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| maßgeschneiderte filmrezensionen mit höchstem anspruch an kino in vollendung: beste ton- & bildqualität und ein rundum gelungenes kinoerlebnis sind hier standard


Joker

Joker - Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Ent.

Nennen wir das Kind beim Namen: Deutschland hat‘s verkackt!

JokerDC‘s letzte Ehrenrunde, um aller Welt zu beweisen, dass dieses Label doch was drauf hat. Joker – der Charakter, der eigentlich kaum Fehlschläge zulassen kann, weil er so gestört, so kaputt, so dreckig, so abnormal, so fern der Normalität ist.

Eigentlich … eigentlich, dieses wehmütige Wort … eigentlich hätte man nur den Hauptdarsteller richtig dreckig und abgefuckt über die Leinwand huschen lassen müssen und alles wäre perfekt gewesen. „Smile“.

Warte mal: Genau das hat man ja eigentlich getan. Abgefuckte Schrift in zerfledderten Tagebüchern. Eine rauchige, derbe, schmutzige Stimme, und viel diabolisches Charisma: Nur kriegen diejenigen, die sich hierzulande die eingedeutschte Version davon anschauen, davon einfach gar nichts mit.

Auch Deutschland wurde durch den Trailer bereits von Nat „King“ Cole‘s „Smile“ so getriggert, dass die Wirkung dieses Wortes – Smile – den ganzen Film über wirkt … nur leider nicht im Deutschen. Da heißt es auf einmal „Lachen“, oder irgendwas anderes, was den Übersetzern eben gerade eingefallen ist, während sie die 1a-fastschonDruckschrift-Version des Tagesbuchs eingedeutscht und die Szenen neu gedreht haben … Spinnt ihr eigentlich?

Ihr seid schuld, dass hierzulande Besucher der Premierenvorstellungen sagen „Sorry, aber der hat einfach mal gar nicht gezündet“. Wie haben die in Venedig dann 8 Minuten Standing Ovation hingekriegt?

Ach – die haben nicht die deutsche, sondern die Originalversion gesehen? Sind die etwa unterschiedlich?

Wisst ihr was?

Ich hasse euch dafür, was ihr dieser Version angetan habt.

Ich hasse euch dafür, dass ihr gefühlt das Nervenkitzlige rausgeschnitten habt, um den Aufruf an die Ärmeren dieses Landes, sich zu erheben und gegen die kapitalistische Elite zu protestieren, abzuschwächen, damit es wieder nur zweitklassige Unterhaltung bleibt und bloß keiner auf die Idee kommt, trotzdem durchzudrehen.

Joker – also das Original – sagt aber etwas anderes. Und genau das ist die Perle, für die man eigentlich sein Kinoticket löst, wenn man den Film sehen möchte. Joker sagt: Dreht durch. Rastet aus. Lasst euch den ganzen Scheißdreck einfach nicht mehr gefallen. Brennt alles nieder. Holt euch euren Applaus. Zeigt der Welt, dass ihr mit den euch aufgedrückten Konformismus-Regeln nicht einverstanden seid und lasst das Chaos beweisen, dass ihr euch dem nicht weiter beugen wollt.

Verändert etwas.

Revolutioniert.

Und irgendeiner (oder eine) da oben war sich ziemlich sicher, dass man dies einem deutschen Publikum wohl nicht zumuten kann.

Und darum ist die deutsche Version davon einfach so scheiße.

Also geht in das Original.

Oder lasst es.

Dolby Vision™
Lasst euch von dem Anfang nicht stören – der Film findet seinen Weg in die Sphären von Dolby Vision™, also gebt ihm paar Minuten und genießt die Atmosphäre, die hier geschaffen wurde.

Dolby Atmos™
Viele von euch erwarten das Chaos, pure Energie – und was euch geliefert wird, ist anders, als die PR wohl angekündigt hat, jedoch sind die Szenen – speziell in der U-Bahn – derart grandios, dass du im Dolby Cinema™ einfach stirbst vor Geilheit! In jedem anderen Kino nicht.

.kinoticket-Empfehlung: DC hat‘s nicht verkackt. Deutschland hat‘s verkackt. Das Original braucht Zeit und erhebt sich in einer grandiosen Show. Deutschland hat Angst – und Joker darum die Seele geklaut und irgendwas kaputtes auf die Leinwand gebracht, was nicht mehr zündet. FU, Translators. Und Publikum: geht bitte in‘s Original.

Nachspann: Braucht nicht abgewartet zu werden, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Joker
Length: 122 Min.
Rated: FSK 16


Gemini Man

Gemini Man - Filmplakat
© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Will Smith ist in aller Munde und hat zuletzt mit Aladdin‘s Neuverfilmung gezeigt, dass er sich perfekt als „digitales Opfer“ eignet, den man durch die KI jagen und auf der Leinwand zu jeder Menge digitalen Wundern herausfordern kann.

Und: Er hat bis heute hart an seinem Körper gearbeitet und wartet immer noch mit einer Fitness auf, die ihn zu einem Jungbrunnen-Nutzer abstempelt, der in Hollywood wenig Konkurrenz fürchten muss. Unglaublich, wie man in diesem Alter noch so aussehen und körperlich so fit sein kann.

All dies gelangt ihm zum Vorteil, da das filmische Interesse an seinem Charakter dadurch kaum abgeschwächt wird. In Gemini Man ist – wie der Name bereits deutlich vermuten lässt – sein Gegenspieler eine um 27 Jahre verjüngte Alter-Ego-Version seiner selbst.

Dolby Vision™
Zudem trumpft Ang Lee mit einer filmischen Sensation auf: 3D+ in HFR (High Frame Rate).

Um das technisch zu verstehen, ganz kurz eine (hoffentlich verständliche) Erklärung:

Das Bild im Kino wird über UHD-Projektoren auf die Leinwand geworfen, ist also im Volksmund als „4K“ auf der Leinwand sichtbar. Bislang war das Problem bei 3D Filmen jedoch, dass die Bilder einmal fürs rechte und einmal fürs linke Auge projiziert werden mussten, weshalb technisch also sozusagen 8K-Projektoren notwendig wären, die es de facto aber noch nicht in den Kinos gibt.

Dieses Problem hat man inzwischen durch Doppelprojektoren gelöst, die – z.B. im Dolby Cinema™ quasi eine 8K-Projektion ermöglichen.

Das herkömmliche Bildmaterial wird bislang mit 30 Bildern pro Sekunde, die schnell hintereinander ablaufen, auf die Leinwand geworfen, so dass der Eindruck von Bewegung entsteht, indem einfach unfassbar schnell viele aneinanderhängende Bilder gezeigt werden.

Peter Jacksons Der Hobbit-Trilogie war damals die erste, die HFR genutzt, also mit 60 Bildern pro Sekunde gearbeitet und damit ein „flüssigeres“ Bild erzeugt hat, als es bisher üblich war.

