Dezember 6, 2021

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JFK Revisited

JFK Revisited - Filmplakat
© 2021 DCM Film Distribution GmbH

1991 brachte Regisseur Oliver Stone einen Spielfilm heraus, der sich mit den Gegebenheiten des Mordes an J. F. Kennedy befasste. Dieser wurde bekanntlich aus bislang ungeklärten Gründen ermordet und zahlreiche Untersuchungen in allerlei Richtungen angestrebt, die jedoch bis heute zu keinem befriedigenden und vor allem zu keinem schlüssigen Ende kommen konnten.

JFK – Tatort Dallas war quasi indirekt der Grund dafür, dass die Archive dazu stückweise geöffnet wurden. Das ermöglichte in den letzten Jahren weitere, interessante Einblicke in die Umstände und Gegebenheiten für jedermann. Diese werden im nun erscheinenden JFK Revisited neu beleuchtet und einsortiert.

Auch, wenn man sich vielleicht nicht für das Thema interessiert, birgt dieser Film doch unfassbar großes Spannungspotenzial. Es werden zeitgeschichtliche Aufnahmen, Interviews und Bilder geliefert, die den Hergang zu rekonstruieren versuchen und dabei verschiedene Erkenntnisse aus den bisher zugänglichen Materialien so aufarbeiten, dass man sie auch als Laie sehr gut versteht.

Das interessante dabei ist: Namhafte Anbieter wie Netflix, Amazon Prime und National Geographic schlugen das Angebot aus, den Film bis jetzt in den Vereinigten Staaten in die Kinos zu bringen. Als Grund gibt man den „strittigen Inhalt“ an.

Klartext? Vermutlich hat man unglaublich Schiss vor der amerikanischen Regierung, da diese bekanntermaßen gewissen Firmen das Leben zur Hölle machen kann, wenn sie mit dem, was da vonstatten geht, nicht einverstanden ist. Kennt man eigentlich eher aus Ländern wie China, hm? Das jüngste amerikanische Beispiel ist der Knie-Zwang der chinesischen Firma Huawei, die aus Embargo-Gründen von Google ausgelistet wurde und deshalb ihren eigenen App-Store aufziehen musste, was Kunden von Huawei-Produkten nun zu Außenseitern beider großer mobiler Betriebssysteme macht (was im übrigen ein extrem guter Grund ist, um die Produkte von Huawei als Kunde in Zukunft einen extrem großen Bogen zu machen).

Dass sich nun gleich drei extrem erfolgreiche Unternehmen, die ebenfalls „politische Druckmittel“ einsetzen könnten, gleich so schissermäßig ins Ecke verkrümeln, spricht unfassbar für diese neue Aufarbeitung, denn das beweist nur, dass die Dinge glaubhaft dargelegt werden und durchaus etwas an dem dran ist, was Stone hier mit teils sehr verständlichen Grafiken erklärt.

Und das ist nur der Anfang, da ein Großteil der Dokumente noch bis 2029 unter Verschluss ist und somit noch nicht alle Aufzeichnungen für die Öffentlichkeit einsehbar sind. Aber auch ohne die finalen Offenbarungen kommt dieser Film schon zu einem sehr schlüssigen Konsens und macht das Thema für jedermann spannend. Mögliche Erklärungsversuche liefern hier viel neues Potenzial für spannende neue Verschwörungsmythen und der kriminalistische Forscherdrang wird definitiv gekitzelt und mit genügend süchtigmachenden Botenstoffen gefüttert – so dass es quasi mehr oder weniger schon zur Pflicht wird, ein Kinoticket für diese wunderbare Dokumentation zu ordern und sich in die enthüllenden Fluten zu stürzen.

.kinoticket-Empfehlung: Glaubhafte Darstellungen, visuell eingängige Erklärungsgrafiken und jede Menge belegtes Beweismaterial, das die Rekonstruktion des Attentats auf J. F. Kennedy in einem ganz neuen Licht betrachtet. Dass namhafte Firmen in den Staaten die Veröffentlichung im Kino bis heute ablehnen, spricht für die wahrheitsgetreuen Darstellungen in dem Film – was wiederum ein Grund mehr dafür ist, ihn sich anzusehen, um der Wahrheit etwas mehr auf die Spur zu kommen. Definitiv sehenswert und super spannend!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Hier folgt nichts weiter, man darf den Saal also getrost wieder verlassen.

Kinostart: 18. November 2021

Original Title: JFK Revisited: Through The Looking Glass
Length: 118 Min.
Rated: FSK 12