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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

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© 2019 Universum Film GmbH

Asterix erfreut sich schon seit Ewigkeiten großer Beliebtheit und wurde bereits zu meinen Schulzeiten als Favorit in den Klassenzimmern gehandelt. Damals aus der Comic-Welt entsprungen liefert man inzwischen auch die allseits verhassten Realverfilmungen ab, die es auch in Fan-Kreisen nicht zu sonderlich viel Ruhm schafften.

Daraus haben die Studios gelernt und setzen nun endlich wieder auf Animation, wenngleich diese auch nicht an den Comic-Stil der vergangenen Jahrzehnte anknüpfen, sondern trotz allem irgendwie nichts halbes, nichts ganzes sind. Schwieriges Thema, da die Technik inzwischen für wesentlich bessere Bilder und Zeichnungen vorhanden ist, der altbackene Comic-Stil und dessen traditionell-nostalgische Klientel damit aber trotz allem nicht bedient wird.

Sei’s drum: Die Story stimmt wieder und das dümmliche Realverhalten ist endlich weg: Man ist zumindest was Bewegung, Sprache und “Möglichkeiten” angeht, endlich wieder im Fantastischen angelangt und nutzt dessen Möglichkeiten sehr gut aus.

Plotbedingt hat mir Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks extrem gut gefallen: Man knüpft schön an die vergangenen Filmchen an, liefert aber genügend neuen Stoff und gliedert auch die historischen Veränderungen ein wenig mit ein, so dass dem ganzen eine gewisse Modernitätsfrische aufgezogen wird, die sich sehr positiv auf den Film generell auswirkt.

Sofern man jetzt nicht unbedingt die direkte Bindung zu den ganz alten Klassikern aufweist, sondern sich da auch nur “reingeschnuppert” hat, empfinde ich diesen Asterix als den besten überhaupt: Toll erzählt, super witzig und mit vielen neuen Ideen, die den Besuch im Kino sehr wohl rechtfertigen.

.kinoticket-Empfehlung: Animiert, kein Comic, aber auch keine Realverfilmung: Witz, Unterhaltung, Gaudi und das Gesamtbild stimmen endlich wieder und machen diesen Asterix zu einem der besten, die man in der Neuzeit geschaffen hat.

Reingehen erlaubt – ein freudiges Kinoereignis für Groß und Klein ist hier definitiv gegeben.

Nachspann
❌ liefert keine Gimmicks oder weitere Szenen, aufstehen erlaubt!

Kinostart: 14. März 2019

Original Title: Astérix – Le Secret de la Potion Magique
Length: 86 Min.
Rated: FSK 0

Trautmann

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© 2019 SquareOne Entertainment GmbH

Bei Trautmann ist es schwierig, etwas über den Film zu sagen, ohne maßgebliche Dinge zu spoilern: Allein das nicht gewisse “Genre” dieses Films ist für mich ein wundervoller Wendepunkt gewesen, der hier eben eine plastische, durchweg ins Leben integrierte und spannende Story zum Besten gibt, die man anfangs nicht wirklich einsortieren kann, die – ohne dieses Vorwissen – aber auch extrem viel Sehvergnügen bereitet und demnach von euch auch völlig unvoreingenommen konsumiert werden sollte.

Wichtig ist: Vertraut darauf, dass der Film euch gefallen wird, denn mit dem .trailer oder anderem Vorwissen haut man sich schon so extrem viel wieder “kaputt”, dass das Maß an Langeweile definitiv aufkommen könnte, weil man einfach schon zu viel weiß.

Genauso spannend ist, bis zum Schluss nicht zu wissen, ob das nun Fiktion oder Wirklichkeit ist – wer sich hier mit der Materie nicht auskennt, sollte auch sehr aufpassen, vor dem Gang in den Saal nicht mit zu vielen Infos gespoilert zu werden, sondern die Show genießen und erst hinterher anfangen, mit Freunden drüber zu sprechen: Es lohnt sich.

David Kross ist in meinen Augen definitiv ein Grund, ins Kino zu gehen – er hat bei Krabat schon eine sagenhafte Rolle gehabt, diese dann mit Der Vorleser getoppt und in Ballon (außer dem Bart) eine extrem gute Darstellung abgeliefert – all das führt er in Trautmann zu einem neuen Höhepunkt.

Grundsätzlich ist für mich wahnsinnig faszinierend und ergreifend gewesen, was hier abgeliefert wurde – und Material war so unglaublich viel da, dass man dem Film durch gewisse “schnelle Schnitte” ein bisschen das Zeitproblem entgegen gestellt hat, was die Erzählung aber nicht minder spannend macht, sondern viel mehr für noch extremere Kurzweil sorgt.

Wo immer ihr es könnt: Nehmt diesen hervorragenden Film mit, ihr würdet euch ärgern, wenn ihr gerade den nicht gesehen hättet.