Diese Technik hat man inzwischen übertroffen und einen Master generiert, der mit 120 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet wurde und aus dem man anschließend eine 60 Bilder pro Sekunde-gerenderte Version erstellt hat, die nun in 3D-Doppelprojektion auf die Leinwand gebracht wird.

Das Ergebnis: „8K“ in 3D mit einer Bildrate von runtergerechneten (also saumäßig präzisen) 60 Bildern pro Sekunde. Damit ist man nahezu an dem Standard, den das menschliche Auge realistisch wahrnimmt und kann ein Leinwanderlebnis generieren, dass zu dem Besten gehört, was derzeit möglich ist.

Die Pressevorführung des Films hat tatsächlich in meinem neuen Lieblingskino stattgefunden und wurde mir somit auf dem weltweit besten Standard vorgeführt – und tatsächlich: Das Ergebnis ist überwältigend!

Die Präzision und das „Eintauchen“ ins 3D funktioniert nun auf eine völlig neue, steuerbare Art und Weise, die eben nicht nur durch Klang und Fokus, sondern auch durch Tiefe und Räumlichkeit den Zuschauer zu lenken weiß und hier glasklare Bilder abliefert, die man so noch nicht auf diesem Planeten gesehen hat.

Dolby Atmos™
Dazu gesellt sich ein hervorragender Soundtrack von meinem neuen Lieblingskomponist Lorne Balfe (God, I love you!), der sich in den Ohren festbeißt und nicht mehr so schnell loslässt.

Auch hier spielt man wieder alle Trümpfe aus und bestätigte meine Vermutung: Diesen Film bitte ausschließlich im Dolby Cinema™ und nirgends anders schauen – es kann nur noch schlechter werden.

Der Film als solches entpuppt sich für Smith als ein sehr einfühlsamer und geerdeter Streifen, der weniger auf Action setzt – wie der Trailer vermuten lässt – sondern vielmehr auf seelisch-psychologischer Tiefe arbeitet und inhaltliche Interpretationen liefert, die ihn zu einem sehenswerten Stück machen.

.kinoticket-Empfehlung: Das, was einen tatsächlich irre umhaut: Das Bild und die technischen Möglichkeiten, die hier wieder eine Art „neues Zeitalter“ einläuten: Man fragt sich die ganze Zeit: Ist das wirklich grad real, was ich hier erlebe? – Nehmt den Film unbedingt mit!

Nachspann: Braucht man nicht abwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 03. Oktober 2019

Original Title: Gemini Man
Length: 117 Min.
Rated: FSK 12


ES Kapitel 2

ES - Kapitel 2 - Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Ent.

Erinnern wir uns mal zurück ans Fantasy Filmfest, auf dem ES als Eröffnungsfilm gezeigt wurde. Jeder, der das damals aktiv mitbekommen hat und sich hinterher auch noch ein, zwei mal in die Kinos verirrte, sagt heute: “Es gab ES und es gab das Fantasy Film Fest.”

Ja, der Film schlug mit einer so dermaßen großen Wucht ein, dass er nicht nur im Horrorsektor Rekorde aufstellte und bis heute als erfolgreichster Horrorfilm ever gilt, sondern man hatte das Gefühl, ein überdimensionaler Knüppel würde auf eine auf dem Wasser schwimmende Holzmohle runterpreschen, die komplette Mohle versenken und diese vor Ende des Filmfests nicht mehr auftauchen lassen, so hart war der Schlag.

Und tatsächlich: ES hat es zu internationalem Ruhm geschafft und steht heute (hoffentlich) in vielen Wohnzimmern: Der Film ist grandios!

Nun kommt die heiß ersehnte Fortsetzung und alle Angsthäschen rennen schon seit Wochen schreiend und wild durcheinander und fürchten sich vor “Kommste mit ins Kino”-Einladungen.

Vorab: Ich stehe beim Schreiben dieser Rezension kurz vor meinem Double Feature-Besuch im Dolby Cinema™ – oder besser gesagt: genieße einen Kaffee für die bevorstehende 5-stündige Filmschlacht in dem guten Glauben daran: Ich kann danach zufrieden abdanken, denn ich habe alles im Leben erreicht, was es zu erreichen gibt!

Kinder? Das ist die absolute Wucht!

Ja, ich habe Teil 2 bereits vor ungefähr einer Woche in der Pressevorführung gesehen und als altgedienter Deadpool-Fan fiel es mir niemals schwerer, vorab meine Klappe zu halten, um nicht gegen die Embargo-Vorschriften zu verstoßen. Time has come – wir stehen vor der epischsten Schlacht, die Kino in unserer Generation jemals erlebt hat.

Wer damals den ersten Teil gesehen (oder wie ich: verschlungen!) hat, weiß eigentlich schon, worauf er sich ungefähr einlässt: Die Elemente von ES sind klar definiert. Alle Jumpscares wurden der Welt bereits vorgeführt und das “Horror” in dieser kleinen Erzählung klar definiert.

Ja, und ich liebe es. Abgöttisch.

Man weiß allerdings auch, dass ich ne Meise für Horrormovies mit mir führe und das ängstigt die Leute im Vorfeld noch viel mehr. Dabei wartet ES Kapitel 2 eigentlich gar nicht so hart wie im ersten Teil mit Horrorfeatures auf – und genau das ärgert meine Feuilleton-Jugendblockbuster-Verächter wieder zunehmends: “Das ist ja gar kein Horror.”

Nein, irgendwie nicht.

Und genau das ist groß an dem Film – so groß, dass ich heute glaube, es wird zu unseren Lebzeiten in unserer Generation nie wieder (!!!) so etwas geben.

Das fängt schon beim Buch an. Allein der Kult um das Buch im Vorfeld ist schon so unglaublich entartet, dass selbst Stephen King-Hasser den Titel kennen und wissen, dass er von ihm ist. Es wäre unmöglich, nochmals so ein Meisterwerk zu verfassen. Selbst wenn King sich höchstpersönlich hinsetzen und Teil 3 produzieren würde, wirkte es als warmer Aufguss und das trotzige Unterfangen, nicht damit aufhören zu wollen bzw. hätte den tödlichen Beigeschmack von “Ich will damit unbedingt nochmal Geld machen”. Die Zeit des Kults ist längst gereift und lässt sich nie wieder so herstellen.

Dann kommen die ganzen “Ich kenne die alte Verfilmung”-Filmknower dazu. Leute? NEIN!

Das dürft ihr bei Friedhof der Kuscheltiere meintwegen machen, vergleichen, und selbst da war es schon insofern schwachsinnig, als dass heute eine völlig andere Zeit ist, in der man Filme einfach ganz neu definiert auf die Leinwand bringen und somit komplett frisch erschaffen kann.

