Januar 21, 2022

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Ghostbusters: Legacy

Ghostbusters: Legacy - Filmplakat
© 2021 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Wir haben mal wieder eine schön weit aufgespannte Timeline, deren Wurzeln mit Ghostbusters im Jahr 1984 gelegt wurden. 1989 folgte mit Ghostbusters II die filmische Fortsetzung, bevor man sich dann auf den Spielemarkt verkroch und Ghostbusters: The Video Game releaste, was laut Schöpfer Dan Aykroyd weitestgehend als dritter „Film“ zu verstehen ist.

Im Zuge der ganzen Gender-Gleichmachung, die den Filmmarkt zum Teil dominiert, hat man sich ebenfalls an einer komplett verweiblichten Neufassung des Stoffs versucht, der 2016 das Licht der Welt erblickte und im Kino sagenhaft floppte. Eigentlich fand ich den Titel damals recht gelungen und das 3D definitiv sehenswert, allerdings waren meine Erwartungen auch mehr als im Keller, da kann man quasi nur positiv überrascht werden.

In diesem Jahr ist es nun an der Zeit, das Vermächtnis der Geisterjäger an die nächste Generation zu überreichen – und dazu erscheint der extrem passende Titel: Ghostbusters: Legacy, der in meinen Augen wieder alles komplett richtig gemacht hat.

Die jugendlich-kindliche Frische, die aus den Coming-of-Age-Darstellern sprudelt, erzeugt ein geniales Gefühl und sorgt während des Films immer wieder für reichlich humorgeladene Momente. Die Schlagfertigkeit im Drehbuch und die Jokes (zumindest im englischen Original) sind teils zum Schreien komisch und erzeugen hier einmal mehr das Gefühl, das wir auch schon bei den Kids in ES hatten: Es macht einfach tierisch Spaß, ihnen beim Entdecken des Erbes zuzusehen und sie auf diesem irren Trip zu begleiten.

Gleichermaßen vernachlässigt der neue Teil keineswegs die Nostalgiker älteren Semesters, auch hier hat man unzählige Hommagen und Cameo-Auftritte integriert, die hervorragend an bestehende Movies anknüpfen und den historischen Filmen Respekt zollen.

Grundsätzlich hatte ich nicht das Gefühl, dass man sich zu irgendeinem Zeitpunkt dazu gequält hätte, altes wieder aufleben zu lassen und die Kuh erneut zu melken, sondern alles wurde vielmehr in authentisch-neuem Glanz produziert und als vollkommen eigenständiges Werk etabliert. Genau das erzeugt beim Schauen ebenfalls positive Vibes.

Die Story lebt – auch ohne die vorherigen Filme – und baut ihre Geschichte selbst, mit modernen Mitteln, gutem CGI und jeder Menge Wumms an den richtigen Stellen im Film. Auch die Auflösung am Schluss enttäuscht nicht und macht Lust auf weitere Fortsetzungen.

Bei Trailern und Vorschau-Clips bin ich inzwischen extrem vorsichtig geworden: Zu viele wirklich gute Filme haben so extrem schlechte Trailer, die den eigentlichen Hauptfilm eher vermiesen als Lust darauf zu generieren. So ging es mir mit Ghostbusters: Legacy auch ein wenig: Man schaut ihn sich an, weil irgendwie jeder drauf wartet – und die Vorstellung im Kino war dann eine regelrechte Pracht.

.kinoticket-Empfehlung: Diesen Film muss man zwingend gesehen haben und sollte auch zwingend die Chance nutzen, große Leinwände und möglichst viel Publikum um sich zu haben (sofern es die aktuellen Umstände zulassen) – dann macht der Streifen nochmal mehr Laune. Aber auch so zündet der Stoff und sorgt für beste Stimmung: Eine mehr als würdige Übergabe eines historischen Inhalts an die nächste Generation, die in meinen Augen mehr als gelungen ist. Reingehen!

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Schön sitzen bleiben und bis ganz zum Schluss ausharren 🙂

Kinostart: 18. November 2021

Original Title: Ghostbusters: Afterlife
Length: 124 Min.
Rated: FSK 12

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