.kinoticket-Empfehlung: Super spannend, klasse gespielt und frei von allen deutschen Makeln, die man so kennt: Hier lohnt sich der Gang ins Kino auf jeden Fall!

Wichtig: Lasst euch davor so wenig wie möglich davon erzählen, schaut weder .trailer noch andere Infos und hört weg, wenn jemand drüber spricht: Versprecht euch selbst aber gleichzeitig, dass ihr so schnell als möglich rein geht – dieser Titel ist Bombe!

Nachspann
✅ Nicht viel, aber sehr authentisch und wichtig – also bleibt gerne sitzen!

Kinostart: 14. März 2019

Original Title: Trautmann
Length: 120 Min.
Rated: FSK 12

Rocca verändert die Welt

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© 2019 Warner Bros. Ent.

Tja, was soll ich sagen? Es ist der Film, auf den die Welt gewissermaßen gewartet hat, der so vieles so grundlegend anders macht, der sich endlich gegen bestehende Regeln auflehnt und ein meisterliches Beispiel dafür liefert, wie es funktionieren kann – und der dennoch dabei an einigen Dingen scheitert.

Scheitert? Da gibt’s nicht viel. Eigentlich nur ein paar winzige Punkte, die mir im Kino aufgefallen sind: Zum Beispiel die Sprechweise der Kinder und das “typische Verhalten” einiger Erwachsener in solchen Kinderfilmen, das mir immer noch bitter aufstößt und wo ich mir so oft etwas mehr Realismus wünsche.

Sei’s drum: Hier wird ansonsten mit so viel erfrischender Andersartigkeit aufgefahren, die jede Regel, jedes Klischee, jedes Eingefahren sein und jedes Vorurteil mit einer so modernen, klugen, selbstbewussten und gleichberechtigten Weise kontert, dass der Titel bereits jetzt zu Recht mit dem Prädikat “wertvoll” ausgezeichnet wurde.

Und dabei steht Rocca im Vordergrund, deren löbliche Einstellung und tolles Verhalten zwar manchmal die Affinität zur Nerverei aufweist, die aber ständig wieder durch erstaunliche Reaktionen verblüfft und zeigt, dass der Kampf ums Gesehen werden eben auch anders geführt werden kann und dafür nicht zwingend Hass und wilde Raserei von Nöten ist.

So hier wird’s richtig gemacht, meiner Meinung nach.

Nicht selten schafft man es, den Zuschauer an die Grenzen der Rührseligkeit zu bringen und sorgt für mächtig Stimmung im Gefühlsbad der Emotionen, denn, was hier gezeigt wird, ändert einige Ansichten und bringt völlig neue Ideen auf den Tisch.

Aber auch hier ein paar wenige Kritikpunkte: Natürlich mag in der Moral gute Absicht versteckt sein, gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass teils zu unreflektierte “Wahrheiten” wiedergegeben sein wollen, die man nicht zwingend voraussetzen muss, um in der Welt Gutes zu tun: Stichwort: “Fame”. Natürlich ist es herrlich gewesen, endlich mal solch ein Beispiel zu sehen, dieses Verhalten stufe ich jedoch wieder als etwas zu gutgläubig ein, denn es dürfte sich in der Praxis wohl eher als heuchlerisch erweisen und auf lange Zeit nicht durchführbar sein.

Dass wir an manchen Stellen nicht von Realismus sprechen müssen, der glaubhaft und ernst genommen werden kann, bedarf keiner Erwähnung, all dies ändert nichts an der tollen Message und der hervorragenden Intention, die hier durchgezogen wird und mit kindlicher Frische und einer unfassbar energiegeladenen Positivität in die Welt geströmt wird.

.kinoticket-Empfehlung: Mehr davon!

Ein unangefochten einzigartiges Beispiel für selbstbewusstes Gesehen werden im Kampf des Heranwachsens und der Geschlechterdiskriminierung: Hier werden so tolle Chancen und Möglichkeiten aufgezeigt, wie man dem alltäglichen Mobbing entgegen treten kann ohne dabei in Depression und Selbstmitleid oder gar Hass zu versinken.

Dass dies von Kindern dargestellt wird, verstärkt den Effekt und sorgt für ein unvergleichbares Kinoerlebnis, das ihr schnellstmöglich aufgreifen solltet, solange der Titel noch auf den Leinwänden ist.

Nachspann
✅ Rennt nicht gleich raus, hier werden zu Beginn noch Sequenzen gezeigt, die ihr auf jeden Fall mitnehmen dürft. Die Gute Laune macht auch im Nachspann keinen Halt.

Kinostart: 14. März 2019

Original Title: Rocca verändert die Welt
Length: 101 Min.
Rated: FSK 0

Destroyer

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© 2019 Concorde Filmverleih GmbH

Wenn ihr raus aus dem Einheitsbrei und wieder mal etwas richtig abgefuckt großartiges sehen wollt, kommt ihr nicht umhin, ein .kinoticket für Destroyer zu lösen: Um bei der “Frauendebatte” zu bleiben: Ein Film von einer Frau mit einer Frau in der Hauptrolle und gleichzeitig ein Glanzstück, von denen ich mir so sehnlichst mehr wünsche.