Das dürft ihr auch bei allen anderen Werken machen – bei ES allerdings: NEIN! Der alte Film hat mit dem neuen absolut nichts zu tun. Wirklich nicht. Das ist völlig neues, anderes, komplett authentisches und echtes Originalkino, dass es so noch nicht gegeben hat. Das “Remake” ist nicht besser oder schlechter oder unnötig oder “hierPhraseeinfügen”, sondern hat Kino auf ein völlig neues Level gehoben, mit dem diese Generation aufwächst und das Entertainment neu schöpft.

Und dabei haben Andy Muschietti und sein Team etwas gemacht, das sie vielleicht selbst gar nicht bemerkt haben: Alles richtig!

Der Cast: Großartig besetzt und nicht “dahingeschliffen”, sondern so altern gelassen, wie man sich das vorstellt. Ganz ehrlich? Besser hätte man es nicht casten können. Dass sich die Kids ihre erwachsenen Pendants selbst wünschen durften und diese Anfragen größtenteils bejaht wurden, war also nur einer von vielen richtigen Schritten bis zur finalen Produktion.

Die Explosion des Horrors, den viele befürchteten und die u.a. die Saw-Reihe komplett zerstört hat, blieb auch aus, stattdessen hat man auf einer höheren Dimension verstanden, das Bild dieser Zeit genussvoll einzufangen und dem Zuschauer offen vor Augen zu halten, was sich hinter den Kulissen der Welt gerade abspielt.

Hier kommt wieder der Kult ins Spiel: Das Übersinnliche, das Fantastische, dem sich ES Chapter Two vollends verschrieben hat: Es ist eine unglaublich ausgeschmückte, detailreiche Geschichte, die auf vielen Ebenen der Psyche spielt und die den Zuschauer in eine komplett andere Welt entführt, die einen vergessen lässt, dass es ein “hier und jetzt” gibt. Alles andere sind nur Geschichten – das hier ist ein Meisterwerk, vor dem ich ewig knien und es anbeten werde.

Danke, dass ihr das in meiner Generation erschaffen habt und ich die Chance hatte, diesen freakigen Abend mit vielen begeisterten ES-Fans im Dolby Cinema™ zu feiern: Es hat mein Leben unglaublich bereichert!

Dolby Vision™
Wie erwartet zieht man auch hier wieder die Stärken aus dem Bildbereich heraus und vergisst dabei aber nicht, dass es in den 80er Jahren technisch noch nicht soweit war: Diese Szenen sind künstlich gekörnt und verlassen ihre treue Schiene von “mieser Schrift” ebenfalls nicht, so dass ein authentisches Bild aus den Originalen der Zeit generiert wird.

Das Finale strotzt vor Farbenpracht und man weiß wieder, warum man genau dieses Kino gewählt hat.

Dolby Atmos™
Unschlagbar und alternativlos: So etwas funktioniert nur im richtigen Dolby: Auch wenn viele Szenen frontlastig sind und man dafür nicht zwingend hier rein müsste: Die Action kracht rund um einen herum und wenns am Ende wirklich donnerhaft-heiß hergeht, weiß man wieder: 60.000 Watt Leistung in den Boxen lassen sich eben nicht einfach so leugnen, sondern trumpfen über alle anderen Säle dieser Erdkugel auf.

.kinoticket-Empfehlung: Ich jammer nicht, sondern fühl mich zutiefst verstanden von der Art, wie diese Fortsetzung ins epische Finale mündet: Der übernatürliche Blick ins Fantastische und das Zelebrieren von illustrer Bosheit und grandioser Zerfetzerwut verstört hier so manchen, der sich im richtigen Kino auf dieses Spiel einlässt. Etwas wie dies werden wir nie wieder erleben!

Nachspann: Der härteste Abspann aller Zeiten, wenn einem bewusst wird: Hier kommt jetzt nichts mehr. Keine Folgeszene. Und kein so verdammt guter Film. Nie wieder!

Kinostart: 05. September 2019

Original Title: IT Chapter Two
Length: 165 Min.
Rated: FSK 16


Fast & Furious: Hobbs & Shaw

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© 2019 Universal Pictures International

The Fast and the Furious hat sich bereits seit dem ersten Teil zum absoluten Meisterwerk seines Fachs entwickelt: Es gibt bis heute schlichtweg keinen einzigen Film, der dieser Reihe – oder einem einzigen Teil davon – auch nur annähernd Konkurrenz machen könnte.

Schade? Oder gut so? Für das Franchise auf jeden Fall absolut kein Grund, das Niveau in irgendeiner Weise abzusenken: Das einzige, was hier tiefergelegt wird, sind die Autos. Sonst nichts.

Und man muss glaube ich nicht zwingend damit aufwachsen oder etwas von Autos verstehen, um hier gepackt und durchgeschüttelt zu werden: Die Fast & Furious-Reihe hat sich vom soliden Autoschrauber-Mythos zur Blockbuster-Legende entwickelt und im Verlauf seiner Existenz auch immer höhere Maßstäbe an den Tag gesetzt, die eines in Perfektion erledigen: Unterhalten.

In den letzten Teilen hat man im Volke zunehmends den immer größer werdenden Unrealismus kritisiert, der aus einstigen “Garagennachbarn” eben doch wieder Leinwand-Superhelden gemacht hat – aber ganz ehrlich? Ich hab deswegen trotzdem Gänsehaut.

Hobbs & Shaw als Film – sowie als Team – passen nicht zur “Familie”, weswegen man ihnen auch ein Spin-Of spendiert hat, um

a) die Charaktere nicht aussterben zu lassen (was der Fast-Reihe selbst vmtl. gut tun würde)

und

b) ihnen ihre eigenen, gebührenden Stories zu erlauben, denn trotz jeder Kritik: Sowohl Johnson als auch Statham sind unfassbar gute Action-Schauspieler, denen man niemals den Gang zur Leinwand verwehren darf.

Und genau das spielt man jetzt auch aus: Das “Fast & Furious”-Logo prangert oben als kapitalistischer Motor in der Ecke, aber der Film heißt in Wahrheit einfach nur “Hobbs & Shaw” und liefert einen Action-Bombast, der weder Niveau, noch Unterhaltung, Humor oder Brachialismus eingebüßt hat, sondern in stiller Eloquenz liefert: Man hat im Kino mörderischen Spaß und sieht sich desöfteren einfach mal so mit offenem Mund dasitzen: Die Action und das Krawumm sind ordentlich und man begeistert mit Szenen, die Entertainment par excellence auf den Tisch legen.

Und damit ist das Kinoticket jeden Cent wert, solange ihr den Film im größten und lautesten Dolby Atmos™-Saal aller Zeiten konsumiert. Das bedeutet für München: Es gibt exakt 2 Kinosäle, die diese Actionschlacht gebührend zeigen können: Das mK6 und das Dolby Cinema™.

