret Life of Pets 2
Length: 86 Min.
Rated: FSK 0


A Toy Story – Alles hört auf kein Kommando

Toy Story 4 - Filmplakat
© 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Saftige 24 Jahre ist’s her, dass Regisseur John Lasseter für Pixar ein unsterbliches Werk der Filmgeschichte zauberte, von dem bis heute die Kinder zehren.

Vier Jahre später (unfassbar lange für die heutige Massenproduktion) verfasste man dann die Fortsetzung, ganze 11 Jahre (!) dauerte es erneut bis zu Teil 3 und weitere 9 Jahre sollten ins Land ziehen, damit am heutigen Tag endlich Teil 4 das Licht der Welt erblickt und auf den Kinoleinwänden die Zuschauer begeistert.

Was das alles bedeutet?

Nunja, Filme werden immer dann schlecht, wenn zwischen den Fortsetzungen maximal 12 Monate liegen … denn in dieser Phase lässt sich nichts so ausgereift durchwurschteln, dass wirklich Kreativität und Geist sprudeln und Macher auch mit Freiräumen beschenkt werden können, damit die Filme tatsächlich etwas taugen.

Gleichermaßen bedeutet es fast immer automatisch: Liegen so immens große Zeiträume zwischen den einzelnen Veröffentlichungen, garantiert das nahezu, dass der aktuelle Schinken grandios wird.

Exakt das ist mit Toy Story 4 (diesmal haben die Amis den mieseren Titel von beiden) passiert: Der Film ist viel zu geil, um ihn an die Kinder zu verschenken!

Ich war Mitte März diesen Jahres bereits zu einer Footage-Präsentation des kommenden Toy Story zum Frühstück im Kino geladen, wo uns u.a. der Entstehungsprozess von Disney vorgestellt wurde und Oscar®-Preisträger sowie Produzent Jonas Rivera jede Menge Spannendes aus dem Nähkästchen erzählte.

Glaubt mir, es fiel extrem schwer, solange den Rand zu halten, um nun endlich an alle Welt hinauszuschreien: Er ist fertig, er ist auf der Leinwand und ihr dürft ihn endlich in allen Formen und Varianten genießen und euch immer wieder reinziehen: Toy Story 4 – der geilste Film dieser Reihe!

Im Ernst? Schickt eure Kinder ins Bett, legt euch Wein und Sekt parat, schlagt die Beine übereinander und genießt die Bauchlachkrämpfe, zu denen euch dieser Streifen zwingen wird! Es wird brutal geil und enthält sowas von freakige, spaßige und intensive Momente, dass mir manchmal wahrhafte Zweifel kommen, inwieweit das wirklich noch für Kinder geeignet ist.

Toy Story ist erwachsen geworden“ zu sagen wäre fad, aber irgendwie ist er aus der Baby-Kinder-Youth-Schiene tatsächlich raus und ein immenses Vorbild nicht nur in technischer Hinsicht: Die Natürlichkeit der Szenen ist atemberaubend, die Animationen technisch an absolut vorderster Front, der Cast VIP-mächtig bis oben hin, die Erfolgsgarantie von Pixar macht auch hiervor keinen Halt und das, was man zu sehen bekommt, begeistert absolut alle – nicht etwa „nur die Kids“.

Also bringt eure Kinder zu Bett, geht in die Stadt, besorgt euch Tickets und dann genießt die Show. Mit den Kids könnt ihr danach nochmal rein – ihr wollt ihn sowieso mindestens 2x sehen! :))

Megamäßig gut – der beste Teil der Reihe und die unglaublich lange Produktionsphase lässt wieder einen Garantieschein im Schaufenster stehen, der aus diesem Ding erneut einen ungeheuren Erfolg machen wird: Der Humor toppt alles und irgendwie stellt sich die Frage: „Ist das wirklich für Kinder oder eher für Erwachsene gemacht?“ – Ich denke eher letzteres. Definitiv ansehen!

Nachspann: ⚪️🔘🔘 | Unbedingt sitzen bleiben – bis ganz zum Schluss, denn es wird noch 2x witzig nachgelegt!

Kinostart: 15. August 2019

Original Title: Toy Story 4
Length: 100 Min.
Rated: FSK 0