Es ist da – und der Erfolg hängt von euch ab: Geht rein!

Die Presse wuschelt hier und da ein wenig hin und her, manche finden’s großartig, andere zum Kotzen und ohne Stil, genau das bringt der Film aber meiner Meinung nach beispiellos auf die Bildfläche und sorgt für etwas, dass ich schon lange nicht mehr im Kino erlebt habe: Erstaunen!

Yes, es ist die Rolle ihres Lebens, die diese Frau in einer Höchstform zeigt, was ihr so schnell niemand nachmachen kann: Das mutige Darstellen von totaler Kaputtheit in Verbindung mit gewollter Hässlichkeit – hier werden markante Merkmale zusammengemischt, die endlich wieder ein Genre bedienen, in dem gefühlt alle zwei Jahrhunderte mal ein einziger Film kommt, der dazu noch extrem empfehlenswert ist.

Und ich liebe es abgöttisch! So herrlich schräg, so wunderbar einzigartig und so schroff und gleichzeitig stark in ihrem Auftreten, ihrem Charakter … gepaart mit einem Plot, der vor Wendungsreichtum strotzt und einfach bestens unterhält: Lange nicht mehr so einen tollen Film gesehen, der mich wirklich wirklich wirklich richtig umgehauen hat!

Großartige Performance, toller Look, krasser Plot, richtig geile “Schärfe”, Kompromisslosigkeit und eine Menge weibliche Power – so muss ein Film aussehen.

.kinoticket-Empfehlung: Den Mut, ein einziges Genre zu bedienen und kompromisslos dabei vorzugehen, Fans dieses Genres dann aber vollkommen zu überzeugen, muss man erst mal haben: Und ich bin froh, dass es jemand hatte: Eine RegisseurIN 🙂

Großartige Performance, unglaubliche Darstellung eines kaputten Charakters in einem wendungsreichen Plot, der diesen “Film Noir” zu einer unvergesslichen Kinoerfahrung werden lässt, die ihr euch keineswegs entgehen lassen dürft!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 14. März 2019

Original Title: Destroyer
Length: 123 Min.
Rated: FSK 12

Kirschblüten & Dämonen

Kirschblüten und Dämonen

© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Zeitreise. 2007 – Kirschblüten – Hanami setzt den Startschuss und erzählt eine Geschichte, die sich mit dem Nutzbarmachen des Lebens auseinander setzt und erzielt weltweit damit Erfolge. Die Szenen sind wohlgeformt, ergreifend und sinnlich, berühren das Herz und erreichen damit nicht nur beim Kinopublikum Aufmerksamkeit und Interesse.

2019 geht die Fortsetzung dessen an den Start: Kirschblüten & Dämonen kümmert sich quasi um die “nächste Generation” und möchte den Strang weiterspinnen, wird dabei aber auch sehr langsam und weniger “spektakulär”: Doris Dörrie nimmt sich erneut ihrer Hauptdarsteller/innen an und erzählt dort weiter, wo man 2007 aufgehört hat.

Als “Quereinsteiger” ohne den ersten Film zu kennen (was durchaus noch bei einigen der Fall sein dürfte) eignet sich diese Fortführung prächtig dazu, um in der Materie einzusteigen und dann mit dem ersten Teil quasi nochmal eins drauf zu setzen. Man kränkelt ein wenig an den Macken des verfluchten zweiten Teils, überspielt diese Mankos aber galant mit der würdigen, tragenden und lebenseingreifenden asiatischen Art, die sich ja bekanntermaßen sehr vornehm und elegant um die Weisheiten des Lebens kümmert und an den Punkten ansetzt, wo beispielsweise die amerikanische Plumpheit endet. Wer hierfür ein Auge hat, der wird auch im zweiten Teil bestens bedient und kommt damit klar, dass jetzt die pure Schönheit eben ein wenig dem “Alltag” der Charaktere gewichen ist. Gewissermaßen logisch, wenngleich auch etwas enttäuschend, aber was will man machen?

Alles in allem dennoch kein Grund, nicht in Kirschblüten & Dämonen zu gehen: Der Film ist durchaus sehenswert und spiegelt einmal nicht den üblichen Mainstream wider, den man sonst auf der Leinwand geboten bekommt.

.kinoticket-Empfehlung: Typischer Second Part, etwas ruhiger und weniger spektakulär, aber trotz allem mit den bekannten japanisch-asiatischen Wurzeln, die zum Ursprung allen Lebens führen und von Asia-Fans so geliebt werden.

Doris Dörrie setzt ihre Geschichte fort und kümmert sich um den “Fortbestand” im wahrsten Sinne des Wortes: Man pflegt die alten Kulturen wieder, lässt Vergangenes aufleben, erreicht damit aber nicht den Höhenflug, den der erste Teil aufs Parkett gelegt hat.