Dolby Atmos™
Genau da hab ich den Film auch gesehen – in beiden Sälen. In beiden Varianten. Und beides war ein überragender Sound-Orgasmus, den ich einfach nur gefeiert habe. Selbst die Übersetzungen sind hier absolut nicht schlecht gelungen, was ihr allerdings definitiv vermeiden solltet, sind OmU-Varianten, denn die lenken zu sehr vom Film ab und sind einfach nur störend.

Dafür ist die Action ein Hochgenuss, die Beats laut, die Bässe hauen raus und das Motorenjaulen ein wahrer Hochgenuss. Alles, was man aus dem F&F-Universum inzwischen kennt, wird aufgefahren und verbessert: Die städtische Häuslichkeit wird zugunsten von Blockbuster-Fever verkauft, dafür erhält man aber ungleich bessere Action und es macht akustisch extrem viel Laune!

Dolby Vision™
Die Liste der Referenz-Filme hat sich sowieso bereits verändert: Und Fast & Furious: Hobbs & Shaw gehört dazu: Hier kann ich wieder nur Lobeshymnen an Deutschlands einziges Kino von wahrere Größe singen: Geht ins Dolby Cinema™. Das mK6 punktet hier zwar mit der größten Leinwand innerhalb dieser Landesgrenzen und liefert dadurch auch eine extrem gute Schlacht, allerdings toppt nichts die Farbbrillanz und das extreme Schwarz und kräftige Leuchten dieser optischen Augenweide: Natürlich liefert man so einfach die besseren Blicke auf die schnittigen Wagen und die abnormen Raser-Modelle. Gänsehaut garantiert!

.kinoticket-Empfehlung: Verabschiedet euch von dem Gedanken, dass Fast & Furious hier weiter bedient wird, und akzeptiert einen immens geilen Actionstreifen, der das Niveau weiter hält – und dadurch evtl. einen neuen Strang im Erzähluniversum schafft, damit auch aus diesem Franchise eines Tages ein neues MCU wird. Ich würde es mir wünschen.

Nachspann: Aufstehen, aufstehen, aufstehen … und dann die Hälfte verpassen. Ganz ehrlich? Ich kann das Rausgerenne im Kino vor dem finalen Shot langsam echt nicht mehr verstehen … und Fast & Furious: Hobbs & Shaw liefert gleich dreimal mehr einen Grund dafür, das nicht zu tun: Es. Kommt. Noch. Was. Also bleibt einfach mal hocken. Was könnt ihr in den 20 Sekunden denn schon wirklich lebenswichtiges verändern, wenn ihr so frühzeitig aus dem Saal rennt?

Kinostart: 01. August 2019

Original Title: Fast & Furious: Hobbs & Shaw
Length: 136 Min.
Rated: FSK 12


Spider-Man: Far From Home (3D)

Spider-Man: Far From Home - Filmplakat
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Ich bin spät dran, ich weiß. Dennoch läuft Spider-Man: Far From Home immer noch in allen Kinos und ihr tätet gut daran, ihn euch dort zu besehen – in 3D. Es ist nämlich nicht weniger als der beste Spider-Man aller Zeiten, und ich glaube selbst immer noch nicht so richtig daran, dass ich das noch erleben darf.

Spidey war immer der Charakter, der zwar von Marvel geboren wurde und überall seine Finger im Spiel hatte, jedoch fremd umgesetzt und damit mehr oder weniger verkackt auf der Leinwand landete und nirgends so richtig zündete.

Man mag von den vorherigen halten, was man will: Tobey Maguire war zu alt, Andrew Garfield meiner Meinung nach absolut fehlbesetzt und eher Riege Erwachsener und mit Tom Holland hat man nun endlich den Milchbubi, der Spidey auch in den Comics ist: Schüler, Kleinkind, Heranreifender und kein 35jähriger, den man mit Mühe auf jung gestylt hat.

Dazu kam das absolut erlösende, sich an den Schultern der Avengers emporschwingende Einbetten in eine funktionierende Leinwand-Familie, allen voran Tony Stark alias Robert Downey Jr., dem bis jetzt in dieser Rolle niemand das Wasser reichen kann und der plotbedingt eine genauso große Lücke auf dem Big Screen wie Stefan Raab im deutschen TV hinterlässt.

Durch diese Konstellation und die comicbasiert-animierte Miles Morales-Adaption hat man den Bann von Spider-Man scheinbar endlich gebrochen und fängt nun zum ersten Mal im Zyklus der Menschheitsgeschichte an, ihm wirklich einen funktionierenden und überraschend geilen Film zu spendieren: Far From Home – quasi der erste Spider-Man-Movie überhaupt.

Vergesst alles, was ihr bisher über ihn kanntet, erinnert euch daran, dass man euch dazu verpflichtet hat, die Story und Universen neu kennenzulernen und bedenkt, was ich euch schon damals gesagt habe: Marvel muss erstmal den Dreck beiseite räumen, den alle anderen vorher verzapft haben und kann dann beginnen, den Charakter zu retten, um letztendlich mit ihm zu spielen.

Und genau das haben sie getan: Aufgeräumt, Bühne geschaffen und mit Far From Home geht‘s nun endlich richtig los. Und damit treffen sie voll ins Schwarze: Die Kulissen sind absolut liebenswert und dürften hierzulande sowieso offene Türen einrennen, die Story-Elemente sind bravourös gewählt und überzeugen auf ganze Linie, der typische Marvel-Humor ist wieder vorhanden und zieht sich durch bis zur allerletzten Minute, der Cast ist hervorragend gewählt und selbst in Nebenrollen prima besetzt und verloren geglaubte Puzzlesteine erwärmen auf einmal in frischer Glückseligkeit des Cineasten Herz.

Eine neue Ära ist angebrochen, obwohl dies eigentlich das Ende der dritten Phase ist, und ich kann es kaum erwarten, dass es in diesem Tempo auf diesem filmischen Niveau so weitergeht.

Und wer vorzeitig den Saal verlässt, ist schlichtweg doof, weil ihr zwei gigantische und alles umwälzende Szenen verpasst, die selten von so großer Bedeutung waren.

Dolby Vision™
Über die Technik des Dolby Cinema™ brauch ich ja nicht mehr viel sagen: meiner Meinung nach kommt nichts an die Bildqualität dieses Kinos heran. Hier merkt man nun auch deutlich, dass CGI im Spiel ist und das durch schlechte Technik verstecktere Rumkruscheln ist dank der beängstigend hohen Auflösung nun nicht mehr möglich.

