Ich hab’s versprochen – hier ist sie: Die .kinoticket-Filmrezension zum dritten (und vorletzten) Teil der Bestimmung-Saga.
An diesem Beispiel kann man glorreich erkennen, was passiert, wenn im Trailer viel zu viel verraten wird. An dieser Stelle: Teasern! Lasst die Leute auf die Mauer zurennen und dann blendet ab! Lasst doch den Scheiß und zeigt schon im Trailer die markanten Stellen, um der Geschichte schließlich noch den letzten Rest von Interpretationswürde zu rauben, damit macht ihr den Kinogängern nämlich das Leben wirklich zur Hölle.
Wir reden wieder einmal von: Vorhersehbarkeit.
Nichts ist tödlicher für eine Geschichte, als wenn man deren Ausgang erahnen könnte und sich dann im Laufe der Zeit mit der vorhergesagten Vermutungsbewahrheitung anfeindet. Und genau das wird scheibchenweise bei Die Bestimmung – Allegiant getan.
Klar, das Werk erhebt sich technisch aus der Masse der Dinge und entspricht in seiner Machart locker dem, was man ein episches Finale nennen würde, jedoch gilt mein Lob hier vorwiegend wieder: Der Kulisse, dem Ton und der Kameraführung.
Dass diesmal dann tatsächlich auf 3D verzichtet wurde (kommt das noch?) lässt sich wohl nur dadurch erklären, dass im zweiten Teil die Leute so dermaßen angepisst waren, dass man den Aufschwung zur 3D-.kinoticket-Grenze wohl nicht mehr wagen wollte, um wieder mehr Leute in den Film zu kriegen, damit die Massenphänomen-Regeln erfüllt werden.
Und ohne sagenhaftes 3D – wir erinnern uns: das war in Teil 2 wirklich herausragend! – bleibt dann auf einmal nur die Story und der Gesamteindruck des Films. Und da beschleicht mich das Gefühl, dass ich dem Alter entwachsen und somit nicht mehr einfach angefixt werden kann, denn das Kino war zum Teil mit 13-14jährigen gefüllt, die ihre helle Freude an den Geschehnissen verkündeten.
Und als Kinderrevolution geht die Sache durchaus durch. Wenn man beabsichtigt, die Generation BRAVO hier zu begeistern, erfüllt man definitiv die gewünschten Kriterien und erntet Lob vom Wunschpublikum. Die Frage ist nur, was diese (Quad)-Trilogie dann von Panem unterscheidet, da hat der Käse nämlich auch für Erwachsene durchaus zumutbar funktioniert.
Die Schauspieler sind ungefähr gleich alt, die Welt ist ähnlich beschissen aufgeteilt, die Menschen werden ähnlich unterdrückt, es geht ebenfalls um nicht ausschließlich erwachsene Systemkritik und bei dem einen krachts gewaltig und endet furios, bei dem anderen gähnt man hinterher und spaziert gemütlich wieder von dannen.
What has happened?
 

.kinoticket-Empfehlung: Zusammenfassend würde ich sagen, dass man hier zwar einiges aus dem wirklich verpatzten zweiten Teil wieder gut gemacht hat, jedoch zu wenig Materie auf den Bordstein wirft, um die Menschen darauf auch nur annähernd zu erschüttern.
Stoff genügend hätte man, um hier etwas wirklich großes daraus entstehen zu lassen, doch damit hätte man sich dann wohl von der Kinderfraktion abgewendet und wäre publikumsleer ausgegangen. Und das soll ja nun nicht passieren.

 
Nachspann
Die Musik war gut – wirklich gut. Doch ob sich dafür das Warten auf den Schlussakkord lohnt, bleibt jedem selbst überlassen. Der Teaser für das endgültige Finale bleibt auf jeden Fall aus.

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