Sehenswert ist Kirschblüten & Dämonen deshalb aber trotzdem.

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: Kirschblüten & Dämonen
Length: 110 Min.
Rated: FSK 12

Und abschließend noch ein paar Eindrücke von der Deutschlandpremiere des Films in München aus der Astor Filmlounge im Arri Kino.

The Sisters Brothers

© 2019 Wild Bunch

Als Kind waren für mich Western immer alt. Aus den Jahren meiner Eltern, Großeltern. Dem Zeitalter vor dem Fernsehen, was ich kannte. Quasi das Zeug von “damals”, was heute niemanden mehr interessiert. Außer die Großeltern vielleicht.

Bud Spencer (Gott habe ihn selig) und Terrence Hill haben dieses Genre dann als Klamauk zurück in mein Zeitalter gebracht und sich quasi in flagranti dabei erwischen lassen, wie sie ein ganzes Metier komödiantisierten, was dem Ernst daraus logischerweise nicht gerecht werden konnte … und umso schwerer tut man sich dann, wenn auf einmal tatsächlich “bittere Kost” auf dem Tisch landet, die Western wieder ganz authentisch leben will: The Sisters Brothers tut dies … nicht.

Was einem hier geboten wird, ist ein starker Trupp, der gemeinsam ebenfalls leicht ironisch an vergangene Zeiten anknüpft, dabei aber weder Spaß ausschließt, noch als tiefschwarze Depression auf der Leinwand aufkreuzt, sondern Humor mit Ernsthaftigkeit vermischt und wunderbar abgemischtes Genrekino in die Säle wirft.

Dabei leisten die Jungs wirklich ein harmonisiertes Zusammenspiel, das ich gerne noch einmal erwähne: John C. Reilly, Joaquin Phoenix, Jake Gyllenhaal und Riz Ahmed trumpfen hier mit Höchstleistungen auf und geben eine erfrischend komische Variante der typischen “Western-Niedergeschlagenheit” zum Besten, für die sich der Gang ins Lichtspielhaus seit langem mal wieder lohnt.

Dabei wird es einem nie langweilig und man fühlt sich bestens unterhalten und in alte Zeiten zurückversetzt – allerdings ohne den tristen Staub, den dieser Konservativismus normalerweise mit sich trägt, sondern mit einer modernen fundierten Gegenwartsmentalität. Und dass diese Mischung funktioniert, davon zeugt meine gute Laune, als ich aus diesem Titel wieder raus spaziert bin.

.kinoticket-Empfehlung: Herrlich erfrischendes, modernes Western-Kino ohne altbackenen Touch, dafür aber mit großartigen Schauspielern und einer mit Humor durchzogenen Story, die ihre Ernsthaftigkeit deshalb aber nicht aufgibt.

Großartiger Cast, beeindruckende Kulissen und ein Grund, sich wieder mal vor den Big Screen zu setzen. Sofern ihr die Chance habt: Nutzt es – denn dieser Titel dürfte kaum irgendwo anlaufen. Zumindest fühlt es sich derzeit so an.

Nachspann
❌ braucht nicht ausgesessen werden, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: The Sisters Brothers
Length: 121 Min.
Rated: FSK 12

Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit

Die Berufung

© 2019 Entertainment One Germany GmbH

Filme wie dieser zeigen einmal mehr, dass es den Menschen doch möglich ist, sinnvollen Themen ihre Essenz abzugewinnen und nicht nur dumm um den heißen Brei herumzureden. On the Basis of Sex ist längst überfällig und gehört auf die Leinwände und anschließend in der Runde diskutiert.

Hier steckt meiner Meinung nach die Grundlage verborgen, die den eigentlichen Gedanken der neuen Frauenbewegung ausmacht und es werden Dinge aus der Geschichte der wahren Welt erzählt, die in der Tat verändert gehören und demnach auch einen Effekt hätten.

Ich glaube auch weiterhin nicht daran, dass sich etwas ändern würde, wenn plötzlich jeder “gendergerecht” spricht und wir irgendeinen verbalen Schwachsinn von uns geben, nur um ja niemanden zu benachteiligen. Wie diese Form politischer Korrektheit aussieht, haben alle Fans schmerzlich bei den Academy Awards dieses Jahres erfahren können: Es war eine bittere Schande. Seelenlos, herzlos, eiskalt, aber politisch einwandfrei und unanstößig.

Ja, auch ich zähle in gewissen Punkten zu verschiedenen Randgruppen und ich möchte nicht, dass aufgehört wird, darüber Scherze zu machen, denn von Humor – ganz gleich, welcher Art – lebt eine Gesellschaft. Es ist sehr richtig, dass begonnen wird, die Dinge beim Namen zu nennen und darüber zu sprechen, es ist aber falsch, sie in einer so teilweise krassen Form darzubieten, dass die Anfechtungen wieder selbstironisch wirken, weil das niemand ernst nehmen kann und man sich in meinem Fall gleich angewidert abwendet, da ich Fanatismus gleich welcher Art aufs tiefste verabscheue.