Dafür sieht man den Film in 3D enorm hell und absolut räumlich und erlebt beeindruckende Szenen, die ein noch tieferes Eintauchen in den Film ermöglichen und der Kulisse noch das gewisse Extra verleihen. So kommen wichtige Szenen des Films erst richtig zum Tragen, weil diese die Stärken des Dolby für sich ausnutzen und hier an oberster Front mitspielen.

Dolby Atmos™
Auch hier geht meiner Meinung nach nichts an der neuen Technik vorbei: Gerade in den Kampfszenen vermittelt man ein absolut mehrdimensionales Klang-Gebäude, was im Kino unbändig viel Spaß macht und dem sowieso schon enorm guten 3D zusätzlich eine klare Räumlichkeit verleiht.

.kinoticket-Empfehlung: Endlich ist er da: ein funktionierender, ehrlicher und nicht versemmelter Spider-Man, dem nichts mehr von den misslungenen Filmen der Vergangenheit anhaftet, sondern der sich auf Marvel-Niveau emporschwingt und dabei zum vielleicht besten MCU-Movie aller Zeiten wird. Der riesige Erfolg, den dieser Streifen bislang eingefahren hat, sei ihm aus allen Herzen gegönnt.

Nachspann: Da es scheinbar immer noch nicht genügend Leute verstanden haben: Sitzen bleiben! Das bei Endgame war ein finales Plot-Ding, weswegen hinterher nichts mehr kam … ab sofort ist es wieder Marvel und darum: Es kommen noch zwei (ja, zwei !!) sehr lange Szenen – einmal mittig und einmal ganz am Schluss – also bitte bleibt im Saal, bis wirklich alles vorbei ist! Die Dinger sind sogar storytechnisch sehr relevant!

Kinostart: 04. Juli 2019

Original Title: Spider-Man: Far From Home
Length: 130 Min.
Rated: FSK 12


Sunset

Sunset - Filmplakat
© 2019 MFA+ FilmDistribution

Die Presse feiert Sunset ab, als gäbe es kein Morgen: Meisterregisseur László Nemes aus Ungarn hat sich erneut seiner Spielmethoden bedient und ein Werk in die Welt geworfen, das in meinen Augen niemand versteht.

Irgendwie gehört es wohl zu den Voraussetzungen, Dante‘s Inferno gelesen UND verstanden sowie studiert zu haben, eine eigene Uni zu besitzen als auch mindestens 500 Schüler zu Meistern ihres Fachs gemacht zu haben, um überhaupt in die nähere Auswahl derer zu kommen, die sich zu den Erleuchteten zu zählen vermögen.

Mir wird oft vorgeworfen, ich sei „intelligent“ und „hätte ein gewisses Verständnis“ und ich steig bei diesem Ding absolut aus! Keine Pointe, kein Sinn und absolut keine Ahnung, was da nun Sache ist und was nicht.

Wer also mit diesem absoluten Studier-Uni-Thema in Masterarbeitsniveau-Doktorarbeit nicht firm ist: No way. Bleibt weg. Ihr hockt sonst stundenlang in einem Film, der zu nichts führt …

… und gleichermaßen: WENN ihr davon Ahnung habt, seid ihr wahrscheinlich komplett begeistert, wie die Elite-Fuzzis der Presse auch und dürft euch zu Recht zu den Erleuchteten zählen und euch von allen anderen feiern lassen.

Wer weiß, was die „Belle Époque“ ist? Da geht‘s schon los. Jugendstil oder Moderne mag man sich als Durchschnitts-Doofie vielleicht noch herleiten können, aber Belle Époque? Und dann das gequirlte Gefasel von Captain Subtext auf diesem Eliten-Niveau: Nicht meins.

Ja, ich beschwere mich oft über die Dummheit der Bevölkerung und frag mich manchmal, ob es wirklich so schwer sein kann, zwei Worte aneinanderreihen zu können, ohne dabei seine eigene Landeskultur zu verraten und verstehe nicht, wieso manch einer meine Texte so abfeiert, aber wenn ich dann das hier sehe, und spüre, wie die Welt der Elitären diesen Stoff abfeiert, dann … bin ich selbst einer der Idioten.

Und da wollte ich nie hin.

Oder ich hätte einfach doch mit Dante anfangen sollen. Und damit ist nicht der Hund aus Coco gemeint.

.kinoticket-Empfehlung: Elitär. Mehr braucht man dazu wahrscheinlich auch nicht sagen. Es entführt euch in eine Welt, die dem Durchschnitt entsagt hat und irgendwie zu wenig liefert, um wahrhaftig als Film zu gelten – auch wenn manche Einstellungen ganz passabel sind: Ich war zutiefst genervt und denke, dass das definitiv nichts fürs Massenpublikum ist.

Nachspann: Braucht man nicht abwarten, auch hier wird’s nicht mehr besser.

Kinostart: 13. Juni 2019

Original Title: Napszállta
Length: 142 Min.
Rated: FSK 12


X-Men: Dark Phoenix (3D) (inkl. Gewinnspiel)

X-Men: Dark Phoenix - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Hinweis: Unter dem Beitrag findet ihr ein Gewinnspiel, bei dem 3×2 Freikarten sowie Filmplakate von X-Men: Dark Phoenix verlost werden.

Dolby Cinema™

Ich war wieder im Dolby. Und habe Erschreckendes festgestellt!

Entweder haben wir all die Jahre nicht gemerkt, was für eine Scheiße eigentlich auf den Leinwänden und in den Kinos veranstaltet wird – oder wir sind grade mitten dabei, ein Kino-Revival zu erleben, das sich abartig gewaschen hat!

Und – wie ich jüngst schon zu unliebst in Men in Black: International feststellen musste – es wird Zeit, dass wir alle endlich Englisch lernen!

Es ist unfassbar, wie arg manche Filme zugrunde gerichtet werden, während man sie durch die Synchro jagt, um ein landestypisches Pendant zu liefern. Ernsthaftigkeit geht flöten, ganze Charaktere werden dem Erdboden gleich gemacht und der Film bekommt ein seltsam-kritikwürdiges Flair, der zurecht erklären würde, weshalb Dark Phoenix hierzulande zum Flop graduiert.

Wenn man die Darsteller*innen nicht mehr ernst nehmen kann, weil ihre Stimmchen aufgesetzt wirken und man sich fühlt, als wäre man im Kindergarten, während die Optik etwas völlig anderes erzählt, dann fühlt man sich auch als Zuschauer leicht unbehaglich und möchte, dass dieser Umstand endet.

Und im englischen Original bleibt diese “Verarsche” aus: Die Mitspieler*innen wirken wieder so, wie sie angedacht waren und erheben sich in Performance-Pracht, wie es sich für einen Blockbuster dieser Größenordnung gehört.