Hier hapert es auch in meinen Augen ein klein wenig bei den Darstellern: Felicity Jones macht ihre Sache gut, wirkt aber in ihrem Umfeld zu abstrakt und unsympathisch, als dass man ihrer Vorstellung einfach folgen könnte. Sie spielt teilweise sehr kaltschnäuzig und möchte hier eine Rebellin abgeben, fühlt sich aber gleichermaßen von dieser Rolle nicht wirklich vereinnahmt, sondern spielt sie nur.

Das gleiche gilt für Armie Hammer: War er in Call Me By Your Name noch absolut warmherzig und sympathisch, steht er hier fast schon wie der große, männliche Verlierer da, der nur als Prestige-Namensobjekt in den Film geholt wurde, um möglichst viel Publikum anzuziehen. Dabei ist der Film wegen ganz anderen Dingen auf der Liste der wichtigen Movies gelandet.

Nun mag man hingehen und behaupten können, das wäre der elitären Umgebung geschuldet, die solche abstrakten Züge annimmt und damit wahrheitsgetreu wiedergibt, was sich tatsächlich in solchen Kreisen abspielt. Da wäre meine Frage: Was hat dieser elitäre Kleingeist dann in einer breiten Masse verloren?

Leute? Entspannt euch. Was ich sagen will, ist folgendes: Der Film ist in seiner Thematik ungemein wichtig, muss gesehen werden und löst hoffentlich reichlich Diskussionen darüber aus, die nachhaltig etwas bewirken und unsere Gesellschaft grundlegend ändern. Darum steht er auch in der Top 5. Was ich ebenfalls sagen will: Schauspielerisch ist es keine Höchstleistung, sondern eher ein Nischenprodukt, das nicht deswegen ins Kino ruft, weil irgendwer irgendwas geil spielt, sondern man sollte sich dessen bewusst sein, dass es hier tatsächlich mal rein um den Plot geht und dass auch dieser gelinde an diversen Klischees reift und somit spannungstechnisch einige Makel aufweist.

Und trotzdem: Geht rein und schaut ihn euch an. Nicht nur, weil die Story eine wahre ist, sondern weil genau das der Kern ist, der in allen Köpfen der Menschen verändert sein muss, damit wir nicht mehr über die Probleme reden müssen, sondern in einer befreiten und friedlichen Welt miteinander leben können, ohne uns zwanghaft zu verbiegen, um ja niemandem zu nahe zu treten.

.kinoticket-Empfehlung: Trifft den Kern einer ganzen Gemeinde hart auf den Kopf und repräsentiert ein wahres Beispiel dessen, was in unserer Gesellschaft zwingend geändert gehört.

Die Darsteller spielen deshalb nicht überragend, das Thema ist aber zu wichtig, als dass es zwischen anderen Belanglosigkeiten untergehen dürfte. Auch wenn die Sympathie an vielen Stellen ein wenig fehlt: Die Aussage ist grandios und darf sich gerne in den Schädeln der Gesellschaft verbreiten.

Nachspann
✅ Es folgen ein paar Sätze, danach dürft ihr raus 🙂

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: On the Basis of Sex
Length: 120 Min.
Rated: FSK 0

Rate Your Date

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© 2019 Twentieth Century Fox

Viele haben bei dem Gedanken an diese Filmthematik immer noch Kopfschmerzen von Safari – Match Me If You Can – und da gab es ja bereits vielfältige Kritik: Zu viel nackte Haut für die FSK-Freigabe, zu dämlich thematisiert, peinlich, lächerlich, usw…

All dies sollte euch trotzdem nicht davor abschrecken, in Rate Your Date zu gehen, denn dieser Film macht alles irgendwie besser. Viel besser.

Auch hier hatte ich wieder das Gefühl: Gebt mir die App! – Und diesmal wurde sie tatsächlich entwickelt, allerdings nicht auf die breite Öffentlichkeit losgelassen, denn Gründe dafür, dies nicht zu tun, sind im Film bereits ausreichend vorhanden.

Was mich fast ein wenig gestört hat, war, dass die App manchmal zu sehr in den Hintergrund trat und man sich auf die Leute drumrum und deren Probleme oder Anbandelung ausgerichtet hat, statt bei der Sache zu bleiben und dem Titel des Films gerecht zu werden.

Jammern auf hohem Niveau, denn der Streifen hat enormen Unterhaltungswert und einige wahrlich coole Socken im Angebot, für die sich das .kinoticket wahrhaft lohnt. In meinen Augen besetzt Edin Hasanovic den coolsten Part, der Trupp allgemein ist genauso sympathisch und irgendwie passt es diesmal alles in seiner Gänze.

Über grundlegende Sachen in Fragen “Liebe und Beziehung” zu diskutieren und hier zu erwarten, dass dieses Movie mit Tiefgründigkeitspotenzial aufwartet, darf man sich dennoch getrost sparen: Ich glaube, das ist kaum die Absicht gewesen, sondern viel mehr, einfach gemeinsam einen netten Abend im Kino zu haben und ein bisschen Dating-Wirr-Warr auf der Leinwand zu genießen. Und da sind tatsächlich genügend erfrischende Szenen, heitere Lacher und komische Sequenzen dabei, die das alles liefern.

Wer sich also bislang noch nicht dazu bequemt hat, diesen Film auf der großen Leinwand in vollen Sälen zu sichten, der sollte dies spätestens jetzt nachholen – es lohnt sich!

.kinoticket-Empfehlung: Wesentlich besser als der vielzitierte Safari – Match Me If You Can mit ausreichend Szenen, die einen zum Lachen bringen und enormem Unterhaltungspotenzial: Der Trupp stimmt, der Film wird nie langweilig und es macht Spaß, sich einen Abend im Dschungel der Liebschaften rumzutreiben.

Tiefgründigkeit sollte man nicht erwarten, schlechte Unterhaltung wird deshalb aber auch nicht geboten: Das Ding stimmt und macht mit Publikum im Saal ganz sicher richtig Laune.

Nachspann
✅ Sitzen bleiben! Hier folgt noch eine Szene.

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: Rate Your Date
Length: 105 Min.
Rated: FSK 12

Und abschließend noch ein paar Impressionen von der Deutschlandpremiere im CineStar im Sony Center aus Berlin. Viel Spaß damit 🙂

Captain Marvel (3D)

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© 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Ach ja … es ist an der Zeit. Es ist an der Zeit, dass sich alle möglichen Insekten der Gestikulation, Politarisierung, des Gendering und der Gleichschalte aus ihren Nestern erheben und laut losbrüllen. Auf drei, okay? Eiinnnnns, zweiiiiiii …..

Oder wollen wir uns doch lieber dem Filmgenuss zuwenden?

Ja, Captain Marvel setzt Zeichen und erlebt somit den gleichen Anstrich, der auch schon die Oscar-Verleihung kaputt gemacht hat und der auch im Frauenwesen seine Unwut treiben wird: Man versucht “gut” zu sein und endet doch wieder in purem Trash. Zumindest, was das angeht.

Captain Marvel (ist Captain männlich oder weiblich?) ist der 21. Film des MCU, des Marvel Cinematic Universe, in dem – Gebetsmühle – bislang alles richtig gemacht wurde, was man nur richtig machen konnte. Entertainment pur, ein Meilenstein und Maß für Blockbuster und nicht umsonst die erfolgreichste Filmreihe aller Zeiten weltweit. Und nein, keine Übertreibungen, sondern alles nachprüfbar und anhand von Einspielergebnissen nachweisbar.

Und weil ihr eh zu faul seid, selbstständig nachzuschlagen: Dazu gehören bis jetzt folgende Teile:

Phase 1
Iron ManDer unglaubliche HulkIron Man 2ThorCaptain America: The First AvengerMarvel’s The Avengers

Phase 2
Iron Man 3Thor – The Dark KingdomThe Return of the First AvengerGuardians of the GalaxyAvengers: Age of UltronAnt-Man

Phase 3
The First Avenger: Civil WarDoctor StrangeGuardians of the Galaxy Vol. 2Spider-Man: HomecomingThor: Tag der EntscheidungBlack PantherAvengers: Infinity WarAnt-Man and the WaspCaptain MarvelAvengers: Endgame (letzterer wird dieses Jahr noch auf die Leinwand kommen).

Und man arbeitet bereits an Spider-Man: Far From Home, der dann das nächste Zeitalter einläuten wird. Dazu kommen Kurzfilme, Serien, Cross-Over etc. pp – das Ganze verhält sich genauso wie bei Assassin’s Creed: Die Hauptdinger stehen in jedem Regal und die vollkommen Gestörten sammeln sich dann über Jahre alles mögliche zusammen und kaufen die passenden Konsolen dazu, damit man das auch spielen kann, während man in seiner Assassin’s Creed-Bettwäsche liegt +hust+ ….

Wenn man jetzt auf das Tableau der obigen Filme sieht, entdeckt man so gut wie keinen nicht-durchschlagenden Kassenerfolg mit ein paar Schwankungen, aber im Großen und Ganzen: Oberste Liga, weltweites Interesse und mittlerweile ein Niveau, das schwer zu toppen sein wird.

Captain Marvel möchte das auch gar nicht, denn es handelt sich wieder mal nur um ein “Ruhig, Kleiner … ist bald so weit mit Endgame-Movie, das uns quasi wieder ins MCU stürzen lässt, ohne aber dafür ein Jahr der Bearbeitungszeit vom finalen Zerstörer zu kappen und stattdessen lieber was schlechtes abzuliefern. Genau diesen Fehler begehen zu viele Filmreihen: Zu wenig Produktionszeit zwischen den einzelnen Teilen und damit zu wenig Zeit, um es ordentlich reifen zu lassen und am Ende Ware zu liefern und nicht nur Kompromisse.