Dolby Atmos™

Dazu fährt man ein Actiongewitter auf, das sich in der Moderne wiederfindet und nichts mehr von dem nostalgischen Anmut und “billigen Charme” der ersten X-Men-Filme aufweist. Die Technik ist erwachsen geworden, die Kids irgendwie auch.

Hier werden Szenen zum Leben erweckt, die vielleicht nur Sekunden dauern, aber noch Stunden danach in deinen Ohren widerhallen: Dir steht die Gänsehaut am ganzen Körper und du bist durch die brachiale Räumlichkeit und Wucht, die der Sound mitbringt, einfach nur geflasht.

Und das hat man nicht einfach nur “probiert”, sondern ich hatte das Gefühl, einige Szenen sind direkt dafür geschrieben worden: Um einmal zu zeigen, wie es richtig sein sollte – und was in der Vergangenheit alles für ein Müll als “echt” verkauft wurde.

Dazu der massive und durchdringende Sound von Hans Zimmer, dessen Kompositionen in der Filmwelt inzwischen über 28 Milliarden US$ in 150 Projekten eingespielt haben und der sich schwer in deinen Ohren einnistet und auch hinterher nicht mehr loslässt.

Dolby Vision™

Gleiches gilt fürs Bild – in 3D. Ja, viele haben Probleme damit, Shutter ist nicht jedermanns Ding, Pol-3D mögen auch einige nicht, Rot-Grün ist Mist (und hoffentlich inzwischen ausgestorben) und auch sonst finden sich immer wieder Kritiker dieser Technik, was jedoch nicht bedeutet, dass man auf diese 2 Buchstaben auf seinem Kinoticket verzichten darf: Die räumliche Ausgestaltung wurde hier dermaßen extrem behandelt, dass es für einen Kinogang meiner Meinung nach absolut unerlässlich ist.

Gerade am Anfang landet man in Phasen, wo man sich einfach nichts anderes wünscht und die in 2D absolut nicht das vermitteln, was sie in der dreidimensionalen Variante rüberbringen. Der technische Oberrand wird auch hier nicht allein Disney überlassen, sondern von Marvel akribisch gepflegt. Und das spürt man deutlich, denn das macht den Film definitiv zu einer Kinopflicht und bedeutet, dass der Konsum im Heimkino mehr oder weniger verboten werden müsste.

Auch hier also eine klare Empfehlung für 3D und natürlich für die bekannt satten und kontrastreichen Farben im Spektrum der Leinwand meines neuen Lieblingskinos.

Gewinnspiel

X-Men: Dark Phoenix - Freikarten
© Layout & Gestaltung der Freikarten by Twentieth Century Fox

Twentieth Century Fox war wieder spendabel und hat einiges an Freikarten und Postern aus der beginnenden Phoenix-Ära springen lassen, die ich natürlich an euch weiter verlose.

Diesmal möchte ich gerne von euch wissen, welche Comics ihr bevorzugt lest bzw. welche Superhelden ihr aus den bekannten (und unbekannten) Universen am besten findet.

Postet eure Kommentare bis einschließlich Sonntag, 23. Juni 2019 unter diesen Beitrag und ihr seid im Lostopf dabei.

Wie üblich wird der Gewinn weder ausbezahlt, noch darf doppelt teilgenommen werden oder anderer Unfug betrieben. Die Gewinner*innen werden persönlich von mir durch Zufallsverfahren ausgelost und via E-Mail benachrichtigt, also gebt bitte eine gültige E-Mail-Adresse bei den Kommentaren an, unter der ihr erreichbar seid.

Ich drücke jedem die Daumen und bin gespannt auf eure Rückmeldungen.

.kinoticket-Empfehlung: Reichhaltige Action, besondere Szenen und ein unglaubliches Tonspektrum, das im Dolby Cinema™ an dieser Stelle erreicht wird. Den Film sollte man zwingend in OV schauen, da hier den Charakteren keine widersprüchlichen Stimmen verliehen, sondern die Würde beibehalten wurde. Plot altbekannt, Action, Technik, Ton und Bild aber auf modernstem Standard.

Nachspann: Die Musik ist irre! Hans Zimmer honors Jóhann Jóhannsson – oder so ähnlich. Aber neue Sequenzen kommen nicht.

Kinostart: 06. Juni 2019

Original Title: X-Men: Dark Phoenix
Length: 114 Min.
Rated: FSK 12


Men in Black: International (3D)

Men In Black: International - Filmplakat
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die schwierige 4

Es ist das Jahr der vierten Teile – so zumindest hat es den Anschein, wenn man sich das Kinojahr 2019 so anschaut. Und das bedeutet im Fachjargon: Viel aufgewärmter Mist, viele unbrauchbare Remixe, viel vereinheitlichter Quatsch, den sonst eigentlich niemand braucht.

Ihr habt sicherlich schon jede Menge Müll über den neuen Men in Black: International gelesen und seid dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine unglaubliche Falle getappt: Die eingedeutschte Landessprache-Version dieses Films.

OV – Original Version or die!

Dass ich gelegentlich einen gewissen Hass gegen die deutsche Sprachvariante habe, die uns in Filmen immer wieder präsentiert wird, ist inzwischen ja weithin bekannt. Men In Black: International bricht hier aber einen Rekord: Der schlechteste Synchro-Film, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Und das ist nach Black Panther eine echte Meisterleistung!

Um mal von vorne anzufangen: Dieser Film wurde mir im Rahmen der Pressevorführung in OV vorgeführt und ich habe mich sichtlich amüsiert und war begeistert von dem Respawn, den man damit in dieser Reihe angetreten ist: Eine großartige Emma Thompson (schreibt sie aufs Cover!), großartige Sprüche, hochkarätige Witze, ein echtes Spektakel, und zwar verbaler, und nicht – wie erwartet – grafischer Natur.

Genau das hat MIB in meinen Augen wertvoll gemacht: Man hat eben nicht das Action-Kampf-CGI-Schlachtgewitter losgetreten und voll auf grafische Effekte gesetzt, sondern Inhalte produziert und sie wunderbar humorvoll auf die Leinwand gepackt und damit die Erwartungen im Trailer sichtlich übertroffen. Und ja, ich hatte echt mega Bock auf das kommende Universum, das dieser Titel hoffentlich trotzdem antreten wird.

Und dann bin ich mit Freunden in die deutsche Variante davon. Mega-Fehler!

Normalerweise ist es ja so: Englisch ist eine sehr prägnante Sprache. Kurz. Präzise. Kommt schnell auf den Punkt. Bling Blong – Satzende.

Und das deutsche Pendant dazu sieht so aus: “Blablabla-Laber-Rhabarber-BlablaunverständlichlangeWorte. Ende des Satzes. Bürokratische Bemerkung.”