Es ist also nur ein “Luft holen”, ein Breathtaking zwischendurch, nichts weltbewegendes und trotzdem Oberste Liga.

Und nun kommen die Insekten.

“Wähh wähhh das ist der erste Film im Marvel-Universum, der sich um eine Frau dreht und der macht nicht alles so gleich geil wie Black Panther für die Schwarzen blabla wäh wäh wäh jammer jammer jammer.”

Frage (Vorsicht: Provokativ!): Vielleicht wollte der Film gar nicht Frauen erheben und sich um politarisierte Scheiße kümmern und alles den Bach runtergehen sehen, sondern einfach nur eine Zwischenstory abliefern, um die Wartezeit bis Endgame zu verkürzen? Vielleicht will er einfach nur unterhalten? Vielleicht sind Gendering und Blockbuster-Entertainment zwei völlig verschiedene Dinge?

Uhhhhhhh … entfollgggggggt dem Dämon!!!!! Er hat nicht alle gleich behandelt …… Kreuzigt ihn!!!!

Mal im Ernst: Sowas regt mich tierisch auf! Meine Fresse, wo landen wir, wenn wir wirklich überall und jedesmal das gottverdammte Siegel der Gleichschalte aufbügeln müssen und uns nicht einfach um das wesentliche kümmern können? Geht meinetwegen nach draußen und schaut euch George Orwell an, dann könnt ihr in eurer Traumwelt leben – zumindest im ersten Teil von 1984. Meine erstrebenswerte Zukunft sieht anders aus. Ganz ehrlich!

Also: Zurück zum Wesentlichen: Captain Marvel.

Und nein, ich reduzier das jetzt nicht auf irgendwelche verwuschelten Vierbeiner und lass alles andere den Bach runtergehen, dafür hat man auch hier wieder viel zu guten Humor aufgezogen, auch wenn der diesmal wirklich eine “Randgruppe” trifft und eben nur wirklich witzig ist, wenn man sich mit den Begebenheiten auch im wahren Leben etwas auskennt – dann aber sind die Takes umso genialer und haben eine Durchschlagskraft, die ich feiere.

Und ja, ich fand’s auch toll, dass endlich ein paar mehr Frauen die Oberhand kriegen und man hier beginnt, seine Blicke zu weiten, aber das erzwungene Bewerten anhand von irgendwelchen dümmlichen Kriterien ist einfach dumm. Lasst euch doch einfach eine Geschichte erzählen. Dieses zwanghafte “Ahhhh – da ist aber etwas nicht exakt gleichbehandelt! RAUS!”-Rumgetue lässt diesen Schritt nämlich eher wieder erzwungen wirken und befreit ihn von jedweder positiven Anhaftung, und das nervt am Ende einfach nur und ist tatsächlich ein Kreuzschwert im Rücken aller Fanatiker, die meinen, dass die Welt dadurch wirklich bessihr (-er darf ich ja jetzt nicht schreiben) wird.

Also:

  • Ja für das weibliche Geschlecht.
  • Ja für gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit – geschlechtsunabhängig.
  • Ja für “Mehr Frauen dürfen in Hauptrollen in Filmen gesehen werden.”
  • Ja für “Sie sollen genauso viel dabei verdienen wie ihre männlichen Pendants.”
  • Ja für “Marvel wird nicht schlechter, wenn mehr weibliche Rollen vergeben werden.”

und damit sollte eigentlich alles diesbezüglich gesagt sein. Black Panther war geil, weil die Story gut war, weil der Dialekt eine Liebeserklärung an diese Kulturgepflogenheiten gewesen ist (ausschließlich im Original) und weil den Machern scheißegal war, wer schwarz oder weiß oder unausgeglichen oder blabla – da hat auch keiner rumgemeckert: “Möh, überhaupt keine Weißen zu sehen in dem Film!”, sondern es ging einfach um die Technik, die Welt, die Erzählung – und genau so sollte man es meiner Meinung nach auch mit Captain Marvel handhaben: Rein, berieseln lassen und die Show genießen!

Dass das Kino groß, größer, Marvelous-groß sein sollte, die Boxen Atmos, laut und dröhnend und der Platz möglichst so nah an der Leinwand, dass das gesamte Gesichtsfeld ausgefüllt ist, während man durch die 3D-Brille schaut, brauch ich an dieser Stelle ja nicht mehr erwähnen: War vor 21 Filmen so, ist jetzt immer noch so. Alles andere ist “Naja, hab schon besseres gesehen.”