Heißt: Im Deutschen braucht man 3x so lange, bis man eine englische Pointe wirklich auf den Punkt gebracht hat – einfach nur aus “Sprachgründen”. Und wenn jetzt im englischen Original schon die ganze Zeit gesabbelt wird, bis man umfällt und man vor sprudelnden Worten manchmal schon nicht mehr weiß, wohin, was ist dann erst in der deutschen Variante los? Bildpausen, damit man mit Labern hinterher kommt?

Genau das hätte man machen müssen. Hat man aber nicht. Stattdessen hat die Klasse 4B die Aufgabe bekommen, im Schuldiktataufsatz diesen Film zu übersetzen. Und die haben viel nicht gewusst, teilweise keine Lust gehabt und darum nur rund 30% des Textes überhaupt abgearbeitet und dazu noch von jeglichem Wortwitz und sämtlichen Pointen befreit.

Statt “Oh mein Gott, wohin soll ich mit den Phrasen, ich hab keine Zeit” kriegt man im Deutschen Wortpausen!!! Und so dermaßen schlechte, sinn- und inhaltlose Aussagen, dass man sich die gesamte Zeit gerne selbst facepalmen möchte und hofft, dass einem irgendeine flauschige Katze dabei hilft, damit’s am Vorderstirnlappen nicht so abartig schmerzt.

Ganz ehrlich? Fuck You, Germany, wenn so etwas dabei rauskommt.

Ja, Synchronisation ist schwer. Man muss quasi den Film wieder drehen. Voicecast, Stimmen herausfinden, entscheiden, ob sie zum Inhalt passen, den Inhalt verstehen, ihn neu interpretieren und für das aktuelle Land neu umsetzen. Man arbeitet quasi als “Fake-Regisseur” und dreht dabei den Film nochmal neu. Mit dem Unterschied: Man hat extreme Auflagen: Die des Original-Regisseurs.

Und wenn’s dann schon am Voicecast scheitert, ist das Projekt von vornherein verloren.

Und das ist bei der Synchronisation dieses Films passiert. Und zwar so schlagkräftig, dass es mir als Cineasten mörderisch weh tut und ich überlege, ob ich schon rein aus Protest jetzt ein volles Jahr lang nur noch in OV gehen sollte…

Hier wurden eben diesmal nicht nur die Jokes runter gebuttert und durch schlechte Übersetzungen entfernt, sondern der Film seiner kompletten Seele vollständig beraubt.

Ein Dialog mag schlecht sein, wenn man Mr. Fitzelchen mit einer saukomischen Stimme und der passenden Süßhaftigkeit sich jedoch über irgendetwas beömmeln sieht, ist das unterhaltsam.

Und wenn irgendeine Büro-Trulla anschließend zwei Minuten vor Dienstschluss in ihrem Büro hockt und diesen Part lebhaft übersetzen soll – und die schon um 8 Uhr morgens keinen Bock auf ihre Arbeit hatte und dann mit einer derart lahmen Stimme den langweiligen und humorbefreiten Part deutscher … was eigentlich? … runterquasseln soll … dann – äh … wird das nix.

Und du hockst im Kino und denkst dir: Spinn ich eigentlich jetzt? So verkacken kann man’s doch eigentlich gar nicht? Und dann sieht man schon die ganzen Phrasen vor sich: “Ja, die Amis … komisches Volk … die finden sowas dummes wieder toll … ja, spinnen eh alle” … und dabei waren es die Deutschen, die diesen Scheiß zu verantworten haben und eine eigentlich großartige Leistung der Amis vollkommen konsequenzlos zerstört haben … unfassbar!

Und darum gilt:

.kinoticket-Empfehlung: Ich gelobe hiermit feierlich: Diesen Film schaue ich einzig und ausschließlich, ohne Ausnahme und diskussionsfrei mitsamt all meinen Freunden, Familie und Co. in der einzig wahren und anstandslosen Variante: OV! Alles andere ist Körperverletzung und zerstört, was die Macher im Ursprung hier aufgebaut haben. Wer das nicht wahr haben will, sollte besser einfach nicht reingehen und auf die Heimkinoveröffentlichung warten: Hier kann man dann szenenweise umswitchen und sich selbst davon überzeugen, dass die deutsche Variante das einzige Manko ist: Vollständiger Mist!

Dolby Vision™
Bekannt geil, tiefschwarz, großartige Bilder, klare Optik – war den Besuch definitiv wert.

Dolby Atmos™
Ein Grund, trotzdem ins Kino zu gehen – genau wie das 3D. Hier wurde optisch und akustisch wenigstens nichts verbockt. Lag wohl daran, dass der Synchro-“Meister” hier nicht mitsprechen durfte.

Nachspann: Braucht man nicht abwarten, es lohnt sich nicht mehr.

Kinostart: 13. Juni 2019

Original Title: Men In Black: International
Length: 115 Min.
Rated: FSK 12


Rocketman

Rocketman - Filmplakat
© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Musik ist ein Phänomen, dass die Menschen auf unerklärbare Art und Weise immer wieder begeistert. Das merkt man daran, wie stark Musiker*innen weltweit verehrt werden und welche Rolle sie im öffentlichen Leben dieser Gesellschaft spielen.

Kein Wunder also, dass man sich seit einigen Jahren mit harter Konsequenz einen nach dem anderen vornimmt und die Leben derer verfilmt und mit Offenbarungen aus dem Potpourri hinter den Kulissen an die Öffentlichkeit tritt.

Dem hat sich auch eine wahre Song-Legende nicht entziehen können: Elton John. Und bereits im Vorfeld war irgendwo klar, dass Schauspieler Taron Egerton hier die Rolle seines Lebens antreten würde.

Dolby Vision™

Es war mein Einstand im neuen Kino – und ich habe beide Varianten des Films auf der gleichen Leinwand gesehen: Die unfertige Nicht-Dolby-Version und anschließend die finale Dolby Cinema™-Fassung, in der sowohl Dolby Atmos™ als auch Dolby Vision™ am Start waren – und der Unterschied ist immens!

Ich mach mir langsam Gedanken, wie das in Zukunft mit dem Bild weitergehen soll, damit ich nicht in jeder Rezension wieder neu das tiefdunkle Schwarz loben oder die Farbpracht herausheben muss: der schrille Vogel eignet sich definitiv nahezu perfekt, um hier auf farbliche Aspekte zu setzen und dem Zuschauer etwas zu bieten, dass ihn wirklich umhaut. Und ich glaube, das ist den Machern durchaus sehr gelungen.

Dolby Atmos™

Des Weiteren darf ich wieder einmal behaupten: Die Tonqualität ist tatsächlich das, was einen in diesem Kino wahrhaftig abholt und außerordentlich den Unterschied zu anderen Kinos macht. Auch anderen Dolby Atmos™-Sälen.

Natürlich spielen Töne in einem Musikfilm eine immense Rolle und damit dürfte dies eigentlich fast selbstverständlich sein. Hört man allerdings verschiedenen Kinogästen zu, bin ich mir manchmal nicht mehr sicher, worauf andere eigentlich heutzutage noch wert legen und was sie von einem Kino erwarten?

Mich jedenfalls hat der Soundtrack definitiv überzeugt – auch die Tatsache, dass sich Elton John höchstpersönlich darauf gefreut hat, die Interpretationen seiner Songs durch Taron Egerton zu erleben, der diese komplett für den Film eigenständig neu eingesungen hat.

In diesem Atemzug möchte ich noch den Score etwas herausheben: Diese “Langsamkeit” und mediale Schwere hat mir immens imponiert und mich sehr begeistert. Eine wunderschöne neue Form, in die man diese weltbekannten Klänge geschleust und dem Zuschauer auf völlig neue Art und Weise präsentiert hat.

Genau das macht die Seele dieses Films aus – abgesehen von dem natürlich einerseits kalkulierbaren Plot, andererseits aber auch der durchaus beeindruckenden Stärke, die hinter solch einer Entscheidung steht, erneut eine Weltkarriere anzutreten und damit auch zu bestehen.

.kinoticket-Empfehlung: Der Sound haut einen um, Taron Egerton überzeugt durch eine grandiose Darstellung und auch die Jungdarsteller bezeugen ihr Können durch glaubhafte Umsetzung ihrer Rollen.

Nachspann: Sollte man abwarten, hier folgen noch einige Bilder vom Original und verschiedene Impressionen, die u.a. zeigen, wie großartig der Cast berufen wurde…

Kinostart: 30. Mai 2019

Original Title: Rocketman
Length: 121 Min.
Rated: FSK 12


Godzilla II: King of the Monsters

Godzilla 2: King of the Monsters Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Entertainment Inc.

Spätestens jetzt habt ihr einen Grund, eure Reise zum Dolby Cinema™ anzutreten, denn: Wenn es einen Film gibt, den man in diesem Kino gesehen haben sollte, dann den.

Wer sich die Mühe macht und mal in einschlägigen Film-Datenbanken nach Godzilla sucht, wird feststellen, dass die Welt förmlich überschwemmt von Angeboten dieser Art ist: Hunderte Movies, Serien, Universen aus Japan, die einen Klassiker von Moviemonster erschaffen haben, der es hierzulande scheinbar nie zu solch bühnenreifer Allgegenwärtigkeit geschafft hat, wie dort.

Genau das wird Godzilla II: King of the Monsters jetzt wohl ändern.

Wenn Amerika etwas kann, dann das: Groß, größer, noch größer, Actionschlachten, viel Gebrüll und wenig Inhalt, dafür aber auf die Fresse, dass alles um einen herum zittert und man förmlich in tosendem Gewüte untergeht.

Eine brachiale Schlacht der Superlative, die vor CGI nur so strotzt und genau das par excellence liefert – in einer nie da gewesenen Überwältigung.

Dolby Vision™

Godzilla II: King of the Monsters ist von natura schon so aufgebaut, dass nicht mit präziser Schärfe und Knalligkeit, sondern eher mit Staub, Wirbeln, Ungenauigkeit und einer gewissen Computerspiele-Vehemenz gearbeitet wird, die die Tierchen eben nicht in jahrelange Rechen-Exzesse schicken, sondern sich nicht allzu sehr mit grafischen Details aufhalten, immerhin ist am Ende sowieso alles im Arsch.

Das heißt jetzt nicht, dass hier mit Minecraft-ähnlichen Blöckchen-Miesepeter-Grafiken gearbeitet wurde, sondern einfach nur, dass es etwas neblig, regnerisch und generell “dusty” in der Atmosphäre ist und man sich somit nicht all zu sehr auf oberkantige Linien konzentrieren musste, wie es z.B. bei Transformers oft der Fall war.

Und das heißt ebenfalls nicht, dass an irgendeiner Stelle die brachiale Gewalt in irgendeiner Form weniger beeindruckend wäre.

Und das Schwarz sieht im Dolby Cinema™ immer noch besser aus, als in anderen Kinos.

Der Grund, dieses Kino zu wählen liegt jedoch wieder einmal bei…

Dolby Atmos™

Yes. Hier – wird – gebrüllt! Und zwar wie!

Wer sich die Blöße geben möchte, sollte auf YouTube alles zusammensuchen, was er an originalem Trailermaterial auftreiben kann, seine Familie und Nachbarn an irgendeinen entfernten See schicken und dann die Boxen aufdrehen, dass sich schmutzige Scheiben und Fensterbretter von selbst putzen: Die PR-Arbeit für diesen Film ist obererste Sahne und sowas von mächtig geil, dass allein das schon reichen würde, damit einem im Kino einer abgeht.

Und der Höhepunkt ist dann, wenn man im Dolby Cinema™ hockt und wirklich alles um einen herum anfängt, zu toben: Dieses Spektrum an Sound-Effizienz und alles umgebender Lautstärke ist genau das, was diesen Film großartig macht: Ein Spektakel technisch überragender Majestät, die es so kein weiteres Mal auf der Welt gibt.

Und nein, ich übertreibe nicht.

Ja, der Film hat zwischendurch seine Längen, trieft wieder vor Schlecht-Sein in punkto Plot, hat die gleichen dämlichen Charaktere ohne Tiefgang und Profil und ist absolut vorhersehbar, doch deswegen geht man nicht in so einen Film, oder?

Was man hier sehen will, ist Action, Gewalt, Krach, fetzige Kämpfe, lautes Geschrei und eine Superlative nach der anderen – und genau das kriegt ihr geliefert.

.kinoticket-Empfehlung: Lasst euch nicht davon abschrecken, dass das nur ein zweiter Teil ist: Die Macher haben es absolut drauf und liefern erstklassiges Popcorn-Action-Kino, das – nicht übertrieben – alles bisherige weit in den Schatten stellt.


Superlativen, lautes Gebrüll und monströse Giganten, die aufeinander losgelassen werden und sich dabei eine epische Schlacht apokalyptischen Ausmaßes liefern, die nur im Kino wirklich wirkt.


Alles andere ist Quatsch und sollte gar nicht erst in Betracht gezogen werden.

Nachspann: Auch, wenn eure Mit-Kinogänger vorzeitig aus dem Saal rennen: Ihr seid am Ende diejenigen, die ihnen sagen können “Da kam tatsächlich noch eine sehr lange Sequenz, die die Vorfreude auf den nächsten Godzilla angeheizt hat, der bereits 2020 in die Kinos kommen soll.” – Also bleibt bitte unbedingt bis ganz zum Schluss sitzen!

Kinostart: 30. Mai 2019

Original Title: Godzilla: King of the Monsters
Length: 132 Min.
Rated: FSK 12