Ganz ehrlich? Ich selbst war im Cinedom Köln und war total geflasht, weil’s dort einfach gepasst hat. Da hat man gar nix interessantes erzählen müssen, einfach nur die Größe und Wucht haben gereicht, dass ich mit Gänsehaut da saß und es einer der schönsten Momente dieser Woche gewesen ist.

.kinoticket-Empfehlung: Die Previews sind durch, die Mitternachtspremieren hoffentlich hinter euch und der Run ist eröffnet: Es geht weiter und man versüßt euch wieder ein bisschen die Zeit bis zum finalen Kampfschlag: Augen auf, Brille rauf, .kinoticket zurück in den Geldbeutel und Popcorn innen Mund: Dieser Film kann sich sehen lassen und hilft über das erbarmungslose Warten bis zu Avengers: Endgame hinweg.

Brie Larson macht eine gute Figur, erhebt jetzt den “Frauen-Kahlschlag” aber nicht zur Weltsensation auf, sondern ist einfach da und sorgt für einen tollen Film und einen weiteren Charakter im MCU, mit dem ab jetzt auch auf der Leinwand gespielt werden darf.

All das sollte nicht überbewertet, aber auch nicht unter den Teppich gekehrt werden – und bitte: Lasst endlich diesen Feminismus-Quatsch, wenn’s einfach nur um Unterhaltung geht. Wir lieben euch. Wirklich. Auch ohne den ganzen Bockmist.

Nachspann
✅ as always: Marvel heißt: Bis zum bitteren Ende sitzen bleiben, oder man verpasst den halben Film!

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: Captain Marvel
Length: 124 Min.
Rated: FSK 12

Asche ist reines Weiß

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© 2019 Neue Visionen Filmverleih

Es ist eigentlich schade, dass man hierzulande so wenig Zugang zu asiatischen Inhalten hat bzw. diese so selten beworben werden. Vielleicht ist deren Kultur so extrem anders als unsere, dass einfach das Interesse nicht groß genug ist? Dabei sind Mangas und Animes doch auch hier längst etabliert und der Zuschauer sehnt sich nach Inhalten, die weit über das Mini-Niveau von billigen RTL II-Animes hinausgehen.

Ich kann’s nicht beurteilen, ich war noch nie dort und hab daher absolut keine Ahnung – und wenn das nicht mal beste Voraussetzungen für einen Kritiker sind, weiß ich’s auch nicht 😉

Wir reden hier ja auch nicht von Animes, Mangas und dergleichen, sondern einfach von asiatischen Spielfilmen, die es ebenfalls zu Hauf gibt und die meiner Meinung nach viel zu selten das deutsche Leinwandlicht erblicken: Asche ist reines Weiß erzählt nämlich eine dieser Geschichten, die man auch als Europäer gerne konsumieren darf und die sich nicht vor Hollywood verstecken brauchen.

Natürlich fährt man an dieser Stelle keinen Allerweltscast auf oder trumpft mit bekannten Gesichtern – aber, wenn wir mal ehrlich sind, das bietet uns das westliche Kino auch schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr in der Form, die man sich gerne wünscht, sondern langweilt mit Austauschbarkeit, dass es nur so zum Himmel stinkt.

Und Inhalte? Gibt es immer wieder mal mehr mal weniger. Was die asiatischen Kinokracher aber immer richtig gut können: Tiefe. Geistiger Reichtum und Tiefgründigkeit, die man in vielen Blockbustern vergeblich sucht und die auch in so manch independentösem Film eher verkrampft als natürlich rüberkommt und dadurch an seiner Authentizität zweifeln lässt.

Beides liefert Asche ist reines weiß in Pur-Form: Man entzückt mit einer tollen Story, gestaltet diese mit chinesischen Wahrheiten aus und liefert so das gewisse Extra, das aus dem Film eben nicht bloß pure Unterhaltung, sondern auch Lebensweisheit macht, die ich schon als Kind immer gern aufgesaugt habe.

Und auch, wenn vielleicht so manch einer am Schluss dann dasteht und sich fragt: “Das war’s jetzt?” – spätestens dann merkt ihr, dass wir eigentlich viel zu wenig von dieser Art Stoff zu sehen kriegen und man sich viel mehr darum bemühen sollte, auch asiatische Filme anzubieten und dabei aus den Klischeegrenzen von Bollywood zu verschwinden.

.kinoticket-Empfehlung: Großartig gespielt, toll geschrieben und mit einem verstörenden Ende: Asche ist reines Weiß erzählt eine super Geschichte, die einen fesselt und nach klassisch-chinesischer Manier mit Lebenswahrheiten um sich schmeißt.

Hier wird einem nicht nur das Leben “da drüben” etwas anders gezeigt, sondern wunderbar unterhalten und ich finde, dass solche Produktionen sich nicht hinter Hollywood verstecken müssen, sondern durchaus im Kino gesehen werden sollten.

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 28. Februar 2019

Original Title: Jiang Hu Er Nü
Length: 136 Min.
Rated: FSK 12

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